Typisch Deutsch – lieber alle ärmer als einige etwas reicher

Vor die Wahl gestellt, selbst 80.000 Euro zu verdienen, während der Nachbar 100.000 Euro bekommt oder aber jeweils nur 60.000 Euro zu verdienen, dürften die meisten Deutschen sich für die zweite Option entscheiden. So zumindest das Ergebnis psychologischer Studien. Wir bevorzugen es, weniger zu bekommen oder ärmer zu sein, statt reicher, aber eben weniger reich als die Menschen, mit denen wir uns vergleichen.

Dabei überschätzen wir, wie ungleich es in Deutschland zugeht und sind deshalb besonders anfällig für die Forderungen nach mehr Umverteilung. Andere Studien wiederum zeigen, dass Bürger/-innen das Ausmaß der Umverteilung unterschätzen und gefragt nach dem wünschenswerten Grad der Umverteilung geringere Werte nennen, als wir sie schon haben.

Einkommen werden massiv umverteilt

Gefördert wird diese Wahrnehmung durch eine mediale und politische Dauerkampagne, die in der vermeintlichen Ungleichheit die größte Ungerechtigkeit sieht und nach immer mehr Umverteilung und einer endlich „gerechteren“, sprich höheren Besteuerung der Reichen ruft. Dabei funktioniert bei den Einkommen die Umverteilung schon sehr gut. So liegt der Gini-Koeffizient (Maßstab der Gleichverteilung, 0 = alles gleich; 1 = einer hat alles, alle anderen nichts) vor Umverteilung bei rund 0,5, nach Umverteilung bei 0,29 – und dies seit mehr als zehn Jahren stabil. Damit ist Deutschland eines der Länder mit der geringsten Ungleichheit bei den verfügbaren Einkommen. Nur Irland und Frankreich verteilen noch mehr um als wir.

Hinzu kommt, dass gerade der Niedriglohnbereich in den letzten Jahren überdurchschnittlich aufgeholt hat. Die Einkommen der unteren zehn Prozent sind zwar langsamer gewachsen als jene der oberen zehn Prozent, aber schneller als die Einkommen der Mittelschicht. Nach Umverteilung steht die Mittelschicht in Deutschland als die Dumme da.

Vermögensverteilung ist ungleicher

Anders sieht es bei der Vermögensverteilung aus. So zeigen Daten der OECD, dass Deutschland in dieser Hinsicht zu den Ländern mit mehr Ungleichheit gehört. Der Gini-Koeffizient liegt bei 0,8, verglichen mit einem Durchschnitt von 0,7 in der OECD.

Dieser Umstand wurde in der letzten Woche sogar vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisiert. In seiner Länderstudie stellt er einen Zusammenhang zwischen der ungleichen Vermögensverteilung und den Exportüberschüssen her. Demnach würden die Eigentümer der Unternehmen überproportional von den Exporten profitieren und immer reicher werden und zugleich durch ihre hohe Sparquote dazu beitragen, dass wir weiterhin unsere Ersparnisse in das Ausland exportieren. Letzteres führt dann zu weiterhin hohen Exportüberschüssen, wie ich an dieser Stelle mehrfach erläutert habe.

Da dem IWF – wie auch Donald Trump und Emanuel Macron – die deutschen Exportüberschüsse schon lange ein Dorn im Auge sind, ist es nur konsequent, hier anzusetzen und über den Umweg der Vermögensverteilung in Deutschland die Exporte endlich klein zu bekommen. Konkret fordert der Fonds höhere Steuern auf Erbschaften und Vermögen in Deutschland. Dabei befindet sich die Erbschaftssteuer hierzulande schon deutlich über dem Niveau anderer Länder – ich erinnere zum Beispiel an Italien. Und das geringe Aufkommen aus der Erbschaftssteuer liegt nicht an den zu geringen Sätzen, sondern an den Ausnahmen, die gerade für Unternehmenserben gelten. Es ist durchaus möglich, auch die Unternehmen bei der Besteuerung mit einzubeziehen, zum Beispiel, indem man in jedem Jahr ein 33stel der Erbschaftssteuer veranlagt und so eine Spitzenbelastung im tatsächlichen Erbfall vermeidet. Realistischerweise wird die Politik davor aber zurückschrecken – aus Angst, Arbeitsplätze zu gefährden.

Immobilien im Fokus

Stattdessen liefert die IWF-Studie den Vorwand, die Einkommen (noch) höher zu belasten und vor allem bei der Besteuerung der Immobilien nachzulegen. Die „Süddeutsche Zeitung“ verwies bei der Besprechung des IWF-Berichts direkt auf die Tatsache, dass sich in den vergangenen Jahren der Wert des deutschen Immobilienvermögens um drei Billionen Euro erhöht habe, ohne allerdings mit einer Silbe die Ursache für diese Entwicklung zu erwähnen: die Geldpolitik der EZB, die alle Vermögenspreise nach oben treibt und indirekt – eben über steigende Grundstückspreise – auch eine der Ursachen für die steigenden Mieten hierzulande ist. Stattdessen zitiert sie einen Experten, der festhält, dass „die Besteuerung von Immobilienvermögen, das nicht weglaufen kann, eine gute Idee“ sei.

Passt zur Stimmung, wo man mit Mietendeckeln und Enteignungen den „Immobilienhaien“ an den Kragen will. In dieselbe Kategorie passen die Überlegungen, die Grundsteuer nicht mehr in den Nebenkosten auf den Mieter umzulegen, obwohl dieser der Nutzer der Dienstleistungen in der Gemeinde ist, in der er wohnt und nicht der Eigentümer, der unter Umständen an einem ganz anderen Ort ansässig ist.

