Zur Dynamik der Deflation

Das Gespenst der Deflation kehrt zurück. Da haben wir zehn Jahre lang so viel Liquidität geschaffen wie möglich, Aktienblasen aufgepumpt und damit Inflationserwartungen geschürt. Ohne Erfolg. Grund genug, auf frühere Kommentare von bto zu diesem Thema zurückzugreifen:

Sinkende Preise, schwindende Nachfrage: Deflation ist für Volkswirtschaften ein Schreckensbild. Bei hohen Schulden führt sie direkt in die Pleite. Noch beunruhigender: Die Politik der Notenbanken allein kann Deflation nicht verhindern.

Seit Jahren gibt es einen Streit um das Thema „Deflation“. Dieser verläuft entlang verschiedenster Fronten:

  • Besteht die Gefahr einer Deflation?
  • Wäre eine Deflation denn überhaupt ein Problem?
  • Was kann getan werden, um eine Deflation zu verhindern?

Dabei wird sehr schnell deutlich, dass hinter den Argumenten oftmals die Verteilungsfrage für den Schaden der Überschuldungskrise steckt. Doch schauen wir uns die Argumente an. Dieser Beitrag erschien bei manager magazin online im Februar 2014 (ergänzt um einige Abbildungen als Update):

Besteht die Gefahr einer Deflation?

Namhafte Beobachter sehen die akute Gefahr einer deflationären Entwicklung in Europa: Der IWF warntWolfgang Münchau warnt im SPIEGEL, Ambrose Evans-Pritchard warnt im Telegraph und Herr Draghi betont, jederzeit handeln zu können, um eine Deflation zu verhindern.

Auf der anderen Seite sind die Kommentatoren, vor allem vieler deutschen Medien, die betonen, dass die Eurozone als Ganzes keine Deflation hat, sondern nur einige Länder, in denen die Deflation aber politisch gewollt ist, um über eine „interne Abwertung“ die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. Diese unterstellen denjenigen, die vor einer Deflation warnen, dass sie mit dieser Panikmache nur weitere Geldschöpfung der EZB rechtfertigen wollen, mit dem Ziel über Geldentwertung die Schuldenlast abzutragen.

bto sieht die Gefahr einer Deflation sehr wohl. Dies deshalb, weil ich ganz mit Irving Fisher der Auffassung bin, dass in einer überschuldeten Welt der deflationäre Druck überwiegt: Das Kreditvolumen schrumpft, Vermögenswerte fallen im Preis, die Wirtschaft ist in der Rezession, das Bankensystem ist angeschlagen.

Hinzu kommt, dass es große Teile der Weltwirtschaft gleichzeitig trifft und jede Region versucht, zulasten der anderen einen Vorteil zu erlangen: Die USA schwächen den Dollar durch aggressive Geldpolitik, die Japaner versuchen durch massive Abwertung die Wirtschaft in Schwung zu bekommen und die Deflation zu überwinden, die Chinesen werden die Wirtschaft ebenfalls über Exporte stimulieren und dank Shalegas werden die Ölpreise gedämpft. Überinvestitionen der Bergbaukonzerne und einiger Schlüsselindustrien wie zum Beispiel Stahl tun das Ihrige dazu, dass das Preisniveau unter Druck gesetzt wird. Damit ist Deflation durchaus realistisch.

Ist Deflation überhaupt ein Problem?

Der Normalzustand der Wirtschaft ist Deflation. Über lange Zeiträume hinweg – gerade im 19. Jahrhundert – herrschten geringe Deflation und hohes Wirtschaftswachstum. Fundamental lässt sich das auch erklären. Die Unternehmen entwickeln immer neue Wege, um Güter kostengünstiger herzustellen. Die Betriebswirtschaftslehre spricht dabei von Erfahrungseffekten. Studien der Fed zeigen, dass Deflation keineswegs mit einer negativen Wirkung auf das wirtschaftliche Wachstum verbunden sein muss.

Genau darauf weisen jene hin, die betonen, dass selbst wenn eine Deflation drohen sollte, diese keineswegs so fatal wäre, wie die besorgten Kommentatoren meinen.

In einem Umfeld hoher Schulden haben wir es aber mit einer anderen Art der Deflation zu tun. Diese ist nicht Folge effizienterer Produktionsmethoden, sondern Ergebnis eines Entschuldungsprozesses. Dabei wirkt die Deflation Krisen verstärkend, weil sie die reale Schuldenlast steigert.

Wenn das Nominalwachstum der Wirtschaft unter dem Nominalzins liegt, wird es den Schuldnern schwer gemacht, die Schulden abzutragen.

Dies setzt dann echte Ersparnis voraus, bei Staaten spricht man vom „Primärüberschuss“, also einem Überschuss im Etat vor Zinszahlungen. Dies führt zu einem Fehlen an Nachfrage in der Wirtschaft und damit Krisen verstärkend.

Im heutigen Umfeld ist genau dies die Gefahr. Wie anderweitig diskutiert, haben wir es mit geringem fundamentalen Wachstum (schrumpfende Erwerbsbevölkerung und Produktivität!) zu tun. Bei hohen Schulden führt Deflation direkt in die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Was kann getan werden, um eine Deflation zu verhindern?

Hier wird es interessant: Beide, die Warner vor Deflation wie auch jene, die die Warnung für unbegründet halten, denken, es wäre in der Hand der Wirtschaftspolitik, namentlich der Zentralbanken, eine Deflation zu verhindern. Alle glauben Ben Bernanke, der schon 2003 in einer Rede betont hat, dass die Notenbank nur genug Geld drucken muss und es kommt nicht zu einer Deflation.

