„Wie Euro, EZB und Politik Deutschland ruinieren“

Dieser Kommentar von mir erschien bei manager magazin online: 

Wer wirklich Sorgen  wegen AfD und LINKE hat, der sollte heute umsteuern und dringend handeln. Wir brauchen eine Politik, die unsere Einkommen nachhaltig stärkt und unsere Ersparnisse sichert. Aber genau das Gegenteil ist derzeit der Fall, ist Daniel Stelter überzeugt.

Mit Mitte 50 ist es höchste Zeit für das Alter vorzusorgen. Da bleiben nur noch wenige Jahre, um Reserven für einen hoffentlich langen Ruhestand anzulegen. Zeit, die Sparquote zu erhöhen, die Ersparnisse sicher und ertragreich anzulegen und an der eigenen Fitness zu arbeiten. Schließlich will man ja möglichst lange etwas von den Ersparnissen haben.

Was für jeden Einzelnen von uns gilt, gilt auch für das Land. Deutschland altert rapide und der deutliche Rückgang der Erwerbsbevölkerung setzt gerade ein. Der geburtenstärkste Jahrgang, der 1964er, hat nur noch zehn bis 15 aktive Jahre vor sich. Jahre, in denen wir das ganze Land fit machen müssten für die Phase des Entsparens in einem hoffentlich guten Alter.

Vordergründig steht Deutschland gut da. Die Wirtschaft wächst so schnell wie lange nicht. Die Arbeitslosigkeit befindet sich im Rekordtief und die Bundesregierung erwartet schon bald Vollbeschäftigung. Die Exportwirtschaft boomt. Blickt man hinter die Kulissen, erkennt man jedoch schnell, dass es Deutschland ergeht wie einem Mittfünfziger, der seine Hausaufgaben nicht macht. Wir überschätzen die Sicherheit unseres Arbeitsplatzes (= Konjunktur), wir überschätzen die reale Kaufkraft unseres Einkommens (= schwacher Euro), wir überschätzen die Reserven fürs Alter (= schlechte Anlage der Ersparnisse).

Deutschland droht eine massive Altersarmut, nicht nur, weil die individuelle Vorsorge unzureichend ist, sondern weil wir als Land von der Hand in den Mund leben und uns an der irrigen Vorstellung beseelen, reich zu sein. Wir sind es nicht! Es droht ein Albtraumszenario, wenn die demografische Entwicklung mit voller Wucht einsetzt und wir aus unseren Träumen erwachen. Zeitgleich mit dem Eintritt in das Rentenalter werden wir feststellen, dass unsere Ersparnisse verloren sind und wir um die Früchte unserer Arbeit gebracht wurden.

Schuld daran ist eine Kombination verschiedener Faktoren: vor allem des Euros, der EZB-Politik und der Unfähigkeit unser Politiker.

Der Euro macht träge

Die Politik wird nicht müde, die Mär vom Nutzen des Euros für Deutschland zu betonen. Nur dank des Euros hätte die Industrie kein Wechselkursrisiko, nur dank des Euros könnten wir so viel exportieren. Vordergründig scheint das auch zu stimmen. Blickt man genauer hin, erkennt man, dass der Euro Deutschland schwächt, nicht stärkt.

So liegen die Produktivitätszuwächse seit Einführung des Euros deutlich unter dem Niveau der Jahre zuvor. Zwar handelt es sich um eine weltweite Entwicklung, dennoch lässt sich konstatieren, dass der Euro und vor allem der schwache Außenwert – der Euro ist deutlich tiefer bewertet, als es die D-Mark wäre, so es sie noch gäbe – dazu führt, dass sich die Exportwirtschaft weniger anstrengen muss. Wie wertvoll eine starke Währung ist, kann man an der Schweiz sehr gut beobachten und konnte es auch in Deutschland bis 1999. Konstanter Druck hält eine Wirtschaft fit und macht sie zugleich krisenresistenter. Kommt es zu einer Auflösung des Euros würden diese Versäumnisse offensichtlich, und viele Industrien, die heute mit Exporten glänzen, wären über Nacht nicht mehr wettbewerbsfähig.

Der Euro verteilt von Steuerzahler zu Exportwirtschaft

Im Kern ist der Euro ein Subventionsprogramm für die exportorientierte Industrie, für das alle Steuerzahler aufkommen. Verbunden damit ist ein Export unserer Ersparnisse in das Ausland, denn wer mehr Waren exportiert als importiert, exportiert zwangsläufig auch mehr Geld, als er importiert. (Den Zusammenhang habe ich hier erklärt.) In einer Welt mit zu vielen Schulden ist es keine gute Idee, Gläubiger zu sein. Doch genau das sind wir. Der Euro führt dazu, dass wir einen immer größeren Teil unserer Ersparnisse im Ausland anlegen, statt bei uns und dabei vor erheblichen Verlusten stehen.

Der Euro macht erpressbar

Der Euro wird zugleich als politische Waffe gegen uns genutzt. Angesichts der Handelsüberschüsse und der irrtümlichen Annahme, dass wir die Nutznießer des Euro seien, nehmen die Forderungen nach Umverteilung innerhalb der Eurozone zu. Es genügt nicht, dass wir den anderen Ländern schon mehr als 10.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung zins- und tilgungsfreien, unbesicherten Kredit in Form der Target2-Forderungen gewähren. Ein Kredit, der uns und unsere Politiker erpressbar macht. Zerfällt der Euro, sind diese Forderungen wertlos. Eigentlich sind sie es heute auch schon, nur können wir alle noch so tun, als wäre es nicht so.

Zusätzlich sollen die deutschen Steuerzahler direkt Zahlungen in die Krisenländer leisten. Dies, obwohl die deutschen Privathaushalte zu den ärmsten in der EU gehören.

Die Tatsache, dass uns nun eine Neuauflage der Großen Koalition droht, stimmt nicht optimistisch. Eine prinzipienlose CDU dürfte einer SPD folgen, die unter „pro-europäisch“ nur mehr Umverteilung in die Krisenländer versteht. Der französische Präsident Macron bedrängt Martin Schulz nicht zufällig, steigen doch seine Chancen, an deutsches Geld zu kommen, deutlich. Dabei wäre gegen mehr „Solidarität“ – also Umverteilung von Steuern und Schulden – nichts einzuwenden, würden sich die Probleme des Euro so lösen lassen. Dem ist jedoch nicht so. Es würde lediglich Zeit gekauft. Ein Überleben des Euros setzt voraus, dass die faulen Schulden abgeschrieben und die europäischen Banken saniert werden. Länder, die nicht im Euro wettbewerbsfähig werden können, sollten aus der Währungsunion austreten. Länder, die nicht im Euro wettbewerbsfähig werden können, sollten aus der Währungsunion austreten. Alles andere ist eine Illusion, die Schaden und Leiden nur unnötig vergrößert.

Der Euro wird zu erheblichen Verlusten führen

Schon heute dürften Forderungen von weit über drei Billionen Euro in der Eurozone uneinbringlich sein. Mit jedem Tag wächst dieser finanzielle Schaden für die Gläubiger – allen voran Deutschland – weiter an. Dabei sind nicht nur die bereits erwähnten Target2-Forderungen gemeint, sondern vielfältige Kredite, die unsere Kapitalsammelstellen (Banken und Versicherungen) in unserem Namen im Ausland anlegen. Die Schuldner können nur dank Tiefstzinsen die Illusion aufrechterhalten, die Verbindlichkeiten noch zu bedienen. In Wahrheit haben wir es mit Zombies zu tun. Wie im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ tun Banken so, als wären die Forderungen werthaltig und die Bankenaufsicht, als wären die Banken noch solvent. Von Portugal, Griechenland und Italien ganz zu schweigen.

Irgendwie müssen und werden diese faulen Schulden verschwinden. Über Pleiten, geordnete Restrukturierungen oder über massive Inflation. Egal, auf welchem Wege es auch erfolgt: Die Verluste für die Gläubiger, also uns, sind vorprogrammiert. Gerade dann, wenn wir uns darauf freuen unseren Ruhestand mit unseren Ersparnissen zu bestreiten, werden wir feststellen, dass die Ersparnisse verloren sind. Verloren für ein politisches Projekt namens „Euro“.

Die EZB verteilt um, ohne Mandat

Ohne die EZB wäre der Euro schon längst Geschichte. Um den Euro und damit sich selbst zu „retten“, hat die EZB begonnen, in erheblichem Maße und ohne jegliche demokratische Legitimierung Vermögen zwischen den Mitgliedsländern zu verschieben. Die Subventionierung der Zinsen hilft den Schuldnern und schadet den Gläubigern. Daran ist – angesichts der sonst unlösbaren Überschuldungssituation – nichts auszusetzen. Zu bemängeln ist, dass diese Umverteilung sehr ungerecht verläuft. Nicht die großen Profiteure des Euros müssen die Zeche zahlen, sondern der normale Sparer. Wer immer genug Kapital besitzt, um in Sachwerte zu investieren oder an der Party an den Börsen teilzunehmen, profitiert vom billigen Geld und der Vermögensblase, die entsteht. Wer das nicht kann, dem bleiben Nullzins und Sparformen, die weit überteuert sind. Damit legt die EZB die Grundlage für erhebliche soziale Spannungen. Vor allem leistet sie einen erheblichen Beitrag dazu, dem alternden Deutschland, die Reserven fürs Alter zu nehmen.

