„Jetzt wird Italien zu Europas größtem Risiko“ – ist es doch schon lange

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Lasst uns austreten, bevor Italien es tut!, war mein Appell im Sommer 2015. Noch wäre Zeit, könnte man meinen. Aber nicht mehr so viel. DIE WELT mit einer erneuten Bestandsaufnahme:

  • „Im jüngsten Monatsbericht weist die Banca d’Italia einen neuen Negativrekord aus. Danach haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber dem Euro-System, der sogenannte Target2-Saldo, im August um mehr als zehn Prozent auf 327 Milliarden Euro ausgeweitet. Das liegt sogar über dem bisherigen Rekord, den die Notenbank auf dem Höhepunkt der Euro-Krise im August 2012 publizieren musste.“ – bto: Und wir sind die Hauptkreditgeber.
  • Italiens rekordhoher Target2-Saldo ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass QE nicht funktioniert, sagt Fabio Balboni, Ökonom bei HSBC in London. Eigentlich sollte das milliardenschwere Anleihekaufprogramm der EZB (…) dazu führen, dass die Ungleichgewichte in der Euro-Zone eingeebnet werden. Doch genau das Gegenteil sei der Fall. (…) Die üppigen Mittel, die durch das Anleihekaufprogramm geschaffen werden, kommen nicht dem Wachstum Italiens zugute, sondern das Geld fließt ins Ausland, sagt Balboni.“ bto: natürlich. Denn so kann man sich gegen die Folgen eines Austritts schützen.

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Quelle: DIE WELT

  • Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Bank ist Italien das einzige Euro-Land, das seit 1999 gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf ärmer geworden ist. Selbst Griechenland oder Portugal konnten seit dem Start des Euro ein leichtes Plus verbuchen.“  bto: weshalb Italien auch mein Kandidat bleibt!

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Quelle: DIE WELT

  • Zwei Dinge treiben den Ökonomen besonders um: die verhängnisvolle Abhängigkeit zwischen den kriselnden Banken und dem schwächelnden Staat sowie das drohende Referendum im Spätherbst.“
  • Für Italien läuft die Zeit ab. Schafft Rom nicht bald die Wende, wird ausgerechnet eines der Gründungsmitglieder der Europäischen Union zu einem ihrer größten Risiken.“
  • Das Land brauche einen billigen Euro, um wieder nach oben zu kommen. Nach Berechnungen von Morgan Stanley ist die Gemeinschaftswährung gegenüber dem fairen Wert für das Land um rund 15 Prozent überbewertet. Nur für Griechenland sei der Euro noch unvorteilhafter (…).“

Fazit der WELT: „Zumindest um die Anleihen müssen sich die Finanzmärkte vorerst keine Sorgen machen. Denn das Anleihekaufprogramm der EZB sorgt dafür, dass die Papiere nicht allzu sehr abstürzen. In dieser Hinsicht kann Draghi liefern.“

bto: Es zeigt nur erneut, dass es zwar sehr lange, aber eben nicht für immer gut gehen kann!

DIE WELT: „Jetzt wird Italien zu Europas größtem Risiko“, 14. September 2016

21 Antworten
  1. Stefan Bohle says:

    Rhetorische Frage: wieviele Festmeter Papier hat die deutsche Presse über das Thema „Stuttgart 21“ und die Frage, ob dieses Infrastrukturprojekt 7 oder 10 Mrd. Euro kostet, verfasst? Hier geht es um Kostenrisiken von 3, vielleicht auch 5 Mrd. Euro…
    Und wieviele Artikel gibt es zum Thema „Target-Salden“ und der Frage, ob diese Forderungen in irgendeiner Weise werthaltig sind? Hier geht es mit Sicherheit um Risiken im hohen dreistelligen Milliardenbereich, die alle Inhaber von Geldvermögen in Deutschland treffen, ohne irgendeine Gegenleistung. Öffentliches Bewusstsein hierfür = Fehlanzeige.

    Wo bleibt der „Homo Oeconomicus“ bei so vielen Homer Simpsons?

    Antworten
  2. Dietmar Tischer says:

    >Schafft Rom nicht bald die Wende, …>

    Welche Wende?

    Ich sehe niemanden, der etwas wenden könnte.

