„Ein globaler ‚Krieg gegen das Bargeld‘“

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Meine Meinung zum Bargeldverbot ist bekannt. Es dient nur dazu über negative Zinsen und erleichterte Vermögensabgaben ob nun im Zug von „Bankenrettungen“ oder allgemein, leichten Zugriff auf das Vermögen der Bürger zu haben:

→ „Es wird ernst mit der Enteignung“

→ Bargeld muss weg, meint nicht nur Rogoff

→ „Negativzins, Bargeldverbot und die Hoffnung auf ein Wunder“

→ Staatsüberschuldung, Bargeldverbot und Vollgeld aus demokratischer Sicht

Nun macht Indien bekanntlich ernst mit der Umstellung auf eine „cash-less society“. Nicht in einem Schritt aber dennoch deutlich. Die F.A.Z. berichtet darüber und was ich erstaunlich finde: Sie klingt fast wie ein Verschwörungstheorie-Blog. Ein weiteres Beispiel dafür, wie man in den Graubereich mit den Nachrichten kommen kann. Ich denke, dem Staat muss doch daran gelegen sein, dass niemand an der Sinnhaftigkeit der Abschaffung zweifelt oder aber, wenn dies nicht gelingt, solange wie möglich den Eindruck zu erwecken, es sei nicht geplant. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn Artikel, die im Wahljahr den Eindruck erweckten, die bargeldlose Zeit würde ernsthaft kommen, unter die Fake-News-Behandlung fallen.

Nutzen wir sie also noch, solange es sie gibt – F.A.Z.:

  • In verschiedenen Ländern häufen sich Einschränkungen für den Gebrauch von Bargeld. Der spektakulärste Fall ist das aktuelle indische Experiment der Regierung Modi. Anfang November erklärte sie überraschend alle 500- und 1000-Rupien-Scheine – mehr als 80 Prozent der Geldscheine –  für ungültig. Die Inder mussten sie auf Konten einzahlen, damit sie umgetauscht werden.“ – bto: Das zeigt aber auch, dass es auf anderen Gebieten zu ähnlichen drastischen Maßnahmen kommen kann. Siehe meine Gedanken zum globalen Reset.
  • Interessanterweise hat Australien Interesse am indischen Vorgehen geäußert. Die australische Botschafterin Harinder Sidhu in Neu-Delhi nannte die Reform ‚inspirierend‘ und ‚faszinierend‘. Auch ihr Land denke über eine ‚Demonetarisierung‘ nach, zumindest aber an den Einzug der höchsten Banknoten (…).“ – bto: Wer die hohe australische Verschuldung kennt (privat!), der wundert sich nicht. Australien wird, wie wir alle, einen Reset brauchen.
  • Womit begründet die Modi-Regierung den Einzug der Geldscheine? Als Erstes nannte sie den Kampf gegen Schwarzgeld und Korruption. (…) Hunderte Millionen Bürger deklarieren ihre Einkommen nicht dem Fiskus. Würden all diese Zahlungen künftig über Konten oder online abgewickelt, gäbe es für die Regierung ein weites Feld für künftige Besteuerung. Als Zweites nannte die Regierung die Förderung bargeldloser Zahlungen als Grund für ihre Geldreform. Indien solle ein Vorreiter dafür werden. Gemeinsam mit Beratern wie Boston Consulting Group und Software-Konzernen will die Modi-Regierung so das gesamte Wirtschaftssystem umstellen.“ – bto: Sogar meine Ex-Kollegen sind involviert. Wenn man die BCG-Publikation dazu liest, stellt man zwei Dinge fest: a) Sie folgt einer ökonomischen Logik der Effizienz und durchaus auch der Entwicklung der indischen Wirtschaft. b) Sie hat keinen Blick für die weiteren Folgen: den Verlust an Anonymität, den Schutz vor staatlichen Willkürhandlungen und Besteuerung, den Schutz vor Negativzinsen. Es wäre schön, wenn diese Überlegungen eingeflossen wären. Im Literaturverzeichnis fehlen jegliche externen Quellen zu dem Thema. Dies ist aber nur eine Feststellung, keine Kritik, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es bei diesen Publikationen und Analysen immer nur um die rein betriebswirtschaftlichen Effizienzaspekte geht. Link zur Studie auch unten.
  • Wenig beachtet wurde bislang, dass Indien vor dem Bargeld-Einschnitt auch von der amerikanischen Entwicklungshilfebehörde USAid direkte, aber diskrete Unterstützung erhielt. (…) Inzwischen ist just diese Mitteilung aus der Liste der Pressemitteilungen von USAid verschwunden. Darauf verweist der Wirtschaftsjournalist und Buchautor Norbert Häring, der die Bedeutung der amerikanischen Verbindung und finanzieller Interessen hervorhebt.“ – bto: Ja, wenn das keine Verschwörungstheorie ist.
  • Er vermutet, dass auf höchster Ebene eine Gruppe von Bankern, Zentralbankern und Ökonomen – konkret die ‚Group of Thirty‘ – an der schrittweisen Abschaffung von Bargeld arbeite. Konkrete Beweise dafür gibt es keine. Allerdings ist auffällig, dass einige Mitglieder der 30er-Gruppe, etwa Kenneth Rogoff, der frühere IWF-Chefvolkswirt, und Larry Summers, der ehemalige amerikanische Finanzminister, zu den entschiedenen Befürwortern einer schrittweisen Abschaffung des Bargeldes gehören, angefangen bei den größten Banknoten.“ – bto: angeblich, um Schwarzarbeit und Kriminalität zu bekämpfen. Doch seit wann kümmern sich Ökonomen um Drogengelder?
  • Rogoff fügt aber auch ein geldpolitisches Argument hinzu: Ohne große Geldscheine gebe es keine Ausweichmöglichkeit mehr, wenn die Zentralbanken die Einführung von Negativzinsen beschlössen. Die bisherige Untergrenze zur Senkung der Leitzinsen entfiele. Die Idee eines ‚Schrumpfgeldes‘ propagierte vor gut hundert Jahren schon der umstrittene, heute weithin vergessene Ökonom Silvio Gesell, an dessen Schriften vergangenes Jahr überraschenderweise ein IWF-Papier erinnerte.“ – bto: Und nur darum geht es! Weil dann die Mittelschicht die Kosten der Krise trägt, während die wahrlich Wohlhabenden ausweichen können.
  • Es gibt ein „Anti-Bargeld-Kartell“: „Dieses bestehe aus drei Lagern: den ‚Alchemisten‘ (Zentralbanker und Ökonomen mit einer Vorliebe für Negativzinsen zur angeblichen Stimulierung der Wirtschaft), der Finanz-Tech-Allianz sowie den Recht-und-Ordnung-Vertretern.“

bto: Im Kern geht es um die Enteignung der Sparer im Zug des globalen Schuldenschnittes.

→ F.A.Z.: „Ein globaler ‚Krieg gegen das Bargeld‘“, 11. Januar 2017

→ BCG: „Digital Payments 2020“

26 Antworten
  1. Johannes says:

    Hier der Originalbeitrag von Nobert Häring auf den sich der FAZ Blog bezieht:

    http://norberthaering.de/de/27-german/news/750-mehr-evidenz-indien

    Hier seine Replik auf die Beschuldigung (aus Indien!) er habe habe falsch zitiert:

    http://norberthaering.de/en/home/27-german/news/760-malick-demonetisation-india

    M.E. stellt Häring die Faktenlage recht unaufgeregt und sachlich dar. Ich finde seine Sichtweise und die vorgestellte Ereignissabläufe recht interessant und nachdenkenswert.

    (Bar)geld ist geprägte Freiheit sagte Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Er meinte die zu seiner Zeit „werthaltigen“ Münzen, die damals im Umlauf waren und Gold-, bzw. Silberanteile enthielten. Und so einen immanenten Wert besaßen.