Die EZB fördert die Kapitalflucht

Damit nicht genug. Mit ihrem Aufkaufprogramm für Wertpapiere fördert die EZB die Kapitalflucht aus den Krisenländern. Nicht, dass man es den dortigen Sparern und Spekulanten verdenken könnte. Sie verkaufen ihre Anleihen mit Gewinn an die EZB und bringen den Erlös nach Deutschland. Neben den Exportüberschüssen sind diese Transfers ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Forderungen der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Target2-Systems. Das Problem ist jedoch, dass damit die wertlosen Forderungen der Bundesbank und damit die Deutschlands weiter ansteigen. Die Cleveren bringen ihr Geld in Sicherheit und übertragen das Risiko an den deutschen Steuerzahler, der für die Verluste aus den Target2-Forderungen am Ende geradestehen muss. Bis jetzt mit mehr als 10.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung und jeden Tag ein bisschen mehr.

Anschreiben ohne je zu bezahlen

Man muss sich das so vorstellen: Jeden Abend kommen Gäste in die Kneipe und schreiben Bier und Korn beim Wirt an. Der Wirt reicht die Forderungen gegen seine Gäste bei der Bank ein und bekommt dafür Geld. Zahlen die Gäste später nicht, so ist es nicht mehr das Problem des Wirtes, sondern der Bank, die die Forderungen angekauft hat. Im Target2-System sind die Exportindustrie und die Banken, denen die Fluchtgelder aus den Krisenländern zufließen, die Wirte. Die Bank, bei der die Forderung über Umwege landet, ist die Bundesbank, die innerhalb des Eurosystems die Kredite gewähren muss. Es gibt gar keine rechtliche Möglichkeit, dies zu verhindern. Zins- und tilgungsfrei gewährt so die Bank, deren Eigentümer wir alle sind, Kredit an schwache Schuldner, ohne Sicherheit und ohne Aussicht, jemals wieder das Geld zurückzubekommen. Dem Wirt mag das egal sein. Uns Steuerzahlern sollte es nicht egal sein, vor allem weil wir die Verluste just dann realisieren werden, wenn wir unsere Ersparnisse bräuchten, um einen sorglosen Ruhestand zu genießen. „Altersarmut für alle“ lautet das Programm der EZB in ihrem verzweifelten und letztlich aussichtslosen Versuch, den Euro zu „retten“. Sie kauft Zeit zulasten des deutschen Sparers.

Die Politik versteht nicht den Unterschied zwischen Bestands- und Flussgrößen

Wäre das nicht alles schon schlimm genug, haben wir es auch noch mit einer Politik in Deutschland zu tun, die die grundlegenden ökonomischen Dinge nicht versteht und nicht verstehen wird. Das beginnt mit der eigentlich einfachen Unterscheidung zwischen Einkommen (= Flussgröße) und Vermögen (= Bestandsgröße). Obwohl sämtliche Studien zeigen, dass die deutschen privaten Haushalte zu den ärmsten in der Eurozone gehören weit hinter Portugal, Spanien, Italien und ganz zu schweigen von Frankreich , sind unsere Politiker übereifrig dabei, uns zu den Rettern Europas zu erklären, die mit ihren Steuern den anderen aus der Patsche helfen. Dabei wären beispielsweise die Probleme des italienischen Staates problemlos über die Besteuerung der erheblichen Privatvermögen zu lösen. Doch weshalb sollte das eine italienische Regierung tun, gibt es doch die Möglichkeit, die Deutschen zur Kasse zu bitten.

Unser Einkommen mag vielleicht begünstigt von tiefen Zinsen und schwachem Euro zurzeit hoch sein. Unser Vermögen ist es jedoch nicht. Die Ursachen dafür sind vielfältig: zwei verlorene Kriege, die Kosten der Wiedervereinigung, die geringe Eigentumsquote an Immobilien und nicht zuletzt, die völlig verfehlte Politik, die Sparen in Form von Lebensversicherungen und staatlicher Rente propagiert hat.

Liebe Politiker, ein hohes Einkommen bedeutet nicht, dass man „reich“ ist.

Wir brauchen die Bestandsgröße

Das Problem ist nur, dass wir von den Bestandsgrößen, also unserem Vermögen, zehren müssen, wenn wir alt sind. So wie die Rentner ihre Ersparnisse aufbrauchen für einen vergnüglichen Lebensabend, müssen auch wir als Land unsere angesparten Forderungen gegen das Ausland in Zukunft dazu nutzen, um Waren zu importieren, die wir dann nicht mehr selbst herstellen können. Umso ärgerlicher ist es, dass die Politik nicht nur tatenlos zusieht, wie unsere Ersparnisse, falsch angelegt, erodieren, sondern auch noch bereitwillig die Ersparnisse opfert, um ein vorhandenes Geschäftsmodell zu stützen.

Während Länder wie die Schweiz, Singapur und Norwegen gezielt werthaltige Forderungen und Vermögenswerte kaufen, sind wir bereitwillig die Finanziers von Schuldnern, die uns am Ende im Regen stehen lassen. Spätestens seit 2009 ist diese simple Mechanik allen nüchternen Beobachtern klar. Doch unsere Politik sieht zu und lässt es geschehen.

Auch die sichere Rente ist eine Illusion. Während sich die Politik für die „Schwarze Null“ feiert, die auch nur die Folge der tiefen Zinsen und nicht besonderer Sparanstrengungen ist, explodieren die verdeckten Schulden des Staates förmlich. Berücksichtigt man die ungedeckten Zusagen für künftige Renten-, Pensions- und Gesundheitszahlungen, liegt die deutsche Staatsverschuldung mit 161 Prozent vom BIP deutlich über der italienischen. Diese Lücke kann nur über höhere Abgaben und Leistungskürzungen geschlossen werden.

Unsere Ersparnisse genügen nicht für einen angenehmen Lebensabend.

Wir brauchen auch in Zukunft eine Flussgröße

Versagen wir schon bei der eigentlich einfachen Aufgabe, ordentlich vorzusorgen (staatliche Versorgung) und unsere hart erarbeiteten Ersparnisse gut anzulegen, sollten wir wenigstens die Grundlage auch für ein hohes Einkommen in Zukunft legen. Voraussetzungen dafür wären Investitionen in Infrastruktur und Bildung, verbundenen mit einer Einwanderungspolitik, die sich an unseren ökonomischen Erfordernissen orientiert. Eine Gesellschaft von Rentnern, die ihre Ersparnisse verloren hat, kann nichts weniger gebrauchen als schlechte Infrastruktur, Unternehmen, denen qualifizierte Mitarbeiter fehlen und Migranten, die von Transferzahlungen leben.

Doch genau hier versagt unsere Politik ebenfalls eklatant. Straßen verfallen, schnelles Internet kennt man nur aus anderen Ländern und das Bildungsniveau befindet sich im Sturzflug. Migration in die Sozialkassen wird zu einer dauerhaften Belastung, abgesehen von den Folgen für sozialen Zusammenhalt und innere Sicherheit.

In Zukunft werden weniger Einkommen entstehen. Ein guter Teil davon wird verwendet werden müssen, um die zum Folgen der Migration zu bewältigen und damit an anderer Stelle fehlen.

In den nächsten zehn Jahren prallt alles zusammen

Damit stehen wir vor enormen Herausforderungen. Unsere Wirtschaftskraft wird, allein bedingt durch die demografische Entwicklung, in den kommenden Jahren sinken. Die Belastungen für die alternde Gesellschaft werden steigen, während die Art der Zuwanderung, wie wir sie heute zulassen und befördern, die Belastungen zusätzlich erhöht. Zeitgleich dürften in den kommenden Jahren die Verluste aus Europolitik und falscher Exportorientierung nicht nur in der Theorie bestehen, sondern Realität werden – auf welchem Weg (Ausfälle, Restrukturierung, Inflation) auch immer.

Tritt dies ein, sind politische Verwerfungen in einem Ausmaß denkbar, wie wir sie uns heute nicht vorstellen können. Die CDU dürfte dasselbe Schicksal erleiden, wie die Democrazia Christiana in Italien und die SPD wie die Sozialisten in Frankreich: den völligen Untergang, sind es doch die beiden Parteien, die uns das Schlamassel, auf das wir zusteuern, eingebrockt haben. Gewinner werden die radikalen Kräfte zur linken wie zur rechten sein.

Wer wirklich Sorge wegen AfD und Linkspartei hat, der sollte heute umsteuern und dringend handeln. Wir brauchen eine Politik, die unsere Einkommen nachhaltig stärkt und unsere Ersparnisse sichert. Genau das Gegenteil ist der Fall.

manager-magazin.de: „Wie Euro, EZB und Politik Deutschland ruinieren“, 7. Dezember 2017

56 Kommentare
    • Michael Stöcker sagte:

      „Sind Hilfspakete an Griechenland und Zahlungen an die EU auch Teil des TARGET Salden Ungleichgewichts?“

      Nein, im Gegenteil, sie wirken dem Ungleichgewicht entgegen. Die Nettogrößenordnungen sind allerdings eher gering und sind somit nicht wirklich von Bedeutung.

      „Wenn ja könnten wir doch ohne Probleme ein paar Milliarden mehr nach Europa transferieren – wenn das Geld eh weg ist …“

      Sie irren; das Geld ist gerade NICHT weg. Die TARGET-Salden geben doch gerade darüber Auskunft, dass das Geld nach der Flucht noch da ist. Es ist eben nur in einer anderen geografischen Region. Was meinen Sie, wie hoch die Salden zwischen Meck-Pomm und Bayern wären, würden sie statistisch erfasst. Oder zwischen Berlin und München.

      LG Michael Stöcker

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      • Andreas Brueckner sagte:

        Natürlich ist das Geld nicht „weg“ weg. Wenn es aber in einer anderen Region ist, und diese Regien es bei einem Ausstieg aus dem System behält, dann ist es eben doch weg.

        Hilfskredite vermindern also Ds Targetsalden, bzw, das Geld ist immer noch weg, jetzt aber in Form eines Kredits, nicht mehr einer Forderung im TARGET system.

