Niemand wird Target2 stoppen

Target2 – ein auch auf diesen Seiten heiß diskutiertes Thema. Forderung? – ja/nein. Verlustgefahr – ja/nein. Hohe Verluste – ja/nein. Erpressungspotenzial – ja/nein usw.

Nun hat sich Hans-Werner Sinn auf seinem Blog und in der F.A.Z. nochmals ausführlich zu Wort gemeldet. Ein Leser meinte, ich solle das kommentieren, was natürlich eine Ehre ist, aber meine Fähigkeiten vermutlich überschätzt … Schauen wir es uns an:

  • Zunächst bringt er eine Definition: „Der deutsche Target-Saldo ist eine bilanzielle Forderung der Bundesbank gegen das Eurosystem. Diese Forderung entstand, weil die Bundesbank im Auftrag anderer Notenbanken Geld geschaffen und es nach den Wünschen der ausländischen Auftraggeber für den Kauf von Gütern und Vermögenswerten, für die Schuldentilgung sowie auch für den Aufbau von Kassenbeständen in Deutschland bereitgestellt hat, während die anderen Zentralbanken im gleichen Umfang Geld eingezogen haben. Es handelt sich um einen öffentlichen Überziehungskredit zwischen den Notenbanken, weil es anderen Volkswirtschaften des Euroraums ermöglicht wurde, ohne private Auslandskredite aufzunehmen, einen Nettozustrom von deutschen Waren, Dienstleistungen und Vermögenstiteln zu bezahlen.“ – bto: Folgt man dieser Argumentation, ist es höchst relevant. Dann ist es ein Vermögenswert (von zweifelhaftem Wert).
  •  „Der von der Bundesbank vergebene Target-Kredit wird in Höhe des Hauptrefinanzierungssatzes der EZB zu Lasten der Schuldner-Notenbanken verzinst, der freilich zurzeit null ist.“ bto: und noch lange bei null bleiben wird …
  • „Der Kredit war nur möglich, weil die Zentralbanken der Auftrag gebenden Länder bereit und in der Lage waren, das bei der Überweisung eingezogene Geld durch neue Geldschöpfungskredite an ihre jeweiligen Bankensysteme zu ersetzen, also insgesamt mehr von solchen Krediten zu vergeben, als es gemäß der Landesgröße zur Liquiditätsversorgung der eigenen Wirtschaft nötig gewesen wäre. Andernfalls wäre die Wirtschaft durch die Nettoüberweisungen sehr schnell ausgetrocknet.“ – bto: Ich verstehe das so: Angesichts des Kapitalabflusses wäre es zu einer Rezession in den Ländern wegen Liquiditätsmangels gekommen. So aber sind die Notenbanken eingesprungen, wobei ich mich frage, ob das in unserem Geldsystem, wo ohnehin fast alles Geld von den Geschäftsbanken geschaffen wird, eine Rolle spielt?
  • „Der Target-Überziehungskredit wird in der Zahlungsbilanzstatistik als Teil des Auslandsvermögens der Bundesrepublik Deutschland verbucht, das aus der Summe früherer Leistungsbilanzüberschüsse gebildet wurde. Das Nettoauslandsvermögen der Bundesrepublik ist mit einem Wert von 1929 Milliarden Euro Ende 2017 nach Japan das größte der Welt. Die Target-Kreditforderungen der Bundesbank zur Jahresmitte 2018 machten davon 51 Prozentaus.“ – bto: Es ist richtig, dass wir es als Auslandsvermögen führen.
  • „Auch private Banken können einander grenzüberschreitend Zahlungsaufträge geben und insofern Kreditverhältnisse aufbauen, um damit den Güterhandel und Kapitalverkehr zu ermöglichen. Dafür wird in keinem Land Zentralbankgeld eingezogen oder neu in Umlauf gebracht, und auch die Target-Salden verändern sich nicht. Überweisungen außerhalb des Target-Systems implizieren private Kredite zwischen den Bankensystemen, und Überweisungen über das Target-System öffentliche Kredite. Die beiden Kreditformen unterscheiden sich dadurch, dass das Kreditausfallrisiko das eine Mal beim Steuerzahler und das andere Mal beim Bankaktionär liegt, aber sie zählen gleichermaßen zur Nettoauslandsschuld oder zum Nettoauslandsvermögen der jeweiligen Länder. Sie sind zusammen mit anderen privaten und öffentlichen Kapitalflüssen das Spiegelbild der Leistungsbilanzsalden.“ – bto: Nachdem aber der Privatsektor – zu Recht! – nicht mehr mitmacht, bleibt es beim staatlichen Sektor.
  • „Auch im Bretton-Woods-System, dem internationalen Festkurssystem der Nachkriegszeit, gab es in Form der Devisenforderungen, die bei der Bundesbank aufgrund von Auslandsüberweisungen anlandeten, schon einmal etwas Ähnliches wie die Target-Salden. Die Notenbanken Amerikas und der europäischen Nachbarländer hatten ihre jeweiligen Volkswirtschaften mit überschüssiger Liquidität versorgt, die es den Einheimischen ermöglichte, wie heute beim Target-System in Deutschland auf Shopping-Tour zu gehen. Man kaufte mit dem selbst bedruckten Papier Waren, Firmen, Aktien, Immobilien und vieles mehr, und die Bundesbank musste die Devisen in D-Mark umtauschen.“ – bto: Das war mir so klar nicht bewusst. Aber es ist sicherlich richtig, dass die USA damals wie heute ihr Dollar-Privileg gnadenlos ausnutzen.
  • „Im zweiten Schritt konnte sie aber verlangen, dass die nichtamerikanischen Währungen in Dollar oder Gold umgetauscht wurden, und da der Marktpreis des Goldes unter der festgesetzten Parität lag, bekam sie meistens Gold. Bis zum Jahr 1968 hatte die Bundesbank etwa 4000 Tonnen Gold angehäuft, was damals 3,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts ausmachte. Zugleich verfügte sie über Dollarreserven in Höhe von 1,6 Prozent des BIP.“ – bto: Die Italiener haben recht viel Gold, also her damit, könnte man sagen.
  • Die Target-Forderungen der Bundesbank zur Jahresmitte 2018 belaufen sich demgegenüber auf 30 Prozent des deutschen BIP von 2017. Dürfte die Bundesbank sie in Gold umtauschen, erhielte sie dafür zum aktuellen Goldpreis weitere 28277 Tonnen.bto: die wir natürlich nicht bekommen. Aber es zeigt die unglaubliche Dimension, über die wir hier reden. Folgt man dieser Argumentation, haben wir ein Zwangssparen in Form von wertlosen Zahlen am Bildschirm.
  • „Im Eurosystem ist hingegen keine Tilgung vorgesehen. Das kann das enorme Anwachsen der Target-Salden erklären. In der Tat ist Deutschland zu einem Selbstbedienungsladen geworden, in dem man nach Belieben anschreiben lassen kann, ohne dass der Ladeninhaber seine Forderungen fällig stellen kann.“ – bto: was insofern ein Problem ist, als wir dafür als Land echte Werte hergeben, Waren und Vermögensgegenstände.
  • „(…) Geschäftsbanken eines jeden Landes (dürfen sich) unbegrenzt Kredite bei der eigenen Notenbank besorgen und können damit unbegrenzt Überweisungen in andere Länder realisieren. Sie müssen dabei freilich hinreichend gute Pfänder hinterlegen. Die Mindestqualität dieser Pfänder (…) wurde sukzessiv bis unter BBB-Minus-Rating, also bis auf das Schrottniveau gesenkt. Schrottpfänder hatte man genug, um die heimische Geldmaschine laufen zu lassen.“ – bto: Das ist das Kernproblem. Die Banken schaffen beliebig Geld gegen (fragwürdige) Sicherheiten, die sie zur Refinanzierung einreichen können. Wenn dann das neu geschaffene Geld ins Ausland/nach Deutschland fließt, haben wir das Problem der Kreditgewährung durch die Bundesbank.
  • „Der exzessiven Kreditgeldschöpfung in den Krisenländern, die Nettoüberweisungen in die nordeuropäischen Länder ermöglichte, stand ein entsprechender Rückgang der Kreditgeldschöpfung in Letzteren gegenüber, weil das bei den Banken anlandende Überweisungsgeld den Bezug von verzinslichem Kreditgeld von der eigenen Notenbank überflüssig machte. In den Jahren 2012 und 2013 gab es in Deutschland keinerlei eigenes Kreditgeld von der Bundesbank mehr. In Deutschland zirkulierte nur noch das Überweisungsgeld, das andere Notenbanken in Auftrag gegeben hatten.“ – bto: Die deutschen Banken mussten keine Mittel bei der Bundesbank beschaffen, weil sie von dem aus dem Ausland zufließenden Geld finanziert wurden.
