Die Eiszeit kehrt zurück – hier das Szenario

Mein 2016 erschienenes Buch gewinnt wieder an medialer Aktualität. Mit immer mehr um sich greifenden Negativzinsen, weiteren aggressiven Interventionen der Notenbanken und Kapitalmärkten, die immer mehr an der Effektivität der Maßnahmen zweifeln, wird das Thema der Eiszeit in der Weltwirtschaft wieder breiter wahrgenommenen. Leser von bto wissen natürlich, dass die Krise nur eine Pause gemacht hat, um nun mit noch mehr Macht zurückzukehren.

Im Februar 2016 habe ich im manager magazin die Kernthesen zusammengefasst. Hier zur Erinnerung die damalige Argumentation:

Die Zinsen liegen auf Jahrhunderttiefs, die Bilanzen der Notenbanken sind so aufgebläht wie noch nie. Sieben Jahre ist die Finanzkrise schon her, doch die Wirtschaftspolitik bleibt so expansiv wie sonst nur in der tiefsten Rezession. Stellt die US-Notenbank Fed mit einer Mini-Zinserhöhung eine Umkehr dieses Trends in Aussicht, sorgt das bereits für Panik. Aus Davos appelliert kein geringerer als Hedgefondslegende Ray Dalio an Notenbanken und Regierungen, noch länger noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Nur so ließe sich eine neue Depression verhindern.

Man könnte Dalios Warnungen leicht als Versuch abtun, die Geldpolitik zum eigenen Nutzen zu beeinflussen. Wenn er nicht so eine gute Begründung hätte: das Ende des fünfzigjährigen Schulden-Super-Zyklus. Weltweit haben die Schulden ein historisch einmaliges und immer untragbareres Niveau erreicht. Folge sind geringe Nachfrage, Überkapazitäten, schwaches Wachstum und deflationäre Tendenzen. Der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers nennt es säkulare Stagnation, ich nenne es Eiszeit.

Der Ruf nach noch mehr billigem Geld, Negativzinsen, damit einhergehenden Bargeldverboten und direkter Finanzierung von Staaten durch die Notenbanken unterstreicht, dass wir inmitten einer Zeitenwende stehen. Jahrzehntelang haben wir über unsere Verhältnisse gelebt. Jedes kleine Konjunkturproblem, jede Turbulenz an den Finanzmärkten, wurde mit tieferen Zinsen und mehr Schulden bekämpft. Dabei erfordern tiefe Zinsen heute noch tiefere Zinsen morgen, um das Schuldengebäude vor dem Einsturz zu bewahren. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht die Notenbanken in einer Abwärtsspirale gefangen.

Unser Bankensystem kann praktisch unbegrenzt neue Schulden und damit neues Geld schöpfen. Bereitwillig haben wir davon Gebrauch gemacht, jedoch nicht um zu investieren. Bis zu 90 Prozent der neu vergebenden Kredite dienten keinem produktiven Zweck. Stattdessen wurde konsumiert und spekuliert. Mit immer mehr „Leverage“ haben wir uns gegenseitig vorhandene Assets, wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Kunst zu immer höheren Preisen verkauft. Hier liegt die eigentliche Ursache für gestiegene Vermögen und Ungleichheit.

Nach dem Fast-Kollaps des Systems im Jahre 2009 gelang es nochmals, die Schuldenmaschinerie ans Laufen zu bekommen. Fast überall liegt die Verschuldung von Staaten und Privaten deutlich höher als zu Krisenbeginn. China alleine hat seit 2007 21 Billionen US-Dollar Schulden hinzugefügt und liegt mit einer Schuldenlast von über 200 Prozent des BIP auf dem Niveau der Industrieländer. Rund sechs Billionen US-Dollar sollen dabei in Geisterstädte und Überkapazitäten geflossen sein.

Nun ist die Verschuldungskapazität der Welt zunehmend erschöpft. Nun müssen wir die Schuldenlast abbauen, ohne die Wirtschaft in die Depression zu stürzen. Die Aufgabe ist ungleich schwerer als vor 80 Jahren, weil die Verschuldung höher liegt, mehr Regionen der Welt umfasst und die fundamentale Entwicklung deutlich schlechter ist. Schrumpfende Erwerbsbevölkerungen und schwache Produktivitätsfortschritte senken das Potenzialwachstum. Damit wird die Differenz zwischen erreichbarem und erforderlichem Wachstum um die Schulden in den Griff zu bekommen unüberbrückbar.

Der Weg des „Deleveraging“ ist schmerzhaft und deshalb politisch und sozial schwer vermittelbar. Politik und Notenbanken versuchen einen dritten, vermeintlich schmerzfreien Weg zu finden: die heimliche Entwertung der Schulden durch Inflation. Ray Dalio, Paul Krugman, Larry Summers, Kenneth Rogoff und viele andere Experten setzen auf diese Lösung. Wenn erforderlich, sollen die Notenbanken das Geld vom Helikopter abwerfen, um Inflation zu erzielen.

Stellt sich die Frage, ob Politik, Schuldner und Gesellschaften die Eiszeit so lange durchhalten, bis es gelingt, eine „gesunde“ Inflation zu erreichen, die Schulden und Forderungen vernichtet. Je länger die Eiszeit andauert, desto größer wird die Versuchung, durch einseitige Maßnahmen die eigene Situation zu verbessern. Währungskriege und Protektionismus sind bereits seit 2008 zunehmend im Gange. Erst haben die USA die eigene Währung deutlich geschwächt, dann die Japaner, dann die Europäer, nun scheint China dem Druck auf Dauer nicht zu widerstehen. Historiker sehen als eine der Hauptursachen für die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre den zunehmenden Protektionismus. Können wir eine Wiederholung nicht verhindern, droht in der Tat eine Verschärfung der Krise.

Je länger die Eiszeit andauert, desto größer auch die Spannungen im Euroraum, dessen Mechanismen, ähnlich wie der Goldstandard in den 1930er-Jahren, die Anpassung in den einzelnen Ländern erschweren. Die Stabilisierung der Lage in den letzten Jahren signalisiert eine Pause, keineswegs eine Lösung der Eurokrise. In einer schwachen Weltwirtschaft ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu Auflösungserscheinungen kommt. Länder wie Italien sind schon jetzt in einer Krise, die länger andauert als die Depression der 1930er-Jahre.

Die Alternativen zur Inflation sind wenig erquicklich. Schuldenschnitte, Pleiten und Vermögensabgaben werden dann unumgänglich. Die neuen Regelungen zur Gläubigerbeteiligung bei Bankensanierungen geben einen Vorgeschmack, in welche Richtung es gehen könnte. Alleine für Banken der Eurozone wird der Kapitalbedarf auf eine Billion Euro geschätzt. Kommt es zu erheblichen Forderungsausfällen, geht dies nicht spurlos an den Vermögenden vorbei. Denn ebenso wie die Schulden der Welt gestiegen sind, sind auch die Vermögen gewachsen. Sinken Erstere, so schrumpfen auch Zweiten. Kein erfreulicher Ausblick.

Auch die Inflation ist nicht frei von Gefahren. Jeder kennt das Bild von der Ketchup-Sauerei, die entsteht, wenn man die Flasche lange genug schüttelt. Alle Hyperinflationen haben sich innerhalb von wenigen Monaten abgespielt. Fehlt das Vertrauen in Geld, fällt der Wert rasch auf den intrinsischen Wert: null.

