UK-Ökonom: „Target2 rettet lautlos die Eurozone – noch“

Professor David Blake unterrichtet Finanzwissenschaft an der Cass Business School der City University of London und beschäftigt sich dort und hier bei WirtschaftsWoche Online mit dem Thema Target2. Klar, Lesern von bto wohlbekannt:

→ Target2-Saldo: Billionen Bombe oder „populärer Irrtum“?

→ Niemand wird Target2 stoppen

→ Zur „Target-Hysterie“

→ Target2: Es ist und bleibt eine Vermögensverschiebung

Nun also der Forscher aus England:

  • „Italien weist normalerweise ein Zahlungsbilanzdefizit auf, hat aber derzeit einen Überschuss, der darauf hinweist, dass es mehr exportiert als es importiert oder mehr Einkommen aus seinen Auslandsvermögen erzielt, als Ausländer mit ihren italienischen Vermögenswerten verdienen. Zum Teil liegt das daran, dass die Italiener ihre Ersparnisse von italienischen Banken zu Banken in Ländern wie Deutschland transferieren.“ – bto: Die Italiener haben aber auch über ihre Rezession die Binnennachfrage gedämpft, was bei den Überschüssen hilft.
  • „Die geringe Importnachfrage Italiens ist auf die hohe Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Die italienische Regierung ist jedoch gezwungen, mehr auszugeben und damit ihre Wirtschaft nach den Vorschriften der Eurozone zu expandieren, insbesondere durch die Notwendigkeit, die Staatsverschuldung zu reduzieren. Die Kapitalflucht ist zudem ein weiteres Zeichen für die wirtschaftliche Schwäche.“ – bto: Das leuchtet ein.
  • „Das große Volumen der staatlichen Kreditaufnahme in Schuldnerländern wie Italien und Spanien erschwert die zusätzliche Kreditaufnahme. Der normale Weg der Kreditaufnahme besteht darin, dass der Staat Anleihen verkauft, die von ausländischen Banken und Institutionen gekauft werden. Das Problem: Solche Institutionen werden leicht misstrauisch gegenüber verschuldeten Ländern, da sie die Gefahr von Zahlungsausfällen wie in Griechenland befürchten.“ – bto: Ich denke, der „übliche“ Weg ist die Verschuldung bei den eigenen Banken, die die Kredite gleich an die Notenbank weiterleiten. So hat es funktioniert bis es zum Euro kam. Heute funktioniert es wieder, wenn auch mit mehr Unsicherheit durch die EZB.
  • „Es gibt jedoch einen anderen, weniger gut bekannten Weg der Kreditaufnahme. Dies ist das Target2-System der Eurozone. Regierungen, die nicht in der Lage sind, langfristige Mittel an den Anleihemärkten aufzubringen, können ihre Defizite weiterhin durch Kredite bei ihren Geschäftsbanken finanzieren, indem sie ihnen kurzfristige Schatzwechsel verkaufen. Diese Banken leihen sich die Mittel dazu von ihrer Zentralbank  die EU-Vorschriften verhindern, dass die Zentralbank der Regierung direkt Kredite gewährt – und die Zentralbank wiederum leiht die Mittel von der Europäischen Zentralbank (EZB).“ – bto: So ist es. Solange die EZB keine Begrenzung vornimmt, passiert genau das.
  • „Einzelpersonen und Unternehmen, die Waren aus anderen Ländern der Eurozone importieren möchten, können einen ähnlichen Weg wählen: Sie leihen sich Geld von ihrer lokalen Bank, die von ihrer Zentralbank leiht, die wiederum von der Zentralbank des Landes leiht, das die importierten Waren herstellt.“ – bto: oder wohin das Kapital aus dem Land flüchtet.
  • „Target2 fungiert somit als Clearingsystem für die Zentralbanken der Eurozone. Wenn ein Land der Eurozone Zahlungen in ein anderes Land leisten muss, werden die Mittel über Target2 übertragen. Es gibt jedoch einen Unterschied. In den meisten Ländern müssen Geschäftsbanken geeignete finanzielle Vermögenswerte bereitstellen, um ihre Konten zu begleichen.“ – bto: Was er meint ist, gute Sicherheiten zu geben. Die Notenbanken dürfen wie Geschäftsbanken nur gegen gute Sicherheiten Kredit gewähren.
  • „In Target2 dürfen die nationalen Zentralbanken Schulden ansammeln, ohne dass eine formelle Verpflichtung zur Rückzahlung besteht. Denn Target2 klassifiziert diese Schulden als risikofrei‘.“ – bto: wo ja gesagt wird, dass die Notenbanken per Definition nicht pleitegehen können.
  • „Überschussregionen müssen ihre Überschüsse durch fiskalische Transfers wieder in die Defizitregionen zurückführen, um das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Eurozone zu erhalten. Aber das größte Überschussland – Deutschland – weigert sich offiziell, zu akzeptieren, dass die EU eine Transferunion‘ ist. Allerdings haben die Defizitländer, darunter mit Italien das größte unter ihnen, Target2 genau zu diesem Zweck eingesetzt.“ – bto: Es ist eine Kreditvergabe ohne demokratische Legitimierung. Ich denke aber politisch schon, weil die deutsche Regierung es geschehen lässt.
  • „(…) Target2 ist zu einer riesigen Kreditkarte für Mitglieder der Eurozone geworden, die mehr importieren als sie an andere Mitglieder exportieren. Aber es gibt zwei Unterschiede gegenüber einer normalen Kreditkarte: Der Zinssatz ist Null und das Darlehen muss nie zurückgezahlt werden. Stand August 2018 schulden Italien und Spanien 493 Milliarden Euro beziehungsweise 389 Milliarden Euro, die sie nie zurückzahlen können, während Deutschland 912 Milliarden Euro geschuldet werden, die es nie zurückerhalten wird. (…) Professor Tim Congdon, Vorsitzender des Instituts für Internationale Währungsforschung an der University of Buckingham, weist darauf hin, dass der deutsche Guthabensaldo im Juni mit 976 Milliarden Euro seinen Höchststand erreichte, dann aber in den zwei Folgemonaten stark zurückging. Er behauptet: Der Sturz sieht seltsam aus (…) und kann auf eine Manipulation hinter den Kulissen zurückzuführen sein.‘“ – bto: Natürlich, denn man möchte die Öffentlichkeit nicht beunruhigen.
  • „Target2 ist eindeutig keine tragfähige langfristige Lösung für die systemischen Handelsungleichgewichte der Eurozone und die geschwächten nationalen Bankensysteme. Es gibt nur zwei realistische Lösungen: Die erste ist die vollständige fiskalische und politische Union, wobei Brüssel die Höhe der öffentlichen Ausgaben und der Bankkredite in jedem Mitgliedstaat festlegt. Das ist seit langem das Ziel des politischen Establishments Europas, wird aber eindeutig nicht von der Mehrheit der europäischen Völker unterstützt. Die zweite ist die Auflösung der Eurozone.“ – bto: Und weil beides so schnell nicht kommt, nehmen die Spannungen weiter zu! Besser wäre es, aus eigenem Antrieb den Target2-Saldo abzubauen, wie Hans Albrecht es vorschlägt. Siehe bto vom letzten Montag!

