„Die endlose Euro-››Rettung‹‹ wird teuer“

Dieser Kommentar von mir erschien bei WirtschaftsWoche Online: 

So oder so führt an der Monetarisierung der Schulden in der Eurozone kein Weg vorbei. Stellen wir uns darauf ein.

Jens Weidmann will also EZB-Präsident werden. Das Handelsblatt stellte dazu richtig fest: „Es spricht einiges für den 50-Jährigen: Er hat als Ökonom und Geldpolitiker einen hervorragenden Ruf, ist als ehemaliger Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) politisch gut vernetzt. Und: Als einziges großes Euroland stellte Deutschland noch nie den EZB-Präsidenten.“

Dennoch wage ich heute schon die Prognose: Weidmann wird es nicht werden. Nicht, weil ihm die Kompetenz fehlen würde und auch nicht,  weil er Deutscher ist. Der Grund ist ein anderer: Er darf es nicht werden, weil seine geldpolitischen Überzeugungen mit dem kurz- und mittelfristigen Weiterbestehen des Euro nicht vereinbar sind. Langfristig wird der Euro wegen seiner Konstruktionsmängel ohnehin nicht überleben.

Zeit kaufen kann ausschließlich die EZB und allein die EZB könnte ein halbwegs geordnetes Ende des Euro organisieren. Dazu müsste man allerdings alle ordnungspolitischen Grundsätze über Bord werfen und Maßnahmen ergreifen, im Vergleich zu denen die bisherigen Interventionen der EZB harmlos erscheinen. Undenkbar, dass dies mit Jens Weidmann möglich wäre. Selbst die Bundesregierung dürfte hinter den Kulissen seine Bewerbung hintertreiben, weil die Verantwortlichen genau das wissen und darauf hoffen, dass der große Knall des Zerfalls des Euro von der EZB noch aufgeschoben werden kann. Koste es, was es wolle.

Der Euro funktioniert nicht

Wir haben es mit zwei grundlegenden Problemen in der Eurozone zu tun: einer sehr hohen Verschuldung der Privatsektoren einiger Länder, hohen Staatsschulden in anderen und hohen Gesamtschulden in den meisten. Zum anderen hat der Boom in den heutigen Krisenländern und Frankreich dazu geführt, dass die Lohnstückkosten deutlich gestiegen sind, während sie in Deutschland stagnierten und erst in letzter Zeit wieder zulegten. Damit hat sich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands innerhalb der Eurozone deutlich verbessert, was es den anderen Ländern so schwer macht, aus eigener Kraft die Rezession zu überwinden und vor allem, die (untragbare) Schuldenlast abzubauen.

Notwendig wären eine Verringerung der zu hohen staatlichen und privaten Schulden, eine Sanierung der Banken und eine deutliche Anpassung der Lohnkosten nach unten in den Krisenländern.

Nichts davon ist in den vergangenen Jahren erfolgt. Der IWF hat vorgerechnet, dass es statt einer Konvergenz eine zunehmende Divergenz der Wirtschaften gegeben hat. Im Klartext: Der Euro funktioniert nicht.

Italien dürfte der Knackpunkt sein

Dennoch halten die Politiker krampfhaft am Euro fest. Gerade Deutschland wird bis zur Selbstaufgabe alles für den Euro tun. Zum einen, wegen unserer Geschichte, zum anderen, weil wir der Illusion unterliegen, der Euro würde unserer Wirtschaft nützen. Eine These, die man angesichts der explodierenden Target2-Forderungen durchaus hinterfragen muss. In Wahrheit ist der Euro ein Subventionsprogramm für unsere Exportindustrie, welches wir selber bezahlen.

Leider wurde die deutsche Politik, für ihre Weigerung, die Probleme der Eurozone grundlegend anzugehen, kurzfristig sogar belohnt. Tiefe Zinsen und ein schwacher Euro befeuern die Konjunktur und machen es leicht, ein schwarze Null auszuweisen. Eine falsche Wirklichkeit, aus der wir schmerzhaft erwachen werden.

Anders sieht es in Italien aus. Das Land steckt seit der Einführung des Euro in einer Dauerkrise, und wenngleich diese viele Ursachen hat, ist es politisch attraktiv, die Ursache am Euro und der deutschen Exportpolitik festzumachen. Der Regierung von Lega und Cinque Stelle können wir dahin gehend dankbar sein, dass sie die Illusion der erfolgreichen Eurorettung beendet hat. Die Krise ist wieder da.

Vorbereitung tut not!

Zwar dürften die Italiener auf erfolgreiche Erpressung der anderen Eurostaaten setzen und mehr Schulden und vermutlich auch Transfers herausschlagen. Zugleich hat die EZB bereits so viele italienische Staatsanleihen gekauft und die Zinsen so tief gedrückt, dass es noch Jahre dauern würde, bis sich höhere Zinsen auf Staatsanleihen im Budget bemerkbar machen. Italien hat also Zeit.

Mittelfristig spricht viel für den Austritt des Landes, einfach weil die Probleme zu groß sind und ohne einen Schuldenschnitt und eine Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit mittels einer schwächeren eigenen Währung eine nachhaltige Erholung undenkbar ist. Erfolgt dies ungeordnet, wäre eine unsteuerbare Kettenreaktion die Folge. Der Euro wäre Geschichte.

Das wäre zweifellos einer der größten Schocks in der Geschichte der Weltfinanzmärkte. Die Deutsche Bank rechnet mit einer Abwertung der wieder eingeführten Währungen in einer Größenordnung von rund vierzig Prozent für Spanien, Griechenland, Italien und Portugal und einem Verlust der neuen Deutschen Mark von rund zehn Prozent gegenüber dem Dollar. Hier wäre die Ursache die unvermeidliche schwere Rezession hierzulande. Was das für Anleger bedeuten würde, habe ich hier schon 2015 diskutiert: Was wäre wenn der Euro platzt?

Die EZB-Lösung?

Um  einen chaotischen Zerfall zu vermeiden, muss man bereit sein, ungewöhnliche und radikale Maßnahmen zu ergreifen. Selbst wenn am Ende des Prozesses eine verkleinerte Eurozone stehen soll, ist der Weg dahin intelligent zu managen. Dabei muss es aus Sicht der Politiker darum gehen, die faulen Schulden aus der Welt zu schaffen, ohne dass die Gläubiger durch diesen Abbau der Schulden etwas verlieren. Zumindest dürfen sie nicht merken, dass sie etwas verloren haben.

Im kleinen Stil kennen wir das durch die schleichende Inflation. Selbst bei den tiefen Inflationsraten in Deutschland verlor die D-Mark zwischen 1948 und 1999 rund 75 Prozent der Kaufkraft. Entsprechend entwerteten sich Schulden und Forderungen. Auch heute könnten (deutlich) höhere Inflationsraten helfen, die Schuldenlast zu reduzieren, doch gibt es angesichts der demografischen Entwicklung und der Globalisierung trotz der intensiven Bemühungen der EZB keine nennenswerte Geldentwertung. Was hingegen steigt, sind die Preise von Vermögenswerten.