Deutsche Immobilien waren ein schlechtes Investment

Ohnehin zeigt der mediale Wirbel um die Studie des IWF erneut, wie Medien gezielt jene Nachrichten verstärken, die in das gewünschte Bild passen. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass es vor einem Jahr eine ähnliche Reaktion gegeben hätte, als der IWF in einer anderen Studie vorrechnete, wie schlecht deutsche Immobilieninvestoren absolut, aber besonders auch relativ zu anderen Ländern in der Vergangenheit abgeschnitten haben. Der (damalige) Wirtschaftsweise Peter Bofinger twitterte erfreut: „German house prices still undervalued.“

Im Kern rechnet der IWF folgendes vor:

  • Die Immobilienpreise sind in Deutschland seit 1995 langsamer gestiegen als die verfügbaren Einkommen. Die Relation Preis/verfügbares Einkommen ist um 20 Prozent gesunken, während sie in allen anderen Staaten, die der IWF analysiert hat, stabil blieb oder deutlich gestiegen ist. Spitzenreiter ist Schweden mit einem Anstieg von fast 120 Prozent. In Spanien (rund 30 Prozent) und Irland (rund 60 Prozent) sind die Zuwächse trotz des Platzens der Immobilienblase ebenfalls deutlich über dem Wert in Deutschland.
  • Italien und Deutschland sind die einzigen Länder, in denen die realen Immobilienpreise zwischen 1995 und 2016 nicht gestiegen sind. In Österreich und in der Schweiz stiegen sie um rund ein Prozent pro Jahr, in Spanien um zwei Prozent pro Jahr, in Frankreich um drei Prozent pro Jahr, in Irland um vier und in Schweden um fast sechs Prozent.
  • Mietendeckel – der IWF spricht von „rent controls“ – führen dazu, dass die Immobilienpreise steigen, was am stagnierenden bzw. rückläufigen Angebot liegt. Gut möglich also, dass der Versuch der Bundesregierung, Mietenanstiege zu verhindern, diese eigentlich beschleunigt. Ohnehin bewirken die Interventionen der Politik genau das Gegenteil von dem vorgeblich gewünschten, wie ich hier erläutert habe.
  • Die Immobilienpreise in Deutschland liegen um rund zehn Prozent unter dem eigentlich gerechtfertigten Werten.
Natürlich kann und muss man auch diese Studie des IWF kritisieren. So ist das Modell zur Bestimmung von Über- und Unterbewertung selbstreferenziell, weil es die Preise anderer Regionen als Maßstab ansetzt, obwohl es dort durchaus Anzeichen für bestehende Blasen gibt.

Ebenfalls bemerken muss man, dass der IWF-Länder und nicht einzelne Städte betrachtet. Schon seit Langem führt die Schweizer Großbank UBS beispielsweise München unter den Top-5-Städten weltweit mit dem höchsten Blasenrisiko. In Berlin sind die Preise in den letzten Jahren seit Beginn der Eurokrise und der Nullzinspolitik deutlich schneller als die verfügbaren Einkommen gestiegen. Doch auch hier gilt, dass über einen langen Zeithorizont (25 Jahre) die Renditen mit Immobilien nicht beeindruckend waren.

Trotz dieser Unzulänglichkeiten der IWF-Studie kommt man an der Feststellung nicht vorbei, dass die Investition in Immobilien in Deutschland kein überaus gutes Geschäft war und wir in den letzten Jahren mit den deutlichen Preiszuwächsen in einzelnen Regionen nur die vorangegangenen Jahre mit Null- oder Negativrendite korrigiert haben. Diese Korrektur verdanken die Immobilienbesitzer dabei vor allem der EZB, die eine immer stärkere Flucht in Sachwerte provoziert.

Vermieten bringt wenig

Bei den laufenden Erträgen sieht es für die Vermieter nach verschiedenen Studien ebenfalls nicht gut aus. Während die börsennotierten Unternehmen durchaus gute Renditen erwirtschaften, sieht es bei den normalen Vermietern anders aus. Letztere stehen aber für fast 80 Prozent des Marktes und erwirtschaften nach einer Studie des DIW Renditen von weniger als zwei Prozent im Jahr. Diese Erkenntnis hindert Politik und Medien jedoch nicht daran, immer mehr Lasten zu beschließen. Nicht nur wird es den Vermietern verwehrt, die Mieten angemessen zu erhöhen, es gibt zugleich Bestrebungen, mehr Kosten auf die Vermieter umzulegen.

Neben der bereits angesprochenen Grundsteuer dürfte demnächst die CO2-Steuer die Vermieter mit voller Wucht treffen. Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, „Es kann nicht sein, dass die dadurch entstehenden Kosten im Bereich der Heizung auf die Mieter umgelegt werden.“ Mieter hätten „keinen Einfluss darauf, wie ihre Wohnung geheizt wird“, das entschieden die Vermieter, weshalb diese auch die zusätzlichen Kosten einer CO2-Steuer im Heizungsbereich zahlen sollten.

Zur vollen Wahrheit gehört aber hinzu, dass die Miete immer den technischen Zustand der Wohnung widerspiegelt, wer also in einem Haus aus den 1960er-Jahren wohnt, zahlt heute schon nach Mietspiegel weniger Miete, auch weil die Wärmedämmung nicht einem Neubau entspricht. Wird nun verlangt, dass der Vermieter die CO2-Umlage trägt oder auf eigene Rechnung ohne Umlage auf die Miete modernisiert, entspricht das einem erheblichen Eingriff in das Eigentumsrecht. Selbst der im allgemeinen mieterfreundlich urteilende Bundesgerichtshof hat kürzlich festgestellt, dass der Mieter keinen Anspruch auf den aktuellsten technischen Stand hat.

So bleiben wir arm

Trotz dieser ernüchternden Fakten zur Attraktivität von Immobilien in Deutschland als Kapitalanlage dürfte die Jagd auf Vermieter und Immobilieneigentümer in den kommenden Jahren weitergehen. Damit dürften Immobilien in Deutschland auch in kommenden Jahren in internationalen Vergleichsstudien einen der hinteren Plätze einnehmen und vor allem keinen Anreiz bieten, mehr zu bauen.

Welche Wirkung diese Belastung einer einzelnen Vermögensklasse haben kann, konnte man bereits in den 1920er-Jahren beobachten. Nach der Hyperinflation beschloss die Politik eine Sondersteuer auf Immobilienvermögen, die sogenannte Hauszinssteuer. Folge war ein spürbarer Rückgang der Immobilienpreise.

Heute ist eine ähnliche Folge zu erwarten: Mietendeckel, höhere Lasten für die Vermieter und eine Verpflichtung zur energetischen Sanierung ohne entsprechende Umlage auf die Mieter dürften die Preise für Immobilien deutlich drücken. Das passt zur Politik, die nach Aussage der wohnungspolitischen Sprecherin der Linken in Berlin eine „Doppelstrategie“ verfolgt: Erst Mieten deckeln und dann enteignen, denn „die Enteignung werde für den Steuerzahler viel günstiger, wenn die Werte zuvor sänken“. Kevin Kühnert und Robert Habeck, die sich ebenfalls für Enteignungen ausgesprochen haben, dürfte die Überlegungen freuen. Gerade für die Grünen muss es eine erhebliche Verlockung sein über eine einseitige Belastung der Vermieter und Zwangsmaßnahmen zur energetischen Erneuerung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: die Rettung des Weltklimas und die Reduktion der „Ungleichheit“.

