Stürmischer Herbst

Dieser Beitrag von mir erschien bei WirtschaftsWoche online:

Protektionismus und Populismus drohen die Weltwirtschaft in die Rezession und die Eurozone in die nächste heiße Phase der Krise zu stürzen. Ein stürmischer Herbst steht bevor.

Um es vorwegzuschicken: Donald Trump ist für mich nur ein Auslöser, nicht die Ursache für die bevorstehende Weltrezession. Er wird auch nicht schuld sein, wenn die Eurozone schon bald in ihre nächste existenzielle Krise stürzt. Dennoch dürfte ihn die Geschichtsschreibung später für beides verantwortlich machen.

Wahrhaft schuldig sind die Politiker, die in den letzten zehn Jahren in Europa und den USA Verantwortung trugen. Gemeinsam haben sie versagt, die Ursachen von Finanz- und Eurokrise zu beseitigen und stattdessen darauf gehofft, dass die Notenbanken es mit einer historisch einmaligen Liquiditätsschwemme schon richten werden. Das können sie aber nicht.

Gemeinsam haben sie darin versagt, eine Antwort auf Migrationsdruck und Globalisierung zu finden und darauf gehofft, die Probleme würden einfach verschwinden. Das tun sie aber nicht.

Statt die Probleme anzugehen, wurden Geschichten erzählt und Illusionen genährt: „Die Finanzkrise wäre überwunden“, der „Euro gerettet“ und „2015 wird sich nicht wiederholen“, was angesichts der demografischen Entwicklung vor unserer Haustür an Naivität nicht zu überbieten ist.

Insofern sind Brexit, Donald Trump und Matteo Salvini nur die Konsequenz dieses politischen Versagens und der Weigerung der „traditionellen“ Politiker sich den wirklichen Themen zu stellen und zu handeln, statt zu quatschen. Nicht, dass es die Populisten besser machen würden. Im Gegenteil dürften sie den ohnehin im Gang befindlichen Prozess der Zerstörung der bekannten Ordnung beschleunigen. Auch hier gilt die Weisheit, wonach Dinge zunächst länger dauern, als man denkt, um dann umso brutaler und schneller zu passieren.

Das Märchen der erfolgreichen Griechenland-Rettung

Ungeachtet dieser Entwicklung machen unsere Politiker weiter in ihrem Spiel aus Lug und Trug. Nehmen wir die Schlagzeilen der letzten Woche zur erfolgreichen Überwindung der Griechenlandkrise. Nicht nur wurde freudig vermeldet, dass das Land, obwohl die Schulden relativ zum BIP höher sind als am Anfang der „Rettung“, nun endlich wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Vielmehr wurde gefeiert, dass die Kreditgeber in Wahrheit die Gewinner der Krise sind. So habe Deutschland seit 2010 mindestens 2,9 Milliarden Euro an Zinseinkünften verdient!

Tolle Nachrichten also: Das Land ist jetzt trotz höherer Schulden nicht mehr pleite (Wunder Nr. 1) und die Kreditgeber sind damit sogar noch reicher geworden (Wunder Nr. 2). Wie die beiden Wunder zusammenpassen, interessiert da wieder nur Dauer-Nörgler wie den CDU-Haushaltsexperten Klaus-Peter Willsch, der unter anderem darauf hinweist, dass wir diesen Zinsgewinn wieder an Griechenland zurück überweisen.

Die Griechenlandrettung ist ein schönes Beispiel für die Taschenspielertricks unserer Politiker. So wissen alle ökonomisch denkenden Menschen, dass Geld auch einen Zeitwert hat. Geld, welches ich heute bekomme, ist mehr wert, als Geld, das ich erst in dreißig Jahren erhalte. Schon 2016 wurde vorgerechnet, dass der wahre Schuldenstand Griechenlands nicht bei den damalig offiziellen 177 Prozent vom BIP lag, sondern eher bei rund 70 Prozent. Man muss nämlich nicht den Nennwert der Schulden ansetzen, sondern den Zeitwert. Das liegt am versteckten Schuldenerlass der Euro-Kreditgeber – allen voran Deutschland! – über tiefere Zinsen, längere (tilgungsfreie) Laufzeiten und damit die zunehmende Entwertung durch Inflation. Wir mögen zwar in einigen Jahrzehnten den gleichen nominalen Betrag zurückbekommen, kaufkraftmäßig und angesichts der alternativen Verwendungsmöglichkeit der Mittel ist es deutlich weniger Wert. Ein Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner, der natürlich den Gläubiger etwas kostet – egal, was Merkel, Schäuble und jetzt Scholz für eine Geschichte erzählen.

Und letzte Woche wurde das Spiel fortgesetzt. Offiziell gab es kein neues Programm für Griechenland. De facto schon, ist doch der Umfang der vereinbarten Schuldenerleichterungen beispiellos. Es ist Täuschung und muss auch so genannt werden.

Trump könnte den Euro beenden

Auch die Euro-„Rettung“ ist eine solche Täuschung. Nur das billige Geld der EZB hält die Eurozone noch zusammen und spätestens in der nächsten Rezession wird die Krise mit aller Wucht zurückkehren und die Schlussphase beginnen. Wie beim Leben eines Menschen dürften auch die letzten Monate des Euro in seiner jetzigen Form die teuersten werden.

Italien könnte der Auslöser sein, vermutlich wird aber die deutsche Politik – allen voran die durch ihre Migrationspolitik erpressbare Bundeskanzlerin – mit großzügigen finanziellen Zugeständnissen wiederum Zeit kaufen, zu Lasten der hiesigen Steuerzahler.

Derweil setzt Trump um, was er im Wahlkampf versprochen hat. Kommt es zu den angedrohten Strafzöllen auf Autos, wäre das vor allem für die deutsche Automobilindustrie ein weiterer Schock, nach selbst verursachter Dieselkrise und verschlafenem technologischen Wandel. Auf bis zu 17 Milliarden Euro wird der Umsatzausfall geschätzt. Kommt es zudem noch zu einem harten Brexit, würde ein weiterer wichtiger Markt für die hiesigen Produzenten deutlich unter Druck kommen.

Auch die Verschärfung des Handelskrieges zwischen den USA und China strahlt auf uns ab. Das Wachstum in China ist schon so deutlich zurückgegangen und das strahlt erfahrungsgemäß auf die Welt ab. Die Weltkonjunktur kommt ins Stottern – vergessen ist die Euphorie über den „global synchronen Aufschwung“ vom Jahresanfang. Auch das trifft die exportabhängige deutsche Wirtschaft frontal.

Es gehört kein Schwarzmalertum dazu, für diesen Fall eine Rezession in Deutschland vorherzusagen. Diese Rezession würde auf ganz Europa ausstrahlen, wo die Wirkung des billigen Geldes der EZB schon spürbar abnimmt. Über Nacht wäre die Eurokrise wieder akut, würde doch sichtbar, dass sich außer mehr Schulden in den letzten Jahren nichts geändert hat. Dem Bankensystem fehlen immer noch rund eine Billion Euro, die Staaten sind immer noch hoch verschuldet und haben wenig Spielraum und die Mechanismen zur Umverteilung werden nicht ausreichen. Populisten werden erst recht Zulauf bekommen und damit sachorientierte Lösungen endgültig unmöglich machen.

Die Kapitalflucht aus den Krisenländern würde nochmals deutlich zunehmen und die (zinslosen und uneinbringlichen) Target2-Forderungen der Bundesbank explodieren. Letztlich wird der Punkt kommen, an dem sich die Bundesbank und die EZB verweigern müssen. Kapitalverkehrskontrollen würden das faktische Ende des Euro einläuten. Deshalb gilt meine dringende Empfehlung weiter, dieses Szenario bei der Geldanlage zu berücksichtigen.

Noch könnte die deutsche Politik es verhindern

Ein Handelskrieg würde Deutschland besonders stark treffen und dem Euro wohl den Todesstoß versetzen. Offensichtlich müsste unsere Politik alles daransetzen, genau dieses Szenario zu verhindern. Auf die Mithilfe der EU-Partner sollte sie dabei nicht setzen. Wie auch bei der Migrationsfrage dürften wir recht einsam sein. Schon seit Langem sehen sich Italien und Frankreich als Opfer einer „merkantilistischen“ deutschen Politik, die über Lohnzurückhaltung einen Vorteil für die eigene Wirtschaft anstrebt. Weshalb sollten sie Gegenmaßnahmen der EU unterstützen, wäre doch faktisch nur die deutsche Automobilindustrie von den Sanktionen betroffen?

Die geeignete Antwort aus Deutschland wären höhere Ausgaben im Inland. Dazu gehören

  • mehr staatliche Investitionen in Deutschland, vor allem in klassische und digitale Infrastruktur und Bildung aber auch in innere und äußere Sicherheit
  • eine Umstellung der Besteuerung der Unternehmen um Investitionen und Forschung und Entwicklung in Deutschland zu fördern, z. B. im Bereich von Robotern und Automatisierung
  • eine Senkung der Abgabenlast für kleinere und mittlere Einkommen. Das geht am besten über eine Reduktion der Sozialbeiträge. Gerade diese Einkommensgruppen geben am ehesten das zusätzliche Geld aus. 
  • die Gründung eines Staatsfonds nach dem Muster von Norwegen oder Singapur, um unser Auslandsvermögen endlich besser anzulegen.
  • eine wirkliche Sanierung der Eurozone durch einen umfangreichen Schuldenschnitt und eine Neuordnung der Mitgliedsländer, da nur so einige der Krisenländer überhaupt wettbewerbsfähig werden können.

Dieser Politikwechsel wäre in unserem eigenen Interesse. Dass es dazu in nächster Zeit kommt, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Damit müssen wir uns auf Handelskrieg, Rezession und die Verschärfung der Eurokrise einstellen.

Stürmischer Herbst

Was zum Szenario für die zweite Jahreshälfte führt:

  • Die US-Notenbank hält an ihrer Strategie der Geldverknappung fest, was zu einer weiteren Aufwertung des US-Dollar führt mit den bekannten negativen Konsequenzen für die Schwellenländer die sich in US-Dollar verschuldet haben.
  • Die US-Regierung hält an ihrer Strategie fest und belegt weitere Länder und Produkte mit Strafzöllen, darunter auch die europäische Automobilindustrie. In der Folge kommen die Weltbörsen zusätzlich unter Druck und treten in einen Bärenmarkt ein.
  • Die Eurozone fällt in die Rezession und damit ist die EZB gezwungen, an ihrem expansiven Kurs festzuhalten. Die Zinsen sinken wieder und der Euro wird schwächer.
  • Der schwächere Euro befeuert zusätzlich die Wut der amerikanischen Regierung, die weitere Gegenmaßnahmen ergreift. Es besteht die realistische Gefahr einer weiteren Eskalation im Handelsstreit.
  • Zum Jahresende wird dann die US-Fed umschwenken und ebenfalls die geldpolitischen Schleusen öffnen. Dann allerdings zu spät, die Rezession wäre da.
  • Und mit ihr eine neue Finanzkrise, gegeben die hohe Verschuldung der Weltwirtschaft und die unzureichende Reform des Finanzsystems.

Wirklich sichern kann man sein Portfolio gegen dieses Szenario nicht. Auch das hier immer wieder propagierte Portfolio aus Liquidität, Aktien, Immobilien und Gold wäre von dieser Entwicklung getroffen. Noch besteht ja die Hoffnung, dass es noch gelingt, dieses Szenario abzuwenden. Insofern sollte der Anteil an Liquidität und Anlagen außerhalb des Euroraumes erhöht werden.

