Okay, es gibt Fortschritte bei den non-performing Loans

Leicht könnte man zu der Feststellung gelangen, bei bto wäre das Glas immer halb leer. Umso erfreulicher die guten Nachrichten zur Entwicklung der non-performing Loans bei europäischen Banken. Vor allem die Italiener machen Fortschritte – da hat sich Ray Dalio wohl geirrt?

Bloomberg berichtet:

  • For European banks, it’s a headache that just won’t go away: the 944 billion euros ($1.17 trillion) of non-performing loans that’s weighing down their balance sheets.Economists say the pile of past-due and delinquent debt makes it harder for banks to lend more money, hurting their earnings. European authorities are prodding lenders to sell or wind down non-performing credit, but they’re split on how to tackle the issue, and some investors are disappointed by the pace of progress.“ – bto: vor allem können wir den Daten nicht glauben!
  • „There are various ways of calculating soured loans. The European Central Bank advises that non-performing asset indicators should be interpreted with caution because the definition of impaired assets and loss provision differ between countries.“ – bto: super. Und da sollen wir eine Bankenunion machen?
Dann zeigt Bloomberg basierend auf diesen Daten ein paar Abbildungen:
Zunächst zur Erinnerung: Italian banks are sitting on Europe’s largest pile of non-performing loans:
Quelle: European Central Bank, FINREP banks, Bloomberg
  • „Italian banks have fixed goals for shrinking their bad credit levels by selling portfolios or winding down loans. Intesa Sanpaolo SpA, the country’s biggest bank by market value, got a head start on its rivals two years ago and plans to accelerate the reduction of non-performing loans, Chief Executive Officer Carlo Messina said last month. He says other Italian banks “are doing the right job” and should make further progress this year.

Dann: Italian banks are delivering on plans to reduce their bad debt levels:

Quelle: Company filings, Bloomberg

  • „Italy amassed its pile of non-performing loans during years of little or no economic growth. The problem is compounded by the country’s legal system, where it takes lenders longer to liquidate collateral than in many other countries. Italy overhauled its bankruptcy rules to make them quicker and more efficient.

Und: Europe has started to tackle its pile of bad debt

Quelle: European Central Bank, Bloomberg

  • „European banks overall have cut their non-performing loans by more than 280 billion euros since the end of 2014. The European Central Bank, which supervises most of the bloc’s big lenders, says bad debt is still “a major problem” which has to be addressed lenders while the economy performs well.

Dummerweise kommen immer weitere neue faule Kredite dazu

Quelle: Bank of Italy, Bloomberg

  • „The flow of new bad loans is declining in Italy, but the level remains above that seen before the financial crisis. The Bank of Italy says an improvement in the country’s real estate market is helping to reduce the risks for banks. According to the central bank’s most recent financial-stability report, key vulnerability indicators for lenders should continue to decrease over the next few quarters.“

Das wären gute Nachrichten. Dann war ich wohl doch zu skeptisch.

Bloomberg: „Five Charts That Explain How European Banks Are Dealing With Their Bad-Loan Problem“, 14. Februar 2018

Kommentare (11) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    MFK sagte:

    Man staunt ja immer wieder. Die Lösung des Problems der problembehafteten Kredite ist ganz einfach: Man verkauft sie einfach oder wickelt die Kredite ab und schon sind sie weg.

    Das EK bleibt dabei natürlich unangetastet. Das würde ich mir gerne einmal näher ansehen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Und hier die Jubel-Nachricht:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/italien-schafft-staerkstes-wachstum-seit-2010-a-1196024.html

    Daraus:

    „Die Wirtschaft des Landes war 2014 nach zwei Jahren Rezession wieder gewachsen – damals um 0,1 Prozent. Im Jahr 2015 stieg das BIP um 0,7 Prozent, 2016 dann um 0,9 Prozent. 2017 gab es nun ein Plus von 1,5 Prozent. Doch damit blieb das Land stets unter dem Durchschnitt der Eurozone. …

    Das Defizit konnte Rom im vergangenen Jahr deutlich von 2,5 Prozent auf 1,9 Prozent des BIP zurückfahren, teilte Istat weiter mit. Die Zahl ist besser als von der Regierung und der EU-Kommission erwartet – sie hatten damit gerechnet, dass das Defizit bei 2,1 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen wird.“

    Besser als erwartet … toll, dass es so etwas gibt.

    Und was heißt es, wenn das Defizit GRÖSSER ist als das Wachstum?

    Interessiert offensichtlich nicht.

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      Wolfgang Selig sagte:

      Natürlich interessiert das nicht, denn dann müsste man ja für eine „europafeindliche“ Politik in Deutschland plädieren. Daran ändert auch der unten erwähnte Kommentar von Herrn Fleischhauer nichts. Den Spiegel stören nur die Umfrageergebnisse von Beppe Grillo und Silvio Berlusconi. Würden stattdessen linke politische Parteien vorne liegen, gäbe es einen Aufruf zur Solidarität mit Italien. Mal schauen, was nach dem Sonntag passiert…

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    Dietmar Tischer sagte:

    Hoffen wir einmal, dass hier niemand an der DEFINITION von „beschädigten Assets“ geschraubt hat.

    Unabhängig davon kann man fragen, wie sich die Quote der NPLs entwickeln wird, wenn

    a) es zu einem Konjunkturabschwung kommt

    und

    b) wenn die Zinsen steigen

    Beides ist nicht ausgeschlossen und es könnte dann durchaus sein, dass Definitionen nicht mehr helfen.

    Außerdem noch einmal der cepDefault-Index 2017:

    http://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepDefault-Index_2017/cepStudie_cepDefault-Index_2017.pdf

    Da wird zu Italien festgestellt:

    „Befund: Die italienische Kreditfähigkeit nimmt seit 2010 unentwegt ab.

    Ursache: Bis 2012 war die Erosion der italienischen Kreditfähigkeit auf eine zu hohe Konsumneigung der italienische Bevölkerung und eine zu geringe, wenngleich noch positive Investitionstä- tigkeit zurückzuführen. Seit 2013 ist jedoch ein Abbau des Kapitalstocks infolge negativer Nettoinvestitionen Grund für die sinkende Kreditfähigkeit. Dies ist auf die ungelösten wirtschaftlichen Probleme, die hohe öffentliche Verschuldung und die politische Unsicherheit zurückzuführen.“

    Ich würde also sagen:

    Im Augenblick schüttelt niemand das Glas.

    Wie es nachhaltig voller werden kann, steht in den Sternen.

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    • Avatar
      troodon sagte:

      Wichtiger als die reinen NPL Zahlen sind m.E. Coverage Ratio und Sicherheiten, um den tatsächlichen Kapitalbedarf der Banken abzuschätzen. Und da liegen italienische Banken mit rd. 80% knapp unter dem Durchschnitt. Macht folglich rd. 45 Mrd. weiteren Abschreibungs- bzw. Kapitalbedarf. Chart Nr. 3 aus: https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2017/html/sp170203.en.html

      Besser wird es im nächsten Konjunkturabschwung logischerweise leider nicht. Banken müssten mifri deutlich höhere EK-Quoten und niedrigere LTV bei Immokrediten vorgeschrieben bekommen.

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        Schon richtig, man kann da viel tiefer einsteigen und an verschiedenen Schräubchen drehen.

        Ich habe nur c. p. argumentiert.

    • Avatar
      troodon sagte:

      erschreckend ist jedenfalls, dass die neuen NPL weiterhin in Italien so hoch sind…kein gutes Zeichen für die Entwicklung von NPL’s im nächsten Wirtschaftsabschwung…

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