Doch stimmt das wirklich? Seit fünf Jahren bekämpfen die Notenbanken der westlichen Welt die Finanz- und Wirtschaftskrise. Alle haben ihre Bilanzen massiv ausgeweitet, nur bei der EZB ist sie seit einigen Monaten – wir sprachen darüber – rückläufig.

Aber ist dies der Grund? Auch in den USA, wo die Fed fast ungebremst weiter expandiert, ist die Inflation immer geringer geworden. In der Schweiz ist von Inflation keine Spur, in Japan gibt es zwar erste Anzeichen, aber deutlich unter dem eigentlich angestrebten Zweiprozentziel.

Die Inflationserwartungen sind eher rückläufig:

Inflation gibt es nur bei wachsenden Krediten

Nur in England scheint das mit der Inflation zu klappen. Schaut man genauer hin, wird klar, dass nur in England das Kreditvolumen an die Realwirtschaft wieder wächst. Damit ist auch die Hauptvoraussetzung für Inflation klar: wachsende Kredite. Ohne diese ist Inflation nicht möglich.

Wenn nun aber alle sparen, also versuchen bestehende Schulden abzutragen, ist Deflation das Thema, nicht Inflation. Dann fließt das „frische Geld“ der Notenbanken eben nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte, wo es die Vermögenspreise treibt.

Das ist auch eine Art der Inflation – aber eben nicht von der Sorte, die den Schuldnern hilft.

Die Notenbanken alleine können eine Deflation nicht verhindern

Billiges Geld hilft nur dann, wenn die potenziellen Schuldner noch über beleihbares Eigentum verfügen und diese auch bereit sind, dieses Eigentum zu beleihen, weil sie attraktive Investitionsmöglichkeiten sehen. In einem Umfeld der Rezession sehen Unternehmen dies nicht und private Haushalte werden sich ebenfalls mit Schulden zurückhalten, wenn Arbeitslosigkeit droht und die Preissteigerung gering ist.

Kein Grund zur Eile. Einige Beobachter gehen gar so weit zu sagen, dass die tiefen Zinsen als solche deflationär wirken, signalisieren sie doch Investoren geringe zu erwartende Renditen und zwingen sie Sparer mehr zu sparen, um für ihr Alter vorzusorgen.

Da haben verschiedene Leser 2014 gemeint, „der spinnt“. Hier nun der Beweis. Es ist wirklich so:

Die Sparneigung steigt, obwohl die Zinsen immer tiefer liegen.

Der Ruf oder die Angst vor mehr Zentralbankintervention ist somit irrelevant. Die Geldpolitik wirkt nicht im Umfeld der Überschuldung. Alles, was sie erreichen kann, sind weitere Blasen in einzelnen Vermögenswerten, deren Platzen die Wirtschaft in erneute Krisen und damit noch größere Deflationsgefahr stürzt – siehe die Schwellenländer heute. Damit würde die Geldpolitik das befördern, was sie eigentlich zu verhindern trachtet.

Folgt man dieser Argumentation, wird klar, dass die Notenbanken alleine eben eine Deflation nicht verhindern können. Es fehlt der Schuldner, der bereit ist, mehr Schulden zu machen und damit die Nachfrage anzuheizen. Der Ruf nach aggressiver Geldpolitik – gerade in Europa – mag erhört werden. Aber er alleine wird keine Deflation verhindern.

Geldpolitik bekämpft die deflationären Tendenzen nicht

Wer dies möchte, muss zusätzlich nach aggressiver Neuverschuldung rufen. Und diese kann nur vom Staat kommen. Nur dieser kann sich ohne Rücksicht auf die eigentlichen Schuldner seiner Schulden – die Steuerzahler – in weitere Schulden stürzen. Dann direkt finanziert von den Notenbanken.

Die Folgen wären klar: Über Zeit kommt es zu einer Inflation. Und angesichts der derzeit tiefen Umlaufgeschwindigkeit – ein Euro/Dollar wird viel weniger pro Jahr eingesetzt als im historischen Durchschnitt – ergibt sich ein deutliches Inflationspotenzial. Dann wäre in der Tat Weimar nicht weit.

Was wirkt, ist die Zerrüttung des Geldwesens durch ungehemmten Staatskonsum auf Notenbankkredit. Wer das versteht und sieht, kann nur für geordnete Schuldenrestrukturierung sein.

Wer hingegen alleine auf die Geldpolitik setzt, wird feststellen müssen, dass diese nicht greift, sondern in letzter Konsequenz die deflationären Tendenzen eher fördert als bekämpft. Dies wird sich allerdings erst nach einigen Jahren der Enttäuschungen und Stagnation zeigen, in denen die Wirtschaft nicht richtig auf die Beine kommt, die Arbeitslosigkeit hoch bleibt und die Schulden weiter steigen.

Und wenn jetzt der eine oder andere Leser meint, uns in Deutschland muss das angesichts der guten Wirtschaftslage doch nicht kümmern, sei erinnert: Unsere Wirtschaft profitiert enorm von den Stabilisierungsbemühungen anderer Staaten sowie den Vermögenspreisblasen, die international angefacht werden.

Beides wird nicht ewig andauern.

→ manager magazin.de: „Was, wenn Gelddrucken nicht gegen Deflation wirkt?“, 12. Februar 2014

35 Kommentare
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    RealTerm sagte:

    Ich bin immer wieder von Ihrer ausgezeichneten, durch und durch sachlichen Analyse fasziniert, Herr Dr. Stelter!
    Was ist aber so faszinierend, so außergewöhnlich an Ihrer Darstellung?
    Nun, zum einen ziehen Sie anhand der Fakten und streng analytische Schlüsse und tragen diese letztendlich sehr unangenehmen Perspektiven sachlich vor. Der eigentlich entscheidende Punkt ist aber nun, dass Sie sich trotz der im Grunde „ausweglosen“ Lage nicht politisch instrumentalisieren lassen und -wie viele Wirtschaftswissenschaftler- der Politik mit falschen Argumenten noch falschere Lösungswege vorgaukeln, sondern die tieferen Handlungsalternativen Pest und Cholera einfach aussprechen. Diese will die Politik natürlich nicht hören.

