Margin Call für die Weltwirtschaft

Wir haben in dieser Woche – erneut – gesehen, dass wir es mit einem zunehmend überschuldeten und damit fragilen System zu tun haben. Renommierte Institutionen warnen und selbst Jens Weidmann soll die Bundesregierung gewarnt haben. Guter Anlass nochmals zu erläutern, wie ein solcher Margin Call abläuft:

Kennen Sie den Film „Margin Call“? Kevin Spacey spielt den Banker, der seine Händler antreibt, demnächst wertlose Wertpapiere noch schnell zu verkaufen, bevor es die anderen tun. Die Geschichte, auf die der Film anspielt, ist der Anfang der Finanzkrise im Jahr 2008. Treffend lief der Film in Deutschland auch unter dem Titel „Der große Crash“.

Heute stehen wir wieder vor einer solchen Situation: Es reicht ein kleiner Anlass, um alle Investoren in Richtung „Exit“ zu bewegen. Wenn alle nur noch verkaufen wollen, geraten die Assetpreise unter Druck und die, die noch nicht verkauft haben, müssen entweder Eigenkapital nachschießen („Margin Call“) oder verkaufen. Der Absturz ist brutal.

Auslöser für eine solche Kettenreaktion könnten dieses Mal die versiegenden Geldströme sein. Bislang hielt schier unendliche Liquidität die durch Schulden finanzierte Maschine am Laufen. Sich verändernde Geldströme drohen ihr das Schmiermittel zu entziehen.

Mit „Hebel“ nach oben

Wir haben an dieser Stelle schon oft vom gigantischen Schuldenberg geschrieben. Zur Erinnerung: die Welt ächzt unter 200 Billionen US-Dollar Schulden, alleine seit 2007 ist der Berg um 50 Billionen gewachsen. Ein Großteil dieser Schulden ist nicht verwendet worden zur Finanzierung von produktiven Investitionen, sondern zum Ankauf weiterer Assets.

Das funktioniert so: Nehmen wir an, Sie könnten sich eine Aktie zu 100 Euro kaufen, die eine sichere Dividende von 10 Euro pro Jahr bezahlt. (Ja, in der heutigen Zeit undenkbar, aber dazu kommen wir gleich!). Setzen Sie für den Kauf nur Eigenkapital ein, erzielen Sie eine Rendite von 10 Prozent. Attraktiver wäre es, sich 100 Euro von der Bank zu leihen und gleich zwei Aktien zu kaufen. Gibt die Bank sich mit fünf Prozent Zinsen zufrieden, gehen 5 Euro an die Bank und 15 Euro bleiben bei Ihnen. Macht 15 Prozent Rendite. In der Praxis dürfte die Bank noch großzügiger sein und sich mit nur 20 Prozent Eigenkapital zufriedengeben. Sie können sich also zu Ihren 100 Euro noch 400 Euro von der Bank leihen und fünf Aktien kaufen. Von den 50 Euro Dividende gingen dann 20 Euro an die Bank (5 Prozent auf 400) und Ihnen blieben 30 Euro! Eine Rendite von dreißig Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital.

Nun merken auch andere, was für ein gutes Geschäft das ist und geben sich mit Renditen unter 30 Prozent zufrieden, zahlen also mehr für die Aktie. Steigt der Kurs auf 140 Euro, haben Sie nicht nur einen schönen Kursgewinn erzielt, sondern auch wieder erheblich mehr Eigenkapital. Ihre zur Beleihung zur Verfügung stehende „Margin“ erhöht sich dadurch auf 300 Euro (100 plus 200 Kursgewinne). Zwar ist die Dividendenrendite von 10 auf nur noch 7 Prozent gefallen. Doch liegt sie damit immer noch über dem Zinssatz der Bank. Sie leihen sich weitere 840 Euro und kaufen dazu. Dann haben Sie 11 Aktien im Wert von 1540 Euro und Schulden von 1240 Euro. Die Rendite auf Ihr Eigenkapital von 300 Euro sinkt zwar auf 16 Prozent, der Gesamtüberschuss (Dividende minus Zinsen) wächst allerdings von 30 auf 48 Euro. Es lohnt sich, solange mehr Schulden aufzunehmen, wie die Dividendenrendite über dem Zinssatz der Bank liegt. Man spricht vom Hebeleffekt (Leverage).