→ wiwo.de: „Target 2 rettet lautlos die Eurozone – noch“, 15. Oktober 2018

Kommentare (44) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Ulrich Remmlinger sagte:

    Interessant wäre doch das Gedankenexperiment, daß es statt des Euros noch die alten Währungen gäbe. Dann hätte die Bundesbank, statt Target2 Forderungen, Milliardenbestände an italienischen Lire. Was würde dann passieren? Würde die BB die Annahme weiterer Lire verweigern und auf Gold- oder Dollarzahlung aus Italien bestehen? Würde sie versuchen, die Lire in Schweizer Franken umzutauschen (was die SNB wohl ablehnen würde)? Warscheinlich würde die Bundesregierung mit Bürgschaften einspringen, damit D weiter Autos nach I verkaufen kann.
    Um das heutige Desaster zu vermeiden gäbe es nur die Lösung, daß die Lira so weit abwertet, daß in D der Kauf eines Autos von Fiat attraktiv wird und damit die Handelsdefizite abgebaut werden.

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    Thomas M. sagte:

    Puh. Target 2 und kein Ende.

    Die Diskussionsdetails überfordern mich als Nichtbuchhalter und Nicht-VWLer. Ich ersetze gedanklich das Wort Forderung in diesem Kontext für mich ab heute mit „Schlagseite“.

    Also fast 1 Bio. Euro Schlagseite für D, ohne automatischen Korrekturmechanismus und Kapitän.

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      SB sagte:

      @Thomas M.

      „Schlagseite“ – Daumen hoch! Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass wir in nicht allzu weiter Ferne wissen, welche Auswirkungen die „Schlagseite“ real hat.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      Erstaunlich dabei:

      Das Schiff fährt noch.

      Noch erstaunlicher:

      Es fährt noch, obwohl die Crew an Board sich nicht einig ist, was die Schlagseite verursacht hat.

      Am erstaunlichsten:

      Es kommt offensichtlich auch nicht darauf an, Gewissheit darüber zu erlangen, was die Schlagseite verursacht hat.

      Es fährt einfach.

      Das Target2-System ist wie autonomes Fahren.

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    Alexander sagte:

    @ Michael Stöcker

    Gerne hätte ich ihren link zur Buba erneut verlinkt, offenaber sind alle Definitionen seitens der Buba deaktiviert? Deshalb zitiere ich aus dem damals abgelegten pdf:
    –>
    Bei einer grenzüberschreitenden Transaktion etwa aus Frankreich
    nach Deutschland (z. B. als Bezahlung eines Imports) sind daher
    sowohl die Banque de France als auch die Bundesbank betroffen.
    Zunächst belastet die in Frankreich ansässige Geschäftsbank des
    französischen Käufers das Konto ihres Kunden und reicht eine
    Überweisung an eine in Deutschland ansässige Geschäftsbank des
    deutschen Verkäufers in TARGET2 ein. Die Banque de France
    belastet das TARGET2- Konto der französischen Geschäftsbank bei
    ihr und verbucht eine Verbindlichkeit gegenüber der Bundesbank.
    Die Bundesbank wiederum verbucht eine Forderung gegenüber
    der Banque de France und schreibt den Betrag dem
    TARGET2-Konto der deutschen Geschäftsbank gut. Diese verbucht
    den Geldeingang letztendlich auf dem Konto des deutschen
    Verkäufers.
    Am Ende des Geschäftstages werden alle innertäglichen
    bilateralen Verbindlichkeiten und Forderungen automatisch in
    einem multilateralen Verrechnungsverfahren zusammengeführt
    und auf die EZB übertragen (Novation), sodass nur noch eine
    einzige Verbindlichkeit oder Forderung der nationalen Zentralbank
    gegenüber der EZB besteht.
    Isoliert betrachtet führt die beschriebene Transaktion am Ende des
    Geschäftstages zu einer Verbindlichkeit der Banque de France und
    zu einer Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB. Diese
    Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB werden
    allgemein als TARGET2-Salden bezeichnet. <–

    Die Stufen des Geldsystemes spielen hier keine Rolle, die Schuld wird durch Ware oder Tilgung aus den Büchern geschafft. Entfällt beides, wie befürchtet, bleibt die Buba auf ihren Forderungen sitzen. Forderungen auf Konten der EZB Tochter besichert mit Einlagen…z.B. Staatsanleihen?

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    troodon sagte:

    „Der Sturz sieht seltsam aus (…) und kann auf eine Manipulation hinter den Kulissen zurückzuführen sein.‘“ – bto: Natürlich, denn man möchte die Öffentlichkeit nicht beunruhigen.“

    Nun haben es die Target Salden also endlich in den Bereich der Verschwörungstheorien geschafft.
    Wenn sie fallen, wurde gemauschelt und wenn sie steigen ist dies das Zeichen für die kommende Katastrophe. So kann man es natürlich machen… Dann erübrigt sich jede Diskussion.

