Italien und die SPD-Mitglieder können die Eurokrise zurückbringen

Ein spannendes Wochenende liegt vor uns. Die Italiener wählen (mal wieder) und die SPD-Mitglieder stimmen über die GroKo ab. Die Märkte sehen beides gelassen –, sonst wäre der Euro schon längst im Sturzflug, wie hier in der letzten Woche diskutiert:

„US-Dollar: Totgesagte leben länger“

Zur SPD und zur GroKo habe ich mich bereits geäußert und ich will hier nichts mehr dazu sagen. Viel interessanter dürfte die Wahl in Italien sein, die das Thema „Uscitalia“ wieder auf den Tisch bringen könnte. Schon mehrfach Thema bei bto, ich verweise auf die Rubrik: → Italien, wo sich auch mein Appell findet: → „Lasst uns aus dem Euro austreten, bevor Italien es tut“

Natürlich ist es nicht so, dass nicht alles getan wird, um die Wahl in Italien im europäischen Sinne zu beeinflussen. Vor allem die EZB ist fleißig: „Bernard Connolly, a hedge fund advisor and former currency chief for the European Commission, said the real aim of the ECB’s rhetoric is to show that it is sensitive to the needs of Italy on the eve of pivotal elections. It smacks of a publicity stunt. This is all political cover. The euro is run in the interest of whichever country faces the biggest problems and poses the biggest threat to the survival of monetary union at any particular time. Right now that is Italy, he said.“ bto: Genauso ist es und genau deshalb kauft die EZB zurzeit besonders großzügig in Italien ein!

Dies dürfte auch hinter der zunächst guten Entwicklung in Italien stehen, zumindest, wenn man auf die Finanzmärkte blickt:

„The FTSE MIB index of Italian stocks has fared compared to the FTSE-Eurofirst 300 index, which covers the continent, since the beginning of last year:“

Quelle: FT

 

„As for the spread of Italian bond yields over bunds, the impression is that political risk is decreasing as the election approaches:“

Quelle: FT

Danach zitiert die FT aus dem Blog von Lorenzo Codogno von der LSE, der weniger optimistisch auf das Land blickt. Ich erinnere daran, dass die Schulden weiterwachsen (wenngleich sie sauber gerechnet unter der deutschen liegt, was aber eher zeigt, wie schlecht wir regiert werden) und die Wirtschaftsleistung immer noch unter dem Vorkrisenstand liegt.

  • „How did Italy get to this point of political fragmentation and growing anti-European sentiment? A decade ago, Italy was among the most pro-euro countries in Europe, with a long history of being one of the staunchest advocates for further integration. In the most recent Eurobarometer survey, only 59 Italians out of 100 were in favour of a European economic and monetary union with one single currency, the euro. It was the most Eurosceptic outcome among the countries participating in monetary union.“ bto: was doch angesichts der Misere in dem Land nicht verwundern kann. (Italiens BIP ist 5.7 Prozent unter Vorkrisenniveau).
  • „The popular narrative is that Brussels contributed to deepening the crisis by forcing Italy to implement tight fiscal policies or so-called austerity. Under the pressure of financial markets during the European sovereign debt crisis, Italy increased the structural (cyclically-adjusted and net of one-offs) primary balance, which is the best measure of fiscal stance, from 0.6% in 2009 to 4.0% in 2013, with an almost 2.5 percentage point tightening in 2012 alone. However, since 2013 there has been a moderately expansionary policy, which has brought this metric down to 1.7% in 2017, according to European Commission data.“ bto: Man kann sich aber aus der Pleite nicht heraussparen. Die Austerität wirkt negativ auf die Realwirtschaft, vor allem, wenn man nicht abwerten kann!
  • „Even after the elections, no matter which party or coalition wins, the Italian government is unlikely to tackle the issue of the high debt-to-GDP ratio forcefully and decidedly. The Partito Democratico (Democratic Party) is mostly pro-European, although with some populist and anti-austerity flourishes (former PM Renzi repeatedly tried to increase the deficit leeway), and mostly pro-reform, although the positive momentum has declined sharply.“ bto: weshalb der Druck, das Portemonnaie zu öffnen auf die EU und vor allem auf Deutschland zunehmen wird. Gut, dass unsere GroKo schon mal zugesagt hat …
  • „Berlusconi’s Forza Italia is mostly pro-European as well, although with a Eurosceptic spin. The introduction of a parallel currency (Am-lire) was mainly Berlusconi’s idea, not his party’s. Plans to sharply reduce taxation and partly unwind the pension reform are in contradiction with the stated objective of a 4% primary surplus (against an estimated 1.5% in 2017). Its overall stance towards the EU remains constructive, however, and there are no plans for Italexit.“ bto: Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit. Die Idee der Parallelwährung ist übrigens nicht so schlecht.
  • „A Northern League-led government would make the stance towards the EU and the euro more problematic. Italexit has been toned down, but not entirely, and the introduction of a parallel currency (mini-bot) has not been dismissed. The Five Star Movement appears to have put aside the idea of a referendum on the euro and the proposal for a parallel currency, but they could resurface at a later stage. The fight against fiscal rules and the so-called European straitjacket would mount.“ bto: Italien wird uns (erfolgreich) erpressen: Parallelwährung oder ihr helft uns und wir dürfen mehr Schulden machen. Klar, dass wir da nicht nachgeben, sondern eher in die Richtung marschieren, mehr umzuverteilen.

