Demnächst Negativzinsen für alle

Dieser Kommentar von mir erschien bei FOCUS:

Mit Christine Lagarde als Nachfolgerin Mario Draghis an der Spitze der EZB ist klar: Die Zinsen im Euroraum werden weiter sinken und die eigentlich unabhängige Notenbank wird noch politischer.

Klarer Gewinner des Postengeschacheres in Europa ist der französische Präsident Macron. Nicht nur konnte er den, nicht nur von ihm als Leichtgewicht angesehenen, Manfred Weber verhindern, es gelang ihm, einen viel wichtigeren Posten für Frankreich zu sichern. Christine Lagarde, frühere Finanzministerin und heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds steht schon immer für die Durchsetzung französischer Interessen und die Politik des billigen Geldes. Daran dürfte sich in ihrer neuen Rolle nichts ändern, im Gegenteil, wir müssen davon ausgehen, dass die Geldpolitik noch aggressiver wird.

Schon jetzt werden weltweit Staatsanleihen im Wert von über 13.000 Milliarden US-Dollar mit negativen Zinsen gehandelt. Die Kreditgeber zahlen den Finanzministern also Geld für das Privileg, ihnen Geld leihen zu dürfen. Ganz vorne mit dabei die Staaten der Eurozone, wo die zehnjährige Staatsanleihe Deutschlands rund -0,3 Prozent erbringt und sogar die zehnjährigen französischen Anleihen, trotz deutlich höherer Schulden und anhaltender Defizite unter die Nullgrenze gerutscht sind. Anleihen mit kürzerer Laufzeit erfordern – von Griechenland abgesehen – eurozonenweit eine Zuzahlung der Gläubiger.

Kein Mangel an Erklärungen für tiefe Zinsen

Hinter dieser Entwicklung steht zweifellos die Politik der Notenbanken der letzten Jahre. Auf jede Turbulenz an den Finanzmärkten, auf jede mögliche Rezession haben die Notenbanken der Welt, angeführt von der US-Notenbank Fed, mit immer dem gleichen Mittel reagiert: noch tieferen Zinsen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, immerhin die Notenbank der Notenbanken, kritisiert dieses „asymmetrische Vorgehen“ schon lange, denn die Zinsen wurden nie wieder auf das ursprüngliche Niveau erhöht. Seit nunmehr 30 Jahren belohnen die Notenbanker die Schuldner und jene, die auf Kredit spekulieren.

Angesichts der zunehmenden Kritik an ihrer Arbeit beeilen sich die Notenbanker, die Verantwortung von sich zu schieben, so die Bank of England, die in einer Studie sieben Faktoren für die tiefen Zinsen verantwortlich macht:

  • Die demografische Entwicklung führt zu einem erhöhten Angebot an Sparkapital, weil immer mehr Menschen für das Alter vorsorgen.
  • Eine zunehmend ungleiche Vermögens- und Einkommensverteilung führt zu mehr Sparkapital, weil Menschen mit höheren Einkommen und Vermögen mehr sparen als der Durchschnitt der Bevölkerung.
  • Die Schwellenländer versuchen, ihre Wirtschaft über eine Stärkung des Exportsektors zu entwickeln. Da Exportüberschüsse immer mit einem Kapitalexport einhergehen, investieren diese Länder in den Kapitalmärkten der Industrieländer und vergrößern so zusätzlich das Angebot an Ersparnissen.
  • Die Sparer sind risikoaverser geworden und deshalb bereit, ihr Geld auch zu tiefen Zinsen anzulegen, statt in andere, risikoreichere aber potenziell rentierlichere Anlagen auszuweichen. Oder sie werden – wie im Falle der Versicherungen – von der Regulierung in diese Anlagen gezwungen.

Diesem Angebot an Kapital steht nach Einschätzung der Experten eine sinkende Nachfrage gegenüber:

  • So sind in den letzten Jahren die Preise von Investitionsgütern deutlich gefallen, was unter anderem auf die digitale Revolution zurückzuführen ist. Deshalb benötigen Unternehmen weniger Kapital, um ihre Investitionen zu finanzieren.
  • Derweil sind die Investitionen der Staaten deutlich zurückgegangen, was an der schon bestehenden hohen Schuldenlast der Staaten liegt.
  • Das geringere Wirtschaftswachstum, verursacht durch den Rückgang der Erwerbsbevölkerung und deutlich geringere Produktivitätszuwächse, wirkt zusätzlich dämpfend auf Investitionen.

Fazit: Mehr Ersparnisse und weniger Investitionen führen dazu, dass – so die Prognose der Bank of England – die Zinsen noch für weitere 15 Jahre tief bleiben.

Notenbanken führen in die Überschuldung

Getrost darf davon ausgegangen werden, dass sich die Notenbanken bewusst sind, dass sie erheblichen Anteil an der Entwicklung der Zinsen haben, egal was für Studien das Gegenteil belegen. Ihr „asymmetrisches Vorgehen“ hat uns letztlich dahin geführt, wo wir heute stehen: in eine Welt, die noch nie so hoch verschuldet war wie heute und diese Schuldenlast nur tragen kann, wenn sie fast nichts kostet.

Die steigende Schuldenlast ist dabei kein Zufall, sondern zwingende Voraussetzung, um die Illusion, dass die bestehenden Schulden, bedient werden, aufrechtzuerhalten. Die Nebenwirkung gehört also dazu, wenn man unser Schuldgeldsystem eine Runde weiter bekommen möchte. Genauso wie die Nebenwirkung immer höherer Assetpreise, da Geld, das zunehmend weniger kostet, zwangsläufig die Besitzer von Vermögenswerten begünstigt. Nichts anderes steht hinter der von Piketty und Co. kritisierten Abkopplung der Vermögen von den Einkommen. Ohne zunehmende Verschuldung gibt es keine weiter steigenden Vermögenspreise. Blasen sind so gesehen keine zufälligen Ereignisse, sondern gehören zwangsläufig dazu.

Eurozone besonders problematisch

Besonders groß sind die Probleme in der Eurozone. Nur dank der Zinssubvention der EZB mit dem Versprechen, alles zu tun, konnten Staaten wie Portugal, Spanien und Italien halbwegs stabilisiert werden. Ohne die implizite Garantie der EZB für alle (Staats-)Schulden einzustehen, wäre der Euro schon längst Geschichte.

Rufen wir uns die entscheidenden Gründe für die Eurokrise und die anhaltenden Probleme in Erinnerung. Die da waren:

  1. Wir hatten einen privaten Verschuldungsboom, der zu der Krise in Portugal, Spanien und Irland führte.
  2. Wir haben ein Staatsschuldenproblem in Griechenland, Italien und auch Portugal und zunehmend auch in Frankreich.
  3. Im Zuge des Kreditbooms haben die europäischen Banken zu viele Kredite gegeben, die nun nicht mehr einbringlich sind.
  4. Aufgrund der geringen Kapitalbasis verzögern die Banken eine Bereinigung der faulen Kredite und lassen deshalb zunehmend Zombie-Unternehmen am Leben, die wiederum das Wirtschaftswachstum dämpfen.
  5. Bekanntlich hat sich die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Euroraumes deutlich auseinander bewegt und Länder wie Italien und Portugal sind nicht mehr, sondern weniger wettbewerbsfähig als im Jahr 2008.

Eine Lösung für diese Probleme ist nicht in Sicht, weil sie von der Politik kommen müsste. Ohne Schuldenschnitte – mit entsprechenden Verlusten für die Gläubiger – und einer Neuordnung der Eurozone, also Austritten von Ländern die im Euro ihre Wettbewerbsfähigkeit nie und nimmer wieder erreichen werden, wird es nicht gehen. Da die Politiker sich weigern, diesen Weg zu gehen, bleibt die EZB noch mehr als die anderen Notenbanken gezwungen, den Außenwert des Euro zu drücken und Geld immer billiger zu machen.

Das Problem dabei: Europa rutscht immer mehr in das „japanische Szenario“ einer jahrzehntelangen Stagnation mit explodierender Verschuldung, ohne zugleich eine homogene und leidensbereite Gesellschaft wie die japanische zu sein. Deshalb werden die politischen Spannungen immer mehr zunehmen und am Ende droht der chaotische Zerfall der Eurozone, allen Gelddruckbemühungen der EZB zum Trotz.

Die Notenbanken in der Ecke

Die Notenbanken haben sich in eine ausweglose Situation manövriert. Die Angelsachsen würden sagen:„They painted themselves into a corner.”

  • Sie haben es mit einer Rekordbewertung der Assetmärkte zu tun. Ursache sind tiefe Zinsen und ein Rekord-Leverage. Die Börsen dürften relativ zum BIP nicht nur in den USA den höchsten Stand der Geschichte erreicht haben, sondern weltweit.
  • Sie haben es mit einer Rekordverschuldung der Realwirtschaft zu tun.
  • Sie befinden sich in einem Währungskrieg miteinander. Immer darauf achtend, dass der Wert der eigenen Währung nicht zu stark steigt.
  • Sie stecken im Dilemma, Inflation nicht zulassen zu dürfen, sie eigentlich aber anzustreben, um die Schulden real zu entwerten.
  • Sie müssten eigentlich die Zinsen deutlich erhöhen, um sie in der nächsten Krise ausreichend senken zu können, wissen aber, dass es eine überschuldete Weltwirtschaft und ein auf Leverage gebautes Kartenhaus schlecht verkraften, wenn die Zinsen steigen.
  • Sie haben es mit einer weitgehend dysfunktionalen Politik zu tun. In den USA beschließt man am Höhepunkt des Aufschwungs Steuersenkungen und Infrastrukturprogramme auf Kredit und bricht zugleich einen globalen Handelskrieg vom Zaun. In Europa veranstaltet die EU eine Strafaktion gegen Großbritannien, um andere Länder von ähnlichen Ausstiegsüberlegungen abzuhalten. Gleichzeitig wird eine wirkliche Lösung der Eurokrise verschleppt, was daran liegt, dass man sich mit Scheinlösungen beschäftigt.

Die Notenbanken sind nicht unschuldig an dieser Situation. Mitleid ist deshalb nicht angezeigt.

Endspiel oder nächste Runde?