→ wiwo.de: „Anlegern steht ein stürmischer Herbst bevor“, 28. Juni 2018

57 Kommentare
  1. Michael Stöcker sagte:

    „Wahrhaft schuldig sind die Politiker, die in den letzten zehn Jahren in Europa und den USA Verantwortung trugen. Gemeinsam haben sie versagt, die Ursachen von Finanz- und Eurokrise zu beseitigen und stattdessen darauf gehofft, dass die Notenbanken es mit einer historisch einmaligen Liquiditätsschwemme schon richten werden. Das können sie aber nicht.“

    So ist es. Warum, das hatte ich vor Längerem mal hier beschrieben: „Warum die Zentalbanken aufgrund ihres bisherigen Theorieansatzes alles richtig machen, aber dennoch scheitern müssen. Eine hegelianische Tragödie in fünf Akten.“ https://zinsfehler.com/2013/10/30/tapering-liquidity-a-trap-yet-a-tapering-in-the-dark-of-economic-theory-2/

    LG Michael Stöcker

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  2. Michael Stöcker sagte:

    „Die Kapitalflucht aus den Krisenländern würde nochmals deutlich zunehmen und die (zinslosen und uneinbringlichen) Target2-Forderungen der Bundesbank explodieren.“

    Dass es sich bei den TARGET-Salden um Forderungen handeln sollte ist leider nicht aus den Köpfen zu bekommen. Ich hatte hier bereits mehrfach dagegen argumentiert. Ein Geldverbringungs-Saldo ist und bleibt ein Geldverbringungs-Saldo. Gerald Braunberger hatte jüngst diesen Unsinn von Prof. Sinn thematisiert: http://blogs.faz.net/fazit/2018/06/25/verkanntes-vorbild-target-2-amerika-10073/

    LG Michael Stöcker

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    • Alexander sagte:

      @ Michael Stöcker,
      >Geldverbringungs-Saldo ist und bleibt ein Geldverbringungs-Saldo

      Solange Menschen für Geld arbeiten müssen, müsste einem solchen Saldo an Forderungen später einmal eine Leistung folgen? Wenn das in absehbarer Zeit nicht erfolgen kann, war die Lieferung von Waren und Leistungen klug?

      Selbst wenn kein Mensch in Europa für die Targetsalden eine Leistung zu erbringen braucht, weil die EZB die Geldforderungen durch Geldschöpfung ausgleicht, erwarten die Gläubiger von diesem neuen Geld Kaufkraft – z.b. für Bauxit aus Australien oder brasiliansichen Kaffee?

      Selbst wenn wir ein Bürgergeld einführen, müssen Menschen anderswo für dieses Geld Leistung erbringen? Warum eigentlich? Wer macht so etwas, wenn er per Einreise auch Kaufkraft für umsonst konsumieren kann?

      Zweite Strophe, Glaubensbekenntnis::
      >Geld kann man nicht essen<

      Dritte Strophe; Glaubensbekenntnis:
      Geld ist immer ein Leistungsversprechen für die Zukunft.
      Gebrochene Versprechen sind nichts wert.

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      • Michael Stöcker sagte:

        „Wenn das in absehbarer Zeit nicht erfolgen kann, war die Lieferung von Waren und Leistungen klug?“

        Wieso sollte das nicht in absehbarer Zeit möglich sein? Einfach mal in Griechenland und Italien Urlaub machen oder statt Volkswagen mal auf Ferrari oder Maserati umsteigen. Insofern: Möglich ja, wahrscheinlich nein.

        „Selbst wenn kein Mensch in Europa für die Targetsalden eine Leistung zu erbringen braucht, weil die EZB die Geldforderungen durch Geldschöpfung ausgleicht, erwarten die Gläubiger von diesem neuen Geld Kaufkraft..“

        So ist es. Von daher gibt es ja auch ein Inflationsziel. Für das reale Zinsniveau ist wiederum die Realwirtschaft zuständig, nicht aber die EZB.

        „Selbst wenn wir ein Bürgergeld einführen, müssen Menschen anderswo für dieses Geld Leistung erbringen?“

        Nein, gegen Gedrucktes „Nichts“ gibt es auch nichts. Es wirkt wie ein interner Umverteilungsmechanismus. Gegenüber anderen Währungsräumen steigt das Inflationsdifferential und wirkt somit ausgleichend über den Wechselkursmechanismus (Abwertung bzw. weniger starke Aufwertung).

        „Zweite Strophe, Glaubensbekenntnis::
        >Geld kann man nicht essen<“

        So ist es.

        „Dritte Strophe; Glaubensbekenntnis:
        Geld ist immer ein Leistungsversprechen für die Zukunft.“

        Auch das ist korrekt.

        „Gebrochene Versprechen sind nichts wert.“

        Wenn der Dealer den Junkie mit zu viel Stoff über den Interbankenmarkt versorgt hat, dann sollte er sich nicht wundern, wenn der Schuldner auch schon mal überfordert sein kann. Auch der Gläubiger kann sich hier nicht von jeglicher Mitverantwortung freisprechen.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @Michael Stöcker

        –>„Wenn das in absehbarer Zeit nicht erfolgen kann, war die Lieferung von Waren und Leistungen klug?“

        Wieso sollte das nicht in absehbarer Zeit möglich sein? Einfach mal in Griechenland und Italien Urlaub machen oder statt Volkswagen mal auf Ferrari oder Maserati umsteigen. Insofern: Möglich ja, wahrscheinlich nein.Wenn der Dealer den Junkie mit zu viel Stoff über den Interbankenmarkt versorgt hat, dann sollte er sich nicht wundern, wenn der Schuldner auch schon mal überfordert sein kann. Auch der Gläubiger kann sich hier nicht von jeglicher Mitverantwortung freisprechen.

        Richtig, keine Entschuldigung!
        Es ist falsch einem Pleitier weitere Kredit ein zu räumen. Die Politik hat kein Mandat dazu und macht es trotzdem. Alle wissen das, bis zum kleinen VWerker und vergangene Woche erklärte mir ein Abteilungsleiter von AUDI -> Hauptsache 50 Jahre gut gelebt.

        Mit der Mentalität verdient sich ein Gläubiger kein Mitleid und ich freue mich auf den Beginn der Spiele, denn auch die BRD ist Zombie.

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Leider ist ein Teil meiner Antwort verloren gegangen.

        >Einfach mal in Griechenland und Italien Urlaub machen

        Die VW Werker wurden bezahlt und dürfen zusätzlich kostenlos Urlaub machen, damit das Target Konto schrumpft? Wovon bezahlt der Hotelier seinen Wareneinsatz und Löhne? Dasselbe gilt für spanische Autos oder griechisches Olivenöl. Die Länder haben unsere Forderungen konsumiert und sind nicht im Stande die Gegenleistung vor zu finanzieren….

        Wie sähen die Buchungssätze aus?

        Von daher ist es vollkommen richtig, die Verantwortung für das Deasaster beim Gläubiger zu suchen. Das wird Europa auch tun, sobald der Euro gescheitert ist. Die BRD hat sich dann verausgabt – finanziell und demographisch und kann froh sein zukünftig wieder Waren verkaufen zu dürfen…gefertigt von Leuten, welche längst in Rente sein wollten.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Die VW Werker wurden bezahlt und dürfen zusätzlich kostenlos Urlaub machen, damit das Target Konto schrumpft? Wovon bezahlt der Hotelier seinen Wareneinsatz und Löhne? Dasselbe gilt für spanische Autos oder griechisches Olivenöl. Die Länder haben unsere Forderungen konsumiert und sind nicht im Stande die Gegenleistung vor zu finanzieren….“

        Sie wurden zu niedrig bezahlt und/oder haben zu viel geriestert. Das Geld ist ja in Deutschland und muss nun wieder per kostenpflichtigem Urlaub/Auto nach GR, IT, ES. Finanziert wurde das ganze ex ante per Kredit bei den Banken des Südens (Geld gibt es nur deshalb, weil andere einen Kredit aufgenommen haben). Wenn wir unsere Leistungsbilanz nicht umkehren, dann haben die Schuldner ex post ein Problem ihre Kredite zu tilgen und somit haben dann auch die Banken ein Problem. Müssen die Banken gerettet werden, dann hat der Staat die Schulden (siehe auch meine Antwort an vielosoof weiter unten).

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich würde gerne in diesem Faden bleiben.

        > Sie (VW Werker) wurden zu niedrig bezahlt und/oder haben zu viel geriestert

        In der BRD werden Arbeitnehmer zu schlecht bezahlt, in den Lieferketten von VW, aber keine VW Werker. Die schlechte Bezahlung ist Folge der Marktmacht von VW und Teil der Boni, die den Werker ausbezahlt werden.
        Wie die z.B. VW Werker mit ihrem Geld umgehen ist deren Freiheit; sie steigern z.B. Immobilienpreise und schaffen damit Phantomsicherheiten für die nächste Kreditrunde..

        >Finanziert wurde das ganze ex ante per Kredit bei den Banken des Südens (Geld gibt es nur deshalb, weil andere einen Kredit aufgenommen haben).

        Wenn die z.B. VW Werker bezahlt wurden mit Kreditgeld aus dem Süden, gibt es zusätzlich target2 Forderungen? Ja, nämlich den Umtausch z.B. spanischer verpfändbarer Anleihen durch die dt. Notenban in target2 Forderungen. Crasht der Euro haben die Schuldnernotenbanken ihre Titel in den Büchern und die BRD Forderungen an den nackten Kaiser EZB (vgl. Heinsohn/Steiger paper zur EZB). Richtig?

        Den Umstand den ich meine aus einem Vortrag von Sinn:
        https://www.youtube.com/watch?v=kRNX09IrjiU&feature=youtu.be&t=50m00s

        Für diese Dreiecksgeschäfte dienen auch Riesterersparnisse, bei der Allianz..

      • Michael Stöcker sagte:

        „In der BRD werden Arbeitnehmer zu schlecht bezahlt, in den Lieferketten von VW, aber keine VW Werker. Die schlechte Bezahlung ist Folge der Marktmacht von VW und Teil der Boni, die den Werker ausbezahlt werden.
        Wie die z.B. VW Werker mit ihrem Geld umgehen ist deren Freiheit; sie steigern z.B. Immobilienpreise und schaffen damit Phantomsicherheiten für die nächste Kreditrunde..“

        D’accord. Outsourcing und Leiharbeit wirken zusätzlich. Insofern war ich hier zu undifferenziert.

        „Wenn die z.B. VW Werker bezahlt wurden mit Kreditgeld aus dem Süden, gibt es zusätzlich target2 Forderungen?“

        Erst dann, wenn die Geschäftsbanken sich ihre Salden nicht mehr über den Interbankenmarkt kreditieren.

        „Ja, nämlich den Umtausch z.B. spanischer verpfändbarer Anleihen durch die dt. Notenban in target2 Forderungen.“

        Ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie hier richtig verstehe. Damit es zu einer TARGET wirksamen Transaktion kommt, müsste die spanische Zentralbank diese spanische Anleihe von einer deutschen Institution und/oder einem Bürger von Euroland mit Konto in Deutschland erwerben. Dann hätte der Bürger/Institution keine Anleihe mehr (=Forderung gegenüber dem spanischen Staat), sondern eine Forderung gegenüber seiner Bank. Sinn wirft hier leider wieder mal vieles durcheinander. Er hat wie die meisten Ökonomen vom Geldsystem – und somit auch von TARGET2 – keinen blassen Schimmer. Braunberger hatte dies jüngst offen gelegt. Jenseits der deutschen Grenzen wird Sinn als „terrible macroeconomists“ eingeschätzt: https://thegeneraltheorist.com/2017/09/08/germanys-missing-e500-billion/. Der Link vor Ort verweist auf Hans-Werner Sinn.