Dass wir damit allerdings als Land nicht reicher, sondern noch ärmer werden, spielt dann keine Rolle. Nach Zahlen des französischen Reichtumsforschers Thomas Piketty, der mit umfangreichem Datenmaterial der Entwicklung von Volksvermögen über die Zeit nachgegangen ist, lag die Vermögensquote – also das Vermögen relativ zum Volkseinkommen im Jahre 2015:

  •  in Spanien bei 659 Prozent (2014),
  • in Frankreich bei 591 Prozent,
  • in Italien bei 587 Prozent,
  • in den Niederlanden bei 530 Prozent (2014),
  • in Griechenland bei 499 Prozent,
  • in Deutschland bei 446 Prozent.
Die Deutschen besitzen also im Durchschnitt weniger Vermögen als Italiener, Franzosen und Spanier, die im Rahmen der europäischen „Solidarität“ eine größere Anstrengung von uns verlangen.

Nach der Entwertung des hiesigen Immobilienbesitzes werden wir, verglichen mit den anderen Ländern, noch ärmer sein. Aber wenigstens alle. Was dann alle zufriedener machen sollte, gegeben unseren Wunsch nach möglichst viel Gleichheit.

Einziges Problem dabei: Diejenigen, die ihr Glück nicht in einer möglichst gleichen Verteilung von Einkommen und Vermögen auf tieferem Niveau sehen, werden noch stärker als schon heute ihre Zukunft woanders sehen.

38 Kommentare
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    Mordred sagte:

    Aus eigener Erfahrung als kleiner Vermieter stimme ich zu, dass allgemein die Gesetze mieterfreundlich sind und auch immer mieterfreundlicher werden. Rendite geht in den Keller. Aber das gilt nur für Kleinvermieter. Die großen Immobiliengesellschaften juckt das nicht. Wenn da ein Mieter Streß macht sitzen die das aus oder schicken einen von ihren hauseigenen angestellten Anwälten los.

    „Die Deutschen besitzen also im Durchschnitt weniger Vermögen als Italiener, Franzosen und Spanier, die im Rahmen der europäischen „Solidarität“ eine größere Anstrengung von uns verlangen.“
    Das ist großer Käse, sorry. Wenn man in Südeuropa jenseits der Touristenzentren irgendwo ne Immobilie sein eigen nennt und diese von wem oder was auch immer bewertet wird…dann ist das meistens totes Kapital. Man muss immer erst einmal einen Käufer für seine abgewohnte alte Bude finden! Und dann muss der auch noch den guten Preis zahlen.
    Im eigenen Haus wohnen muss man sich auch leisten können.
    Ich hätte für Deutschland lieber das österreichische Rentenniveau als diese Vermögensverteilung ala Südeuropa.

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    Starchild sagte:

    hinzukommt, dass es auf Dauer total frustrierend ist ,mit inkompetenten hirnverbannten Sozialisten zu arbeiten, nichts ist konstrktiv oder produktiv nur noch mäh mäh mähh, auaaaaa es tut nur noch weh, die gar noch dafür bezahlen zu müssen und sich mit deren Problemen rumschlagen zu müssen , jeder gute Rat ist für die Katz . Der durschnitts-IQ sinkt rapide man hat immer weniger adäquate Ansprache, kulturell schon gleich gar nicht, in einem solchen Umfeld geht man auf andere Art zugrunde. Ja, deshalb muss man sich nach einem neuen Platz umschauen.

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    straus sagte:

    Buchtip dazu, echt lesenswert: Die Gesellschaft und ihre Reichen: Vorurteile über eine beneidete Minderheit von Rainer Zitelmann. „Wodurch genau entsteht Sozialneid? Und wie unterscheiden sich Amerikaner, Deutsche, Briten und Franzosen in ihrer Einstellung zu Reichen? Rainer Zitelmann hat erstmals ausführlich untersucht, wie unsere Gesellschaft reiche Menschen sieht, und herausgearbeitet, wie unterschiedlich Reiche international wahrgenommen werden.
    Damit gelingt es ihm erneut, wissenschaftliche Erkenntnisse in verständlicher und unterhaltsamer Weise darzustellen.“ Wäre mal eine Buchbesprechung wert.

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    Teal’C sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    warum fehlen Angaben zu den USA, Japan, Norwegen, GB und China?

    in Spanien bei 659 Prozent (2014),
    in Frankreich bei 591 Prozent,
    in Italien bei 587 Prozent,
    in den Niederlanden bei 530 Prozent (2014),
    in Griechenland bei 499 Prozent,
    in Deutschland bei 446 Prozent.

    Prozentangaben sehe ich als zweitrangig an, DE hat laut Statista mehr als 2x BIP als Spanien, dazu kommt die Verteilungsschere ins Spiel. In Saudiarabien gibt es ganze Menge Ölmiliardäre trotzdem kann ich es nicht als reich bezeichnen.

    Mit freundlichen Grüßen

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    Felix sagte:

    Interessanter Beitrag und ebenso interessante Kommentare. Tatsächlich werden die psychologischen Antriebsmomente der Menschen zu wenig offen betrachtet. Es ist auch problematisch für einen Politiker, negatives offen anzusprechen. Daraus resultiert jedoch eine Führungsschwäche, die je nach historischer Situation mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Die Eingangsthese möchte ich etwas erweitern: Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis, neiden anderen Menschen das „Mehr“ tendenziell mehr, wenn es durch deren eigene Leistung erworben worden ist. Das führt nämlich die eigene Unzulänglichkeit vor Augen. Erben kann jeder Volltrottel, dass beunruhigt niemanden persönlich.

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      Starchild sagte:

      @ Felix
      JA ! So ist es, besonders ausgeprägt in den EU-Kulturen gegenüber Deutschen, das reicht weit bis zu Manipulation, Korruption, Sabotage, geplante Attacken.
      Anders ist es in den USA oder Singapor.
      Bezgl. der Deutschen ist ein jahrhunderte alter Neid …deshalb will man die Deutschen ja nun zwangsvermischen und es funktioniert ja schon ganz gut.
      Coudenhoven-Kalerghi-Plan : eine Mischrasse mit IQ 80 ist gewollt.
      Nur , lesen hilft nicht weiter, man muss diese Wahrnehmung in sein Handeln und tägliche Entscheidungen einbinden.

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    Tobias W. sagte:

    Toller Beitrag. Danke!