Das führt zu der spannenden Frage, ob die nächste Krise schon das Endspiel einleitet. Oder fällt den Notenbanken gar noch etwas ein, um das System eine Runde weiter zu bekommen und allen ein paar weitere angenehme Jahre steigender Vermögenspreise, stabiler Konjunktur und Wohlstandsillusion auf Pump zu ermöglichen?

Dass Notenbanker und Politiker über dieses Thema intensiv nachdenken, zeigt die Flut an Testballons, die in den letzten Jahren aus der akademischen Welt lanciert wurden. Glaubt jemand ernsthaft, dass Institutionen wie der IWF nur theoretische Fingerübungen machen, wenn sie Studien und Arbeitspapiere veröffentlichen? Ich nicht. Vor allem dann nicht, wenn die bisherige Chefin dieser Institution an die Schalthebel der EZB kommt.

Die Liste der in die Diskussion gebrachten Ideen ist durchaus in sich konsistent. Es geht darum, den Notenbanken den Weg zu noch negativeren Zinsen und weiteren umfangreichen Liquiditätsspritzen zu ermöglichen und zugleich die Fluchtmöglichkeiten aus dem System zu begrenzen:

  • Kampf gegen das Bargeld: Schon seit Jahren läuft eine Kampagne gegen die Nutzung von Bargeld. Zunächst haben Ökonomen wie der ehemalige Chefvolkswirt des IWF, Kenneth Rogoff, dafür plädiert, Bargeld möglichst weitgehend abzuschaffen, vordergründig, um Schattenwirtschaft und Kriminalität zu bekämpfen. Dann wurde der 500-Euro-Schein abgeschafft, was die Lagerkosten für Bargeld deutlich erhöht. Nun kam der IWF mit der Idee, Bargeld zu versteuern für den Fall, dass es auf dem Bankkonto Negativzinsen gibt. All dies passt zu dem Szenario einer geplanten Entwertung von Geld und damit von Forderungen und Schulden.
  • Kampf gegen das Gold: Passend dazu erklärt der IWF in einem weiteren Arbeitspapier, dass Gold ein destabilisierender Faktor für die Wirtschaft ist. Dies ist natürlich richtig, wenn man ein System unterstützt, in dem beliebig viel Liquidität geschaffen werden kann und soll, um die Wirtschaft zu beleben. Da nirgendwo eine Rückkehr zum Goldstandard erkennbar ist, fragt man sich schon, wieso der IWF gerade heute mit diesem Thema kommt. Ein Grund könnte sein, damit eine solide Finanz- und Geldpolitik (wie sie in der guten alten Zeit von Deutschland betrieben und gefordert wurde) zu diskreditieren. Ein anderer, die moralische Argumentation für eine Einschränkung privaten Goldbesitzes zu liefern. Denn Gold ist das ultimative Geld, in das man flüchten kann und sollte, angesichts dessen, was uns bevorsteht. Wer denkt, ein Verbot privaten Goldbesitzes sei undenkbar, der sei an die deutsche, aber auch US-amerikanische Geschichte erinnert!
  • Kapitalverkehrsbeschränkungen: Passend dazu werden Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs in Abhängigkeit vom Umfeld als geeignetes Instrument gesehen, um Krisen vorzubeugen und Finanzmärkte zu stabilisieren. Dabei sind sie unvermeidbar, wenn man die Flucht der Sparer verhindern will. Fallen Bargeld und Gold als Ausweichmöglichkeiten weg, muss nur noch die Flucht in ausländische Währungen abgewendet werden, um die Sparer unter Kontrolle zu bekommen.
  • Monetarisierung der Schulden: Sind Ausweichreaktionen unter Kontrolle gebracht, kann man sich auf die „Lösung“ des Schuldenproblems konzentrieren. Da ist zunächst die schon länger diskutierte „Monetarisierung“ der Schulden. Gemeint ist, dass die Notenbanken die aufgekauften Schulden von Staaten und Privaten einfach annullieren. Sie könnten sie auch einfach für hundert Jahre zins- und tilgungsfrei stellen, was ökonomisch auf das Gleiche hinausliefe. Beobachter gehen davon aus, dass eine solche Maßnahme, so sie denn einmalig bleibt, keine Gefährdung für den Geldwert darstellte. Was wirklich passiert, wird man sehen. In Japan, das uns auf dem Weg der Monetarisierung einige Jahre voraus ist, dürfte es schon in wenigen Jahren dazu kommen.
  • Helikopter-Geld: Das Entsorgen der Altschulden über die Bilanzen der Notenbanken dürfte zur Lösung der Probleme nicht genügen. Die Zombies wären weiter da, die ungedeckten Verbindlichkeiten der Staaten blieben ungedeckt, die Produktivitätsfortschritte wären immer noch schwach und die Erwerbsbevölkerungen schrumpfen weiter. Das Wachstum bliebe also zu gering, um soziale Spannungen zu mindern. Die Antwort darauf liegt in staatlichen Konjunkturprogrammen, direkt von den Notenbanken finanziert. In Anlehnung an Milton Friedman spricht man von „Helikopter-Geld“. Das wird in diesem Fall nicht aus Helikoptern abgeworfen, sondern dem Staat geschenkt, damit der es unter die Leute bringt, zum Beispiel, indem er investiert. Auch hier mehren sich die Stimmen in der Wissenschaft, die in diesem Vorgehen das Normalste aller Dinge sehen.
  • Modern Monetary Theory (MMT): Doch warum eigentlich nur im Krisenfall den Staat direkt von der Notenbank finanzieren lassen? Wäre es nicht ohnehin besser, wenn man den Staat dauerhaft und großzügig direkt von der Notenbank finanzierte, anstatt wie heute den Umweg über die Geschäftsbanken zu gehen? Vorreiter dieser Überlegungen, bezeichnen es als „Modern Monetary Theory“. Als Skeptiker müsste man anführen, dass es so „modern“ nicht ist, wurde es doch schon in der Weimarer Republik ausprobiert. Die Befürworter sehen das natürlich ganz anders. Ihnen zufolge können Staaten, die die Kontrolle über die eigene Notenbank haben (also z. B. die USA, aber eben nicht Italien) so viel neu geschaffenes Geld ausgeben, wie sie wollen, solange die Wirtschaft unausgelastete Kapazitäten hat, sowie innovativ und produktiv genug ist, um alle Wünsche zu erfüllen! Und sollte dennoch Inflation drohen, müsste der Staat über Steuern nur einen größeren Teil des Geldes, das er in den Kreislauf gebracht hat, wieder entziehen. So gesehen, waren Zimbabwe, Venezuela und Weimar-Deutschland auf dem richtigen Weg und haben nur bei der Besteuerung nicht richtig aufgepasst.

Nachdem sie sich selbst in die Ecke manövriert haben, werden die Notenbanken in der nächsten Krise – die nicht eine Frage des „Ob“, sondern nur des „Wann“ ist – alles auf eine Karte setzen. Das Endspiel steht bevor und Christine Lagarde wird nicht davor zurückschrecken, das ganze Arsenal an Maßnahmen, das sich der IWF und andere ausgedacht haben, anzuwenden. Schwer vorstellbar, dass der Euro das übersteht. Schwer vorstellbar, dass man das als Sparer unbeschädigt übersteht. Raus aus Euro und Zinspapieren kann da nur die Antwort lauten.

Kommentare (84) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Peter Ziemann sagte:

    Ich sehe die Ernennung von Christine Lagarde eher als einen weiteren Coup der Franzosen, endlich die Kontrolle über Deutschland übernehmen zu können. Schließlich war vor dem Euro die Deutsche Mark die „Atomwaffe Deutschlands“. Jetzt besitzt Frankreich gleich zwei: Die Force de Frappe und die währungspolitische Kontrolle über Europa – und insbesondere Deutschland. Jetzt kommt wirklich das von Frankreich angestrebte Versailles ohne Krieg, das mit dem Vertrag von Maastricht bereits vorbereitet wurde. Wenn Deutschland einfach nicht direkt an Frankreich zahlen möchte, dann eben über den Umweg der Währung.

    PS: Ich habe das weiter in dem Beitrag „Frankreichs Traum – Währungskontrolle ist Deutschland-Kontrolle“ https://ztac.de/de/xt_blog/frankreichs-traum-waehrungskontrolle-deutschland-kontrolle ausgeführt. Dass Lagarde die Null- bzw. Negativ-Zinspolitik ihres Vorgängers fortführen wird, halte ich persönlich für zweitrangig.

    PPS: Dass Ursula von der Leyen als „Kompromiss“ das Amt der Kommissions-Präsidentin ausfüllen soll, ist auch ein Coup von Macron – nämlich eine inkompetente und total gescheiterte Politikerin in eine Führungsposition zu bringen – um sie besser anleiten und kontrollieren zu können.

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    Petra Kehren sagte:

    Sofern noch jemand weiter in diesem Thread liest :
    An Frau Finke-Röpcke und ihre Diskussionskollegen gerichtet.

    Nachdem ich mich der hier gegenständlichen Thematik nun auch schon einige Jahre widme und zunehmend die Lust verliere, einerseits ständig präzisere und elaboriertere Hinweise auf kommende Ungemütlichkeiten mindestens im €-Raum zu finden und andererseits wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, habe ich mich in den vergangenen Monaten mit der möglichen Investition in eine Immobilie außerhalb der EU beschäftigt.

    Die soll etwas liquide dem europäischen Zugriff entwinden und zugleich Freude bereiten. Deshalb konzentriert sich die Suche auf eine klimatisch angenehmen Zone, die den Winter schöner macht. Größte Schwierigkeit ist naturgemäß, einen wirtschaftlich und rechtlich maximal stabilen Raum zu finden, der zugleich eine anständige Gesundheitsversorgung, faire Steuerbedingungen und bezahlbare Preise bereithält.