    Der wesentliche Grund für den Anstieg der Target Salden ist das Anleihekaufprogramm der EZB.
    Hier nochmal die entsprechenden Links zu den BuBa Artikeln, da die Links aus meinem Post vom 4.9. nicht mehr funktionieren, da die BuBa die HP umgebaut hat.
    https://www.bundesbank.de/resource/blob/665276/38746802c89f64c5a9aa227f1f900b7c/mL/2017-03-monatsbericht-data.pdf (Seite 33+34) und
    https://www.bundesbank.de/resource/blob/603506/6b6203dab2bc5fe314394c024a157e1c/mL/2017-12-mb-target2-saldo-data.pdf

    Wie schon mehrfach geschrieben, wäre es sehr viel sinnvoller, die Ursachen der wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa zu bekämpfen bzw. darüber zu diskutieren, ob und wie das möglich wäre, anstatt sich immer wieder mit den Target Salden zu beschäftigen…

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ troodon

      >Wie schon mehrfach geschrieben, wäre es sehr viel sinnvoller, die Ursachen der wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa zu bekämpfen bzw. darüber zu diskutieren, ob und wie das möglich wäre, anstatt sich immer wieder mit den Target Salden zu beschäftigen…>

      Es wäre sehr viel sinnvoller, ist es aber nicht mehr.

      Die Ursachen sind m. A. n. weitgehend geklärt:

      Der Ausgleich unterschiedlicher Volkswirtschaften erfolgt nicht ausschließlich aber in hohem Maß über die Auf- bzw. Abwertung der Währung.

      Das ist in der Währungsunion nicht möglich.

      Also bleibt nur die innere Anpassung.

      Die ist nicht zu leisten. Denn für zu viele Menschen wären die Kosten zu hoch. Daher ist keine Regierung in der Lage, hinreichende Anpassungen durchzusetzen.

      Das gilt für jede Regierung, auch für jede deutsche.

      Der Test ist Macron.

      Wenn er die Anpassung in Frankreich schafft, revidiere ich meine Meinung.

      Das System schafft den Ausgleich auch nicht, siehe EZB, ESM etc.

      Aber natürlich:

      Alles ist sinnvoller als Verschwörungstheorien.

      Wenn ich die Öffentlichkeit beruhigen wollte, wäre die Target-Salden allerdings so ziemlich das letzte Thema, bei dem ich ansetzen würde.

      Denn die Öffentlichkeit weiß gar nicht, was die Target-Salden sind.

      Sie sind ein gefundenes Fressen für Experten und diejenigen, die welche sein wollen:

      Gigantische Zahl (Billion), einfache Begrifflichkeit („Forderungen“), einfache Unterscheidung zwischen Verlierern und Gewinnern (wir gegen die), einfacher Bösewicht (EZB), einfache Opferzuweisung (Deutsche).

      Eigentlich ein Stoff für Hollywood.

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        troodon sagte:

        @ DT
        „Also bleibt nur die innere Anpassung.“ Richtig

        „Die ist nicht zu leisten.“
        Aktuell scheint es so zu sein.
        Aber, so schlecht war Italien m.E. gar nicht auf dem Weg. Die Konkurrenzfähigkeit scheint auch nicht so schlecht zu sein, ansonsten wäre die Handelsbilanz nicht positiv. Und bei den impliziten Schulden liegt Italien auch (noch) besser als D. Die werden sich aber wohl wieder verschlechtern, aufgrund der Wahlgeschenke.

        Bei der Target Diskussion stört mich, dass manchmal nicht zur Kenntnis genommen wird, dass die Salden massiv vom APP der EZB in die Höhe getrieben wurden. Zumindest, wenn man, wie ich, den Ausführungen der BuBa dazu glaubt. Und dann noch Verschwörungstheorien…

        „Wenn ich die Öffentlichkeit beruhigen wollte, wäre die Target-Salden allerdings so ziemlich das letzte Thema, bei dem ich ansetzen würde.“
        Ja, absolut. Aber ich denke da eher an die Diskussion der an diesem Thema Interessierten, wie z.B. hier auf bto. Und da habe ich manchmal das Gefühl, dass nur Argumente/Sichtweisen zur Kenntnis genommen werden, die die eigene Meinung bestärken.

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    Michael Stöcker sagte:

    „Die Italiener haben aber auch über ihre Rezession die Binnennachfrage gedämpft, was bei den Überschüssen hilft.“

    So ist es, Herr Dr. Stelter. Die Importe sind von 2011 bis 2016 von 559 Mrd. auf 407 Mrd. gefallen. Erst 2017 kam es wieder zu einer Erhöhung auf 453 Mrd. Zugleich stiegen aber auch die Exporte auf 506 Mrd.

    „Diese Banken leihen sich die Mittel dazu von ihrer Zentralbank …“

    Nein, Banken „leihen“ sich kein Geld von der Zentralbank, sondern sie refinanzieren sich bei der ZB.

    „und die Zentralbank wiederum leiht die Mittel von der Europäischen Zentralbank“

    Dann zeige mir mal bitte einer die dazu passenden „Leihverträge“.

    „Target2 fungiert somit als Clearingsystem für die Zentralbanken der Eurozone.“

    So ein Kokolores. Das wäre nur dann der Fall, wenn wir es mit einem dreistufigen Geldsystem zu tun hätten; also einem zusätzlichen Interzentralbankenmarkt mit der EZB als oberster Clearingstelle. Bis dahin gilt allerdings auch weiterhin: Ein Euro ist ein Euro; und zwar ganz egal ob dieser Euro von der Banca d’Italia kommt oder aber von der Bundesbank. Es ist einer der zentralen Konstruktionsfehler des Eurosystems.