Also wird es aggressivere Maßnahmen geben und auf diese müssen wir uns einstellen. Die EZB wird immer mehr in die Rolle des einzigen Garanten der Eurozone rutschen. Spätestens bei der nächsten durch eine Rezession oder anders ausgelösten heißen Phase der Eurokrise, wird die EZB Wege suchen und finden, um diese Krise mit weiteren Interventionen zu unterdrücken.

Wer glaubt, dass dies durch die Verträge der Europartner verhindert wird, ist meines Erachtens naiv. Vor die Wahl gestellt, dass Projekt laut knallend untergehen zu lassen oder aber außergewöhnliche Maßnahmen der EZB zu tolerieren, werden die Politiker aller Staaten der Eurozone schweigen. Dabei hilft, dass die Masse der Bevölkerung ohnehin nicht mehr durchblickt, was da mit ihren Ersparnissen passiert.

Konkret müssen wir uns auf folgendes Szenario einstellen: Die EZB kauft in noch größerem Umfang Staatsanleihen, aber auch private Schulden in der Eurozone auf, vorzugshalber von Banken. Letztere verpacken dann auch Problemkredite in extra Wertpapiere, für die die jeweiligen Staaten bürgen und deshalb als „risikofrei“ von der EZB gekauft werden können.

Damit wandert ein immer größerer Brocken der faulen Schulden aus den Büchern der privaten Gläubiger auf die Bilanz der EZB. Kritiker werden die EZB zurecht als „Bad Bank“ schmähen, aber passieren dürfte sonst nichts. Es kommt auch nicht unbedingt mehr Geld in den Umlauf, weil es zunächst nur ein Tausch von Assets ist. Die privaten Gläubiger halten dann statt Staatsanleihen etc. eben eine Forderung gegen die EZB. Das eigentliche Geld haben die Banken ja schon vorher geschaffen, als sie dem Staat und den privaten Schuldnern Kredit gewährt haben. Betreibt man die Käufe lange genug, können drei bis fünf Billionen Euro so auf den Büchern der EZB landen.

Und damit faktisch verschwinden. Denn die EZB kann diese Forderungen einfach zinslos stellen oder gar offiziell annullieren. Letzteres hatten die vorerst vereitelten Koalitionäre in Italien bereits in die Diskussion eingebracht, mit ihrer Forderung 250 Milliarden Schulden durch die EZB zu erlassen. Angesichts der Dimensionen, vor denen wir stehen, wäre das allerdings zu wenig.

Ist das nicht verbotene Staatsfinanzierung? Ja, das ist es. Doch es wäre nicht der erste Vertrag, den die Euroretter brechen würden, im Dienst der übergeordneten Sache.

Schon heute findet „Monetarisierung“ statt

Wie flexibel die EZB ist, hat sie bereits in den letzten Jahren bewiesen. So sah sie wochenlang tatenlos zu, als die griechische Notenbank, quasi die örtliche Zweigstelle der EZB, den Banken über die sogenannte Emergency Liquidity Assistance (ELA) mehr als 40 Milliarden an frischem Geld gab, mit denen diese griechische Staatsanleihen kauften, um sie wiederum gleich als Sicherheit für weitere Kredite von der Notenbank weiterzureichen. Direkte Staatsfinanzierung. Nichts anderes.

So war es auch in Irland. Weitgehend unkommentiert in den Medien und unbemerkt von der breiteren europäischen Öffentlichkeit wurde 2013 die Zentralbank zur direkten Staatsfinanzierung genutzt. Immerhin in einem Umfang von rund 20 Prozent des irischen BIP. Die Notenbank kaufte bis zu 40 Jahre laufende Anleihen, die zunächst tilgungsfrei sind. Die Zinsen, die der Staat noch zahlen muss, werden umgehend als Gewinn wieder an denselben ausgeschüttet. Die FINANCIAL TIMES durchschaute das Treiben und brachte es auf den Punkt: „Das ist lupenreine monetäre Staatsfinanzierung.“

Der EZB-Rat nahm das Treiben der irischen Zentralbank „zur Kenntnis“. Die Iren haben damit völlig autonom mehrere Milliarden an „Geld“ geschaffen, indem sie es dem Staat geliehen haben. Euro übrigens.

Monetarisierung von Staatsschulden gibt es also schon. Es bemerkt niemand so recht und deshalb dürfte man zum deutlich größeren  Projekt übergehen. Der Monetarisierung der genannten drei bis fünf Billionen Euro.

Mit Jens Weidmann wäre das nicht zu machen. Und deshalb wird er den Job auch nicht bekommen. Ich bedaure dies, habe ich ihn doch nicht nur als sehr kompetent, sondern vor allem auch als sehr sympathisch kennengelernt.

Die Nebenwirkungen sind bedrohlich

Diese Politik hätte den Vorteil, dass sie ohne großen Aufruhr umgesetzt werden könnte und im optimistischen Fall ohne Auswirkung auf den Geldwert bliebe. Das Geld ist ja bereits im Umlauf. Kritiker wenden ein, dass es der Einstieg in Weimarer Verhältnisse ist und eine erneute Hyperinflation droht. Das kann sein, vor allem dann, wenn es nicht bei der einmaligen Bereinigung bleibt, sondern die Staatsfinanzierung zum Dauerzustand wird.

Angesichts der Alternativen – chaotischer Eurozerfall und gigantische offene Vermögensverluste – dürfte die Politik in der Eurozone sich in diese Richtung entwickeln. Man wird das Experiment starten und hoffen, dass es wie von den Befürwortern – prominentester Vertreter ist der ehemalige Chef der britischen Finanzaufsicht Adair Turner – ohne Inflation über die Bühne geht. Kommt es doch zur Inflation, wird man die Schuld bei den Notenbankern sehen.

Was die Vermögenssicherung nicht einfacher macht. Wir müssen uns einstellen auf (wahlweise und in Kombination):

  • einen ungeordneten Zerfall der Eurozone, verbunden mit massiven Forderungsausfällen.
  • Vermögensabgaben zur Tilgung von Schulden oder aber zur Herstellung von „Gerechtigkeit“ nach einem Zerfall oder hoher Inflation.
  • eine weitere Explosion der Preise von Vermögenswerten aller Art aus Furcht vor der Geldentwertung.
  • eine weitere lange Phase der Krisenverschleppung mit europäischen Transfers, die zwar die grundlegenden Probleme nicht lösen, dem Euro aber Zeit kaufen.

Deshalb kann die Empfehlung nur lauten, möglichst viel der Ersparnisse außerhalb der Eurozone und der EU zu investieren. Allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung steht der Kontinent vor einem relativen Niedergang, der durch die falsche Politik beschleunigt wird. In einer Zeit, in der alle Anstrengungen auf die Bewältigung des demografischen Wandels konzentriert sein müssten (Stichworte: Produktivitätssteigerung, Automatisierung, Bildung, qualifizierte Zuwanderung), verschwendet die politische Führung Energie und Ressourcen auf die Verteidigung eines Status quo, der nicht zu verteidigen ist. Kein gutes Umfeld für unser Geld.