Die Schlussfolgerung der FT ist klar und ich sehe es genauso: „The bottom line, perhaps, is that we should be glad that markets are no longer taking fright every time a populist appears on a national ballot. But the degree of calmness looks excessive (…). Whatever the election result, there appears to be far more room on the down-side than on the up-side.

The Telegraph: „ECB accuses Trump of ‚currency war‘ as surging euro exposes Europe’s fragility“, 22. Februar 2018

FT (Anmeldung erforderlich): „Authers’ Note: The Future’s Looking Beige“, 23. Februar 2018

25 Kommentare
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    Johannes sagte:

    “ Im Juli 2015 hat die deutsche Bundeskanzlerin die Umsetzung eines auf Betreiben von Wolfgang Schäuble in der Eurogruppe der Finanzminister bereits gefassten Beschlusses zum Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone verhindert.“

    ist hier zu lesen:

    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/oswald-metzger-zur-ordnung/target2-italiens-goldene-kreditkarte/

    Oswald Metzger beschreibt hier sehr treffend, weshalb alles dran gesetzt werden wird, auch Italien im Euro zu halten. In der „Elefantenrunde“ am Abend der letzten Bundestagswahl sagte Martin Schulz in Richtung Grüne und FDP das ihnen Frau Merkel sehr weit entgegen kommen würde. Sinngemäß übersetzt: „macht Euch keine Sorgen: fordert und ihr bekommt.“ Er wusste wovon er sprach und auch der neue Koaltionsvertrag zeigt den Reifegrad der Entkernung der CDU, allein um Merkel Macherhalt.

    Darum: der kommende Regierungschef Italiens braucht sich keine Sorgen machen: Frau Merkel wird ihm sehr mit dem deutschen Geldbeutel sehr, sehr weit entgegen kommen. Und derweil kümmert sich Frau Merkels Ehemann um ein ruhiges und sonniges Feriendomizil – oder?

    „Merkels Ehemann Sauer soll sich einen Rückzugsort in Paraguay zugelegt haben.
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?“ (letzter Abschnitt des Artikels)

    http://vera-lengsfeld.de/2018/02/08/kleine-groko-im-groessenwahn/

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        Johannes sagte:

        @ SB ,Echokammer?‘ Ein Stück weit vielleicht. Bislang war für Menschen unserer ,Denke‘ in der ,Mainstream -Presse’ kein Resonanzraum vorhanden (wer versucht hat dort mal einen sachlich kritischen Kommentar zur Eurokrise oder ,Einwanderung’ zu posten, weiß um die Problematik…). Es sind aber gar nicht so wenig, die so denken wie viele Foristen hier und dort und bereit sind diese , Denke‘ pointiert, sachlich, engagiert und mit Leidenschaft zu formulieren; ohne ,Schaum vor dem Mund‘, ohne Polemik, ohne andere zu beschimpfen oder herab zu setzen.