    „Konkret fordert der Fonds höhere Steuern auf Erbschaften und Vermögen in Deutschland.“

    Da musste ich schon schmunzeln, denn die Linie unterstütze ich! Und mit den zusätzlichen Einnahmen aus einer Erbschaftssteuer mit Zähnen und weniger Ausnahmen kann man dann auch gerne eine geringere Lohnsteuer finanzieren. Gerechter ist das in jedem Fall, denn warum sollte ein Erbe so gut wie gar nichts auf Firmenanteile bezahlen, die ihm als Erbe leistungslos in den Schoß fallen, während ein Arbeitnehmer, die Firmenanteile als Teil seines Gehaltspakets beispielsweise als Bonus bekommt, diese massiv versteuern muss?

    Und macht Euch bitte keine Mühe: die Beißreflexe auf eine echte Erbschaftssteuer, die jetzt hier als Antworten folgen, kenne ich schon alle. Inklusive der gängigen Ausreden („wurde ja bereits versteuert“ usw.). Das hatten wir ja schon alles durchgekaut.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Tobias W.

      >Gerechter ist das in jedem Fall, …>

      Das ist die FRAGE.

      Kein Beißreflex, sondern nur ein Anstoß für Überlegungen zu Ihrem „JEDEN Fall“:

      Gibt es nicht den Fall, d. h. einen systemkonformen Standpunkt, jemand über rechtmäßig erworbenes Eigentum VERFÜGEN zu lassen?

      Suchen Sie danach und werden Sie sich über die Prämissen Ihrer Auffassung klar.

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        Tobias W. sagte:

        Dann erklären Sie mir mal, inwiefern es beim Erwerb von Firmenanteilen einen Unterschied in der Rechtmäßigkeit gibt, wenn man den Firmenerben mit dem Angestellten vergleicht, der seine Firmenanteile als Teil seines Lohns bekommt.

        Das eine ist nicht rechtmäßiger als das andere – mit dem Unterschied, dass der Angestellte für seine Firmenanteile Leistung erbringen musste und mit sehr viel höheren Steuern (und Sozialabgaben!) bestraft wird.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Tobias W.

        Der Unterschied ist folgender:

        Der Firmenerbe HAT Eigentum, sagen wir die Firma X.

        Er, letztendlich, VEREINBART mit dem Angestellten, dass Teil des Entgelts für seine Leistungen die Übertragung von Firmenanteilen sein soll.

        >Das eine ist nicht rechtmäßiger als das andere >

        Das ist richtig und damit auch: das eine ist nicht unrechtmäßiger als das andere.

        Damit ist meine obige Frage beantwortet, dass es nämlich den systemkonformen Standpunkt gibt, jemanden über rechtmäßig erworbenes Eigentum VERFÜGEN zu lassen.

        Das hat erst einmal nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

        Der faktische Unterschied ist folgender:

        Der Erbe tut NICHTS dafür, Eigentum zu ERHALTEN bzw. über es zu verfügen.

        Der Angestellte muss etwas tun, um Eigentum zu ERWERBEN.

        Wenn BEIDE konstruktiv sind, treffen sie obige Vereinbarung:

        Der Erbe SICHERT sein Eigentum und das seiner Mitarbeiter mit fähigen Mitarbeitern und diese können Eigentum ERWERBEN, weil er dies tut. Er verfrühstückt sein Eigentum jedenfalls nicht in dem von Ihnen eingebrachten Fall.

        BEIDE müssen Leistungen erbringen und Risiken eingehen.

        Das ist operativ sinnvoll und dem Prinzip nach nicht zu beanstanden.

        Man kann etwas anderes wollen, speziell mit Blick auf die Einkommens und Vermögensverteilung und dann „Gerechtigkeit“ in die Debatte einbringen.

        Man muss aber nichts anderes wollen, dann jedenfalls nicht, wenn das Erbe wie von Ihnen dargelegt AUCH oder sogar vorrangig auch zum Wohlstand der Mitarbeiter eingesetzt wird.

        Das wäre mein PRÄFERENZ des Umgangs mit einem Unternehmenserbe. Ich wünschte, das wäre sehr viel stärker in Deutschland der Fall, gerade auch bei mittelständischen Unternehmen und Familienunternehmen.

        Stattdessen ist der unausgesprochene Konsens:

        Das vererbte Unternehmen bietet einen SICHEREN Arbeitsplatz und auch einen gut bezahlten. Finanziert u. a. mit hohen Steuern und Abgaben verleiht der STAAT soziale Sicherheit, wenn etwas schiefgeht. Was braucht da noch jemand individuelle Vermögensbildung?

        Mein Einschätzung ist, dass durch Besteuerung der Finanzierungsbedarf des Staats relativ leicht gedeckt werden kann, aber daraus vergleichsweise wenig entsteht, das den Wohlstand der Menschen nachhaltig so erhöht, wie es die Anteile motivierter Mitarbeiter an gut geführten und durch sie erfolgreichen Unternehmen vermögen.

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      DenkBloßNix sagte:

      @ Tobias W.

      Wer eine Unternehmung erbt und das Unternehmen an die Wand fährt, d.h. keine Fortführungsabsicht hat, muss die stillen Reserven NACHVERSTEUERN.

      Fortführen heißt mindestens 5 Jahre + nicht zum Schein. Mehrere Steuerprüfungen inclusive.

      In diesen 5 Jahren hat der Inhaberkreis neue Kreditlinien ziehen müssen, so dass mit 100% Warscheinlichkeit zusätzliches Privateigentum verpfändet wurde.

      Eine Rezession, wie sie sich gerade abzeichnet, ist keine Ausrede.

      Da bin ich doch lieber Angestellter ohne Risiko.

      Hat man allerdings eine Brille auf, die nur bei Neid beschlägt – hilft alle Erklärung nichts.

      Ich erwarte, dass sie alle Ihre Wünsche erfüllt bekommen. Falls sie dennoch hungrig, arbeitslos und perspektivlos bleiben, nach dem Bankencrash – immer dran denken -> Marktversagen.

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        Starchild sagte:

        @Denkbloßnix
        die Neider und Schreihälse haben davon keine Ahnung, selbst in dieser Situation würden die nur in Hosen machen, ich schreib nicht mal mehr „leider“ , weil es einem an einem gewissen Punkt egal sein muss.
        Resume: kick the can down the road ;) – und vorher gut beraten lassen.
        Alles ander hat kein Sinn mehr.