→ wiwo.de: „Die endlose Euro-››Rettung‹‹ wird teuer“, 31. Mai 2018

45 Kommentare
  1. Gibson sagte:

    Ich verstehe das Argument nicht. Warum bedeutet Divergenz statt Konvergenz, dass der Euro nicht funktioniert? In Deutschland, Frankreich, Japan, USA und vielen anderen Ländern ist wachsende Divergenz zwischen Ballungszentren und Peripherie sogar auf nationaler Ebene zu beobachten.

    Ebenso wenig leuchtet mir ein, warum ökonomische Sachzwänge langfristig das politische Kapital des Euro überlagern sollten. Es gibt zahlreiche, rein ökonomisch betrachtet, extrem ungeeignete „Wirtschaftsräume“ mit einheitlicher Währung.

    Das Alleinstellungsmerkmal der Euro Zone sind die schwachen Institutionen, nicht die suboptimale Zusammensetzung. Wenn die Welt nur nach der Theorie optimaler Währungsräume funktionierte, gäbe es sicherlich schon einen separaten Dollar für die Südstaaten und den Rust Belt.

    Ändert natürlich nichts daran, dass der Euro grundlegende Konstruktionsfehler hat und aktuelle Reformvorschläge seitens Macron und GroKo wenig erfolgsversprechend sind.

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    • Jacques sagte:

      Weil Divergenzen zwischen Nationalstaaten eben nicht so ausgeglichen werden können wie im deutschen Länderfinanzausgleich. Das geht einerseits kapazitätsmäßig kaum, andererseits sind die Ausgaben im Ausland eben nicht kontrollierbar. Schon der Länderfinanzausgleich ist in D ein heißes Eisen, werden doch Steuereinnahmen aus dem Süden nach Norden umverteilt. Im Grunde auch hier „No Taxation without representation“. Die Bayern akzeptieren zähneknirschend den Abfluss eigenen Geldes da es eben innerhalb Deutschlands bleibt, obwohl sie auf die Verwendung keinen Einfluss haben. Offene Transfers zwischen europäischen Staaten in dieser Form wären eine ganz andere Dimension, sowohl in Höhe der Geldbeträge als auch in politisch und gesellschaftlicher Hinsicht. Vor allem da eben bspw. in Deutschland des Renteneintrittsalter einheitlich ist, während es in Südeuropa niedriger ist als in Deutschland. Warum sollten deutsche Wähler das akzeptieren? Das ist also das Hauptproblem und hat dann auch etwas mit der Zusammensetzung der Mitglieder zu tun.

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    • Johann Schwarting sagte:

      @Gibson

      Vor einigen Jahrzehnten legte Paul C. Martin in Bremen während eines Vortrages über den Debitismus und die Machttheorie zum Erstaunen und zur Verwunderung der Zuhörer ein Schwert auf das Rednerpult: Er wollte damit kundtun, dass die Waffe die wahre Besicherung von Eigentum und Geld ist – Eigentum und Geld sind Derivate der Macht.

      So

      „Es gibt zahlreiche, rein ökonomisch betrachtet, extrem ungeeignete „Wirtschaftsräume“ mit einheitlicher Währung. … Wenn die Welt nur nach der Theorie optimaler Währungsräume funktionierte, gäbe es sicherlich schon einen separaten Dollar für die Südstaaten und den Rust Belt.“

      ist es.

      Caesar hat die Eroberung Galliens nicht durchgeführt, um die Werte der römischen Zivilisation zu verbreiten, sondern um die Haftungsräume zur Besicherung der eigenen Verschuldung zu erweitern – vermutetes keltisches Gold sollte als Schuldentilgungsmittel abgefordert werden. Die Abgaben zur Staatsfinanzierung werden externalisiert.

      Nach dem WKII sind die USA zu einer imperialen Ordnung aufgestiegen, die sich global ausgerichtet hat. Wie wird sie finanziert? Globalisierung bedeutet, dass die Bedienung der Schulden des Imperiums und seiner untergeordneten Ökonomien als Abgabe auch externalisiert wird durch imperiale Expansion. Das imperiale Militär zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im All und die weltumfassenden Geheimdienste dienen der Besicherung der globalen Einflusszonen mit dem Dollar als Leitwährung in den dortigen Ökonomien – sie kosten das Doppelte aller übrigen NATO-Staaten zusammen. Durch Macht=Geld=Dollar werden tributäre Abhängigkeiten zur Besicherung der imperialen Verschuldung geschaffen. Auch die seit heute tributär auferlegten Zölle dienen diesem Ziel – das Imperium lebt: Ihre Macht ist weiter finanzierbar!

      Vielleicht wird ein ‚Brüsseler Prinzipat‘ dem etwas entgegensetzen können – die von den Usern und Lesern des Blogs favorisierten EU-Nationalstaaten mit ihren singulären Währungen auf gar keinen Fall. Ein Blick auf den Globus genügt. Sie sympathisieren wahrscheinlich mit dem Satz: „Die europäischen Staaten sind in einigen Jahrzehnten nur noch zänkische Völker am Rande des eurasisch-chinesischen Weltreiches.“, den ein DDR Schriftsteller, dessen Namen ich leider vergessen habe, vor mehr als einer Generation ausgesprochen hat.

      Wie gesagt: Keiner braucht mehr eine eigenständige italienische Industrie – der Bau der ‚Neuen Seidenstraße‘ ist in vollem Gange – und der deutsche Mittelstand wird gerade zum Ausplündern freigegeben.

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    • Johann Schwarting sagte:

      @Gibson

      „Das Alleinstellungsmerkmal der Euro Zone sind die schwachen Institutionen, nicht die suboptimale Zusammensetzung.“

      Es wird Abhilfe geschaffen – der Weg in ein ‚Brüsseler Prinzipat‘ ist unumkehrbar, wie wir aktuell der ‚Antwort auf Macron: Merkel befürwortet EU-Eingreiftruppe‘

      https://www.berliner-zeitung.de/30557358

      entnehmen dürfen. Die Berater aus den Kanzleien von ‚Freshfields‘ kennen natürlich den Debitismus und die Machttheorie von Paul C. Martin vollumfänglich – sie leisten eine vorzügliche Arbeit.

      http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=456989

      Die anvisierte EU-Interventionstruppe jenseits der Nato – Stichwort ‚Pesco‘ – kann gegebenenfalls auch nach innen eingesetzt werden. Geht doch – alles super!

      In meinem vorangehenden Beitrag muss es natürlich heißen: … – das Imperium lebt: Seine Macht ist weiter finanzierbar!

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  2. Wolf von der Schanze sagte:

    Die Annahme warum Deutschland unbedingt an der EU und dem Euro fäst hält ist eine andere wie Schuld und Süne oder Wirtschaft ,die wir ja mit großzügigen Krediten selber finanzieren .Es ist der verzweifelte Versuch die Wirtschaftssonderzone voll in der EU aufgehen zu lassen um Deutschland und ich meine nicht die BRiD aufzulösen . Der Nationalstaat und seine Identität muß abgeschafft werden.