  • „Der deutsche Target-Saldo stieg in der Krise in zwei Wellen an. Die erste erreichte mit einem Target-Bestand von 751 Milliarden Euro im August 2012 ihren Höhepunkt. Nach dem Lehman-Crash verweigerten sich die Kapitalmärkte einer Fortsetzung der Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite der südeuropäischen Länder und Irlands. Die ausländischen Anleger wollten zudem das bereits verliehene Geld sobald wie möglich zurückhaben und weigerten sich, Ersatzkredite zu gewähren. Ferner versuchten inländische Vermögensbesitzer, ihr Vermögen im Inland zu beleihen oder zu verkaufen und ihr Geld ins Ausland zu bringen. Die oben beschriebene Selbsthilfe mit der Druckerpresse ermöglichte es den Volkswirtschaften, die öffentlichen Überziehungskredite in Anspruch zu nehmen, die durch die Target-Salden gemessen werden.“ – bto: Es ist individuell hoch rationales Verhalten.
  • „(…) die zweite Welle (…) durch (das) Anleihekaufprogramm der EZB ausgelöst, (…) Obwohl jede Notenbank nur die Staatspapiere ihres eigenen Landes zurückkaufte, stiegen die Target-Salden nochmals an. Das lag zum einen daran, dass die Verkäufer die Überschussliquidität in Deutschland in Sicherheit bringen wollten. (…) Zum anderen lag es an dem technischen Effekt, dass die Papiere der südlichen Euroländer früher zur Finanzierung riesiger Leistungsbilanzdefizite in die Welt verkauft worden waren, so dass nun ohnehin Auslandsüberweisungen notwendig waren, um diese Papiere zurückzuholen. So oder so war die Bundesbank gefordert, die Rückkäufe und damit die alten Leistungsbilanzdefizite der Südländer durch eine gigantische Umschuldungsaktion im Nachhinein zu kreditieren.“ – bto: Es wird so schlüssig dargestellt, dass es sich bei den Target2-Forderungen tatsächlich um eine Vermögensposition handelt, denn wenn private Investoren für ihr Geld werthaltige Assets kaufen und dafür mit Geld bezahlen, das letztlich bei der Bundesbank landet, dann ist es ein Vermögenswert.
  • „So musste die Bundesbank zum Beispiel direkt an sie gerichtete Überweisungsaufträge der spanischen Notenbank ausführen, die das Ziel hatten, spanische Wertpapiere von deutschen Lebensversicherern nach Hause zurückzuholen. Sie musste neues Geld herstellen und den Verkäufern dieser Wertpapiere geben, damit die sie der spanischen Notenbank, einer Behörde des spanischen Staates, zurückgaben. Das war gut für Spanien, weil die verbriefte, mit einem Zins ausgestattete Staatsschuld gegenüber privaten Investoren, die manchmal lästig werden können, durch eine bloße Buchschuld beim Eurosystem und indirekt bei der Bundesbank ersetzt werden konnte. Diese Buchschuld kann niemals fällig gestellt werden, und sie trägt derzeit nicht einmal einen Zins. Für Deutschland war das Geschäft freilich weniger attraktiv. Zwar wurden die deutschen Verkäufer mit dem Geld der Bundesbank kompensiert, doch ist das eine Forderung gegen eine Einrichtung des deutschen Staates, die dafür nur eine Target-Forderung gegen das Eurosystem erhielt.“ – bto: womit wir ebenfalls wieder die Situation eines Vermögenstransfers haben. Letztlich spiegelt sich hier die massive Geldschöpfung der letzten Jahre wieder, die zu einer Vermögenspreisinflation führt. Man könnte es so sehen, dass die Target2-Forderungen die konsequente Fortsetzung der deutschen Vorliebe für Finanzanlagen in Sparbuch und Co. sind, während die Ausländer Realwerte kaufen.
  • „Die Target-Forderungen bedeuten Lasten und Risiken für den deutschen Staat, (…) trägt (…) im Falle eines Ausfalls der Target- Forderungen gegen das Eurosystem sämtliche Lasten. Das ist unabhängig von der Frage, ob der deutsche Staat die Bundesbank rekapitalisieren muss.“ – bto: wobei man natürlich die Buchhaltungstricks hat, wie beispielsweise die Aktivierung künftiger Geldschöpfungsgewinne.
  • „Verluste drohen zum Beispiel, wenn andere Notenbanken aufgrund der Target-Schulden ihre Zahlungsverpflichtungen im Eurosystem nicht mehr erfüllen können. So könnte sich ein italienischer Staatskonkurs nebst seiner Folgewirkungen auf das Bankensystem wegen der hohen Target-Schulden der Banca d’Italia von fast einer halben Billion Euro selbst im Falle einer Verpfändung der italienischen Geldschöpfungsgewinne und der Verwendung aller Reserven in Verlusten von mehreren Hunderten von Milliarden Euro für das restliche Eurosystem niederschlagen, wovon Deutschland dann 31 Prozent zu tragen hätte. Ähnlich wäre es, wenn Italien aus dem Euro austreten und seine Target-Schulden nicht mehr bedienen würde.“ – bto: In dem Falle drohen Italien noch weitaus größere Probleme.
  • „(…) für die weitere Entwicklung der Eurozone relevant, als sie den Krisenländern ein glaubhaftes Drohpotenzial für das Erstreiten einer europäischen Transferunion an die Hand geben. (…) Bei näherem Hinsehen ist dieses Drohpotenzial aber doch nicht so groß, wie es zunächst scheinen mag, weil die Target-Forderungen der Bundesbank auch im Normalbetrieb längst nicht so werthaltig sind, wie sie bilanziert werden. Ein privates Finanzinstitut müsste eine Forderung, die sie nicht fällig stellen kann, die derzeit einen Zins von null trägt und die vielleicht später mal wieder einen echten Zins trägt, dessen Höhe dann freilich von den Schuldnern mitbestimmt wird, vollständig abschreiben. So gesehen ist die Hälfte des durch Leistungsbilanzüberschüsse aufgebauten deutschen Nettoauslandsvermögens heute wohl ohnehin nur noch als belangloser Erinnerungsposten zu sehen.“ – bto: Man kann uns also nicht erpressen, weil das Geld eh futsch ist. Leider sehe ich das anders. Wirtschaftlich hat Sinn natürlich recht. Politisch ist das was anderes. Die Politik kann weiter behaupten, wir hätten keine Verluste (wie auch im Märchen von den Gewinnen mit der „Rettung“ Griechenlands). In einem offenen Zahlungsausfall kann man es nicht mehr sagen.
  • „Deutschland steht im Gegensatz zu Frankreich vor großen demografischen Problemen, die in den dreißiger Jahren ohnehin Finanzengpässe verursachen werden. Es kann der Aushöhlung seines Vermögens durch das Target-System nicht länger tatenlos zusehen.“ – bto: genau. Das Märchen vom reichen Land wird bald als solches entlarvt werden.
  • „Es gibt Möglichkeiten, die Target-Salden einzudämmen. Man könnte die oben genannten Ursachen, die in der asymmetrischen und übermäßigen Kreditgeldschöpfung im Eurosystem liegen, abstellen, aber das würde voraussetzen, dass die mächtigen Target-Schuldner im EZB-Rat bereit sind, auf ihre Privilegien zu verzichten.“  – bto: was diese niemals machen werden. Und alleine schon der Versuch würde von den Finanzmärkten (zu Recht) als der Anfang vom Ende des Euro gesehen. Irgendwann ist es soweit, doch alle versuchen, es möglichst lange aufzuschieben.
  • „Wirksamer wäre es, wenn die Gerichte und Parlamente sich der Sache annehmen und ein System der jährlichen Tilgung der Target-Saldenwie zwischen den zwölf Distrikt-Notenbanken der Vereinigten Staaten vorsehen würden. Man könnte sogar eine Obergrenze einführen, ohne den Zahlungsverkehr einzuschränken, weil die Banken ihre internationalen Überweisungen dann selbst über private Clearing-Häuser oder nach entsprechenden Fusionen innerhalb ihrer eigenen Netze realisieren könnten. Um für den Aufbau solcher Netze Zeit zu gewähren, sollte man die Überschreitung der Obergrenze dann freilich zunächst noch unter Zahlung von Strafzinsen erlauben. Was zu geschehen hat, bedarf weiterer Erörterungen. Nur eines ist klar: So wie jetzt kann es nicht weitergehen.“ – bto: Ich denke, jeder Versuch, die Target2-Forderungen zu begrenzen, wird innerhalb von Minuten zur Panik an den Märkten führen, die ganz genau wissen, dass das europäische Schuldengebäude und das politische Projekt „Euro“ nur durch unbegrenzte Geldschöpfung über die Runden kommen. Monetarisierung und Helikopter sind zwangsläufige Voraussetzungen für das Weiterkommen.