    „Überschussregionen müssen ihre Überschüsse durch fiskalische Transfers wieder in die Defizitregionen zurückführen, um das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Eurozone zu erhalten.“

    Nein, das müssen sie nicht. Sie können auch einfach mehr im Inland investieren und via Vollbeschäftigung die Löhne nach oben treiben und somit indirekt die Importnachfrage erhöhen.

    „Target2 ist zu einer riesigen Kreditkarte für Mitglieder der Eurozone geworden, die mehr importieren als sie an andere Mitglieder exportieren.“

    Die ständige unreflektierte Wiederholung dieser UnSinn-These erschwert leider eine rationale Diskussion und lenkt wieder einmal von den wahren Problemen ab.

    „Der Zinssatz ist Null und das Darlehen muss nie zurückgezahlt werden.“

    Der Zinssatz ist aktuell Null. Verantwortlich hierfür sind aber die unzureichenden Investitionen. Und da es sich bei TARGET nicht um ein Darlehen handelt, sondern um Geldsalden, müssen diese selbstverständlich nicht zurück gezahlt werden. Sie bilden sich automatisch zurück, wenn sich die LB-Salden umkehren, somit auch wieder die NPLs zurück gehen und als Folge das Vertrauen in den Interbankenmarkt allmählich zurück kehren kann.

    „Target2 ist eindeutig keine tragfähige langfristige Lösung für die systemischen Handelsungleichgewichte der Eurozone und die geschwächten nationalen Bankensysteme.“

    TARGET ist weder eine kurzfristige noch eine langfristige tragfähige Lösung, sondern vielmehr ein Indikator einer asymmetrischen Kreditentwicklung auf Basis uneinheitlicher Bonitätsstandards.

    „Es gibt nur zwei realistische Lösungen: Die erste ist die vollständige fiskalische und politische Union, wobei Brüssel die Höhe der öffentlichen Ausgaben und der Bankkredite in jedem Mitgliedstaat festlegt. Das ist seit langem das Ziel des politischen Establishments Europas, wird aber eindeutig nicht von der Mehrheit der europäischen Völker unterstützt. Die zweite ist die Auflösung der Eurozone.“

    Da weder die erste Lösung von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wird, noch die zweite, benötigen wir eine Alternative: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/

    LG Michael Stöcker

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      Alexander sagte:

      @ Kokolores

      In Fach Buchführung haben sie ein „Ungenügend“ Herr Stöcker.

      Zum gefühlt 1.000.000³ mal der Hinweis auf das Saldierungsverbot seit Einführung der doppelten Buchführung. Die Buchungssätze hat die Buba veröffentlicht und sie selbst haben die Seite mehrfach verlinkt.

      Tatsächlich liefert der Exporteur Ware gegen Geld und die Forderung bzw. Verbindlichkeit bleibt zurück. Im Ursprungsland kauf das Geld aus Forderung weitere Waren und verzerrt den Preismarkt , wenn das Geld nicht durch Tilgung aus dem Empfängerland „verschwindet“. Die Leistungsbilanzungleichgewichte würden sich auch durch Tilgung reduzieren….wenn sie nicht durch Leistung aus Ware ausgeglichen werden.

      Zufällig, Herr Stöcker, haben die target2 Empfänger jede Menge fauler Kredite und die Länder sind de facto pleite. Exporte dorthin haben ein Ausfallrisiko, welches sich in keinem Zins wiederspiegelt.

      Die Zinsen dauerhaft zu senken war Absicht der EZB Programme und das hat nichts mit zu geringen Investitionen zu tun. Das ist Kokolores von Ihnen.

      Das private Geld, welches keine Anlage in Niedrigzins junk bonds findet, steigert derweil lieber Vermögenspreise – weil das sicherer ist.

      Am Ende schaden die target2 Exporte/Importe beiden Märkten und binden Ressourcen. Kein Exporteur / Importeur würde für diese Geschäfte betriebliches Vermögen verpfänden. Die Illusion von Ausfallsicherheit durch Anschreiben von Forderungen und Verbindlichkeiten läßt diese Perversion weiter leben.

      Eine politische Union wird es nie geben und selbst wenn würde niemand wagen Hand an die Machtstrukturen in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Portugal zu legen. Diese Strukturen sind historisch gewachsen und nicht demokratisch legitimiert, aber gesellschaftlich eng verknüpft als systemrelevante Vermögen…..

      Keines dieser Länder hat, wie Deutschland, den zweiten Weltkrieg bedingungslos verloren und ertragen, dass seine Gesellschaft zerschlagen wurde. Unser 1% von Familienimperien vor 1945 ruft bei ihnen regelmäßig Ärger hervor…..aber niemand kann Eingriffe wagen.

      Die Europäische Union dieser Prägung ist gescheitert.

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      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Alexander: Schonen Sie bitte Ihre Nerven. Gläubige sind Sachargumenten gegenüber nicht zugänglich und das müssen sie auch nicht. Einen Gottesbeweis oder einen Nichtbeweis gibt es genauso wenig wie einen Target2beweis. Ohne einen Zerfall der Währungsunion können Sie Herrn Stöcker und andere nicht überzeugen. Nur Geduld!^^

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        „In Fach Buchführung haben sie ein „Ungenügend“ Herr Stöcker.“

        Eine schockierende Nachricht für meine Schüler :))

        „Zum gefühlt 1.000.000³ mal der Hinweis auf das Saldierungsverbot seit Einführung der doppelten Buchführung.“

        Ist mir durchaus bekannt. Was hat das aber bitte mit meiner Aussage zu tun??? Und vermengen Sie bitte nicht laufend die Ebenen des Geldsystems. Es herrscht hier schon genug Verwirrung.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Kokolores

        Auch Buchhaltungsprofessoren wie Franz Hörmann in Wien sind mit ihrem Schulwissen in der Wirklichkeit baden gegangen. Letztendlich konnten ihm auch keine Außerirdischen aus der Patsche helfen. https://www.youtube.com/watch?v=iwNNJniSYyI