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  3. peter sagte:

    Angenommen es kommt zur Monetarisierung im großen Stil – und sie geht ohne Inflation über die Bühne:
    – wie lange hält der damit geschaffene Zustand vor, wann wir die nächste Streichung fällig? 10-15 Jahre?
    – wann machen sich für Italien, Spanien, Portugal, Frankreich positive Effekte bemerkbar? Also primär starkes Absinken der Arbeitslosigkeit der Jüngeren bis 35? Sind diese Effekte überhaupt durch Monetarisierung zu erzielen?

    Mögliche Worst-Case-Szenarien sind ja hinlänglich besprochen worden, aber wie sieht es denn bei einem positiven Monetarisierungs-Szenario ohne Inflation aus? Welche Folgen hat das z.B. für Aktien und Immobilien, gehts da einfach weiter wie bisher, würden alle gleichermaßen profitieren oder gäbe es einzelne die besonders stark profitieren (und deren Aktien man am besten vorher kauf…)? Kurz gefragt: was kann ich an Vorbereitungen für ein positiv verlaufendes Monetarisierungs-Szenario treffen?

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    • SB sagte:

      @Peter: „wann machen sich für Italien, Spanien, Portugal, Frankreich positive Effekte bemerkbar? Also primär starkes Absinken der Arbeitslosigkeit der Jüngeren bis 35? Sind diese Effekte überhaupt durch Monetarisierung zu erzielen?“

      Diese Frage ist sehr interessant, wie ich finde. Länder wie Italien, Griechenland etc. werden ja nicht allein deshalb wettbewerbsfähig, weil ihre Schulden annulliert werden. Die strukturellen Probleme bestehen trotzdem fort und es besteht einstweilen noch weniger Anlass, diese Probleme effektiv anzugehen. Der Schulden-Schlamassel ginge also einfach von vorne los. Das mag Zeit erkaufen, mehr aber auch nicht. Aber um mehr geht es dabei wohl auch nicht. Jedenfalls für die Verantwortlichen in der Politik ein großer Vorteil.

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    • Ralph Klages sagte:

      SB hat einen Aspekt („Wettbewerbsfähigkeit“) dargestellt. Die Sache geht noch tiefer: Prinzipiell hatten Südwährungen nie das Ziel der WertAUFBEWAHRUNG. Gleichermaßen konnten die Regierungen ungehindert inflationieren und sich damit der Schulden entledigen. Das passiert auch heute noch sehr wirksam in Schwellenländern. In der Mentalität der Bürger hat sich das Vorgehen manifestiert: Nicht „Geld“ zählt, es zählen „Werte“. Der Olivenhain zählt. Das Kleingeld in der Tasche ist lediglich für das Brot und die neuen Schuhe der Ehefrau. Lebensversicherungen? Gibt’s da nicht. Sparbücher? Wozu? Der Staat frisst sie auf. Mit dieser Mentalität dominiert nun der Süden den Norden. Systeme, die niemals zueinander passen werden. Und sich leider auch nicht annähern, wenn man auf Italien blickt.

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      • Jacques sagte:

        @Ralph Kluges:
        Das ist wirklich ein interessanter Gedankengang, daran habe ich selbst als Ökonom kaum gedacht, man lebt eben immer etwas in der eigenen Filterblase.
        Aber im Prinzip völlig logisch.
        Auch ein Grund für die höhere Immoquote in Eigenbesitz im Süden.

      • Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Klages: genau das ist das deutsche Problem. Die Leute haben sich noch nicht an den Wegfall der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes gewöhnt und horten immer noch Sparbücher, Festgelder, etc. statt werterhaltender Realwerte. Neben der verheerenden Immoquote seien die Bereiche Aktien, Edelmetalle und Alternatives genannt, wo die Deutschen einfach schwach sind.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Ralph Klages

        Genau – die Sache geht noch tiefer.

        Am Ende ist der Unterschied:

        WELCHE „Werte“ geben SICHERHEIT?

        Da liegen Welten zwischen uns und dem Süden und daher passen wir nicht zusammen.

        Und deshalb wird jeder irgendwann seinen Weg gehen.

        Wer wen dominiert – jetzt oder später – ist damit verglichen zweitrangig.

      • Richard Ott sagte:

        @alle

        Alles richtig. Das gleiche Prinzip in Griechenland: Erst jahrzehntelang eine Militärdiktatur und auch nach EU-Eintritt ist der Staat ineffizient und Beamtenpositionen sind Verfügungsmasse korrupter Parteien, um ihre Anhänger zu belohnen. Was ist die Konsequenz? Der größte Held ist, wer die kreativsten Strategien zur Steuervermeidung erfindet.

        Oder Sub-Sahara-Entwicklungsländer: Es gibt keine Rentenversicherung und auch keine Pflegeversicherung, also müssen Sie schon selbst Kinder zeugen, wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie im hohen Alter noch von jemandem versorgt werden.

        In Ländern mit einem schwachen Staat oder einem Staat, dem eine Mehrheit der Bevölkerung grundsätzlich misstraut, wirken komplett andere Anreizstrukturen auf die Menschen als hier in Deutschland. Die typische deutsche Reaktion darauf scheint der Wunsch zu sein, diese Menschen dort umzuerziehen. Ich glaube nicht, dass es funktionieren wird.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Wir wollen NICHT umerziehen.

        Wir können allerdings nicht unsere MENTALITÄT, d. h. Regelverhalten, Staatsgläubigkeit und Vorstellungen eines gestalterischen Miteinanders etc. aufgeben – so wenig wie die anderen ihre aufgeben können – , nur weil wir in einem Währungsverbund sind.

        Das ist das fundamentale Problem.

        Es zeigt sich in vielerlei Aspekte, u. a. wie von Ralph Klages treffend aufgezeigt in der Einschätzung von Geld.

        Es erklärt im vorliegenden Fall überhaupt nichts, irgendjemandem ABSICHTEN zu unterstellen.

        Probleme entstehen nicht immer, aber machmal auch einfach dadurch, dass die Dinge nicht zusammenpassen.

      • Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Ich glaube, viele Italiener und Griechen haben sehr wohl den Eindruck, dass sie aus Deutschland umerzogen werden sollen. Diejenigen Politiker, die sich der (eingebildeten oder tatsächlichen) Umerziehung aus Deutschland widersetzen, gewinnen Stimmenanteile. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus, es ist auch müßig, darüber zu diskutieren, ob es solche Absichten gibt.

        Wichtig ist die Konsequenz aus der Beobachtung: Der Währungsverbund muss aufgelöst werden.

  4. Michael Stöcker sagte:

    Ja, an einer Monetisierung von Schulden führt kein Weg vorbei. Es geht aber nicht nur um Staatsschulden, sondern auch um private Schulden. Eine erfolgreiche Monetisierung mit dem Ziel des Erhalts des Euro wird aber nur über ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld erfolgreich sein: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/. Warum Weidmann hierfür mAn die notwendige Voraussetzung ist, das hatten wir hier schon letzte Woche diskutiert.

    LG Michael Stöcker

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    • SB sagte:

      @Michael Stöcker:

      Der verlinkte Artikel leitet ein mit: „Der Bestand der Europäischen Union – und somit der Friede in Europa – sind ernsthaft gefährdet.“

      Woraus begründet sich diese Behauptung? Gab es nicht nach WKII ohne EU eine sehr friedliche Zeit in Europa? Trägt nicht die EU eine erhebliche Mitschuld an den immer größeren Fliehkräften zwischen ihren Mitgliedsländern?