Ich sehe keinen Politiker, der sich hier dagegenstellt. Was zur Feststellung führt: Wenn Sinn Recht hat und es sich bei den Target2-Forderungen wirklich um Forderungen handelt, dann werden diese immer mehr anwachsen und wir im Gegenzug reale Vermögenswerte an das Ausland geben, was einer massiven Wohlstandsvernichtung hierzulande entspricht. Je länger es andauert, desto größer der Vermögenstransfer ins Ausland. Paart man das mit dem absehbaren Niedergang Deutschlands braut sich ein unerfreuliches Szenario zusammen. Eine überalterte Gesellschaft mit abnehmender Wirtschaftskraft, erheblichen Lasten für eine gescheiterte Migrationspolitik, verfallener Infrastruktur, verfallendem Bildungswesen und wertlosen Forderungen ans Ausland. Abgewirtschaftet.

47 Kommentare
  1. Alexander sagte:

    Bei Tichy hat sich Markus Krall ebenfalls zu target2 gemeldet:
    https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/target-2-und-die-gesundheit-der-banken/

    Zum Ende ein Zitat von Draghi:

    >So führte er (Draghi) am 27.Februar 2013 in einem Vortrag vor der katholischen Akademie in Bayern aus, dass „diese (Target2,Anm. des Verfassers) Ungleichgewichte ausschließlich im Falle eines Zusammenbruchs des Euroraums auch Folgen für den deutschen Steuerzahler haben würden..

    „Danke, mein Präsident.“

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  2. SB sagte:

    „Es gibt Möglichkeiten, die Target-Salden einzudämmen. Man könnte die oben genannten Ursachen, die in der asymmetrischen und übermäßigen Kreditgeldschöpfung im Eurosystem liegen, abstellen, aber das würde voraussetzen, dass die mächtigen Target-Schuldner im EZB-Rat bereit sind, auf ihre Privilegien zu verzichten.“

    Warum zahlt die Bundesbank überhaupt den deutschen Exporteur aus, ohne dass die Forderung zuvor ausgeglichen wurde? Weil die Regeln so sind. Warum sind die Regeln so? Weil es politisch so gewollt ist. Für wen ist das ein Vorteil? Für den deutschen Exporteur, dessen Geschäftsbank für den Verkauf seiner Ware aus Risikogründen, die im Kunden liegen, keinen Kredit mehr gibt. Er könnte also nicht mehr verkaufen, sondern nur noch verschenken oder nicht liefern. Was passiert, wenn die Bundesbank den Exporteur auszahlt? Das Risiko des Nichtausgleichs der Forderung aus dem privaten Vertrag zweier privater Vertragsparteien, wird auf die Steuerzahler, also die Allgemeinheit verlagert, der für die Übernahme dieses Risikos keine Sicherheit erhält. Wenn man bösartig ist, würde man meinen, das System sei von Anfang für diesen Fall installiert worden. Zum Schluss noch die Frage, welche Intention eigentlich hinter diesem System: erzwungene Umverteilung aus D heraus. Wäre ich Exporteur, würde ich die Zahlung bei vermeintlich wackeligen Schuldnern immer über die Notenbanken im Target-System abwickeln lassen.

    Es ist nämlich im Übrigen auch vorgesehen, dass Geschäftsbanken am TARGET2-System teilnehmen können. Diese müssen aber am Tagesende ausgeglichene oder positive TARGET2-Salden vorweisen. Nutzen also die Geschäftsbanken das Target2-System direkt untereinander zur Zahlungsabwicklung, gibt’s keine Verbindlichkeiten, die offen bleiben. Das geht nur unter Einschaltung der jeweiligen nationalen Notenbank, denn diese dürfen als einzige Verbindlichkeiten (= Forderungen) im Target2-System aufbauen. https://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2

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    • Hansjörg Pfister sagte:

      Könnte man nicht recherchieren wer sich das Target – System ausgedacht hat und diese Leute dann befragen, was sie sich dabei gedacht haben? Das hätte doch das Potential zu einem Bestseller („Die Durchtriebenen“)! Alternativ wäre bei entsprechend geänderten Verhältnissen im Bundestag auch ein Untersuchungsauschuss möglich, der hat dann ganz andere Durchgriffsmöglichkeiten. Aber bis Letzteres soweit ist, fließt noch viel Geld durch das Target – System.