    Letztlich ist es ja auch eine Form der Freiheit, sich für das Sparen mittels Bargeld zu entscheiden (eine in der Bvölkerung sehr verbreitete Form des Sparens). Und diese Form der Freiheit würde durch ein Bargeldverbot massiv beschnitten. Das das heutige Geld längst nicht mehr so werthaltig wie zu Dostojewski´s Zeiten spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

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  2. Michael Stöcker says:

    „Es dient nur dazu…“

    Das „nur“ ist zu einschränkend. Es geht auch um Kontrolle, Kostenreduktion und ein neues Geschäftsmodell, mit dem Banken/Zahlungsdienstleister Geld verdienen können. Zu den finanziellen Interessen hier noch mal der Link zu meinem Kommentar vom November: http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/rogoff-traeumt-weiter-von-der-enteignung/#comment-20947.

    LG Michael Stöcker

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  3. MFK says:

    Das perfide, so finde ich, ist, dass die Abschaffung des Bargeldes den Zentralbanken überlassen wird. Damit vermeidet man, dass es bei Wahlen politisch sanktioniert wird. Die Bundesregierung kann behauptet, mit der Abschaffung des 500 EURO Scheins nichts zu tun zu haben. Weiterhin betrifft diese Maßnahme, wie im Beitrag angesprochen, nur den Mittelstand. 40% der Deutschen haben überhaupt keine Ersparnisse, darüber hinaus viele nur geringe, Vermögende können ausweichen. Der Rest ist nicht einflussreich genug, um sich erfolgreich wehren zu können.

    Im Ergebnis wird es aber dennoch auf das Gresham’sche Gesetz hinauslaufen. Merken die Geldhalter erst einmal, was die Folgen der Bargeldabschaffung sind, werden sie in andere Papierwährungen (SGD, USD etc.), Gold und Sachwerte und wenn nichts mehr hilft in Vorratskäufe (siehe Ende der DDR Währung) ausweichen. Ich vermute auch, dass beim USD keine Änderungen erfolgen werden. Mit 100 USD ist die größte Stückelung ohnehin klein, weiter würde der USD seine Stellung als Weltreservewährung verlieren. Eine Bargeldabschaffung in der EURO-Zone hätte daher einen hohen Preis.

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  4. Dietmar Tischer says:

    >Es gibt ein „Anti-Bargeld-Kartell“: „Dieses bestehe aus drei Lagern: den ‚Alchemisten‘ (Zentralbanker und Ökonomen mit einer Vorliebe für Negativzinsen zur angeblichen Stimulierung der Wirtschaft), der Finanz-Tech-Allianz sowie den Recht-und-Ordnung-Vertretern.“>

    Wenn man dieser Klassifizierung folgt, dann muss man angesichts der Lage im Land der Regierung Modi mehr als ein LEGITIMES Interesse an der Abschaffung der 500- und 1000 Rupien-Scheinen zugestehen:

    Denn eine Regierung kann nicht nur ein Interesse daran haben, dass die Steuern bezahlt werden, sondern sie hat auch die PFLICHT dafür zu sorgen, dass sie bezahlt werden. Andernfalls stehen nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, die das Land braucht, um ihm übertragene Aufgaben wahrzunehmen. Destabilisierung, zumindest aber ökonomisches Siechtum wäre die Folge. Dazu kommt der Kampf gegen Korruption und Schwarzgeld, die in Indien offensichtlich eine ganz andere Dimension als in den entwickelten Volkswirtschaften haben.

    Bei aller Verschiedenheit und ohne daraus etwa abzuleiten:

    Man schaue bezüglich der Steuereinnahmen nur einmal nach Griechenland, um zu sehen, um was es geht.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Raghuram Rajan ab Anfang September 2016 nicht mehr Chef der indischen Zentralbank ist. Er hatte seinen Vertrag nicht verlängert. Möglicherweise hatte es hinter den Kulissen erheblichen Streit mit Modi wegen der Abschaffung der Rupien-Scheine gegeben, möglicherweise auch wegen der hohen indischen Zinsen, mit denen er die Inflation unter Kontrolle gehalten hat. Aber das ist reine Spekulation, wir wissen es nicht.