      Zum zentralbankfinanzierten Bürgergeld: Wie hilft dies gegen die hohe (Jugend-) Arbeitslosigkeit in den Südländern? Was nützt es ohne entsprechende strukturelle Verbesserungen?

      Zum Matthäus-Effekt: Dieser bleibt auch mit dem zentralbankfinanzierten Bürgergeld erhalten. Diese Ursache für den aktuellen Missstand wird also nicht beseitigt.

      Nichts desto trotz wäre es ein Leichtes, dieses Instrument für eine bestimmte Zeit in seinen praktischen Auswirkungen schlicht einmal zu testen. Kaputt kann am bestehenden System ohnehin nicht mehr viel gemacht werden.

      LG, SB

      Antworten
      • Michael Stöcker sagte:

        „Gab es nicht nach WKII ohne EU eine sehr friedliche Zeit in Europa? Trägt nicht die EU eine erhebliche Mitschuld an den immer größeren Fliehkräften zwischen ihren Mitgliedsländern?“

        Viele haben hier eine Mitschuld. Wenn aber die Schulden/Vermögen plus Austeritätspolitik einen Zustand erreicht haben, der zu Massenarbeitslosigkeit und Verelendung führt, dann endet dies wohl selten friedlich. Die Massenarbeitslosigkeit als Folge der Weltwirtschaftkrise mit Versagen von Geld- und Fiskalpolitik führte in das Desaster von WKII.

        „Zum zentralbankfinanzierten Bürgergeld: Wie hilft dies gegen die hohe (Jugend-) Arbeitslosigkeit in den Südländern? Was nützt es ohne entsprechende strukturelle Verbesserungen?“

        Als erstes dient es dazu, die vorhandenen Strukturen zu erhalten und nicht noch weiter zu zerstören. Wir leben in einer Geldgesellschaft. Ohne Geld sind keine Transaktionen möglich; wir fallen zurück auf Subsistenzwirtschaft. Auch strukturelle Verbesserungen sind ohne Geld in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht zu erreichen. Ansonsten sind die Länder schon selber für sich verantwortlich. Jeder kann so wenig und ineffizient arbeiten wie der möchte. Er kann dann eben nur keine schönen deutschen Autos kaufen sondern muss sich mit einer Vespa oder einem Fahrrad begnügen. Ich will hier keinem etwas vorschreiben. Zudem hätte dies den positiven Nebeneffekt, dass wir nicht mehr so viele Autos fürs Ausland bauen, sondern die dann frei werdenden Kapazitäten in die Erhaltung und den Ausbau der heimischen Infrastruktur umleiten können. Denn es sind nicht nur die südlichen Länder, die strukturelle Probleme haben. Wir sind strukturell zu exportlastig.

        „Zum Matthäus-Effekt: Dieser bleibt auch mit dem zentralbankfinanzierten Bürgergeld erhalten.“

        So ist es. Von daher plädiere ich ja für eine „neoliberale“ Erbschaftssteuer: https://zinsfehler.com/2017/02/09/le-neoliberalisme-est-mort-vive-le-neoliberalisme/

        LG Michael Stöcker

    • Wolfgang Selig sagte:

      @Wolf von der Schanze: Das mit der Zensur müssten Sie m.E. schon erklären. Und wenn Sie bei dieser Gelegenheit noch erläutern könnten, ob Ihr Name mit dem 20. Juli 1944 zu tun hat bzw. was Sie damit bezwecken, wäre es für Herrn Dr. Stelter bestimmt hilfreich. Könnte natürlich sein, dass das Ihr Geburtsname ist, aber mein Bauchgefühl sagt mir etwas anderes.

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  5. Johnny W sagte:

    Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz:
    „Italien würde diese Kompromissbereitschaft allerdings schnell verspielen, wenn die nächste Regierung wieder
    auf einen Schuldenverzicht in der EU drängte, so wie es die Fünf Sterne und die Lega am Anfang ihrer
    Koalitionsverhandlungen getan hatten, indem sie die Europäische Zentralbank aufforderten, die von ihr
    gehaltenen italienischen Staatsanleihen zu streichen. Es ist nämlich keineswegs so, dass Italien seine
    Schuldenlast nicht tragen kann. Unter der Annahme, dass die Zinsen für italienische Staatsanleihen, der
    Primärüberschuss im Haushalt und das gesamtwirtschaftliche Wachstum auf dem Niveau des Jahres 2017
    bleiben, würde die Staatschuldenquote in den nächsten zehn Jahren auf 115 Prozent des
    Bruttoinlandsprodukts sinken – immer noch sehr hoch, aber bei niedrigen Zinsen verkraftbar.“
    http://research.handelsblatt.com/assets/uploads/AnalyseItalienEUZukunft.pdf

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  6. Dietmar Tischer sagte:

    >Weidmann wird es nicht werden. Nicht, weil ihm die Kompetenz fehlen würde und auch nicht, weil er Deutscher ist. Der Grund ist ein anderer: er darf es nicht werden, weil seine geldpolitischen Überzeugungen mit dem kurz- und mittelfristigen Weiterbestehen des Euro nicht vereinbar sind.>

    Die EZB-Politik hängt nicht allein und vor allem nicht in GRUNDLEGENDEN Weichenstellungen vom Präsidenten der EZB ab.

    Sie hängt u. a. von der Zinspolitik der Fed ab, weil diese wiederum die internationalen Geldströme und damit Finanzierungsbedingungen bestimmt.

    Und sie hängt auch davon ab, welche POLITISCHEN Weichenstellungen getroffen und nicht getroffen werden und somit die BEDINGUNGEN der Geldpolitik beeinflussen (was nicht dasselbe ist wie der EZB Anweisungen für ihre Geldpolitik geben oder sie ohne Anweisungen agieren zu lassen, wie es bisher geschehen ist).

    >Die EZB wird immer mehr in die Rolle des einzigen Garanten der Eurozone rutschen. Spätestens bei der nächsten durch eine Rezession oder anders ausgelösten heißen Phase der Eurokrise, wird die EZB Wege suchen und finden um diese Krise mit weiteren Interventionen zu unterdrücken.>

    Definitiv, sie wird Wege suchen und der Politik sie auch ANBIETEN.

    Die Frage ist aber, ob sie ALLE Wege begehen kann.

    Das kann sie nicht – sie kann z. B. keine antieuropäische Regierung in Italien verhindern und keine europafreundliche installieren.

    >Konkret müssen wir uns auf folgendes Szenario einstellen: die EZB kauft in noch größerem Umfang Staatsanleihen, aber auch private Schulden in der Eurozone auf, vorzugshalber von Banken. Letztere verpacken dann auch Problemkredite in extra Wertpapiere, für die die jeweiligen Staaten bürgen und deshalb als „risikofrei“ von der EZB gekauft werden können.>

    Das ist die FUNKTION, die von der EZB ausgeübt werden kann.