    Ganz konkret fasse ich Ihre Aussage vereinfacht mal kurz zusammen:
    Der Weg aus der Überschuldung heraus geht nur über Inflation (Geldentwertung) und/oder Deflation (Ausfall der Schuldner). Inflation kann aber nur über neue Kredite erzeugt werden, die in einer überschuldeten Welt mit fehlendem, weiter beleihbarem Eigentum nur noch der Staat aufnehmen kann, hier stellt dann der Bürger seine Steuereinnahmen als Sicherheit. Damit es nun wirklich zu einer Inflation kommt, muss die Notenbank die Schulten monetarisieren, andernfalls müsste der Staat ja die Steuern anheben, um die Schulden zu begleichen. Diese Sattsfinanzierung durch die Notenbank ist dann aber hochinflationär.
    Die ideale Lösung wäre eine geordnete(!) Schuldenrestrukturierung, andernfalls kommt es über Defaltion/Inflation eben zu einer ungeordneten.

    Und ich füge hinzu:
    Da aber eine wirklich großflächige Schuldenrestrukturierung auch einen Einschnitt in zumindest dem Anschein nach noch vorhandene Vermögen darstellt, wird diese Schuldenrestrukturierung erst kommen können, wenn die Zentralbank die Schulden aufgekauft hat oder wenn bereits offenbar ist, dass ein Großteil des Kreditvolumens nicht zurückbezahlt werden kann oder nur in einer entwerteten Währung zurückbezahlt wird.

    Das sind düstere Aussichten …

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    Quintus sagte:

    Nun lassen wir den altmodischen Geldschein( da keine Zwangsbindung an Güter und Dienstleistungen) einmal weg und geben stattdessen eine besondere EC- Bezahlkarte aus, welche jederzeit, der Situation angepasst, an gewisse Waren etc. gebunden werden kann. Sowohl der monatliche Aufladebetrag als auch die Zweckgebundenheit könnte monatlich nachjustiert werden. Somit könnte man weitaus kostengünstiger und zielgerichteter das notwendige Inflationsziel ansteuern. Obendrein geben öffentlichkeitswirksam „Die Reichen“ ihre Karten aus „solidarischen“ Gründen zurück.

    Nun aber zu den Nebenwirkungen:
    1.Wie könnten die zwangsläufigen Nebenwirkungen dieser Inflationszielsetzung aussehen?
    2. welche flankierenden Maßnahmen MÜSSEN deshalb gesetzt werden um z.B. keine überschießenden Reaktionen hervorzurufen?
    3. wie schnell wird aufgrund eines solchen Vorgehens der Vertrauensverlust in den Euro verloren gehen?
    4. sind Alternativen wie Parallelwährungen eventuell wirkungsvoller?

    Eines jedenfalls ist so sicher wie das Amen in der Kirche: ein WEITER SO wird definitiv zügig in die monetäre Katastrophe führen und den Weg in bürgerkriegsähnliche Zustände ebnen( wie dies aussehen könnte läßt sich bereits am Beispiel Frankreichs erkennen)
    Dann bitte lieber einen geordneten Übertritt in den Eurosozialismus als einen chaotischen Zusammenbruch der Marktwirtschaft und einer zwangsläufig folgenden Auflösung der öffentlichen Ordnung innerhalb des Euroraumes. Denn im Extremfall, bei einer zu schnellen Verschärfung der wirtschaftlichen Lage wird die Demokratie abgeschafft, schon allein deshalb, weil im Rahmen der Demokratie eine koordinierte Krisenbekämpfung vollkommen unmöglich ist. Man darf sich diese Abschaffung der Demokratie am Ende eines kulturellen Zyklus aber nicht als einschneidendes Ereignis vorstellen, wie das zuvor noch bei der staatsstreichartigen Implementierung totalitärer Machthaber und Ideologien der Fall war. Es ist ein schleichender Prozess, bei dem es keine kritische Rückschau mehr geben wird…..

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    ruby sagte:

    Eine ZOE kostet 30 Mille für 10 Mille nehme ich zwei, die acht Jahre Garantie haben. Die 2 x 20 Mille = 40 Mille bucht der Staat an die Deutsche Bundesbank und die vernichtet diese Schuld/Kredit in den acht Jahren. Der ZOE ist abbezahlt, die Schuld/der Kredit abgeschrieben die Bilanz der Deutschen Bundesbank wertberichtigt und Nacht acht Jahren beginnt der neue Zyklus. Herren Scholz, Weidmann, Hochgeschurtz bitte dealen sie. Die Lieferzeit beträgt zwei Monate laut Katalog. Oder alles nur geträumt Hansjörg Pfister, SFR und troodon.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Was 2014 richtig war, ist auch heute noch richtig – aber DRAMATISCHER richtig.

    Denn heute arbeiten die USA sehr ZIELSTREBIG auf eine Rezession der Weltwirtschaft hin.

    Das wird die mehr oder weniger latenten deflationären Tendenzen bestärken.

    >Was wirkt, ist die Zerrüttung des Geldwesens durch ungehemmten Staatskonsum auf Notenbankkredit.>

    Genau, das WIRKT.

    Die Schlussfolgerung daraus:

    >Wer das versteht und sieht, kann nur für geordnete Schuldenrestrukturierung sein.>

    Für etwas sein – das schon.

    Aber daran zu glauben, dass eine Schuldenrestrukturierung WIRKT, ist eine Illusion.

    Denn es wird keine geben.