        „Crasht der Euro haben die Schuldnernotenbanken ihre Titel in den Büchern und die BRD Forderungen an den nackten Kaiser EZB (vgl. Heinsohn/Steiger paper zur EZB). Richtig?“

        Wie ich bereits weiter unten ausgeführt hatte migrieren die TARGET-Salden dann in die Devisenreserven/Fremdwährungspositionen und unterliegen sodann dem gewöhnlichen Wechselkursrisiko. Vermutlich werden diese Beträge sodann auf alter ECU-Basis valutiert. Ganz ohne Verluste wird die Geschichte dann wohl nicht ausgehen. Nicht umsonst hatte ich als Antwort an vielosoof geschrieben, dass hohe persistente LB-Überschüsse in der Regel eine ganz ganz dumme Strategie sind. Und je länger wir die schwarze Null anbeten, desto nackter werden die Kaiser (Italien, Portugal…) letztlich dastehen; und damit letztlich auch wir.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Mit diesen banalen Ansätzen versuche ich in Wahrheit die target Diskussion aus der akademischen Sphäre in die Wirklichkeit zu holen. Dabei verzichte ich auf Bewertungen ob jemand klug oder dumm ist.

        Vielleicht darf ich unstrittige Punkte so zusammenfassen:
        – einer tatsächlichen Forderung muss eine reale Gegen-Leistung folgen, wenn tatsächlich Waren oder Leistungen geliefert wurden.
        – Target2 Salden sind Forderungen der Bundesbank an das EZB System.
        (Die EZB ist Tochter der NZB´s).

        „müsste die spanische Zentralbank diese spanische Anleihe von einer deutschen Institution und/oder einem Bürger von Euroland mit Konto in Deutschland erwerben“ –> Nichts anderes sagt H.W. Sinn ab Minute 50.

        Wenn die Konsequenz des EuroEndes bedeutet:

        “ TARGET-Salden dann in die Devisenreserven/Fremdwährungspositionen und unterliegen sodann dem gewöhnlichen Wechselkursrisiko“

        ..heißt das, dass die Forderungen uneinbringlich sind.
        Die bisher durch die EuroZeit angesparten Abwertungsschübe von historisch (1% p.a. für Frankreich, 2%p.a. für Italien, 5%p.a. für Griechenland) entladen sich dann schlagartig.

        Auch wenn diese Target Forderungen in den Büchern bestehen bleiben, mit eingepreistem Risiko – gibt es dafür keinen Markt. Niemand kauft so etwas und es ist somit wertlos.

        Es wäre ein interessantes Experiment, wenn die Bundesregierung tatsächlich versuchen würde, die target Forderungen in einen Staatsfonds zu verwandeln um damit z.B. Bergwerke in Brasilien zu kaufen. Welches Land sieht dem zu?

        Möglich ist das nur durch Geldschöpfung. Es macht keinen Unterschied welche der Stufen unseres Geldsystems greift, wenn die Forderung real wird – zukünftig.

        Der Rest ist Gläubigerverantwortung, wie von ihnen beschrieben.

      • Michael Stöcker sagte:

        „– einer tatsächlichen Forderung muss eine reale Gegen-Leistung folgen, wenn tatsächlich Waren oder Leistungen geliefert wurden.“

        Eine tatsächliche Forderung ist grundsätzlich monetärer Natur und muss somit auch nur monetär geleistet werden (z. B. auch aus alten Geldbeständen/Stocks). Ob auch tatsächlich eine reale Leistung erfolgt (Stocks oder Flows) hängt doch davon ab, ob wir als Deutsche reale Leistungen in Anspruch nehmen. Und bitte beachten: Nicht alle Target-Salden sind das Ergebnis von Leistungsbilanzdefiziten, sondern ebenso von reinen Geldbewegungen (Variante des klassischen Bankruns; statt Bargeld ein Flucht-Konto bei einer deutschen Bank).

        „– Target2 Salden sind Forderungen der Bundesbank an das EZB System.“

        Und diese Forderungen lauten auf was? Richtig, auf die Auslieferung von Banknoten. Diese Diskussion hatte ich vor Kurzem: https://www.xn--forum-makrokonomie-n3b.de/t287f8-Marktwirtschaft-2.html#msg3100 sowie ff.

        „müsste die spanische Zentralbank diese spanische Anleihe von einer deutschen Institution und/oder einem Bürger von Euroland mit Konto in Deutschland erwerben“ –> Nichts anderes sagt H.W. Sinn ab Minute 50.“

        HWS behauptet, dass die Bundesbank das Konto von Allianz & Co. befüllt. Das ist FALSCH!!! Das Konto wird durch die Banco de España befüllt, aber doch nicht durch die Bundesbank. Die Bundesbank ist hier völlig passiv. Die Bundesbank kreditiert hier auch nichts; sie verbucht lediglich die Geldverbringung. Voraussetzung für eine Kreditierung wäre ein dreistufiges Geldsystem mit einem Interzentralbankenmarkt. Den gibt es aber nicht.

        „..heißt das, dass die Forderungen uneinbringlich sind.“

        Noch einmal: Es handelt sich um keine Forderungen. Für eine Forderung benötige ich zuvor ein Grundgeschäft (Kaufvertrag). Weder Zentralbankgeld noch Devisen sind eine Forderung.

        Korrekt wäre folgende Aussage: Aufgrund vermutlicher Abwertungen wird die Kaufkraft dieser Devisen sinken. Wenn ihre Aktien an Wert verlieren, dann ist eben der Wert gesunken. aber auch eine Aktie ist keine Forderung. Forderungen und Verbindlichkeiten gibt es nur auf der zweiten Stufe unseres Geldsystems. Zentralbankgeld ist hingegen stets das Geforderte.

        „Auch wenn diese Target Forderungen in den Büchern bestehen bleiben, mit eingepreistem Risiko – gibt es dafür keinen Markt. Niemand kauft so etwas und es ist somit wertlos.“

        Da es sich um keine Forderungen handelt, gibt es selbstverständlich auch keinen Markt dafür.

        „Es wäre ein interessantes Experiment, wenn die Bundesregierung tatsächlich versuchen würde, die target Forderungen in einen Staatsfonds zu verwandeln um damit z.B. Bergwerke in Brasilien zu kaufen. Welches Land sieht dem zu?“

        Die Bundesregierung??? Jetzt wird es aber immer abstruser. Wie bitte schön kann eine Bundesregierung darüber entscheiden, was mit den Guthabensalden deutscher Unternehmen und Bürger geschieht. Wollen Sie jetzt etwas für Sozialismus plädieren?

        „Möglich ist das nur durch Geldschöpfung. Es macht keinen Unterschied welche der Stufen unseres Geldsystems greift, wenn die Forderung real wird – zukünftig.“

        Aber selbstverständlich macht dies einen Unterschied. Fragen Sie mal die Kunden griechischer Banken.

        Und noch einmal: Eine Forderung lautet immer noch auf Euro und nicht auf ein Pfund Fleisch, sofern zuvor nichts anderes vereinbart wurde. Diese Euro kommen nicht von der EZB sondern von den 19 nationalen ZBen: https://soffisticated.wordpress.com/123-stufige-geldsysteme/.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ihre Beweiskette hängt an diesem Kunstgriff:
        >Eine tatsächliche Forderung ist grundsätzlich monetärer Natur

        Eingangs habe ich versucht klar zu stellen, dass jede Forderung eine tatsächliche Leistung zur Folge haben muss, wenn sie nicht wertlos sein soll.
        Ganz banal – Geld ist nicht essbar.
        Geld ist ein Leistungsversprechen für die Zukunft.
        Gebrochene Versprechen sind nichts wert.
        (alles Glaubenssätze!)

        >HWS behauptet, dass die Bundesbank das Konto von Allianz & Co. befüllt. Das ist FALSCH!!! Das Konto wird durch die Banco de España befüllt, aber doch nicht durch die Bundesbank

        Richtig H.W.Sinn behauptet das und Herr Stöcker behauptet das Gegenteil.
        Welchen Gedankengang kann ich durch Buchungssätze nachvollziehen? Für Quellen die Wahrheit von Lüge unterscheiden wäre ich sehr, sehr dankbar. Dann wäre Sinn ein für alle mal erledigt.

        >Die Bundesregierung??? Jetzt wird es aber immer abstruser
        >Wie bitte schön kann eine Bundesregierung darüber entscheiden, was mit den Guthabensalden deutscher Unternehmen und Bürger geschieht.

        Also die Idee eines Staatsfonds stammt vom Hausherrn, Herrn Stelter.

        Ihre These über die passive Bundesbank und die Falschaussagen von Herrn Sinn, machen auch das Verständnis von bto zunichte. Ein Staatsfond kann nur auf Geldmittel zurückgreifen, die dem Staat zu Verfügung stehen – eben die targetsalden Konten seiner Zentralbank. Dazu mussten die Forderungen gegen Südländer durch die Bundesbank kreditiert werden.

        Die Argumentation sieht für mich nach Sinn+Stelter vs. Michael Stöcker aus.

        Selbstverständlich ist Zentralbankgeld eine Forderung auf Leistung, denn alles Geld kommt ausschließlich durch Kredit auf die Welt. Die doppelte Buchführung gilt auch für Zentralbanken.

        Geld wird gehandelt und bis zur Intervention durch die Zentralbanken gab es einen Markt für verbriefte Geldforderungen….aber auch Heinsohn schreibt nur dummes Zeug?

        Ganz egal auf welchem Weg welches Geld zu „mir“ findet, akzeptiert mein Finanzamt die Zahlung zur Tilgung meiner Steuerschuld, das gilt auch für Griechenland.

        P.C.Martin:
        Macht — Zwang — Abgaben (Ur-Zins) — Preise.

        Unser Geld ist kein monetäres Spielzeug zur Verwirklichung utopischer Ideologien. Alles Geld ist Steuerzahlungsmittel.
        Sollte man die Akzeptanz aufdröseln und Giralgeld keinen Steuerzahlungscharakter mehr haben – ist game over.

        Unverändert versuche ich die Zusammenhänge einfach zu halten, obwohl alles extrem kompliziert ist. Egal wie Komplex das Thema ist, wir wirtschaften um Steuern zu zahlen und unsere Bedürfnisse zu decken; das sehr einfach.

      • Michael Stöcker sagte:

        @ Alexander

        „Ihre Beweiskette hängt an diesem Kunstgriff:
        >Eine tatsächliche Forderung ist grundsätzlich monetärer Natur“

        Sie können diesen „Kunstgriff“ ja gerne widerlegen und begründen, welcher anderen Natur denn Forderungen sind.