Wir müssen das Problem der Überschuldung beherzt angehen, um die Eiszeit zu überwinden. Doch die Politik spielt weiter auf Zeit und hofft auf ein Wunder. Deshalb sollten wir uns auf die Eiszeit und deren Folgen einstellen. In der Führung von Unternehmen wie in der Verwaltung unseres Vermögens. Bill Gross, der legendäre Bond-König, verglich die Lage an den Kapitalmärkten kürzlich mit einer langen Bergwanderung. Nach dreißig Jahren Anstieg, immer wieder unterbrochen durch kleinere Rückschläge, sei man nun am Gipfel angelangt. Damit ist das mit einem Absturz verbundene Risiko deutlich gewachsen. Dauert es in einem normalen Kapitalmarktumfeld sechs Jahre, um einen Verlust von 30 Prozent wieder aufzuholen, so dauert es in einem Umfeld mit drei Prozent jährlichem Ertrag 12 Jahre. Als Kapitalanleger müssen wir daraus unsere eigenen Schlüsse ziehen. Es gibt keine Patentrezepte, und jene, die solche propagieren, sind entweder Hellseher oder Scharlatane. Ich tippe auf Letzteres.

Ziel der Kapitalanlage muss ein globaler, kaufkraftbereinigter Vermögenserhalt plus x sein. In der Tat werden wir schon froh sein, wenn uns ein Kapitalerhalt in diesen Zeiten gelingt. Ein positiver Zusatzertrag ist dann ein Bonus, jedoch sollte der Return of Capital vor dem Return on Capital stehen. Und der Zusatz „global“ ist wichtig, weil es uns nichts nützt, in Euro reich zu sein, wenn wir uns für diese Euro in der Welt immer weniger kaufen können.

Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn wir uns auf verschiedene Szenarien einstellen: Deflation, Inflation, Schuldenschnitte, Zahlungsausfälle, Vermögensabgaben und Kombinationen davon. Besonders schwer wird es sein, den Wetterumschwung von Deflation auf Inflation – so er denn eintritt – zu bewältigen. Keinesfalls darf man auf nur ein Szenario setzen, zum Beispiel mit Blick auf die „sichere“ Inflation mit vielen Schulden Immobilien kaufen. Fallen die Preise, erweisen sich Schulden als tödlich. Gewinnt die Deflation Überhand, kollabieren die Vermögenswerte auf breiter Front.

Die Antwort liegt nicht in exotischen Anlageklassen wie Kunst, Wein und Oldtimern. Sie liegt auch nicht in der Streuobstwiese um die Ecke. Sie liegt, so banal es klingt, in einem disziplinierten Ansatz der internationalen Diversifikation. Gepaart mit Kostenbewusstsein. Spätestens in einem Umfeld von Nullzinsen ist es an der Zeit, die offenen und verdeckten Kosten der Geldanlage unter die Lupe zu nehmen.

Die Eiszeit dauert an und eine schmerzfreie Lösung ist nicht in Sicht. Machen Sie Ihr Haus winterfest.

manager-magazin.de: „Klammergriff der Staatsschulden: Willkommen in der Eiszeit“, 15. Februar 2016

51 Kommentare
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    Eva Maria Palmer sagte:

    Betr. AfD-Bashing

    Mit SFR und Herrn Otte bin ich wohl eine der Wenigen, die sich in diesem anonymen Falsch-Namen-Blog als AfD-Wähler und Hayek-Sympathisanten outen.

    Hoffentlich kommt Dr.Stelter eines Tages auf die Idee, bei Blog-Teilnehmern die richtigen Namen einzufordern.

    Da würde uns eine Menge Geschwätz-Unfug erspart bleiben.

    Kaum einer der AfD-Kritiker hat wohl das Parteiprogramm der AfD richtig gelesen, wahrscheinlich genausowenig den gefährlichen und volksschädigenden Programm-Unfug der Roten, Linken und Grünen.

    Im Parlament mit Hunderten angepaßten und fraktions-vergewaltigten Polit-Dilettanten und Maulkorbträgern ist die AfD die einzige ernstzunehmende Opposition, die oft dafür gerügt wird, auf alle Probleme (die uns von den gottverdammten Alt-Parteien eingebrockt wurden) „nur einfache Lösungen“ anzubieten.

    Selbstverständlich darf jeder im Wahlkampf, die „einfachste Lösung“ anstreben, und möglichst den erwiesenen Volksschädlingen den Erfolg streitig machen.

    Wenn man sich die kaputte EUDSSR-CDU anschaut, mit der seligen, europaromantischen Europa-Birne und seinem „Mädchen“, die uns in die Transfer-Union der Pleitegeier mit einer inkompatiblen Einheitswährung und einem zunehmend islamisierten Deutschland geführt hat, könnte man sehr wohl auf die Idee kommen, geschlossene Grenzen, eine richtige Einwanderungs-Politik und ein Europa der Vaterländer zu fordern.

    Wir könnten auch fordern, nicht in einem Unrechtsstaat zu leben, in dem eine Kanzlerin nicht folgenlos millionenfach das Grundgesetz außer Kraft setzt und Millionen illegaler Eindringllinge ins Land holt, die unsere Sozial-Systeme verdampfen lassen.

    Drei ehemalige Verfassungsrichter und ein EX-Verteidigungsminister halten Merkels Migranten-Politik für rechts- und verfassungswidrig, aber erst nachdem Sie überversorgt wohlig die unverdiente Staatsknete einstreichen konnten.

    Das ist ein Merkmal eines Unrechtsstaates, in dem die „Hüter“ unserer Verfassung alle wichtigen Entscheidungen an den nicht legitimierten EU-Gerichtshof zum Nachteil Deutschlands weitergereicht haben, mit dem Erfolg, daß die doofen Deutschen jetzt für alle bankrotten Banken Europas haften müssen und evtl. später auch für alle EU-Arbeitslosen und unsere Bankeinlagen im EU-Sicherungsfonds verbraten werden.

    Alle diese Dinge hat die AfD als einzige Partei im Bundestag kritisiert und wurde dafür anschließend dafür beschuldigt, für alles „nur einfache Lösungen“ anzubieten, nämlich die Mandatsträger dieser volksfeindlichen Politik zu entmachten.

    Ich persönlich würde diese „einfachen Lösungen“ für die einzig mögliche Rettung Deutschlands halten.

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    Thierry sagte:

    @ Bürger D’s:
    „Passend dazu wurde gerade eine Ausweispflicht ab 2.000 € beim Erwerb von Edelmetall beschlossen.“

    Dass ich nicht lache. In der Schweiz beträgt diese Meldegrenze CHF 20’000. Damit kauft man ca. 13 KrügerRands, zwei Personen das doppelte. Die unbemerkt über die Grenze zu schaffen, sollte für einen mittelmässig begabten EU-Bürger kein Problem sein.

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      Bürger Deutschlands sagte:

      @ Thierry
      Wenn Sie darüber lachen können, ist das doch schön. Weniger schön ist es, wenn Sie beim Grenzübertritt gefragt werden, was denn das für Zeugs ist. Womöglich sind sie ihr Güldenes los und haben parallel noch ein Strafverfahren am Hals. Ach ja, und das Finanzamt mit „vielen dummen“ Fragen. Alles Dinge, die man braucht, wenn man so richtig Langeweile hat.

      Dass diese Maßnahme lächerlich ist, damit dürften wir übereinstimmen. Die Ergebnisse dieses Gesetzes bezüglich Geldwäsche sind mehr als miserabel, wesentlich mehr Straftäter mit normalen Delikten werden hierdurch enttarnt.
      Abgeschreckt werden nur die Braven, echte Ganoven interessiert das nicht die Bohne. Die machen jetzt schon ungestört weiter und wenn die GW-Verdachtsmeldung denn eintrudelt, ist das Geld abgehoben und in Sicherheit.