        Meine Tippfehler bitte ich @allgemein zu entschuldigen. Ich gehöre zu den real Werktätigen, so dass die Eile und meine „verschmutzte“ Tastatur Mitschuld tragen…

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Alexander

        Mit Hörmann rennen Sie bei mir offene Türen ein. Kenntnisse in Buchführung sind zwar eine notwendige Voraussetzung für ein adäquates Verständnis unseres Geldsystems, aber keinesfalls hinreichend, wie Hörmann beweist. Hörmann ist der intellektuelle Tiefpunkt in der Geldsystemdebatte. Von daher hatte ich vor längerer Zeit mal geschrieben:

        „Die arrogant aufgeblasene Wissensattitüde eines Prof. Hörmann ist für einen halbwegs geldpolitisch aufgeklärten Menschen eine unfassbare Eselei.“ https://soffisticated.wordpress.com/2013/10/10/von-substanzbehafteten-luftnummern/#comment-834

        LG Michael Stöcker

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    Johannes sagte:

    „‚Der Sturz sieht seltsam aus (…) und kann auf eine Manipulation hinter den Kulissen zurückzuführen sein.‘“ – bto: Natürlich, denn man möchte die Öffentlichkeit nicht beunruhigen.“

    Sehe ich auch so. Die 1 Billion Euro Marke sollte einfach nicht gerissen werden. Wobei diese Marke wieder in Angriff genommen wird:

    https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/unbarer-zahlungsverkehr/target2/target2-saldo/target2-saldo-603478

    Es heißt dort: FORDERUNGEN der Bundesbank aus TARGET2:
    Betrag: 956.487.581.134,14 Euro (Forderung in Großbuchstaben von mir).

    Es sind FORDERUNGEN, keine unverbindlichen „Salden“, die keinerlei Wirkung entfalten würden…
    Diese FORDEUNGEN sind m.E. bereits zum größtenteil verloren und uneinbringbar.

    Was könnte man mit der „Kohle“ nicht alles Vernünftiges nur machen???

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    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      „Es sind FORDERUNGEN, keine unverbindlichen „Salden“, die keinerlei Wirkung entfalten würden…“

      Dann können Sie mir ja auch sicherlich sagen, was denn der Gegenstand dieser Forderung ist. Denn jede Forderung hat auch immer ein Erfüllungsobjekt.

      Und dann hätte ich noch gerne gewusst, welche Wirkungen diese Salden entfalten jenseits aufgeregter Diskussionen und potentiell höherer Nachfrage nach Betablockern.

      „Was könnte man mit der „Kohle“ nicht alles Vernünftiges nur machen???“

      Mit „der Kohle“ kann man zwar nichts Vernünftiges machen, da sie ja letztlich anderen gehört (es wäre also Enteignung), aber der Staat könnte sich am Kapitalmarkt verschulden und somit die fehlende private Nachfrage durch sinnvolle Investitionen kompensieren.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Avatar
        The Big Big Short sagte:

        @Stöcker

        Sie sollten Kontakt mit der Bundesbank aufnehmen. Diese weist den TARGET2-Saldo Ihrer Auffassung nach ja irrtümlich als Forderung aus. Bei einem Betrag von über 950 Mrd. Euro ein essentielles Thema und eine Klärung mehr als nur wünschenswert.

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Stöcker & The Big Big Short:

        Ich schließe mich der Meinung von The Big Big Short uneingeschränkt an und empfehle, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu kontaktieren, deren WPs Helke und Müller am 20.02.2018 ein uneingeschränktes Testat bzgl. des Ausweises der Target2-Salden als „Forderungen“ im Jahresabschluss der Dt. Bundesbank erteilt haben. Von einer Überschreitung der Unwesentlichkeitsgrenze kann bei mehr als 900 Mrd. € wohl einvernehmlich ausgegangen werden, so dass sich KPMG das sehr gut überlegt haben sollte, denn die Haftungsrisiken bei Falschbeurteilungen in dieser Größe würden selbst eine solch große Gesellschaft überfordern.

        Der Gegenstand einer Forderung ist der Geldbetrag in Euro, sonst nichts. Aufgrund welcher Gründe die Forderung entstanden ist, ist dabei egal.

        Bei allem Respekt gegenüber Ihnen, Herr Stöcker, aber da würde ich jetzt den Wirtschaftsprüfern, die die Rechnungslegung der Bundesbank von innen gesehen haben, mehr vertrauen als Ihnen.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        „Der Gegenstand einer Forderung ist der Geldbetrag in Euro, sonst nichts. Aufgrund welcher Gründe die Forderung entstanden ist, ist dabei egal.“

        Haben Sie die Befürchtung, dass die Banca d’Italia nicht in der Lage sein könnte, diese Beträge drucken zu lassen und nach Deutschland zur Bundesbank zu verbringen? Es ist zwar ökologisch und ökonomisch betrachtet wenig sinnvoll, aber das deutsch/italienische TARGET-Problem wäre damit formell aus der Welt.

        „Bei allem Respekt gegenüber Ihnen, Herr Stöcker, aber da würde ich jetzt den Wirtschaftsprüfern, die die Rechnungslegung der Bundesbank von innen gesehen haben, mehr vertrauen als Ihnen.“

        Statt vertrauen, versuchen Sie es doch einfach mit selbständigem Denken. Auch ich hatte bis 2008 der Bundesbank das Märchen von der multiplen Geldschöpfung geglaubt, da es mir unvorstellbar erschien, dass die erfolgreichste Zentralbank der Welt sich hier irrt. Es war aber nicht nur die Bundesbank, die hier irrte, sondern die Übergroße Mehrzahl der Ökonomen. Von da an habe ich begonnen, alles selbständig zu durchdenken. Die Bundesbank hat mittlerweile diese Irrtümer vollständig korrigiert. Die SNB hat erst 8 Jahre danach im Jahre 2016 ihre Falschdarstellungen gerade gerückt. Mehr dazu hier: https://zinsfehler.com/2014/09/04/bankmythen/.