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    • Wolfgang E. sagte:

      Ich bin absolut kein Experte in Geldsystemen, verstehe die Situation aber so:

      Ausbuchen im Sinne einer Aufgabe der Forderung geht technisch zwar immer. Politisch wäre das aber äußerst unschön, da die Bilanz der Bundesbank unter Beobachtung steht. Man wird dies nicht machen – solange kein Gläubiger hochoffiziell verkündet, dass er niemals zahlen wird.

      Genau darin liegt auch die Erpressbarkeit der deutschen Regierung. Kündigte beispielsweise die italienische Regierung den EUR auf und erklärte ihre Insolvenz, bliebe der Bundesbank kaum etwas anderes übrig, als irgendwann einmal die Forderung auszubuchen. Man wird aber wieder Konstruktionen finden, um das zu vermeiden, das ist ganz sicher.

      Die Gleichung lautet Ausbuchung = Forderungsverlust => Reduzierung des Eigenkapitals der Bundesbank. In der Bilanz der Bundesbank sind die Target-2 Forderungen unter „9.4 Sonstige Forderungen“ geführt.

      Bereits eine teilweise Ausbuchung der Target-2-Forderungen würde das Eigenkapital der Bundesbank irgendwann überschreiten. Eine normale Firma müsste dann entweder Eigenkapital nachschießen (durch die Gesellschafter, das sind hier lapidar gesprochen die Steuerzahler!), oder Konkurs anmelden.

      Da es sich aber nicht um eine Firma handelt sondern um die Bundesbank, würde das wie auch immer anders gehandhabt Erfolgt keine Ausbuchung, da steht die Forderung halt über Jahre oder Jahrzehnte in der Bilanz: Sie frisst kein Heu, sie steht einfach da.

      „Lustig“ wäre es, wenn die Ratingagenturen irgendwann die faktische Überschuldung zum Anlass nähmen, das Rating Deutschlands zu verschlechtern. Bleibt es bei der Alternativlosigkeit der Anleger, ändert sich immer noch nichts. Andernfalls steigen die Zinsen, oder die EZB kauft weiterhin einfach alles auf (=Staatsfinanzierung).

      Nebeneffekt: Durch das im Zuge des Aufbaus der Forderungen entstandenen Geldbestände in Höhe von derzeit ca. 1 Billion EUR verwässert den Wert des Euros. Ein weiterer Grund, warum die Assetpreise auf breiter Front gestiegen sind.

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    • Ralph Klages sagte:

      Natürlich läßt sich die Forderung „ausbuchen“ (nämlich abschreiben). Aber es ist IHR Steuergeld, das dann verloren ginge! ……. Vermutlich sowieso schon längst weg ist. Schlimm daran ist, dass der Selbstbedienungsladen immer noch weit geöffnet ist und keine Zinsen erhoben werden (können): Im EZB- Rat wird D regelmäßig überstimmt und muss sich hilflos fügen. Schlimm ist auch, dass die Physikerin das längst weiß, aber aus purem Machterhalt weiter laufen lässt. Sie entzieht den Deutschen ihre dringend benötigte Innovationskraft und die Vorsorge für schlechte Zeiten (>Demographiewandel). AfD-Gauland hat gar nicht so unrecht, wenn er feststellt: „Sie liebt Euch nicht! Sie liebt andere.“

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  3. Richard Ott sagte:

    2018: Die Target2-Salden sind kein Problem, solange die Eurozone nicht auseinanderbricht – aber das wird niemals passieren!

    2008: Die immobilienbesicherten Schuldverbriefungen in den Bankbilanzen sind kein Problem, solange die Immobilienpreise nicht einbrechen – aber das wird niemals passieren!

    Immer diese Panikmache… ;)

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  4. Dietmar Tischer sagte:

    Ich bin kein Experte für unser Geldsystem, meine aber, es seiner Grundstruktur nach zu verstehen.

    Nur mal eine Aussage von Sinn, die mir aufstößt:

    >Zwar wurden die deutschen Verkäufer mit dem Geld der Bundesbank kompensiert, doch ist das eine Forderung gegen eine Einrichtung des deutschen Staates, die dafür nur eine Target-Forderung gegen das Eurosystem erhielt.“>

    „nur“:

    Was denn SONST könnte die Bundesbank erhalten, wenn es keine Forderung gegen das Eurosystem sein soll?

    Von Alexander zitiert:

    >So führte er (Draghi) am 27.Februar 2013 in einem Vortrag vor der katholischen Akademie in Bayern aus, dass „diese (Target2,Anm. des Verfassers) Ungleichgewichte ausschließlich im Falle eines Zusammenbruchs des Euroraums auch Folgen für den deutschen Steuerzahler haben würden..>

    AUSSCHLIESSLICH: Damit hat Draghi m. A. n. recht.

    H.-W. Sinn sollte anders argumentieren, nämlich so:

    Solange das Eurosystem besteht, werden Target2-Salden aufgebaut, die REALWIRTSCHAFTLICHE Ungleichgewichte ausdrücken, aber ALS bilanztechnische Forderungen und Verbindlichkeiten ZWISCHEN den Zentralbanken der Mitgliedslänger FOLGENLOS bleiben.

    Wenn das Eurosystem NICHT mehr besteht, hat Deutschland ein Problem, da wir ganz sicher bilanztechnische Forderungen haben werden, die voraussichtlich nicht beglichen werden.

    Ich, H.-W. Sinn, glaube, dass das Eurosystem irgendwann nicht mehr bestehen wird.

    Daher empfehle ich, durch VORHERIGEN Austritt dafür zu sorgen, dass die Probleme (uneinlösbare Target2-Forderungen) nicht so groß werden, wie sie es bei einem späteren Zerfall des Eurosystems sein würden.

    Die Probleme, die bei einem vorherigen Austritt wie bei JEDEM Austritt entstehen, kehre ich bei der Bewertung der Target2-Salden unter den Tisch.

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      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Kann man ja so lesen.

        Aber „unbesichert“ macht keine Sinn, weil es zwischen Zentralbanken NICHTS zu sichern gibt – IM, und so lange es besteht, Eurosystem.

        Wenn Sie so wollen, besteht die „Sicherheit“ darin, JEDER ZEIT Geld aus dem Nichts produzieren zu können.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Ondoron

        >Sie wollen Herrn Prof. Sinn präskribieren, wie er zu schreiben hat?>

        Nein, aber:

        Wie er m. A. n. argumentieren MÜSSTE, um von Fachkollegen ernst genommen zu werden (mit seinen Auffassungen zu denTarget2-Salden).

        Auch ein H.-W. Sinn steht nicht unantastbar über den Dingen.