Das war in den letzten 30 Jahren ein sicheres Geschäft. Die Zinsen sanken von über 10 Prozent auf heute null und die Banken gaben sich mit immer weniger Margin zufrieden. Alle Assetpreise haben davon profitiert: Aktien, Anleihen, Immobilien, Kunst. Die Kreditvergabe der Banken zum Kauf von vorhandenen Assets hat sich in diesem Zeitraum vervielfacht.

Das funktioniert aber nur so lange, wie die Papiere im Wert steigen und der Kreditgeber keinen Nachschuss auf das Eigenkapital („Margin Call“) verlangt. Kann man dann kein Geld nachschießen, muss nämlich verkauft werden. So war die Situation im Film.

Eine solche Situation gab es in den letzten 20 Jahren schon mehrmals. Doch jedes Mal gelang es Notenbanken und Regierungen, einen Kollaps zu verhindern. Mit noch tieferen Zinsen, noch geringeren Eigenkapitalanforderungen, mit der Änderung der Rechnungslegung (Banken zeigen keine Verluste mehr) und schließlich dem direkten Aufkauf der Wertpapiere. Spekulanten hatten immer eine Versicherung, weil es immer Käufer gab, die das Rad am Laufen hielten: die Notenbanken der Welt, die nach einer Studie der Deutschen Bank seit Anfang des Jahrtausends 10 Billionen US-Dollar in die Märkte gepumpt haben; die Schwellen­­länder, die um die Exporte zu steigern, jahrelang ihre eigene Währung geschwächt und dazu andere Währungen aufgekauft haben und die Öl exportierenden Länder, die ihre Überschüsse verlässlich in die Kapitalmärkte des Westens investiert haben.

Das Schmiermittel könnte knapp werden

Diese Geldströme könnten allmählich versiegen. China wird seine Wirtschaft stabilisieren, dazu aber Währungsreserven abbauen. Vom Gipfel, der im ersten Quartal 2014 bei Währungsreserven von 4 Billionen Dollar lag, sind bislang bereits 300 Milliarden Dollar abgeschmolzen. Weitere 510 Milliarden Euro, so schätzen die Analysten von Barclays, wird die People´s Bank of China bis Jahresende auf den Markt bringen. Ölexporteure wie Saudi-Arabien knabbern ihre Ersparnisse an, um die laufenden Ausgaben zu finanzieren. Schwellenländer wie die Türkei leiden unter hohen Auslandsschulden und einer beginnenden Kapitalflucht und Rohstoffexporteure wie Chile durchlaufen eine schwere Rezession. Und die Zentralbank der USA, sucht nach dem richtigen Zeitpunkt, um ihr QE-Programm endgültig beenden.

In Anspielung darauf nennt die Deutsche Bank die vor uns stehende Zeitenwende „Quantitative Tightening“. Sie würde unser schönes Modell des schuldenfinanzierten Reichtums mächtig unter Druck bringen. Zum einen steigen die Finanzierungskosten, weil die Notenbanken vor allem Staatsanleihen aufgekauft haben. Das ist gefährlich, weil der Ertrag unseres oben geschilderten Leverage-Modells schon jetzt kaum über den Finanzierungskosten liegt.

 Mit Hebel nach unten

Gleichzeitig fallen die Vermögenspreise wegen nachlassender Nachfrage und zunehmenden Verkäufen. Sehr schnell sind wir dann am dem Punkt, wo Verkäufe nicht mehr freiwillig, sondern erzwungen erfolgen. Für mich der Hauptgrund für die derzeitigen Turbulenzen.

Natürlich gibt es noch andere Notenbanken, die die Welt mit mehr Liquidität versorgen, allen voran die EZB und die Bank of Japan. Doch so groß deren Aufkaufprogramme auch sind und noch werden, sie reichen nicht, um den Abbau der weltweiten Liquidität zu kompensieren, höchstens um ihn zu verlangsamen.