    Sie könnte DIESEN Weg begehen.

    Es ist daher ein MÖGLICHES Szenario – mehr aber auch nicht (im Augenblick).

    >Wer glaubt, dass dies durch die Verträge der Europartner verhindert wird, ist meines Erachtens naiv.>

    Das ist natürlich richtig.

    Denn es ist mehr als hinreichend erwiesen, dass Verträge in der Eurozone nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen.

    Die Frage ist m. A. n. aber eine ganz andere:

    Werden die Regierungen – es müssen alle sein – überhaupt noch BEREIT oder in der LAGE sein, Verträge zu unterschreiben oder es HINZUNEHMEN, dass die EZB ihre Funktionalität im Sinne eines Schuldenerlasses durch Schuldenannullierung wahrnehmen kann?

    Das ist eine offene Frage.

    >Vor die Wahl gestellt, dass Projekt laut knallend untergehen zu lassen oder aber außergewöhnliche Maßnahmen der EZB zu tolerieren, werden die Politiker aller Staaten der Eurozone schweigen. Dabei hilft, dass die Masse der Bevölkerung ohnehin nicht mehr durchblickt, was da mit ihren Ersparnissen passiert.>

    Das ist eine puristisch-hypothetische Alternative, die es so in der Realität nicht geben muss und vermutlich auch nicht geben wird.

    Sie hängt nicht vom fehlenden Durchblick der Bevölkerung, sondern von deren Leidensfähigkeit ab.

    Es GENÜGT, dass Bevölkerungen so wählen, dass die Politiker keine derartige Wahl mehr haben, weil Sie, um nachhaltig an der Macht zu bleiben ein KOMPROMISSLOS destruktive Politik verfolgen müssen.

    Dem Gang der Dinge nach deutet sich an, dass Regierungen an die Macht kommen, nicht mehr den WILLEN und die WAHL haben, außergewöhnliche Maßnahmen der EZB zu tolerieren.

    Ich meine damit nicht zuletzt auch unser Land.

    Noch nicht sichtbar und noch nicht wirklich nachweisbar, geschweige denn getestet, sind auch wir – richtungsweisend aufgrund der letzen Wahlergebnisse – auf diesem Weg.

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    • SB sagte:

      @Dietmar Tischer:

      „Die Frage ist m. A. n. aber eine ganz andere: Werden die Regierungen – es müssen alle sein – überhaupt noch BEREIT oder in der LAGE sein, Verträge zu unterschreiben oder es HINZUNEHMEN, dass die EZB ihre Funktionalität im Sinne eines Schuldenerlasses durch Schuldenannullierung wahrnehmen kann?Das ist eine offene Frage.“

      Ich finde es ja grundsätzlich sehr sympathisch, dass Sie noch in diesen Kategorien (= Verträge und deren Einhaltung) denken. Allerdings meine ich, dass diese Art der (demokratischen) Übereinkunft auf EU-Ebene schon längst niemanden mehr interessiert (national ebenso wenig). Im Falle des Falles werden die Verträge schlicht nicht beachtet. Das hatten wir doch in den letzten zehn Jahren alles schon mehrfach. Nein, darauf kommt es nicht mehr an. Es werden bei Erforderlichkeit einfach auf EU- bzw. EZB-Ebene vertragswidrig (= rechtswidrig) Fakten geschaffen, die dann von den nationalen Regierungen geduldet werden. So jedenfalls meine These…

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      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Es ist zu unterscheiden zwischen

        a) Verträgen, die geschlossen und eingehalten werden, weil sie erfüllbar sind die Vertragsparteien sie erfüllen WOLLEN

        b) Verträgen, die mit gutem Willen geschlossen werden, aber nicht oder nur mit ERHEBLICHEN Schwierigkeiten erfüllt werden könnten und deshalb nicht erfüllt werden. Dies ist z. B. bei den Maastricht-Verträgen der Fall, wo zudem auch keine wirksamen SANKTIONEN bei Nichterfüllung zu erwarten sind.

        c) Verträge, von denen man schon beim Abschluss WEISS, dass sie nicht zu erfüllen sind. Das sind Beruhigungspillen, mit denen man zeigen will, dass Gemeinsamkeit vorhanden ist.

        d) Verträge, die man dringend BRÄCUTE, um das System zu erhalten, die aber nicht zustande kommen, weil der mögliche Vertragspartner, eine nationale Regierung, derartige Verträge NICHT schließen kann. Würde sie derartige Verträge schließen, hätte sie sich verraten und könnte abtreten. Davon habe ich geredet.

  7. MSt sagte:

    Ob der 1. Juni 2018 in die Geschichte eingehen wird, als der Tag, an dem die EZB mit einer neuen Phase der Eurorettung begonnen hat? In Form von noch massiveren Assetkäufen:

    Deutsche Bank wird von Ratingagentur heruntergestuft – die Aktie steigt.

    Daimler hat ein Skandal a la VW am Hals und wird aus den USA rausgeworfen – die Aktie steigt.

    In Spanien scheitert die Regierung – spanische Anleiherenditen stürzen ab.

    In Italien kommt Eurokritische Regierjng an die Macht – der Euro steigt.

    USA führen Stahlzölle ein – Stahlaktien steigen.

    Alles klar?

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  8. globalvoterorg sagte:

    Über Hankel, Sinn, Thomas Mayer, Frank Schäffler und dem Autor Stelter, vielleicht Weidmann, gibt es „Ökonomen“ in D , die recht haben, wo sie recht haben! Und Charakter. Nur ein Kommentator hat die FED erwähnt. Niemand die BIS. Ist das Projekt EUR, wirklich, nur das „Ding“ mit dem Geburtsfehler oder steckt das weltweite Schuldgeldsystem das an, was „anzustecken“ geplant wurde!? Die Agenda 2010 von Schröder war der „unverstandene“ Initialfunke zur „sogenannten“ Übermacht der Deutschen, gegenüber den anderen, zumindest, im, zu niedrigen, Lohnniveau, in der EU. Der Überfall, hoppla, bunter RegimeChange, in Libyen, vom „bösen“ Gaddafi, beginnt man erst jetzt zu deuten!? Von da ab, nahm das Desaster seinen Lauf. Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt. Die EU/EUR ist tot, es lebe Europa. Oder ist das Gegenteil Sache! Cui Bono!?
    „Deshalb kann die Empfehlung nur lauten, möglichst viel der Ersparnisse außerhalb der Eurozone und der EU zu investieren.“ Alle Achtung, Herr Prof Stelter! Das saß!

    Antworten
  9. Der Seher sagte:

    Die Wahrheit ist doch ganz einfach. Die „Alten“ wollen ihre Lebensabende schön verbringen und daher ist der Status Quo mehr als angenehm. Was danach kommt ( wenn diese Tot sind ), interessiert nicht mehr.

    Das Gleiche hat mein Opa mal gesagt als er Rentner war. Was interessiert micht die Jugend ? Ich hab ein lebenlang gearbeitet und möchte mein Lebensstandard halten. Wenn ich mal unter der Erde bin, können sie machen was sie wollen.