      Allein der Umstand, dass es auch in der Schweiz eine Meldegrenze gibt, sollte zu denken geben. Die lässt sich nämlich in kürzester Zeit reduzieren, so wie viele andere Dinge, die dort in Richtung EU gesteuert werden. Wenn ich das richtig gelesen habe, hat nämlich auch die SNB hat so ihre Probleme.

      Nicht dass wir uns falsch verstehen, ein Schweizer Pass hat schon was!!! Aber als deutscher Steuerbürger ist man so einiges gewohnt und die Richtung dürfte klar sein. Die 2000 €-Meldpflicht ist ein weiteres Indiz. Das war meine wesentliche Aussage. Gruß

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        Starchild sagte:

        @Bürger des Getäuschtenlands
        die Gesetze gegen Geldwäsche gelten natürlich nur für die bösen Deutschen , nicht für die guten Migranten, die winkt man gastfreundlich durch denn die haben ja Kontoverbindung zu den Organisatioen und sind Mitglied bei den Grünen und haben gestern wieder einen bösen Deutschen mit der Machete auf offener Strasse umgebracht haben.

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      Starchild sagte:

      @Thierry
      die Schweiz ist imVisier , die Kontrollen werden bald verstärkt, auch alles was aus EU rausgeht wird schon kontrolliert .
      Und wozu nach DE reinbringen wenn der Besitz enteignet und als Deutscher etwas zu auf die Seite gelegt zu haben kriminalisiert wird. Und Gesetze widersprechen sich immer mehr so dass man weder vorwärts noch rückwärts noch seitwärts kann und den gordischen Knoten zu zerschlagen käme dreifach teuer. Löse hier gerade eine Betriebsaufspaltung auf ..am einfachsten geht noch Titanic volle Kraft voraus.

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        Richard Ott sagte:

        Völlig abstraktes Beispiel ohne Bezug zu aktuellen Ereignissen:

        Glauben Sie, man kann als – sagen wir mal – eritreischer Migrant, nach dem in der Schweiz gefahndet wird, einfacher aus der Schweiz nach Deutschland einreisen als als deutscher Staatsbürger mit Goldmünzen für 20000 EUR in der Tasche?

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        Thierry sagte:

        @Starchild
        Auf welchem Stern leben Sie denn?
        Wenn man schon etwas im Säckel hat, direkt über die D-CH Grenze zu fahren/laufen/radeln/fliegen, das machen doch nur völlig unterbelichtete Zeitgenossen.
        Niemand hindert Sie das z.B. via F zu tun. Zwischen F und dem Schweizer Jura gibt es kleine Grenzübergänge, auf denen der Staub zentimeterdick liegt.

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    Bürger Deutschlands sagte:

    Ich habe so meine Zweifel, ob das Thema Inflation tatsächlich (noch) vorrangig ist, also angestrebt wird. Versucht wurde es, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Der ist nicht möglich in einer globalisierten Welt. Auf jeden Fall würde die weitere Verfolgung dieses Weges der Alternative widersprechen.

    Das Alternativ-Szenario ist nämlich schon in Arbeit. Es ist die CO2-Abgabe. Die Fridays-for-Future-Aktionen waren gesteuert, oder bezweifelt das jemand? Man wird den Leuten auf diesem Wege das Geld wegnehmen, und viele tragen es bereits in vorauseilendem Gehorsam vor sich her.

    Wer sich diesbezüglich informieren möchte, soll, kann oder muss auf die Seite des WBGU gehen. Es handelt sich um den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.
    https://www.wbgu.de/de/publikationen/publikation/welt-im-wandel-gesellschaftsvertrag-fuer-eine-grosse-transformation
    Dort nachzulesen sind die Ideen für die große Transformation. Dahinter steckt nichts anderes als eine globale Dekarbonisierung, zumindest nach den Vorstellungen der Bundesregierung.
    Dass das teuer wird, ist ein offenes Geheimnis und wird ja schon entsprechend angekündigt. Damit die kleinen Leute nicht völlig austicken, gibt es hier einen Ausgleich für die Kosten, die man dem Mittelstand aufdrückt. Im Ergebnis sind alle arm, bis auf die ganz Reichen, die sich rechtzeitig ruhige Domizile gesucht haben.

    Passend dazu wurde gerade eine Ausweispflicht ab 2.000 € beim Erwerb von Edelmetall beschlossen.Das dient natürlich dem Schutz vor Geldwäsche.

    That´s the way it comes.

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    Thomas M. sagte:

    Zum Thema Diversifikation / Portfolio möchte ich eine extrem interessante Website vorstellen.

    Es ist ein privates kostenfreies Projekt. Auf der Website sind verschiedene Portfolios abgespeichert, die sich backtesten lassen. Alle wichtigen Parameter wie Rendite, maximaler Rückgang (Länge und Tiefe), Volatilität werden ausgewertet. Das ganze gibt’s als Zahlen sowie sehr hübschen Diagrammen. Der Clou ist aber, dass man – wenn auch in bescheidenem, dafür aber übersichtlichem Umfang – einen eigenen Mix aus Anleihen, Aktien, REIT etc. testen kann. Dieser wird dann auch mit den anderen Portfolios verglichen (PORTFOLIO MATRIX). (Hierzu kann man seine Zahlen in die Maske eintippen; die Summe darf freilich nicht >100 werden, sonst wird die Eingabe ignoriert.)

    https://portfoliocharts.com/portfolios/

    Natürlich kann ein Backtest nicht die Zukunft vorhersagen, aber er gibt einem zumindest ein Gefühl für die *langfristige* Entwicklung und weshalb der Mix so wichtig ist, um Ertrag vs. Volatilität / Risiko zu moderieren.

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    Donnerkeil sagte:

    Leser dieses Blogs – mich eingeschlossen – dürften als ‚Old School‘ zu verorten sein.

    Wie die neue vermeintliche Intelligenzia tickt, ist bei SPON nachzulesen (nebst 65 Seiten meist zustimmenden Kommentaren (Sic!):

    „Diskriminierung muss nicht immer offener Hass sein, sie kann auch einfach darin bestehen, dass man Leute vergisst. Oder sie kann darin bestehen, dass man findet, es sollten sich eben nicht alle Leute die gleichen Dinge leisten können.“

    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-hoehere-flugpreise-muss-man-sich-leisten-koennen-kolumne-a-1279610.html

    Man staunt.

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    Richard Ott sagte:

    Off-Topic aber so interessant, dass ich es hier poste:
    https://twitter.com/Wahlrecht_de/status/1156281961104760833

    In Thüringen (Wahltermin 27.10.19) manifestiert sich gerade das absolute CDU-Horrorszenario:
    CDU 21%
    SPD 8%
    Grüne 11%
    FDP 5%
    Linke 25%
    AfD 24%

    Falls die FDP reinkommt (und die SPD auch…) würde das bedeuten, das entweder Linke oder AfD für eine Regierungsmehrheit zwingend nötig sind, während gleichzeitig Rot-Rot-Grün keine Mehrheit hat. Dann müsste sich die CDU zwischen einer Koalition mit AfD oder Linkspartei entscheiden. Und Thüringen ist auch noch das Heimatland von Höcke, was eine CDU-Linkspartei-Koalition zumindest wahrscheinlicher macht…

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        Richard Ott sagte:

        @Thierry

        „Da wäre doch eine Koalition Linke-AfD passend. Mal was neues! Haha.“

        Seit der Ausbootung von Wagenknecht eine abwegige Vorstellung, zumindest auf Landes- oder Bundesebene. Wenn AfD und die aktuelle Lifestyle-Drogendeal-Kommunistenhipster-Linkspartei ein Sondierungsgespräch führen könnten, ohne dass es dabei Tote gibt, wäre das schon ein riesen Erfolg.