    • Avatar
      Starchild sagte:

      @Tobias
      das Problem sind nicht die über Generationen gut geführten Unternehmen, welche MA ausbilden und zur Stabilität der Gesellschaft beitragen ….. ganz abgesehen davon dass diese Unternehmen in den nächsten 5-10 JAhren gänzlich verschwinden werden.
      Es bleiben übrig Konzerne deren Aktien -Anteile schon heute prozentual kaum noch von Deutschen gehalten werden – sondern von ausländischen Investoren, welche hier keine Steuern zahlen und einige davon gehören zu den 1% Super-Super-Reichen der Welt , welche die 99% betrügen und versklaven .

      Hier ein Text eines Kommenatorr aus anderem blog:
      „es geht nicht um gute oder böse nationen. die wenigen familien, die ihre nwo-agenda durchsetzen wollen, interessieren keine nationen. sie steuern global den geldfluß und entscheiden, welches land zerstört wird und welches förderungswürdig ist. alles andere dient dazu, um die völker gegenseitig aufzuhetzen. das ist die ursache des weltweiten desasters und zwar schon seit über 200 jahren. noch sind die informationen verfügbar. “

      Wenn Sie sich was vormachen, weil hinschaun Angst macht – dann haben Sie schon verloren.

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    ruby sagte:

    Erbschaftsteuer ändert nicht die Ursachen zur Entstehung der gehorteten Vermögen. Somit ist diese ein vollständig ungeeignetes Instrument.
    Es macht keinen Sinn einem Einkommensmillionär seinen Jaguar, Porsche, Ferrari, BMW oder Audi wegzunehmen, er kann sich im nächsten Jahr zwei weitere neue kaufen.

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    Ingolf sagte:

    Zitat: „Vor die Wahl gestellt, …“

    Dumme Frage, dumme Antwort. Die Leute wollen vor allem, dass es GERECHT zugeht. Wer viel arbeitet, der soll auch entsprechend viel verdienen, und wer nichts arbeitet, soll auch nichts bekommen (abgesehen vom Existenzminimum). Es ist das Gefühl einer immer weiter zunehmenden Ungerechtigkeit, das die Menschen innerlich aufwühlt. Eine derart platte, übervereinfachte Frage wie im obigen Artikel dient dagegen nur dazu, die Deutschen als Neidhammel hinzustellen.

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      Richard Ott sagte:

      @Ingolf

      Ja, das ist ein berechtigter Einwand. Die Ergebnisse kann man auch schlüssig so interpretieren, wie Sie das vorschlagen – anstatt mit irgendwelchen Neidgefühlen.

      Das ganze erinnert mich an die berühmte Schokoladenstudie mit Kindern (wird von einem italienischen Süßwarenhersteller auch in der Fernsehwerbung nachgespielt), wo man Kinder vor die Wahl stellt, entweder jetzt sofort ein Stück Schokolade zu bekommen oder eine Weile zu warten und dann 2 Stücke zu erhalten. Angeblich soll das zeigen, wie vorausschauend die Kinder denken können und wie viel Impulskontrolle sie haben.

      Sofort die kleinere Menge Schokolade zu nehmen, kann aber völlig sinnvoll sein – nämlich dann, wenn das Kind die berechtigte Erwartung hat, dass die Erwachsenen ihre gemachten Zusagen nicht einhalten werden weil sie Lügner sind oder zum Beispiel vor dem aufgeschobenen Schoko-Zahltag pleite gehen.

      Wenn deutsche Politiker mit mir das Schoko-Experiment machen würden, dann würde ich immer sofort die kleine Menge nehmen und dann gleich aufessen…

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        Ingolf sagte:

        Wer es wagt, Kritik an den derzeitigen Einkommensverhältnissen zu üben, bekommt erstmal eins mit der Neid-Keule übergezogen. Besonders bei Anhängern der FDP ist das beliebt.

        Diese Neidvorwürfe sind überheblich und führen nur zu noch größerer Verärgerung, weil sie eben nicht den Kern des Problems treffen.

        Die Leute, besonders die einfachen, haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was GERECHT ist und was nicht. Den Wert einer Arbeit z.B. beurteilen sie im Wesentlichen nach derem gesellschaftlichen Nutzen. Die Marktwirtschaft jedoch kennt überhaupt keine Werte, sondern nur Preise (für Waren und für Arbeit), und diese werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Differenz zwischen dem Wert einer Arbeit und ihrem Preis ist der Kern des Problems.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ingolf

        >Den Wert einer Arbeit z.B. beurteilen sie im Wesentlichen nach derem gesellschaftlichen Nutzen>

        Beleg dafür?

        Ich weiß nicht, was „gesellschaftlicher Nutzen“ ist und glaube nicht, dass andere es wissen, will aber nicht schlauer als sie sein und schließe daher nicht aus, dass sie es wissen.

        Sollte es überhaupt Kriterien dafür geben – von wem aufgestellt und als maßgebend BESTIMMT?, – dann müssten sie allgemein BEKANNT sein, damit „besonders die einfachen Leute“ den Wert einer Arbeit derart beurteilen können.

        Dass jeder etwas sagen kann, wenn er dazu gefragt wird, ist allenfalls Meinung, aber ohne Kriterien keine BEURTEILUNG.

        Ihre Aussage ist mehr als fragwürdig, daher :

        Sie tragen entweder eine Larifari-Behauptung vor oder beziehen sich auf eine Studie, die auf ein bestimmtes ERGEBNIS hin konstruiert worden ist.

        >Die Marktwirtschaft jedoch kennt überhaupt keine Werte, sondern nur Preise (für Waren und für Arbeit), und diese werden von Angebot und Nachfrage bestimmt>

        Das ist richtig, wenn man unter „Marktwirtschaft“ das VERFAHREN zur Preisbestimmung versteht.

        Es kann keine Werte beinhalten.

        Die Aussage ist falsch, wenn man – was man muss – Menschen in die Marktwirtschaft einbezieht.

        Menschen haben Werte und handeln nach Werten.

        Dadurch sind Werte in der Marktwirtschaft.

        >Die Differenz zwischen dem Wert einer Arbeit und ihrem Preis ist der Kern des Problems.>

        Richtig, bei Karl Marx, der in DAS KAPITAL schreibt:

        „ Der Wert der Ware aber stellt menschliche Arbeit schlechthin dar, Verausgabung menschlicher Arbeit überhaupt“.

        Die Auffassung kann man haben.

        Sie ist aber genau das PROBLEM, wenn es um die Generierung von Wohlstand geht.

