So würde die Schulden-Monetarisierung ablaufen.

Dieser Beitrag erschien erstmals im September 2016 bei bto. Er rechnet vor, wie denn eine Monetarisierung in der Eurozone ablaufen könnte. Passt zum Beitrag von heute Morgen!

Am 25. April habe ich an dieser Stelle die Analyse von Thomas Mayer vorgestellt, wie Helikopter-Geld in den Bilanzen der Banken und der EZB funktionieren würde: „From Zirp, Nirp, QE, and helicopter money to a better monetary system“.

Heute nun Thorsten Polleit mit einer ähnlichen Berechnung. Durchaus aufschlussreich, vor allem, weil es offensichtlich in genau diese Richtung gehen wird.

  • „Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Wege und vor allem auch welche Dimension die Maßnahmen der EZB zur Rettung des Euro noch nehmen können in ihrem Bestreben, das Einheitswährungsprojekt vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Überlegungen werden anhand von vereinfachten Bilanzen des Euro-Bankensektors und der EZB illustriert, die nachstehend abgebildet sind.“Open in new window
Quelle: EZB, Juni 2016. Es werden nur ausgewählte Bilanzpositionen aufgeführt. Die Zahlen sind gerundet und entsprechen in etwa den tatsächlichen Zahlen (in Mrd. Euro).
  • Zudem ist anzumerken, dass sich im ersten Quartal 2016 die gesamte Staatsverschuldung im Euroraum auf 91,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes belief. Sie betrug 9.605 Mrd. Euro. Davon waren 7.619 Mrd. Euro Wertpapiere und 1.698 Mrd. Euro Bankkredite. Im Juni 2016 hielten die Euro-Banken Staatsschulden in Höhe von 2.922 Mrd. Euro. Folglich befanden sich Staatsschulden in Höhe von 6.683 Mrd. Euro in den Händen von Nichtbanken (Versicherungen, Pensionsfonds etc.) im Euroraum und/oder Banken oder Nichtbanken im Ausland.“ bto: Damit sind die privaten Schulden noch nicht erfasst. Wie regelmäßige Leser dieser Seiten wissen, sind die das wesentlich größere Problem.
  • „Im Folgenden werden vier Szenarien betrachtet:
    • (1) Die EZB kauft den Euro-Banken Euro-Staatsschulden ab;
    • (2) die EZB kauft Staatsanleihen von Nichtbanken (wie Privaten und Versicherungen);
    • (3) die EZB übernimmt die Kapitalmarktfinanzierung der Banken; und
    • (4) die EZB kauft etwa 50 Prozent aller Staatsschulden und etwa 30 Prozent aller risikotragenden Aktiva der Euro-Banken.“
  • „Die vier Szenarien zeigen die zunehmende Flexibilität der EZB. Nachzulesen bei der Originalquelle. Ich beschränke mich hier auf das Extremszenario, denn nur dieses würde auch die private Überschuldung mit angehen: „Die EZB kauft Staatsschulden, risikotragende Aktiva der Euro-Banken und refinanziert deren Anleihen. In diesem Beispiel (i) kauft die EZB 4.800 Euro Staatsschulden (davon 2.900 Euro von den Euro-Banken und 1.900 Euro von Nichtbanken), (ii) erwirbt Bankkredite in Höhe von 5.000 Euro und (iii) refinanziert die Anleihen der Euro-Banken in Höhe von 3.800 Euro.“ bto: Das ist faktisch schon die Monetarisierung, auch der privaten Schulden, also das Maximalszenario!
  • „Die Wirkungen zeigen sich in den nachstehenden Bilanzen. In der Bilanz des Euro-Bankensektors kommt es zu einer knapp 100-prozentigen Ausweitung der Sichteinlage (und damit der Geldmenge M1). Die Überschussreserve der Euro-Banken schwillt auf 14.600 Euro an. Vor allem die Bilanzsumme der EZB schwillt stark an: Sie steigt auf 16.800 Euro.“ bto: Mit 14,6 Billionen können die Banken dann so richtig in die Vollen gehen.Open in new window

    Quelle: EZB, Juni 2016. Es werden nur ausgewählte Bilanzpositionen aufgeführt. Die Zahlen sind gerundet und entsprechen in etwa den tatsächlichen Zahlen (in Mrd. Euro). Die Zahlen in Rot zeigen die Positionen, die sich gegenüber der Ausgangsbilanz (auf Seite 4) ergeben.