        Ja, ein Stück weit, hat sich vielleicht bereits eine ,Echokammer‘ gebildet. Diese brauchen wir aber auch zum Austausch und Auftanken. Sie kennen aber auch die anderen viel größeren Echokammern… Ein Paradebeispiel ist wohl die jüngste Initiative von ARD und ZDF auf den österreichischen Kanzler Kurz einzuwirken, er möge doch bitte Herr Strache , an die Leine‘ nehmen, des dieser die ÖR in Österreich massiv kritisiert…

        Ich denke, die Bildung von Echokammern oder Vorstufen davon ist , normal‘ und auch nicht weiter tragisch, solange man sich ein gewisses Maß an kritischer Distanz bewahrt. Frei nach Herrn Friedrich, der sinngemäß sagte, dass sich die Medien nie mit einer Sache gemein machen dürfen; auch nicht mit einer Guten. Wobei sich Tichys Einblicke ausdrücklich als Meinungsmagazin bezeichnet. Der darf also ?

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      Jacques sagte:

      Merkel als Zerstörerin der Welten. Fast schon surreal.
      Die Frau hat entweder von Nichts eine Ahnung oder tut es auch noch wissentlich.
      Das wird noch böse enden und Merkel als unfähigste Regierungschefin der deutschen Geschichte im Buch stehen. Da bin ich mir absolut sicher.

      Frau Merkel hatte ja auch 2015 den bereits vorbereiteten Einsatzbefehl zur Grenzsicherung nicht verantworten wollen.

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    Michael Stöcker sagte:

    Hier noch einmal Jürg Müller von der NZZ:

    „Die heutige Konstellation im schuldendurchtränkten Finanzsystem birgt in sich die Gefahr, das Vertrauen in unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung zu erschüttern.“ http://podium.nzz.ch/content/uploads/2018/01/Referat-in-NZZ.pdf

    Als Lösung empfiehlt auch Müller in seinem Buch „Das Ende der Banken“ ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld.

    LG Michael Stöcker

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      Michael Stöcker sagte:

      Hier die Kritik von Ursula Weidenfeld vom Handelsblatt auf DLF Kultur: http://www.deutschlandfunkkultur.de/jonathan-mcmillan-das-ende-der-banken-ist-eine-welt-ohne.1270.de.html?dram:article_id=410933

      Die Verwendung eines Pseudonyms kann aber auch noch einen ganz anderen Hintergrund haben. Auch Kennedy und Herrhausen sind den Mächtigen dieser Welt zu nahe gekommen. Insofern hat eine evolutionäre Änderung des Geldsystems nur dann Aussichten auf Erfolg, wenn sie von einer breiten Bevölkerung getragen wird. Allerdings würde ich nicht so weit gehen wie Müller und auch gleich das Bargeld abschaffen. Denn das ist zwar heute nicht mehr geprägte, so doch aber gedruckte Freiheit. Und Müller ist bekennender Liberaler.

      LG Michael Stöcker

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        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,
        ich stimme Ihnen zu wenn Sie schreiben, dass “ eine evolutionäre Änderung des Geldsystems nur dann Aussichten auf Erfolg, wenn sie von einer breiten Bevölkerung getragen wird“, aber trotz einer sehr intensiven Diskussion über das Geldsystem gibt es immer weit verbreitete Irrtümer, von denen ich einen aufgreifen will, der so immer noch auf Ihrer Website zu finden ist:

        „Tatsächlich ist es nämlich in unserem Geldsystem so, dass Banken keine Einlagen für die Kreditvergabe benötigen und auch nicht die sogenannten Einlagen der Sparer verleihen. Tatsächlich ist es nämlich genau umgekehrt, wie Hartley Withers bereits im Jahre 1909 richtig erkannt hatte: LOANS MAKE DEPOSITS. Durch die Kreditvergabe entstehen also die Einlagen der Sparer und nicht umgekehrt.“

        Das ist so nicht zutreffend! Zutreffend ist lediglich, dass bei der Geldschöpfung durch Kreditvergabe Sichteinlagen geschaffen werden. Die Banken brauchen aber sehr wohl die Einlagen der Sparer um ihre Bestände an Zentralbankgeld zu erhöhen, um die Überweisungen der Kreditnehmer an Kunden anderer Banken vornehmen zu können, die nur in Zentralbankgeld möglich sind, wie Sie wissen.