        „Richtig H.W.Sinn behauptet das und Herr Stöcker behauptet das Gegenteil.
        Welchen Gedankengang kann ich durch Buchungssätze nachvollziehen? Für Quellen die Wahrheit von Lüge unterscheiden wäre ich sehr, sehr dankbar. Dann wäre Sinn ein für alle mal erledigt.“

        Mit Wahrheit oder Lüge hat das nichts zu tun, sondern mit Wisssen/Verständnis und Halbwissen. Herr Sinn lügt nicht, er hat einfach vom Geldsystem, Buchführung und Bilanzierung wenig Ahnung und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit den 99 % aller anderen Ökonomen. Ansonsten käme er nicht auf die Idee, einen TARGET-Saldo als Forderung zu interpretieren, nur weil dieser Saldo in der Bilanz unter sonstigen Forderungen ausgewiesen wird. Einen guten Überblick zum Stand und zur Einordnung der Debatte gibt es hier: https://makroskop.eu/2017/03/target2-salden-und-ihre-risikobewertung-1/, hier: https://makroskop.eu/2017/03/target2-salden-und-ihre-risikobewertung-2/ und hier: https://makroskop.eu/2017/02/target-salden-und-der-italexit/. Und mit Olaf Sievert (strammer Wirtschaftsliberaler, der u. a. dem Kronberger Kreis angehörte und praktische Erfahrungen als Landeszentralbankpräsident hatte) war eigentlich schon 2012 die Frage nach der korrekten Interpretation erledigt.

        Fall Sie das alles nicht lesen möchten, dann hilft Ihnen vielleicht folgender Gedankengang:

        Wenn jemand etwas kauft, dann muss wer bezahlen? Richtig, der Käufer. Und wer ist der Käufer? Die Banco de España. Ist die Banco de España eine Zentralbank? Ja, sie ist eine. Und daneben gibt es 18 weitere nationale Zentralbanken sowie eine EZB. Womit zahlen Zentralbanken? Mit Zentralbankgeld (M0). Dieses kann die Banco de España genau so autonom erzeugen wie die Bundesbank. Womit werden Salden ausgeglichen? Mit Zentralbankgeld. In früheren Zeiten wurden diese Salden mit Gold ausgeglichen. Kann man Zentralbankgeld essen? Nein. Kann man Gold essen? Ebenfalls nein.

        „Die doppelte Buchführung gilt auch für Zentralbanken.“

        Selbstverständlich gilt die auch für Zentralbanken. Die kommen insbesondere dann ins Spiel, wenn auf der zweiten Ebene des Geldsystems sich die Beteiligten Banken nicht mehr ihre Salden kreditieren. Dann hilft nur noch der ultimative Saldenausgleichsstandard; und das ist die Sondergeldmenge M0, die ausschließlich durch die Zentralbank geschaffen werden kann.

        Die Herausbildung von größeren Salden ist immer ein Indikator für tieferliegende Probleme, nicht jedoch das Problem an sich. Das Hauptproblem sind/waren die hohen Leistungsbilanzüberschüsse als Folge asymmetrischer Kreditexpansion (zu hohe Kreditvergabe in Süden, zu geringe im Norden).

        „Ganz egal auf welchem Weg welches Geld zu „mir“ findet, akzeptiert mein Finanzamt die Zahlung zur Tilgung meiner Steuerschuld, das gilt auch für Griechenland.“

        Erstens hat das Finanzamt ein Konto bei der Bundesbank und zweitens ist auch eine bargeldlose Zahlung NIEMALS eine zentralbankgeldlose Zahlung. Denn Banken akzeptieren nur Zentralbankgeld. Da die Bundesbank immer allen Barauszahlungswünschen nachkommen kann, ist Zentralbankbuchgeld de facto dem Zentralbankbargeld gleichgestellt.

        „Unser Geld ist kein monetäres Spielzeug zur Verwirklichung utopischer Ideologien.“

        Sehe ich genauso. Von daher bin ich ja auch gegen Vollgeld.

        „Alles Geld ist Steuerzahlungsmittel.“

        Was ist für Sie „alles Geld“? Eine schuldbefreiende Zahlung kann immer nur mir Zentralbankgeld erfolgen oder aber mit der Referenz auf Zentralbankgeld, sofern es einen Girovertrag mit der Bank gibt und die Vertragspartner diese Form der Zahlung vereinbart haben. Giralgeld ist eine Forderung gegenüber der Geschäftsbank. Solche Forderungen können natürlich auch zediert werden. Nichts anderes passiert z. B. bei einer Überweisung, wenn beide Geschäftspartner ihr Konto bei derselben Bank haben.

        „Sollte man die Akzeptanz aufdröseln und Giralgeld keinen Steuerzahlungscharakter mehr haben – ist game over.“

        Wie bereits gesagt: Das Konto Ihrer Geschäftsbank, das diese bei der Bundesbank führt (die Kontonummer ist die Bankleitzahl) wird bei der Bundesbank belastet. Es findet also eine Bezahlung mit Zentralbankgeld statt und nicht mit Giralgeld der zweiten Ebene.

        „Egal wie Komplex das Thema ist, wir wirtschaften um Steuern zu zahlen und unsere Bedürfnisse zu decken; das sehr einfach.“

        Ja, das sollte man bei aller Komplexität nicht aus den Augen verlieren. Bedürfnisse werden allerdings nicht durch die Anhäufung von Salden (Geld) gedeckt, sondern durch die Ausgabe von Geld. Damit Geld also funktioniert, darf Geld niemals der Zweck an sich sein, sondern immer nur Mittel zum Zweck.

        Und als Ergänzung noch der heutige Beitrag von Braunberger: http://blogs.faz.net/fazit/2018/07/03/das-anleihekaufprogramm-der-ezb-treibt-den-target-2-saldo-10130/

        @ Staatsfonds

        Gros und Mayer schreiben:

        „In Deutschland könnte der Vermögensbildungsfonds Geld zum Ausbau der Infrastruktur im Energie- und Verkehrsbereich bereitstellen und dadurch die heimische Investitionsquote erhöhen.“

        Das Vermögen ist schon jetzt zu ungleich verteilt: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/2016/2016_03_vermoegen_finanzen_private_haushalte.pdf?__blob=publicationFile . Eine höhere Rendite verstärkt diese Problematik und leitet über hohe Infrastrukturnutzungsgebühren und/oder hohe Zinsen wieder das Geld von den 99 % zu den 1 %. Mit einer ordentlichen Erbschaftssteuer sowie einem Erbschaftsfonds könnten solche Investitionen ebenfalls finanziert werden; und zwar völlig zinsfrei im Interesse der 99 %. Insofern ist die Idee eines Staatsfonds/Vermögensbildungsfonds nur second best.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Zu Staatsfonds:

        >Das Vermögen ist schon jetzt zu ungleich verteilt:>

        Das ist keine Begründung GEGEN einen Staatsfonds.

        Eine höhere Rendite verstärkt nicht automatisch diese Problematik.

        Es kommt darauf an, wie der Staatsfonds finanziert wird, wer wie von den Investitionen und Erträgen der Investitionen profitiert und was die Alternative wäre, wenn anders finanziert würde bzw. die Investitionen überhaupt nicht stattfinden würden.

        Kurzum:

        Es ist alles eine Frage der GESTALTUNG.

        Deshalb kann man keine Pauschalurteile wie Sie abgeben.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Das ist keine Begründung GEGEN einen Staatsfonds.“

        Ich habe nicht gegen einen Staatsfonds argumentiert, sondern diesen als second best Lösung empfohlen.

        „Eine höhere Rendite verstärkt nicht automatisch diese Problematik.“

        ??? Wer nichts hat, der kann auch nichts finanzieren. Und seit wann gibt es Renditen für Habenichtse?

        In Schweden und Singapur ist dies anders; denn dort werden die Gewinne aus den staatlichen Unternehmen reinvestiert. Und solche Erträge/Renditen könnte man dann z. B. für eine höhere Basisrente verwenden. Wir haben aber nichts Vergleichbares in Deutschland.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich dachte wir waren schon weiter und ich sehe mich der alten Taktik gegenüber die Diskussion ins Nirwana zu führen.

        >Wisssen/Verständnis und Halbwissen…Herr Sinn lügt nicht, er hat einfach vom Geldsystem, Buchführung und Bilanzierung wenig Ahnung und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit den 99 % aller anderen Ökonomen

        Dazu drei links auf einen Philosophen/Erwachsenenbildung wo ich ohne Abo nichts zu Ende lesen kann. Damit ist HWS zerlegt?

        > Wenn jemand etwas kauft, dann muss wer bezahlen? Richtig, der Käufer. Und wer ist der Käufer? Die Banco de España. Mit Zentralbankgeld (M0). Dieses kann die Banco de España genau so autonom erzeugen wie die Bundesbank.

        So ist das? Und wie bucht die Banco de Espana die Sätze, wenn sie Geld schöpft, bei doppelter Buchführung? Sie wird für jede Auszahlung eine Gegenbuchung machen und eine Sicherheit verlangen, egal an wen.

        Im Eurosystem unter den NZB´s mag das anders ein, deshalb target2.
        Die Forderungen streiten sie nicht einmal ab, nur dass es leistungslose Forderungen auf monetärer Basis seien.

        Warum zählt man leistungslose Forderungen überhaupt und gibt ihnen eine Konto in der Buchführung der Bundesbank?
        Warum steigen die target2 Salden erst seit Ausbruch der Finanzierungskrise und sind nicht seit Euroeinfühung bei astronomischen Größenordnungen?

        –> weil wir ein Leistungsbilanzdefizit haben? Weil die BRD Waren und Dienstleistungen liefert – auf der Basis von Anschreiben? Aber die Konten sind leistungslos, monetär?

        >daneben gibt es 18 weitere nationale Zentralbanken…Zentralbankgeld (M0)….die Banco de España genau so autonom erzeugen wie die Bundesbank.

        Richtig und die Tochter EZB kann keine Befehle austeilen, die NZB´s sind autonom.

        >Was ist für Sie „alles Geld“?
        Ich will mich vor keiner Diskussion drücken, aber dieses Thema führt ins nichts. Nach ihrer Interpretation haben NB´s die Möglichkeit einfach so Geldmittel zu schöpfen und nach debitistischer Sicht eben nicht. Man kann zwar alle Regeln brechen, aber nicht ohne das System zu zerstören.

        In Sachen target2 fällt mir auf, dass es keine verbindlichen Aussagen durch die EZB oder ihre Mütter gibt. Man überlässt die Antwort auf Kritiker dem Journalismus…

        Man diskreditiert HWS so kräftig es geht, aber der letzte Beweis bleibt aus. Er traut sich immer noch auf die Bühne, trotz seiner Ahnungslosigkeit…

        Über steuerfinanzierte Staatsfonds brauchen wir uns nicht abzuarbeiten, unsere Ansichten sind diametral entgegengesetzt. Ich zahle genug Steuern ohne Leistung an Parasiten, das schreit nicht nach mehr.

        Grüße
        Alexander

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Zu Staatsfonds:

        Ob beste, zweitbeste oder drittbeste Lösung:

        Sie WOLLEN mittels Erbschaftssteuer durch Umverteilung den Staatsfonds FINANZIEREN.

        Denkbar ist, dass der Staat nicht bei der Finanzierung, sondern mit den ERTRÄGEN umverteilt.

        Deshalb ist es falsch, UNQUALIFIZERT zu behaupten, dass „eine höhere Rendite die Problematik der Vermögensungleichheit“ verstärkt.

        Und völlig daneben ist, „wer nichts hat, der kann auch nichts finanzieren“.

        Sie unterstellen, dass der Staat NUR der Treuhänder für die sei, die etwas haben.

        Das kann er, muss es aber nicht sein.