    Die Suche über den gesamten Globus führte zu einem unerwarteten Ergebnis, das sich durch gründliche Due Diligence aber bestätigt hat.
    Wer mag, dem sende ich die Ergebnisse (insgesamt rund 13 Seiten mit Links) gern per Mail zu.
    projekt.wintersonne@posteo.de
    Anmerkung an Herrn Dr Stelter:
    Das ist ausdrücklich keine gewinnorientierte oder gewerbliche Angelegenheit. Sende Ihnen das gern zur Prüfung zu.
    Beste Grüße PK

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    Richard Ott sagte:

    @Horst

    Jetzt machen Sie sich lächerlich. Wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass man philosophische oder ökonomische Konzepte jeweils nur in dem Zeitraum auf gesellschaftliche Entwicklungen beziehen darf, in dem die Urheber der Konzepte lebten?

    Dann bin ich ja gespannt, wann die Linken damit aufhören, Marxismus, Stalinismus oder (in Koalition mit Grünen) Steinzeitkommunismus a la Pol Pot zu predigen…

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    • Avatar
      Horst sagte:

      „Jetzt machen Sie sich lächerlich. Wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass man philosophische oder ökonomische Konzepte jeweils nur in dem Zeitraum auf gesellschaftliche Entwicklungen beziehen darf, in dem die Urheber der Konzepte lebten?“

      Selbstverständlich. Alles andere von (insbesondere) Ökonomen (Historikern) oder Philosophen (nicht auszuschließen ist, dass diese auch allgemeingültige Theorien entwickelt haben) vergangener Tage zu erwarten, ist, um bei Ihnen zu bleiben, lächerlich. Eines hatten diese wohl gemeinsam: Sie waren keine Hellseher.

      Im Gegensatz zu Frau Palmer, die mit ihrem getrübten Blick durch die Glaskugel die Diskussion auf diesem Blog bereichert.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „dass man philosophische oder ökonomische Konzepte jeweils nur in dem Zeitraum auf gesellschaftliche Entwicklungen beziehen darf, in dem die Urheber der Konzepte lebten?“
        >“Selbstverständlich.“

        Jetzt weiß ich echt nicht mehr, ob Sie mich nur auf den Arm nehmen wollen oder doch so extrem links sind, dass Sie Ihren Quatsch tatsächlich glauben.

        Wenn Sie mit Ihrer Theorie von der Zeitkontextualität abstrakter Konzepte zur Lebenszeit ihrer Erfinder Recht haben, dann ist ja alles super: Vor und nach Schumpeters Lebzeiten gab es also Ihrer Meinung nach gar keine „kreative Zerstörung“, die Sie so sehr fürchten?

        Bonusfrage für Berliner Lifestyle-Kommunisten: Gab es auch noch die „Ausbeutung des Proletariats“, nachdem Marx gestorben war? Wieso hat Lenin auch im 20. Jahrhundert immer weiter vom Marxismus geredet, obwohl er das Ihrer Meinung nach ja gar nicht gedurft hätte, weil Marx doch schon tot war?

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        Horst sagte:

        Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Marx beobachtete die Gegenwart und verband diese mit Gelesenem und Gehörtem aus der Vergangenheit.

        Das schließt nicht aus, dass die „Ausbeutung des Proletariats“ (warum explizit dieses Konzept abstrakt sein soll, erschließt sich mir nicht) auch zukünftig weitergehen konnte und/oder kann. Hat er das vorausgesehen? NEIN, denke ich. Hielt er es für wahrscheinlich? JA, denke ich, aufgrund seiner Beobachtungen.

        Nochmals: Die von Ihnen gewünschte kreative Zerstörung mittels Wegbrechens von Refinanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen durch einen niedrigen Leitzinssatz (obwohl ich diese Bedingung auch infrage stelle) hat nichts, aber auch gar nichts mit der kreativen Zerstörung zu tun, die Schumpeter angesprochen hat.

        Dass Sie diesen feinen Unterschied nicht in der Lage zu erkennen sind, verwundert mich nicht.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Ahh, für Marx und die angeblich „wissenschaftliche Lehre“ des Marxismus gelten natürlich andere Standards als für den bösen Schumpeter und seine gefürchtete „kreative Zerstörung“. Sehr schön linkes Doppeldenk!

        „Die von Ihnen gewünschte kreative Zerstörung mittels Wegbrechens von Refinanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen durch einen niedrigen Leitzinssatz (obwohl ich diese Bedingung auch infrage stelle) hat nichts, aber auch gar nichts mit der kreativen Zerstörung zu tun, die Schumpeter angesprochen hat.“

        Na dann erklären Sie mir mal den Unterschied. Ich bin gespannt.

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    ruby sagte:

    Ein Hinweis auf zwei konträre Machtpositionen (Neoliberal vs. Sozialkeynesianismus, um höflich zu bleiben) die um die Vorherrschaft kämpfen und ich befürchte, daß wir in unseren kleinteiligen Währungswelten dort nicht mehr vorkommen
    https://www.taxresearch.org.uk/Blog/2019/06/26/facebook-libra-and-the-threat-it-poses-to-government-as-we-know-it/
    Dort werden Zeitdimensionen anvisiert die mit Negativzinsen plus MMT gegen Taxes/Steuern und Souveränität der Staaten arbeiten.
    Meine Frage:
    What about a krypto “gesetzliches Zahlungsmittel” from direct state institutions but no currencies from centralbank and also not useable outside the country aka no possisbility to flow out of the system with the balance of payments?

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      Richard Ott sagte:

      @ruby

      What about a krypto “gesetzliches Zahlungsmittel” from direct state institutions but no currencies from centralbank and also not useable outside the country aka no possisbility to flow out of the system with the balance of payments?

      Total unattraktiv. Wer will denn freiwillig so ein Schmalspur-Währungsersatz-Instrument benutzen? Da sind ja sogar die Facebook-Totalüberwachungs-Taler besser (die eher an Paypal erinnern als an eine Kryptowährung), weil immerhin weltweit für Transaktionen nutzbar.

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    Michael sagte:

    Hallo H. Stelter, Sie sagen raus aus € und Zinspapieren. Wie stehen Sie zu kurzlaufenden Staatsanleihen in Usd, GBP , NOK, CAD etc

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  6. Avatar
    Michael sagte:

    Hallo H. Stelter, Sue sagen raus azs € und Zinspapieren. Wie stehen Sie zu kurzlaufenden Staatsanleihen in Usd, GBP , NOK etc

    Antworten
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    Michael Stöcker sagte:

    „Mit Christine Lagarde als Nachfolgerin Mario Draghis an der Spitze der EZB ist klar: Die Zinsen im Euroraum werden weiter sinken und die eigentlich unabhängige Notenbank wird noch politischer.“

    Mit ODER OHNE Christine Lagarde als Nachfolgerin Mario Draghis an der Spitze der EZB ist klar: Die Zinsen im Euroraum werden weiter sinken und die eigentlich unabhängige Notenbank wird noch IMPOTENTER, weil sich die Fiskalpolitik verweigert.

    Wer im Jahre 2019 immer noch dem Aberglauben einer AKK anhängt, dass die Zentralbank aktiv das Zinsniveau steuert, der liest zu viel Micky Maus (aka den Finanzteil von FAZ & Co). Um es noch einmal klar und deutlich zu formulieren: Der natürliche Zins wird durch die REALwirtschaft determiniert. Die Zentralbank passt daraufhin die Leitzinsen REAKTIV an: https://zinsfehler.com/2013/09/06/allmachtsfantasien-zur-zinssetzungshoheit/

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      Michael Stöcker sagte:

      Auch insofern muss ich Ihnen heute ganz entschieden widersprechen, wenn Sie schreiben:

      „Hinter dieser Entwicklung steht zweifellos die Politik der Notenbanken der letzten Jahre.“

      N E I N, NEIN und nochmals nein: Hinter dieser Entwicklung steht zweifellos die Politik der schwarzen Null der letzten Jahre sowie die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung. Das mit der Einkommens- und Vermögensverteilung hat ja inzwischen sogar Niall Ferguson erkannt: https://youtu.be/1JV16Uj2wfg?t=2120

      LG Michael Stöcker

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >„Hinter dieser Entwicklung steht zweifellos die Politik der Notenbanken der letzten Jahre.“

        N E I N, NEIN und nochmals nein: Hinter dieser Entwicklung steht zweifellos die Politik der schwarzen Null der letzten Jahre sowie die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung.>

        Jetzt werden Sie mal nicht hysterisch.

        Dr. Stelter spricht nicht von Deutschland und der EZB, sondern von den Notenbanken (Mehrzahl!).

        Die Aussage bezieht sich zudem auf den GESAMTEN Absatz zuvor u. a. mit „weltweit Staatsanleihen im Wert von über 13.000 Milliarden US-Dollar, die mit negativen Zinsen gehandelt werden.

        Wollen Sie wirklich sagen, dass diese Summe weltweiter Staatsanleihen AUSSCHLIESSLICH einer schwarzen Null zu verdanken sei, die es fiskalisch in der Welt gegeben habe in den letzten Jahren?

        Wollen Sie wirklich sagen, dass z. B. Frankreich, das ebenfalls bei diesen 13.000 Milliarden US-Dollar dabei ist und das als notorischer Defizit-Sünder, in den letzten Jahren eine schwarze Null gefahren habe?

        Hier zu einer ganz GROSSEN „schwarzen Null“, zugegeben ohne Negativ-Zinsen für die Staatsanleihen.

        Wollen Sie sagen, dass die USA mit einer STEIGERUNG des Staatsdefizit von 10.851,08 Mrd. US-Dollar (2007) auf 22.050,22 Mrd. US-Dollar (2018) – bereits der 12. Platz im Ranking der Staaten mit der höchsten Staatsverschuldung – und DEMNACH einer Schuldenquote von rund 105,8 Prozent der Wirtschaftsleistung (2018) diese erreicht habe, OHNE die Fed?

        Hier die US-Zahlen:

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1975/umfrage/staatsverschuldung-der-usa/

        Fazit:

        Die Notenbanken stehen „hinter der Entwicklung“ von negativen Zinsen, wenn keine Staatsdefizite gefahren werden (nominell Deutschland) und wenn Staatsdefizite gefahren werden (Frankreich, keine schwarze Null), und sie sind auch dabei, wenn hohe Staatsdefizite gefahren werden (mit keinen negativen Zinsen, wie in USA).

        Die Notenbanken sind IMMER dabei.