    Gibt es dafür vielleicht den revolutionär-humanistischen Trick, durch die ENERGIEWENDE auf WACHSTUMSKURS zukommen MIT (zugleich), wenn es denn sein muss, der Ablösung des hemmenden Schuldgeldsystems?

    Wir arbeiten daran – und wenn wir an etwas so entschlossen arbeiten wie an der Energiewende, dann WIRKT das – allerdings ZERSTÖRERISCH:

    Entwertung von produktivem Sachvermögen und Schaffung von Arbeitslosigkeit in weitgehend allen Branchen mit hoher Wertschöpfung werden mit friedlichen Mitteln noch nie erreichte Deflation UND Zerrüttung des Geldwesens schaffen.

    Das ist natürlich viel zu pessimistisch.

    Gut, dann optimistischer:

    Bevor das eintritt, wird es zu sozialen Konflikten kommen, die ebenfalls WIRKEN mit dem Ergebnis:

    Nachhaltige Wohlstandsverluste und weitgehend Bedeutungslosigkeit ohne hinreichende Strukturen, die in nennenswertem Umfang konstruktives Handeln ermöglichen würden.

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    michael hoppe sagte:

    Ich denke folgende Maßnahme würde gegen Deflation helfen:

    1.) Deutschland hat 82 Mio Einwohner. Man druckt 410 Mio Stck. 500€ Scheine. Diese werden an die Bürgermeisterämter versendet und an jeden Bürger ausgegeben.
    2.) Einen Monat später misst man die Preissteigerung. Wenn die Preissteigerung nicht >2% geht man zu Schritt 1 und wiederholt diesen.
    Ich denke aber nicht, dass dies so kommen wird, weil das ja gerecht wäre.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ michael hoppe

      Gerecht wäre?

      Man kann doch der Quandt-Erbin und Milliardärin Klatten keinen 500 €-Schein ausgeben und das GERECHTIGKEIT nennen.

      Wenn ALLE das Gleiche bekommen, sind noch lange nicht alle GLEICH.

      Sie sollten an einem urdeutschen Gerechtigkeitskurs teilnehmen.

      Da werden sie gleich gemacht : – )

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Folgt man dieser Argumentation, wird klar, dass die Notenbanken alleine eben eine Deflation nicht verhindern können.“

    Doch, aber nicht durch den Kauf von Assets wie z.B. Aktien oder Staatsanleihen. Helikoptergeld für alle, das zum großen Teil sofort in den Konsum fließt, würde es möglich machen. Dafür braucht man noch nicht einmal zusätzliche Verschuldung. Wie die Notenbanken das allerdings mit ihren jeweiligen Mandaten und der Gerichtsbarkeit in Einklang bringen, ist ein anderes Thema.

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      troodon sagte:

      @ SFR
      „Dafür braucht man noch nicht einmal zusätzliche Verschuldung.“

      Die Frage wäre, wie Helikoptergeld bei der EZB verbucht würde. Und da gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen…

      Falls das Heligeld als „Forderung gegen Nichtbanken“ verbucht wird, die eigentlich mit der Auszahlung wertlos ist, da keine Rückzahlung zu erwarten ist, hätte dies direkt die Abschreibung und dadurch massiv negatives EK bei der EZB zur Folge, was man wiederum als Verbindlichkeit (der entsprechenden Staaten) betrachten kann. Da könnte sicherlich Hr. Stöcker etwas zu schreiben, wenn er denn aus dem Urlaub zurück ist…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Hier, zum Einlesen:

        https://blogs.faz.net/fazit/2015/04/05/zwoelf-jahre-lang-insolvent-und-trotzdem-quietschfidel-was-bedeuten-verluste-fuer-zentralbanken-1-5501/

        Wenn Sie in die Lesermeinungen gehen, werden Sie sehen, dass M. Stöcker NIE im Urlaub ist.

        Auch der Blog hat das Thema schon behandelt:

        https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/bankrott-von-zentralbanken/

        Die Frage der Fragen:

        Ist eine Zentralbank SCHON dann bankrott, wenn sie überschuldet ist oder ERST dann, wenn sie illiquide ist (was sie nie sein muss)?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @troodon:

        Wie man das Helikoptergeld verbuchen könnte? Wie wäre es bei der Bundesbank mit dem Buchungssatz

        9.3 Forderungen aus der Verteilung des Euro- Banknotenumlaufs innerhalb des Eurosystems

        an

        1 Banknotenumlauf

        Eine astreine Bilanzverlängerung. Die Forderung auf der Aktivseite muss nur zinslos und unbefristet sein, die Banknoten auf der Passivseite ordentlich verteilt werden. Gibt der Bürger sie bei der Notenbank irgendwann wieder ab, erlischt die Forderung. Das wird er freiwillig nicht tun. Der Wohlhabende wird wohl nur die Assetpreise treiben, weil er das neue Geld anlegt, aber die große Masse wird ihren Konsum befriedigen. Von Urlaubsreisen über Autokäufe bis zu neuen Textilien wird alles gefragt sein. Und da das Warenangebot erst einmal konstant bleibt, ziehen die Preise an. Voilá – die Verbraucherpreisinflation ist geschaffen.

        Okay, das Vertrauen in die EZB ist dann noch mehr gesunken und ein paar Nörgler auf diesem Blog oder bei Dirk Müller oder Dr. Krall kaufen statt Textilien Fremdwährungen und Gold, weil sie nicht glauben, dass man ohne Währungsreform aufhören kann, wenn man mal mit Helikoptergeld begonnen hat…

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        troodon sagte:

        @ D.T.
        Das Beispiel Tschechien ist mir natürlich bekannt und deshalb ist negatives EK in einer überschaubaren Größenordnung für ZB aus meiner Sicht auch kein Problem.