      • Michael Stöcker sagte:

        @ Alexander

        „Dazu drei links auf einen Philosophen/Erwachsenenbildung wo ich ohne Abo nichts zu Ende lesen kann. Damit ist HWS zerlegt?“

        Wenn Sie möchten, dann schicken Sie mir eine Mail (michael.stoecker(at)web.de). Ich werde Ihnen dann die Texte zukommen lassen.

        „So ist das? Und wie bucht die Banco de Espana die Sätze, wenn sie Geld schöpft, bei doppelter Buchführung? Sie wird für jede Auszahlung eine Gegenbuchung machen und eine Sicherheit verlangen, egal an wen.“

        Wieso Sicherheit? Sie kauft ein Asset. Dieses Asset muss vom spanischen Staat am Ende der Laufzeit inkl. Zinsen zurückgezahlt werden und kann zugleich zuzüglich Zinsen revolviert werden. Wo vermissen Sie hier die Gegenbuchung? Bei der ZB kommt es zu einer Bilanzverlängerung (Wertpapiere für geldpolitische Zwecke an Verbindlichkeiten). Diese Verbindlichkeit besteht nun aber nicht gegenüber einer spanischen Geschäftsbank mit Sitz in Spanien, sondern via EZB und Bundesbank z. B. gegenüber einem Kunden der Sparkasse in Würselen.

        „Warum zählt man leistungslose Forderungen überhaupt und gibt ihnen eine Konto in der Buchführung der Bundesbank?“

        Weil wir eben keinen einheitlichen Währungsraum haben mit nur einer Zentralbank, sondern einen unvollendeten Währungsraum mit 19 weitgehend autonomen Zentralbanken. Was meinen Sie, welche TARGET-Salden sich zwischen der Landeszentralbank von Sachsen und Thüringen sowie der Landeszentralbank von Bayern ergeben würden, wenn man diese bilanziell ausweisen würde.

        „Warum steigen die target2 Salden erst seit Ausbruch der Finanzierungskrise und sind nicht seit Euroeinfühung bei astronomischen Größenordnungen?“

        Das habe ich doch nun schon gefühlte 100-mal erläutert: Weil zuvor diese Salden über den Interbankenmarkt kreditiert wurden. Der Krug geht eben so lange zum Brunnen, bis er bricht. Der Bruch kam viel zu spät (insbesondere bei Griechenland), dafür dann aber umso heftiger.

        „Richtig und die Tochter EZB kann keine Befehle austeilen, die NZB´s sind autonom.“

        Wieso Tochter? Die EZB ist in der Hierarchie das Familienoberhaupt, bei der einige Töchter (NZBen) die Enkel (GBen) nicht richtig überwacht haben, bzw. die Frühwarnsysteme schlicht nicht existent waren.

        „Man kann zwar alle Regeln brechen, aber nicht ohne das System zu zerstören.“

        Es kommt darauf an, ob diese Regeln sinnvoll waren oder nicht. Darüber lässt sich trefflich streiten. Fakt ist aber doch wohl, dass ohne die massiven Interventionen der ZBen weltweit sich ein ähnliches Drama wiederholt hätte wie 1929.

        „In Sachen target2 fällt mir auf, dass es keine verbindlichen Aussagen durch die EZB oder ihre Mütter gibt. Man überlässt die Antwort auf Kritiker dem Journalismus…“

        Doch, die gibt es; sogar inklusive aller Buchungen: https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Unbarer_Zahlungsverkehr/TARGET2/TARGET2_Saldo/target2_saldo.html

        „Über steuerfinanzierte Staatsfonds brauchen wir uns nicht abzuarbeiten, unsere Ansichten sind diametral entgegengesetzt. Ich zahle genug Steuern ohne Leistung an Parasiten, das schreit nicht nach mehr.“

        Ich sprach von Erbschaftssteuer! Da zahlen Sie keinen einzigen Cent.

        @ Dietmar Tischer

        „Sie WOLLEN mittels Erbschaftssteuer durch Umverteilung den Staatsfonds FINANZIEREN.“

        Nein, das will ich nicht. Ich möchte die anstehenden Investitionen durch simple Steuererhebung finanzieren. Von einem Staatsfonds war bei mir nicht die Rede. Und ein Erbschaftsfonds hält lediglich die realen Vermögensanteile, die der Erbe nicht monetär leisten kann oder will. Erträge aus diesen Vermögensanteilen fließen dem Staat zu und können/sollten ebenfalls für Investitionen verwendet werden. Damit ist auch Ihre weitere Kritik unbegründet/unpassend.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Vielen Dank für die Möglichkeit die Texte zu lesen, meine mail ging gerade raus.

        Wir bewerten die Dinge gegenteilig, Bsp.

        ->„Richtig und die Tochter EZB kann keine Befehle austeilen, die NZB´s sind autonom.“
        —>Wieso Tochter? Die EZB ist in der Hierarchie das Familienoberhaupt

        Wenn sie, Herr Stöcker, von autonomen NZB´s schreiben, können diese nicht zugleich einem Oberhaupt untergeordnet werden. Weil ich wusste, dass ihnen das nicht passt, setzte ich die Provokation mit entsprechendem Erfolg.

        Die Geldschöpfung der NB von Griechenland/Irland war zum Höhepunkt der Krise extrem und Frankfurt war Zuschauer. HWS beklagt den Verlust der Sperrminorität durch den Brexit und die Macht der Südländer im Zentralbankrat. Aus einem der Vorträge von Sinn stammt die Aussage, dass die Geldschöpfung im Süden stattfindet und sich das Geld in Nordeuropa sammelt (Geld universal verstanden).

        Ihr link auf die Deutsche Bundesbank bestätigt „uns beide“, erneut eine Frage der Bewertung:

        ->Am Ende des Geschäftstages werden alle innertäglichen bilateralen Verbindlichkeiten und Forderungen automatisch in einem multilateralen Verrechnungsverfahren zusammengeführt und auf die EZB übertragen (Novation), sodass nur noch eine einzige Verbindlichkeit oder Forderung der nationalen Zentralbank gegenüber der EZB bestehtIsoliert betrachtet führt die beschriebene Transaktion am Ende des Geschäftstages zu einer Verbindlichkeit der Banque de France und zu einer Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB. Diese Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB werden allgemein als TARGET2-Salden bezeichnet.Der TARGET2-Saldo in der Bundesbankbilanz geht also im Wesentlichen auf grenzüberschreitende Transaktionen zurück…wird einerseits von den Geschäften der Kreditinstitute am Geld- und Kapitalmarkt beeinflusst, beruht andererseits aber auch auf Transaktionen des Nicht-Banken-Sektors, der Zahlungen über das Bankensystem leistet.<-

        Übereinstimmen werden wir sicher, dass Leistungsbilanzgefälle schlecht sind…und das dt. Exportmodell nicht nachhaltig.

        Ich persönlich lese von FORDERUNGEN und VERBINDLICHKEITEN, beide Begriffe sind buchhalterisch eindeutig definiert und keine Verrechnungsposten bzw. Umbuchungspositionen. Mein Finanzamt würden mich für Fehler in dem Bereich steinigen.

        Natürlich lehne ich auch eine Erbschaftssteuer ab, weil sie meinen Lebensarbeitsertrag umverteilt und meine Rechte in Frage stellt.

        Die Vermögen, die ihnen vorschweben erreichen sie nicht, alle übrigen werden jetzt schon zur Frustration geknechtet.

        Ich kennen keinen Unternehmer, der es geschafft hat und sich die Gründung noch einmal antäte. [ Mit Zombies pflege ich keinen Kontakte :o) ]

        Kein Unternehmen mehr gründen zu wollen gilt auch für mich selbst, so wie die Dinge stehen können mich alle gern haben. Freiheit schlägt Geld.

        Grüße
        Alexander

    • vielosoof sagte:

      Lieber Herr Stöcker…
      ich verstehe nicht, dass im Netz immer wieder bestritten wird, dass es sich beim Target2-Saldo der DBB um FORDERUNGEN handelt. Vermutlich, weil die Dimensionen gigantisch sind.
      Jeder kann sich die Bilanz zum 31.12.2016 aufrufen: dort stehen unter „9.4 Sonstige Forderungen“ 754Mrd. Am 31.12.2016 war die Target Forderung…na? 754Mrd. Bei einer Bilanzsumme von 1.393Mrd. sind das satte 54%!

      Zum Vergleich 31.12.2015: 584Mrd. in der Bilanz und der TargetSaldo ebenfalls 584Mrd.

      https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/BBK/2017/2017_02_23_geschaeftsbericht_2016_bilanz.pdf?__blob=publicationFile

      https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Zeitreihen_Datenbanken/Makrooekonomische_Zeitreihen/its_details_value_node.html?tsId=BBFI1.M.N.DE.4F.S121.S1.LE.A.FA.O.F2___T2.S._T.N.N&amp;

      Selbst, wer gar nichts von Buchhaltung versteht, begreift schon, dass wenn man auf der Aktiva mehr als die Hälfte abschreiben muss, man faktisch pleite ist, vor allem bei 0,04% Eigenkapital…

      Antworten
      • Michael Stöcker sagte:

        Mit Vermutungen hat das nichts zu tun. Was bitte schön kann Deutschland fordern, wenn die TARGET-Salden insbesondere das Ergebnis der Leistungsbilanzüberschüsse sind und das Geld auf dem Konto von Daimler & Co. liegt? Die Salden bilden sich dann zurück, wenn sich die Leistungsbilanzsalden umkehren. Sprich: Deutschland müsste mehr importieren als exportieren (wenn Sie es ganz genau wissen wollen, dann gibt es hier eine gute Erläuterung zur Leistungsbilanz: 50 Shades of Trade: https://makronom.de/der-schwierige-beziehungsstatus-von-kapitalbilanz-und-leistungsbilanz-27106). Und dazu müssten Daimler & Co. satte Weihnachtsgelder auszahlen, mit denen die Mitarbeiter sodann einen Maserati als Zweitwagen kaufen und damit nach Griechenland in den Urlaub fahren.

        „Selbst, wer gar nichts von Buchhaltung versteht, begreift schon, dass wenn man auf der Aktiva mehr als die Hälfte abschreiben muss, man faktisch pleite ist, vor allem bei 0,04% Eigenkapital“

        Welche Abschreibungen? Selbst bei Griechenland waren die vergangenen Zinszahlungen höher als der partielle Schuldenschnitt. Die Bewertungsfrage stellt sich doch erst dann, wenn Deutschland den Euro verlassen würde und sodann die TARGET-Salden in die Devisenreserven migrieren und somit einem Wechselkursänderungsrisiko unterliegen. Von daher sind persistent hohe LB-Überschüsse ja in aller Regel auch eine ganz ganz dumme Strategie. Und eine ZB kann selbstverständlich auch mal einige Jahre mit negativem EK operieren. Für diese Erkenntnis braucht es allerdings neben den Buchführungskenntnissen noch ein wenig mehr Verständnis über die Funktionsweise eines zweistufigen Geldsystems.

        LG Michael Stöcker

  3. Ondoron sagte:

    Was soll das immer mit den „Populisten“? Meinen Sie damit die AfD? Das ist lächerlich.
    Selbstverständlich wird nur eine Partei wie die AfD diesen Saustall nach dem Kollaps aufräumen können. Damit meine ich nicht die Höckes, sondern Boehringer (ein Libertärer), Weidel und weitere.