        Nochmals:

        Ich bin bei Ihnen, wenn es um die seit Jahrzehnten sinkenden langjährigen Zinsen geht.

        Diese Entwicklung liegt URSPRÜNGLICH nicht bei den Notenbanken.

        Aber zu behaupten, dass die Notenbanken nicht beteiligt seien – insbesondere nicht bei der Assetinflation und damit der UNGLEICHEN Vermögensverteilung –, sondern dass das Volumen von Anleihen mit negativen Zinsen ALLEIN einer schwarzen Null zuzurechnen sei, geht zu weit.

        Mäßigen Sie sich.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @Dietmar Tischer

        „Wollen Sie wirklich sagen, dass diese Summe weltweiter Staatsanleihen AUSSCHLIESSLICH einer schwarzen Null zu verdanken sei, die es fiskalisch in der Welt gegeben habe in den letzten Jahren?“

        Nein, das will ich nicht sagen und habe ich auch nicht geschrieben. Vielleicht lesen Sie meinen Kommentar noch einmal verständig und reflektieren in aller Ruhe das Geschriebene. Dann werden auch Sie feststellen, dass ich NICHT monokausal argumentiere und auch NICHT ausschließlich aus der Sicht der EZB. Ich habe lediglich die zwei wichtigsten Gründe genannt. Das schließt nicht aus, dass es weitere Gründe hierfür gibt, auf die ich an anderer Stelle hier am Blog immer mal wieder hingewiesen habe.

        „Aber zu behaupten, dass die Notenbanken nicht beteiligt seien – insbesondere nicht bei der Assetinflation und damit der UNGLEICHEN Vermögensverteilung –, sondern dass das Volumen von Anleihen mit negativen Zinsen ALLEIN einer schwarzen Null zuzurechnen sei, geht zu weit.“

        Es ist Aufgabe der Politik gegen unerwünschte Vermögensverteilungseffekte vorzugehen. Diese ergeben sich ganz automatisch aufgrund sinkender Zinsen. Und wie sie selber betonen, ist der Trend zu sinkenden Zinsen seit vielen Jahren zu beobachten. Wo man den ZBen eine Vorwurf machen kann ist die Tatsache, dass sie sich nicht für ein striktes Trennbanken System mit deutlich höheren EK-Anforderungen einsetzen. Aber auch das ist letztlich eine Aufgabe der Politik. Und nicht zu vergessen die Erbschaftssteuer. Sie sorgt für eine Nivellierung der „UNGLEICHEN Vermögensverteilung“ und beschränkt den Leverage beim Kredit.

        LG Michael Stöcker

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    Zweifler sagte:

    @SFR
    So ist es. Man muß flexibel bleiben und im entscheidenden Moment den richtigen Riecher haben. Argentinien, Türkei, Venezuela haben kein Goldverbot erlassen, weil es vermutlich nichts bringt. Im Gegensatz zu Roosevelts Zeiten hat Gold an Bedeutung verloren. In meinen Augen kommen in der nächsten großen Krise zwar keine „Verbote“, dafür aber harte Besteuerungen/Enteignungen jeglicher Vermögen. Das ist viel, viel effizienter und leichter durchführbar, da nennenswerte Vermögen jeglicher Art heute dem Staat bekannt sind.

    Antworten
    • Avatar
      Zweifler sagte:

      Angeblich hat Anlagegold nur mehr einen Anteil von 1,3% an den Vermögen, Aktien 16% und Immobilien 51%.
      Als Staat wüßte ich schon, wo ich zuerst hinlange.

      Antworten
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    Horst sagte:

    „Der „kleine Sparer“ ausgeraubt von der EZB – ist echt kapitalistisch und wäre doch etwas für die SPD : – )“

    Würde der kleine Sparer (und auch die Politik) verstehen, dass ein KREDITGELDSYSTEM KEIN SPARGELDSYSTEM sein kann, müsste sich die SPD auch nicht um den kapitalistischen Raub durch die EZB kümmern.

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    Groundhog sagte:

    Wer verhindert eigentlich auf welche Weise, dass sich die Leute in Immobilien flüchten? Bargeld böse, Gold böse, Kapitalverkehr böse, immobilien süß wie Zucker?

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Groundhog

      Wieso „flüchten“?

      Kredite sind günstig, die Immobilie ist etwas Handfestes („Vermögenshardware“) und wer will denn immer wieder in der Mieterschlange dreimal um den Block herum stehen?

      Beispielhaft:

      55 m² Eigentumswohnung (Neubau, mittlerer Standard), in drittklassiger Lage, per S-Bahn 40 min. zum Marienplatz in München (wenn die fährt) für EUR 450.000,-.

      Da weiß man, was man hat.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Markus

        Stimmt, ich habe nicht alles explizit gesagt, weil ich dachte, dass jeder das auf Basis eines geteilten Grundverständnisses einordnen kann.

        Das mit dem geteilten Grundverständnis ist offensichtlich nicht der Fall.

        >Wieso „flüchten“?> meint:

        Die Leute kaufen FREIWILLIG Immobilien mit – unterstellt – nicht nur, aber auch starken Gefühlspräferenzen“, etwa wie diesen: Da habe ich etwas Konkretes, kann ich nicht rumgeschubst werden, sicheres Rückzugsgebiet in einer unsicheren Welt, Zinsen + Tilgung ist „Miete an mich bezahlt“, kein schlechtes Geschäft, Preise steigen ja …

        Ich unterstelle dies auch bei einem Teil der Leute, die an sich rechnen können und bei anderen Dingen sehr rational handeln, im Beruf z. B.

        >Beispielhaft und 55 m² …> meint:

        Bei näherer Betrachtung und Vergleichen mit dem, was einmal „normal“ war, sind obigen „Gefühlspräferenzen“ ein SCHLECHTES Geschäft hinsichtlich der LEBENSQUALITIÄT, d. h. Wohnungsgröße, Finanzierungkosten (bei durchschnittlichem Eigenkapital), Fahrzeit zum Arbeitsplatz in der Stadtmitte.

        Aber mit PRESTIGE im hier vorliegenden Fall: Der Ort ist einer jener, die immer wieder genannt werden, wenn die Rede davon ist, wo die Reichen in Deutschland leben (hat nichts mit meinem Wohnort zu tun).

        >Da weiß man, was man hat.>

        Das ist ironisch gemeint.

        Was man WIRKLICH hat, wenn man diesem Szenario entsprechend lebt:

        Vermutlich einen ÜBERDURCHSCHNITTLICH bezahlten, möglicherweise auch sehr interessanten Job (Weltkonzerne in München), HERAUSRAGENDES kulturelles Angebot, ATTRAKTIVE Landschaft (Seen, Alpen).

        Was man allerdings kaum hat:

        Die ZEIT, die Glamour-Angebote um den Job herum zu nutzen.

        Man muss vielmehr strampeln, um beruflich nicht abzustürzen, möglichst mehr Geld zu verdienen (Wettlauf mit der Steuer), um sich das in ALLEM teure Leben leisten zu können.

        In der Summe:

        Aus meiner Sicht eine Lebenswelt, wo die Gelassenheit fehlt, weil die Balance nicht stimmt und zu viel „Image“ die Abläufe bestimmt.

        Die Ausnahme könnte der Job sein.

        Wer mit sehr guter Ausbildung, viel Ehrgeiz und Ausdauer eine internationale Bühne sucht, kann hier fündig werden (noch).

  11. Avatar
    Felix sagte:

    „mündelsicher“

    Mündelsicher gem. BGB bezieht sich auf die sichere Anlage von Vermögen durch einen „jeden oder jede“. Wer also keinen Plan aber ein Mündel mit Geld hat, soll sich daran halten. Für einen testamentarisch festgelegten Vermögensverwalter gilt das so natürlich nicht. Aber dieser ist moralisch gehalten, solches Vermögen überaus sicher zu verwalten und nicht damit hoch spekulativ tätig zu sein. Daher die rein sprachliche Verwendung des Begriffs „mündelsicher“ auch für besonders solide Aktien.

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  12. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >Klarer Gewinner des Postengeschacheres in Europa ist der französische Präsident Macron …. Es gelang ihm, einen viel wichtigeren Posten für Frankreich zu sichern. Christine Lagarde, frühere Finanzministerin und heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds steht schon immer für die Durchsetzung französischer Interessen und die Politik des billigen Geldes. Daran dürfte sich in ihrer neuen Rolle nichts ändern, im Gegenteil, wir müssen davon ausgehen, dass die Geldpolitik noch aggressiver wird.>

    Das ist die These:

    Macron → Lagarde → gemeinsam FÜR französische Interessen → noch aggressivere Geldpolitik für die DURCHSETZUNG französischer Interessen → Überschrift: Demnächst Negativzinsen für ALLE

    EMPIRIE:

    >Rufen wir uns die entscheidenden Gründe für die Eurokrise und die anhaltenden Probleme in Erinnerung. Die da waren:
    1. Wir hatten einen privaten Verschuldungsboom, der zu der Krise in Portugal, Spanien und Irland führte.
    2. Wir haben ein Staatsschuldenproblem in Griechenland, Italien und auch Portugal und zunehmend auch in Frankreich.
    3. Im Zuge des Kreditbooms haben die europäischen Banken zu viele Kredite gegeben, die nun nicht mehr einbringlich sind.
    4. Aufgrund der geringen Kapitalbasis verzögern die Banken eine Bereinigung der faulen Kredite und lassen deshalb zunehmend Zombie-Unternehmen am Leben, die wiederum das Wirtschaftswachstum dämpfen.
    5. Bekanntlich hat sich die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Euroraumes deutlich auseinander bewegt und Länder wie Italien und Portugal sind nicht mehr, sondern weniger wettbewerbsfähig als im Jahr 2008.>

    Bei diesen ENTSCHEIDENDEN (!!) Gründen der Eurokrise kommt die EZB überhaupt nicht vor.

    Denn richtig:

    Die Eurozone ist ein POLITISCHES Projekt und KEINES der EZB.

    Daher:

    Wenn die Probleme der Eurozone Probleme wegen der KONSTRUKTION der Eurozone sind – eben ein politisches Projekt – → können sie auch NUR durch ein politisches Projekt gelöst werden.