        Übrigens:

        Von Selbstüberschätzung kann schwerlich die Rede sein, wenn ich ausdrücklich schreibe „Ich bin kein Experte für unser Geldsystem“.

        Ich nehme für mich lediglich in Anspruch, auch als Nichtexperte ein Meinung haben zu können.

        Die können Sie, der Argumentation nach, gern mal
        dem vergleichen, was Sie hier so bieten.

    • Ralph Klages sagte:

      Einspruch: „aber als bilanztechnische Forderungen und Verbindlichkeiten ZWISCHEN den Zentralbanken der Mitgliedsländer FOLGENLOS bleiben. “ Nein so ist es nicht: Es findet eben kein Wertausgleich statt: Italien schiebt eben KEIN Gold nach Deutschland. Die Bundesbank kann KEINE Gewinne an den Bund abführen. Der Bund kann diese Gewinne NICHT an die Bevölkerung z.B. zwecks Vorsorgesicherung beim anstehenden Demographiewandel verteilen: Die Kohle ist nämlich weg, nicht mal Zinsen wurden gezahlt!
      Nun kann man das eine Weile durchhalten und meinetwegen auch verschmerzen.
      Sinn aber meint: Nun ist Schluss!
      Recht hat er. LG

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Ralph Klages

        Ihr Einspruch ist keiner.

        Denn Sie argumentieren nicht gegen das, was ich sage.

        Zwar ist richtig, dass bei „Forderungen“, die nicht beglichen werden, die Bundesbank keine Gewinne ausschütten kann. Das betrifft die BÜRGER, hat aber nichts mit den Folgen für die ZENTRALBANKEN zu tun.

        Ich verstehe Sie so:

        Sie WOLLEN ein anderes System haben, nämlich eines, bei dem die Salden durch etwas ausgeglichen werden MÜSSEN, das nicht Währungseinheiten (Euros) ist.

        Das kann man wollen, selbstverständlich.

        Es ist aber ein anderes System, das die Entscheider nicht wollen.

        Denn es würde sich zeigen, dass z. B. Italien der Pleite zusteuert – spätestens dann, wenn es kein Gold mehr gäbe im Tresor der italienischen Zentralbank.

        Dann wäre auch das Eurosystem am Ende.

        Das will keiner.

    • jobi sagte:

      @DTischer

      „Was denn SONST könnte die Bundesbank erhalten, wenn es keine Forderung gegen das Eurosystem sein soll?“

      z.B. Devisen einer internationalen Reservewährung, am allerbesten natürlich Gold

      Target-Forderungen jedenfalls stellen den vorläufigen Tiefpunkt in den Qualitätsanforderungen an notenbankfähige Sicherheiten dar.

      Um das zu erkennen, muss man eigentlich kein Experte in Geldsystemen sein.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ jobi

        „Was denn SONST könnte die Bundesbank erhalten, wenn es keine Forderung gegen das Eurosystem sein soll?“

        IM System Wie es IST.

        Darüber reden wir, nicht was man sich wünscht und gern hätte.

        Habe ich zuvor schon Ralph Klages gesagt.

        Es macht keinen Sinn, die Referenz zu wechseln, wenn man über eine BESTIMMTE Sache diskutiert, die so und nicht anders ist.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        Der Aufhänger der Diskussion zu Target2-Salden ist immer die Frage, ob aus den Salden Forderungen Deutschlands entstehen. Dies ist umstritten, wird aber von H.W. Sinn und anderen Fachleuten bejaht. Meiner Ansicht nach ist es auch vernünftig, weil ein Saldo nie „aus der Luft“ entsteht, sondern immer einen Rechtsgrund hat, eben eine Forderung.

        Folgt man dieser Schlussfolgerung, stellt sich im nächsten Schritt die Frage, wie werthaltig diese Forderungen sind. Die einzige „Sicherheit“ ist die, dass die EZB das Saldo per Gelddrucken ausgleicht (wie Sie auch selbst schreiben). Andere Sicherheiten (Assets) gibt es im Target2-System nicht.

        Stellt sich als nächstes die Frage, warum die EZB die einzige Sicherheit nicht sofort leistet, also Geld für D druckt und damit das Saldo ausgleicht. Warum nicht? Ist die Bundesbank verpflichtet unbesichert in Vorleistung zu gehen und beim Ausgleich der Salden auf die Willkür der anderen Euro-Notenbanken angewiesen? Wenn ja: Wie zweckmäßig ist ein solches System aus deutscher Sicht?

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Nur noch so viel dazu von meiner Seite:

        >Der Aufhänger der Diskussion zu Target2-Salden ist immer die Frage, ob aus den Salden Forderungen Deutschlands entstehen. Dies ist umstritten, wird aber von H.W. Sinn und anderen Fachleuten bejaht.>

        Ja, es ist umstritten.

        Und ja, es gibt Ökonomen, die darauf BESTEHEN, dass das Forderungen bezüglich der Target2-Salden zu BEGLEICHENDE Forderungen sind.

        Diese Auffassung kann man haben, ich halte sie nicht für falsch.

        Nur sind diese Forderungen im BESTEHENDEN System der Zentralbanken der Eurozone offensichtlich BEDEUTUNGSLOS, weil sie als reine Verrechnungsgrößen BEHANDELT werden.

        Sie haben keinen Wert wie Forderungen außerhalb dieses Systems.

        Soweit, glaube ich, sehen Sie die Dinge genauso.

        Wenn man auf einen WERTAUSGLEICH wie außerhalb des Systems besteht, müsste die italienische Notenbank Geld „drucken“ und die Bundesbank würde es verteilen oder in ihre Tresore legen.

        Offensichtlich WOLLTE man das nicht und offensichtlich ist ein solcher Wertausgleich auch nicht ERZWINGBAR im bestehenden System der Zentralbanken der Eurozone.

        Das geht in die Tiefen der Tiefen, an diesem Punkt bin ich nicht mehr Experte.

        Mir ist aber klar, dass ein Ausgleich mit anderen realen Werten, wie Gold nach Marktwert, vermieden werden muss(te), weil sonst Länder wie Italien pleitegehen. Irgendwann können sie nicht mehr liefern und dann ist es vorbei mit dem einheitlichen Währungsraum Eurozone.

        Wenn die Dinge so liegen, sollten H.-W. Sinn darauf bestehen und seine Argumentation darauf ausrichten, dass ein Ausgleich der Salden NIE erfolgen wird – auch dann nicht, wenn die Eurozone zerfallen ist – und daher, bei SEINER Sicht der Forderungen, das Projekt Eurozone stillgelegt werden muss.

        Kritiker wie ich antworten ihm nun:

        Ja, das ist schlüssig, weil wir

        a) beim Zerfall der Eurozone in einer anderen „Welt“ sind, IN der es keine Verträge gibt für irgendeinen Ausgleich. Das ist anders, als wenn ein Land die EU und daraufhin die Eurozone verlässt. Da sind die Verpflichtungen festgelegt. Draghi hat das klar gesagt an die Adresse italienischer Politiker.

        und – auch schlüssig – aber kontraproduktiv

        b) der Zerfall der Eurozone per Saldo auch für uns Kosten generieren würde, die wir besser vermeiden sollten. An diesem Punkt ist die Kontroverse kurzfristig vs. langfristig.