    Die Populisten finden sich am rot-grünen Rand, die den Euro bejubeln wie ein Weltwunder. Wer ist Populist? Wer ignoriert Probleme? Wer lässt Europa und Deutschland in „politischen Projekten“ verrotten? Das sind nicht die Populisten!

    Das FIAT-Money-System und dazu die Almende Euro. Ich freu mich auf den Kollaps. Es ist die einzige Chance, die EUSSR zu verhindern. Aber teuer wird es. Es wird mehr als die Hälfte des deutschen Wohlstands kosten. Wie ein verlorener Krieg. Da können Sie sich bei Kohl und den Nachfolgern bedanken.

    Antworten
  4. SB sagte:

    bto: „Protektionismus und Populismus drohen die Weltwirtschaft in die Rezession und die Eurozone in die nächste heiße Phase der Krise zu stürzen.“

    Also ich bin mir auch nicht sicher, ob Protektionismus und Populismus die Ursachen dafür sind, das die Weltwirtschaft in die Rezession und die Eurozone in die nächste heiße Phase der Krise zu stürzen drohen. Der Großteil der Ursachen liegt weit vor dem Einzug von Protektionismus und Populismus und wird insbesondere auch hier im Blog permanent besprochen.

    Antworten
  5. Dietmar Tischer sagte:

    Wieder einmal wird, mit „schuldig“, „haben versagt“ und „hoffen darauf“ und „Illusionen genährt“ die Welt erklärt – „Statt die Probleme anzugehen …“

    Kurzum:

    >Insofern sind Brexit, Donald Trump und Matteo Salvini nur die Konsequenz dieses politischen Versagens und der Weigerung der „traditionellen“ Politiker sich den wirklichen Themen zu stellen und zu handeln, statt zu quatschen. >

    Ich kann dazu nur sagen:

    Dr. Stelter for Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.

    Mal abgesehen davon, ob er TATSÄCHLICH so handeln könnte, wie er sich das vorstellt oder, weil er immer wieder Leute in der Partei und im Parlament braucht, die ihre Hand für ihn heben, AUCH nur QUATSCHEN könnte, ist eines gewiss:

    Würden seine Vorstellungen realisiert, hätten wir ZUSTÄNDE, die er sich NICHT wünschen könnte, aber natürlich auch nicht mehr ein Weiter so.

    Jeder kann hier für sich den Saldo bestimmen, eine einigermaßen ins Bild gesetzte Bevölkerung würde ganz sicher die Zustände seiner Politik nicht haben und akzeptieren wollen.

    Zum anderen:

    >Dieser Politikwechsel wäre in unserem eigenen Interesse. Dass es dazu in nächster Zeit kommt, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Damit müssen wir uns auf Handelskrieg, Rezession und die Verschärfung der Eurokrise einstellen.>

    ZUSTIMMUNG – die vorgeschlagenen Maßnahmen wären in unserem EIGENEN Interesse.

    Der nächst Satz ist freilich eine Illusion:

    Selbst wenn wir mit diesen Maßnahmen unsere Interessen verfolgen würden, MÜSSTEN wir uns auf Handelskrieg, Rezession und die Verschärfung der Eurokrise einstellen.

    Ich verstehe nicht, wie man GLAUBEN kann, dass deutsche Maßnahmen die Welt GRUNDLEGEND ändern könnten.

    Zum Szenario für die zweite Jahreshälfte:

    Sehr WAHRSCHEINLICH ist:

    >Die US-Notenbank hält an ihrer Strategie der Geldverknappung fest ….Die US-Regierung hält an ihrer Strategie fest und belegt weitere Länder und Produkte mit Strafzöllen,>

    Ob das in die Rezession führt, halte ich nicht für ausgemacht, aber richtig ist:

    Was in USA geschieht, ist KONTRAPRODUKTIV für das Wirtschaftswachstum überall, STÄRKT den Nationalismus und die Abschottungsmechanismen und es ERHÖHT die ohnehin schon gewachsene KRISENANFÄLLIGKEIT.

    Das sind sich stark verdüsternde Perspektiven.

    Antworten
    • SB sagte:

      @Dietmar Tischer:

      „… STÄRKT den Nationalismus…“

      Mag sein. Aber ist das per se schlecht? Gerade im aktuellen Stadium des Internationalismus ist unschwer zu erkennen, dass dieser geradezu zur Verwahrlosung in Sachen Rechtsstaatlichkeit geführt hat. Die EU ist das beste Beispiel dafür. Kein Wunder, entzieht sie sich defacto jeder demokratischen Kontrolle. Da ist mir der Nationalstaat doch wesentlich lieber. Kleinere Einheiten sind besser zu kontrollieren. Das ist nicht neu.

      „…und es ERHÖHT die ohnehin schon gewachsene KRISENANFÄLLIGKEIT.“

      Das aktuelle System des Internationalismus (Globalisierung) hat die Krisenanfälligkeit erhöht und bis zum Anschlag getrieben, nicht der Nationalismus. Das System war weit weniger krisenanfällig, da flexibler, als in Europa noch die Nationalstaaten mit einer eigenen Währungen im Vordergrund des Geschehens standen und es im Wesentlichen nur Freihandel mit einer übergeordneten Verrechnungseinheit (= Währungskorb = ECU) gab. EU und Euro haben das System durch systemwidrige Quersubventionierung und Vergemeinschaftung der Haftungsrisiken krisenanfällig gemacht, weil beides gegen die Wettbewerbsfähigkeit arbeitet. Ganz nebenbei: Wir leben seit gut 10 Jahren in einer Dauerkrise. Die Frage nach der Anfälligkeit ist insoweit schon fragwürdig.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Ich habe nicht gewertet, was besser oder schlechter ist, sondern gesagt, dass dies jeder für sich tun solle, weil das eine Frage der Präferenzen ist.

        Allerdings kann man VERLANGEN, dass jeweils die FOLGEN mitgedacht und anerkannt werden.

        Meine Meinung:

        Ich folge hier der Auffassung von Dany Rodrik („Das Globalisierungsparadox“), nach der wir vor einem Trilemma stehen, nämlich NICHT zugleich haben können einen FREIEN Welthandel mit UNBEGRENZTER Mobilität von Kapital, Menschen, Gütern und Dienstleistungen und NATIONALE SELBSTBESTIMMUNG.

        Wir müssen mindestens eines aufgeben.

        Ich folge ihm und würde nationale Selbstbestimmung nicht aufgeben.

        Mein Grund:

        UNSER Verständnis von nationaler Selbstbestimmung beruht auf dem DEMOKRATISCHEN Prozess fairer Beteiligung ALLER durch allgemeine, freie, geheime, gleiche und unmittelbare Wahlen.

        Das ist der VERFAHRENSKONSENS der uns bindet und nicht verloren gehen darf.

        Unabhängig von meiner Präferenz:

        Es kommt FAKTISCH auch so, der Rückgriff auf die nationale Selbstbestimmung ist evident.

        Die Frage ist allerdings, ob dabei immer die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

        Ich glaube, dass dies nicht der Fall ist und wir in eine beschleunigte Anpassungsspirale nach unten kommen, die uns nach zwei Generationen Nachkriegswohlstand einiges abverlangen wird.

        Beispielhaft und konkret:

        Trump ist nicht dafür anzuklagen, dass er „America first“ sagt.

        Es ist aber dumm, weil kontraproduktiv für die USA und den Rest der Welt, dass er dies GEGEN alle anderen umsetzen will.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        Grundsätzlich dito (und danke)

        „Ich glaube, dass dies nicht der Fall ist und wir in eine beschleunigte Anpassungsspirale nach unten kommen, die uns nach zwei Generationen Nachkriegswohlstand einiges abverlangen wird.“

        Mein Bauchgefühl meldet mir leider auch nichts anderes. Allerdings sollte die Anpassungsspirale bei Beachtung der eigenen, nationalen Interessen eine wesentlich geringere Dynamik entfalten und auch im Ausmaß beschränkter sein. Man muss hier nicht lange nach Beispielen suchen: Hätten wir den Merkelschen Migrationsunfug ausgelassen, wäre die dadurch verursachte erhebliche „Anpassung“ der Sicherheit nach unten ausgeblieben. Die Aber-Milliarden hätten wir lieber in (unsere) Infrastruktur investiert, anstatt sie per Asyltourismus zu verkonsumieren.

        „Es ist aber dumm, weil kontraproduktiv für die USA und den Rest der Welt, dass er dies GEGEN alle anderen umsetzen will.“

        Tut er dies wirklich, oder ist das nur eine (Ihre) subjektive Wahrnehmung aufgrund der extrem unseriösen Berichterstattung in den Mainstream-Medien? Richtig ist, dass er seinen Plan gegen alle Globalisten umsetzen will. Das geht allerdings auch gar nicht anders, da sein Modell das genaue Gegenteil davon ist. Nur: Damit steht er nicht allein auf weiter Flur und will sein Modell deshalb nicht gegen ALLE anderen umsetzen. Große Player im Weltgeschehen sind gerade keine Globalisten. Es wird spannend sein zu verfolgen, welches Modell sich durchsetzen wird.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        >Tut er dies wirklich, oder ist das nur eine (Ihre) subjektive Wahrnehmung aufgrund der extrem unseriösen Berichterstattung in den Mainstream-Medien? >

        Natürlich ist Protektionismus etwas, das unvermeidlich auf Kosten ANDERER geht.

        Wenn man Zölle erhebt oder erhöht, werden die entsprechenden Produkte der Importeure TEURER, was für diese natürlich nachteilig ist. Es ist auch nachteilig für die Konsumenten oder Unternehmen im Zölle erhebenden Land, die auf diese Produkte aus welchen Gründen auch immer nicht verzichten wollen oder können und daher MEHR bezahlen müssen.

        Wenn Sie das mit „GEGEN“ meinen, haben Sie recht.

        Ich verneine das nicht, meine aber mit „GEGEN“ im Zusammenhang mit Trump vorrangig, dass er das, was er tut, nicht ZUSAMMEN mit anderen tut, sondern es ihnen DIKTIERT.

        Das Fatale daran ist, dass es zu einer UNKONTROLLIERTEN Vergeltungsspirale kommt, weil die Betroffenen auf das Diktat mit einem Gegendiktat antworten (müssen), wenn sie sich nicht widerstandslos ergeben wollen.

        Aber so ist es nun einmal:

        Die knappe Mehrheit in USA hat Trump gewählt, weil sie nicht mehr GLAUBT, dass Leute wie Clinton, Obama und andere Konsens-Politiker irgendetwas für sie rausholen.

        Das können Sie auch nicht, jedenfalls werden sie nicht das erreichen, was den Lebensstandard dieser Menschen spürbar steigen lässt.

        Die Trump-Wähler begreifen aber offensichtlich bis heute nicht, dass er ihnen SCHADET, wenn er so weitermacht.

        Wer darauf verweist, ist nicht unseriös, sondern rückt lediglich ins Bewusstsein, dass wir heute im Verbund internationaler Arbeitsteilung LIEFERKETTEN haben, die nicht an nationalen Grenzen halt machen und daher auch nicht einfach mal so an diesen Grenzen gekappt werden können, ohne dass an BEIDEN Enden SCHADEN entsteht.