        Wer allerdings der Ansicht sein sollte, dass Geld eine Forderung ist, der kann dies selbstverständlich für sich persönlich glauben. Wir haben ja zum Glück Art. 4 GG.

        Michael Stöcker

      • Avatar
        Johannes sagte:

        @ Herrn Stöcker:

        Was genau verstehen Sie an dem Wort FORDERUNG, welches die Bundesbank auf ihrer Homepage (siehe Link) benutzt, nicht?

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Stöcker:

        Ihren Vorschlag mit dem Drucken der Scheine durch die italienische Notenbank und dem Überstellen nach Deutschland fände ich gar nicht einmal schlecht. Dann könnte man bei der Bundesbank einen Sonderstaatsinvestitionsfonds á la Norwegen machen, wenn man schnell genug ist, und ein paar Wertpapiere und Immobilien rund um den Globus damit kaufen. Gut, könnte natürlich sein, dass der Wechselkurs des Euro geringfügig bergab geht, vor allem, wenn auch die Griechen, Spanier und andere den Trick mit dem Herausdrucken nachmachen und das zur Regel europäischer Geldpolitik wird.^^ Dann würde sich der Wertverlust der Ersparnisse aber wenigstens hübsch gleichmäßig auf alle Euroinhaber verteilen… Der beste Vorschlag, den ich bisher zu dem Thema gehört habe und allemal friedlicher als die unrealistische Beschlagnahme italienischer assets und die Illusion der Rückzahlung am Sanktnimmerleinstag.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Lieber Johannes,

        das einzige, was die Bundesbank hier fordern könnte, das wäre die Erfüllung dieser Forderung in Form von Banknoten. Ich hatte weiter oben bereits mit eine gewissen Ironie angedeutet, dass die Buba so blöd nun wirklich nicht ist. Von daher wurde bereits 1999 in der Schweiz in Art. 2 WZG das Zentralbankgiralgeld den Banknoten gleichgestellt: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19994336/index.html#a2.

        Noch etwas zur Bilanzierung unter der Position „Sonstige Forderungen“ bzw. „Sonstige Verbindlichkeiten“. Die TARGET-Salden tendierten vor 2008 gegen Null. Niemand hatte wohl auf dem Radar, dass diese Position mal aus dem Ruder laufen könnte. Ansonsten hätte man hierfür wohl eine eigene Bilanzierungsposition gewählt.

        Und abschließend nochmals der Hinweis, sich durch Bezeichnungen nicht in die Irre führen zu lassen. Nur weil ein Zitronenfalter mit der Bezeichnung „Zitrone“ beginnt, gehört er dennoch zur Gattung der Falter und nicht der Zitrusfrüchte.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Lieber Herr Selig,

        wenn Sie sich meine Antwort an Johannes durchlesen, dann werden Sie feststellen, dass diese Idee weder originell noch geeignet ist, das Problem zu lösen. Glauben Sie wirklich, dass die Bundesbank nicht in der Lage wäre, diese Geldscheine selber drucken zu lassen, wenn sie die denn bräuchte? Vielleicht machen Sie sich einfach erst einmal mit den elementaren Basics unseres Geldsystems vertraut. Die Bundesbank hat hierzu drei neue Filme erstellt, die ich am Ende dieses Beitrags eingebunden habe: https://zinsfehler.com/2014/04/01/geldmythen/. Zum Schluss gibt es auch noch eine Erklärung der TARGET-Problematik von Herrn Weidmann.

        LG Michael Stöcker

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Hr. Stöcker: ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Bundesbank die Geldscheine selbst druckt, solange sie anschließend damit rechtzeitig etwas sinnvolles damit erwirbt. Aber das tut sie halt leider nicht, sondern wartet darauf, bis der unverzinste Saldo stetig an Gegenleistungswert verliert.

        Vielen Dank noch einmal für Ihre Hinweise zu Herrn Weidmann u.ä. Die Sachen kenne ich bereits und berufe mich auf den von Ihnen erwähnten Art. 4 GG und folge meiner eigenen Empfehlung an Alexander.

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        troodon sagte:

        @ WS
        „…vor allem, wenn auch die Griechen, Spanier und andere den Trick mit dem Herausdrucken nachmachen und das zur Regel europäischer Geldpolitik wird.“

        Auch wenn man durch den Post von Hr. Stöcker den Eindruck gewinnen kann, dass sich Italien „Herausdrucken“ könnte. So ist es nicht.

        Meine diesbezügliche Frage bei bto an Hr. Stöcker und die entsprechenden Antworten finden Sie hier: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/italien-kommt-wieder-auf-die-agenda/#comment-45347

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        troodon sagte:

        @ Michael Stöcker
        Noch einige Frage zur Buchhaltung an Sie:
        Wie würde die BuBa es in der Bilanz verbuchen wenn sie jedem Bürger z.B. € 1.000,– in Form von Banknoten ÜBERGEBEN würde? Gar nicht, oder ? Nur die Kosten für den Druck würden über die G+V laufen, oder ?

        Lief das dann beim damaligen „Begrüßungsgeld“ so ab ?

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        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Wie würde die BuBa es in der Bilanz verbuchen wenn sie jedem Bürger z.B. € 1.000,– in Form von Banknoten ÜBERGEBEN würde? Gar nicht, oder ? Nur die Kosten für den Druck würden über die G+V laufen, oder ?“

        Selbstverständlich wird auch Helikoptergeld ordentlich verbucht. Man kann es so machen wie bei der Währungsreform von 1948 und diese Beträge auf der Aktivseite als Ausgleichsforderung verbuchen (siehe https://www.bundesbank.de/de/publikationen/berichte/geschaeftsberichte/geschaeftsbericht-1997-690192 Seite 179) oder aber eine neue bilanzielle Position einführen, was ich bevorzugen würde. Damit wäre klar und sauber dokumentiert, welche Beträge als ewiges Bestandsgeld in den Umlauf kommen. Der Buchungssatz würde lauten:

        Ausgleichsforderung/Ewige Forderung/Helikoptergeld/Citoyage…
        an
        Banknotenumlauf.