        Zweckmäßigkeit des Systems aus deutscher Sicht:

        Die Frage ist m. A. n. nicht seriös zu beantworten, weil da Dinge hineinspielen, die nicht kompatibel bewertbar sind. Beispielhaft: Ist es zweckmäßig oder Teil der Zweckmäßigkeit, dass Sie nicht mehr DM in italienische Lappen tauschen müssen, wenn Sie in Rom bar bezahlen wollen oder müssen?

        Ich bin allerdings sicher, dass die ÜBERZEUGUNG für die Schaffung der Eurozone war:

        Es ist eine Win-Win-Situation für ALLE Teilnehmer, also lasst uns nicht zu viele wenn, dann-Regeln einbauen.

        So fehlt u. a. ein GEORDNETES Insolvenzverfahren für Staaten der Eurozone.

        Also darf es keine Insolvenzen geben und die Entwicklung wir immer verheerender.

  5. Hans Kolpak sagte:

    Wenn ich über ebay eine Schallplatte nach Italien verkaufe, erhalte ich das Geld via paypal. Keineswegs gewähre ich dem italienischen Käufer einen Kredit. Trotzdem taucht der Betrag in der Statistik auf, die umgangssprachlich TARGET2 genannt wird.

    Mario Draghi, ein König in Deutschland
    https://www.dzig.de/Mario-Draghi_ein-Koenig-in-Deutschland

    Fiatgeld
    Die EZB verfügt über kein Guthaben, sondern ein Mitarbeiter setzt sich an seinen Computer, spricht den Zauberspruch „Fiat Euros!“ bzw. „Es entstehen Euros!“ aus dem Nichts. Deshalb wird der Euro auch Fiatgeld genannt, weil er über keinen inneren Wert verfügt, sondern lediglich ein gesetzliches Zahlungsmittel ist, das in vielen Ländern akzeptiert wird.

    Ein Bankguthaben bedeutet noch lange keinen Anspruch auf Geldscheine und Münzen. Es handelt sich lediglich um eine Forderung an die Bank. Die meisten Banken begrenzen Auszahlungen und Überweisungen auf wenige tausend Euro, selbst von Girokonten, die über ein Guthaben verfügen.

    Weder das Gebaren der Zentralbanken noch die Verfahren der privaten und staatlichen Banken sind ein Straftatbestand. Wenn aber ein Mensch eine Bank gründet, um seinen Zahlungsverkehr in Euro abzuwickeln, wird er verhaftet und eingesperrt wie Peter Fitzek, ein König in Deutschland.

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Deutsche Bundesbank entscheiden, ob eine Bank gegründet werden darf oder nicht. Die Zulassungsbedingungen für girales Falschgeld werden sehr streng ausgelegt, damit nur bestimmte Leute Geld aus dem Nichts schöpfen dürfen, um Kredite zu gewähren. Im Falle eines Bankrottes kann eine Bank als systemrelevant anerkannt und mit behördlichem Geld zahlungsfähig gehalten werden.

    Die Psychiatrie mal wieder
    „Im psychiatrischen Gutachten wird ihm bescheinigt, sich eine Welt nach eigenen Vorstellungen geschaffen zu haben. Peter Fitzek weise starke narzisstische Persönlichkeitsmerkmale auf. Er manipuliere Menschen, überschätze sich und blicke auf andere herab. Er stelle sich über die Gesetze und Normen, sei unbelehrbar, auch durch Strafen nicht zu beeindrucken. Es fehle ihm einfach an Einsicht. Peter Fitzek ist voll schuldfähig.“

    Tauscht man nun in diesem Zitat den Namen Peter Fitzek gegen Mario Draghi aus und betrachtet die Situation der Europäischen Zentralbank, dann erhält man ein Gefühl für die Brisanz des Problems. Wer heute noch Wertpapiere besitzt, wird eines Tages vor dem Nichts stehen, weil niemand mehr den vermeintlichen Wert akzeptieren wird, den diese Papiere heute noch darstellen.

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    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Hans Kolpak

      >Wer heute noch Wertpapiere besitzt, wird eines Tages vor dem Nichts stehen, weil niemand mehr den vermeintlichen Wert akzeptieren wird, den diese Papiere heute noch darstellen.>

      „EINES TAGES“: Das ist das Problem und die RELEVANZ der Target2-Salden.

      Darauf bezogen als griffiges Beispiel:

      Ein Italiener erhält bei seiner Bank einen Kredit über X Euro und kauft sich damit eine Immobilie in Deutschland.

      Wenn das Eurosystem zerfällt, hat der Italiener eine Immobilie in Deutschland, d. h. einen Sachwert, und der Deutsche, der sie ihm verkauft hat, Papierscheine, von denen HEUTE keiner weiß, was sie nach dem Zerfall wert sind, d. h. wer ihm dafür welchen Sachwert gibt.

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  6. Hansjörg Pfister sagte:

    @Herr Kolpak, Fiat Geld wird zwar aus dem Nichts geschaffen, es ist aber keineswegs unbesichert.
    1. Materielle Sicherheiten des Schuldners
    2. Fähigkeit des Schuldners entprechendes Einkommen zu generieren (immateriell).
    3. Eigenkapital der Bank
    4. Sicherungssysteme der Banken.
    5. Wille des Staates zum Bail-Out / Bail-In einer fallierenden Bank.
    Das 1 und 2 zunehmend problematisch werden, ist das eigentliche Problem.
    Noch eigentlicher ist es ein Problem unseres demokratischen Systems, es taugt nicht und wenn wir es nicht reformieren, war es das mit der Demokratie. Im Übrigen sind wir auf lange Sicht sowieso alle tot.

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  7. Reiner Flik sagte:

    Zu: „In unserem Geldsystem (wird) … fast alles Geld von den Geschäftsbanken geschaffen.“

    M. E. enthält dieser Satz ein Missverständnis, das freilich in vielen Lehrbüchern der Volkswirtschaftslehre vorkommt. Es beruht auf einer Verwirrung der Begriffe „Zentralbankgeld“ und „Geld“. Korrekt ist: „In unserem Geldsystem wird alles Geld von den Geschäftsbanken geschaffen.“

    Geld entsteht im Nominalgeldsystem dadurch, dass eine Nichtbank bei einer Bank einen Kredit aufnimmt. Die Geldmenge (z. B. M3) ist definiert als Summe des von Nichtbanken gehaltenen Buchgelds und Bargelds. Der Anteil des Bargelds am Geldumlauf hängt von der Vorliebe des Publikums für Bargeldzahlung ab. In einer Volkswirtschaft, die alle Transaktionen bargeldlos abwickelt (und die keine Spekulationskasse hält), beträgt der Bargeldumlauf Null. Mithin gilt dort: „Geldmenge = Kreditschöpfung des Bankensektors.“

    Der Anteil des Bargelds am Geldumlauf betrifft also lediglich die Form, in der die Geldmenge im Publikum umläuft, aus, nicht deren Volumen.