        Wir leben nicht in einer sozialistischen Verwaltungswirtschaft, sondern – sagen wir es einmal vorsichtig – in einem stark keynesianisiertem Kapitalismus.

        Ich empfehle Ihnen, Ihr Koordinatensystem zu überprüfen, bevor Sie mit derartigen Auffassungen hier Punkte sammeln wollen.

      • Avatar
        Ingolf sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Der Beleg dafür ist meine Lebenserfahrung im Umgang mit anderen Menschen. Natürlich bewertet letztlich jeder eine bestimmte Arbeit etwas anders, aber immer in einem bestimmten Rahmen, und nicht dramatisch anders. Jede Gesellschaft vermittelt ihren Kindern über die Erziehung gewisse Werte, nach denen sich die Menschen dann mehr oder weniger richten. Andernfalls zerfällt die Gesellschaft.

        Zitat: „… wenn man – was man muss – Menschen in die Marktwirtschaft einbezieht.“

        Muss man nicht, weil es nichts am Ergebnis ändert.

        Zitat: „Richtig, bei Karl Marx, der in DAS KAPITAL schreibt:“

        Es interessiert mich nicht, was Karl Marx schreibt. Wenn Sie meine Ausführungen kritisieren wollen, müssen Sie sich schon auf meine Ausführungen beziehen, und nicht auf die von Marx.

        Zitat: „Ich empfehle Ihnen, Ihr Koordinatensystem zu überprüfen, …“

        Könnten Sie Ihre Aussage bitte konkretisieren ? Ich weiß nicht, was Sie mir damit sagen wollen.

        Zitat: „… bevor Sie mit derartigen Auffassungen hier Punkte sammeln wollen.“

        Will ich nicht. Es geht mir um die Wahrheit.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ingolf

        >Es geht mir um die Wahrheit.>

        Gut so, mir geht es auch darum.

        >Zitat: „Ich empfehle Ihnen, Ihr Koordinatensystem zu überprüfen, …“
        Könnten Sie Ihre Aussage bitte konkretisieren ? Ich weiß nicht, was Sie mir damit sagen wollen.>

        Grundsätzlich:

        Wenn Sie eine Auffassung vorbringen, wie

        >Den Wert einer Arbeit z.B. beurteilen sie im Wesentlichen nach derem gesellschaftlichen Nutzen>,

        dann MÜSSEN sie diese mit BESTIMMTEN Daten belegen, etwa zu „einer Arbeit“ – welcher.

        Wie beurteilen die Menschen die Arbeit des Vorstands einer großen AG, wie die eines Schreiners oder Sozialarbeiters?

        Ihre Lebenserfahrung ist dafür kein Beleg.

        Das ist so, weil Ihre Lebenserfahrung wie meine oder die anderer am Blog KEINE gültigen Aussagen darüber erlaufen, wie DIE Menschen …, also ALLE …was beurteilen.

        Ich habe am anderen Thread geschrieben, dass nach einer Umfrage 51% der Menschen keiner Partei Kompetenz zumisst. Demnach ist die Aussage berechtigt:

        Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung den Parteien keine Kompetenz zu.

        Und nochmals:

        BEURTEILEN ist etwas anderes als MEINEN.

        >Zitat: „… wenn man – was man muss – Menschen in die Marktwirtschaft einbezieht.“
        Muss man nicht, weil es nichts am Ergebnis ändert.>

        Das ist schlichtweg falsch, weil – wenn man von Werten reden – Menschen einbezogen werden müssen. Denn ohne Menschen keine Werte. Das Ergebnis spielt keine Rolle.

        >Es interessiert mich nicht, was Karl Marx schreibt. Wenn Sie meine Ausführungen kritisieren wollen, müssen Sie sich schon auf meine Ausführungen beziehen, und nicht auf die von Marx.>

        Das muss Sie natürlich nicht interessieren.

        Ich habe mich auf Ihre Aussage bezogen und Ihnen dargelegt, WO sie sich mit Ihrer Aussage positionieren. Vielleicht interessiert sie das.

        Zum Schluss:

        >Jede Gesellschaft vermittelt ihren Kindern über die Erziehung gewisse Werte, nach denen sich die Menschen dann mehr oder weniger richten. Andernfalls zerfällt die Gesellschaft.>

        Dem stimme ich zu.

        Sie hätten einfach sagen können:

        Die Menschen folgen meinem Eindruck nach immer weniger Werte, sondern orientieren sich stattdessen mehr und mehr an Preisen.

        Das ist es, was unter „ vermehrte Ökonomisierung der Lebenswelten“ verstanden wird.

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        Ingolf sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Zitat: „BEURTEILEN ist etwas anderes als MEINEN.“

        Wenn Sie sich so sehr an diesem Wort stören, dann ersetzen Sie es durch „bewerten“. Natürlich handelt es sich um eine Meinung und keine Beurteilung, so wie Sie dieses Wort verstehen, ich dachte das sei offensichtlich.

        Zitat: „Ihre Lebenserfahrung ist dafür kein Beleg.“

        Gut, dann streiche ich diesen Satz. Letztlich spielt es keine Rolle, auf welcher Grundlage die Menschen eine bestimmte Arbeit bewerten, entscheidend ist, dass sie es tun.

        Zitat: „Das ist schlichtweg falsch, weil – wenn man von Werten reden – Menschen einbezogen werden müssen. Denn ohne Menschen keine Werte. Das Ergebnis spielt keine Rolle.“

        Das sehe ich wie gesagt anders, und dabei bleibe ich auch. Die Menschen bewerten eine bestimmte Arbeit, der Markt bepreist diese. Wie die Bewertung und wie die Bepreisung zustande kommen, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, dass zwischen beidem eine Differenz besteht, und das ist der Kern des Problems.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ingolf

        Nur noch das, dann lassen wir es.

        Es geht nicht darum, was an einem Wort stört.

        Es geht vielmehr darum, was mit Wörtern bzw. Begriffen in VERBINDUNG steht.

        Beispielsweise:

        Ein Richter urteilt anhand bestimmter Sachverhalte (Recht, Tatbestände, Urteilen von Kollegen in ähnlichen Fällen, Verhalten des Angeklagten etc.).

        Das hat nichts mit seiner Meinung zu tun, etwa der, dass es zu viele Kleinkriminelle in der Gesellschaft gebe.

        Er hat sie einfach – warum spielt anders als beim Urteilen keine Rolle.

        >Die Menschen bewerten eine bestimmte Arbeit, der Markt bepreist diese.>

        Das kann man so sagen.