        Unrealistischer wäre da nur noch eine Koalition aus AfD und Grünen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      Das wirklich DRAMATISCHE anhand dieser Zahlen:

      Die Gesellschaft in Thüringen ist tief GESPALTEN.

      Ca. 50% für Rechts- und Linksaußen, die (AfD und Die Linke) nicht im Geringsten konsensfähig sind.

      Ca. 50% für die Mitte, deren Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP) sich teilweise im Überlebenskampf behaupten müssen und mehr oder weniger gegeneinander regieren würden.

      Ich sehe nicht, wie da KONSTRUKTIVE Politik gestaltet werden kann.

      Und wenn doch, dann wird sie nicht den Ansprüche von 50% der Bevölkerung genügen.

      Und jetzt die CDU:

      Als Partei der Mitte will sie so viel wie möglich an den Rändern „einfangen“, um wieder die mit Abstand stärkste politische Kraft zu werden.

      Das ist in meinen Augen die reinste ILLUSION.

      Aber klar, es ist die westdeutsche Perspektive.

      Da dort die tiefgreifende Spaltung etwas später ankommt, kann man sich die Welt vorläufig noch schönreden.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Halten Sie die Grünen noch für eine „Partei der Mitte“? Also ich nicht mehr, in vielen Punkten sind die noch viel radikaler als die Linke, die ja zumindest einen migrationskritischen „Flügel“ (hihi) hat. Das ist aber natürlich die ostdeutsche Perspektive.

        Einen möglichen Weg, damit umzugehen, zeigt der mittlerweile emeritierte und im Westen gerne als „Pegida-Versteher“ geschmähte Dresdner Politik-Professor Patzelt auf, der übrigens die sächsische CDU im Landtagswahlkampf berät und wo ja bekanntlich ein ähnliches Szenario droht:

        „Interviewer: Plädieren Sie etwa für eine schwarz-blaue Koalition?

        Patzelt: Nein, denn ein solches Wagnis würde kein CDU-Anführer politisch überleben. Trotzdem muss auch nach dem 1. September regiert werden. Gewiss kann die CDU eine Anti-AfD-Koalition schmieden. Die aber würde der AfD zu Lasten der CDU einen dauerhaften Wählerzulauf bescheren. In dieser Lage erscheint mir eine Minderheitsregierung der CDU als das kleinstmögliche Übel.

        Interviewer: Also wollen Sie die AfD durch eine Tolerierung an der Regierung beteiligen?

        Patzelt: Nein, kein „Magdeburger Modell“! Praktizieren wir lieber die skandinavische Form der Minderheitsregierung: Man sucht sich fallweise die nötigen Mehrheiten zusammen und erkennt dabei, wem es um das Gemeinwohl geht – und wem nur um Parteitaktik. Das ist anstrengend, wäre aber geeignet, unserer Polarisierung entgegenzuwirken.

        Interviewer: So eine Regierung wäre das Gegenteil von stabilen Verhältnissen.

        Patzelt: Ja, und sie hielte auch keine fünf Jahre. Dann wäre wieder der Wähler gefragt. Der hat die etablierten Parteien aus ihren stabilen Verhältnissen gestoßen, weil er anscheinend möchte, dass sie aus vergangenen Fehlern lernen. Unterbleibt solches Lernen, so zerfällt unsere Gesellschaft im Großkonflikt um Migration, Identität und sozialstaatliche Solidarität zwischen den Polen „Grüne“ und „AfD“. Das sähe ich gerne abgewendet.“

        https://wjpatzelt.de/2019/07/07/pegida-afd-und-koalitionsfragen/

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich habe die Grünen bei meiner KALKULATORISCHEN Betrachtung mit Bezug zu AfD und Die Linke zur Mitte gezählt.

        Sicher, die haben Leute in ihren Reihen, die alles andere als Mitte sind, genauso wie die SPD mit einem Kühnert. Andererseits wählen nicht nur linksempörte Jugendliche, sondern auch klimabesorgte aus der Mitte die Grünen. Ich denke, dass ich sie schon richtig einschätze, besonders das Spitzenpersonal, etwa einen Habeck, der für mich der gefährlichste, weil intelligenteste DEMAGOGE der Republik ist.

        Patzelt ist in meinen Augen nicht nur ein guter Analytiker, sondern auch ein REALIST.

        Er argumentiert mit Blick auf die Regierungsbildung nach der nächsten Wahl in Sachsen.

        Ob Minderheitsregierung der CDU, oder Anti-AfD-Koalition:

        Es ist richtig, instabile Verhältnisse vorauszusagen.

        Ich glaube aber nicht, dass – vorrangig – der (AfD)-Wähler die etablierten Parteien angestoßen hat, aus ihren Fehlern zu lernen.

        Es geht in Ostdeutschland zwar auch um Fehler, aber bei weitem nicht nur um diese. Es geht vor allem darum, wie man eine auf vielfältige Weise gekränkte und auch relativ abgehängte GESELLSCHAFT auch dann einigermaßen stabil halten kann, wenn man die Erwartungen vieler enttäuschen muss. Ich glaube, dass Spitzenleute in der ostdeutschen CDU das begriffen haben.

        Perspektivisch sieht die Sache aber m. A. n. anders aus als Patzelt sie anlässlich der Wahl sieht:

        CDU/CSU werden mit der AfD und, wenn es nicht reicht, auch noch mit der FDP Koalitionen bilden – zuerst in den Ländern, evtl. in Sachsen-Anhalt zuerst.

        VORAUSSETZUNG dafür:

        Die AfD muss den völkischen Höcke-Flügel kaltstellen oder, besser noch, eliminieren.

        Geschieht das nicht, ist eine Koalition mit der AfD in Westdeutschland nicht zu vermitteln.

        Dann werden die Grünen vorgezogen, wie links die auch immer sind.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Ich habe die Grünen bei meiner KALKULATORISCHEN Betrachtung mit Bezug zu AfD und Die Linke zur Mitte gezählt.“

        Und genau da widerspreche ich Ihrer Betrachtung. Spätestens mit der Klimakatastrophen-Weltuntergangspanikmache und dem Gefasel der gut situierten FFF-Junghüpferinnen von „Rebellion“, halte ich die Grünen für keine Partei der Mitte mehr. Da hat sogar die Linke noch mehr Realisten und Pragmatiker in ihren Reihen, zumindest hier im Osten.

        „Andererseits wählen nicht nur linksempörte Jugendliche, sondern auch Klimabesorgte aus der Mitte die Grünen.“

        Das ist dann aber eine schwere Fehleinschätzung der „Klimabesorgten“, wenn die ansonsten tatsächlich eine Politik der Mitte wollen.

        „Es ist richtig, instabile Verhältnisse vorauszusagen.“

        Egal was konkret passieren wird, instabil werden die Verhältnisse auf jeden Fall. Jede zukünftige Regierung wird schwach sein, egal ob es eine Koalition ist, die nur von der Ablehnung gegen die AfD zusammengehalten wird oder ob es tatsächlich eine Minderheitsregierung ist.

        „Ich glaube aber nicht, dass – vorrangig – der (AfD)-Wähler die etablierten Parteien angestoßen hat, aus ihren Fehlern zu lernen. Es geht in Ostdeutschland zwar auch um Fehler, aber bei weitem nicht nur um diese. Es geht vor allem darum, wie man eine auf vielfältige Weise gekränkte und auch relativ abgehängte GESELLSCHAFT auch dann einigermaßen stabil halten kann, wenn man die Erwartungen vieler enttäuschen muss. Ich glaube, dass Spitzenleute in der ostdeutschen CDU das begriffen haben.“

        Nein. Es wäre ja wirklich schön, wenn die CDU und die anderen etablierten Parteien aus Einsicht lernen würden. Aber dazu sind sie zu dumm, oder zu arrogant (die von der CDU glauben hier in Sachsen nach fast 30 Jahren ununterbrochener Regierungsbeteiligung, sie seien selbst der Staat), oder beides. Die lernen nur durch Schmerzen, also konkret durch den Verlust von Mandaten und Regierungspöstchen.