        Zumindest dann aber Verzinst!

      • Michael Stöcker sagte:

        „Wenn es aber in einer anderen Region ist, und diese Regien es bei einem Ausstieg aus dem System behält, dann ist es eben doch weg.“

        Wieso in einer anderen Region? Das Geld ist via TARGET sicher in Deutschland/Frankfurt und die Schulden sind weiterhin in Griechenland & Co.

        „Zumindest dann aber Verzinst!“

        Auch die T2-Salden werden indirekt verzinst; und zwar über die Gewinnausschüttung der EZB an die nationalen Notenbanken; dazu zählen insbesondere die Zinserträge der EZB aus den Ankaufprogrammen. Und wer zahlt da die höchsten Zinsen: https://makroskop.eu/app/uploads/2017/12/20171211_PS_Abb03-1024×688.png ?

        Auch darüber wird in der deutschen Medienlandschaft kaum gesprochen.

        LG Michael Stöcker

  1. Axel sagte:

    Zu Target II
    Sehe ich das richtig, daß sich die Zahlungen aus dem Ausland für unsere exportierten Waren (Eurozone) und die Kredite, die wir dafür verleihen sich in etwa die Waage halten und die Bilanz deshalb ausgeglichen sein müßte.
    Die hohen Tergetsalden sind also Gelder, die unabhängig vom Handel nach Deutschland fließen. Was passiert mit dem Geld? Liegt es auf einem Konto im „save harbour“ Germany oder wird es investiert, beispielsweise in Immobilien? Wäre das demnach nicht positiv für die deutsche Wirtschaft?
    Machen, wenn’s knallt die Zentralbanken nicht sowieso dicht und schreiben die Schulden in den Wind? Ob nun minus eins oder minus eine Billion. Wen kümmerts?
    Ich halte die Belastungen pro Person für irrelevant, da wohl kein Politiker es wagen würde, von jedem 10.000 Euro einzutreiben. Feiern bis zum Schluß. Währungsreform. Neustart…zu simpel?

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    • Michael Stöcker sagte:

      „Die hohen Tergetsalden sind also Gelder, die unabhängig vom Handel nach Deutschland fließen.“

      Jein. Die Salden sind insbesondere eine Folge vergangener akkumulierter LB-Überschüsse mit dem Süden. Bei den Chinesen und Japanern sind das die stolzen Devisenreserven. Zusätzlich wirkt aber die Kapitalflucht aus dem Süden, weil die deutschen Banken nicht so schnell illiquide werden wegen der hohen LB-Überschüsse der Vergangenheit. Die Schweiz kann ein Lied davon singen, als Zufluchtsort für das scheue Reh. Damit mutiert die SNB nolens volens zu einer Art Hedge Fonds: https://www.forbes.com/sites/johnmauldin/2017/11/21/switzerland-is-the-worlds-largest-hedge-fund/.

      „Was passiert mit dem Geld? Liegt es auf einem Konto im „save harbour“ Germany oder wird es investiert, beispielsweise in Immobilien? Wäre das demnach nicht positiv für die deutsche Wirtschaft?“

      Teils, teils. Der deutsche Immobilienmarkt tendiert auch so schon zur Überhitzung und unbewohnte Luxuswohnungen griechischer Reeder in Berlin, Paris oder London wirken eher kontraproduktiv. Aber selbst dann, wenn die Wohnung gekauft wurde, ist der Saldo ja nicht verschwunden, sondern das Geld lediglich auf einem anderen Konto; denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Verkäufer damit potentielle Schulden bei einer griechischen Bank tilgt, tendiert ja wohl eher gegen Null.

      „Machen, wenn’s knallt die Zentralbanken nicht sowieso dicht und schreiben die Schulden in den Wind?“

      Wie kommen Sie darauf? Staatsschulden werden nicht zurück gezahlt, sondern revolviert oder über einen sehr langen Zeitraum zurück geführt. Deutschland hat seine letzte Rate aus dem 1. Weltkrieg im Jahre 2010 gezahlt. 92 Jahre Laufzeit! Das sind die relevanten Zeiträume für solche Probleme.

      „Feiern bis zum Schluß. Währungsreform. Neustart…zu simpel?“

      Ja, viel zu simpel.

      LG Michael Stöcker

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      • Axel sagte:

        Ja, viel zu simpel…dachte ich mir schon. Als Laie fehlen mir leider die Einblicke in die Eingeweide der Finanzindustrie…
        Trotzdem gibt es einen Unterschied zum ersten Weltkrieg. In den Versailler Verträgen haben sich die deutschen ausdrücklich zu den Reparaturzahlungen verpflichtet…An eine Revolvierung der Targetsalden im Falle eines Eurozusammenbruches glaube ich indes nicht. Glauben Sie, daß Italien zahlen wird? Wieso auch? Die Kunden haben bezahlt und die Produzenten ihr Geld erhalten. Da kann de Draghi noch so erpressen. Die Salden werden abgeschrieben oder per Knopfdruck gelöscht…Kein Italiener wird auch nur einen Finger krumm machen, um diese Luftnummern zu bedienen..

        Natürlich bleibt das Geld im Kreislauf. Alles Geld, welches nicht zum Schuldendienst benutzt wird, bleibt im Kreislauf. Ob ich mir nun Häuser, Da Vincis, Bonbons oder Aktien kaufe…die Frage ist nur, ob Targetsalden per se etwas schlechtes sind, oder, im Idealfall, zu mehr Investitionen führen und somit die Konjunktur beleben (in einem oder zwei Umläufen).

        Feiern, Währungsreform, Neustart… Natürlich rumpelts dabei ein bisserl. Mir fehlt jedoch die Phantasie, weßhalb es in einer von Recht und Gesetz entkoppelten Fiatgeld Welt, bar jeder hanseatischen Kaufmannsehre, zu einem Finanzarmageddeon kommen sollte…
        Hoffentlich täuscht mich da mei naives Bauchgefühl nicht…

      • Michael Stöcker sagte:

        TARGET-Salden sind das Ergebnis der Verbringung von Zentralbankgeld. So etwas kann man nicht abschreiben! Diese Salden sind letztlich auch eine Folge von zu hoher Verschuldung in diesen Ländern in der Vergangenheit, bzw. zu geringer Verschuldung in Deutschland & Co. Einer muss in einem Kreditgeldsystem immer die Schulden machen. Italien wird einen Teufel tun, seine Schulden nicht zu bedienen; selbst nach einem potentiellen Austritt, der schon deshalb eher unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar ist. Bedienen heißt nicht zurückzahlen, sondern Zinsen zahlen. Wer seine Schulden nicht bedient, der würde sofort vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten und müsste auf Jahre hinaus einen höheren Zinssatz am Markt bezahlen.

        „Natürlich bleibt das Geld im Kreislauf.“

        Der Geldkreislauf entstammt der irrigen Idee des Goldstandards. Geld entsteht überwiegend per Kredit und verschwindet wieder mit Kredittilgung; dazwischen kann es allerdings einige Ehrenrunden drehen, woraus manche Rummel-Ökonomen dann eine Umlaufgeschwindigkeit fabrizieren.

        Machen Sie sich erst einmal ein wenig fit, in dem Sie sich die drei Erklärvideos der Bundesbank anschauen, die Sie am Ende dieses Beitrags finden: https://zinsfehler.com/2014/04/01/geldmythen/. Dort finden Sie dann auch noch eine halbwegs vernünftige Erläuterung von Jens Weidmann zu den T2-Salden.

        LG Michael Stöcker

    • Wolfgang Selig sagte:

      Dem kann ich nur beipflichten, nur: die Politiker werden diese Lektüre nicht verstehen können (die Mehrheit der Politiker) bzw. und manche auch nicht verstehen wollen (Leute wie z.B. Frau Merkel oder Herr Schäuble). Die Illusion, dass Deutschland unter Euro-Zone Aufgabe des Nationalstaats versteht und die meisten anderen Länder (v.a. in Ost- und Südeuropa) aber „Toll, wir haben einen ausländischen Zahler“, lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen. Das rührt an die Grundfesten des heutigen Politikverständisses weiter Teile der deutschen Bevölkerung und vor allem weiter Teile der deutschen Medien- und Wissenschafts-, Kultur- und Politiklandschaft.
      Wie immer in der modernen Politik werden die Probleme wohl erst angegangen werden, wenn sie unmittelbar in der Tür stehen. Das war mit der Agenda 2010 so bei Schröder und das wird auch mit den Problemen so sein, die Hr. Dr. Stelter oben anspricht. Dann wird der Wähler in einem Hauruckverfahren die Mehrheitsverhältnisse drastisch ändern (nach links außen oder nach rechts außen) und wir bekommen zu spät eine dann vermutlich auch nicht ideale Politik. So ist das wohl leider in der deutschen Demokratie. Für den einzelnen bleibt die Lehre, dass er frühzeitig auf Leute wie Hr. Dr. Stelter hören soll. Oder für den eher kulturell als volkswirtschaftlich interessierten zitiere ich den den irischen Literaturnobelpreisträger von 1925, George Bernhard Shaw (1856-1950):

      „Sie müssen sich entscheiden, worauf Sie vertrauen wollen. Auf die natürliche Stabilität des Goldes oder auf die Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierung. Bei allem schuldigen Respekt für diese Damen und Herren rate ich Ihnen, solange das kapitalistische System existiert, für Gold zu votieren.“

      Antworten
  2. Dietmar Tischer sagte:

    Die Hauptprobleme werden richtig erkannt.

    Nur einzelne Bemerkungen:

    >Vordergründig steht Deutschland gut da.>

    Das ist ENTSCHEIDEND für die Politik, wenn auch die Menschen VORDERGRÜNDIG bewerten.