    Der Mann ist jedenfalls kein Leichtgewicht, hatte schon Greenspan in den Senkel gestellt.

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    • Lutz Gerwig says:

      Ich frage mich halt, ob Indiens Steuern wirklich von der Masse der relativ kleinen Lichter, die bisher ohne Kreditkarten und Konto auskommen, bezahlt gehören. Wenn wir von Steuerhinterziehung und Korruption in Indien sprechen, dürfte das nicht mit anderen oder fehlenden Geldscheinen geklärt werden können. Die großen Lichter interessiert es nicht, die finden Wege. Man hat doch aus Zypern gelernt: in Zypern konnte man nicht abheben, aber Millionenguthaben wurden am selben Tag in London in sichere Häfen verschoben, wo viel war, ging wenig weg.
      Die Informationen fließen, wo sie sollen, schnell und weich, nur die kleinen Lichter, die will man knechten. Das ist ungerecht.

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  5. H.N. says:

    „Verschwörungstheorie“ ist ein Kampfbegriff, der mit dem Ziel der Verhinderung von Erkenntnis eingesetzt wird. Ich finde, er ist einem Wissenschaftler von Ihrem Format unwürdig.

    Häring mag seine These nicht beweisen können, aber es ehrt ihn, dass er sich nach dem ‚Warum‘ fragt – es greift auch meines Erachtens erheblich zu kurz, Bargeldverbote mit einer Bekämpfung von Schulden zu erklären. Es dürfte eher um Machtgewinn und Herrschaft gehen.
    Kombiniert man die Kontrolle über Buchgeld mit Bargeldverbot, Digitalisierung der Gesellschaft, Dominanz in IT-Technologien und militärische Überlegenheit, hat man ein recht gutes Rezept für umfassende, wenn nicht sogar die perfekte Macht. Niemand wird sich dem entziehen können. Das Bargeldverbot ist ein Baustein zur Beseitigung von elementaren Freiheiten, man darf es nicht rein volkswirtschaftlich sehen.

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    • Richard Ott says:

      Bagehot: Halten Sie es auch für möglich, die Aktivitäten von Soros und den von ihm finanzierten NGOs zu kritisieren, ohne automatisch als antisemitisch zu gelten? Oder wollen Sie einfach nur die weitere Diskussion hier torpedieren?

      Im Übrigen halte ich es für sehr gewagt, den Spekulanten Soros als jemanden zu beschreiben, der „durch eigene Arbeit reich geworden ist“. Der ganz überwiegende Teil seines Reichtums hat mit eigener Wertschöpfung überhaupt nichts zu tun – er hat von Finanzwetten profitiert, bei dem die Gegenseite spiegelbildliche Verluste zu verkraften hatte.

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  6. Blum says:

    Ich kenne den Bankstrategen einer der größten europäischen Banken gut. Dieser Mann hat tiefen Einblick in das, was die Group of Thirty möchte (wo man im Glashaus sitzt, hat man einen guten Blick) und bestätigt, was Häring aus vielen Indizien abgeleitet zusammensetzt, darunter auch: Indien Testfall, Berater von Außen, es soll außerhalb Indiens geprägte Inder geben, Geschäfte für US-amerikanische Finanzunternehmen vorbereiten und zeigen, dass man ohne Bargeld ein Volk viel besser beherrschen kann, vor allem aber, das Bankgeschäft profitabel und am Leben zu halten, was aktuell Negativzinsen braucht. Ich traue meinem Kontaktmann mehr als Ihnen, denn er hat keinen Anreiz, mich zu belügen.

    Und wäre Häring so unbedeutend und unwichtig, dann hätte auch der eine oder andere Hintermann des Indian Incidents nicht so auffallend laut gequiekt oder die Organisation versucht, die Spuren zu verwischen.

    Sie, Bagehot, kenne ich ja nicht und Ihr Pseudonym greift nach ganz oben. Sie werden von diesen ganzen Hintergründen, Entwicklungen und den weiteren Zielen der No Cash Initiativen sicher früher oder später im Economist lesen.