    Tja, alle die momentan unter 55 sind, haben das große Nachsehen und müssten eigentlich eine Revolution anzetteln. Aber die meisten werden es eh nicht verstehen und außerdem ist wieder Fussball WM Zeit. Ideal um Gesetze durchzudrücken :(

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      @Der Seher: Das mit der Fußball-WM kommt politisch gerade noch zur rechten Zeit, aber das haben außer Ihnen die wenigsten begriffen. Hoffentlich kümmern sich wenigstens bto, TE und cicero um die Bundestagsdebatten vor der Sommerpause, wenn schon der mainstream abtauchen wird. Nicht umsonst machte Frau Merkel erst letztes Wochenende das einleitende Interview für die politische Klasse und nicht schon an Ostern:

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kanzlerin-angela-merkel-f-a-s-interview-europa-muss-handlungsfaehig-sein-15619721.html

      Die nötigen Gesetze, vor allem die gesellschaftlich unbeliebten Teile, werden jetzt mit Sicherheit während der WM durch den Bundestag geboxt bzw. allgemein bekannt gegeben.

      Nach der WM sind dann die entsprechenden Fakten geschaffen bzw. medial schon mal durch. Erstklassiges Timing wie so oft, wenn man diese Art Europapolitik mag.

      Und was den Egoismus der Alten betrifft, muss man leider sagen, dass von den Jungen zu wenige sich politisch informieren, interessieren bzw. aktiv sind. Das war aber zu meiner Jugend schon so, ich kannte niemand in meiner gymnasialen Oberstufe, der politisch wirklich interessiert war. Aber Fußball war auch damals schon superwichtig…

      Antworten
  10. Richard Ott sagte:

    Hat eigentlich jemand mitbekommen, wieso die Renditen für 2-jährige italienische Staatsanleihen plötzlich wieder gesunken sind? Das italienische Finanzministerium hat am Donnerstag überraschend für 500 Millionen Euro solche Staatsanleihen zurückgekauft: https://www.zerohedge.com/news/2018-05-31/here-are-500-million-real-reasons-why-italian-2-year-bond-yields-plunged-today

    Ein hübscher Buchgewinn, solange Italien noch die Liquidität hat…

    Antworten
  11. Homer J. sagte:

    @ Dr. Stelter + alle: Wie gewohnt ein anregender Artikel und eine (größtenteils) sehr sachliche Diskussion, auch für den Nicht-Ökonomen. Natürlich wird kontrovers diskutiert, aber man hat in diesem Blog immer den angenehmen Eindruck, dass fast alle Foristen den entsprechenden Hintergrund und die gute Kinderstube für fundierte Diskussionen mitbringen. Gut so!

    Mich würde interessieren, wie die Experten die Umsetzung von Daniel Stelters Empfehlung sehen, „möglichst viel der Ersparnisse außerhalb der Eurozone und der EU zu investieren.“
    Was ist hier geeignet? Amerikanische Staatsanleihen oder ein Fond, der in Dänischen Kronen abrechnet? Oder ein Währungskonto in Singapore?

    Denn ein ungeordneter Zerfall der Eurozone dürfte ja auch darüber hinaus ordentliche Kollateralschäden erzeugen. Richtig?

    Viele Grüße
    Homer J.

    Antworten
  12. Axel sagte:

    Werden die Staatsschulden in den EZB Bilanzen abgeschrieben, hätten die Länder der Eurozone also wieder „0“ Schulden? Heißt das, sie könnten ab Morgen wieder etliche Mrd. (bis 60% des BIP?) auf Knopfdruck schaffen und ihre Bürger mit Sozialleistungen und Steuersenkungen bescheren? Gäbe es dann nicht sofort eine Geldentwertung? Meines Erachtens würde die EZB bei einer Abschreibung darauf pochen, daß danach die Staatshaushalte von der EZB (o. irgendeines anderen Gremiums) abgesegnet werden müßen, um nicht wieder in den selben Schlamassel zu geraten. Dieser Verlust an Souveränität ließe sich aber niemals auf europäischer Ebene durchsetzen.

    Und wie reagieren die Bürger der Länder wie Irland, die jahrelang leiden mußten, wenn sie jetzt feststellen, daß man Schulden auf einmal abschreiben, während sie selber harte Reformen durchleben mußten? Sind wir Irländer denn nur EU Bürger zweiter Klasse?
    Auch wäre der Schuldenerlass mit „mehr Europa“, sprich Reformen verknüpft, die die Südländer umsetzen müßten. Ob sich die egomanischen Regierungen das bieten laßen?

    Technisch gesehen, wäre ein Schuldenerlass wohl die eleganteste Lösung. Die dadurch ausgelöste Welle von Neid, Wut und Ohnmacht könnten aber unkalkulierbare Konsequenzen haben.
    Die psychologischen Aspekte werden oft viel zu sehr unterschätzt. Mit fatalen Auswirkungen…

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel

      >Heißt das, sie könnten ab Morgen wieder etliche Mrd. (bis 60% des BIP?) auf Knopfdruck schaffen und ihre Bürger mit Sozialleistungen und Steuersenkungen bescheren?>

      „Auf Knopfdruck“:

      Theoretisch ja, praktisch nein, aber im Zeitverlauf – bei wiederholten Malen vermutlich immer schneller – verstärkt in Richtung JA.

      >Meines Erachtens würde die EZB bei einer Abschreibung darauf pochen, daß danach die Staatshaushalte von der EZB (o. irgendeines anderen Gremiums) abgesegnet werden müßen, um nicht wieder in den selben Schlamassel zu geraten.>

      Die EZB hat in diesem Verfahren auf nichts „zu pochen“, sondern nur auszuführen, weil es eine POLITISCHE Entscheidung wäre.

      Sie muss es auch nicht, weil allen Beteiligten klar sein würde, dass die Gefahren eines ERNEUTEN Schlamassels bestünden.

      Ich sage allen Beteiligten, was auch die Marktteilnehmer, hier insbesondere die Käufer von Staatsanleihen einschließen würde.

      >Die dadurch ausgelöste Welle von Neid, Wut und Ohnmacht könnten aber unkalkulierbare Konsequenzen haben. >

      Diese Konsequenzen würde es auf allen Ebenen der betroffenen Gesellschaften geben und sie sind ein GROSSES Risiko, weshalb die Schuldenannullierung durch die Notenbank quasi eine Operation am offenen Herzen des Systems ist.

      Die maßgebenden Entscheider in der Politik und ihre Berater dürften sich dessen sehr wohl bewusst sein. Ich glaube jedenfalls nicht, dass sie dümmer sind als wir hier am Blog.

      Deshalb:

      Was hier KONZEPTIONELL als Lösung oder eine Lösung erörtert wird, ist eine Sache.

      Die Systemrealität ist eine ganz andere.

      Und die Konsequenzen möglichen systemischen Versagens („Herzstillstand“) noch einmal eine andere.

      Das wird hier am Blog und meiner Beobachtung nach auch anderswo immer wieder unterschätzt.

      Den Stein des Weisen gefunden zu haben, besagt per se nichts über Risiken und Nebenwirkungen einer Umsetzung.