    >Der Euro macht erpressbar>

    Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit, wenn darunter verstanden wird, dass nur wir erpresst werden.

    Wir erpressen auch die anderen, wenn wir sie zu internen Anpassungsleistungen zwingen, die sie nicht oder nicht hinreichend erbringen können, aber nur vermeiden könnten, wenn sie austreten und zu einer eigenen Währung zurückkehren würden. Das wollen sie nicht, aus guten Gründen.

    Erpressung ist in der Eurozone systemimmanent.

    >Zusätzlich sollen die deutschen Steuerzahler direkt Zahlungen in die Krisenländer leisten. Dies, obwohl die deutschen Privathaushalte zu den ärmsten in der EU gehören.>

    Kann man so, aber auch anders sehen, nämlich so wie es die Krisenländer sehen:

    … dies, WEIL die deutschen Privathaushalte mit das höchste Einkommen haben und damit der deutsche Staat mittels Steuereinnahmen die höchsten Einnahmen hat.

    > …hat die EZB begonnen, in erheblichem Maße und ohne jegliche demokratische Legitimierung Vermögen zwischen den Mitgliedsländern zu verschieben.

    Das ist wieder einmal falsch.

    Die EZB ist a) als von demokratisch gewählten Regierungen geschaffene Institution eine demokratisch legitimierte, die – solange sie innerhalb ihrer Satzungen agiert – b) rechtmäßig umverteilt. Das liegt in der Natur der Sache, wenn sie eine GEMEINSAME Geldpolitik für wirtschaftlich UNTERSCHIEDLICHE Staaten betreiben muss. Das hat die Bundesbank innerhalb Deutschlands auch machen müssen.

    Nicht normal ist allerdings das AUSMASS, in dem die EZB durch QE umverteilt. Das ist der Sonderrolle geschuldet, die sie für die Stabilisierung der Eurozone ausübt.

    Das kann man kritisieren, muss die Kritik aber an die Politik adressieren, weil sie die Stabilisierung nicht leistet, sondern sie der EZB überlässt.

    >Dabei wären beispielsweise die Probleme des italienischen Staates problemlos über die Besteuerung der erheblichen Privatvermögen zu lösen. Doch weshalb sollte das eine italienische Regierung tun, gibt es doch die Möglichkeit, die Deutschen zur Kasse zu bitten.>

    Falsche Sicht.

    Die Probleme des italienischen Staats wären zwar so sicher zu lösen. Aber eine entsprechende Besteuerung würde die Italiener dazu veranlassen, das Land ins politische Chaos zu treiben mit der Folge, dass die Eurozone in erhebliche, wenn nicht sogar in nicht mehr lösbare Schwierigkeiten käme, die AUCH uns schaden würden.

    Deshalb darf die EZB weitermachen und wir werden zumindest HÖHERE Haftungsrisiken eingehen müssen (größerer ESM).

    >Liebe Politiker, ein hohes Einkommen bedeutet nicht, dass man „reich“ ist.>

    Richtig, aber es bedeutet für die Menschen:

    Besser ein hohes Einkommen zu haben als reich zu sein, z. B. ein Haus zu besitzen, aber wegen Arbeitslosigkeit kein Einkommen zu haben.

    Das IST das KRITERIUM, nach dem gemessen und gewählt wird.

    Allerdings – und da liegt die Bedeutung des Kommentars:

    Es ist dumm, sich auf dieses Kriterium zu versteifen, wenn ABSEHBAR ist, dass wir die heutigen Einkommen in der Zukunft nicht mehr erzielen werden (Bildungsdefizite, Globalisierung) bzw. es vermehrt teilen müssen (Demografie, Integration).

    >In den nächsten zehn Jahren prallt alles zusammen>

    Ich bin sicher, dass dies nicht nur Dr. Stelter, sondern auch Merkel, Schulz & Co. wissen.

    >Wir brauchen eine Politik, die unsere Einkommen nachhaltig stärkt und unsere Ersparnisse sichert.>

    Ja, bräuchten wir.

    Noch dringender bräuchten wir allerdings eine Bevölkerung, die das als PRIORITÄT versteht und konsequenterweise die bisherige Politik dazu zwingen würde, das zu tun, was wir – sie – braucht.

    Da es diese Bevölkerung nicht gibt:

    >… sind politische Verwerfungen in einem Ausmaß denkbar, wie wir sie uns heute nicht vorstellen können.

    M. A. n. sind sie nicht nur denkbar.

    Sie werden sich ereignen

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      „Noch dringender bräuchten wir allerdings eine Bevölkerung, die das als PRIORITÄT versteht und konsequenterweise die bisherige Politik dazu zwingen würde, das zu tun, was wir – sie – braucht. Da es diese Bevölkerung nicht gibt:…“

      Woher wollen Sie wissen, dass es sie nicht gibt? Alle Umfragen bestätigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung das gut fände und mittragen würde. Das Problem ist nur: SPD und Unionsparteien haben sich über Jahrzehnte politisches Vertrauen gerade bei Älteren aufgebaut, das gerade zu langsam wie ein alter Eisberg abschmilzt (vgl. u.a. die letzte Bundestagswahl), da die Masse der Deutschen Hemmungen hat, alte Feindbilder wie Linkspartei oder FDP oder neue wie die AFD zu wählen. Nur weil aktuell eine SPD das D in Deutschland ignoriert und die Union die Euro-Versprechen von Hr. Kohl und Hr. Waigel, heißt das nicht, dass die Bevölkerung dafür nicht mehrheitlich zu gewinnen wäre. Die gewachsenen Wahlergebnisse von FDP und AFD sind doch eine dunkelgelbe Karte für die bisherige GroKo. Aber man muss halt als politisch Verantwortlicher der GroKo die Signale auch hören wollen und zugeben, der bisherige Kurs war falsch. Punkt! Und da gibt es derzeit keine politischen Mandatsträger der Regierungsparteien, die das hören wollen, nicht einmal in der zweiten und dritten Reihe. Deshalb stehle ich jetzt mal bei einem Foristen des Cicero: Der Wähler sagt „Flüchtlinge, Sicherheit, Wohnungen“. Die SPD sagt daraufhin „Vereinigte Staaten von Europa, Bürgerversicherung, Rückkehrrecht in Vollzeit.“ Die aktuellen Regierungsparteien wollen lieber langsam untergehen als ihren Kurs ändern, den die Bevölkerung seit 2008, spätestens aber seit 2015 mittragen würde. Meiner Meinung nach haben SPD und Union jetzt mit einer Groko mit nur noch 53 %! ohne die alten Fehler bis 2021 wohl die letzte Chance im alten System, so wie Macron die letzte Chance des alten Frankreich ist, auch wenn viele glauben, er vertritt etwas Neues. Ansonsten übernehmen vermutlich wohl selbst ohne margin call Leute wie Le Pen und folgen dem britischen oder polnischen oder ungarischem Vorbild. Und bei uns stehen Leute wie Gauland oder Weidel in den Startlöchern, wenn die Etablierten nichts lernen wollen. Die eigentliche Verantwortung liegt jetzt gerade bei der zweiten und dritten Reihe bei Union und SPD, die die alte Garde wie Merkel und Schulz absetzen müssten und ihre Parteipolitik ändern müssten, denn sie könnten es ohne die radikalen Auswüchse der beiden Ränder. Also bei Jens Spahn und Kollegen. Das wird eventuell nicht passieren, wenn diese Leute genauso gestrickt sind wie die erste Reihe und eher ihrer Karriereplanung als ihren Überzeugungen folgen. Christian Lindner hat ihnen aber vorgemacht, wie es auch laufen kann. Wenn die Hinterbänkler bei Union und SPD Lindners Haltung mit Rückgrat gegenüber alten Fehlern nicht folgen, dann allerdings haben Sie, Herr Tischer, vollkommen recht mit den genannten politischen Verwerfungen, die dann sicher eintreten werden.

      Antworten
      • Hansjörg Pfister sagte:

        Ich folge Ihnen uneingeschränkt. Allerdings sehe ich innerhalb der etablierten Pateien niemanden, der die „alte Garde“ wirklich, also auch inhaltlich und nicht nur formal, ablösen könnte. Im Falle des drohenden Margin Call werden dann viele derjenigen Mitbürger, die das jetzige System aufgrund von Borniertheit, Desinteresse, Untertanenmentalität etc. stützen umso lauter schreien und wir können in diesem Fall froh sein, wenn wir es nur mit Leuten wie z.B. Höcke zu tun bekommen.

      • Dietmar Tischer sagte:

        >Alle Umfragen bestätigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung das gut fände und mittragen würde.>

        Die Mehrheit der Bevölkerung trägt manches mit.

        Das aber, was erforderlich ist, um umzusteuern hinsichtlich dessen, was Dr. Stelter hier skizziert, würde sie nicht einmal in Umfragen mitttragen, geschweige denn an der Wahlurne.

        Denn was erforderlich ist, würde unterm Strich derart KONSUMVERZICHT bedeuten, dass jede Partei, die dies vorschlüge, sich aus dem politischen Wettbewerb verabschieden müsste.

        Schon vergessen, wie im letzten Wahlkampf mit aller Gewalt vermieden wurde, über das Renteneintrittsalter oder Lebensarbeitszeit zu reden?

        Die Parteien wissen dies und begehen natürlich keinen Selbstmord.

        >Die gewachsenen Wahlergebnisse von FDP und AFD sind doch eine dunkelgelbe Karte für die bisherige GroKo. Aber man muss halt als politisch Verantwortlicher der GroKo die Signale auch hören wollen und zugeben, der bisherige Kurs war falsch. Punkt!>

        Falscher Kurs?