    Ich wurde durch The Economist auch im Selber Denken geschult. Dazu gehört: Cui Bono muss bei solchen Themen immer gefragt werden. Und besonders, wenn das Wort VT, der Kampfbegriff nach Kennedys unaufzuklärendem Tod salonfähig gemacht vom CIA, allzu leichtfertig in Umlauf gebracht wird, von Leuten wie Ihnen und denen, die offen dazugehören, zu den 30.

    Aber es ist schon einfach, wenn ich Unangenehmes einfach nicht glauben will. Dann verleumde ich den Überbringer mit harten Worten, um von allen Argumenten abzulenken und gar nicht erst um Inhalte mich bemühen zu müssen.

    Vielen Dank für Ihre selbstbewusst vorgetragene Vorlage, die habe ich mit dem größten Vergnügen aufgenommen.

    Und zugegeben, ich habe mich wirklich zuerst täuschen lassen und Sie für humorvoll gehalten.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      >Ich wurde durch The Economist auch im Selber Denken geschult.>

      Davon merkt man hier nichts, im Gegenteil.

      Ihr „Denken“ beweist, dass Sie nicht einmal wissen, was das ist, wenn Sie sagen:

      >Ich traue meinem Kontaktmann mehr als Ihnen, denn er hat keinen Anreiz, mich zu belügen.>

      Wenn Sie dann auch noch feststellen, dass Sie Bagehot nicht kennen, Sollten Sie hier einmal erklären, WARUM Sie unterstellen, dass Bagehot einen Anreiz haben sollte, SIE zu BELÜGEN – Ihr Grund, warum Sie ihm nicht so wie Ihrem Kontaktmann trauen.

      Es ist eine Sache, die Ansichten von Bagehot nicht zu teilen und anderer Meinung zu sein. Dies muss man noch nicht einmal begründen.

      Es ist aber eine ganz andere – eine, die eine ERKLÄRUNG verlangt –, wenn dies mit einer charakterlichen Abwertung des Diskutanten, nämlich dessen vermeintlichem Anreiz Sie zu belügen, begründet wird.

      Ich bitte einfach darum, dass Sie dazu etwas sagen.

      Antworten
  7. Ewald Kroiss, LL.M. says:

    In Indien zahlen sehr wenige Leute Steuern. Dies hat der indische Staat offenbar viel zu lange hingenommen. Ausserdem kann, unideologisch betrachtet, gefolgert werden, dass Zahlungsverkehrsanbieter Skaleneffekte heben koennen. Dann waere es strategisch sinnvoll, sich genau an diesen Anbietern zu beteiligen. So koennte man im Supermarkt z.B. die Waren selbst einscannen und elektronisch bezahlen lassen. Dies spart dann Personalkosten (Wegfall der Kassenkraefte und der Geldtransporte). Als Folge koennten Waren guenstiger angeboten werden. In Banken kann Personal abgebaut werden, die Gewinne der Bankaktionaere steigen. Die oekonomische Logik der Effizienz. Konsequenterweise muss es dann auch Anbieter geben, die ausschliesslich die Forderungen verwahren und denen es verboten ist, andere Geschaefte zu betreiben, am besten eine Tochtergesellschaft der jeweiligen Zentralbank.
    mfg
    EK

    Antworten
  8. BLUM says:

    @Dietmar Tischer, Sie möchten eine Antwort. Hier ist sie in Kurz- und Langform:

    beim Belügensbegriff dachte ich an meinen Freund. Nicht an Bagehot, dem ich keine Lüge unterstelle.

    Sie denken allerdings im üblich gewordenen indirekten Bandespielen. Dazu würde auch Kontaktschuld als weiterer Kampfbegriff passen, also „rede nicht mit Leuten, die Leute kennen, die man ausgrenzen muss“, s. a. weitere Bagehot – Beiträge. Vielfalt in Berichterstattung dürfte dann nicht mehr stattfinden. Keine Argumente für und wider in der selben Zeitung, nein, nur die eine Wahrheit schreiben und dann laut rufen und Gegner kleinschreien. Arm.