        Wenn Sie das ganze nur mit den üblichen Phrasen von einer „gekränkten und abgehängten“ Gesellschaft erklären, dann übersehen Sie wichtige Entwicklungen. Die größten Kränkungen musste der Osten kurz nach der Wende hinnehmen, aber in Sachsen kam die CDU damals trotzdem auf ungefähr 60%. Die Biedenkopf-CDU konnte nämlich damals noch eine realistische Perspektive dafür aufzeigen, wie es in Zukunft besser gehen würde als in der Vergangenheit. Diese Perspektive ist weg – ausgenommen natürlich, Sie sind Migrant aus dem Asyl-Komplex (ob nun mit rechtmäßigem Schutzanspruch oder ohne) oder arbeiten für die Asylindustrie.

        Und dazu kommt noch eine selbstgerechte Regierungspropaganda in den Medien, die völlig offensichtliche Parallelen zur DDR-Propaganda hat. Nach der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz habe ich mir mal den Spaß erlaubt und einen Leserbrief zu dem Thema an eine sächsische Zeitung geschrieben, wobei ich einfach nur typische Phrasen aus der Berichterstattung zu DDR-Volkskammerwahlen in der damaligen SED-Parteizeitung „Neues Deutschland“ zusammengefügt und falls nötig leicht an den modernen Sprachgebrauch angepasst hatte. Das klang dann ungefähr so: „Ein überwältigender Vertrauensbeweis für den Kandidaten der ‚Nationalen Front‘ gegen die AfD und ein machtvolles Bekenntnis für Vielfalt und Weltoffenheit im Sinne des Aufrufes der Kulturschaffenden in Görlitz. Der Sieg der demokratischen Kräfte ist ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung des Friedens“. Wurde sofort gedruckt. Gruselig.

        „Die AfD muss den völkischen Höcke-Flügel kaltstellen oder, besser noch, eliminieren.“

        Da können Sie genauso gut Szenarien entwerfen, die darauf beruhen, dass die CDU nur den naivbunten und krypto-grünen Merkel-Flügel kaltstellen oder besser noch eliminieren müsste. Das sind ja ganz nette Gedankenspiele, aber basierend auf den konkreten Kräfteverhältnissen in der Partei, besonders im Osten, ist das ziemlich aussichtslos. Wenn die AfD eine Volkspartei werden soll, muss man den Höcke-Flügel genauso einbinden wie es die CDU in der BRD mit ihren Parteimitgliedern aus Hessen tun musste – zumindest solange der keine rechtsextremistischen Positionen entwickelt und vertritt, was er zumindest meines Wissens nach bis jetzt nicht tut.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich könnte Ihnen differenziert antworten, etwa dazu, dass „gekränkte und abgehängte Gesellschaft“ (im Osten) eine Klammer ist unter der sich natürlich Konkretes subsumieren lässt. Insofern ist das keine übliche Phrase.

        Ich gestehe Ihnen ein Verständnis des Ostens zu.

        Das dürfen Sie auch mir.

        Ich lebe seit 15 Jahren in Ostdeutschland, davon die ersten 12 in einem kleinen Dorf, die letzten 3 in einer Landeshauptstadt. Gehen Sie davon aus, dass ich weiß, wovon ich rede.

        Wo wir auch bei vertiefter Diskussion vermutlich nicht zu einer Übereinstimmung unserer Auffassungen kommen werden, ist u. a. die Bewertung des Höcke-Flügels.

        Sie mögen das als AfD-Anhänger/Mitglied anders sehen als ich.

        Klar, Höcke bringt Stimmen – im Osten.
        Auf die will man verständlicherweise nur ungern verzichten.

        Ich habe aus der mir ebenfalls vertrauten westdeutschen Sicht gesagt, dass die AfD keine Chance hat mit der CDU ins Geschäft zu kommen – auf absehbare Zeit jedenfalls nicht.

        Die CDU ist zwar relativ orientierungslos, aber nicht so doof, sich von der MEHRHEIT der (Gesamt)-Bevölkerung vorführen zu lassen.

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        troodon sagte:

        @ D.T.
        „VORAUSSETZUNG dafür:

        Die AfD muss den völkischen Höcke-Flügel kaltstellen oder, besser noch, eliminieren.“

        Leider sieht es genau danach nicht aus. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

        „Ich habe aus der mir ebenfalls vertrauten westdeutschen Sicht gesagt, dass die AfD keine Chance hat mit der CDU ins Geschäft zu kommen “

        So sehe ich das auch. Mich persönlich stoßen Wahlplakate mit „Hol dir dein Land zurück“ und „Der Osten steht auf“ extrem ab. Meine Stimme gibt es dafür am 1.9. definitiv nicht. Mag an meinen 32 Jahren HH liegen…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        „Hol dir dein Land zurück“ und „Der Osten steht auf“ sind PAROLEN, die – wie die anderer Parteien – noch nicht einmal inhaltlich variierend zu füllen sind.

        WELCHES Land würde eine mit Wählerauftrag versehene AfD-Regierung in Sachsen denn zurückholen können?

        Und Aufstehen ist schön und gut – WAS ändert sich damit?

        Höcke hat ein Rentenkonzept vorgelegt, immerhin.

        Ist es das der AfD oder will man sich doch lieber von den Altparteien absetzen und eine zumindest teilweise kapitalgedeckte Rentenvariante vorschlagen?

        Ich würde dazu gern etwas hören.

        Immer nur Protest kann ja noch eine Zeitlang laufen und die AfD durchaus noch stärker werden lassen, vor allem wenn die Konjunktur einknickt.

        Aber auf Dauer ist Protest keine Lösung.

        Wenn die AfD glaubt, ohne KONZEPTE gestaltungsfähig zu sein, irrt sie gewaltig.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        Da sehen Sie, wie unterschiedlich die Assoziationen und Bewertungen von Wahlslogans ausfallen können. Sie denken bei „Der Osten steht auf“ offenbar an eine Goebbels-Rede, ich denke an die friedliche Revolution von 1989/90.

        Ich fand allerdings auch den Grünen-Slogan „Europa – die beste Idee, die Europa je hatte. Komm, wir bauen das neue Europa!“ auf geradezu dadaistische Weise dämlich, muss aber natürlich anerkennen, dass solcher Unsinn in vielen westdeutschen Städten für die relative Stimmenmehrheit bei der Europawahl reicht.

        @Herr Tischer

        „Höcke hat ein Rentenkonzept vorgelegt, immerhin. Ist es das der AfD oder will man sich doch lieber von den Altparteien absetzen und eine zumindest teilweise kapitalgedeckte Rentenvariante vorschlagen?“

        Von den mir bekannten Rentenkonzepten deutscher Parteien beziehungsweise Parteiflügeln überzeugt mich kein einziges.