        Wenn man das über Menschen sagt, bezieht man sich auf Aussagen bezüglich produktiver Tätigkeiten, wie beispielsweise „künstlerisch“, „gehört nicht viel dazu“ oder ist „typisch für diese Menschen hier“ verbunden.

        Oder auch:

        Das Produkt dieser Arbeit ist wichtig oder nicht wichtig für mich.

        Mit derartigen Bewertungen kann man am Markt AKTIV werden.

        Der Markt bepreist dann entsprechend einem Angebots- oder Nachfrageverhalten, das nicht nur, aber auch auf derartigen Bewertungen beruht.

        Insofern besteht selbstverständlich ein Unterschied zwischen Wert und Preis einer Arbeit.

        Sie haben aber ursprünglich gesagt:

        >Die Marktwirtschaft jedoch kennt überhaupt keine Werte, sondern nur Preise (für Waren und für Arbeit), und diese werden von Angebot und Nachfrage bestimmt>

        Markt ist etwas anderes als Marktwirtschaft.

        Marktwirtschaft kennt Werte, weil Menschen mit Wertvorstellungen in Märkten, die bepreisen, aktiv werden.

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        Starchild sagte:

        @Richard Ott
        yepp, der erste Verlust ist der kleinste Verlust. Die erste Schokolade ist zwar schon versteuert und wird nochmals trickreich versteuert wenn man gehen möchte. Und richtig, die 2.Schokolade wird es niemals geben, dafür unendliches Leid…… auch für die Neider.

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      Tobias W. sagte:

      Jedes Mal, wenn ich mit Berufskollegen in Deutschland über mein amerikanisches Gehalt diskutiere, das für vergleichbare Qualifikation, Tätigkeit und Branche vier bis fünf mal höher ist als bei den Kollegen, mit denen ich vor mehr als zehn Jahren mal in der gleichen Firma in Deutschland nach dem Studium angefangen habe, sehe ich mich mit Vorwürfen des Flunkerns konfrontiert – und selbst bei denen, die den Angaben folgen können, gehen dann die Diskussionen los, dass die USA durch fehlende Sozialsystem und hohe Lebenshaltungskosten dennoch ein Negativgeschäft seien.

      Man kann in Deutschland eben nicht glauben, dass in der Wirtschaftssupermacht Deutschland die Deutschen niedriger bezahlt werden und weniger verdienen als im Ausland. Das passt nicht ins deutsche Weltbild und Selbstverständnis. Wie auch! Schließlich wurde über die letzten 14 Jahre fleißig das Bild des mächtigen Deutschlands aufgebaut! Ein Land, in dem gut und gerne lebt! Wie kann es da sonst wo besser sein?!

      Von daher wundert mich das Ergebnis dieser Befragung GAR NICHT.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto:

    „Damit dürften Immobilien in Deutschland auch in kommenden Jahren in internationalen Vergleichsstudien einen der hinteren Plätze einnehmen und vor allem keinen Anreiz bieten, mehr zu bauen.“

    Das sehe ich anders,

    denn die meisten Deutschen sind nicht mobil. Wer ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung kauft, kauft diese nicht aus Gründen der Kapitalanlage. Wer als Bauträger solche Leute versorgt, muss ihnen keine Renditebetrachtung vorlegen. Wer als kommunales Wohnungsunternehmen einen Versorgungsauftrag für Mietinteressenten hat, interessiert sich auch nur bedingt für die Mietrendite. Wer über eine Nachverdichtung (Dachgeschoßausbau, Anbau im Garten, etc.) trotz der Einschränkungen immer noch Geld verdienen kann, wird das tun. Wer als Gewerbetreibender bei seinem Neubau im Gewerbegebiet eine Betriebsleiterwohnung integrieren kann, wird das weiterhin tun.

    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Entscheidend sind m.E. vielmehr zwei Dinge:

    1. Die Nachfrage. Die bricht erst ein, wenn der Export und damit der deutsche Arbeitsmarkt deutlich einbricht (z.B. wegen ausländischer Wettbewerber bei PKWs oder wegen Zöllen)

    2. Das Produktionspotential der Bauwirtschaft, d.h. Kräne, Baufahrzeuge, qualifizierte Mitarbeiter, etc. Das wird gerade erst nach über 20 Jahren massivem Abbau zwischen 1995 und 2015 wieder schrittweise aufgebaut, häufig auf den Schultern ausländischer Mitarbeiter. Die Bestellzeiten für Radlader, Bagger, Kräne, etc. sind ordentlich hoch, d.h. selbst diese Hersteller müssen ihre Kapazitäten erst wieder erweitern.

    Und jetzt spreche ich noch nicht von öffentlichen (z.B. Schulen) und gewerblichen Immobilien (z.B. Logistik, Büros, Handel, Hotels, etc.), bei denen der Markt nicht reguliert wird bzw. der Markt nicht gebraucht wird. Deren Bau geht ebenfalls weiter, solange der Realzins niedrig und der Arbeitsmarkt stabil ist.

    Zusammengefasst: Es wird schon mehr gebaut werden. Für Kapitalanleger dürfte es dennoch klug sein, die Finger davon zu lassen, denn nach dem margin call werden Lastenausgleich, Hypothekengewinnabgaben u.ä. Probleme machen.

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    Ondoron sagte:

    Deutschland benötigt nur eine bedeutend stärkere Währung. Damit wären die Handelsungleichgewichte ausgeglichen. Freilich mit dem Nebeneffekt, dass der Reichtum in Deutschland bliebe. Das ist international nicht erwünscht.
    Die Deutschen subventionieren dabei den Exportboom und werden immer ärmer. Erwünscht? Die deutschen, gut verdienenden Exportunternehmen gehören über Aktienkapital mehrheitlich Ausländern. Alles klar? Man muss schon ein bisschen blöd sein, wenn man die Punkte nicht verbinden kann.

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    Thomas M. sagte:

    https://www.focus.de/politik/deutschland/kommt-die-co2-steuer-auf-flugbenzin-vor-sitzung-des-klimakabinetts-hier-muessen-sie-kuenftig-mit-hoeheren-kosten-rechnen_id_10936547.html

    „Alle Parteien betonen, dass vor allem Menschen mit kleinem Einkommen nicht draufzahlen sollen, und dass die Wirtschaft geschützt werden soll […]“

    Aha. Wer zahlt denn die Steuer (mit Ausnahme vom Fliegen vielleicht) dann noch? Die Einkommensstarken, die moderne Autos fahren können und in neuen, energetisch optimierten Wohnungen und Häusern leben? Via CO2-Solidaritätsabgabe, die auf Dämmmaterialien und Öko-Strom anfällt?