  • Nachdem die EZB die Staatsschulden gekauft hat, kann sie zum Beispiel die Zins- und Tilgungszahlungen erlassen beziehungsweise bis auf Weiteres aussetzen („Moratorium“). Die Staatsschulden verbleiben als „Erinnerungsposten“ auf der Aktivseite der EZB – und die Staaten sind jedoch im Prinzip ihre Schulden los. Ein ähnlicher Schuldenerlass ließe sich im Prinzip auch für private Schulden darstellen.“ bto: Das ist doch die Lösung aller Probleme! Japan macht es schon vor.
  • Fazit Polleit: „Die betrachteten Transaktionen geben einige interessante Einsichten: (1) Die EZB ist (technisch gesehen) in der Lage, die Kreditausfallsorgen, die dem Euro gefährlich werden können und die zu einem Auseinanderbrechen des Euroraums führen könnten, aus den Märkten zu vertreiben. bto: Und sie wird das tun, davon bin auch ich mittlerweile überzeugt. (2) Dazu kann die EZB Schuldpapiere von Staaten und Banken aufkaufen und die damit verbundenen Kreditausfallrisiken auf die eigene Bilanz nehmen – und damit den Steuerzahler in Haftung nehmen. bto: naja. Da die EZB nie insolvent wird, kostet es den Steuerzahler auch nichts. (3) Ein solches Vorgehen der EZB würde die Überschussreserve im Bankensektor und/oder für Nachfragezwecke relevante Geldmenge M1 stark ausweiten was auf einen Kaufkraftverlust des Euro hinausläuft. bto: oder auch nicht. Das ist ja die große Frage. Bei schrumpfender Bevölkerung und geringem Produktivitätswachstum kann es auch bleiben, wie es ist … (4) Befürchten die Marktakteure, dass die Anleihekäufe und die damit verbundene Geldmengenvermehrung aus dem Ruder geraten, kann es zu einem Vertrauensverlust in die Euro-Währung kommen. In einem solchen Fall knickt die Geldnachfrage ein. Eine „Flucht aus dem Geld“ könnte eine Hoch- oder gar Hyperinflation auslösen, die die Kaufkraft des Euro extrem herabsetzt. bto: Es ist ausschließlich die Frage des Vertrauens. Da die Bevölkerung es nicht merkt, wer weiß?

So gesehen ist ein Zusammenbruchszenario für den Euro zwar nicht unmöglich, aber es ist nicht zwangsläufig, und zwar dann nicht, wenn es der EZB gelingt, die Schulden in großem Stil zu monetisieren. bto: Stimmt!

GOLDSEITEN.de: „Schuldenmonetisierung soll Euro-Crash abwenden“, 22. August 2016

8 Kommentare
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    Alexander sagte:

    Als Verständnisfrage.
    Banken vergaben Kredite, die sich als faul herausstellten. Diese bad debts übersteigen das Eigenkapital der Banken und ihre Staaten mussten Banken/Versicherungen retten.
    Nun sind die Staaten an den Rettungsaktionen (Spanien, Italien) so erkrankt, dass sie von der Zentralbank gerettet werden müssen. Die bad debt übersteigen das Eigenkapital der ZB.

    Nun monetarisiert die ZB die bad debt, damit die Staaten wieder Luft bekommen für Bankenrettung, um es Banken zu erleichtern weitere faule Schulden zu vergeben – denn die Ursache für die faulen Schulden wurde die ganze Zeit niemals diskutiert oder behoben?

    Dabei gilt, dass die faulen privaten Schulden die Grundlage von Arbeitsplätzen sind, deren Arbeitsertrag zur Finanzierung der betrieblichen Schulden (AAA+), der privaten Immobilienschulden (AAA+) und der Ausgaben des Staates (AAA+++) heran gezogen werden? Zur Liquidierung fauler Schulden darf es nicht kommen, weil das eine Schuldendeflation in Gang setzt.