        Bei einem Helikoptergeld von nur 1% vom Eurozonen BIP sprechen wir aber schon von über 110 Mrd Euro.
        Das ist dann aus meiner Sicht eine andere Größenordnung. Erst recht, wenn es 5 oder 10% vom BIP werden.

        Und da wird es dann m.E. irgendwann schon zum Thema, wie das verbucht wird und ob sich das als negatives EK in der entsprechenden Größenordnung zeigt.
        Welche Auswirkungen hätte es in Bezug auf das Vertrauen in den Euro (und welche weiteren Folgen) wenn das negative EK der EZB z.B. eine Bio Euro wäre und eben nicht nur wenige Mrd?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Sie haben natürlich vollkommen Recht, wenn wir über GRÖSSENORDNUNGEN von Helikoptergeld reden:

        Es muss vermutlich noch nicht einmal eine Inflation im betreffenden Währungsraum geben, damit die Währung, hier der Euro, abwertet, WENN das Helikoptergeld bestimmte Größenordnungen überschreitet.

        Das war aber nicht mein Thema.

        Es ging mir um mögliche Abschreibungen und die Auswirkungen auf das Eigenkapital der Notenbank, wenn Helikoptergeld im Spiel ist, das NICHT nach Bonitätskriterien ausgegeben wird.

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        ruby sagte:

        @troodon
        Auftrag für einen ZOE im Wert von 30.000 eines Bürgers wird bezahlt durch 10.000 vom Bürger (Bar/Überweisung) 20.000 von der Bundeskasse Gutschrift an den Autohersteller. Der Bund sammelt die Pfänderliste und erhält von der Bundesbank den Saldenausgleich bezahlt. Die Bundesbank hat eine Forderung von 20.000, die durch das Pfand des ZOE gesichert ist. Durch den Wertverzehr hier acht Jahre entsprechend der Batteriegarantie wird diese Forderung jährlich abgeschrieben AfA. Der Bund und die Bundesbank geben einen verlorenen Zuschuß der ganz normal auf der Passivseite entsprechend mit der Abschreibung aufgelöst wird. Das ist zu Beginn eine Bilanzverlängerung von 20.000 die entsprechen der garantierten Leistungfähigkeit der Batterie zur zeitlich verursachungsgerechten Bilanzverkürzung führt.
        Sechs Buchungssätze zu Beginn plus acht Jahre einen Buchungssatz, die restlichen jährlichen sind Abschlußbuchungen des Jahresabschlusses.

        PS
        Zur Zentralbankbilanz: Wen bitte interessiert diese?
        Der Staat und seine Geldverfassung können darauf vollständig verzichten, weil die Zentralbank kein Wirtschaftsteilnehmer ist sondern Geldschöpfer egal was sonst so passiert. Und knallhart, Banken sind nur noch Vertragserfüllungsgehilfen für die diejenigen, die die Vertragsfreiheit nicht nutzen wollen oder können.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @troodon
        Wenn jemand Privater/Unternehmer sein Geld als Anleihe dem Staat gibt, hat er diese nicht nötig und macht es nur, weil er sich zumindest bisher Zinsen erwartete. Wer das auch bei negativen Zinsen vergibt, muß mal erklären, was für rationale Gründe er hat. Die Kausalität ist aufgrund der Saldenmechanik, daß der Staat, wenn er keine Anleihen bekäme, das Vermögen wegsteuern müßte oder er die geplanten Ausgaben der nächsten Perioden zur Deckung verwendet.
        Eine Zentralbank kann dem Staat unbegrenzt ihr selbst geschaffenes Geld geben. Da die Privaten/Unternehmen nicht mit den Aufgaben des Staates konkurrieren, wird es keinen crowding out Effekt geben. Was passiert mit einer Bad Bank? Bisher gehen keine Privaten über den Rubykon, warum sollte es eine Zentralbadbank? Wenn Marktfetischischten denken nur sie sorgen für Effizienz bei der Wohlfahrtsschaffung, dann sollen sie ihre Anleihen doch nicht dem Staat andienen sondern sich „ihre optimalen“ Anlagen selber suchen. Was soll denn der Quotient vom BIP als Kennzahl bewirken, er macht doch nur Sinn, wenn die Ausgaben mit einer zeitlichen Komponente Verknüpft sind, die benötigt wird, um eine Rückzahlung zu leisten. Also welche Aufgaben des Staates müssen zurückbezahlt werden, nur dafür macht diese Kennzahl Sinn. Andernfalls sind die Ausgaben/Auszahlungen verlorene Zuschüsse zu einer notwendigen staatlichen Aufgabenerfüllung und die Zentralbank ist dazu das geeignete sich selbst finanzierende Geldschöpfungsvermögen des Staates.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ ruby
        Mit Ihrer Aussage
        „„Zur Zentralbankbilanz: Wen bitte interessiert diese?“ suggerieren Sie, dass es niemanden interessiert.
        Das bestreite ich ab einem von mir nicht näher bestimmbaren negativen EK der ZB.

        Wenn Sie richtig lägen, warum interessiert man sich für die Höhe von Staatsschulden/BIP? Wenn sich dafür niemand interessieren würde, könnte doch der Staat sich unendlich verschulden. Warum geschieht das dann nicht ?

        „Eine Zentralbank kann dem Staat unbegrenzt ihr selbst geschaffenes Geld geben. “
        Theoretisch schon, bis man sich eben ab einer bestimmten Höhe doch praktisch dafür interessiert…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich meine mit

        > … wenn Helikoptergeld im Spiel ist, das NICHT nach Bonitätskriterien ausgegeben wird.>

        Folgendes:

        Abschreibungen sind überhaupt kein Thema für eine Zentralbank soweit sie Helikoptergeld ausgibt, weil sie es einfach NUR ausgibt, sagen wir x EUR jeder berechtigten Person auf deren Konto elektronisch gutschreibt.