Die Deutsche Bank erwartet aufgrund dieser Entwicklung vermehrten „Gegenwind“ für die Kapitalmärkte. Ich sehe es kritischer. Auf dem Weg nach oben wirkt Verschuldung stabilisierend. Dabei haben wir mit immer mehr Krediten die Weltwirtschaft immer höher gehebelt. Doch obwohl die Zinsen faktisch auf null gefallen sind, liegen die zu erwartenden Erträge von Kapitalanlagen nur noch geringfügig darüber. Kleine Verluste können also die Märkte ins Rutschen bringen. Auf dem Weg nach unten wirken Schulden dann als Brandbeschleuniger. Knallt es irgendwo – zum Beispiel weil wir eine Zahlungsbilanzkrise wie Ende der 1990er-Jahre in Asien bekommen – stehen die Notenbanken zwar bereit. Doch wie hier bereits diskutiert, könnte es gut sein, dass die Munition alle ist. Dann hätten wir den größten „Margin Call“ der Weltgeschichte.

Selbst wenn Sie als Privatanleger Ihre Investments nie mit Schulden, sondern nur mit Eigenkapital finanziert haben, könnten Sie sich einem breiten Preisverfall aller Assets nicht entziehen. Zeit also, Risiken zu reduzieren. Weniger Schulden und weniger optimistische Annahmen bezüglich der Kapitalrenditen sind angezeigt. Und wenn Kredit für Immobilien, dann sollte die Rate aus dem Mietertrag komfortabel zu bedienen sein und die Kreditsumme auch den konservativst geschätzten Wert des Hauses nicht übersteigen.

→ wiwo.de: „Margin Call für die Weltwirtschaft“, 10. September 2015

23 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Eine solche Situation gab es in den letzten 20 Jahren schon mehrmals. Doch jedes Mal gelang es Notenbanken und Regierungen, einen Kollaps zu verhindern. Mit noch tieferen Zinsen, noch geringeren Eigenkapitalanforderungen, mit der Änderung der Rechnungslegung (Banken zeigen keine Verluste mehr) und schließlich dem direkten Aufkauf der Wertpapiere.“

    Herr Dr. Stelter, warum soll es denn beim nächsten Mal anders sein. Die Regierungen und Notenbanken würden sich ja beim nächsten Mal mit noch mehr Leuten anlegen müssen. Helikoptergeld und alles wird gut. Die politische Führung macht es vor:

    https://www.amazon.de/Why-We-Want-You-Rich/dp/0743562623

    Herr Stöcker hat hier recht: Why we want you rich heißt einfach mehr Schulden = mehr Vermögen. Sieht für mich nicht so aus als würde der margin call fiskal- und geldpolitisch geduldet werden.

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    • Alexander sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Jeder gerettete margin call hatte seinen Preis.

      Nach jedem Durchgang werden ehrliche Kaufleute für ihre Ehtik bestraft und deren Konkurrenz für das moral hazard belohnt. Das bedeutet Marktkonzentration (vgl. Heinsohn, Nullzinstarantella) zulasten ehemals gesunder Strukturen. Jeder der sich zukünftig behaupten will, muss mitmachen.

      Dieses Verhalten gilt nicht nur für Geschäftsführungen, sondern auch für die Mitarbeiter der Unternehmen:
      – Wer während des crash staatliche Garantien erhält, ist der sicherere Arbeitgeber.
      – Wer nach dem crash noch Boni zahlen kann, ist der bessere Arbeitgeber.

      Jeder margin call verändert die Struktur von Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig. Ich betrachte das als Teil der Zombifizierung und das Spiel ist aus, wenn sich keine Opfer zum Plündern mehr finden – denn alles muss refinanziert werden.
      #6 Glaubensbekenntnis, Zinszahlungen entstehen nicht aus dem Nichts, sondern aus realter Wirtschaftsleistung.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        @Alexander: ich teile Ihre Meinung zu 100%, nur war ich da auf jeder Party und bei jedem Meeting nach den „Rettungen“ aufgrund der letzten Schuldenkrise 2008ff. In den letzten Jahren alleine. Abgesehen von zwei Rentnern. Ich befürchte, man wird uns beide beim nächsten mal auch nicht anhören wollen. Weichwährung, wir kommen, lautet wohl eine Devise, dolce vita wohl die andere.

