Schuldenwachstum ohne Ende: 217 Billionen/325 % vom Welt-BIP

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Heute Morgen der geschätzte Mark Dittli mit der Zusammenfassung der weltwirtschaftlichen (Schulden-)Situation. Nun die Fakten nochmals knapp mit letztem Stand via Zero Hedge. Die Kollegen freuen sich schon auf die neueste Ausgabe der Schuldenstudie von McKinsey zur globalen Verschuldung ich auch und bringen an dieser Stelle dafür die letzte Studie des Institute for International Finance. Das Bild ist nicht minder ernüchternd:

  • „(…) total debt as of Q3 2016 once again rose sharply, increasing by $11 trillion in the first 9 months of the year, hitting a new all time high of $217 trillion. As a result, late in 2016, global debt levels are now roughly 325% of the world’s gross domestic product.“ bto: so viel zu dem Geschwafel vom Schuldenabbau.
  • „(…) emerging market debt rose substantially, as government bond and syndicated loan issuance in 2016 grew to almost three times its 2015 level. And, as has traditionally been the case, China accounted for the lion’s share of the new debt, providing $710 million of the total $855 billion in new issuance during the year (…).“ bto: Die Lage in China habe ich auch regelmäßig beleuchtet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Chinesen sich ihren Problemen stellen müssen.
  • „(…) the IIF warned that higher borrowing costs in the wake of the U.S. presidential election and other stresses, including an environment of subdued growth and still-weak corporate profitability, a stronger (U.S. dollar), rising sovereign bond yields, higher hedging costs, and deterioration in corporate creditworthiness presented challenges for borrowers.“ bto: Ja, das kann man wohl sagen und fürchten.
  • „Sadly, since we don’t have access to the underlying data in the IIF report, we leave readers with a snapshot of just the global bond market courtesy of the latest JPM quarterly guide to markets. It provides a concise snapshot of the indebted state of the world.“ bto: Das ergeht mir genauso. Wenn ein Leser die Studie haben sollte und darin interessante Charts sind, nur her damit!

 

→ Zero Hedge: „Global Debt Hits 325% Of World GDP, Rises To Record $217 Trillion“, 4. Januar 2017

6 Antworten
  1. Wolfgang Selig says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter, vielen Dank für die Zitate aus diesem Bericht. Dazu hätte ich eine Frage:
    Haben Sie eine private Meinung oder eine seriöse Quellenmeinung, wie hoch die Weltgesamtverschuldung maximal noch steigen kann? Ich denke, Sie und fast alle Foristen sind sich einig, dass große außerordentliche Ereignisse analog Lehmann auch jetzt schon eine unkontrollierte Bereinigung auslösen könnten. Für mich stellt sich aber hier die Frage, ob es (ohne „Schwarze Schwäne“ u.a. Extremereignisse) eine halbwegs modelierbare mathematische Grenze der Gesamtverschuldung gibt, ab der auch ohne Extremereignisse ein Limit erreicht ist und der Verschuldungszuwachs einfach endet. Mein Bauchgefühl sagt mir schon seit Jahren, dass es erreicht sein müsste (und seit Jahren liege ich damit regelmäßig falsch, denn die Verschuldung steigt immer weiter :-). Rein mathematisch wären natürlich auch 500 % oder 700 % dept to GDP denkbar, aber ist das volkswirtschaftlich noch realistisch? Über eine Antwort im Forum würde ich mich sehr freuen.

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Solange das fiktive Kapital (= weitgehend unterlassene Steuererhebung im Falle der Staatsschulden) nicht in die Realwirtschaft drängt und zu konsumtiver Nachfrage wird, geht das mit der Verschuldung ohne größere Inflation ad infinitum: https://zinsfehler.com/2016/11/27/debitismus-ad-infinitum/.

      Die monetären Fiktionen kreisen dann weiterhin im selbstreferentiellen Assetuniversum um die eigene Achse. Problematisch wird das ganze vermutlich in Deutschland in 15 Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ihre Ansprüche gegen die Verwalter der Illusionen geltend machen wollen/müssen und dann diese Fiktionen inflationär realisiert werden. Da zugleich die inländischen Investitionen vernachlässigt wurden, wird dieser Inflationseffekt noch stärker wirken. Ein wenig Linderung gibt es, weil Deutschland aufgrund der hohen LB-Überschüsse (ähnlich wie Japan) überwiegend bei der eigenen Bevölkerung verschuldet ist. Bei Verschuldung gegenüber dem Ausland können schon viel geringere Schuldenquoten einen Crash auslösen (Lateinamerikakrise und jüngst Argentinien).

      LG Michael Stöcker

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      • Dietmar Tischer says:

        >Solange das fiktive Kapital (= weitgehend unterlassene Steuererhebung im Falle der Staatsschulden) nicht in die Realwirtschaft drängt und zu konsumtiver Nachfrage wird, geht das mit der Verschuldung ohne größere Inflation ad infinitum>

        Das ist falsch.

        Richtig ist, dass es keine größere Konsumgüternachfrage gibt und insoweit keine größere Inflation die Konsumgüter betreffend.

        >Die monetären Fiktionen kreisen dann weiterhin im selbstreferentiellen Assetuniversum um die eigene Achse.>

        Im „selbstreferentiellen Assetuniverum“ gibt es selbstverständlich Inflation, wenn die Verschuldung immer weiter getrieben wird.

        Die Leute verschulden sich schließlich nicht, um das Geld unter die Matratze oder ins Schließfach zu legen.

        Sie verschulden sich, um am inflationären Anstieg der Assetpreise zu partizipieren und steigern sie durch fortwährende Verschuldung.

        Nur:

        Die Assetpreise können nicht UNENDLICH steigen.

        bto. hat hier am Blog vorgerechnet, dass sie irgendwann bei abnehmender Rendite kollabieren und zwar dann, wenn die Erträge aus den gestiegenen Assets nicht mehr die Zinsen der Kredite für diese Assets einspielen. Dann ist das Spiel aus, Masseninsolvenzen sind die Folge. Bei hinreichender Fallhöhe bzw. Verschuldungsvolumen bedeutet das den Systemcrash.

      • Michael Stöcker says:

        „Die Assetpreise können nicht UNENDLICH steigen.“

        Doch, sie können es. Wir benötigen lediglich einen konstanten Anstieg der relevanten Geldmenge. Das Inflationsziel der EZB weist hier den richtigen Weg. Nominalwerte können unendlich steigen; da gibt es keine physische Grenze. Wenn es im Laufe der Jahrzehnte dann zu unübersichtlich beim Rechnen wird, dann streicht man eben eine oder auch schon mal zwei oder drei Nullen. Bei einem 2%-Ziel ca. alle 100 Jahre eine Null. Der Dollar und das Pfund machen uns dies schon eine ganze Weile vor: https://www.welt.de/finanzen/article13728523/Das-Britische-Pfund-ein-Ueberlebenskuenstler.html

        LG Michael Stöcker

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