        Ergo besteht ein immanenter Zusammenhang zwischen der Kreditvergabe und den Einlagen der Sparer, denn sonst wäre entweder das Eigenkapital der Banken sehr schnell aufgebraucht, oder die Kreditvergabe begrenzt!

        Vielleicht hat auch Dr. Stelter dazu eine Meinung?

        Beste Grüße,

        Bernhard-Albrecht Roth

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        Gropius sagte:

        Es kommt mir so vor, dass das Schreiben unter Pseudonym in letzter Zeit massiv zunimmt. Ich lese gerade das anonym veröffentlichte Buch „Wasserscheiden“ von Alfred DeMichele und bekomme eine Gänsehaut, wenn ich parallel dazu die aktuellen Entwicklungen in Italien beobachte. Wer verbirgt sich hinter diesem Pseudonym? Ich habe momentan zwei der einschlägigen Wirtschafts-Publizisten im Verdacht.

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      Dietmar Tischer sagte:

      Müller:

      >Sowohl die privaten Schuldenexzesse im Vorfeld von Bankenkrisen als auch die Möglichkeit eines unverantwortlichen Umgangs mit Staatsschulden … sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn funktioniert das Kreditwesen nicht mehr richtig, kommt es zu Fehlallokationen, welche mit Wohlfahrtseinbussen bezahlt werden…

      … Sowohl die Subprime-Krise 2008 als auch die Euro-Krise 2011 haben eindrucksvoll bestätigt, dass Schulden von Banken und Staaten eine Sonderstellung einnehmen – ein geordneter Konkurs ist in beiden Fällen nur schwer vorstellbar. Das passt nicht in ein marktwirtschaftliches System. In einem solchen gilt es schliesslich,Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.>

      Soweit ist das richtig.

      >Die fundamentalen Konstruktionsfehler im Finanzsystem führen nämlich dazu, dass das Kredit-wesen in seiner zentralen Funktion versagt: Die Zinsen haben ihre Steuerfunktion verloren. Kapital wird immer weniger seiner bestmöglichen Verwendung zugeführt>

      Das ist falsch.

      Dass sich ein geordneter Konkurs nur schwer vorstellbar ist, erlaubt nicht die Schlussfolgerung, dass der fundamentale Konstruktionsfehler im Finanzsystem liegt.

      Der zentrale Fehler liegt vielmehr darin, dass ein geordneter Konkurs nicht mehr möglich ist und man somit Abschied vom marktwirtschaftlichen System genommen hat.

      Das wird gesamtgesellschaftlich verdrängt.

      Stattdessen wird nach einem anderen Geldsystem gerufen, ohne dass bedacht wird, ob nicht auch dieses zu Fehlallokationen führen kann.

      Kann es offensichtlich nicht nach Auffassung der Vordenker von Helikoptergeld:

      Wenn genug Kaufkraft entsteht, die nicht an Verschuldung gebunden ist, dann gibt es genug Nachfrage nach was auch immer.

      Und so geschaffene „echte“ reale Nachfrage führt nicht zu Fehlallokation.

      Schön wär’s, wenn es so laufen würde.

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Italien wird uns (erfolgreich) erpressen: Parallelwährung oder ihr helft uns und wir dürfen mehr Schulden machen. Klar, dass wir da nicht nachgeben, sondern eher in die Richtung marschieren, mehr umzuverteilen.>

    Auf Zeit ja, müssen wir gute Miene zu bösen Spiel machen.

    Das wird aber nicht ewig der Fall sein.

    Denn irgendwann wird eine deutsche Parlamentsmehrheit – m. A. n. auch eine, die auch aus der Mitte kommt – eine deutsche Regierung davon abhalten, dieses Spiel weiterzutreiben.

    Denn es gilt nach wie vor immer noch die gute alte Weisheit:

    Das Hemd ist einem näher als der Rock.