    Ich bin kein Anhänger dieser Bandespiele, Denk- und Sprechverbote, aber habe zu konzedieren, dass man überall damit rechnen muss. Deshalb mache ich Ihnen keinen Vorwurf, denn ich kann nachvollziehen, wie Sie zum Verständnis kamen, ich unterstellte Lüge. Demnächst werde ich also noch einen Satz dazuschreiben.

    H.N. hat die weiteren Zusammenhänge mit dem Bargeldverdammen als Puzzlestein benannt.
    Sie selbst haben die indischen Grundmotivationen für Steuererhebung überhaupt angesprochen, die ich teile, wie sie auch in Griechenland vonnöten wäre. Doch wir haben seit Jahrzehnten erfahren, dass das ursächlich nichts mit dem Bargeldverdammen zu tun haben muss.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Es wird nicht gewünscht, unsere Diskussion weiterzuführen.

      Es macht auch nicht viel Sinn, weil mittlerweile die Referenzen fehlen.

      Deshalb nur so viel:

      >beim Belügensbegriff dachte ich an meinen Freund. Nicht an Bagehot, dem ich keine Lüge unterstelle.>

      Schon mal gut, dass Sie das sagen.

      Dennoch:

      So WIE Sie es geschrieben hatten, musste man das Gegenteil annehmen.

      Wenn, wie Sie sagen, nachvollziehen können, wie ich zu meiner Kritik an Ihrer Aussage kam und nicht den von IHNEN geschriebenen Text meinen – so liest sich das hier –, dann lesen Sie bitte einmal ganz genau Ihren Text und insbesondere den Satz, den ich Ihnen BEGRÜNDEND angekreidet hatte.

      Denk- und Sprechverbote gibt es bei mir jedenfalls nicht und von anderen fordere ich sie auch nicht.

      Dabei sollten wir es belassen.

      Antworten
  9. mg says:

    Das ist ganz offensichtlich Quatsch.

    Schade, dass Sie sich in letzter Zeit auf so ein Niveau glauben begeben zu müssen. Trotzdem möchte ich einen Versuch wagen, das Thema „Verschwörungstheorie“ aufzugreifen und ein bisschen zu differenzieren.

    Es gibt mindestens 4 Arten von Verschwörungstheorien:
    1. solche, die offensichtlich Unsinn sind, z.B. die sogenannten Chemtrails
    2. solche, die prinzipiell falsifizierbar, deren Anhänger aber unbelehrbar sind, dazu würde ich z.B. die meisten Verschwörungstheorien zu 9/11 zählen
    3. solche, die gut begründet aber nicht notwendigerweise wahr sind
    4. und solche, die sich schliesslich als wahr herausstellen.

    Eine nette „Debunking“-Hilfe finden Sie hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=Hug0rfFC_L8

    Grüsse

    Antworten
  10. Dietmar Tischer says:

    @ Dr. Stelter

    Wenn ich diesen Thread aktualisiere, zeigt er in der Überschrift zu den Beiträgen „18 Antworten“ an.

    Es werden aber nur noch 10 Antworten bzw. Diskussionsbeiträge angezeigt, obwohl es mehr waren.

    Sie haben also eine Anzahl gestrichen.

    Das können Sie selbstverständlich, denn Sie sind der Inhaber des Blogs und können ihn so verwalten, wie Sie wollen.

    Sie haben die Streichung kommentarlos vorgenommen.

    Das können Sie ebenfalls, jedenfalls hat Ihnen niemand Vorschriften zu machen.

    Ich hätte allerdings gern ein Wort von Ihnen gehört.

    Sicher waren einige der gestrichenen Beiträge ein wenig O.T. , aber mit KEINEM wurden meinem Verständnis nach andere Diskussionsteilnehmer OFFEN und DIREKT so angegriffen, dass die Diskussion auszuarten drohte. Ich z. B. fand Blums Bemerkung zu Bagehot ausdrücklich sehr befremdlich, habe ihn jedoch höflich um Klärung gebeten. Dem ist er ohne erkennbares Beleidigtsein gefolgt. Kurzum: Die Beiträge waren definitiv (noch) so sachlich, dass man sie – auf diesem Niveau zumindest – hätte weiterführen können.