        „‚Hol dir dein Land zurück‘ – WELCHES Land würde eine mit Wählerauftrag versehene AfD-Regierung in Sachsen denn zurückholen können?“

        Da sind wir wieder bei der Frage, welche Assoziationen Wahlslogans auslösen. Ich dachte immer, das sei quasi die deutsche Version von dem tollen Brexit-Slogan „Take back control“, den die Linken in UK so reizvoll fanden, dass sie schon Überlegungen anstellten, ihn für sich umzuframen (dann ist er zum Glück auch von der Nazi-Kontaktschuld reingewaschen…): https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/dec/19/take-back-control-slogan-left-power-right-state-intervention

        Auf der Ebene der Landespolitik assoziiere ich „Hol dir dein Land zurück“ mit entschiedener Kriminalitätsbekämpfung und einer robusten Abschiebungspolitik (Polizei ist ja Ländersache, Asyl- und Zuwanderungsrecht leider nicht, dessen Umsetzung dann in großen Teilen allerdings wieder schon). Wenn sich Leute in, sagen wir mal, Düsseldorf davor fürchten (da kommt ja fast das böse Wort „Deutschland“ vor, das ist ein Schritt vor „völkisch“), könnte man ja ihn ja für Westdeutsche ein bisschen abwandeln: „Hol dir dein Schwimmbad zurück“. ;)

        Ein anderes für Sachsen sehr wichtiges Thema wäre, den unsäglichen Kohleausstiegs-Beschluss rückgängig zu machen, aber das ist ja eine bundespolitische Frage.

        Sie sehen, eigentlich wäre ich schon mit einer Partei zufrieden, die das Land regiert wie die CDU in den 1990er Jahren und ansonsten keine völlig blödsinnigen Projekte startet (Energiewende, Offene-Grenzen-Migrationspolitik), aber das ist ja offensichtlich zu viel verlangt und nach dem Linksruck des gesamten Parteienspektrums ganz gefährlich schlimm „rechts“.

        @Herr Tischer

        „Ich könnte Ihnen differenziert antworten, etwa dazu, dass „gekränkte und abgehängte Gesellschaft“ (im Osten) eine Klammer ist unter der sich natürlich Konkretes subsumieren lässt. Insofern ist das keine übliche Phrase. “

        Tun Sie es mal kurz, wenn Sie die Zeit dafür finden. Ich vermute, dass Sie ein paar Dinge dabei überbewerten und dafür andere wesentliche Faktoren für die Unzufriedenheit im Osten komplett übersehen, was sich alleine schon an dem von Ihnen verwendeten Begriff „Kränkung“ für etwas zeigt, das ich eher „fundamentale Differenzen über den zukünftigen strategischen Kurs und die nationalen Interessen Deutschlands“ nennen würde.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        „Hol dir dein Land zurück“ ist eine Aufforderung an die Bürger, selbst etwas aktiv zu tun. Die AFD schreibt nicht „Wir (die AFD) holen dir dein Land zurück“ (und deshalb wähle uns).
        Was also soll die Aufforderung für konkrete Handlungen bei dem einzelnen Bürger auslösen?

        Rechtsnational und „Der Osten steht auf“, da fällt mir eine Assoziation zur friedlichen Revolution 89/90 schwer. Aber ich war nicht dabei und kenne somit auch nicht alle damaligen Slogans/Rufe. Wurde denn damals Vergleichbares genutzt?

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        Wollen Sie hier wirklich eine detaillierte Wahlslogan-Exegese betreiben? Na gut.

        „Hol dir dein Land zurück – Was also soll die Aufforderung für konkrete Handlungen bei dem einzelnen Bürger auslösen? “

        Vermutlich eine stärkere Reaktion beim Empfänger des Slogans als die von Ihnen vorgeschlagene Langversion? Außerdem sieht es kürzer viel besser aus. Warum hat Trump eigentlich nicht „I will make America great again and therefore you should vote for me“ auf die roten IWMAGATYSVFM-Kappen drucken lassen?

        „Rechtsnational und „Der Osten steht auf“, da fällt mir eine Assoziation zur friedlichen Revolution 89/90 schwer. “

        Es ist aber wirklich so gemeint, und das ist ziemlich offensichtlich so und keine kreative Interpretation von mir. Schauen Sie sich eines der Plakte mal genau an, dann sehen Sie, dass auch noch „Wende 2.0“ und „Friedliche Revolution mit dem Stimmzettel“ drauf steht: http://schmid.welt.de/2019/07/09/die-afd-spaltet-deutschland/ (jaja, ich weiß, der Blogger ist auch von dem Slogan getriggert, aber schauen Sie auf das Foto)

        Welche der Wende-Slogans von 1989/90 dürfte man nach der Meinung von moralischen Autoritäten aus Westdeutschland eigentlich heute noch benutzen ohne gleich in Nazi-Verdacht zu geraten? „Wir sind das Volk“ sicherlich nicht, das ist ja extrem „völkisch“, oder?

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott

        Danke für den Link, der bestätigt, dass nicht ich alleine gewisse Assoziationen habe…

        „„Wir sind das Volk“ sicherlich nicht, das ist ja extrem „völkisch“, oder?“
        Wieso sollte die Aussage als „völkisch“ angesehen werden ? Verstehe ich nicht.

        „Wende 2.0“ und „Friedliche Revolution mit dem Stimmzettel“
        Damit habe ich definitiv keine Problem. Das alleine wäre aber für ein gewisses AFD Wählerklientel offensichtlich deutlich zu wenig, weshalb man andere Prioritäten setzt.

        Die Größe der verschiedenen Schriftzüge auf dem Wahlplakat reicht dafür aus.

        Gerade die Verbindung von „Hol dir dein Land zurück“ und „Der Osten steht auf“ ist für MICH abstoßend, da ändern auch kleine Ergänzungen auf den Plakaten nichts. Das kann man selbstverständlich anders sehen. Und offensichtlich sehen dies ja auch > 20% als unproblematisch an. Hier mag meine westdeutsche Prägung eine entsprechende Rolle spielen.
        In Hamburg gewinnt man mit solchen Parolen keinen Blumentopf.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Wir sind hier deutlich O.T. und kaum jemand wird diese Diskussion interessieren.

        Vielleicht wieder, wenn der Meister nach den Wahlen am 1. Sept. etwas dazu äußert.

        Daher nur noch dies:

        >Auf der Ebene der Landespolitik assoziiere ich „Hol dir dein Land zurück“ mit entschiedener Kriminalitätsbekämpfung und einer robusten Abschiebungspolitik …>

        Wenn es das die Assoziation ist, sollte die AfD z. B. plakatieren:

        „Mehr Polizei für mehr Sicherheit“.

        Das ist konkret, auch umzusetzen und keine LEERE Versprechung.

        Im Übrigen, hier, werden Sie kennen (jetzt leider kostenpflichtig):

        https://www.welt.de/politik/deutschland/plus197829255/Wahlkampf-fuer-CDU-in-Sachsen-Hans-Georg-Maassen-in-einem-Saal-voller-AfD-Waehler.html?source=k143_plusdichte.capping.hero.1.197829255

        Maßen hat im Namen der CDU auf einer Wahlveranstaltung in Radebeul für Recht und die Durchsetzung von Recht plädiert. Die CDU hat schon „gelernt“, gerade auch durch die AfD.

        Sehr verständlich ist aber auch, dass die AfD-Wähler sich sagen, warum CDU wählen, wenn die PROGRAMMATISCH nicht klar darlegt, wohin die Reise gehen soll.

        Diese Unentschlossenheit, um die vielen Grün-Wähler im Westen nicht zu verärgern, wird die CDU noch teuer zu stehen kommen. Die Führung der CDU irrlichtert.

        Zu „gekränkte Gesellschaft im Osten“:

        Nach der Wende gab es für die Ostdeutschen keine Option, ihre Vorstellungen in ein neu zu schaffendes Gesamtdeutschland einzubringen, sondern nur die eines „Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“.

        Das wurde als Minderwertung aufgefasst („Wir sind Deutsche zweiter Klasse“).

        Dann die Entwertung des Kapitalstocks, der auf das „Recht auf Arbeit“ ausgelegt war, aber nicht auf eine durch Produktivität getriebene Wettbewerbswirtschaft.