        Die Begünstigten müssen ANDERS als bei Kreditaufnahme bei einer Geschäftsbank dafür keine Bonität nachweisen, keine Zinsen zahlen und das erhaltene Helikoptergeld auch nicht tilgen.

        Was SOLL da eine Zentralbank abschreiben?

        Nichts – es macht einfach keinen Sinn m. A. n.

        Was ich nicht damit sagen will:

        Dass es bei der Verbuchung kein ÄQUIVALENT gibt, d. h. keine Position, die denen einer Forderung von Geschäftsbanken bei Kreditvergabe ENTSPRICHT.

        Das ist ein anderes Thema.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @troodon
        Dort wo um Ressourceneinsatz gerungen werden muß geht es um Vorrang. Ich Grenze klar ab und setze dann eine Prioritätenliste. Nur, wo Staat und Markt im Wettbewerb stehen gibt es Beschaffungsengpässe. Diese durch den Preis zu entscheiden kann der Staat durch Gesetzgebungskompetenz. Die Geldverfassung als Knappheitsmaß auf der Angebotsseite hat ihre Grenze bei der Realdeckung durch Pfänder und die Tilgung plus Zinszahlung für durch Kredit vorfinanzierte Investitionen. Solange die Bankenrettungsmilliarden jeden Monat für Virtualvermögen auf fiktiven Kontensalden landen und nicht für Realgüter umlaufen wie bei Gold, Immobilien oder andere nachgefragte Warenkörbler schlummert die Inflation. Ebenso, wenn neue Leistungen entwickelt, angeboten sowie nachfragt werden und in den gemessenen Indize-Positionen sogar deflatorische Tendenzen mitsichbringen.
        Bankenaufsicht bei der Zentralbank ist kein Zukunftsmodell, weil bei klarer Trennung zwischen privater Geschäftsbankengeldschöpfung die Insolvenzregeln gundelten die Zentralbank als unbegrenzter Geldschöpfer ist der denkbar schlechteste Aufseher. Dieser darf keinerlei Rettung durch den Staat mittels Bailout ermöglichen. Sollen die Bankrotteure doch so schnell als möglich ihre gesetzwidrige Kredittätigkeit beenden. Negatives Eigenkapital bedeutet die Passivseite ist länger als die Aktivseite. Die Einhaltung einer Bilanz ist Grundlage der Rechnungslegung von Wirtschaftstätigkeit mit Publizität für andere Wirtschaftsteilnehmer. Die Bankenaufsicht ist Staatsaufgabe und nicht durch ein Mischsystem der EZB und den NZB zu übertragen.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ D.T.
        „Abschreibungen sind überhaupt kein Thema für eine Zentralbank soweit sie Helikoptergeld ausgibt, weil sie es einfach NUR ausgibt, sagen wir x EUR jeder berechtigten Person auf deren Konto elektronisch gutschreibt.“

        Falls Abschreibungen kein Thema wären, dann wäre natürlich auch ein stark negatives EK einer ZB durch Helikoptergeld kein Thema.

        Aber ist das tatsächlich so oder zumindest die Mehrheitsmeinung ?

        Unter http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=19124
        steht z.B. :
        „Sollen Banken und Finanzmärkte jedoch aus der Versorgung mit zusätzlichem Geld ausgeklammert werden, bietet es sich an, den Nichtbanken direkt Konten bei der Zentralbank einzurichten, über die sie unmittelbar verfügen können und die mit entsprechenden Beträgen ausgestattet werden. So erfolgt die Geldschöpfung direkt und unmittelbar „am Adressaten“. Als Gegenbuchung in der Zentralbankbilanz entsteht entweder eine (ev. nicht einlösbare) Forderung gegenüber Nichtbanken oder gegenüber dem Staat. Der Transferaspekt ist in dieser Variante des Helikoptergeldes ein unmittelbarer.“

        Wenn in der ZB-Bilanz „eine (ev. nicht einlösbare) Forderung gegenüber Nichtbanken oder gegenüber dem Staat. “ steht, dann habe ich meine Zweifel, dass hier nichts abgeschrieben werden müsste.
        Und wäre es eine „echte“ Forderung gegen den Staat, dann würde es die Verschuldung der Staaten erhöhen. Dann kann man das Heligeld über eine ZB auch gleich sein lassen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich habe den Verdacht, dass wir uns missverstehen.

        Wenn ich sage, dass Abschreibungen kein Thema wären für eine Zentralbank soweit sie Helikoptergeld ausgibt, mein ich nicht, dass sie nur „Konten mit Beträgen ausstatten“ müsste.

        Natürlich MUSS gebucht und GEGENGEBUCHT werden, weil dokumentiert werden sollte und wird, welche Summe Helikoptergeldes wem gutgeschrieben worden ist.

        Es müsste m. A. n. aber nicht unbedingt dokumentiert und gegengebucht werden.

        Denn die FUNKTIONALITÄT, Geld verfügbar zu machen, ist bei Helikoptergeld mit der Gutschrift auf den Empfängerkonten BEENDET. Dafür braucht es nur ein paar Algorithmen und eine Datenbank.

        Das ausgeschlossen, ist die von Ihnen zitierte Aussage

        >Als Gegenbuchung in der Zentralbankbilanz entsteht entweder eine (ev. nicht einlösbare) Forderung gegenüber Nichtbanken oder gegenüber dem Staat.>

        zwar richtig, weil sie aufgrund des Buchungsvorgangs – und nur des Buchungsvorgangs – ZWINGEND ist.

        Der Punkt, auf den ich hinaus will, bezieht sich hingegen auf das VERSTÄNDNIS dieser Forderung:

        Es ist m. A. n. keine Forderung im Sinne eines MATERIELLEN ANSPRUCHS, evtl. sogar noch eines einklagbaren, irgendjemand gegenüber.

