„Die Notenbanken der Welt kaufen zusätzlich Gold“

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Eigentlich ist es ja ein Verkaufssignal. Denn als die Notenbanken im großen Stil ausgestiegen sind legendär die Bank of England am absoluten Tief war die Zeit, zu kaufen. Doch noch sind es die Schwellenländer, die einsteigen. Aus gutem Grund denke ich. Gold was ja, wie einige meinen, nur deshalb einen Wert hat, weil es „Konvention“ ist hat einige Vorteile. Vor allem unterliegt es keinem Kontrahentenrisiko und es ermöglicht einen Systemneustart über Nacht.

Die F.A.Z. berichtet:

  • Auch im ersten Halbjahr 2016 hat die russische Notenbank im großen Stil Gold gekauft und lag mit Netto-Zukäufen von 84 Tonnen im Wert von umgerechnet rund drei Milliarden Euro an der Spitze der Notenbanken der Welt. (…) Auf Platz zwei der Netto-Goldkäufer lag in diesem Zeitraum China, das Land hat seine Goldreserven um gut 61 Tonnen aufgestockt.“ bto: allemal besser als elektronisches Geld, oder?
  • Je nachdem, wen man mitzählt und wie man rechnet, haben die Notenbanken in den Monaten Januar bis Juni 2016 netto rund 185 Tonnen Gold hinzugekauft.“
  • Der wichtigste Verkäufer von Gold unter den Notenbanken war dabei ein armes Land, das im Augenblick mit dem niedrigen Ölpreis, einer hohen Inflation und zerrütteten Staatsfinanzen zu kämpfen hat: Venezuela trennte sich im ersten Halbjahr von immerhin 79 Tonnen Gold, nachdem es bereits im Jahre 2015 rund 59 Tonnen verkauft hatte.“ bto: Klar, dazu kann man einen Goldschatz natürlich auch nutzen: kurz vor dem endgültigen Kollaps noch die letzten Reserven verschleudern.
  • Im Ranking der Notenbanken mit den größten Goldschätzen steht die Bundesbank immerhin auf Platz zwei hinter der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). Auf etwa 8134 Tonnen Gold sollen die Amerikaner kommen, auf 3378 Tonnen die Bundesbank. Das hat historische Gründe: Die Goldvorräte stammen überwiegend aus dem früheren Währungssystem von Bretton Woods und stellten einen Gegenwert zu deutschen Exportüberschüssen der Nachkriegszeit dar.“ bto: Jetzt mal ehrlich: Was ist besser, Gold oder Targetforderungen zu Nullzins? 
  • Mittlerweile ist nach Angaben der Bundesbank mehr als die Hälfte des Goldes, das aus New York und Paris nach Frankfurt gebracht werden soll, hierzulande schon eingetroffen. Über die Umstände des Transports wird allerdings aus Sicherheitsgründen Stillschweigen bewahrt. 2013 war beschlossen worden, dass spätestens bis zum Jahr 2020 die Hälfte des Goldschatzes in Deutschland lagern soll. Das wären also mindestens 1689 Tonnen.“

bto: Am Goldmarkt wird viel manipuliert. Ich denke, es wird bei dem erforderlichen Neustart des Systems eine wichtige Rolle spielen. Und selbst wenn nicht, ist es eine gute Diversifikation.

→ F.A.Z.: „Die Notenbanken der Welt kaufen zusätzlich Gold“, 27. August 2016

16 Kommentare
  1. SMS says:

    Was ich noch nie verstanden habe, ist warum nicht alles deutsche Gold schon längst in Deutschland ist? Da physisches Gold ja eine ultimative Sicherheit darstellt, sollte man auch immer darauf Zugriff haben…
    Was wäre denn, wenn wir uns mit den Amerikanern verkrachen (jüngstes Beispiel Apple in Irland) und uns dann in einer akuten Krise der Zugriff darauf verwehrt wird?
    Wenn bis 2020 die Hälfte unseres Goldes zuhause sein soll, dann haben wir also momentan auf mehr als die Hälfte keinen direkten Zugriff!

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  2. Dietmar Tischer says:

    >Am Goldmarkt wird viel manipuliert. Ich denke, es wird bei dem erforderlichen Neustart des Systems eine wichtige Rolle spielen.>

    Wenn die Notenbanken in steigendem Umfang über längere Zeit Gold kaufen würden, so dass der Preis für alle sichtbar immer wieder neue Höchststände erreichte, könnte es eine noch wichtigere Rolle spielen:

    Es würde den Neustart des Systems HERBEIFÜHREN, weil die Menschen in Inflationsängste verfielen und im Kaufrausch eine nachhaltige Inflation bis hin zu Hyperinflation generierten.

    Dies sei nur als denkbar dahingestellt.

    Ich bin nicht sicher, dass es wirklich so käme.

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