    Und ich sehe auch keine große Bereitschaft in der Bevölkerung, eine Wende, die den Namen verdiente und der Situation angemessen wäre, mitzutragen.

    Es scheint eher eine Rette–sich-wer-kann-Mentalität vorzuherrschen.

    Das Geld ist jedenfalls schon mal auf der Flucht …

    Antworten
  3. NoFiatMoney says:

    @mg u.a.

    Da @Michael Stöcker keine Zeit hat zu antworten, helfe ich doch gerne aus.

    @ Michael Stöcker schrieb (Mittwoch, 21. September 2016 um 12:19):

    „Ist Geld eine Forderung? Nein. Sind dann TARGET-Salden eine Forderung? Ebenfalls nein. Geld ist das Geforderte und somit sind es auch die TARGET-Salden.“

    Aus dem Zitat ist zu folgern:
    Wenn Geld das Geforderte sein soll, sind die Scheine und Münzen, die ich von meinem bei meiner Bank unterhaltenen Konto im Wege der Barauszahlung abhebe, Geld.

    Anm.: Das kann man ja mal so stehen lassen. Denn in der Tat habe ich als Kontoinhaber gegen meine Bank eine Forderung. Hatte ich dort z.B. Bargeld (Scheine und Münzen) auf mein Konto eingezahlt, wird das gem. § 700 BGB als „Unregelmäßiger Verwahrungsvertrag“ behandelt. Das Gesetz sagt dazu in § 700 Abs. 1 BGB: „(1) Werden vertretbare Sachen in der Art hinterlegt, dass das Eigentum auf den Verwahrer übergehen und dieser verpflichtet sein soll, Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückzugewähren, so finden bei Geld die Vorschriften über den Darlehensvertrag, […] Anwendung. Gestattet der Hinterleger dem Verwahrer, hinterlegte vertretbare Sachen zu verbrauchen, so finden bei Geld die Vorschriften über den Darlehensvertrag, […] von dem Zeitpunkt an Anwendung, in welchem der Verwahrer sich die Sachen aneignet. ….“

    Ich bin also Darlehensgeber meiner Bank bzgl. meines Guthabens . Somit habe ich eine Forderung. Aus dieser Forderung resultiert u.a. der Anspruch, das Guthaben (oder den Dispokreditbetrag) in Scheinen und Münzen ausgezahlt zu erhalten. Ich bekomme dann das Geforderte.

    Halten wir deshalb fest: nach der im Zitat vertretenen Ansicht manifestiert sich das Geforderte in Geld. Geld selbst ist danach niemals eine Forderung, da ja etwas anderes. In dem Beispiel ist das Geforderte=Geld=Scheine und Münzen.

    Um den Rest zu erläutern, bringe ich eine Abwandlung des Zitats, die das darin Gesagte besser verständlich macht:

    „Ist Geld eine Forderung? Nein. Sind dann [unter diesen Umständen, unter dieser Voraussetzung, in diesem Falle] TARGET-Salden eine Forderung? Ebenfalls nein. Geld ist das Geforderte und somit [demgemäß, demnach, demzufolge, deshalb, deswegen, entsprechend, folglich, infolgedessen] sind es auch die TARGET-Salden.“

    Demnach sind Target-Salden nach @Stöcker keine Forderungen. Da sie keine Forderungen sind, sind sie Geld. Daraus folgend müßten sie dann eigentlich das Geforderte, mithin Scheine und Münzen, sein.

    Alles klar? Nein, selbstverständlich nicht. Das ist „Stöcker-Logik“. Man könnte es Zirkelschluß nennen. Allerdings wird darunter ein Beweisfehler verstanden, in welchem die Voraussetzungen des zu Beweisenden schon enthalten sind. Ich bin mir nicht sicher, ob zumindest das hier überhaupt der Fall ist. Denn es wurde ja gar kein Beweis geführt.