        WAS soll diesbezüglich darunter verstanden werden, dass die Zentralbank eine Forderung gegenüber dem Staat hat, wenn sie EIGENTUM des Staats ist?

        Soll die Notenbank Staatseigentum PFÄNDEN können?

        Was immer es ist, es ist jedenfalls nicht das, was wir gemeinhin in der Wirtschaft mit Forderungen verbinden.

        Denn durch Helikoptergeld erzeugten Buch-Forderungen gegenüber dem Staat könnten theoretisch gegen unendlich gehen, ohne dass sie – und ich meine NUR die ZAHLEN in der Bilanz der Notenbank – den Staat irgendwie als Gläubiger beeinträchtigen würden.

        Abseits dessen bleibt GÜLTIG, auf was Sie verwiesen haben:

        Die AUSWIRKUNGEN von Helikoptergeld, u. a. davon abhängig, wie viel generiert worden ist, könnten und würden – meinem Verständnis der VERFÜGUNGSMACHT des Staats über die Notenbank nach – immens sein, z. B. bezüglich des Wechselkurses der betreffenden Währung und der Inflation im Währungsraum.

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        ruby sagte:

        @troodon
        In Ihrem Link war auch folgender
        http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2016/04/helikoptergeld-wie-es-funktionieren-soll/
        Wird Fiskus und Zentralgeldausgeber zusammen gesehen und gebucht, kann ,wie ich oben bereits geschrieben habe, die Forderung der ZB die Verbindlichkeiten des Staates als korrespondieren Posten der Passivseite übernehmen. Ich nenne diesen „verlorene Zuschüsse aus Staatsverbindlichkeiten. Forderungen versus Zuschüsse dienen als Anschreibelisten zur Vollständigkeit der Rechnungslegung. Sie können aber auch parallel wertberichtigt werden je nach Verwendung und Verzehr des Zweckes. Auf jeden Fall herrscht Ergebnisneutralität.

        @ Herrn Tischer, inhaltlich und technisch – volle Zustimmung.
        Die BIZ/BIS sieht Staat und Zentralbank auch als Einheit.
        „Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) betrachtet die Zentralbankbilanz entsprechend als eine Einheit mit der Bilanz des Staates. Aus dieser Sicht wären die von der Zentralbank gehaltenen Staatsanleihen nichts anderes als Aktiva, die auf fiskalischer Seite als Passiva bilanziert werden. Werden beide saldiert, kommt es zu einer Verkürzung der Bilanzsumme.[ 7 ]“
        7 Vgl.: BIS Working Papers No 161; „The Monetisation of Japan’s Government Debt“; September 2004

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        Alexander sagte:

        @ ruby

        >Die BIZ/BIS sieht Staat und Zentralbank auch als Einheit.

        Wenn diese Einheit (von der ZB Unabhängigkeit) mit dem Ende der Gewaltenteilung zusammenfällt, stehen jedem Regime alle Türen offen. Wer sollte warum noch etwas kontrollieren, wenn die demokratische Legitimation gegeben ist?

        Das Ende der Gewaltenteilung haben wir im Zuge der Eurorettung & Grenzöffnung erlebt.

        Aus der Bevölkerung die sich nicht daran stört, wäre auch unter Einhaltung aller rechtlichen Grundsätze keine besonere Handlung mehr zu erwarten. Das erschrickt mich am meisten und lässt viel Potential vermuten.

        Darin sehe ich auch den stärksten Abwanderungsgrund, weil der Einzelne nicht gegen diese Mehrheit von Zombies ankommt.

        Selbst wenn Rohstofflieferanten gegen dieses Geld weiterhin zu akzeptablen Preisen liefern, bleibt der Schaden für die emittierende Gesellschaft nicht aus.

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        ruby sagte:

        @Alexander
        Vielleicht hilft oder tröstet Dialektik als Methode dem Einzelnen die Alternativen zu erkennen, erklären und damit umzugehen.
        Es ist positiv, daß die Grundlagen der Zombieschöpfung in jedem Buchungssatz öffentlich benannt werden und es ist die Grundlage von Aufklärung, dieses System mit seinen fatalen Folgen als nicht überlebenfähig zu offenbaren. Am Sonntag charakterisiere ich etwas philosophisch, der Glaube an die Göttlichkeit die Mechanismen von Geldsystemen zu beherrschen mittels Banken als Finanzintermediäre ist entzaubert. Die Profiteure haben die Quellen ihrer Verschleierung und Macht verloren, in die Sinnlosigkeit der ungedeckten Geldanhäufung geführt. Und wir sind Aufdecker und Aufseher dieser Menschenvorsteher.
        Die Freiheit und Verantwortung des Individum und der Gesellschaft sind unser Zahlen- und Erklärungswerk. Damit besteht Hoffnung, Phantasie, Tatkraft für bessere Zustände. Sie sagen, schreiben und leben das, was für ein großartiges Vorbild an Anstand und Würde.

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        Alexander sagte:

        @ ruby

        Man kann den Autoren der ökomoischen Aufklärung, von Theaterstücken (Moliere, Tartuffe..) über Bastiat (Gerechtigkeit & Brüderlichkeit) + Buchungssätzen (target2, H.W.Sinn) zu den demographischen Folgen und kriegerischen Auswirkungen der Massenwanderung (Heinsohn, Krieg aber wie?) gar nicht genug danken.
        Die Information zu teilen ist „Verpflichtung = Schuld“.

        -> Die rote Pille nehmen kann jeder nur freiwillig und ganz allein.

        Die Lösung sehe ich in zahllosen roten Pillen, die das Umdenken ausmachen.. Wer die Krise meistern will, kann das nur durch Anerkennung von Realität.