        Dann der Verlust von Arbeitsplätzen mit der Entwertung beruflicher Fähigkeiten.

        Das alles kann man mit „Kränkung“ bezeichnen.

        Es hat DIE LINKE im Osten stark gemacht.

        Die Jugend ist Gott sei Dank in anderen Verhältnissen aufgewachsen und hat diese Erfahrung nicht, dafür natürlich andere, durchaus als negativ bewertbare.

        Mein Fazit vieler Erfahrungen und Gespräche in Ost- und Westdeutschland:

        VERSTÄNDNIS für die Kränkungen, auch VERSTÄNDNIS dafür, dass es aus westdeutscher Sicht keine grundsätzliche Alternative für die Entwicklung nach 1989 gab und BEDAUERN darüber, dass es bis heute weder in Ost-, noch in Westdeutschland ein weitgehendes Verständnis für die Bedingungen gibt, unter denen die Vereinigung realisiert werden konnte.

        VOR ALLEM auch ein Bedauern darüber, dass in Ostdeutschland zu wenig anerkannt wird, dass es innerhalb weniger Jahre eine Infrastruktur erhalten hat, die nicht nur, aber auch ganz wesentlich durch die größten Transferleistungen der europäischen Geschichte ermöglicht wurde – und doch keine „blühenden Landschaften“ hervorbringen kann.

        Und nicht nur Bedauern, sondern SORGE darüber, dass überall im Land die Einsicht FEHLT, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht „repariert“, sondern allenfalls gemildert werden kann.

        GLEICHWERTIGE Lebensverhältnisse zu versprechen, ist angesichts absehbarer und nicht wirklich zu beeinflussender Entwicklungen ein FATALES Parteien- und Medienversagen.

        GG Art. 72 ist eine Schimäre, die zur Katastrophe zu werden droht, wenn ein RECHT auf gleichwertige Lebensverhältnisse abgeleitet und eingeklagt werden sollte.

        Wir sind weder in Ost-, noch in Westdeutschland auf einem guten Weg.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @ troodon

        „Danke für den Link, der bestätigt, dass nicht ich alleine gewisse Assoziationen habe“

        Es fasziniert mich, wie fokussiert Sie darauf sind, in diesem harmlosen Wahlplakat irgendeinen geheimen rechtsextremen Subtext zu erkennen, den es in Wirklichkeit schlicht nicht gibt. Bei dem Blogartikel von dem westdeutschen Haltungsjournalisten von der „Welt“ überrascht mich das nicht, der hat offensichtlich eine eigene politische Agenda. Aber wie kommen Sie auf diese Idee? Kennen Sie Sachsen und Brandenburg nur aus der „Tagesschau“ und aus diesen drolligen SPIEGEL-Artikeln, die sich wie Berichte über Safaris in dieses wilde Ostdeutschland lesen?

        „Die Größe der verschiedenen Schriftzüge auf dem Wahlplakat reicht dafür aus.“

        Aha. Wie groß müsste das Wort „friedlich“ denn gedruckt sein, damit Sie die AfD von Ihrem Nazi-Verdacht freisprechen? Oder fangen Sie dann an, die Schriftarten zu kritisieren? Sicher wissen Sie, dass die Nazis Antiqua-Schriften wie auf dem Wahlplakat ab 1941 als „deutsche Normalschrift“ deklarierten – was ein eindeutiger Beleg dafür sein muss, wie schlimm rechts die AfD ist. (Wenn die AfD auf Wahlplakaten tatsächlich Frakturschrift verwenden würde, würde Sie das natürlich auch nicht überzeugen, dann würden Sie argumentieren, dass Frakturschrift Sie persönlich an eine „Nazi-Ästhetik“ erinnern würde, oder so…)

        „Gerade die Verbindung von ‚Hol dir dein Land zurück‘ und ‚Der Osten steht auf‘ ist für MICH abstoßend, da ändern auch kleine Ergänzungen auf den Plakaten nichts. Das kann man selbstverständlich anders sehen.“

        Klar, über Wahlplakate gehen die Meinungen immer auseinander. Aber ich habe den Eindruck, Sie suchen nach Gründen dafür, Ihr Gefühl des Abgestoßenseins (!), von dem ich nicht weiß, wo es herkommt, zu rechtfertigen. Was glauben Sie denn, was die AfD im Osten plant? Einen Volksaufstand und den Marsch auf Berlin??? Lesen Sie lieber mal die Wahlprogramme, die Realität ist deutlich profaner.

        „Wieso sollte die Aussage als ‚völkisch‘ angesehen werden ? Verstehe ich nicht.“

        Nun, Linksradikale wie zum Beispiel von der „Grünen Jugend“ würden jetzt argumentieren, dass der Begriff „Volk“ nicht nur nationalistische Konnotationen sondern zu dem noch einen dezidiert ausgrenzenden Charakter hat. Deshalb haben rot-grüne Landesregierungen in mehreren Bundesländern ja auch die Bezüge zum deutschen Volk aus den Eidesformeln bei der Amtseinführung von Landesministern getilgt. Ist natürlich fast so an den Haaren herbeigezogen wie Ihr Schriftgrößen-Argument (denn jeder Begriff hat einen ausgrenzenden Charakter, genauso übrigens wie einen einschließenden Charakter, denn Begriffe sind dazu da, bestimmte Konzepte zu beschreiben und von anderen Konzepten abzugrenzen – und wenn sie das nicht täten, wären sie inhaltsleer) aber wird immer wieder gerne gebracht, besonders wenn große Sportereignisse anstehen und man wiedermal die Flaggenverbots-Kampagne fahren will. Aber die deutschen Nationalfarben sind ja auch auf dem AfD-Plakat zu sehen. Oh je!

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        „Kennen Sie Sachsen und Brandenburg nur aus der „Tagesschau“ “
        Nö, ich darf am 1.9. wählen gehen.

        “ Aber ich habe den Eindruck, Sie suchen nach Gründen dafür, Ihr Gefühl des Abgestoßenseins (!), “
        Dann täuscht Sie Ihr Eindruck. Ich war sehr nah dran am 1.9. meine Stimme der AFD zu geben. Manchmal sind es eben Dinge, die andere gar nicht beschäftigen, die dann trotzdem zu Entscheidungen eines Einzelnen führen. Das sollten Sie akzeptieren.

        Wir sollten es dabei bewenden lassen.

  7. Avatar
    Starchild sagte:

    Neueste Meldung : GoldmanSachs hat die totale Kontrolle über die deutschen Banken erhalten .
    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2019/07/30/hoechstgericht-legalisiert-aufsicht-der-ezb-ueber-deutsche-banken/

    Ich wage eine Prognose: bis 2021 gehören die deutschen Banken und Rentenanstalten und Pesnionenskassen alle : BlackRock

    und bis 2025 ist dann die deutsche Minderheiten-Sprache in Deutschland verboten.

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    • Avatar
      globalvoterorg sagte:

      Noch ein Mosaiksteinchen zum Gesamtbild, welches wir zeichnen. Der „unabhängige“ Bankenmarkt wird „ausgehebelt“. Diktatur und Insolvenzverschleppung, in Reinkultur. „To Big to Fail“. „Fail“, nur, wenn, wir, es denn so wollten. Aber bloß nicht, bevor das Bargeld abgeschafft wurde, bitte!
      „Bankenunion, ohne Rückgriff auf die Steuerzahler“. Mir kommen die Tränen!