    Wie alle diese an täglichen Verbrauch gekoppelten Steuern wird das die ohnehin einkommensschwachen Haushalte – ggf. über Umwege – relativ am stärksten treffen. Und wer glaubt, dass der rechnende Vermieter das langfristig nicht auf die (Kalt-) Miete umlegt, dem ist nicht zu helfen.

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    Arda Sürel sagte:

    ‚Da dem IWF – wie auch Donald Trump und Emanuel Macron – die deutschen Exportüberschüsse schon lange ein Dorn im Auge sind, ist es nur konsequent, hier anzusetzen und über den Umweg der Vermögensverteilung in Deutschland die Exporte endlich klein zu bekommen.‘

    Ein sinnvolles Mittel, Exportüberschüsse wirksam anzugehen könnten Laenderlimits sein. Die Zentralbank oder die Finanzmarkt-Regulierungsinstitution geben Banken und sonstigen Teilnehmern an der internationalen Handelsfinanzierung Gesamtsummen der Vergabe von Krediten an Adressen bestimmter Laender vor. Diese Summen können je nach Entwicklung der Leistungsbilanz zwischen zwei Laendern erhöht oder gesenkt werden. Dies waere eine Regulierung der internationalen Handelsfinanzierung und über diese Regulierung des Kapitalexportes könnte die Vermeidung destruktiver Leistungsbilanzungleichgewichte in der EU angestrebt werden.

    Diejenigen Handelsfinanzierungen, die zwischen Importeur und Exporteur direkt vereinbart werden und Leistungsbilanzungleichgewichte mitverursachen, können durch Besteuerung angegangen werden (Der Importeur zahlt einen bestimmten Steuersatz für noch nicht bezahlte Rechnungen aus dem Ausland).

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    Donnerkeil sagte:

    Wohlstand ist eben mehr haben als der Nachbar…
    Es fällt schon auf, dass die steuerliche Bevorzugung der Vermögenden aufgrund perfekten Lobbyismus, diese Gruppe deutlich besserstellt: Erbschaftssteuer bei Unternehmen, Steuerfreiheit bei Veräußerungsgewinnen von Immobilien nach 10 Jahren, Abgeltungssteuer bei Kapitalerträgen etc., Versorgungswerke statt gesetzl. Rentenkasse etc. etc.
    Und das sage ich, der von alledem profitiert.
    Aber solange der Niedriglöhner CDU oder gar FDP wählt, mag er sich doch nicht beschweren.

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    Eva Maria Palmer sagte:

    Ich kann mich noch an die 48 Stunden-Woche meiner Vorfahren Anfang der 60er Jahre erinnern.

    Da wurde auch Samstags gearbeitet.

    Sozialhilfe gab es damals nur in bescheidenem Ausmaß.
    Sozialbetrüger waren nach dem Krieg geächtet und jeder, der eine 3jährige Lehre oder ein Studium absolviert hatte, bekam einen Arbeitsplatz.

    Die ersten Migranten in dieser Zeit waren Türken, Italiener und Osteuropäer.
    Bei der Betrachtung der Türken meinte damals unser Kanzler Kohl, daß man die doch alle wieder irgendwann nach Hause schicken müßte, wenn es für sie keine Arbeit mehr gäbe.

    Das ist nicht geschehen, denn heute liegen die Nachfahren der Türken mit fast einem Drittel ihres Bevölkerungsanteils in unserer sozialen Hängematte als Hartz IV-Bezieher.

    Heute hat unsere Bevölkerung eine andere Arbeits-Philosophie.

    Neben den vielen überflüssigen Beamten, die ohne eigene Leistung in die Sozialsysteme auf ihren Sesseln hin und her rutschen und einen Pensions-Aufwand in Billionenhöhe verursachen werden (Raffelhüschen), haben wir dank den Gewerkschaften die 35-Stundenwoche und wollen damit gegen die fleißigen Asiaten und Entwicklungsländer konkurrieren.

    Unsere Jugend, die teilweise Freitags nicht mehr in die Schule geht, hat Null-Bock auf die Verschleißjobs Ihrer Vorfahren.

    Sie machen ein Abitur mit zu guten Noten, und beginnen Anfang der 20er Jahre ein in vielen Fällen zu nichts führendem Studium.

    Wenn Sie dann Anfang 30 sind, und einen Job haben, der „weit unter ihrer Qualikation und Bezahlung“ liegt, schauen sie neidisch auf den selbständigen Handwerker, der das Mehrfache Ihres Gehaltes einfährt.

    Wenn man einen Jahres-Kalender anschaut und das Vierteljahr Ferien und die Urlaubsmonate zuzüglich Fehlzeiten betrachtet, fragt man sich, wie der Schüler das notwendige Wissen in der kurzen Zeit erlangen kann und ob die Industriebetriebe überhaupt mit der Facebook-Freizeitgesellschaft wettbewerbsfähig sein können.

    Die Antworf darauf werden wir leidvoll in den nächsten 20 Jahren erleben, wenn die Schuldentürme einstürzen ud die pensionierten Verursacher sich wohlig überversorgt auf Kreuzfahrt-Schiffen räkeln.

    Unsere mehr als 20 Millionen Rentner mit 45 Beitragsjahren in die Sozial-Systeme, von denen die Älteren und Fleißigen noch auskömmliche Renten beziehen, müssen sich dem Vorwurf stellen, sie würden das Land ausbeuten und der Jugend die Zukunft nehmen.

    Heute ist unser Land in der Hand von gierigen und korrupten Beutelschneidern, die dank „John Laws“ Nullzins-Politik Spekulations-Gewinne einfahren, die mit normaler Arbeit nicht mehr erzielt werden können.

    Unsere Konzern-Erben werden wg. fehlender Besteuerung immer reicher und die meisten von ihnen haben ihr Vermögen in Steuer-Oasen gebunkert.

    Der größte Kleptokrat und Wohlstandsvernichter aber ist unser dummer und gieriger Staat, der schon bei einem VW-Bandarbeiter die Höchststeuer von 42% kassieren kann.

    Die gierige und korrupte Elite allerdings, kann man wg. der Art und Weise, mit der sie ihren Reichtum erlangt, durchaus kritisieren, denn der ebenfalls dumme aber gierige Staat ist dank der Akzeptanz ihrer Korruption und Lobby der Komplize bei der Enteignung der Klein- und „Normal“-Verdiener.

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