        Die Welt ist komplexer, als sich das einfach gestrickte Dealmaker vorstellen.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        „Die knappe Mehrheit in USA hat Trump gewählt, weil sie nicht mehr GLAUBT, dass Leute wie Clinton, Obama und andere Konsens-Politiker irgendetwas für sie rausholen.“

        Immerhin! Bei uns glauben die Leute immer noch, die linksgrünen Parteien, allen voran Merkel, würden etwas für Sie rausholen. Eigentlich völlig unglaublich! Zur Ursache hat Bakwahn unten zutreffend gepostet.

        „Wer darauf verweist, ist nicht unseriös, sondern rückt lediglich ins Bewusstsein, dass wir heute im Verbund internationaler Arbeitsteilung LIEFERKETTEN haben, die nicht an nationalen Grenzen halt machen und daher auch nicht einfach mal so an diesen Grenzen gekappt werden können, ohne dass an BEIDEN Enden SCHADEN entsteht.„

        Der entstehende Schaden ist meiner Sichtweise nach nur der schmerzhafte Beginn der mehr als notwendigen Korrektur der zügellosen Globalisierung, die in erster Linie nur die internationalen Großkonzerne zu Gewinnern gemacht hat und im Übrigen viel mehr Menschen schadet, als nutzt. Das heißt nicht, dass ich gegen Freihandel bin, im Gegenteil. Aber so wie das in der Vergangenheit gelaufen ist und teils noch läuft, ist es grober Unfug.

        „Die Welt ist komplexer, als sich das einfach gestrickte Dealmaker vorstellen.“

        Man kann Komplexität auch künstlich erzeugen, um Prozesse undurchsichtig und unverständlich zu machen, um Ziele zu erreichen, die ohne die Komplexität nicht zu erreichen wären. Bestes Beispiel ist die EU. Und man Kannen muss diese negative Komplexität selbstverständlich wieder zurückfahren. Da bin ich ganz beim Dealmaker.

  6. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „die Gründung eines Staatsfonds nach dem Muster von Norwegen oder Singapur, um unser Auslandsvermögen endlich besser anzulegen.“

    Ich folge Ihnen fast immer in allen Punkten, Herr Dr. Stelter, aber wo soll aktuell staatliches Auslandsvermögen sein, das wir anlegen sollten oder auch nur könnten? Das erschließt sich mir nicht im Ansatz, weswegen ich hier immer grinsen muss. Was wir haben, sind ausländische Gläubiger deutscher Staatsanleihen (also AuslandsSCHULDEN) und die bekannten Target2-Forderungen der Bundesbank, die ja laut Herrn Stöcker nur ein Geldverbringungssaldo ist (hier stimme ich mit ihm nicht überein, das können wir aber erst nach einem Zerfall der Eurozone klären).

    Also die konkrete Frage in die Runde: Woraus besteht das aktuelle oder auch nur potentielle deutsche Auslandsvermögen (jetzt mal abgesehen von ein paar Botschaftsgrundstücken)? Weiß das irgendjemand?

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >… wo soll aktuell staatliches Auslandsvermögen sein, das wir anlegen sollten oder auch nur könnten?>

      Es sind produktiv tätige Unternehmen im relativ sicheren Ausland, also USA, Kanada, Australien, in der EU und z. T. auch Südamerika und Asien.

      Wir könnten einen Teil unserer Handelsüberschüsse auch mittels eines Staatsfonds dafür nutzen, Eigentum an diesen Unternehmen zu erwerben.

      Würden wir es tun, verringerte sich c. p die Summe der Kredite, die wir vergeben.

      Was die Unternehmen betrifft, ist das kein Problem, weil sie durch unsere Beteiligung finanziert würden.

      Was die Staaten, denen wir bisher Kredite geben, anlangt, müssen sie sich woanders verschulden bzw. sich anders finanzieren oder ihre Ausgaben zurückfahren.

      Wo also ist das Problem?

      Zumindest theoretisch gibt es keines.

      In der Praxis würde es schon Probleme geben, weil bestimmte Staaten es sicher nicht wollten, dass ihre Unternehmen von uns gekauft werden – so wie wir und die USA es nicht wollen, dass die Chinesen unserer und deren Unternehmen kaufen.

      Also:

      Machbar, aber wie alles in der Welt nicht problemlos.

      Antworten
      • Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Tischer: Ihre Antwort verstehe ich leider nicht. Unternehmen mit Überschüssen im Ausland erwirtschaften PRIVATE Überschüsse. Herr Dr. Stelter spricht aber von STAATLICHEM Auslandsvermögen. Und das kann ich beim besten Willen nicht erkennen, denn ein deutscher Exporteur braucht keinen staatlichen Vermögensverwalter. Die Bundesbank hätte vielleicht vor Einführung des Euro Bedarf gehabt.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Der von Dr. Stelter verlinkte FAZ-Artikel ist etwas ausschweifend, verweist aber auf das, um was es geht:

        Der Staat legt Geld an, d. h. er INVESTIERT in produktive Sachwerte.

        Investiert wird u. a. in Unternehmen, auch im Ausland.

        Tut er dies, entsteht staatliches Auslandsvermögen.

        Wo deutsche Unternehmen, speziell Exporteure Überschüsse erwirtschaften und wo sie diese investieren, spielt dabei keine Rolle.

      • jobi sagte:

        „Was ist also das Problem?“
        Das Problem ist, dass es sich eben nicht um Kredite und damit auch nicht um Forderungen gegen das EU-Ausland handelt.
        Die Bundesbank, die unseren Leistungsbilanzüberschuss (und die Kapitalflucht nach DE ) kreditiert, erhält eine ökonomisch wertlose Forderung von Zentralbankgeld ggü. der EZB – Geld, das sie im übrigen selbst drucken könnte. Daraus wiederum folgt die Unmöglichkeit, die so verbuchten Überschüsse in werthaltiges Sachkapital umzuwandeln.
        Unabhängig davon wäre es sinnvoll, unsere private Altersvorsorge auf gesündere Beine zu stellen.
        Das bestehende System dient dazu, private Ersparnisse für überwiegend konsumptive Bedürfnisse des Staates zu aquirieren – im Eurosystem eben nicht nur für die des eigenen sondern auch für die der europ. Südländer, mit allen Konsequenzen für Rendite und Sicherheit.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ jobi

        >Das Problem ist, dass es sich eben nicht um Kredite und damit auch nicht um Forderungen gegen das EU-Ausland handelt.>

        Das ist nicht das Problem, sondern die LÖSUNG.

        Statt Forderungen haben wir Eigentumsrechte im Ausland.

        Um DIESEN Unterschied geht es – und NUR darum.

        Die Bundesbank, die unseren Leistungsbilanzüberschuss (und die Kapitalflucht nach DE ) kreditiert, erhält eine ökonomisch wertlose Forderung von Zentralbankgeld ggü. der EZB…>

        Was reden Sie denn hier:

        Es geht um einen STAATSFONDS, also um das, was der STAAT tun könnte und nicht darum, was die Bundesbank im Rahmen eines Verrechnungssystems tut.

        Immer wieder Verwirrung …

        Wenn man wie Sie UMHERMEANDERT, versteht man nicht einmal, über was diskutiert wird.

      • Alexander sagte:

        @ Diemtar Tischer
        >Statt Forderungen haben wir Eigentumsrechte im Ausland

        Wie Prof. Sinn schon nachgewiesen hat, tauschen nationale Notenbanken verpfändbare Schuldtitel in genau solche Verbindlichkeiten/Forderungen um. vgl. Rückkauf von spanischen Staatsanleihen von der Allianz durch die dt. Notenbank zugunsten der Spanischen, mit Gutschrift der Forderung bei der EZB.

        >Wenn man wie Sie UMHERMEANDERT
        :o) :o) :o)

      • Wolfgang Selig sagte:

        Lieber Herr Dr. Stelter,

        vielen Dank für Ihre Erläuterung. Tja, was soll ich sagen, dann schlage ich hier mal ein Experiment vor:

        Die Bundesrepublik Deutschland verkauft schrittweise ihre Forderungen gegenüber Drittstaaten auf dem freien Markt und legt den Erlös in einem Staatsfonds a la Norwegen an und löst damit den in der FAZ genannten „Staatsfonds wider Willen“ auf bzw. baut ihn um. Ich bin gespannt, welche Abschläge der Markt dafür fordern würde.

        Im Ernst, Herr Dr. Stelter, Sie sind doch sonst auch Realist. Für wie werthaltig sehen Sie diese Forderungen an, die man einbringen könnte? Wir reden hier doch von unbesicherten Hilfskrediten, die niemals wertgleich zurück gezahlt werden. Ehrlicher wäre es, diese Forderungen größtenteils als Geschenk auszuweisen, denn das sind sie. Und jetzt rede ich noch nicht von Target 2, sonst führen wir hier wieder die Debitismusdebatte, sondern von staatlichen Forderungen außerhalb des Systems der EZB.

        Für mich gibt es kaum reales staatliches deutsches Auslandsvermögen, denn kein Anleger auf dem Kapitalmarkt würde die deutschen Forderungen zum Nominalwert kaufen. Diese Forderungen bestehen nicht aus Gründen der Kapitalanlage, sondern aus politischen Gründen. Das war ja der Grund, warum überhaupt eine staatliche Forderung entstanden ist.

        Nichtsdestotrotz ist Ihre Initiative sehr begrüßenswert. Aber dazu müsste die Eurozone zur finanziellen Selbstversntwortung der Mitgliedsstaaten zurückkehren. Oder gleich wieder nationale Währungen eingeführt werden. Beides sehe ich derzeit nicht in Ansätzen. Und daher bleibt das Ganze wohl eine schöne, aber unerreichbare Utopie.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Befassen Sie sich doch bitte einmal mit dem, was die FAZ sagt, etwa folgenden beiden Sätzen:

        >Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank sparen die meisten deutschen Haushalte wenig, weil sie sich zur Deckung der Grundbedürfnisse (wie Bildung oder Betreuung in Kindheit und Alter), und zur Absicherung vieler Lebensrisiken (wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit) auf den Staat verlassen. Dagegen wäre im Prinzip nichts einzuwenden, wenn anstelle der privaten Haushalte der Staat einen Teil der Erlöse aus den Sozialbeiträgen verwenden würde, um das Vermögen aufzubauen, das eine alternde Gesellschaft zum Erhalt ihres Lebensstandards braucht.>

        Kurzum:

        Die Einschätzung der Bundesbank hin oder her – das Konzept ist, dass der STAAT aus den ERLÖSEN aus den Sozialbeiträgen (und im Prinzip auch mit anderen Erlösen), VERMÖGEN aufbaut, derart, dass er produktive Güter, d. h. Anteile auch an AUSLÄNDISCHEN Unternehmen kauft.

        Nirgends ist hier die Rede von Forderungen und die Voraussetzung ist auch nicht, dass es BEREITS staatliches deutsches Auslandsvermögen GIBT.

        Es gibt keine Begründung dafür, dass ein Staatsfonds UNMÖGLICH sei.

        Allerdings:

        Es gibt m. A. n. einen sehr guten Grund, ihn in DEUTSCHLAND nicht einzuführen.

        Ich traue keiner Regierung, dass sie den Fonds unangetastet lässt, wenn sie in finanzieller Not ist. Sie wird ihn belasten, d. h. ihn Kredite an den Staat ausreichen lassen und das Geld letztlich veruntreuen.

        Deshalb sollte, wer kann, selbst vorsorgen und seinen individuellen Fonds bilden mit Anteilen an soliden, d. h. möglichst gering verschuldeten Unternehmen.