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  8. Avatar
    globalvoterorg sagte:

    You made my day! BTO Stelter weiss, was läuft, kann es, aber, nicht offen sagen. Auch ihm, ist das Hemd näher, als die Hose! Wissende erkennen es zwischen den Zeilen. Alle Achtung, in einem so feindlichen Umfeld! Den „anderen“ Volkswirten möchte ich das neu erschienene Werk des Autor, Klaus Müller, empfehlen: „Auf Abwegen. Von der Kunst der Ökonomen sich selbst zu täuschen“ VWL, viele Gewissheiten, wenig Wahrheiten. Die Wahrheit ist, wie ich immer schon sagte, aber kein Kommentator, hier, zur Diskussion bringen will. Der Markt und die gesamte VWL mit ihrem monokausalen Erklärungsgeschwurbel ist ein „zu Tode gerittenes Pferd“! DA, gibt es kein Aufstehen, noch eine Alternative der Wiederbelebung! Die kommende „Eiszeit“ stellt etwas ganz anderes dar.
    Sein oder Nichtsein. Zentralistische Diktatur oder „liberale“ Freiheit und Selbstbestimmung. Die „elitären“ Marktsubjekte, Opportunisten/Vasallen und Schweigegeldempfänger werden ihr „blaues“ Waterloo erfahren. Auch sie werden mitenteignet.(Lagarde läßt grüßen) Wie, immer, auch, natürlich das „tumme“ Volk. Es gibt keine Wirtschaftskrise, deshalb, versagt die VWL. Es gibt lediglich eine monetäre Krise, die, die Krise der Machtmatrix der Gelddruckerkaste ist! (FED/EZB/BIS) Die Lizenznehmer, dieses „Geschäftsmodells“ zeigen, unzweideutig, daß dies keine Verschwörungstheorie ist. QE (Quanitative Easing) ist pure Marktdiktatur und Insolvenzverschleppung. Die Matrix MUSSTE (2008) seine hässliche Fratze zeichen, um einen „Crash“ zu vermeiden! Beweis: Die Milliardäre wuchsen von 1400x, auf 2000x. Eureka!? What else!? Wenn man nicht zugeben will, was Sache ist, wird man von der Realität eingeholt: Dem Virtuellen Totalitarismus.

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Stellt sich die Frage, ob Politik, Schuldner und Gesellschaften die Eiszeit so lange durchhalten, bis es gelingt, eine „gesunde“ Inflation zu erreichen, die Schulden und Forderungen vernichtet.>

    Ist das DIE Frage, die sich stellt?

    >Die Alternativen zur Inflation sind wenig erquicklich. Schuldenschnitte, Pleiten und Vermögensabgaben werden dann unumgänglich>

    Wenn das so ist, dann doch lieber eine schnelle und RICHTIG knackige Inflation – also keine „gesunde“ und keine Alternativen, sondern die Ketchup-Sauerei.

    Warum das Problem nicht so lösen, warum stellt sich nicht DIESE Frage?

    Es ist doch wirklich einfach:

    Die Notenbanken müssten so viel Geld „drucken“, wie nur möglich ist – Peanuts.

    MMT ist doch so faszinierend attraktiv, dass man dies den Leuten verkaufen können müsste.

    M. Stöcker stellt die Verteilung sicher.

    Schließlich muss nach allgemeiner Stimmungslage, das Geld auch bei den Menschen ankommen : – )

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    • Avatar
      Kassandra sagte:

      Das Finanzsystem zu resetten ist wahrscheinlich nicht so problematisch, wie der Reset der Bevölkerung mit ihren völlig ausgearteten Ansprüchen und Erwartungen. Keiner möchte der Bevölkerung die Insolvenz der BRD mitteilen, also wird weitergewurstelt, bis der Kollaps des Systems sozusagen von alleine kommt, ob per Inflation, Blackout oder was auch immer. Lasst die Spiele beginnen…..

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Kassandra

        >Das Finanzsystem zu resetten ist wahrscheinlich nicht so problematisch, wie der Reset der Bevölkerung mit ihren völlig ausgearteten Ansprüchen und Erwartungen.>

        Sehe ich auch so.

        Um es mal plump zu sagen:

        Kein Politiker wird sich beispielsweise hinstellen und den Leuten erzählen, dass nun eben mal wieder die Chinesen dran sind und es vorbei mit lustig sei.

        Ein paar solcher Sätze wären wie eine Kündigung im Job.

        Nein, lieber wird mal da und dort gedreht und wenn es nicht anders geht, auch mal der Hebel umgelegt, am einfachsten bei der Zentralbank.

        Kein Problem, solange man damit den Leuten etwas versprechen kann.

        Irgendwann ist die Trickkiste allerdings leer und dann kommt die Stunde der WAHRHEIT.

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      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer & Kassandra

      Wenn jeder Inflationsschub deflationär auf private Schuldner wirkt, gibt es keine Ketchup Infla – das wäre der crash, der margin call, der domino day.
      Diesen Tag zu verhindern dient die Geldpolitik der ZB und das können sie noch eine Weile, weil jeder ausländische Kunde/Lieferant im selben Dilemma steckt.

      Ganz im Gegenteil haben sich die Regierungen recht gut eingerichtet und wählen das angemessene Personal aus, diese Krise endlos zu moderieren. V.d.Leyen wird wie Lagarde größtmögliche Anstrengungen unternehmen, brutalstmöglich ehrlich sein, für Nachhaltigkeit/Generationengerechtigkeit kämpfen….

      Die Gefechte für das Gemeinwohl dürften andauern bis zur letzten Patrone, d.h.
      bis alle unverpfändeten Eigentümer durch staatliche Kreditaufnahme in ihrer Markthöhe belastet sind. Der Markt gefriet dabei immer mehr, d.h.Staatsabhängigkeit..
      Der absolute Nullpunkt ist dann erreicht, wenn Privatwirtschaft total erstarrt ist – Nullrendite, Defla auf Preise, Fachkräftemangel, Globalisierung und Vermögenspreisinfla….

      Bricht der Sozialismus offen aus, ist die letzte Patrone verschossen = der Krieg verloren. Es wird Gewinner dieses Krieges geben:

      „Wer die Kinder hat, der übernimmt das Land.“ (sinngemäß Heinsohn)

      Vorfälle wie der am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo eine Mutter mit Kind + eine weitere Frau „versucht „(vgl. Polizeisprecherin) ins Gleisbett gestoßen wurden, zeigen dass es kein Mitleid gibt.

      Kinder und Frauen sind Zukunft des Landes und beide anzugreifen ist billig, leicht und unmissverständlich. Umgekehrt sind Kinder Garantie für ein dauerhaftes Bleiberecht bei Ausreisepflicht.

      Einzige Lösung = der politische Auftrag des Wählers dem Spuk ein Ende zu setzen.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        >Statt (c) MMT (a) öffentliche Investitionen, damit auch die (b) privatwirtschaftlichen Investitionen nachziehen können.>

        Stimmt:

        Öffentliche Investitionen ersetzen zwar nicht privatwirtschaftliche, induzieren aber solche.

        >Da (a) nicht umgesetzt wird (ausgeglichener Etat),>

        Das ist nur die HALBE Wahrheit.

        Stimmt, die Schuldenbremse ist ein Hinderungsgrund.

        Aber kein absoluter:

        Im Haushalt WENIGER Konsumausgaben und MEHR Ausgaben für öffentliche Investitionen, ist auch möglich.

        Das wird nicht umgesetzt, weil es Wählerstimmen kostet.

        Man könnte es ja mit einer Lockerung der Schuldenbremse kombinieren.

        Selbst wenn man mal so weit wäre, ist MMT längst nicht aus der Welt.

        Solange der Umverteilungsdruck anhält oder sogar ansteigt und nicht durch realwirtschaftliches Wachstum entschärft werden kann – ich bin mir sicher, dass dies zukünftig verstärkt nicht der Fall sein wird –, ist Geldbeschaffung durch die Notenbanken die ultimative „Lösung“.

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