        Er wurde von einer satten Mehrheit getragen und hat Stabilität gesichert – der Wille der Mehrheit.

        Dass dieser Kurs für die Bewältigung der Zukunft nicht förderlich war, ist eine andere Sache.

        Aber es stimmt schon – auch aus Sicht der Verliererparteien:

        Es nützt diesen Parteien nichts, wenn man WIE BISHER weitermachen würde.

        >Und da gibt es derzeit keine politischen Mandatsträger der Regierungsparteien, die das hören wollen, nicht einmal in der zweiten und dritten Reihe.

        Bei der SPD könnten sie recht haben. Da sehe ich überhaupt keine Reihen mehr, sondern nur umgefallene Kegel. Die Partei ist führungslos und muss sich daher jedes Gespräch mit der Union von den Mitgliedern absegnen lassen. Abenteuerlich!

        Bei der CDU ist das anders:

        Jens Spahn und Carsten Linnemann sind Leute, die nach dem schwachen Wahlergebnis in die erste Reihe rücken und die CDU umsteuern – spürbar zumindest, wenn auch nicht mit einer 180°-Wende.

        Ich gehe jedenfalls davon aus, dass CDU/CSU die SPD nicht so mit Trophäen beladen wird wie es für eine GroKo notwendig wäre, damit die SPD-Spitze ihre verlorene Glaubwürdigkeit bei den Mitgliedern mit CDU/CSU-Geschenken erkaufen könnte. Frau Merkel wird das wollen, aber in ihrer Partei nicht durchsetzen können.

        Es wird vielmehr eine wie auch immer geduldete bzw. vertraglich auf bestimmten Feldern fixierte Minderheitsregierung CDU/CSU geben. Mit Unterstützung von FDP und AfD wäre sie sogar die Mehrheit.

        Und jetzt lehne ich mich mal weit aus dem Fenster:

        Merkel regiert nur noch zwei Jahre und dann gibt es sofort eine Neubesetzung der Kanzlerposition. Es wird ein Bundesminister sein, der ins höchste Amt rückt, m. A. n. Jens Spahn, der bis dahin Nachfolger von Schäuble als Finanzminister gewesen sein wird und sich auch auf internationaler Bühne profilieren konnte. Schäuble hat ihn gefördert und Staatssekretär ist er schon.

        Langsam, mühsam und keine ganz andere Republik, wie sie für die Zukunftssicherung nötig wäre.

        Aber so ist nun einmal die Realität.

    • SB sagte:

      @DT: „Das ist wieder einmal falsch. – Die EZB ist a) als von demokratisch gewählten Regierungen geschaffene Institution eine demokratisch legitimierte, die – solange sie innerhalb ihrer Satzungen agiert.“

      Von dauernden Wiederholungen wird Ihre These über die angebliche demokratische Legitimation von EU, EZB und Euro leider nicht wahrer. Nichts davon ist demokratisch legitimiert.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        Ich muss meine Auffassung wiederholen, wenn ich widersprechen will.

        Dabei – und das haben Sie offensichtlich nicht mitbekommen – BEGRÜNDE ich meine Auffassung.

        Und Sie?

        Sie haben den Standpunk:

        Wer nicht DIREKT gewählt worden ist, ist nicht demokratisch legitimiert.

        Demnach ist praktisch keine Institution, national wie international, demokratisch legitimiert oder wie Sie sagen

        >Nichts davon ist demokratisch legitimiert“.

        Das fängt demnach national weit unter dem BVerfG an und endet international bei der Uno.

        So einfach ist das, wenn man in Aschenputtel-Manier mit „gefällt mir nicht“ urteilt „ist demokratisch nicht legitimiert“.

        Ihr Standpunkt spielt in der praktischen Politik zu recht keine Rolle.

      • SB sagte:

        @DT: Sie verkennen, dass ich mit meiner „Aschenputtel“-Auffassung nicht allein dastehe. Ihre kategorische Feststellung „Das ist falsch“, ging ja (zunächst) nicht in meine Richtung. Sie rechtfertigen mit Ihrem Verständnis des Begriffes „praktische Politik“, das nach Bedarf der Machthaber losgelöst von jedem Ursprung der demokratischen Legitimation (Wahlen) ist, nahezu jede willkürliche, vom Wählerwillen losgelöste Marschrichtung der Politik und infolge auch die damit einhergehenden Rechtsbrüche. Keine Ahnung, wie Sie zu diesem „weiten“ Demokratieverständnis gekommen sind. Aber niemand ist gezwungen dieses zu teilen.

        Ich habe übrigens über internationale Institutionen geschrieben und nicht über nationale. Selbstverständlich sind Erstgenannte nicht demokratisch legitimiert. Oder dürften „die schon länger hier Lebenden“ jemals darüber abstimmen, sich an diesen zum großen Teil unsinnigen (UNO) oder gar für ihn schädlichen (ESM, ESF und wie sie alle heißen) Organisationen zu beteiligen, besser gesagt unterzuordnen. Womit wir auch schon wieder bei der EZB wären. Wer als Wähler die Politik nach dem Motto „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ walten lässt, geht mit seinem demokratischen Mitbestimmungsrecht aus meiner Sicht mehr als fahrlässig um. Der muss sich dann allerdings auch nicht wundern, wenn er – selbst weitgehend entrechtet – für die ganze Welt zahlt und sich dann noch mit so bemerkenswert dümmlichen „Argumenten“ abspeisen lassen muss, „dass es keine absolute Sicherheit gibt“. Das hat schon ein bisschen was von Masochismus.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        >Ich habe übrigens über internationale Institutionen geschrieben und nicht über nationale. Selbstverständlich sind Erstgenannte nicht demokratisch legitimiert.>

        Was sollen wir denn tun, wenn sie, wie Sie meinen, nicht demokratisch legitimiert sind?

        Sollen wir auf sie verzichten oder sollen wir alle 5 Minuten über etwas abstimmen, was wir für erforderlich halten?

        Seien Sie mal praktisch und vernünftig.

        >Sie rechtfertigen mit Ihrem Verständnis des Begriffes „praktische Politik“, das nach Bedarf der Machthaber losgelöst von jedem Ursprung der demokratischen Legitimation (Wahlen) ist, nahezu jede willkürliche, vom Wählerwillen losgelöste Marschrichtung der Politik und infolge auch die damit einhergehenden Rechtsbrüche.>

        Nichts dergleichen rechtfertige ich.

        Was Sie hier schreiben, ist Ihre Erfindung.

        Rechtsbrüche, hier noch einmal zum Nachbuchstabieren, obwohl ich das schon mal geschrieben hatte:

        Politiker können bestraft werden. Allerdings muss eine Anzeige vorliegen und es muss ein Verfahren geben. Das ist möglich, hat es auch schon gegeben. So ist z. B. Schäuble in der CDU-Spendenaffaire haarscharf an einer Verurteilung wegen uneidlicher Falschaussage vorbeigeschrammt. Ab und an gibt es aber auch Situation, in denen die Politik nicht anders als rechtsbrüchig handeln kann, um großen Schaden abzuweisen.

        Sie reden immer nur. Wo ist Ihre Anzeige gegen Merkel?

        Vom Wählerwillen losgelöste Marschrichtung:

        Völlig wirklichkeitsfremd.

        Die Partei, die regiert, kann das AUFGRUND des Wählerwillens. Und wenn sie das im Rahmen ihrer Befugnisse tut, agiert sie nicht losgelöst vom Wählerwillen. Dieser kann aber nicht jede Maßnahme der Politik festlegen, weil sich viele erst im Lauf des Regierens ergeben und man aus praktischen Erwägungen auch nicht jede Maßnahme durch den Wähler absegnen lassen kann.

        Losgelöst vom jedem Ursprung demokratischer Legitimation:

        Ebenso daneben.

        Die Wähler LEGITIMIEREN.

        Wenn eine Regierung in ihren Augen nicht hinreichend ihre Interessen wahrgenommen hat, wählt er eine andere Partei für eine andere Regierung.

        Sie müssen mal einen Grundkurs in Demokratie mitmachen, um zu begreifen:

        Demokratie ist nicht erst dann Demokratie, wenn jede Regierungsmaßnahme vom Volk abgesegnet wird.

        Demokratie ist auch deshalb Demokratie, weil man Regierungen auswechseln kann, wenn man nicht mit ihnen zufrieden ist.

        Wer sich mit dieser Einstellung an Politik beteiligt, ist nicht entrechtet.

        Er bekommt allerdings nicht immer die Politik, die er sich wünscht.

        Das ist normal und muss akzeptiert werden.

        Machen Sie doch nicht dauernd Ihre Probleme zum Problem der Demokratie.

      • SB sagte:

        @DT:

        „Seien Sie mal praktisch und vernünftig.“ – Bin ich. Mit Wählern wie mir wäre D nicht auf dem Weg zum Ditte-Welt-Land.

        „Politiker können bestraft werden.“ – Sie übersehen geflissentlich, dass D sich schon längst vom Rechtsstaat verabschiedet hat. Bestraft wird hier nur noch, wer nicht ins Bild des linksgrünen Politmainstreams passt bzw. dessen Ideologie nicht befolgt. Alles andere wird, bis hin zum Drogendealer, zum Teil der – den Rechtsstaat verachtenden – „Community erklärt.

        „Sie reden immer nur. Wo ist Ihre Anzeige gegen Merkel?“ – Es gab mehr als genug Anzeigen gegen Merkel. Das Ergebnis war mit Blick auf den nicht mehr existierenden Rechtsstaat sonnenklar. Warum sollte ich dafür meine Energie verschwenden?