    Das ist nun nicht mehr möglich.

    Ich bedauere dies.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Ich bedaure dies ebenfalls sehr. Allerdings kann und will ich nicht zulassen, dass wir Dritte an dieser Stelle mit dem Vorwurf des Antisemitismus belasten. Wir alle wissen, dass es gerade in Deutschland hierbei eine erhebliche öffentliche Sensibilität gibt – zu Recht – und deshalb ein solcher Vorwurf schnell große Verbreitung finden kann mit entsprechenden Konsequenzen für den Betroffenen. Ich habe noch nie „Zensur“ geübt und will das eigentlich nicht. In diesem Fall ist es erforderlich. Da ich zur Zeit anderweitig aktiv bin, konnte ich erst mit Zeitverzug reagieren, weshalb es mehrere Beiträge betraf.

      Wenn Diskutanten dies als ungerechtfertigte Zensur begreifen, übersehen sie m.E. wie wertvoll eine sachliche und qualitativ hochstehende Diskussion, die bto ermöglichen will, ist. Es war eine in der Sache unnötige und unfundierte Unterstellung, die wir gemeinsam so nicht stehen lassen können.

      Ich danke für Ihr Verständnis.

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        >Es war eine in der Sache unnötige und unfundierte Unterstellung, die wir gemeinsam so nicht stehen lassen können.>

        Das war sie und deshalb ist sie ja auch hinterfragt worden und das nicht nur von mir.

        Gemeinsam – das finde ich auch, denn ein Wegsehen kann es bei diesem Thema nicht geben, auch nicht für die nicht direkt Angesprochenen, meine ich jedenfalls.

        Sie haben das Nichtstehenlassenkönnen für Ihren Teil getan und damit ist das Gemeinsame des Nichtstehenlassenkönnens auf quasi martialische Art erledigt worden.

        Gehen Sie davon aus, dass auch ich meinen Teil geleistet haben würde.

        Mit „soll jeder darüber denken, wie er will“ ist eine Distanzierung, die NICHT entschuldigt, diese Unterstellung überhaupt in die Diskussion eingebracht zu haben.

        Meine Art des Argumentierens ist auch an diesem Blog nicht nach jedermanns Geschmack, aber eine, die mit Rationalität auf Einsicht zielt, so wie das auch andere hier tun.

        So sehr ich Verständnis für Ihr Handeln habe, so sehr ist uns damit dieser Weg des Nichtstehenlassens verbaut worden.

        Ich hoffe auf Ihr Verständnis, wenn ich damit zum Ausdruck bringe, dass nun leider Sprachlosigkeit statt einer vernünftigen Auseinandersetzung herrscht, zu der meiner Einschätzung nach Bagehot durchaus fähig und willens gewesen wäre.

      • Johannes says:

        In der Gesamtbawägung bin ich bei Ihnen Herr Stelter. Die Diskussion war zweifelsohne sachlich und auf hohem Niveau, wie Herr Tischer auch schon anmerkte, aber mir ist so, im Interesse des Dritten, persönlich auch wohler. Denn es bliebe ansonsten immer etwas „LESBARES“ von dem Antisemitismusvorwurf zurück.

        bto:“Es war eine in der Sache unnötige und unfundierte Unterstellung, die wir gemeinsam so nicht stehen lassen können.“

        Richtig: „gemeinsam“. Ihre Entscheidung trage ich gerne mit.

      • Horst says:

        „Es war eine in der Sache unnötige und unfundierte Unterstellung, die wir gemeinsam so nicht stehen lassen können.“

        Mein Verständnis haben Sie in diesem Fall, denn leider genügt nur eine Unterstellung dieser Art – wird sie öffentlich – die wirtschaftliche Existenz zu zerstören.

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