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      troodon sagte:

      „Italien wird uns (erfolgreich) erpressen: Parallelwährung oder ihr helft uns und wir dürfen mehr Schulden machen. Klar, dass wir da nicht nachgeben, sondern eher in die Richtung marschieren, mehr umzuverteilen.“
      Warum sollte sich D dadurch erpressen lassen? Weil die Parallelwährung in Form von handelbaren Steuergutschriften der Einstieg zum Ausstieg Italiens aus dem € wäre und Angst bestünde, dass dann die Target Salden für D ihre negative Wirkung entfalten ?

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        Dietmar Tischer sagte:

        Bei Einführung einer Parallelwährung bestünde m. A. n. weniger die Angst, dass dann die Target Salden eine negative Wirkung entfalten würden, sondern viel mehr die Angst, dass dies de facto der Ausstieg Italiens aus der Währungsunion wäre und andere dem Beispiel folgen könnten, so dass sie zerfallen würde.

        Deshalb die Ratio deutschen Handelns:

        Solange der Zerfall der Währungsunion mit Geld (Transfers) verhindert werden kann, darf es einiges kosten.

        Schwierig wird es, wenn der Zerfall nicht mehr mit Geld verhindert werden kann ODER wenn wir aus nationalen Gründen, z. B. uns in den Zerfall treibende Verteilungskämpfe, nicht mehr hinreichende Transfers leisten wollen.

        Ich bin überzeugt davon, dass dies irgendwann einmal der Fall sein wird.

        Die Verteilungskämpfe haben ja schon längst begonnen, siehe die Tafel in Essen … und die Politik ist schon voll dabei.

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        troodon sagte:

        Danke, war natürlich falsche zeitliche Darstellung von mir, dass man sich in D schon direkt über die Target Salden sorgen würde….

        Angst vor Einstieg in den Ausstieg aus des Währungsunion/€…
        bleibt die Frage, ob nicht eine Parallelwährung über Steuergutschriften ein geeigneter Weg für Italien wäre, wirtschaftliche Dynamik zu erzeugen, welche wiederum im optimalen Fall die Währungsunion insgesamt sogar am Ende stärken KÖNNTE…
        …oder im anderen Fall einen Weg für eine geordnete Abwicklung der Währungsunion darstellen könnte…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Sie stellen relevante Überlegung an.

        Man wird natürlich aus der als schwächer erachteten Währung fliehen.

        Das kann durchaus auch der Euro sein, wenn es kurz vor Feierabend damit ist.

        Im Augenblick kaum vorstellbar, aber möglich.

        Erst einmal wäre die Einführung einer Parallelwährung natürlich ein negatives Signal für die Eurozone. Denn es hieße auch, dass man Italien nicht mehr wie zuvor an die Geldpolitik der EZB binden möchte, verbunden mit der Frage: Wer ist der nächste Kandidat?

        Ich glaube nicht, dass die Märkte darauf nicht reagieren würden.

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        troodon sagte:

        Die Märkte würden darauf kurzfristig wohl sogar sehr stark reagieren, mindestens starke Schwankungen.
        “ Wer ist der nächste Kandidat?“
        Das käme wohl auf das Ergebnis des Experimentes an. Und das Ergebnis wäre sicher stark von der genauen Durchführung und Umfang der handelbaren Steuergutschriften abhängig.
        Aber wahrscheinlich wird es dazu gar nicht kommen, man wird Italien bedrängen und D wird zahlen. Würde die Probleme der Eurozone aber leider nicht lösen und die AFD weiter stärken.

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    SB sagte:

    „weshalb der Druck, das Portemonnaie zu öffnen auf die EU und vor allem auf Deutschland zunehmen wird. Gut, dass unsere GroKo schon mal zugesagt hat …“

    „Wir“, also Merkel und ihre Gesinnungsgenossen, sind aber auch sowas von altruistisch. Das uns von denen verordnete Motto heißt ganz klar: Liebe Deinen (Über-) Nächsten mehr, als dich selbst – egal, ob der nun im eigenen Land oder irgendwo in der großen, weiten Welt zu verorten ist. „Wir“ sind schlicht die Nummer 1 in Sachen Weltverbesserung. Und auch, wenn man von der Weltverbesserung weit und breit nichts erkennen kann, machen „wir“ trotzdem und sogar erst recht damit weiter. „Wir“ sind eben schlicht „die Besseren“, die alle Probleme dieser Welt meinen, mit ihrem Geld lösen zu können. Na dann…

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