    Derweil zerstören die faulen Schulden jede Preisfindung, denn der verschuldete Unternehemer hat etwas falsch gemacht – sonst wären die Kredite nicht faul. Bekommt der Zombie Unternehmer mehr Zeit und Geld, wird er komplett anders handeln als die Politik und seine Probleme lösen? Freiwillig? Vermutlich wird der Unternehmer seinen Umsatz zu steigern versuchen und per Kredit neue Kapazitäten schaffen, die keine Auswirkung auf die Nachfrage habe, weil die Nachfrage mit Helikoptergeld gestützt wird?

    Und wir stellen uns die Frage ob der Bürger (Unternehmer, Banker, Arbeiter) etwas merkt?
    Unsere vergreisenden Gesellschaften werden weg sehen, in der Hoffnung eine sichere Rente zu bekommen, das Haus billig zu Ende zu finanzieren oder weil das nächste Leasing Kfz schon bestellt ist.

    Dazu kommen freie Wahlen, die Regierungen bestätigen, weil die Abhängigkeiten alternativlos geworden sind.

    Die geschenkte Zeit nutzt Politik für einen historischen Totalumbau unserer Gesellschaft, nach den Vorstellungen von ausgewiesenen Fachleuten mit beeindruckenden Lebensleistungen. National und europaweit.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Ich denke, dass man hier genau hinsehen und sich ein möglichst realistisches Bild von den vermutlichen Wirkungen machen muss.

    Der Mechanismus des Ankaufs von Staatsanleihen ist klar und wenn er über die Banken läuft, dann ist die Aufregung nicht sehr groß. Siehe BVerfG, siehe H.-W. Sinn als ewiger Ankläger – das Echo in der breiten Öffentlichkeit ist sehr verhalten, eigentlich nicht existent.

    >Ein ähnlicher Schuldenerlass ließe sich im Prinzip auch für private Schulden darstellen.“>

    Als Funktionalität ließe er sich schon darstellen, aber sehr fraglich ist, ob er die gleiche Wirkung hätte.

    Wer garantiert, dass Banken und der private Sektor nicht in einen SCHULDENRAUSCH verfallen würden, wenn sich die Überzeugung verfestigte, dass die Notenbank die Kredite (Schulden) aufkauft?

    Die Banken würden knackig an den Gebühren verdienen und nur daran verdienen wollen, hätten kein Risiko zu tragen für faule Kredite, weil es die nicht gibt – zu Ende gedacht wären Ratingagenturen überflüssig –, und der Private Sektor (Nichtbanken) könnte sich verschulden ohne Ende. Denn Bonität würde in diesem Szenario de facto keine Rolle mehr spielen. Den Banken wäre jede Bonität recht, weil der EZB auch jede recht sein muss, wenn sie – ihr ZIEL – den Euro um JEDEN Preis retten will. Das ist Polleits Einsicht (4), allerdings konsequent zugespitzt.

    Soweit so gut.

    Wo ist die missing link zum Systemabsturz, d. h. der Sachverhalt, der von der Krise bzw. der so gelösten Krise zum Systemzusammenbruch führt?

    Ich sehe zwei Möglichkeiten:

    Erstens die angesprochene Hoch- oder gar Hyperinflation, die es dann geben wird, wenn die Kreditnehmer mit dem Geld die Vermögenspreise in die Höhe treiben. Genau dies werden sie tun, weil es letztlich nur diesen, aus ihrer Sicht guten Grund gibt, sich mit Gewinn vermehrt zu verschulden. Die Bevölkerung wird selbstverständlich bemerken, dass das BILLIG erworbene Geld an Wert verliert.

    Zweitens ist es die bei diesem Szenario eher noch schlechter funktionierende REALWIRTSCHAFT, die dazu führen wird, dass die Bevölkerungen sich POLITISCH vom Euro verabschieden, also Länder aus der Eurozone austreten.

    Das kann die EZB nicht verhindern.