    Aber als Freund der Österreichischen Schule der Nationalökonomie habe ich selbstredend keine Ahnung. In diesem Fall teile ich diese Ahnungslosigkeit aber nicht lediglich mit –dem Mainstream-Ökonomen- Prof. Sinn oder Prof. Garber, der bereits 1998 etwas zum Target-System schrieb,

    http://www.nber.org/papers/w6619.pdf
    http://www.target-2.de/up/datei/der_target_mechanismus_.pdf

    sondern auch mit der Bundesbank. Die verlautbart nämlich z.B. hier u.a.:

    https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Aufgaben/Unbarer_Zahlungsverkehr/target2_saldo.html

    „Die bei den nationalen Zentralbanken entstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus einer über den Tag anfallenden Vielzahl solcher Transaktionen gleichen sich normalerweise nicht vollständig aus. Am Ende des Geschäftstages verbleibende Forderungen und Verbindlichkeiten aller an TARGET2 teilnehmenden nationalen Zentralbanken werden gemäß einem Abkommen im Eurosystem an die EZB übertragen und dort saldiert.“

    Die Forderungen, die im Laufe des Tages zugunsten der BuBa gegen andere Zentralbanken im Eurosystem entstehen, werden mithin am Ende eines jeden Tages in Forderungen der BuBa gegen die EZB umgewandelt. Das nennt man Novation. Hier deshalb, weil der bisherige Schuldner (andere ZB) gegen einen neuen (EZB) ausgetauscht wird. Forderungen, sagt die BuBa.

    Und dann schreibt die BuBa dort noch, daß der TARGET2-Saldo in der Bundesbankbilanz aufscheint.

    Haben Sie in einer Bilanz schon einmal das Geforderte (in der Definition des @Michael Stöcker) entdeckt? Oder wurde da nur der Kassenstand benannt, während sich das Geld körperlich in der Kasse befand? Und die BuBa bucht den T2-Saldo eben nicht als Kassenstand.

    So, das war jetzt sachlich. Und ja, ich kann das Geschreibe der Vertreter der herrschenden oder an sie angelehnten ökonomischen Irr-Lehren nicht mehr ernst nehmen.

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Na also, geht doch!

      Volle Zustimmung bis zu diesem Punkt:

      „Alles klar? Nein, selbstverständlich nicht. Das ist „Stöcker-Logik“. Man könnte es Zirkelschluß nennen.“

      Ja, das ist „Stöcker-Logik“ und somit keinesfalls ein Zirkelschluss. Warum? Weil eine Forderung gegen eine Zentralbank eine andere Qualität hat als eine Forderung gegen eine Geschäftsbank. Da eine Zentralbank das Geforderte selber herstellen darf, kann sie niemals illiquide werden. Was folgt daraus? Eine Forderung gegen eine Zentralbank IST Geld.

      Selbstverständlich könnte man für die Freunde des Geldbades auch einen Notentransfer von der Bank of Greece zur Bundesbank organisieren. Ist eine nette Beschäftigungstherapie für Druckereien und Sicherheitsdienste. Es stellt sich nur die Frage, was die Bundesbank mit diesem ganzen Papier dann machen soll. Ich hatte hierzu eine kleine Geschichte geschrieben, deren tieferer Sinn sich jetzt vielleicht erschließt: https://zinsfehler.wordpress.com/2013/11/01/die-geschichte-vom-kleinen-milton-und-der-dicken-bertha/.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • mg says:

        Lieber Herr Stöcker,

        dann versuche ich das, was ich glaube, verstanden zu haben, mal in eigenen Worten zusammen zu fassen:

        Die Target2-Salden sind ähnlich oder genauso werthaltig wie Bargeld, weil es sich um Forderungen gegen eine Zentralbank (die EZB) handelt. Es handelt sich um Buchgeld, allerdings um Zentralbank-Buchgeld und nicht um Geschäftsbank-Buchgeld (aka Forderungen gegen eine Geschäftsbank).

        Bliebe die Frage: warum werden diese Salden nicht regelmässig (täglich, wöchentlich, monatlich) „glattgestellt“? Müsste dazu Bargeld von Frankfurt (EZB) nach Frankfurt (BuBa) gefahren werden? Das kann doch nicht sein!

        Und wie kommt es überhaupt zu diesen „unausgeglichenen“ Salden? Vor der Finanzkrise waren sie um Grössenordnungen kleiner bzw. betrugen am Ende des Tages meistens null.