    Bestätigung:

    >Eine Lösung für diese Probleme ist nicht in Sicht, weil sie von der Politik kommen müsste. Ohne Schuldenschnitte – mit entsprechenden Verlusten für die Gläubiger – und einer Neuordnung der Eurozone … wird es nicht gehen. >

    STATTDESSEN Empirie Vergangenheit (EZB, Draghi):

    >Nur dank der Zinssubvention der EZB mit dem Versprechen, alles zu tun, konnten Staaten wie Portugal, Spanien und Italien halbwegs stabilisiert werden. Ohne die implizite Garantie der EZB für alle (Staats-)Schulden einzustehen, wäre der Euro schon längst Geschichte.>

    Vermutliche Empirie ZUKUNFT (EZB, Lagarde):

    Da die Politiker sich weigern, diesen Weg zu gehen, bleibt die EZB noch mehr als die anderen Notenbanken gezwungen, den Außenwert des Euro zu drücken und Geld immer billiger zu machen.

    Bewertung des Artikels:

    Man kann ja der Meinung sein, dass Macron und Lagarde FRANZÖSISCHE Interessen verfolgen.

    Man kann dem Artikel nach NICHT der Meinung sein, dass Macron und Lagarde NUR französische Interessen verfolgen, wenn die Draghi-Politik fortgesetzt wird – auch verschärft mit Negativzinsen für alle fortgesetzt werden wird. Denn diese Politik hat Länder mit hoher privater Verschuldung und hohe Staatsverschuldung wenigstens halbwegs STABILISIERT (siehe oben: Irland, Portugal, Spanien, Italien)

    Man MUSS dem Artikel nach vielmehr der Meinung sein, dass Macron und Lagarde etwas für die EUROZONE tun, wenn die EZB diese Länder, die wie andere auch ihre Probleme nicht SELBST lösen können, WEITERHIN stabilisiert oder das zumindest versucht.

    Der Artikel ist als Macron/Lagarde-Bashing wegen NATIONALER französischer Vorteilsnahme NICHT schlüssig.

    Ich sage damit nicht, dass getan werden MUSS, was die EZB vermutlich unter Lagarde tun wird.

    Ich sage nur, dass man sich angesichts der Tatsache das die Politik nachhaltig UNFÄHIG ist, entscheiden MUSS:

    SOLL die EZB die Eurozone hops gehen lassen, oder soll sie weiter stabilisieren?

    Erst WENN man sich für das eine oder andere ENTSCHIEDEN hat, kann man sagen, welche INTERESSEN Macron/Lagarde verfolgen.

    AUSSCHLIESSLICH französische Interessen sind es in KEINEM Fall.

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    • Avatar
      troodon sagte:

      @ D.T.
      „AUSSCHLIESSLICH französische Interessen sind es in KEINEM Fall.“ Zustimmung, „SOLL die EZB die Eurozone hops gehen lassen, oder soll sie weiter stabilisieren?“, dies müsste tatsächlich die Politik entscheiden.

      Dazu die aktuellen Gedanken von AKK zur EZB Politik (aus der SZ: „Kramp-Karrenbauer fordert Überprüfung der EZB-Politik“):
      „Man müsse „für die Zukunft schauen, ob man nicht die Niedrigzinsphase ein Stück weit einbremsen muss“. Der Effekt der Niedrigzinsen sei unter anderem deshalb problematisch, weil gerade Menschen mit klassischen Spareinlagen – darunter viele in Deutschland – davon nicht profitierten. „Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass wir in der Geldpolitik weiter Spielraum haben, aber gleichzeitig die Geldpolitik nachhaltig und sehr sensibel anpassen.“

      Weil deutsche Anleger an ihrer falschen, da zu wenig in Sachwerte investierenden, Vermögensanlage festhalten sollen, möchte AKK die EZB Zinspolitik ändern.

      Kein Wort zu den daraus entstehenden Folgen für die Eurozone.

      Keine Wort zu einer möglichen Förderung eines anderem Anlageverhaltens , Modifizierung/Abschaffung der schwarzen Null für mehr Investitionen und Steuerentlastungen…
      Bei der aktuellen Schuldenquote von 60%, könnte bei einem NOMINALwachstum von 2% die Neuverschuldung rd. 40 Mrd. € betragen, ohne dass die Schuldenquote ansteigen würde.

      Gute Nacht D.

      Ich hoffe man wird sich in der CDU/CSU auf einen anderen Kanzlerkandidaten einigen können…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        D’accord.

        Nur als Ergänzung:

        Geringe positive Zinsen auf dem klassischen Sparbuch sind ja noch zu verkraften, wenn die Inflation so niedrig ist, wie sie ist.

        Bei Negativ-Zinsen, die aufs Sparbuch durchschlagen, sieht es natürlich anders aus.

        Die Überlegungen von AKK zur EZB-Politik entspringen m. A. n. der Erkenntnis, dass es schwierig wird mit dem Projekt „Auferstehung der CDU als VOLKSPARTEI“, wenn das Volk von Unruhe rund ums Sparbuch ergriffen wird.

        Eignet sich hervorragend, die nächste Massenbewegung zu generieren.

        Der „kleine Sparer“ ausgeraubt von der EZB – ist echt kapitalistisch und wäre doch etwas für die SPD : – )

        >Ich hoffe man wird sich in der CDU/CSU auf einen anderen Kanzlerkandidaten einigen können…>

        Ich meine, dass Sie hoffen dürfen.

        Leute wie Stoiber und andere plädieren für eine Mitgliederbefragung bei der Nominierung des/der nächsten Kandidaten/in.

        Kommt es dazu, wird es F. Merz.

        Er wird es aber auch nicht schaffen, die CDU wieder zu einer 40% -Partei zu machen.

        Er würde aber ganz sicher nachdenken, ob er so etwas wie „Niedrigzinsphase einbremsen“ sagen sollte.

        Er würde es nicht sagen und zwar schon deshalb nicht, weil auch er weiß:

        Es wäre ein VERSPRECHEN, das er nicht einhalten könnte.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ D.T.
        „Er würde es nicht sagen und zwar schon deshalb nicht, weil auch er weiß:

        Es wäre ein VERSPRECHEN, das er nicht einhalten könnte.“

        Auch deshalb empfinde ich die Aussage von AKK erschreckend. Weiß sie es denn nicht?

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        „Bei der aktuellen Schuldenquote von 60%, könnte bei einem NOMINALwachstum von 2% die Neuverschuldung rd. 40 Mrd. € betragen, ohne dass die Schuldenquote ansteigen würde.“

        Das stimmt schon. Aber aktuell haben wir in Deutschland eher Nullwachstum als nominal 2%.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        Na dann sehen Sie sich mal die Inflationsrate in D im bisherigen Verlauf 2019 an zzgl. 0,4% gemeldeten realem BIP Wachstum in Q1.
        Bei „nahe 2%“ Zielinflation wäre 1,2% Neuverschuldung bei 60% Schuldenquote mittelfristig ein sinnvolles Ziel. Aber selbstverständlich nicht, um Sozialleistungen aufzustocken. Deshalb Schuldenbremse „modifizieren“.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        „wäre 1,2% Neuverschuldung bei 60% Schuldenquote mittelfristig ein sinnvolles Ziel. Aber selbstverständlich nicht, um Sozialleistungen aufzustocken. Deshalb Schuldenbremse „modifizieren“.“

        Dazu bräuchten wir aber vertrauenswürdige Politiker, die so eine modifizierte Schuldenbremse nicht gleich wieder dazu nutzen würden, die Sozialleistungen zu erhöhen sondern stattdessen sinnvolle Investitionen realisieren würden. Kennen Sie irgendeinen?

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        Aktuell ist für mich die Politiklandschaft leider extrem trostlos. Insofern hoffe ich/muss ich hoffen, dass sich in der CDU nach AKK (Spahn ?)wieder etwas entwickelt.
        Beibehaltung der schwarzen Null ist für mich trotz dieser Trostlosigkeit und der daraus entstehenden Risiken bzgl. weiterer Aufstockung von Transferleistungen keine Option.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >Beibehaltung der schwarzen Null ist für mich trotz dieser Trostlosigkeit und der daraus entstehenden Risiken bzgl. weiterer Aufstockung von Transferleistungen keine Option.>

        Sie haben an einem anderen Thread – habe nicht mehr parat wo, war wohl Disput mit M. Stöcker – sehr gut differierend etwas zur schwarzen Null gesagt. Ich konnte damals Ihrer Auffassung uneingeschränkt zustimmen.

        Hier nicht.

        Meine Meinung:

        Die schwarze Null ist NUR dann keine Option, konkreter:

        Man SOLLTE sie aufgeben, wenn die Mehrverschuldung des Staats für Investitionen und NUR für Investitionen genutzt wird.

        Keinen Cent Verschuldung für mehr Umverteilung – JETZT.

        Warum?

        Ich bin der Meinung, dass wir so oder so uns ZUKÜNFTIG mehr als heute verschulden MÜSSEN für Umverteilung, um die Gesellschaft einigermaßen zusammenzuhalten.

        Wenn das so ist, dann sollte man den Spielraum der Verschuldung, den der Staat hat, nicht einschränken – es sei denn für Investitionen, um dadurch dem Umverteilungsbedarf der Zukunft zu MINDERN.

        Die Politiklandschaft ist so wie Sie sie beschreiben – trostlos, sorry:

        extrem trostlos.

        Das liegt jedoch hauptsächlich an der Bevölkerung, die sich über Nebensächlichkeiten wie „Spitzenkandidaten“ aufregt, aber anscheinend keine Ahnung hat, was aller Wahrscheinlichkeit nach noch auf sie zukommen wird.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ D.T.
        “ NUR für Investitionen genutzt wird.“
        Da bin ich insofern tatsächlich anderer Auffassung, da die von mir genannten 40 Mrd. p.a. m.E. durchaus auch teilweise für eine komplette Umgestaltung der Sozialsysteme genutzt werden sollten, um die unsinnig hohen Abgabenbelastungen (Steuern/Sozialabgaben/Wegfall Transferleistungen) von teilweise über 100% in bestimmten niedrigen Einkommensbereichen zu reduzieren. Wir hatten hier auf bto zum Glück dieses Thema vor einigen Wochen.
        Dies nicht, um soziale Wohltaten zu verteilen, sondern um deutlich stärkere Anreize zu setzen, durch Mehrleistung auch spürbar mehr Netto zu bekommen. So platt es klingt, „Leistung muss sich lohnen“, muss auch in diesem Einkommensbereich gelten.
        Peichl vom ifo Institut hatte dazu Vorschläge gemacht, die aus meiner Erinnerung heraus zunächst nur wenige Mrd. € kosten würden. Aufgrund der deutlich höheren Konsumneigung in diesem Einkommensbereich würden sich die Ausgaben mittelfristig wahrscheinlich zu einen hohen Anteil selbst finanzieren.