    >„So gesehen ist ein Zusammenbruchszenario für den Euro zwar nicht unmöglich, aber es ist nicht zwangsläufig, und zwar dann nicht, wenn es der EZB gelingt, die Schulden in großem Stil zu monetisieren.“ – bto: Stimmt!>

    Mein Fazit ist ein anderes:

    So gesehen, ist ein Zusammenbruchszenario zwar insoweit zu verhindern, wie es bei WEITEREM Verschuldungsaufbau unter den GEGEBENEN Bedingungen mit RESTRIKTIVEN Anleihekäufen der EZB eintreten würde, aber die FOLGEN dieser Verhinderung werden SO oder SO zu einem ZWANGSLÄUFIGEN Zusammenbruch führen.

    Den MONETÄREN Deus ex machina gibt es nicht (und einen anderen auch nicht).

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      Wolfgang Selig sagte:

      Ich gebe Ihnen recht, dass es keinen deus ex machina gibt. Aber wenn man gesehen hat, dass die breit angelegte sozialistische Planwirtschaft in Osteuropa Jahrzehnte bis zum Zusammenbruch überdauert hat, könnte ich mir vorstellen, dass die rein finanzwirtschaftliche Planwirtschaft bei uns ebenfalls Jahrzehnte bis zum Zusammenbruch überleben kann. Nicht wünschenswert, aber m.E. auch nicht ausgeschlossen. Der schleichende Wohlstandsverlust führt meiner Meinung aber eher nicht dazu, dass die Völker aus dem Euro austreten wollen; eher besteht das Risiko bei einem schlagartigem Wohlstandsverlust durch Hyperinflation / Wechselkursverfall/Vertrauensverlust in den € u.ä., weil da die öffentliche Erregung sehr groß sein würde. So wie sich die Westdeutschen inzwischen an Dinge wie marode Brücken oder die Existenz der „Tafeln“ gewöhnt haben, was in den 1980ern noch nicht üblich war, so könnten sich die europäischen Völker m.E. auch an einen allgemeinen Wohlstandsverlust gewöhnen, wenn er langsam genug vonstatten geht und die große Mehrheit der EU halbwegs gleichermaßen betrifft.

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        Alexander sagte:

        Hyperinflation schlägt immer in Hyperdeflation um, denn Schuldner können ihre Preise nicht so schnell erhöhen, wie ihr Kosten steigen.
        Das gilt für Unternehmer wie Privatmenschen mit Immobilie.

        Wie lange man eine Vermögenspreisinflation ertragen kann, sehen wir in der Eurozone und den USA. Jetzt zeigen sich bei uns schwere Schäden, denn Gewerbeimmobilien müssen die gestiegenen Immobilienkosten verzinsen und können das immer weniger….

        Das hat Konsequenzen auf Löhne, die ihrerseits Lebenshaltungskosten finanzieren sollen und gestiegene Mieten..

        Es hat lange genug gedauert und die Mehrheit der Verlierer wählte Trump.

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        Dietmar Tischer sagte:

        > … könnte ich mir vorstellen, dass die rein finanzwirtschaftliche Planwirtschaft bei uns ebenfalls Jahrzehnte bis zum Zusammenbruch überleben kann. Nicht wünschenswert, aber m.E. auch nicht ausgeschlossen. Der schleichende Wohlstandsverlust führt meiner Meinung aber eher nicht dazu, dass die Völker aus dem Euro austreten wollen.>

        Es kommt auf die Umstände und die Alternativen an. Hätte z. B. die DDR 1961 keine Mauer gebaut bzw. bauen können, wäre sie innerhalb kurzer Zeit wegen „Ausblutung“ – Massenflucht – zusammengebrochen.

        Und wie ich anderswo schon gesagt habe und sich mit Blick auf Frankreich (FN) bestätigt hat:

        Die Proteste gegen das bestehende System können sehr groß sein und das Wahlverhalten sehr extrem, so dass bedrohliche Destabilisierung droht. Wenn es aber darum geht, einen Systemwechsel mit UNKALKULIERBAREN Auswirkungen in Gang zu setzen, schrecken viele der Unzufriedenen zurück. Dann müssen sie sich eben anpassen. Das kann sehr lange sehr weit gehen.

        Insofern teile ich Ihre Einschätzung.

        Warum bin ich dennoch überzeugt davon, dass es ZWANGSLÄUFIG einen Zusammenbruch geben wird?