        „Die Wähler LEGITIMIEREN.“ – Ja, die Wähler legitimieren, aber nicht für Amtshandlungen, die klar gegen ihre Interessen verstoßen. Sie legitimieren aufgrund des in den Wahlprogrammen Aufgezeigten und im Wahlkampf Versprochenen! Die Legitimation des Wählers ist kein Freifahrtschein für eine davon losgelöste Politik, die einer völlig anderen Agenda folgt. Was in diesem Land abläuft, richtet sich zu hundert Prozent gegen das eigene (Wahl-) Volk. Der obige bto-Artikel erläutert dies explizit.

        „Demokratie ist nicht erst dann Demokratie, wenn jede Regierungsmaßnahme vom Volk abgesegnet wird.“ – Es geht schon lange nicht mehr um „jede Regierungsmaßnahme“, sondern um ganz grundsätzliche Weichenstellungen, wie insbesondere die Aufgabe von staatlicher Souveränität, die mit der sukzessiven Auflösung des Staates einhergeht. Dazu hat keine Regierung die „einfache Legitimation“ durch Wahlen.

        „Machen Sie doch nicht dauernd Ihre Probleme zum Problem der Demokratie.“ – Ich mache nicht meine Probleme zum Problem der Demokratie, sondern die Probleme der Demokratie. Das ist ein großer Unterschied, den Sie freilich nicht sehen (wollen), da nach Ihrer Sichtweise die Politik nach den Wahlen in jeder Hinsicht schalten und walten kann, wie sie will, was Sie dann „praktische Politik“ nennen. Unter dieser Prämisse kann dann allerdings gleich ganz auf Wahlen verzichtet werden. Oder was sollen diese dann noch BEWIRKEN?

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Wenn die bestehende, praktizierte Demokratie an sich das Problem ist, weil da alles schief läuft,

        dann gibt es zwei Möglichkeiten:

        a) wählen Sie Leute in Positionen die alles anders machen oder lassen Sie sich wählen, um alles anders zu machen

        ODER

        b) verlassen Sie das Land und gehen Sie dorthin, wo alles anders und demokratisch besser gemacht wird.

        Entscheiden Sie sich statt hier pausenlos zu erzählen, dass alles schief läuft, weil – angeblich – die Politiker nach der Wahl schalten und walten können, wie sie wollen.

        Das ist es nun aber endgültig.

        Denn mit Ihnen kann man keine vernünftige Diskussion führen.

      • SB sagte:

        @DT:

        zu a) Wie Sie sich vorstellen können, wähle ich entsprechend meiner Ausführungen. Sich im derzeitigen System den ganz mehrheitlich auf linksgrün indoktrinierten Wählern als Alternative anzubieten, ist in der Sache wenig erfolgversprechend. Aber die Zeit wird es – wie immer – richten. Das ist doch zumindest ein kleiner Trost.

        zu b) Leider fällt mir kein Rückzugsort ein, der meinen Vorstellungen noch gerecht würde. Die in D stattfindende Entwicklung ist ja bekanntlich nicht regional, sondern global.

        „Denn mit Ihnen kann man keine vernünftige Diskussion führen.“

        Ich könnte das Gleiche von Ihnen behaupten, mache ich aber nicht. Oftmals folge ich Ihrer Argumentation auch und finde Ihre Ausführungen interessant. Dann sehe ich allerdings keine Notwendigkeit mich dazu äußern. Wenn ich mich äußere, dann weil ich anderer Ansicht bin oder eine andere Ansicht (bto) unterstütze. Das Sie meinen, mit mir nicht vernünftig diskutieren zu können, liegt wohl schlicht daran, dass wir sehr unterschiedliche Wahrnehmungen von der grundsätzlichen Ausgestaltung von Demokratie und Rechtsstaat haben. Unter dieser Voraussetzung ist es natürlich schwierig, im jeweiligen tagesaktuellen oder auch übergeordneten Geschehen zu einem gemeinsamen Nenner zu finden.

      • Wolff Baer sagte:

        Hallo lb.SB,

        ich geben Ihnen vollkommen recht.

        Unsere Fiatgeld-Großdruckerei ist weder demokratisch legitimiert, noch wird sie langfristig erfolgreich sein, mit dem was sie außerhalb ihres Mandats so alles anrichtet.

        Inzwischen mehren sich auch bei den politisch einflußreichen Kreisen, die für die Entstehung dieser fragwürdigen Institution EZB verantwortlich sind, kritische Stimmen über die „Whatever it takes“-Politik von Herrn Draghi, denn die Enteignung weiter Kreise der Wählerschaft dieser Parteien wird weiterhin zu noch schlechteren Wahlergebnissen führen, die die politisch Verantwortlichen jetzt schon schmerzhaft durch den Verlust ihrer Polit-Pfründe spüren.

  3. Udo Werninger sagte:

    Danke, für den prägnanten Beitrag.

    Für Gold zu votieren und den Fortzug aus Deutschland ins Auge zu fassen sind sicher Punkte, über die man sinnieren kann und muss. Wobei letzteres m.E. ungleich schwerer ist.

    Neben Trägheit ist leider nicht jeder für einen Neuanfang im Ausland gewappnet, z.B. wg. familiärer Verpflichtungen oder unzureichender Qualifikation.

    Daher stelle ich mir die Frage, welche Maßnahmen persönlich umgesetzt werden sollten, um das Beste aus den sich abzeichnenden Verwerfungen zu machen. Insbesondere in Bezug auf die eigene Sicherheit und die Qualifikation des eigenen Nachwuchs (Hr. Dr. Stelter hatte in seinem letzten Buch sinngemäß geschrieben, dass die Demografie den Kleinen eigentlich in die Hände spielt -evtl. ist diese Sichtweise migrationsbedingt anzupassen-) mache ich mir besondere Sorgen.

    Gibt es Leser die positive Elemente für die nächsten 30 Jahre in Deutschland sehen? Seit zwei Jahren tute ich mich damit sehr schwer…

    Antworten
  4. Wolfgang Selig sagte:

    @Hr. Tischer: „Falsche Sicht. Die Probleme des italienischen Staats wären zwar so sicher zu lösen. Aber eine entsprechende Besteuerung würde die Italiener dazu veranlassen, das Land ins politische Chaos zu treiben mit der Folge, dass die Eurozone in erhebliche, wenn nicht sogar in nicht mehr lösbare Schwierigkeiten käme, die AUCH uns schaden würden.“

    Entschuldigung, Herr Tischer, aber wissen Sie, was Sie hier schreiben? Weil die Italiener ihren Staat lieber ruinieren würden als adäquate Steuern zur Lösung zu entrichten, sollen das die Deutschen an ihrer Stelle richten? Warum denn? Wenn ein Volk unbedingt seinen Staat zugrunde gehen lassen möchte, woher nehmen wir den Glauben, dass wir die Kraft haben, das zu verhindern? Wissen Sie, wie der Hass auf Italien in diesem Lande anschwellen würde? Das ist m.E. ein Förderprogramm 1. Klasse für Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit. Vor so etwas hätte ich wirklich Angst.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      >Weil die Italiener ihren Staat lieber ruinieren würden als adäquate Steuern zur Lösung zu entrichten, sollen das die Deutschen an ihrer Stelle richten?>

      Das habe ich nicht gesagt.

      Ich habe vielmehr gesagt, dass

      a) – würden die Italiener mit Besteuerung zu einer Lösung ihrer Probleme kommen wollen – es dort Chaos gäbe

      und

      b) das dies auch uns schaden würde.

      Beide Aussagen kann man als falsch ablehnen.

      Ich gehe einmal davon aus, dass Sie dies nicht tun wollen. Über a) muss man nicht diskutieren, siehe die dort hintertriebene Abwicklung maroder Banken und b) ist jedenfalls auf kurze Sicht unbestreitbar richtig; allenfalls auf längere Sicht lässt sich darüber streiten.

      Wenn so, kann man SCHLUSSFOLGERUNGEN daraus ziehen.

      Eine wäre, dass wir zahlen.

      Habe ich die gezogen?

      Habe ich nicht.

      Ich habe auch keine andere hier gezogen.

      Also bitte genau lesen.

      Was ich allerdings anderen Orts immer wieder gesagt habe:

      Wenn Transferzahlungen uns so belastend wären, dass WIR in große soziale und politische Schwierigkeiten kommen, würde ich sie nicht mehr leisten – und das auch dann nicht, wenn WIR unmittelbar NACHTEILE davon hätten, etwa durch den Zerfall der Währungsunion.

      Was mich stört, am wenigsten bei Ihnen, aber insgesamt hier am Blog, ist die KURZSCHLUSS-Argumentation, dass wir MÜSSEN, weil andere nicht WOLLEN.

      Andere haben mitunter nachvollziehbare Gründe, etwas nicht zu können und/oder zu wollen. Das ist auch bei uns der Fall.

      Wenn so, müssen wir über die KONSEQUENZEN nachdenken, und anhand derer entscheiden, was wir (müssen) SOLLTEN mit Blick darauf, WIE wir durch das Handeln oder nicht Handeln der anderen betroffen sind bzw. wären.

      Das und nichts anderes ist vernünftig.

      Antworten
  5. juergen hienzsch sagte:

    Was mich hier stört, ist die permanente Stigmatisierung der AfD als Extremismuspartei. Damit dienen Sie sich dem Mittelstromrinnsal-Chor an, den Sie doch
    kritisieren.
    Ist es denn nicht gerade die AfD, die z. B. die EZB-Geldpolitik anprangert und Lösungsvorschläge unterbreitet, die den Ihrigen gleichkommen?
    (Stichwort Keynes vs. Mises)
    AfD und Linke in einem Atemzug zu nennen spiegelt nicht die Realität wider:
    Sorgen machen sollte die Gewaltbereitschaft, bspw. ganze Stadtviertel einzuäschern und Andersdenkende zu terrorisieren bis hin zur praktizierten
    Gesinnungsjustiz, deren Richter dem Linken Spektrum nahestehen.
    Demgegenüber macht es doch Hoffnung, wenn sich Bürger um die Zukunft unseres Landes Gedanken machen und den Mut haben die auch auszusprechen.

