„Die Folgen eines Trump-Schocks“

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In meiner gestern hier veröffentlichten Kolumne zu den möglichen Folgen eines Präsidenten Trump mit Blick auf die Eiszeit kam ich letztlich zu einem recht optimistischen Schluss. Zumindest für die USA. Als Abfallprodukt könnte die Eurokrise über einen schwächeren US-Dollar wieder an Fahrt gewinnen. Auch andere Beobachter warnen vor den Folgen eines Trump-Schocks. Letztlich auch, weil die Weltwirtschaft und vor allem Europa so schlecht dastehen.

  • Leider [sind] (…) das Wachstum und die Arbeitsmärkte weltweit in schwacher Verfassung. Eine grosse negative Überraschung – wie die Wahl von Donald Trump in den USA – könnte den Aktienmarkt zum Zusammenbrechen bringen und die Welt in eine Rezession stürzen.“ – bto: Ja, wir erleben halt die große Depression in Zeitlupe. Da ist Trump ein Symptom aber weder Ursache noch Auslöser.
  • Die offensichtlichste dunkle Wolke am Horizont ist Europa. (…) Die Wachstumsaussichten für Spanien sind einigermassen ermutigend und lassen auf eine Erholung hoffen. Aber die anhaltenden Sorgen über Italien – die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone mit weniger als 1 % Wachstum im Jahr – sind ernst.“ – bto: Das ist Lesern dieser Seiten wohlbekannt!
  • Diese makroökonomischen Probleme werden durch ständigen Druck gespiegelt, der auf den Banken der Eurozone lastet. Diese haben sich von vergangenen Verlusten nie völlig erholt, und ihre Eigenkapitalquote ist (…) weiterhin niedrig.“ – bto: Klartext. Die Amis könnten wählen, wen sie wollten, wenn die dusseligen Europäer ihre Hausaufgaben machten. RICHTIG!
  • Das grössere Problem bleibt die Unsicherheit, wer dafür geradestehen muss, wenn die Verluste einer Bank zu einer möglichen Insolvenz führen. (…) Insgesamt betrachtet, hat die Eurozone genug Haushaltskapazitäten, um sich hinter ihre Banken stellen zu können. Aber leider ist dies immer noch eine Entscheidung, die von den einzelnen Ländern selbst getroffen werden muss – die kollektiven Mechanismen zur Rekapitalisierung europäischer Banken sind weiterhin Stückwerk und viel zu schwach.“ – bto: Klartext: Wenn die Deutschen für alle Banken bürgen würden, wäre alles klasse. Stimmt natürlich nicht
  • „Trump verspricht, das US-Wachstum sofort auf 4 bis 5 % zu bringen, aber dies ist reine Fantasie. Viel wahrscheinlicher ist, dass seine handelsfeindliche Politik zu einem scharfen Einbruch führen würde, etwa so, wie ihn die Briten momentan erleben.“ – bto:?? Haben die nicht gerade die ein höheres Wachstum prognostiziert??
  • Ein Abschwung aufgrund von Trumps Handelshemmnissen würde Europa in eine handfeste Rezession stürzen, die wahrscheinlich von einer ernsthaften Bankenkrise begleitet wäre. Werden diese Risiken nicht gemildert – und die Wahrscheinlichkeit eines europäischen Bankendebakels ist bereits jetzt beunruhigend hoch –, würde daraus eine weitere Negativspirale entstehen. Wie auch immer, die Folgen für die Entwicklungsländer und alle Staaten mit niedrigerem Einkommen wären dramatisch.“ – bto: Bekanntlich sehe auch ich die negative Folge für Europa/Euro, siehe meinen WiWo-Kommentar gestern an dieser Stelle. Aber die Logik ist eine andere: Die Reflationierung schwächt den Dollar und so kommt es zu Deflation und Rezession in Europa. Aber nochmals: Die Ursache ist eine andere, nämlich die verschleppte Krise.
  • „(…) wenn sich die Investoren irren und Trump gewinnt, können wir erwarten, dass die Gewinnprognosen vieler börsennotierter Unternehmen deutlich nach unten korrigiert werden müssen – was wahrscheinlich zu einem Crash des Gesamtmarktes führen würde.“ – bto: Aha, dafür senkt die Fed die Zinsen, macht neues QE und der Dollar stürzt, was die US-Aktien wieder stützt. 

bto: Auf jeden Fall wird es spannend. Fast schon Schade, wenn Trump es nicht wird, weil wir dann nicht die Qualität dieser Schreckensszenarien beurteilen können.

 

-> FINANZ und WIRTSCHAFT: „Die Folgen eines Trump-Schocks“, 4. November 2016

3 Antworten
  1. Stefan Bohle says:

    Bei aller Skepsis gegenüber Hillary Clinton, die Ablehnung der Person Trump ist m.E. eine Haltungsfrage. Die Hoffnung, Trump möge als eine Art postfaktischer Heinrich VIII (Achtung Melania, Schaffot oder check-out time drohen…) seinen Wahn ausleben und dabei als Beifang die bestehenden Verhältnisse mal kräftig durchpusten, könnte sich zudem als etwas zu simpel erweisen, ich kann auf dieses Experiment getrost verzichten.

    Antworten

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