    Der Satz „Geld entsteht zu 100 Prozent durch Kreditschöpfung von Geschäftsbanken“ bedarf nur zweier Einschränkungen (welche die o. g. Aussage dann doch haltbar machen, aber m. E. nicht in der kritisierten Aussage intendiert sind):
    (a) das Münzgeldprivileg des Fiskus
    (b) die Möglichkeit, dass die Zentralbank durch Erwerb von Vermögenswerten vom Publikum zusätzliches Zentralbankgeld schafft. (Ich nehme an, dass in neuerer Zeit ein Großteil des Wachstums der Euro-Geldmenge darauf zurück geht, dass das ESZB solche Geschäfte gemacht hat.)

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  8. Dr. Arda Sürel sagte:

    ‚Der deutsche Target-Saldo ist eine bilanzielle Forderung der Bundesbank gegen das Eurosystem. Diese Forderung entstand, weil die Bundesbank im Auftrag anderer Notenbanken Geld geschaffen und es nach den Wünschen der ausländischen Auftraggeber für den Kauf von Gütern und Vermögenswerten, für die Schuldentilgung sowie auch für den Aufbau von Kassenbeständen in Deutschland bereitgestellt hat, während die anderen Zentralbanken im gleichen Umfang Geld eingezogen haben.‘

    Schon der erste Satz macht sowohl die Strukturprobleme des Euro als auch das Problematische an der Beobachtung des Euro z.B. durch Herrn Sinn deutlich. Ist die EZB die Zentralbank des Euro-Raumes (was sie ja sein soll), so kann (vielleicht besser: darf) die Bundesbank nur eine Filiale der EZB sein. Ich weiss nicht ob die Bundesbank immer noch einen eigenen rechtlichen Status hat, aber wenn ja, ist das schon eine Verwerfung. Ist die EZB die Zentralbank des Euro-Raumes, sollten/dürften die übrigen Zentralbanken als Filialen nur die rechten und linken Taschen der selben Hose sein, sodass Förderungen der rechten Tasche gegenüber der linken Tasche nur ein Ding der Entscheidung des Traegers der Hose sein müssten. Dann gaebe es auch keine anderen Notenbanken, die irgendwas von der Bundesbank forderten bzw. diese mit irgendetwas beauftragen, sondern nur Überweisungen, als deren Gegenbuchungen die Targetsalden entstehen.

    Mit seiner Beobachtungsperspektive und Darstellung dessen, was sei, stellt Sinn im Grunde die Existenz der EZB und des Euro an sich in Frage. Seine Argumentation fusst auf der Idee der separaten Existenz unterschiedlicher Notenbanken, die nicht Teil einer Einheit (EZB) sind.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Dr. Arda Sürel

      >Mit seiner Beobachtungsperspektive und Darstellung dessen, was sei, stellt Sinn im Grunde die Existenz der EZB und des Euro an sich in Frage. Seine Argumentation fusst auf der Idee der separaten Existenz unterschiedlicher Notenbanken, die nicht Teil einer Einheit (EZB) sind.>

      Sehe ich auch so.

      Und seine Idee ist eben nicht die AKTUELLE Wirklichkeit.

      Antworten
  9. Susanne sagte:

    @ Dr. Arda Sürel
    Bei den Notenbanken der einzelnen Staaten handelt es sich um separate Einrichtungen. Die BRD ist Eigentümer der Bundesbank, d.h., wenn die Bundesbank Gewinne macht, fließen die erzielten Gewinne in den deutschen Staatshaushalt, wenn sie Verluste macht, trifft es den deutschen Steuerzahler. Würde es sich bei den nationalen Notenbanken nicht um separate Einheiten handeln, würden die Gewinne ja (eurozonen-)länderübergreifend ausgeschüttet werden bzw. die Verluste müssten länderübergreifend absorbiert werden. Eine Zusammenführung der nationalen Notenbanken zu einer supranationalen Notenbank käme den Euro-Ideologen (und natürlich der deutschen Exportwirtschaft) sicherlich gelegen, ließe sich dann doch verschleiern, dass der deutsche Steuerzahler der Gekniffene ist.

    Antworten
  10. VaterThiel sagte:

    Ich denke der Tag wird kommen, an dem die nationalen Notenbanken ihre rechtliche Selbständigkeit verlieren und alle zusammen auf die EZB verschmolzen werden. Eine klassische Fusion, bei der sich die Target-Forderungen der Überschussländer gegen die Target-Verbindlichkeiten der Defizitländer auf null wegsaldieren werden. Was passiert dann ? Nichts, wenn aus psychologischen Gründen niemand die Nerven verliert.
    Somit habe ich wegen der aktuellen Target-Salden für die Zukunft weniger Sorgen. Die Katastrophe ist nämlich längst passiert. Sie besteht in der durch die Target-Salden dokumentierten immensen Aufblähung der Geldmenge (aus der Druckerpresse), die bei uns in D zu einer Inflation geführt hat, die sich zwar nicht in den Verbraucherpreisen zeigt, aber in den Immobilienpreisen. Für eine junge Familie mit wenig Eigenkapital ist der Erwerb einer Immobilie in einer deutschen Stadt um ein Vielfaches schwieriger als noch vor zehn Jahren.

    Antworten
  11. Dieter sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    ich lese sehr gerne Ihre Seiten und treffenden Analysen. Nur hilft ein ständig sich wiederholendes Beschreiben der Mailaise nicht weiter. Im Gegenteil es macht depressiv. Als Unternehmensberater sind Sie doch qualifiziert Probleme zu lösen und nicht nur zu beschreiben ?
    Die Lösung hier wäre Aufklärung und evtl. ein politisches Engagement. Ersteres machen Sie mit Ihrem Blog hervorragend. Das Problem dabei ist nur, dass Sie (und die meisten Kommentatoren) sich in einer „Blase der Aufgeklärten“ befinden und die Mehrheit nicht erreichen…

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Das ist eine richtige Beobachtung! Allerdings ist es leichter das Problem zu beschreiben, als zu lösen. Dennoch versuche ich beides (leicht verständlich, breitere Leserschaft) und Lösungen (immerhin ca. 20% Anteil am Buch) in meinem neuen Buch: „Das Märchen vom reichen Land: wie die Politik uns ruiniert“. Das erscheint am 10. September und je mehr Aufmerksamkeit es erzielt, desto besser. Also vorbestellen!! :-)

      Antworten
      • Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Stelter,
        so gut und löblich ihr neues Buch sein wird. Es lesen diejenigen, die sich mit der Materie sowieso beschäftigen. Mein Tipp: Es gibt berufliche Bildungsinformation im Bereich Politik in vereinfachter Sprache. Zwar nicht Ihr Anspruch. Aber damit holen Sie evtl. mehr ab und machen auf die bestehenden Probleme aufmerksam. Und eine App wäre ganz gut. Denn jeder Depp hat eine App, sagen zumindest meine Lehrlinge und nutzen diese reichlich. Und Erwachsene und Rentner lieben ihr Mobildevice ebenso gerne. Musste ich gerade wieder beim Parcourlauf durch Frankfurts Innenstadt feststellen. Ich bete zu Gott, das der Amerikaner das GPS- System nicht ausschaltet. Rentner und Jugendliche, die sich orientierungslos durch die Taunusanlage irren…..Aber ich schweife ab.
        Aber weiter so. Ihre Seite ist…… Grandios. Aber dazu gehören auch Ihre Kommentatoren. Immer wieder eine Bereicherung viele, auch zum Glück kontroverse Meinungen zu lesen. Danke dafür an Alle und weiter so!!
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