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      Ich zitiere als ein Beispiel wikipedia zum Thema AFD auszugsweise, um die Kritik vieler Leute (in diesem Fall auch von mir) an der AFD zu begründen (ohne die m.E. gerechtfertigen Kritikpunkte zum Euro seitens der AFD leugnen zu wollen):
      „Am 17. Januar 2017 hielt der thüringische Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke in Dresden eine medial stark rezipierte und kritisierte Rede. In Bezug auf das Berliner Holocaust-Mahnmal sagte Höcke: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Deutschland müsse eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ vollziehen.[242][243] Justus Bender sah darin eine geplante Provokation Höckes.[244] Mitte Februar 2017 beschloss der AfD-Bundesvorstand nach vorherigem Zögern ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke.[245] Er sah es als erwiesen an, dass Höcke „unter dem Namen ,Landolf Ladig‘ in den NPD-Veröffentlichungen ,Volk in Bewegung‘ und ,Eichsfeld-Stimme‘ Artikel verfasst“ habe.[246] Außerdem zeige er „eine übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“, wodurch die AfD „diskreditiert“ werde.[247]“

      Antworten
  6. asisi1 sagte:

    ich kann dieses geseiere von manchen Kommentatoren über die AfD nicht mehr hören.
    den zustand dieses landes haben die etablierten Parteien angerichtet und nichts anderes. was die AfD tun wird oder nicht, steht in den Sternen. meine rente auf 50% runtergekürzt, das Gesundheitswesen eine einzige mafiöse Einrichtung, das justizsystem urteilt nicht im namen des volkes, seit 27 jahren ist eine Wahl über eine „Verfassung“ überfällig,das angebliche „Verfassungsgericht“ hat noch kein , ich betone kein urteil zum wohle des volkes gesprochen, die sozialsysteme wurden von unverantwortlichen Politikern an die wand gefahren, die Jugend wird in den schulen mit krusen grünen gender vorstellungen traktiert ,die Geburtenraten sind dank irrerpolitik in den keller gerauscht, jetzt haben auch noch die verfassungsversager 3 Geschlechter ausgemacht. ich weiß zwar nicht wie das geht, aber macht ja nix, da sitzen sowieso nur Politiker und keine ausgebildeten richter. es geht noch endlos so weiter.
    nur wen jemand meint, dass uns dieselben Politiker oder die abnicker aus der zweiten oder dritten reihe aus dieser misere herausbringen, ja dann glaubt er auch noch an den Weihnachtsmann!
    das haben übrigens auch 85% der wähler wieder bewiesen.

    Antworten
    • Hansjörg Pfister sagte:

      Etwas überspitzt formuliert, aber in der Sache durchaus richtig.
      Zum Thema AfD und Nazi:
      Was ist die Kernideologie des NS?
      1. Chauvenismus (Ein Reich)
      Wo ist denn die AFD chauvenistisch?
      2. Kollektivismus (Ein Volk)
      Die AFD ist eher individualistisch (wie die klassische „Rechte“)
      3. Elitaristisch (Ein Führer).
      Das ist die AFD nun wirklich nicht.
      4. Antisemitisch.
      Ja, gibts in der AFD, das ist aber eine kleine Minderheit, die meisten sind ausgesprochen Israel- und judenfreundlich, im Gegensatz zu manchen linken Kreisen, dort versteckt sich der Antisemitismus hinter dem „Kampf für die Rechte der Palästinenser“.
      Das die AFD aufs übelste diffamiert wird, erkennt man daran, dass praktisch jede Äußerung ihrer Vertreter aufs penibelste abgeklopft wird, ob da nicht was nazimäßig Verwertbares drin vorkommt, während andere, die das gleiche sagen, ungeschoren davonkommen. Das von Herrn Tischer inkriminierte Zitat stammt ursprünglich von Rudolf Augstein. Das es in der AFD ein paar Nazis gibt, so wie sie vor allem in der CDU früher häufiger (und in anderen Parteien weniger häufig) anzutreffen waren, glaube ich sofort. Ob Höcke ein Krypto – Nazi ist, weiß ich auch nicht, aber die einschlägige Kritik an Höcke (denn ich persönlich auch ablehne) und an der AFD sind – zurückhaltend formuliert – vollkommen überzogen.

      Antworten
      • Wolfgang Selig sagte:

        Das mit dem Überziehen unterschreibe ich sofort. Es ist unverantwortlich, wenn die Frage nach dem fehlenden Unrechtsbewusstsein bei Verstößen gegen no-Bailey-out, Dublin III, etc., das Frau Dr. Weidel zurecht angemahnt hat, nicht von der Union aufgegriffen wird. Gewalttaten von vermeintlichen Antifaschisten gegen Teilnehmer legaler Versammlungen der AFD sind erst recht unerträglich. Das rechtfertigt für mich trotzdem nicht die kruden Äußerungen eines Herrn Höcke, der immerhin Landesvorsitzender in Thüringen ist.

      • SB sagte:

        @HP: Danke für diese Bestandsaufnahme. Unwählbar sind weit vor der AfD die Internationalsozialisten der neuen sozialistischen Einheitsparteien mit ihrer neoliberalen Globalisierungsagenda, welche grob gegen den Wählerauftrag und – mit Blick auf die Regierenden – gegen den Amtseid verstößt.

  7. markus sagte:

    Dem Artikel kann man in allen Punkten zustimmen.

    Die Inflation merkt man doch jetzt schon. Wer den Eigenkapitalanteil für eine selbstgenutzte Immobilie hat, aber aufgrund von mangelndem oder zu teuren Angeboten nicht fündig wird und obendrein starke Bedenken hat sich in Krisenzeiten übermässig zu verschulden (also eigentlich vorbildlich handelt), ist doppelt gea****t. Moral hazard at its best.

    Antworten
    • Michael sagte:

      Dem kann ich nur zustimmen; Merkel und Co. haben bei allem, was sie gemacht haben, immer so gehandelt, dass für uns das Schlechteste herauskam; ob Währungspolitik, Migranten, Bankenrettungspolitik, Griechenlandrettungpolitik, Euro und EU, überall soll der deutsche Steuerzahler den Zahlmeister spielen, während es für uns und der Zukunft unserer Kinder an allem mangelt. Die einzige Partei, die sich diesem ganzen Wahnsinn entschlossen entgegenstellt ist die AfD, höchste Achtung davor und meine volle Unterstützung!

      Antworten
  8. Michael sagte:

    Super Beitrag und tolle Analyse. Merkel und die Altparteien haben uns in allen wichtigen Themen verraten und die Weichen für unsere Zukunft in eine vollkommen falsche Richtung gestellt. Diese Verräter sollte man anklagen. Es hilft aber nichts, den Kopf jetzt in den Sand zu stecken und sich nur über die derzeitige Situation zu beschweren. Wir müssen das Beste aus der Situation machen und jetzt endlich folgendes tun:

    + Verschuldung hochfahren ohne Ende und damit
    + Gold, Silber und andere lagerbare Rohstoffe kaufen (wir Russland und China ist schon seit Jahren tun)
    + Anteile an weltweiten soliden Unternehmen erwerben (Apple, Roche…), so wie es die Schweizer Nationalbank oder der norwegische Ölfonds schon seit Jahren tun
    + Weltweit in Immobilien an den top Standorten investieren (New York , London, Singapur, Peking…), so wie es die Ölfonds aus dem mittleren Osten oder Norwegen schon seit Jahren machen
    + Massiv Investitionen in Infrastruktur, Rüstung, Bildung und Forschung Entwicklung hochfahren
    + Target 2 Salden auf null herunter bringen oder negativ werden lassen
    + Verbindlichkeiten von Griechenland, Italien, Spanien und so weiter in Schuldverschreibungen mit Sachwerten (Gold, Land, Infrastruktur) umtauschen
    + Herausfinden was uns jeder einzelne Migrant gekostet hat und diesem dann 20 Jahre Zeit geben, uns die erbrachten Leistungen zurück zu zahlen

    Jede Regierung, die das nicht macht, verrät die Steuerzahler und die gesamte arbeitende Bevölkerung ein weiteres Mal auf perfide Art und Weise.

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      Und jetzt schlage ich vor, Sie organisieren eine Demonstration auf dem Marktplatz Ihrer Stadt / Gemeinde mit genau diesen Forderungen und halten entsprechende Schilder hoch. Vorher holen Sie die Genehmigung der Gemeindeverwaltung ein. Danach informieren Sie die Presse, diverse politische Parteien bzw. lancieren das im Netz, damit möglichst viele Leute darüber Bescheid wissen. Anschließend bitte ich um Rückmeldung in diesem Blog über den Erfolg der Aktion. Ich wage zu behaupten, das Ergebnis vorhersagen zu können.

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael

      >Diese Verräter sollte man anklagen>

      Ich kann dieses weinerliche Gejammer über die „Verräter“ nicht mehr hören.

      Was für ein ignorantes, dummes Geschwätz!

      Die Dinge sind wie sie sind.

      Entweder ändern Sie sie – Wolfgang Selig hat Ihnen aufgezeichnet, wie das zu machen ist.

      Wenn Sie aber glauben, dass es dafür zu spät ist, dann wandern Sie aus. Dorthin, wo Demokratie Ihrer Auffassung nach besser praktiziert wird.

      Hier den Blog vollzuschwätzen, ändert vielleicht an Ihrer Befindlichkeit etwas, aber nichts an der Realität.