        Manch ein Anhänger der österreichischen Schule ist möglicherweise versucht zu sagen: nur Gold ist Geld. Euro ist lediglich eine Währung. ;-)

      • Michael Stöcker says:

        „Das kann doch nicht sein!“

        So ist es. Von daher lässt man diesen Unsinn auch bleiben. Was uns selbstverständlich nicht davon abhält, irgendwelche Goldbestände der Bundesbank durch die Gegend zu karren, um die aufgebrachte Volksseele zu beruhigen (hatte ich mal hier kurz thematisiert: https://zinsfehler.wordpress.com/2014/04/01/geldmythen/). Wer allerdings auf einen Zerfall der Staaten wettet sowie auf internationale Anarchie, der kann in einer solchen Veranstaltung durchaus einen tieferen Sinn erkennen; denn dann zählt in der Geldsystemhierarchie in der Tat nur noch Gold als Geld. Wir sollten allerdings mehr daran arbeiten, dass wir keine anarchischen Zustände ernten werden.

        „Und wie kommt es überhaupt zu diesen „unausgeglichenen“ Salden?“

        Es ist die Folge von persistenten Leistungsbilanzüberschüssen. Was früher die Devisenreserven waren (Franc, Lira, Peseta…) sind nun die TARGET-Salden. Diese Reserven wurden immer wieder abgewertet; seit der Einführung der Währungsschlange 1972 bis zum Euro 1999 nicht mehr durch chaotisches freies Floating, sondern diskretionär (Realignment bzw. schmutziges Floating).

        „Vor der Finanzkrise waren sie um Grössenordnungen kleiner bzw. betrugen am Ende des Tages meistens null.“

        Richtig. Da haben sich die Banken auch noch untereinander die Salden kreditiert und allen möglichen Quatsch gekauft. Insbesondere die deutschen Landesbanken hatten hier einen vermeintlichen Ersatz für ihr fehlendes Geschäftsmodell gefunden (Der running gag damals: „If you can’t sell it sell it to the Landesbank“ oder auch „Dusseldorfer“ als Synonym für die Finanzgenies von der IKB und WestLB). Aber auch die anderen haben munter mitgespielt. Nur: Irgendwann wird auch der größte Trottel wach. Dann ist es aber schon lange zu spät.

        „Manch ein Anhänger der österreichischen Schule ist möglicherweise versucht zu sagen: nur Gold ist Geld. Euro ist lediglich eine Währung.“

        Gold ist ein archaisches Relikt rechtloser Zeiten. Die Austrians pflegen ihre Abneigung gegen einen mächtigen Rechtsstaat und verfallen dabei in das andere Extrem. Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte.

        Wie werden wir die Salden auf natürlichem Wege wieder los? Wir benötigen LB-Defizite gegenüber diesen Ländern. Nur: Soviel Urlaub, Oliven und Tzatziki werden dann doch irgendwie langweilig. Von daher wird dieser Fall auch nicht eintreten. Insofern kann man diese Salden auch getrost als Erinnerungsposten bzw. Mahnmal für ein gescheitertes germanisches Exportweltmeistermodell stehen lassen.

        LG Michael Stöcker

      • mg says:

        Besten Dank für die ausführliche Antwort. Der Vergleich Target2-Salden mit den zuvor bestehenden Währungsreserven (europäischen Währungen) ist einleuchtend. Was bei mir die Frage aufwirft, ob bei einem Exitaly der italienische Anteil der deutschen Währungsreserven in die neue Lira umgewandelt werden oder ob Italien der BuBa dann „Nord-“ Euro schuldet.

        Was die „Austrians“ angeht, stimme ich Ihnen zu, dass Gold in einer Anarchie oder einem Failed State ein grösserer Wert beigemessen würde als in funktionierenden Eigentums-Gesellschaften. Die Austrians wünschen sich aber sicher keine Anarchie, sondern sehen eher die Schweiz als Vorbild. Was die Schweiz mit ihren 26 verschieden sprachigen Kantonen von der EU mit 28 kulturell verschiedenen Ländern unterscheidet, ist der Glaube an Dezentralität, Eigenverantwortung und direkte Demokratie. Wenn der Karren bereits so weit in den Dreck gefahren wurde, wie es in der EU den Anschein hat, dann glauben offenbar viele (Anwesende selbstverständlich ausgenommen), dass „mehr-desselben“ die einzige Lösung sei.

      • NoFiatMoney says:

        @ Stöcker

        Mit Ihrem Satz, „Weil eine Forderung gegen eine Zentralbank eine andere Qualität hat als eine Forderung gegen eine Geschäftsbank“ offenbaren Sie das Unvermögen der von Ihnen vertretenen Ideologie zu konsistentem Denken und logischer Gedankenführung.