        Mit Zeitverlauf wird die Therapie immer schmerzhafter.

        „Wenn die Rasse der Egoisten erlischt, die von ihrer eigenen Vervollkommnung beansprucht werden, erinnert uns niemand mehr daran, dass wir die Pflicht haben, unseren Verstand zu retten, selbst nachdem wir die Hoffnung verloren haben, unsere Haut zu retten.“
        (Nicolas Gomez Davila)

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Die Notenbanken können ALLEIN eine Deflation verhindern?

      >Helikoptergeld für alle, das zum großen Teil sofort in den Konsum fließt, würde es möglich machen. Dafür braucht man noch nicht einmal zusätzliche Verschuldung.>

      Das ist richtig.

      Aber das Helikoptergeld fließt NICHT allein in den Konsum.

      Es braucht Menschen, die es fließen lassen.

      Die vermutlich richtige Annahme ist:

      Sie lassen es fließen, wenn nur die Dosis hoch genug ist …

      Oder, wenn man den Menschen nicht traut:

      Es braucht den Staat, der – monetär finanziert – es selbstverständlich fließen lässt.

      Die Notenbanken sind NICHT allmächtig.

      Antworten
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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Nein, Notenbanken sind nicht allmächtig. Sie brauchen eine Politik, die sie mit Immunität und zur Not mit Polizeigewalt schützt und Gerichte, die die Rechtfertigung liefern. Beides haben wir zunehmend..

        Warum?

        Weil in Zeiten der demokratischen Unregierbarkeit eine Abwälzung der Entscheidungen auf unabhängige = undemokratische Institutionen wie die EZB oder das FED die einzige Handlungsmöglichkeit ist, die noch bleibt.

        Wie Churchill schon sagte: Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen, abgesehen von denen, die wir vorher ausprobiert haben. Aber Fakt ist, dass die Demokratie ohne eine disziplinierte Bevölkerung mit einem gewissen Maß an Uneigennützigkeit im Hinblick auf die Zukunft der nächsten Generationen nicht vernünftig regiert werden kann. Wenn alle beim Thema Schulden denken „Nach mir die Sintflut“ ist es vorbei mit der Demokratie, denn dann wird sie unbezahlbar. Und genau das haben wir in den westlichen Ländern. Und daher ist das Spiel jetzt auch langsam vorbei, wir haben es nur mit wachsender Verschuldung hinausgezögert. Man gewinnt etwas Zeit, sonst löst man nichts. Und die aktuellen Probleme sind in den westlichen Staaten für demokratische Entscheidungen wohl zu groß. Sieht man von der Demographie über das Thema Altersversorgung bis zum Thema Umweltschutz.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        Im Augenblick – noch – sind die Notenbanken so stark institutionalisiert und so wirkmächtig für die Stabilisierung des Systems tätig, dass die Politik sie nicht schützen muss, sondern sie handeln lässt.

        Allerdings:

        Gemessen an ihrer Satzung handelt die EZB bereits grenzwertig.

        So benötigt daher die rechtliche Legitimation durch den EuGH, um durch das BVerfG nicht „behindert“ zu werden.

        Ansonsten stimme ich Ihnen weitgehend zu.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Ihrer politischen aktuellen Einschätzung der Notenbanken stimme ich zu. Aber wenn man die Äußerungen von Herrn Trump zur FED oder von Italiens Regierung zur EZB hört, sieht man, dass der Status der Notenbanken verbal von der Politik immer mehr in Frage gestellt wird. Und mit verbalen Angriffen werden gesetzliche Änderungen immer gesellschaftlich und medial vorbereitet.

        Friedrich Schiller hat eigentlich zur Zukunft der Notenbanken in 30 Jahren alles schon gesagt:

        „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“, wird es eines Tages nach dem Schuldenkollaps seitens der Politik über die Leitungen der Notenbanken und über die Notenbankregeln heißen, wenn diese durch Monetarisierung mittels Inflation die Ersparnisse vernichtet haben werden. Und dann werden die künftigen Notenbankchefs die Zeche für die Entscheidungen von Alan Greenspan, Ben Bernanke oder Mario Draghi in Form der Beschneidung ihrer Freiheiten zahlen müssen, da sie die Unabhängigkeit nicht im Sinne ihrer Satzungen ausgeübt haben, sondern im Sinne der 0,1 % und der Populisten in der Politik.

  7. Avatar
    Hansjörg Pfister sagte:

    Mit dieser Rede zu der hier aktuell dargestellten Problematik möchte ich mich als Ghostwriter für namhafte Politiker empfehlen:
    Meine sehr geehrten Damen*innen und Herrschaftende,
    Wir müssen uns um das Finanz- ähm Klima zu retten massiv verschul – äh – investieren. Der Staat sowieso, aber auch die Privaten. Wer 40000 Euro Schulden aufnimmt, um sich ein E – Auto zu kaufen, muss nur 20000.- Euro zurückzahlen, der Rest sind negative Zins – tsssh – Klimabonus. Wer jetzt sagt, dass die Staatsschulden von heute eine schwere Hypothek für die folgende Generation darstellen, ist ein Klimaschwein und versteht nicht, dass das CO2, das wir unseren Kindern hinterlassen, die eigentliche tödliche Hypothek ist. Wir müssen jetzt den totalen Klimakrieg – ähm es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um den Planeten zu retten. Es darf kein Pille-Palle mehr geben, wir müssen jetzt alle zusammenstehen, nur so können wir sozialistisch – ich meine selbstverständlich solidarisch – die Inflation über 2%, nein ich meine den Temperaturanstieg unter 2 Grad zu halten. Venceremos (das ist toskana – italienisch und bedeutet so viel wie: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit)!

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