        Anreize zu setzen ist für mich ganz wesentlich, damit die theoretische Chance besteht, dass es hoffentlich vielen gelingt sich dadurch weniger abhängig von den Transferleistungen zu machen. Mit den vielfach geringen Einkommen sind ansonsten Transferleistungen auch im Alter unausweichlich.

        Wenn diese Umgestaltung zunächst kostet, aber die Leistungsbereitschaft erhöht und damit notwendige Transferleistungen in der Zukunft reduziert, ist dies für mich ebenso sinnvoll, wie die ohne Frage notwendigen Investitionen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich verstehe:

        Sie wollen mit der Verschuldung das Sozialsystem heute so umgestalten („ nicht Verteilung, sondern INVESTITION ins Sozialsystem), damit in Zukunft WENIGER Umverteilung erforderlich ist.

        Das ist das Äquivalent meiner Auffassung, mit Verschuldung heute MEHR öffentlich zu investieren, um in Zukunft WENIGER umverteilen zu müssen.

        Wir haben dasselbe Ziel, wollen es aber auf unterschiedlichen Wegen erreichen.

        Der Schwachpunkt Ihres Ansatzes:

        Die HÜRDE ist zu HOCH, Sie werden die Mehrheit nicht bekommen, im Sozialsystem andere Anreizsysteme zu schaffen. Denken Sie an Schröder und Hartz IV. Diese Lektion hat JEDE Partei gelernt.

        Der Schwachpunkt meines Ansatzes:

        Die Verteilungsmentalität wird nicht gebrochen, es wird – wenn es gut läuft – nur etwas weniger umverteilt als umverteilt werden müsste, wenn nicht investiert würde. Die Hürde ist leichter zu überwinden als die Ihres Ansatzes, aber dafür der Effekt geringer, wenn man sie übersprungen hat.

        Fazit:

        Sie sind MUTIGER als ich und sehen die Gesellschaft POSITIVER als ich, soweit es dieses Veränderungspotenzial betrifft.

        D’accord?

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ D.T.
        Einverstanden.

        Manchmal habe ich optimistische Stunden ;)

        Aufgrund der aktuellen Trostlosigkeit in der Politik, ist es aber wohl eher eine Illusion.

  13. Avatar
    sensortimecom sagte:

    Die o.g. „Studie der Bank of England“ ist kompleter Unsinn – ausgenommen der letzte Punkt wo vom geringeren Wirtschaftswachstum insbes. in den westlichen Ländern die Rede ist. Sie sagt aber nichts über die eigentliche Ursache dieser bereits seit der Jahrtausendwende andauernden Schwäche. Sie basiert schlicht und ergreifend auf der Tatsache, dass es eine zunehmende Erschöpfung sowohl der materiellen als auch der geistigen Ressourcen (IPR, Patentrecht etc.) gibt. Die letzten 100 Jahre waren wohl eine singulare Epoche in der gesamten Menschheitsgeschichte, und es existiert KEINE Wirtschaftstheorie, die mit der neu entstandenen Situation umgehen könnte.

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  14. Avatar
    foxxly sagte:

    …… merken sie sich eines: das system will immer an deine arbeitskraft und an dein erspartes.
    u.a.: aus der rentenkasse fließen auch seit dieser negativzinsregel/gesetz, negativzinen ab!! sehr wahrscheinlich auch bei allen anderen sozialkassen.
    wählt endlich diesen verbrecherladen ab! die politik ist verantwortlich für diese vorgänge!

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    • Avatar
      Starchild sagte:

      @foxxly genau so ist es .
      Drum haben die deutschen Staatsanleihen negative Zinsen , kein normaler Investor platziert da – aber die Lebens-und Rentenversicherung wo man mehr einzahlt als rausbekommt. So simpel eigentlich ! Während der Schlafmichel meint mit Diskussionen würde sich irgendwas bessern . Ich dann mal weg ;)

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  15. Avatar
    Zweifler sagte:

    „…japanische Szenario“ einer jahrzehntelangen Stagnation mit explodierender Verschuldung, ohne zugleich eine homogene und leidensbereite Gesellschaft wie die japanische zu sein…“

    Was ich nie verstanden habe, ist das „japanische Szenario“ und daß es den Japanern mit ihrer zwanzigjährigen Stagnation und niederen Zinsen so schlecht gehen soll.
    Mein Eindruck ist, daß die Japaner in den letzten zwanzig Jahren ziemlich gut gelebt haben, aber dieser Eindruck ist wohl meiner Unwissenheit geschuldet?

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    • Avatar
      Christian Hu sagte:

      Es gibt halt wenig Wachstum, aber die Arbeitslosenzahl ist niedrig. Die Reallohnentwicklung ist etwa so schlecht wie in anderen westlichen Ländern, aber leicht unter unserem Niveau (kaufkraftbereinigt noch weiter unter unserem Niveau).

      Da die Produktivitätsentwicklung seit 1991 etwa auf deutschen Niveau liegt, haben vermutlich auch in Japan primär die Vermögenden von den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte profitiert – der Gini-Koeffizient legt aber nahe, dass die Vermögen noch verhältnismäßig gleich verteilt sind (D: 28, J: 34, USA: 42)

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      troodon sagte:

      @ Zweifler
      „daß es den Japanern mit ihrer zwanzigjährigen Stagnation und niederen Zinsen so schlecht gehen soll.“
      „Schlecht“ sagt bzw. schreibt wer?

      Antworten
      • Avatar
        Zweifler sagte:

        @troodon,
        es wird halt immer das Schreckgespenst Japan an die Wand gemalt. Könnten Sie mir bitte erklären, was seit Jahrzehnten so furchtbar in Japan ist?

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Zweifler
        Es ist m.E. eher die Angst, dass es ZUKÜNFTIG den großen Knall gibt, z.B. das Vertrauen in den Yen massiv sinkt, Kapitalflucht einsetzt, Inflation deutlich steigt, dadurch Verarmung breiter Bevölkerungsschichten entsteht etc.

        Es ist und bleibt ein großes Experiment mit ungewissen Ausgang.

        Aber „schlecht“ geht es Japanern im Schnitt aktuell sicher nicht.

        Japan hat ggü. der Eurozone den riesigen Vorteil einer recht homogenen Bevölkerung.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Zweifler

        Stagnation heißt halt, dass der Kuchen, den man verteilen kann, nicht größer wird. Wenn der Kuchen schon hinreichend groß ist, ist das kein Grund für Schreckensszenarien oder das Herausholen der großen rhetorischen Keule.

        Es bringt aber insbesondere für Politiker ein großes Problem: Es gibt keine neue Verteilungsmasse zum Umverteilen. Wer Verteilungsversprechen machen will, um gewählt zu werden, muss entweder anderswo etwas wegnehmen – oder neue Schulden machen, mit den langfristig möglicherweise extrem negativen Konsequenzen, die troodon beschrieben hat.

  16. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Schwer vorstellbar, dass man das als Sparer unbeschädigt übersteht. Raus aus Euro und Zinspapieren kann da nur die Antwort lauten.“

    Das ist auf alle Fälle schon mal richtig. Es kann aber mittelfristig auch bedeuten, raus aus Bargeld und im Inland deponierten Gold.

    Antworten
    • Avatar
      Zweifler sagte:

      @SFR
      Ok, nix wie raus, selbst aus Gold. Haben Sie eine Idee, ob und wo man überhaupt noch reingehen sollte?

      Antworten
      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Zweifler:

        Eine sehr gute Frage, die ich ähnlich wie der bekannte und wesentlich kompetentere Herr Dr. Markus Krall beantworten würde: im nicht EU-Ausland, vor allem außerhalb der Eurozone. Das heißt, wenn möglich ein Depot mit Aktien und kurzlaufenden Anleihen in US-$, Kanadische $, Singapur $, Neuseeländische und australische $, darüber hinaus auch etwas Edelmetalle dort. Aber außerhalb der Jurisdiktion Deutschland bzw. der Eurozone. Natürlich sind auch die Schweiz, Liechenstein, mit Einschränkungen Hongkong oder nach dem Brexit das Vereinigte Königreich denkbar.

        Das hängt aber vom Einzelfall ab. Wenn Sie ein Lebensmittelgeschäft haben, kann vielleicht die Anlage in lagerfähigem marktgängigen Whisky sinnvoll sein. Als Automechaniker legen sie es evtl. in lagerfähigen wertvollen Ersatzteilen an, die keiner Vermögensabgabe unterworfen werden. Wenn Sie ein Ferienhaus auf einer griechischen Insel als Zweitwohnsitz haben, die dortige Sprache sprechen und mit deren Politikern und Finanzbehördenvertretern persönlich gut bekannt sind, haben Sie evtl. vor einer Vermögensabgabe dort nichts zu befürchten und kommen mit einem Erstwohnsitz dann besser zurecht als in Deutschland. Auswandern aus Europa ist eine weitere Möglichkeit, die sich aber auch nur für eine Minderheit eignen dürfte.

        Die meisten Normalbürger in Mitteleuropa werden es allerdings schwer haben, vor allem, weil sie idR unvorbereitet sind. Es gibt kein Patentrezept, denn mit beispielsweise 100.000 € Ersparnissen brauchen Sie nicht auf die Cayman Islands fahren. Entscheidend ist, dass Sie sich vor zwei Dingen schützen: der Inflation nach extremen EZB-Maßnahmen und der staatlichen deutschen Vermögensabgabe zur Rekapitalisierung der Bundesbank nach Abschreibung der weitgehend wertlos gewordenen Targetsalden nach Zerfall der Währungsunion. Die erste entwertet ihre Nominalwerte wie Anleihen, die zweite stibitzt ihnen die Realwerte wie Immobilien.