        Ich kann ihn in einzelnen Wirkmechanismen nicht angeben, niemand kann das.

        Aber was ich sehe und worauf ich verweisen kann, sind MEGATRENDS – praktisch nicht willentlich zu ändern –, die in überwiegendem Zusammenspiel mittel- bis langfristig zu enormen, nicht mehr ertragbaren Belastungen führen werden.

        Gemessen an der heutigen Lebens- und Wirtschaftsweise und – soweit HEUTE vorstellbar – der AKZEPTANZ von Änderungen in der Bevölkerung bin ich dieser Überzeugung.

        Denken Sie nur einmal an die demografische Entwicklung.

        Die Menschen haben zwar große Sorge bezüglich ihrer Alterssicherung, haben aber
        längst nicht hinreichend begriffen, was da in vielen Ausprägungen auf uns zukommt.

        Ich denke, dass ich das auch nicht ganz begreife, wie sich unser aller Leben dadurch ändern wird.

        Meine Überzeugung ist stark, kann aber natürlich auch falsch sein mit Blick, wie sich die Dinge entwickeln.

        Sie ist aber nicht schon deshalb falsch, weil bisher alles gut gegangen ist.

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    A. Middendorf sagte:

    In Monetarisierungs-Szenario ist die Inflation höchst wahrscheinlich, selbst wenn 99,9% der Bürger die Monetarisierung nicht verstehen und (anfangs) nicht wahrnehmen.
    Erinnern wir uns an Soros und seine Wette gegen das Pfund: Es ging darum, ob das Pfund im EWS bleibt oder aussteigt und abwertet. Eine Wette auf den Ausstieg war eine sichere: denn wenn das Pfund im EWS bleiben würde, könnte Soros nichts gewinnen aber eben auch nichts verlieren. Aber wenn das Pfund aus dem EWS gezwungen würde, sind die Gewinne aus den Leerverkäufen unermesslich. Eine identische Wett-Situation haben wir doch bei der Monetarisierung: Mann wettet auf Inflation und steigende Preise. Wenn die Inflation kommt, gewinnt man, bleibt sie aus, verliert man nichts. Keine Sorge, es finden sich genügend Fonds und skrupellose Milliardäre wie Soros, um dieses Spiel zu spielen und Inflation zu einer self-fulfilling prophecy zu machen.

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    Kurt Wollmer sagte:

    Natürlich geht eine Zentralbank nie pleite und demzufolge kann sie das negative Eigenkapital unbeschränkt erhöhen. Nur würde dann der faule Zauber definitiv auffliegen und die Finanzmärkte das Vertrauen definitiv verlieren, was nicht inflationär, sondern DEFLATIONÄR ist, da es zu einer riesigen Geldvernichtung in noch nie dagewesenem Ausmass kommt.

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    SB sagte:

    Ich hatte bei einem der letzten Artikel angeregt, die Schulden-Monetarisierung einmal für die Nicht-Fachleute darzustellen und zu erläutern. Herzlichen Dank, dass dies so schnell „erledigt“ wurde! ;-) … Und das sogar noch in Gegenüberstellung mit den Schlüssen, die Professor Polleit zieht.

    Jetzt die entscheidende Frage: Unabhängig davon, dass auf diese Art und Weise eine konkrete Währung – hier der Euro – über die Zeit gerettet würde, könnte man ja ein Schuldgeldsystem auf diese Weise „wesentlich verlängert“ am Laufen halten. Genau solange, bis der „gemeine“ Steuerzahler mitbekommt, dass er für die Schulden-Monetarisierung haftet und dem Geld aus diesem Grund irgendwann im großen Maßstab das Vertrauen entzieht. Demnach käme es zur Zielerreichung für die Politik im Zusammenwirken mit der Zentralbank im Wesentlichen nur darauf an, derartige Maßnahmen so gut wie möglich zu verschleiern, damit das Vertrauen nicht verloren geht. Interessant. Sind wir mit den Maßnahmen der EZB (Kauf von Staatsschulden und Unternehmensanleihen) in diesem Szenario nicht eigentlich schon mittendrin?

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