        Ist Ihr Gedächtnis dermaßen kurz, daß Sie nicht erinnern, daß Sie Target-Salden nicht als Forderungen ansahen? Sie gaben mir darin recht, daß Sie sie als „Geld“ sehen.

        Und nun sollen es doch wieder Forderungen sein?
        Daß Sie die Widersprüchlichkeit Ihrer Schreiberei – Argumentation ist das nämlich nicht- nicht merken, wundert mich nicht. Alle Kollektivisten und Scheingeldfreunde sind auf dieser Schiene unterwegs.

        Was liefern Sie zur Begründung -der Negation Ihrer eigenen Behauptung-? Folgendes: „Weil eine Forderung gegen eine Zentralbank eine andere Qualität hat als eine Forderung gegen eine Geschäftsbank“.
        Sie sind wirklich bar jeder Ahnung. Entweder eine Forderung ist eine Forderung oder sie ist es nicht. Wenn aber -jetzt dann doch entgegen Ihrer zuvor gemachten Behauptung- die (positiven) Target-Salden der BuBa doch eine Forderung (und kein Geld, wie Sie zuvor behauptet hatten) sein sollen, sind sie es nicht deshalb, weil sie sich gegen die EZB richten.

        Sie begreifen es nicht oder Sie führen bewußt Ihre Jünger in die Irre. Wenn Sie etwas als Forderung definieren, dann bleibt es Forderung, unabhängig davon, gegen wen die Forderung gerichtet ist.

        Einfaches Beispiel (für die Mitleser, da Sie, @ Stöcker, als Ideologe unterwegs zu sein scheinen): Der PKW-Verkäufer hat als Forderung den Kaufpreis. Und das bleibt Forderung; egal welche Bonität sein Kunde (Käufer) hat.

        Unser Diskurs ist damit endgültig beendet.

        Anmerken möchte ich aber noch etwas zu dem, was Sie an anderer Stelle über die Austrians sagten. An all den Rechtsbrüchen, welche Merkel und Genossen vollzogen, war nicht ein Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie beteiligt; nicht einer!
        Deshalb war Ihr Statement, die Austrians wollten keinen Rechtsstaat mehr als dümmlich; zumal es „DIE“ Austrians ja gar nicht gibt. Aber das muß ein Anhänger des Kollektivismus und Interventionismus ja nicht wissen.

  4. NoFiatMoney says:

    @ Dietmar Tischer 21. September 2016 um 12:57

    Weshalb wollen Sie das nicht?

    Mit Ihrem Zitat aus dem von @ Stöcker empfohlenen Beitrag könnten Sie schon bewiesen haben, es zu sein. Wie viele der unter jenem Beitrag Kommentierenden, übrigens.

    Denn nehmen wir mal Ihr Zitat aus der erlauchten Feder des Prof. Sievert „„Die Betrachtung der Target2-Salden macht erst Sinn, wenn man die Möglichkeit untersucht, dass die Europäische Währungsunion aufgelöst und die EZB liquidiert wird. Dann werden aus internen Verrechnungsgrößen Vermögenspositionen – beanspruchte, bestrittene, durchsetzbare, undurchsetzbare.“

    Was hieße eine solche Haltung für den herkömmlichen Geschäftsführer einer GmbH?

    Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung. Punkt.

    Das ist aber der regel- und rechtsbrechende Fahrplan der Interventionisten, der vulgär- und gleichwie Keynesianer und anderer Kollektivisten, die sich gottgleich gebärden und die Wertschöpfenden als ihre Verfügungsmasse sehen, als Untertanen behandeln und auf deren Kosten ihre Spinnereien nicht nur unters Volk bringen, sondern davon auf der Untertanen Kosten auch noch leben. Die Anmaßenden.

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Sie haben ja schon wieder Schaum vor dem Mund. Dabei hatten Sie doch zuvor bewiesen, dass Sie durchaus zu einer sachlichen Diskussion fähig sind. Die Schaffung einer erfolgreichen Währung geschieht nicht über Nacht, wie die monetäre Geschichte der USA gezeigt hat. Die haben dazu über 150 Jahre benötigt. Vielleicht können wir ja etwas daraus für uns lernen. Aber bitte sine ira et studio: http://bruegel.org/2016/08/what-can-the-eurozone-learn-from-us-monetary-history/

      LG Michael Stöcker

      Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Ich wollte nicht klüger als M. Stöcker sein, weil ich es nicht sein musste.