        Das allerwichtigste ist aber eine eigene Meinung, denn vielleicht habe ich völlig unrecht und Herr Stöcker und andere hier auf dem Blog haben recht. Vielleicht leben meine Urenkel noch mit dem Euro. Wichtig ist und bleibt eine selbst erarbeitete Meinung für die persönliche Lebenssituation.

      • Avatar
        Frank sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke.
        „… im nicht EU-Ausland, vor allem außerhalb der Eurozone. Das heißt, wenn möglich ein Depot mit Aktien und kurzlaufenden Anleihen in US-$, Kanadische $, Singapur $, Neuseeländische und australische $,….“

        Hier stellt sich mir allerdings die Frage, warum das sicher sein soll. Zumindest, solange das Depot bei einer europäischen Bank liegt. Was sollte eine Regierung davon abhalten, Wertpapierdepots mit Vermögensabgaben zu belegen oder gleich ganz zu pfänden? Dürfte ähnlich einfach sein, wie Schließfächer mit privaten Goldreserven zu plündern oder Immobilien mit Sonderabgaben zu belegen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        Susanne, ich habe am Wochenende mein Whiskeylager begonnen zu sortieren. Bei diesem Asset benötigen Sie die notwendigen Flächen und Lagerortbedingungen, diese sind bestimmende Kostenartenbestandteile, die Grund und Boden sowie Immobilien beinhalten, egal ob Eigentum oder Einmietung.
        Whiskey ist in der Herstellung ein einmaliges, nicht exakt reproduzierbare Ergebnis. Die Preisentwicklung bezieht sich auf eine Zeitspanne von zehn bis 50 Jahren bei Qualitätswhiskeys.
        Meine Preisentwicklungsbeobachtung für einen mittleren Maccallan in 15 Jahren wäre:
        1 Liter damals zu 60 DM/30€ heute 95€/190Dm grob geschätzt, also 300% Steigerung in 15 Jahren entspräche 20%per Anno. Aber das war die Vergangenheit und wenn in Spanien die Eichenbäume alle abgebrannt sind gibt es Probleme bei der Faßherstellung, dem wesentlichen Geschmacksgeber. Ausserdem ist es beschränkter Markt im Volumen und den Örtlichkeiten, der nicht das Schuldenvolumen balancieren kann.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ SFR
        „der staatlichen deutschen Vermögensabgabe zur Rekapitalisierung der Bundesbank nach Abschreibung der weitgehend wertlos gewordenen Targetsalden nach Zerfall der Währungsunion. “
        Die Bundesbank benötigt grundsätzlich kein EK, eine Rekapitalisierung wäre somit nicht zwingend notwendig.
        Zudem habe ich meine Zweifel an „weitgehend wertlos gewordenen Targetsalden nach Zerfall der Währungsunion.“ Die würden dann evtl. als Forderungen gegen anderen NZB weiterhin in den Büchern der BuBa stehen.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @troodon: Ihre Aussage ist falsch. Die Bundesbank verfügt ausweislich des testierten Geschäftsberichts zum 31.12.2018 über ein Grundkapital von 2,5 Mrd. € sowie über zum Eigenkapital zählende Rücklagen von 3,246 Mrd. €. Alles andere sind Verbindlichkeiten, Rückstellungen bzw. der einmalige Gewinn, über dessen Verwendung ich nichts weiß. Diskutieren kann über die Behandlung des „Ausgleichposten für Neubewertung“ von 118,5 Mrd. €.

        Die „sonstigen Forderungen“ innerhalb des Eurosystems, im Wesentlichen das was der Volksmund Target II nennt, belaufen sich auf 966,3 Mrd. €. Wenn auch nur ein Viertel wertlos wird, hat die Bundesbank einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag. Und der muss irgendwie gedeckt werden, sonst stehen die Einlagen der Banken im Feuer. Der Vorteil einer Notenbank ist natürlich, dass sie die Geldschöpfungsregeln in der Hand haben, aber selbst durch Neuschaffung von Geld zahlen es über die Entwertung der Ersparnisse der bereits vorhandenen Geldbesitzer alle.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @ruby: Daher habe ich die Wörter „Lebensmittelgeschäft“ und „vielleicht“ verwendet. Das sollte ein Beispiel sein. Für den normalen Anleger ist das nichts, weil er kein Profi ist. Ein Schreiner bunkert vielleicht Edelhölzer für den Möbel- und Instrumentenbau, ein Schlosser eventuell Edelstahl. Ich weiß es nicht und ich kann auch keine Ratschläge geben. Entscheidend ist, dass es ein realer Wertgegenstand ist, der keine allgemein bekannte Wertaufbewahrungsfunktion hat wie Gold oder Immobilien. Vermutlich ist selbst Silber und Palladium schon besser, aber das kann Ihnen niemand sagen. Sie müssen einfach Hinweise wie hier von Dr. Stelter zur geistigen Vorbereitung eines Goldverbots seitens des IWF ernst nehmen und vor der breiten Masse umschichten. Immobilien waren ein Superinvestment in den letzten Jahren. Aber jetzt kommt der politische Gegenschlag gegen die Wertsteigerungen: vom Berliner Mietendeckel über „Enteignet Deutsche Wohnen & Co“ über die Grundsteuer bis zur CO2-Steuer für fossil beheizte Objekte. Gold ist jetzt vermutlich noch eine gute Einstiegsgelegenheit, denn das Goldverbot wird erst diskutiert werden, wenn die Hütte schon ziemlich brennt. Wichtig ist, dass Sie flexibel bleiben und die aktuellen politischen Tendenzen beobachten, denn es ist eine politische Entscheidung, wer künftig welchen Anteil der Zeche bezahlen soll. Und die kann Ihnen niemand vorher sagen, denn die hängt von unzähligen Variablen ab.

      • Avatar
        Christian Hu sagte:

        @SRP:

        Wenn die BuBa ein privates Unternehmen wäre, hätten Sie recht. Sie ist aber nun einmal eine Zentralbank und dort ist die Eigenkapitalausstattung prinzipiell egal, da sie immer solvent ist. Theoretisch könnte sie sogar mit negativen Eigenkapital Ausschüttungen an den Bund leisten, wenn man das so vereinbart.

        @troodon:
        Nur eine kleine Richtigstellung: Die Bundesbank hält im Rahmen des Target 2-Systems immer Forderungen gegenüber der EZB (=Geld) und nicht gegenüber den NZBen.

      • Avatar
        Markus sagte:

        @SFR:
        Vielen Dank für ihren guten Kommentar.

        Realwerte im Ausland sind aber auch nicht ohne Risiko:

        Zukünftige
        – Personenverkehrskontrolle-
        – Politik in dem jeweiligen Land
        – Krieg

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Christian Hu
        Forderung gegen EZB ist mir bei Target2 klar. SFR schrieb aber „nach Zerfall der Währungsunion“, sprich in einer Zeit nach der EZB. Da könnte es dann sein, dass die alten Target2 Salden als Forderungen gegenüber NZB in der BuBa Bilanz auftauchen.

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    Zweifler sagte:

    „Da nirgendwo eine Rückkehr zum Goldstandard erkennbar ist“

    Das neue Fedmitglied in spe Judy Shelton ist Anhängerin des Goldstandards und bringt diesen wieder ins Spiel.

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    Horst sagte:

    „Die Kreditgeber zahlen den Finanzministern also Geld für das Privileg, ihnen Geld leihen zu dürfen.“

    Es wird in der Regel KEIN VORHANDENES Geld verliehen. Das Geld wird „geschöpft“, im Gegenzug hält man mündelsichere Assets.

    Das erinnert hanebüchen ein wenig an Fricke (Staatsschulden in Form von Anleihen als Altersvorsorge – grandios):

    „(Was wir natürlich auch nicht wollen, weil dann ja keiner mehr Staatspapiere als Altersvorsorge halten kann.)“

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-in-deutschland-der-spaltpilz-der-gesellschaft-a-1273361.html

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      Richard Ott sagte:

      @Horst

      „mündelsichere Assets“

      Tja, in den 80er und 90er Jahren waren auch die Aktien von deutschen Stromversorgungsunternehmen noch mündelsicher. „Witwen- und Waisenpapiere“ nannte man die damals. Das hat der Staat schon erfolgreich geändert, sogar noch bevor uns Prophetin Greta die Wahnsinnige erschienen ist.

      Was für Mündel haben Sie eigentlich zu bekümmern, als dass Sie das Investment in Anleihen mit negativer nominaler Verzinsung für geeignet halten? Haben Ihre Mündel so viel Vermögen, dass sie sonst auf dem Girokonto (in der Regel immerhin noch 0,0% Verzinsung nominal) über die Versicherungsgrenze des Einlagensicherungsfonds kommen?

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        Christian Hu sagte:

        @Richard Ott:

        Aktien waren mündelsicher? Das glaube ich im Leben nicht, vielmehr brauchten Sie wohl einen Grund, um auch diese Diskussion auf Greta und die Energiewende beziehen zu können.

        Bei mündelsicherer Anlage geht es – wie der Name schon sagt – um Sicherheit, nicht um Rendite. Die Verzinsung hat also auch 0,0 mit der Eigenschaft zu tun.

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Hu

        „Aktien waren mündelsicher? Das glaube ich im Leben nicht, vielmehr brauchten Sie wohl einen Grund, um auch diese Diskussion auf Greta und die Energiewende beziehen zu können.“

        Aber sicher doch, Sie junger Hüpfer. Schauen Sie sich mal einen Chart von VEBA oder VIAG aus den 1980er Jahren an, dann verstehen Sie, was ich meine. Und seien Sie nicht beleidigt, nur weil ich die Prophetin ein bisschen verspottet habe.

        „Die Verzinsung hat also auch 0,0 mit der Eigenschaft zu tun.“

        Nein. Risiko und Rendite stehen immer im Zusammenhang miteinander. Davon abgesehen: Wie viel Negativzins sind Sie oder Ihre Mündel bereit, für eine (scheinbar) supersichere Anlage zu zahlen so lange Bargeld zu 0,0% verzinst wird und nicht verboten ist?