      Und der Erkenntnisgewinn ist sowieso 0,0.

      Antworten
      • Wolff Baer sagte:

        „Hier den Blog vollzuschwätzen,………..“,

        sagt @D.Tischer und empfiehlt @Michael, auszuwandern, damit er selbst weiterhin bei seinen seitenlangen, theoretischen Ergüssen seine teils fragwürdigen Thesen unwidersprochen verbreiten kann.

        Ich denke, daß Dr.Stelter mal wieder intervenieren sollte, damit nicht eine Handvoll selbsternannter Volkswirtschafts-„Päpste“ den Rest des Forums reglementiert.

        Wenn Diskussionen nur unter den Gleichgesinnten möglich ist, dann sollten diese Leute wie Herr Stöcker einen eigenen Blog unterhalten.

  9. guguk sagte:

    Was die Leute nur immer gegen die Nazis haben!?
    Die ganze Welt ist Nazi.
    Jedes Land ist stolz auf sich, am meisten die Amis.
    Dabei haben die den meisten Dreck am Stecken!
    Ich bin gerne Nazi.
    Das bedeutet für mich nur, dass ich patriotisch denke und mich empöre, wenn über unser Land und Volk kübelweise Schmutz übergeschüttet wird vom schlimmsten Feind, den es gibt:
    Dem Feind im Inneren!
    Den Vaterlandsverräter!
    Amen!

    Antworten
  10. Wolff Baer sagte:

    Wir können hier seitenlang diskutieren.

    Solange der einfältige Brot-und-Spiele-Deutsche die Parteien wählt, die seine Existenz zur Disposition stellt und unsere Steuergelder in der Transfer-Union der EU-Pleitiers verzockt, solange werden wir von den europa-romantischen Illusionisten und Volksschädlingen irreversibel geschädigt.

    Antworten
  11. Karl sagte:

    Schon toll, wie sich die Diskussion über den Artikel in einen Streit um die AfD im Allgemeinen und einen Herrn Höcke im Besonderen und schließlich eine Auswanderungsempfehlung mündet. In dem Höcke-Zitat lese ich allerdings nichts über die angesprochenen Target-Salden.
    Zurück zum Artikel von Herrn Stelter:
    Im Abschnitt „Der Euro macht erpressbar“ lautet es u.a.: „……Es genügt nicht, dass wir den anderen Ländern schon mehr als 10.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung zins- und tilgungsfreien, unbesicherten Kredit in Form der Target2-Forderungen gewähren……..“

    Was, bitte, sind „unbesichere“ Kredite? Ich kann – als Gläubiger – eine Forderung, hier: einen Kredit, absichern, etwa durch ein Grundpfandrecht, mit dem mein Schuldner sein Grundstück belastet.

    Eventuell könnte ich als Gläubiger auf diese meine Forderung selbst ein Darlehen aufnehmen und mit einem Pfandrecht den o.a. Kredit belasten. Dieses Pfandrecht könnte ich als Sicherheit meinem Gläubiger gewähren.

    „Besichern“ ist ein Widerspruch in sich. Vermutlich sollte es heißen „……..tilgungsfreien, nicht abgesicherten Kredit …….“ Dann wäre doch alles klar, und man könnte beruhigt weiterlesen.

    Antworten
  12. juergen hienzsch sagte:

    Werte Kommentatoren, zum Antisemitismus und Afd und den jüngsten Vorkommnissen in Berlin:

    Beatrix von Storch, Bundestagsabgeordnete der AfD, bringt es in ihrer bei Twitter Stellungnahme auf den Punkt:
    »Der islamische Mob tobt durch das Herz unserer Hauptstadt. Die Regierung schweigt. Und Tage später verurteilt
    sie dann „alle Formen“ von Antisemitismus und „Fremdenhass“. Fremde – alle Nicht-Muslime.«

    Quelle: http://www.freiewelt.net

    Antworten
  13. ikkyu sagte:

    Nun, bei den schlechten Zukunftsaussichten sind sich hier ja alle weitgehend einig.
    Wenn die großen Umwälzungen dann wirklich kommen, werden die Nachfahren sicher fragen, was man denn persönlich gegen diese Politik unternommen hat.

    Als AfD-Wähler wird man sagen:

    „Ich habe die einzige nicht-sozialistische Anti-Partei gewählt. Leider wollte die Mehrheit ein weiterso.
    Durch das Zusammenspiel des Establishments aus Wirtschaft und Medien wurde eine maßgebend an den Verwerfungen und politischen Fehlentscheidungen beteiligte Partei namens FDP zur Anti-Partei aufgebaut, einfach nur durch ein „NEIN“ bei den damaligen Koalitionsverhandlungen.
    Da das Volk sehr schnell vergißt, wurde diese von vielen Unzufriedenen gewählt. Die Politik hat sich danach nicht verändert.

    Man konnte nichts dagegen machen.“

    Frage an die Herren Tischer und Selig:
    Was werden Sie ihren Nachfahren (falls dann noch vorhanden) antworten?

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      Ihr Szenario ist eine Annahme, die realistisch erscheint.

      Es impliziert, dass „die große Umwälzung“ hätte vermieden werden können, wenn die Mehrheit nicht ein Weiter-So, sondern die AfD gewählt hätte.

      Das ist eine falsche Auffassung.

      Die große Umwälzung wird kommen, und zwar in kontinuierlich mehr oder weniger großen Schritten (einen umfassenden Systemcrash ausgeblendet, weil der keine Umwälzung, sondern ein Schock wäre, nach dem die Welt sich neu sortieren müsste).

      M. A. n. sind für die Umwälzung Megatrends wie Globalisierung, Demografie, Verstädterung, Migration, Digitalisierung und Verschuldung URSÄCHLICH, die durch nationale und existierende Fornate internationaler Politik nicht entscheidend zu beeinflussen sind.

      Es geht also um Anpassung und zwar für uns um Anpassung nach unten.

      Die Anpassung ist durch nationale Politik zu gestalten, marginal zwar mit Blick auf die Megatrends, aber durchaus nicht unerheblich für uns.

      Oberstes Ziel muss dabei sein, bei allen gewollten und nicht gewollten Veränderungen die STABILITÄT der Gesellschaft zu sichern, was nicht heißt, sie auf ein Ziel zu fixieren.

      Das geschieht zum einen durch die konsequente Fokussierung auf das wirtschaftliche Wachstum, das überhaupt möglich ist. Zum andern muss darauf geachtet werden, dass die Gesellschaft insgesamt nicht überfordert und destabilisiert wird durch die Anpassungszwänge – UND die Maßnahmen, sie verträglich zu gestalten.

      Mit dieser Auffassung ist den Nachfahren zu antworten:

      Ich habe die Parteien gewählt, die ihrer Programmatik nach den m. A. n. besten Weg weist.

      Das ist nicht die AfD, die mit ihren völkischen Tönen die schon gespaltene Gesellschaft noch mehr spaltet und sie außerdem in die falsche Richtung führt. In einer globalisieren Welt, die auf Kooperation angelegt ist, kann es nicht der richtige sein. Zum andern ist nicht klar, wohin sie programmatisch will; so ist sie in der Rentenfrage offensichtlich gespalten. Hier muss sie noch liefern. „National + sozialistisch“ ist nicht akzeptabel für mich. Dass ihre marktwirtschaftlichen Ansätze und die rigorose Zuwanderungsbeschränkung meine Zustimmung finden, macht sie nicht wählbar.

      Ich habe FDP gewählt, weil sie als EINZIGE regierungsfähige Partei UMDENKEN fordert, dabei auf mehr EIGENVERANTWORTUNG setzt und den sozialen Ausgleich nicht aus dem Blick verliert. Ihr Ausstieg aus den Jamaika-Verhandlungen ist ein Zeichen, dass sie es ernst damit meint. Dass jetzt alle auf ihr rumhacken, zeigt, dass die Deutschen in großer Mehrheit ein effizientes Weiter-So wünschen. Was damit unsere zukünftige Befindlichkeit als Individuen und Gesellschaft sein wird, interessiert die wenigsten.

      Also, liebe Nachfahren:

      Ich habe meiner Auffassung entsprechend die Partei gewählt, die den richtigen Weg geht.

      Mehr konnte ich nicht tun.

      Wenn ihr Euch nach mir genauso verhaltet – so weit wie Euch möglich fundierte Auffassungen bildet und dann die beste verfügbare politische Kraft für eine produktive Umsetzung wählt –, handelt ihr richtig, seid aber vermutlich nicht erfolgreich damit. RICHTIG, d. h. den Erkenntnissen nach handeln zu können, IST bereits ein Erfolg. Einen im Ergebnis befriedigenden Erfolg könnt ihr so wenig erwarten, wie ich es konnte.

      Denn an den zu eurer Zeit herrschenden Megatrends und den Anpassungszwängen werdet ihr so wenig ändern können, wie ich es zu meiner Zeit konnte.

      Antworten
      • ikkyu sagte:

        @ D. Tischer

        Ich stimme Ihnen zu, dass es technische (z.B. Digitalisierung) und globale, politische Veränderungen (z.B. Verschiebung des Machtzentrums nach Asien) gibt, welche die Politik in Deutschland nicht ändern kann. Daher ist Anpassung die beste Strategie: Survival of the fittest!

        Jedoch sind die größten Problemfelder im Bereich Energieversorgung, Infrastruktur, Bildung, Europa und Migration auf Fehlentscheidungen der deutschen Politik zurückzuführen. Und daran hatte die FDP einen gehörigen Anteil.

        Wer eine glaubhafte Änderung der Politik in den genannten Bereichen will, muss imo einer neuen politischen Kraft eine Chance geben.
        Außerdem: Konkurrenz belebt das Geschäft.

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