      Antworten
    • Johann Schwarting sagte:

      @Axel

      „Werden die Staatsschulden in den EZB Bilanzen abgeschrieben, hätten die Länder der Eurozone also wieder „0“ Schulden?“

      Grundsätzlich nicht – wie @Alexander in

      https://think-beyondtheobvious.com/das-debitistische-modell-der-wirtschaftserklaerung/#comment-39000

      „Kein Kommentar kann in wenigen Zeilen angemessen auf das Thema eingehen. … Der Staat als Zwingherr wird in allen klassischen ökonomischen Theorien nicht seiner Bedeutung gemäß bedacht.“

      und in

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/die-notwendigkeit-von-schulden/#comment-34911

      „Es gibt nur einen Ausweg – die Pleite als Neustart.“

      schon richtig erkannt hat. Ein Staat ist ohne Vorfinanzierung – und damit ohne Erstverschuldung – nicht definierbar! Das wird von Paul C. Martin zum Beispiel auf den Seiten 28 bis 30 in der ‚Real-Enzyklopädie (28): Macht, Zins, Inflation (III)‘

      http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Debitismus-PCM.pdf

      ausgeführt: „… Sondern: Macht → Abgaben → Geld → Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins.“

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ mg

      Die von Ihnen verlinkte Episode ist in mehrfacher Hinsicht BEMERKENSWERT.

      Hier nur ein Punkt dazu:

      Der Polizist hat mehr als drei Minuten mit der alten Dame telefoniert. Was war seine WERTSCHÖPFUNG?

      Null.

      Da sie ihn nicht verstanden hat, konnte sie aus dem Gespräch KEINEN Nutzen ziehen, etwa beruhigt sein hinsichtlich der Befindlichkeit ihrer Tochter.

      Das ist natürlich in keiner Weise hochzurechnen, verweist aber dennoch darauf, welche Bedarfe zukünftig in der Gesellschaft entstehen und wie sie befriedigt oder nicht befriedigt werden.

      Was skurril klingt, ist nicht immer lustig.

      Wir sollten das nicht unterschätzen.

      Antworten
      • mg sagte:

        @dt

        Wie Sie vielleicht wissen, bin ich ein bisschen IT-affin und habe von daher zu vielen Sachverhalten einen anderen Blickwinkel. Von dieser Seite betrachtet bin ich recht zuversichtlich, dass der Herr Polizist in naher Zukunft eine neue Aufgabe/Herausforderung zugewiesen bekommt, weil das was er zur Zeit macht von Google Duplex professioneller erledigt werden kann:

        https://youtu.be/bd1mEm2Fy08?t=1m9s

        Beachten Sie bitte, wie sachlich Google Duplex mit dem zweiten Gesprächspartner umgeht. Das Unternehmen sollte man nicht unterschätzen. Das System ist skalierbar, es wird in Zukunft Millionen von Gesprächen gleichzeitig führen.

        Und natürlich haben Sie Recht: Gewitteromas zu vera….en gehört sich nicht. Der Herr Pilizist kann auf der Strasse gewinnbringender eingesetzt werden, noch ;-) :

        https://youtu.be/dR-hXMjHVtI

        (ok, das ist jetzt ein bisschen übertrieben)

  13. Dohn sagte:

    Zwei Dinge werden vergessen. a) der Euro wurde auf Drängen von Mitterand und Thatcher eingeführt, um Deutschland in die Knie zu zwingen nach der Wiedervereinigung. Man dachte, es sei ein schönes Mittel, um Reparationen (Versailles II) abzupressen. Wie man an Target II sieht, hat das ja hervorragend geklappt. Was den Besatzern aber nicht paßt, ist die Tatsache, daß die Wirtschaft dank Agenda 2010 (Schröder) jetzt am besten brummt und es „den Deutschen“ jetzt „am besten“ von allen in der Eurozone geht (wenn wir mal die oberen 10000 und die Neubürger im Prenzlberg als Maßstab nehmen und nicht den Opel-Leiharbeiter aus Rüsselsheim.
    Zum Anderen machen ja auch die Amis nichts anderes als die Eurozone, nämlich Geld drucken, und das ganze geht auf Hjalmar Schacht und seine Wechselreiterei in den späten 30er Jahren zurück. Die fast 20 Billionen (USD trillions) Schulden der Amis sind durch nichts besichert, außer durch ihr Militär.
    Solange man sich nur an Sekundäreffekten aufhält und nicht hinter die wahren Ursachen schaut, wird man das Dilemma nicht begreifen. Fliegt der Euro auseinander, streift Deutschland das Joch von Versailles II und die Knute der Besatzer ab. Der Schweiz mit ihrer lokalen, besicherten, auf Realwerten basierenden Währung geht es auch nicht schlecht.

    Antworten
    • Johann Schwarting sagte:

      @Dohn

      Seien Sie sich da

      „Der Schweiz mit ihrer lokalen, besicherten, auf Realwerten basierenden Währung geht es auch nicht schlecht.“

      nicht so sicher. Kostproben aus dem Jahr 2015:

      „500 Milliarden Franken Aktiva (=Sicherheiten) der SNB in Devisenbestände, davon 44,60% Euros. … Mit was soll sie haften bzw. Eigenkapital bilden, außer dem Potential anderer Währungsräume / Staaten. … Die SNB ist am Ende. Sie hat keinerlei Einfluss auf die Geldpolitik der Eurozone und damit auch keinen Einfluss auf die Werthaltigkeit ihrer Sicherheiten. Sie steht einem heimischen Franken-Publikum gegenüber, das keine Sicherheiten mehr bieten wird, die auf CHF lauten. Woher sollen die kommen? Aus dem kommenden wirtschaftlichen Umfeld erst recht nicht. … Welche Berater wohl die SNB damals dazu bewegt haben, ein solches Monstrum an Devisenbeständen zu züchten.“

      aus: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=337532

      Vielleicht hat sich ja mittlerweile alles zum Besseren gewendet!

      Antworten
  14. Klaus Kastner sagte:

    Das ist eine sehr gute Analyse (und wesentlich besser als das meiste, was über den Euro geschrieben wird). Auch ich glaube, dass es am Ende des Tages irgendeine Form der „EZB-Lösung“ geben wird. Um eine dramatische Erhöhung der Geldmenge zu vermeiden, könnte die EZB ja eigene Bonds emittieren, quasi als Finanzierung für die anzukaufenden Staatsanleihen. Am Ende des Tages hätte dann die EZB ein paar Billionen Euro an „stranded investments“ auf der Aktivseite und dort könnten sie bis zum St. Nimmerleinstag bleiben. Die einzige Bedingung sollte sein, dass man zeitgleich mit einer solchen Maßnahme einen echten Neuanfang macht, d. h. alle Länder südlich der Alpen (vielleicht sogar inklusive Frankreich) sollten Verantwortung für und Souveränität über ihre eigene Währung übernehmen. Und den Euro sollte man dann nicht mehr als Mythos sehen, sondern lediglich als vernunftgetriebene Vereinbarung unter Ländern die meinen, dass diese gemeinsame Währung für ihre Volkswirtschaften nutzstiftend sind.

    Antworten

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