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Christian Hu und Richard Ott:

        Ich empfehle zur Anlage von Mündelgeldern die Lektüre §§ 1806 und 1807 BGB.

      • Avatar
        Christian Hu sagte:

        @SRP

        danke für die Konkretisierung.

        @Hrn. Ott:

        Mündelsicherheit hat mit Kursentwicklungen nichts zu tun, sondern ist gesetzlich definiert. Aktien erfüllen nun einmal die Eigenschaft nicht.

        „Nein. Risiko und Rendite stehen immer im Zusammenhang miteinander.“

        Richtig, und 1+1 = 2. Hat aber beides mit mündelsicherer Anlage nichts zu tun.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        §1806 BGB
        „Der Vormund hat das zum Vermögen des Mündels gehörende Geld verzinslich anzulegen, soweit es nicht zur Bestreitung von Ausgaben bereitzuhalten ist.“

        Ich bezweifle, dass sich die Verfasser des Paragraphen jemals hätten vorstellen können, dass Zinsen auf sichere Anlagen negativ werden können. Sobald das der Fall ist, ergibt ja die ganze Rechtsnorm keinen Sinn mehr, dann kann man auch alles in Bargeld halten und ist zur Bestreitung von Ausgaben voll liquide bei gleichzeitig höchstmöglicher (=0) nominaler Rendite.

        @Christian Hu

        „1+1 = 2“
        Immerhin können wir uns darauf einigen. Aber gilt auch in jedem Fall 2+2=4? Was ist, wenn die inneren Parteikader bestimmt haben, dass da „5“ herauskommen soll?

      • Avatar
        Ištar sagte:

        @ Richard Ott

        Sie kennen die Orwell Szene aus 1984, wo der Angeklagte so lange nach der Anzahl der Finger gefragt wird bis er versteht, dass es keine objektiv richtige Antwort gibt?

        Das heutige Orwellszenario gibt sich nicht mit banalen Fingern zufrieden, im Namen der Freiheit fordert man weniger komplizierte Treuebeweise:
        https://www.youtube.com/watch?v=4MbMv-pqDZ0

      • Avatar
        Christian Hu sagte:

        „Immerhin können wir uns darauf einigen. Aber gilt auch in jedem Fall 2+2=4? Was ist, wenn die inneren Parteikader bestimmt haben, dass da „5“ herauskommen soll?“

        Ich kann nur mutmaßen, was Sie hiermit überhaupt sagen wollen – vielleicht setze ich zuhause mal meinen Aluhut auf und rufe die Astrologin an.

        Übrigens geht Bargeld nicht, aber Spareinlagen einer Sparkasse wären in Ordnung.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Nein. Risiko und Rendite stehen immer im Zusammenhang miteinander. Davon abgesehen:“

        Richtig, Herr Ott.

        Nun erkennen jedoch selbst Sie, wie sicher und stabil (ergo: mündelsicher) das Konstrukt EU offensichtlich ist, wenn die Anleihen einzelner Staaten negativ sind.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Nicht wenn die Preise und damit auch die Zinssätze über Regulierungsmaßnahmen und Zentralbanken-QE manipuliert sind.

        Da könnten Sie mir auch nächstes Jahr erzählen, dass in Berlin der Wohnungsmangel offenbar aufgehört hat, weil ja die Wohnungsmieten gar nicht mehr steigen. (Außer natürlich die Schwarzmarkt-Mieten…) ;)

        PS: Der Staat hat ein offensichtliches Eigeninteresse daran, Staatsanleihen immer für „mündelsicher“ zu erklären, egal wie hoch das tatsächliche Risiko und wie stark manipuliert die Zinsen sind. Das hat bei jeder Staatspleite zu massiven Verlusten für die Mündel geführt.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Nicht wenn die Preise und damit auch die Zinssätze über Regulierungsmaßnahmen und Zentralbanken-QE manipuliert sind.“

        Bzgl. der geäußerten Manipulationstheorien, empfehle ich, bei Braunberger vorbeizuschauen, um die Gründe für tiefe Zinsen zu erforschen:

        https://blogs.faz.net/fazit/2014/09/03/warum-die-zinsen-niedrig-sind-4515/

        Die Zentralbanken, um es kurz zu machen, reagieren auf makroökonomische Trends demnach. Sie agieren NICHT aufgrund von makroökonomischen Prognosen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Jaja, die Thesen von Braunberger et al. kenne ich schon zur Genüge.

        „Die Zentralbanken, um es kurz zu machen, reagieren auf makroökonomische Trends demnach. Sie agieren NICHT aufgrund von makroökonomischen Prognosen.“

        Nein. Die Zentralbanken tun alles, um die Bereinigung von Schulden durch Insolvenzen zu verhindern. Ansonsten sind denen Trends oder Prognosen oder Makro-Daten (Inflation? Hahaha…) herzlich egal. Ist ja auch nachvollziehbar. Wer braucht zum Beispiel noch die EZB, wenn der Euro auseinandergefallen ist? Richtig: Niemand.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Nein. Die Zentralbanken tun alles, um die Bereinigung von Schulden durch Insolvenzen zu verhindern.“

        In dem Stadtteil, in dem ich lebe, sind in den letzten vier Monate drei Unternehmen in Insolvenz gegangen: Ein Bäcker, ein HLS-Fachbetrieb sowie ein Café.

        Mario Draghi kam nicht, um diese Betriebe zu retten, die Geschäftsinhaber haben auch nicht von negativen Leitzinsen profitiert.

        Dass man sich bei der EZB nicht um makro- und mikroökonomisches Research bemüht, ist ebenfalls nicht zu erkennen:

        https://www.ecb.europa.eu/pub/research/working-papers/html/index.en.html

        Die Fülle an Analysen, Papers etc. jedenfalls sprechen eine andere Sprache.

        Aber natürlich, weil es Ihrem Weltbild so schön entspricht: Allesamt „Trottel“ …, außer Ottchen, der statt Lagarde Draghi beerben sollte.

        Ottchen würde massenhaft faule Schulden bereinigen, Unternehmen in Insolvenz schicken, die Leitzinsen auf 7% erhöhen und damit den ganzen Kontinent den finalen, notwendigen Erneuerungsprozess durchlaufen lassen.
        Dass damit Massenarbeitslosigkeit – und Elend erzeugt würde, interessiert Ottchen nicht. Hatten wir schon einmal – ab ca. 1929 – mit den bekannten Folgen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Sie müssen durch meine ketzerischen Thesen ja emotional ganz schön aufgewühlt sein, wenn Sie mich schon als Draghi-Nachfolger sehen. Aber da kann ich Sie beruhigen, meine Gesichtshaut ist noch nicht ledrig genug für den Job. In 30 Jahren vielleicht? ;)

        Der Bäckerladen und das kleine Cafe in Ihrem Viertel sind sicherlich zu unbedeutend dafür, als dass die Zentralbank oder die Regierungen dafür interessieren. Wenn die Kamps-Großbäckerei oder Starbucks in Schwerigkeiten geraten würden, sähe das sicherlich anders aus.

        „Ottchen würde massenhaft faule Schulden bereinigen, Unternehmen in Insolvenz schicken, die Leitzinsen auf 7% erhöhen und damit den ganzen Kontinent den finalen, notwendigen Erneuerungsprozess durchlaufen lassen.
        Dass damit Massenarbeitslosigkeit – und Elend erzeugt würde, interessiert Ottchen nicht. Hatten wir schon einmal – ab ca. 1929 – mit den bekannten Folgen.“

        Unproduktive und nicht wettbewerbsfähige Unternehmen künstlich am Leben zu erhalten und alle Probleme mit neuen Schulden zuzukleistern, hatten wir auch schon ein paar Mal. Zum Beispiel in Griechenland, oder in Russland oder in Venezuela. Der Unterschied ist, dass so eine Elendssituation jahrzehntelang anhalten kann, so lange bis letztendlich die Bereinigung durch Insolvenz und die kreative Zerstörung nicht mehr abgewendet werden können – egal wie sehr Leute wie Sie sich vor ihr fürchten.

      • Avatar
        Horst sagte:

        1. Absatz: NEIN
        2. Absatz: Ihre Aussage besitzt ergo kein allgemeingültiges Fundament.
        „Die Zentralbanken tun alles, um die Bereinigung von Schulden durch Insolvenzen zu verhindern.“
        3. Absatz: Da Sie Schumpeter zitieren („kreative Zerstörung), dann doch bitte auch in dem Zusammenhang, für den diese Form der Destruktivität entworfen wurde (dieser sah nicht, dass aufbauend auf Ottchens Manipulationstheorien, die ZB dieser Welt künstlich Unternehmen am Leben erhielten durch vereinfachten Zugang zu Krediten, eine Bereinigung durch Insolvenz daher nicht möglich ist).

        Bin eher furchtlos – Massenarbeitslosigkeit, weil Ottchen es so möchte, muss aber nicht sein.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Schumpeter konnte das nicht sehen, weil es zu seinen Lebzeiten nicht in dem Ausmaß passierte, wie wir es heute haben. Kommen Sie jetzt wieder mit Spitzfindigkeiten und kritisieren, dass damit die Aussage nicht zu jeder Zeit der menschlichen Wirtschaftsgeschichte und für jeden Kleinkrämerladen allgemeingültig ist?

      • Avatar
        Horst sagte:

        So ist es, Herr Ott, benutzen Sie also NICHT Schumpeter für Ihre kruden Theorien.

        Und: Es freut mich, dass Sie erkennen, dass Ihre Allgemeinplätze keinerlei generelle Relevanz aufweisen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Jetzt machen Sie sich lächerlich. Wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass man philosophische oder ökonomische Konzepte jeweils nur in dem Zeitraum auf gesellschaftliche Entwicklungen beziehen darf, in dem die Urheber der Konzepte lebten?

        Dann bin ich ja gespannt, wann die Linken damit aufhören, Marxismus, Stalinismus oder (in Koalition mit Grünen) Steinzeitkommunismus a la Pol Pot zu predigen…

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