  12. VaterThiel sagte:

    Ich denke der Tag wird kommen, an dem die nationalen Notenbanken ihre rechtliche Selbständigkeit verlieren und alle zusammen auf die EZB verschmolzen werden. Eine klassische Fusion, bei der sich die Target-Forderungen der Überschussländer gegen die Target-Verbindlichkeiten der Defizitländer auf null wegsaldieren werden. Was passiert dann dem deutschen Steuerzahler ? Nichts, wenn aus psychologischen Gründen niemand die Nerven verliert.
    Somit habe ich wegen der aktuellen Target-Salden für die Zukunft weniger Sorgen. Die Katastrophe ist nämlich längst passiert. Sie besteht in der durch die Target-Salden dokumentierten immensen Aufblähung der Geldmenge (aus der Druckerpresse), die bei uns in D zu einer Inflation geführt hat, die sich zwar nicht in den Verbraucherpreisen zeigt, aber in den Immobilienpreisen. Für eine junge Familie mit wenig Eigenkapital ist der Erwerb einer Immobilie in einer deutschen Stadt um ein Vielfaches schwieriger als noch vor zehn Jahren.

    Antworten
  13. ikkyu sagte:

    Zitat:
    „Der von der Bundesbank vergebene Target-Kredit wird in Höhe des Hauptrefinanzierungssatzes der EZB zu Lasten der Schuldner-Notenbanken verzinst, der freilich zurzeit null ist.“

    Somit ist doch klar, dass es sich hier um eine Vermögensposition handelt, da der Target-Kredit normalerweise verzinst wird.
    Wenn die Zinsen durch das fehlende Bid der EZB an den Anleihemärkten 2019 steigen, dann nimmt die Bundesbank wieder Mrd.-Beträge ein.
    Zumindest theoretisch.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ ikkyu

      >Somit ist doch klar, dass es sich hier um eine Vermögensposition handelt, da der Target-Kredit normalerweise verzinst wird.>

      Das kann man so SAGEN, wenn man sich bewusst ist, dass man dabei NICHT auf der Ebene der Geschäftsbanken ist, d. h. man sich nicht auf ein System bezieht, in dem geleistete und nicht geleistete Verzinsung REALWIRTSCHAFTLICH bedeutsame FOLGEN haben kann, etwa Insolvenz.

      Im Eurosystem heißt Verzinsung, dass die Target2-Salden sich verändern.

      „Real“ verändert sich damit nichts IM System der Zentralbanken.

      Dass beide Systeme auch zusammenhängen, hat damit nichts zu tun.

      Antworten
  14. VaterThiel sagte:

    @WS
    Richtig, aber die Italiener und die übrigen Defizitländer werden damit auch gleichzeitig ihre Target-Verbindlichkeiten los.
    In der EZB-Bilanz gäbe es nach der Verschmelzung weder Target-Forderungen noch Target-Verbindlichkeiten (ausser gegen am Target-System teilnehmende Nicht-Euro-Länder).
    Die Italiener wären damit auch den Gegenposten zu ihren Target-Verbindlichkeiten los, die zumindest zweifelhaften Forderungen der italienischen Zentralbank Banca di Italia gegen ihre Geschäftsbanken.
    Was ich sagen will: Die Target-Salden an sich sind nicht das Problem, sondern die mit ihrer Entstehung verbundene Inflation. Und die ist längst da. Auch wenn sie sich für viele Leute nicht merkbar in den Immobilienpreisen versteckt hält (und in den Preisen anderer Anlagegüter. wie etwa Aktien).
    Wären die den Target-Salden zugrunde liegenden Geschäfte nicht elektronisch, sondern bar bezahlt worden, hätte die Bundesbank nicht 1 Billion Euro Targetforderungen in den Büchern, sondern zwei Milliarden 500-Euro-Scheine in ihrem Geldspeicher. Die Scheine, die die deutschen Empfänger der Zahlungen vermutlich nicht im Tresor gelassen, sondern bei ihrer Geschäftsbank einbezahlt hätten.

    Antworten
  15. Jens Happel sagte:

    Ich habe schon mal hier gepostet, dass die Target2 Salden eher zeigen wie gross der Verlust bereitd ist, da wir Waren und Werte gegen wertlose Forderungen weggeben haben, als einen theoretischen Verlust der erdt eintritt wenn der Euro zerfällt. Sinn nennt es „kalligrafische“ Da die Buba nicht pleite gehen kann wird beim auseinanderbrechen des Euros, was die Buba, angeht kein Problem entstehen.

    Man sollte allerdings noch erwähnen, dass wir ohne dieses Target2 System UND die Unterbwertung Deutschlands im Euro niemals solch einen gigantischen ExportÜBERschuss erzielt hätten.

    Man könnte sagen noch profitieren wir scheinbar davon denn das System gauckelt uns eine Wettbewerbsfähigkeit vor die in Schall und Rauch aufgeht wenn der Euro zerfällt und unsere neue Währung ca. 25% aufwertet.

    Es gibt keine einfache Lösung für das Dilemma.

    Gruss Jens

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Jens Happel

      >Ich habe schon mal hier gepostet, dass die Target2 Salden eher zeigen wie gross der Verlust bereitd ist, da wir Waren und Werte gegen wertlose Forderungen weggeben haben,>

      Der deutsche Maschinenbauer hat nach Italien geliefert und seinem Konto in Deutschland wurde der Kaufpreis gutgeschrieben.

      Worin besteht der Verlust?

      Ich sehe nicht, wer hier einen Verlust erlitten hat.

      Der deutsche Maschinenbauer hat keinen Verlust erlitten. Denn das Geschäft ist abgeschlossen worden, wie alle seine Geschäfte abgeschlossen werden, wenn sie wie vorgesehen ablaufen – ob nun mit deutschen oder ausländischen Kunden: Ware geliefert, Zahlungsbetrag gutgeschrieben.

      Wo, bitte ist da eine Forderung, die wertlos sein soll?

      Die Bundesbank hat eine Forderung gegen die italienische Zentralbank aufgrund des Verkaufs.

      Warum soll die wertlos sein?

      Solange Italien der Eurozone angehört und demnach die italienische Zentralbank ein Mitglied des Systems der EZB ist, können die Forderungen nicht wertlos sein, weil die italienische Zentralbank nicht pleite ist.

      Zustimmung dazu, dass der Euro uns eine Wettbewerbsfähigkeit vorgaukelt, die wir allein aufgrund der Art der Wertschöpfung nicht haben.

      Keine Frage, nach Zerfall der Eurozone würden wir bei einer um 25% aufgewerteten neuen Währung erhebliche Probleme haben. Ich glaube aber, dass wir den Gürtel enger schnallen und mit der Zeit den Schock überwinden würden. Wir haben in der Vergangenheit die DM-Aufwertungen gemeistert und ich sehe nicht, warum wir es selbst unter schwierigeren Bedingungen nicht wieder schaffen sollten.

      Antworten

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