        Ach ja, und ich hoffe für Sie, dass Sie bei Glaubensbekenntnis #6 nicht in eine Debatte über Zinsfehler verwickelt werden.

      • Alexander sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Ein Wirtschaftszombie lebt von kollektiver Haftung (Refinanzierung ~ 0% EzB) und verteilt seine Erträge unter den lokalen Eliten.
        Wirtschaftlicher Erfolg weist Einzelpersonen als Gewinner aus und verschafft ihnen politischen Einfluss (lokal, regional, bundesweit).
        Weil jeder erfolgreich sein muss, verstärkt sich das System bis zum Kollaps, ganz demokratisch.

        Um als Verlierer zu gelten, genügt Stillstand, auch wenn das freie Entscheidung ist – weil es tatsächlich Menschen gibt, die das Ende vorwegnehmen können.

        > …in den letzten Jahren alleine. Abgesehen von zwei Rentnern

        Ja, die Übung dauert schon lange an. Wird die Orientierungslosigkeit aktueller Eliten erst offenbar, haben jungen Menschen mangels Erfahrung welche Alternativen?

        >Glaubensbekenntnis #6 nicht in eine Debatte über Zinsfehler
        Mit ganzem Herzen bin ich Barbar, weil mir die Antworten der Linken aller Schattierungen niemals dieselbe Befriedigung verschaffen konnten.

        „Wir werden niemals zu den STernen reichen“ – http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=379553

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Der Margin Call wird nicht geduldet, weil jeder weiß, was er anrichtet.

      Er wird nicht geduldet mit EINSATZ und immer stärkere AKTIVIERUNG – Notenbanken! – , des Mechanismus, der hohe SYSTEMKONFORMITÄT und AKZEPTANZ hat: Verschuldung.

      Damit läuft man gegen die Wand, irgendwann ist Schluss damit.

      Dann, aber erst DANN muss man sich etwas NEUES einfallen lassen, um ihn zu verhindern, wenn das überhaupt noch möglich ist im Falle eines Margin Calls für die WELTWIRTSCHAFT.

      Ich bezweifle, dass man weiß, wo die Zigarette weggeworfen wird und sich der Flächenbrand PRÄVENTIV verhindern lässt.

      Vermutlich wird man mitten in den Löscharbeiten die Staatsfinanzierung umstellen auf Monetisierung.

      Die Umstellung könnte gelingen, weil alle nach dem Staat rufen werden und in der Not der Teufel Fliegen frisst.

      Wenn das Feuer erloschen ist, werde die Ruinen begutachtet und neu sortiert.

      Ich glaube, dass das der wirklich spannende Moment ist.

      Die 64.000 $ – Frage ist:

      Verlässt man das Schuldgeldsystem?

      Ich glaube es nicht.

      Es hat zu lange zu gut funktioniert.

      Und noch einmal ein Abenteuer auf das überstandene draufzusetzen, erfordert zu viel Risikobereitschaft.

      Das ist jetzt alles Spekulation, also nicht so viel draufgeben.

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  2. RW sagte:

    Der Margin Call ist für jeden Anleger zu händeln. Man kauft Unternehmen mit geringem oder gar keinem Leverage und zukunftsfähigem Geschäftsmodell Stück für Stück an der Börse auf. (Cost-Average Methode). Zielgröße ist jeweils eine Marktkapitalisierung von 0, die aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eintreten wird, weil vorher die Reißleine durch die Notenbanken gezogen werden muss. Reißleine heißt, dass in einem solchen Szenario die Notenbanken selbst zum Aktienkäufer werden müssen. Es wird also immer einen Käufer für werthaltige Aktien geben, die er auch unbegrenzt halten kann. Es ist auch davon auszugehen, dass hauptsächlich Branchen mit hoher Beschäftigung von solchen Aktienkäufen betroffen sein werden. Man zieht damit sozialen Sprengstoff aus dem Verkehr. Neben dieser Planwirtschaft kann der Bereich innovativer Unternehmen, die den technologischen Wandel treiben, dem freien Marktgeschehen überlassen werden. D.h. Anleger werden „gezwungen“ ihr freies Kapital in disruptiv wirkende Unternehmen zu investieren. Alles andere wird wie in der ehemaligen DDR letztlich durch eine Treuhandanstalt abgewickelt.