      Mit dem von ihm verlinkte Prof. Sievert konnte ich zeigen, dass er nicht umstandslos recht hat. Denn die Verrechnungsgrößen, die durch Target2-Salden ausgewiesen werden, können auch Vermögenspositionen sein (bei Zerfall der Währungsunion).

      Drei Bemerkungen zu dem was Sie sagen:

      a) Die Realität gilt. Heißt bezüglich der Diskussion: Kein Staat der Währungsunion ist insolvent. Daher kann von Insolvenzverschleppung keine Rede sein. Was Sie mit Verweis auf ein Strafverfahren sagen wollen, ist irrelevant. Dass eine Anzahl von Staaten der Währungsunion insolvent wäre, wenn diese nach Marktmechanismen bewertet würden, ist richtig, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Das ist so, weil es eine EZB gibt, die dafür sorgt, dass sie nicht nach Marktmechanismen bewertet werden.

      Analogie aus der Geschäftswelt:

      Wenn eine Bank einem an sich insolventen Unternehmen immer wieder neue Kredite gibt, um die ursprünglich begebenen nicht abschreiben zu müssen und dadurch die eigene Insolvenz verhindert, ist das betreffende Unternehmen liquide und gilt nicht als insolvent. Es mag überschuldet sein, aber das ist etwas anderes, lasse ich mal außen vor.

      b) Ich teile nicht die Auffassung von Prof. Sievers, dass es nicht sinnvoll sei, über die Verrechnungsgrößen der Target2-Salden ALS Vermögenspositionen zu diskutieren, weil zum einen die Währungsunion existiert, was nur eine Diskussion über Verrechnungsgrößen erlaube, und zum anderen bei einem Zerfall so vieles katastrophal anders wäre, dass Vermögenspositionen kein Thema sein würden.

      Wenn man wie ich der Meinung ist, dass der Zerfall der Währungsunion eine nicht unwahrscheinliche Möglichkeit ist, dann ist man berechtigt, die Verrechnungsgrößen ALS Vermögensdisposition zu betrachten. Denn die Verrechnungsgrößen basieren auf Leistungen in der realen Welt, die nicht nur zu verrechnen, sondern zu vergüten sind. Wenn die Vergütung entfallen kann – hier: bei einem Zerfall der Währungsunion –, dann darf man schon wissen wollen, wieviel ENTFÄLLT (was etwas anderes ist als einen Saldo zur Kenntnis zu nehmen).

      c) Das, was Sie jenen als Interventionisten und Kollektivisten bezeichneten Akteuren nachsagen, mag man so sehen oder auch nicht. Sie müssen jedoch zuerst einmal zur Kenntnis nehmen, dass dies – wie immer man es sieht – vielleicht nicht gewollt, aber AKZEPTIERT wird von einer Mehrheit.

      Die Mehrheit, ob verständig und einsichtig oder nicht, ist durch Akzeptanz maßgebend für das, was geschieht. Das ist eine wesentliche Errungenschaft der europäischen Moderne, hinter die wir nicht zurückfallen können.
      Aber Sie haben natürlich einen Punkt, wenn man Ihre Abneigung nicht wie Sie machtpolitisch begründet („Wertschöpfenden als Verfügungsmasse sehen“), sondern als lebensbestimmendes Verständnisdefizit, etwa so:

      Der Kapitalismus erlaubt zwar, bestimmte Systemergebnisse zu kompensieren, z. B. eine extreme Wohlstandsverteilung zu verhindern, ermöglicht es aber nicht, ein für praktisch alle befriedigendes Optimum zu erreichen. Wer dies durch Interventionismus anzustreben versucht, wird Schiffbruch erleiden mit der Folge, dass nicht darauf eingestimmte Bevölkerungen in kollektive Irrationalität verfallen.

      Statt Interventionismus und Kollektivisimus mehr Markt, damit wir mit der Erfahrung kleinerer Krisen dem Illusionismus entkommen und damit der Anfälligkeit, bei Enttäuschungen destruktiv zu reagieren.

      Kurzum:

      Wir sollten Abstand nehmen vom Wahn der Machbarkeit.

      Antworten

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