        Die Rechnung von Giesecke & Devrient wird als Aufwand über die GuV verbucht und mindert den ausschüttungsfähigen Gewinn. Effektiver wäre eine bargeldlose Gutschrift. Die Durchführung könnte unmittelbar über die Finanzämter realisiert werden; denn dort liegen ja bereits alle Kontodaten vor.

        Ob für das Begrüßungsgeld 1989/1990 ebenfalls eine Ausgleichforderung gebucht wurde oder aber der Fiskus belastet wurde, ist mir nicht bekannt. Ich vermute aber Letzteres.

        LG Michael Stöcker

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        troodon sagte:

        Vielen Dank Herr Stöcker für die Beantwortung meiner „Wer nicht fragt bleibt dumm“ Sesamstraßen Frage :)

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    Alexander sagte:

    Die target2 Kreditkarte bezahlt überwiegend Konsumartikel, denn Premiumkraftfahrzeuge erhöhen weder Produktivität noch Wettbewerbsfähigkeit und verhelfen auch zu keiner Strukturverbesserung.

    Während sich in den EU Empfängerländern nichts verbessert, steigt die Abhängigkeit hierzulande, weil sich der Markt nach nominalem Gewinn streckt ohne Hintergründe zu erfragen….und das Geld fließt.

    Target2 entwickelt sich zu dem zum Joker auf die Weltkonjunktur, weil sich kein verschuldeter Wirtschaftsraum das Auseinanderbrecher der Eurozone leisten kann….(noch nicht.)

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    Wolfgang Selig sagte:

    bto: Natürlich, denn man möchte die Öffentlichkeit nicht beunruhigen.

    Stimmt, aber das klappt halt nicht mehr. Sie können ein ganzes Volk kurzzeitig belügen oder einen Teil eine lange Zeit. Aber nicht alle für lange Zeit. (Zitat ist nicht von mir). Und die eurokritischen Parteien, Journalisten, Forscher, Buchautoren, Anleger und Organisationen sind nicht mehr aus der Welt zu schaffen; dafür sind es zu viele und die Nachrichtenverbreitung mittels Digitalisierung zu weit fortgeschritten. Was jetzt fehlt, ist ein Auslöser für den Kollaps. Das kann der auch hier häufig zitierte margin call sein, das kann aber auch ein politisches Großereignis sein. Vermutlich ist das nicht vorherzusagen und das macht auch nichts. Wenn Herr Dr. Krall recht hat (wovon ich ausgehe), wissen wir in zwei bis drei Jahren deutlich mehr…

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >Stimmt, aber das klappt halt nicht mehr>

      Ich würde sagen:

      Es klappt nicht mehr so gut wie vorher.

      Gestern brachte A. Kohl in „Börse vor acht“ ein paar Zahlen zu den Banken in Italien mit Erläuterungen, die auch Laien verstehen konnten.

      Immerhin ARD zu bester Sendezeit, auch wenn es eines Ereignisses bedurfte wie des italienischen Haushaltsentwurfes und daraufhin erheblicher Verluste an den Börsen.

      In den Nachrichten wurden die Probleme, die Brüssel mit dem italienischen Haushalt hat, richtig verortet: zu hohe Verschuldung.

      Das verstehen die Leute schon, dafür braucht`s kein Ökonomiestudium.

      Einigen Leuten gefällt das nicht, hier z. B.:

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/boerse-im-ersten-fernsehen-fuer-die-parallelgesellschaft-kolumne-a-1201069.html

      Fricke hat es mal wieder nicht geschnallt:

      Es geht im europäischen Kontext bei der „Parallelgesellschaft“ natürlich nicht um Aktienbesitzer, sondern darum, dass die nationalen Gesellschaften sich zwar parallel zur EU, aber nicht in Übereinstimmung mit den Regeln EU verhalten:

      Die italienische Regierung eben wie arabische Clans in Berlin.

      Wenn das rüber kommt, sind wir schon ein Stück weiter, was die richtige Einschätzung der Realität betrifft.

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        SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        „Die italienische Regierung eben wie arabische Clans in Berlin.“

        Also wenn Sie das ernsthaft behaupten, dann darf ich auch behaupten, dass Merkel eine lupenreine Anti-Demokratin ist. ;-) Und da liege ich sicher noch näher an der Wahrheit, als Sie mit Italien und den Araber-Clans.

        Im Ernst: Italien als souveräner Staat, kann gegenüber der EU, die kein Staat ist, machen, was es will. Die Sache mit den Araber-Clans in Berlin und allerorten verhält sich genau anders herum.

        Nebenbei: Merkel hat in Sachen „Flüchtlings“krise auch gemacht, was sie will und die EU-Regeln waren ihr schnurzegal. Und sie sind es ihr immer noch. Verhält Merkel sich auch wie die Araber-Clans?

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        A. Leitner sagte:

        @SB
        Merkel ist der „Araber-Clan“ in der EU!
        Polen, Ungarn und ein paar andere haben das schon längst erkannt – und werden von ihr dementsprechend behandelt (!).

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Was ich Frickes „Parallelgesellschaft“ aufnehmend mit „arabische Clans in Berlin“ sicher sehr drastisch ausgedrückt habe, bezog sich darauf, dass die italienische Regierung – bis jetzt jedenfalls – auf volle Konfrontation zur EU gehend die Vereinbarungen nicht anerkennen will, die Italien mit unterschrieben hat.

        Das ist Fakt und der Vergleich ist diesbezüglich richtig.

        Denn wir sollten davon ausgehen können, dass jeder, der in unser Land kommt, zumindest stillschweigend die Vereinbarung mit uns abschließt, die Regeln unseres Landes anzuerkennen und daraufhin sollten wir erwarten dürfen, dass er sie auch einhält.

        Bei arabischen Clans in Berlin ist das nicht der Fall.

        >Italien als souveräner Staat, kann gegenüber der EU, die kein Staat ist, machen, was es will.>

        Das ist schlichtweg falsch.