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  3. RW sagte:

    Der Margin Call, d.h. alles wird gegen Null fallen, wird nicht eintreten, da dann das gesamte System krachend gegen die Wand fährt. Die Notenbanken werden hier eine rote Linie ziehen.

    Die Mischung wird es machen: Es gehören Aktien ins Depot, die nachhaltig eine Dividende ausschütten können und damit Kosten ohne Verkäufe decken können. Zweites Standbein sind Aktien von innovationsfähigen Unternehmen. Diese gilt es frühzeitig zu identifizieren und möglichst größere Positionen hiervon aufzubauen. Wenn diese steigen, verkauft man sie Stück für Stück. Den erzielten Verkaufsgewinn teilt man dann wieder auf die beiden Aktienkategorien auf.

    Kategorie A besteht aus globalen Immobilienaktien in Form von Reits und dividendenstarken Titeln von Branchen mit Perspektive, Kategorie B aus Technologieaktien oder Aktien, die in ihrer Branche disruptiv wirken können z.B. durch Streben nach Marktführerschaft oder sich komplett neu aufstellen können.

    Flexiblität und selbst zur Disruption fähig sein, also auch eine Aktie bei 180 Dollar verkaufen zu können, obwohl sie vielleicht auf 250 (????) Dollar steigen könnte, wird die Maxime des erfolgreichen Anlegers in der Zukunft sein.

    Bei entsprechender Streuung kann man auch mit kleinen Beträgen entsprechenden Erfolg haben. Man muss sich nur bewusst sein, dass man Aktien des Typs A und des Typs B immer wieder austarieren muss. Und vor allem muss man global denken, Looser am Aktienmarkt werden nämlich diejenigen sein, die in Schubladen denken (einmal Daimler, immer Daimler oder ähnliches) und das dann noch voll auf Kredit.

    Antworten
  4. RW sagte:

    Die Strategie des Anlegers muss folgende sein:

    Ich stelle mir ein Portfolio von ausschüttungsfähigen Aktien zusammen:

    Aktien 1 bis x mit einer Rendite von 5 bis 10 % und hoher Ausschüttungsabfolge (monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich). Definition von Investitionsummen zwischen € 1000 und € 10000,–. Man fängt mit € 1000,00 bei Aktie 1, dann Aktie 2 mit € 1000 abzüglich Ausschüttung Aktie 1, dann Aktie 3 mit € 1000,00 abzüglich Ausschüttung Aktie 1 und Aktie 2, usw. Wenn man genug unterschiedliche Aktien dieses Typs hat, kann man Runde 2 starten. Das benötigte Eigenkapital wird von mal zu mal kleiner, da der Zinseszinseffekt zum Tragen kommt. Man muss von € 1000,00 immer weniger selbst beisteuern.

    Ich stelle mir ein Portfolio aus disruptiven Aktien zusammen:

    Den Differenzbetrag zu € 1000,– steckt man in Aktien mit Disruptionspotential. Setzen sich diese durch, erwirtschaftet man eine Rendite deutlich über 10 %. Da man derartige Aktien meist deutlicher günstiger als Typ A-Aktien bekommt, wird die Rendite über die Stückzahl gehebelt.

    Und dann wechselt man je nach Marktlage zwischen A und B hin und her, setzt aus etc.

    Bevor Kritiker kommen und sagen, € 1000 sind viel. Es ist auch mit weniger Geld möglich. Geld muss dann durch Zeit kompensiert werden.

    Was interessiert mich dann noch ein nie eintretender margin call?

    Antworten
  5. michael sagte:

    Der Margin Call würde einen deflationären Schock verursachen. Da wäre eine hohe Bargeldquote gut. Ich fühle mich aber mit einer sehr hohen Bargeldquote nicht wirklich gut. Bargeld ist letztendlich nur Papier und dem Einfluß des Staates unterworfen. Mit dem Staat assoziiere ich ein Raubtier, dass von den Finanzeliten gesteuert seine Bürger ausrauben will.

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