        Was sein Budget angeht, hat Italien mit anderen STAATEN den Europäischen Fiskalpakt abgeschlossen und die EU ist lediglich so etwas wie der Treuhänder, der auf Einhaltung der Verträge achten soll, aber es eben nicht wirklich kann, weil er über keine spürbaren Sanktionen verfügt, die Nichteinhaltung zu sanktionieren.

        @ A. Leitner

        >Merkel ist der „Araber-Clan“ der EU!>

        Nicht der, sondern einer.

        Denn Deutschland hat ebenfalls Vereinbarungen gebrochen.

        Falsch ist aber, dass Merkel bzw. Deutschland die Polen, Ungarn und andere EU-Staaten wie Rechtsbrecher behandelt.

        Richtig ist:

        Das höchste europäische Gericht der EuGH in Luxemburg hat jüngst geurteilt, dass Polen einen Rechtsbruch begangen habe mit der Besetzung von Richterposten.

        Richtig ist auch:

        Merkel hat u. a. bezüglich der Zuwanderung nach Deutschland versucht – VERSUCHT –, Polen und Ungarn dahingehend zu bewegen, Flüchtlinge aufzunehmen. Sie sind nicht bereit dazu, brechen damit kein Recht und können somit auch nicht gezwungen werden, es zu tun.

        Dass Merkel immer auch versucht das wirtschaftlich große Gewicht Deutschlands in die Waagschale zu werfen ist nur zu verständlich.

        Das ist legitim – so wie es für andere legitim ist, sich unsolidarisch zu verhalten.

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      troodon sagte:

      @WS
      Dr. Krall „vergisst“ bei seinen Darstellungen/Vorträgen zu NPL gerne die bereits in den Bankbilanzen verarbeiteten Abschreibungen zu den NPL. Das macht ihn für mich unglaubwürdig. Aber es hört sich halt spannender an und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass seine Bücher gekauft werden…

      Die wirtschaften Probleme Europas inkl die der Banken und die ungenügenden Reaktionen der Politik darauf sind groß genug, da könnte Dr.Krall auch bei den richtigen Zahlen bleiben und hätte noch genug zu kritisieren…

      Nächste Woche kommen von der EZB wieder die „Supervisory Banking Statistics „, da kann man sich dann die NPL Zahlen selbst anschauen und darüber diskutieren…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich lese nicht, was Dr. Krall sagt, kann daher auch nicht seine Darstellungen bewerten.

        Egal, was er sagt, Ihr Punkt ist mehr als beachtlich und der „Scharfmacher“ gegenüber allen dezidierten Meinungen, d. h. solchen, die zu WISSEN vorgeben, dabei aber – spätestens bei der Begründung – „vergessen“, was auch dazugehört und zwar gerade dann, wenn es das behauptete Wissen NICHT unterstützt.

        Es ist Tatsache, dass die italienischen Banken erhebliche Abschreibungen auf ihre NPL vorgenommen haben.

        Das ist kein Grund dafür, dass alles in trockenen Tüchern ist – bei weitem nicht.

        Die ERKENNTNIS müsste sein, dass sich TROTZDEM die Dinge zuspitzen.

        Anscheinend sind derartige Differenzierungen zu viel verlangt, auch schon bei „Experten“…

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        troodon sagte:

        @DT
        Nur zur Klarstellung, damit mein vorheriges Posting nicht von jemanden falsch verstanden wird,ich stimme Ihnen selbstverständlich zu bei
        „Das ist kein Grund dafür, dass alles in trockenen Tüchern ist – bei weitem nicht.“
        Z.B. vermisse ich von der italienischen Regierung eine Umsetzung der Aussage von Di Maio aus Februar 2018 in Bezug auf NPL der italienischen Banken “ “We must shorten the time it takes to recover them by eliminating a series of Byzantine laws.”
        https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-02-01/five-star-leader-vows-to-help-italian-banks-grab-creditor-assets
        Ohne eine bessere Möglichkeit der Verwertung der Sicherheiten, wird es mit den NPL entweder eine never-ending-Story oder die Banken müssen die NPL letztlich zu zu niedrigen Preisen aus den Bilanzen an spezialisierte Verwertungsgesellschaften verkaufen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das EK der Banken.

  9. Avatar
    Ondoron sagte:

    Das sagt Prof. Hülsmann, ein „Österreicher“, schon seit Jahren: Entweder EUSSR (da kann die EU schön weiter undemokratisch agieren, mit großen propagandistischen TamTam, wie schon aktuell) oder der Kollaps. Ich tippe auf Letzteres.
    Denn die Entnationalisierung der Konstruktivisten kommt nicht so schnell voran wie geplant. „Es gibt kein deutsches Volk“, das ist nur ein „soziales Konstrukt“… den Deutschen kann man das vorsetzen. Aber auch den Franzosen? Den Italienern? Den Spaniern? Da habe ich leise Zweifel.
    Wäre ich in der Regierung Italiens, wüsste ich natürlich um das Unvermeidliche – nämlich den €-Kollaps (das Zeichen ist auf der Tastatur sicherlich bald nur noch für Historiker von Interesse) – und würde vorher so viel Kohle wie möglich aus dem System ziehen. Das kommt dann nämlich dem italienischen Volk zugute. Aber, gibt es überhaupt ein „italienisches Volk“? Wir sind doch alle EUropäer *gähn*.

    Ob die Freiheit dann auch verloren geht? Wenn „nationale Sozialisten“ die EU-Sozialisten ablösen?

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      Jacques sagte:

      Möglicherweise bleiben am Ende die Länder im EUR übrig, für die er eigentlich gedacht und gemacht war: Deutschland, Niederlande, Österreich, Belgien und einige nordische Staaten.

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        asisi1 sagte:

        Angedacht war sicherlich, dass Deutschland alle Schulden der Eurozone übernimmt. Das wird auch so sein. Wer etwas anderes glaubt, der hat die letzten 100 Jahre nichts mitbekommen!

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