        Dafür gibt es Aktienmärkte überall in der Welt, so dass man nicht sein Geld „auswandern“ lassen kann statt selbst auswandern zu müssen.

  7. Tyler Schmidt sagte:

    „Gemeinsam haben sie darin versagt, eine Antwort auf Migrationsdruck und Globalisierung zu finden und darauf gehofft, die Probleme würden einfach verschwinden. Das tun sie aber nicht“

    Geht man davon aus, dass die Politiker souveraen und selbstaendig entscheiden und nur das beste fuer ihre jeweiligen zu regierenden Bevoelkerungen wollen, dann koennte man es so interpretieren. Dann koennte es tatsaechlich so aussehen, als haetten sie doch alles versucht… aber es hat einfach nicht gereicht. Sie haben leider versagt.

    Aber im Anbetracht der Informationen, die schon lange in das Licht der Oeffentlichkeit gerueckt sind, ist diese Denkweise doch ein wenig naiv.

    Jeder kennt inzwischen die Aussage z.B. Seehofers, dass die regierenden doch gar nicht entscheiden, und die Entscheider nicht gewaehlt sind:

    https://www.youtube.com/watch?v=_AYcGDCZ4zs

    Oder wie waere es mit dem letzten Bericht der UN aus dem Jahre 2000 (!!) zur „Replacement Migration“, oder auch „Bestandserhaltungsmigration“

    http://www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm
    http://www.un.org/esa/population/publications/migration/execsumGerman.pdf

    Man darf sich auch durchaus fragen, ob die „weisen Prophezeihungen“ von Richard von Coudenhove-Kalergi:

    „In his book Praktischer Idealismus (Practical Idealism), written in 1925, he describes the future of Jews in Europe and of European racial composition with the following words:[45]

    The man of the future will be of mixed race. Today’s races and classes will gradually disappear owing to the vanishing of space, time, and prejudice. The Eurasian-Negroid race of the future, similar in its appearance to the Ancient Egyptians, will replace the diversity of peoples with a diversity of individuals. […]“

    Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Coudenhove-Kalergi

    und die Tatsache, dass Merkel in 2010 den Europapreis erhalten hat, welcher auf den vorgenannten Richard Coudenhove-Kalergi zurückgeht:

    https://www.bundeskanzlerin.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2011/01/2011-01-13-merkel-europapreis.html

    in irgendeinem Zusammenhang steht.

    Diese Zusammenhaenge sind inzwischen so offensichtlich geworden, dass es einem richtig ins Gesicht springt und schon weh tut. Da kann man einfach nicht mehr sagen, die Politiker haben versagt.

    Man kann nur noch sagen: die haben NICHT versagt!! Sie machen alles richtig. Natuerlich nicht aus Sicht der Buerger, die naiverweise davon ausgehen, dass die Politiker zum Wohle der Buerger handeln. NEIN!

    Noch eindeutiger konnte Seehofer nicht mehr werden. Meint etwa jemand, er hat ein kleines Witzchen gemacht? Hat er nicht.

    Also alles laeuft nach Plan, die Politik versagt nicht, sondern macht genau das was sie soll. Das wuerde es zu thematisieren gelten…

    Antworten
  8. Bakwahn sagte:

    Ondoron, SB,
    in aller Eile geschrieben:

    Wir müssen akzeptieren: Wir sind MERKELLAND!

    Nach dem Gipfel versammelt und formiert sich hinter ihr eine machtvolle Allianz aus den Eliten der etablierten Politik, der Kultur, Journalistik, Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie.
    Sie mache alles richtig, wieder einmal. Bei der Eurorettung und der Flüchtlingskrise stellt sie europäische und internationale Interessen über deutsche; und das sei gut so.
    Man lobt ihren „Pragmatismus mit Herz“., so würde ich das mal nennen.
    Die CSU hat wenig Erfolg mit ihrer Zuspitzung in der Migrationsproblematik. Die Zustimmungsraten für Seehofer und Söder sinken. Man stelle sich das vor!

    Der deutsche Souverän, der Wähler, ist MEKRLIANER!

    Eine große Mehrheit der Deutschen duldet, akzeptiert, läßt zu , genehmigt, unterstützt – oder wie auch immer – diese Politik aus Moral, großzügigster Solidarität, Liberalität und Internationalität, solange die Deutschen keine direkten, unmittelbaren, sofort schmerzlich fühlbaren negativen Auswirkungen zu spüren bekommen.
    Wenn die Konjunktur kippt, wie wird dann die Stimmung im Lande sein?

    Antworten
    • SB sagte:

      @Bakwahn: Danke für die knappe Zusammenfassung der Lage. Ich hätte es nicht besser hinbekommen. Geht es dem Esel zu gut, begibt er sich aufs Eis. Noch dümmer ist der Esel, der in dem selbstverschuldeten Glauben lebt, es ginge ihm zu gut. Am dümmsten aber ist der Esel, der nicht über den Tellerrand hinausschauen kann und noch nicht einmal will.

      Antworten
      • Wolfgang Selig sagte:

        @SB: Und genau deswegen wird die AFD solange auf dem aktuellen Niveau dümpeln, bis die deutsche Kreditwürdigkeit aufgezehrt ist, die nächste Massenmigrationswelle kommt oder die Konjunktur wegen Herrn Trump u.ä. zusammenbricht. Und dann werden wir einen eigentlich überflüssigen massiven Rechtsruck in diesem Land erleben, wie es seit Gründung der Republik 1949 noch nicht zu sehen war. Aber wenn der Wähler in Meinungsfragen z.B. Herrn Seehofer jetzt wegen ein paar Selbstverständlichkeiten abstraft und auf die Merkelarien der MSM hereinfällt, dann ist er selbst schuld. Schlimm nur, dass dann in Zukunft von der zornigen Masse schon wieder Sündenböcke gesucht werden, wenn die aktuellen Fehlentscheidungen die deutsche Arbeitslosigkeit hochschnellen lassen. Man kann eigentlich alle Leute nur vorwarnen, sich einen zweiten Pass oder wenigstens Aufenthaltstitel jetzt schon zu besorgen, denn das Erwachen wird schmerzhaft sein und es lässt sich noch nicht vorhersagen, wer die Sündenböcke in der öffentlichen Meinung sein werden. Von bestimmten religiösen über politische und finanzielle Gruppen ist dann wie nach 1932 m.E. wieder alles drin. Mir graut es vor der Verblendung dieses Volkes. Ich bin das erste mal in meinem Leben als standortgebundener Mensch froh, dass ich nicht wohlhabend bin, denn ich glaube, diese Leute werden hier in Zukunft nichts mehr zu lachen haben. Leider schränkt das auch die persönlichen Handlungsoptionen ein.

        Bei der künftigen Behandlung von religiösen und politischen Gruppierungen durch die breite Masse bin ich mir noch unsicher. Hier ist m.E. noch alles an intolerantem Verhalten denkbar.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Bakwahn

      >Eine große Mehrheit der Deutschen ….>

      So ist es.

      Wenn sich dann die große Mehrheit auch noch zu einem Wahlsystem bekennt, nach dem die große Mehrheit diese Politik GEWOLLT duldet, akzeptiert, … GENEHMIGT …, dann kann man NICHT umstandslos sagen, dass die Politik versagt habe.

      Die Politik hat – insoweit jedenfalls – GELIEFERT.

      Sie hat mit der Lieferung allerdings nicht automatisch die Probleme gelöst, die aufkommen oder – der Meinung kann man auch sein – die sie im Lieferverfahren nicht hat verhindern können bzw. die sie selbst verursacht oder mitverursacht hat, als sie lieferte.

      Wenn ein Teil der Bevölkerung oder gar die Mehrheit das erkennt und diese Politik mit VERSAGEN belegt, wird sie für eine andere votieren – und das bei Wahlen auch durchsetzen.

      Bei diesem Prozess kommt es nicht darauf an, ob die Probleme der Regierung anzurechnen sind, also eine BESTIMMTEN Politik, oder ob sie den Umständen geschuldet sind.

      Die Regierung kann keine Rezession verhindern (sondern allenfalls darauf reagieren), schon gar nicht eine, die durch globalen Protektionismus losgetreten wird.

      Wenn z. B. eine Rezession zu lang besteht und zu nachhaltig wirken würde, wird die Regierung abgewählt, OBWOHL sie nicht die Entwicklung verantwortlich wäre.

      Ich will damit sagen:

      So sehr ein regulärer Regierungswechsel auch demokratisch legitimiert ist aufgrund des Verfahrens, mit dem der Wechsel erfolgt, so sehr kann er aus den FALSCHEN Gründen erfolgen.

      Das ist ein gravierendes PROBLEM der Demokratie.

      Im Extremfall:

      Der Regierungswechsel kann auch erfolgen, wenn eine Regierung es richtig macht, weil sie Probleme LÖST.

      Nur zur Erinnerung, dass die Regierung Schröder abgewählt wurde, OBWOHL sie mit der Agenda 2010 etwas eingeleitet hatte, dass nach nahezu einhelliger sachverständiger Meinung, RICHTIG war.

      Antworten
  9. Johann Paischer sagte:

    Meine Befürchtung ist dass die ungelösten Probleme der EU die nächste Weltwirtschaftskrise auslösen könnten. Die USA als auch China würden eine Rezession wohl noch abfedern können. Falls es zu einer solchen kommen sollte. Bei der EU sehe ich die Chancen nicht so positiv. Im Falle einer Rezession fürchte ich dass die Eurozone zerbricht. Vor allem wegen Italien. Italien ist jetzt schon fast unregierbar. Welches Chaos würde erst im Falle einer Rezession in Italien herrschen.
    Ein Zusammenbruch der Eurozone würde meiner Meinung eine schlimme Weltwirtschaftskrise auslösen. Welche ohne das drohende Chaos in Europa wahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre.
    Trump würde in so einem Fall sofort Europa die Schuld geben.
    In der Geschichtsschreibung würde man Europa wohl als Auslöser zweier Weltkriege und einer üblen Weltwirtschaftskrise sehen. Vieles an Trump kann man bemängeln. Aber wie es in Europa seit der Krise 2008 läuft ist der ganz normale Wahnsinn. Man hat wahrscheinlich so gut wie gar nichts geregelt, oder saniert und die Problem mit der Druckerpresse der EZB unter den Teppich gekehrt.
    Wenn die ungelösten Probleme in einer drohenden Krise wieder zum Vorschein kommen. Welchen Politiker, Partei, Bank, Zentralbank würde man dann noch trauen? So eine Situation des totalen Vertrauensverlustes wäre nicht förderlich zur Bewältigung einer dann sehr großen Krise.

    Antworten
  10. Bernhard Hönl sagte:

    Guten Morgen, Herr Dr. Stelter,
    Sie sollten sich mal die Veröffentlichungen von Herrn Boehringer auf
    goldseiten.de seit ca, 2010 zu Gemüte führen. Vielleicht finden Sie
    auch mal die Zeit, eine Bundestagssitzung zu verfolgen, wo eben dieser
    Herr Boehringer aufzeigt, was Sache ist.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Bernhard Hönl

    Antworten
  11. RW sagte:

    Man sollte sein Geld vor allem dort investieren, wo der Zugriff auf eine hohe Bevölkerungszahl auch gegeben ist:
    1. China
    2. Indien
    3. Afrika
    4. Asien (Indonesien etc.)

    Wo man darauf basierend in Europa langfristig investieren kann:

    1. Großbritannien wegen der Commonwealthstaaten
    2. Frankreich wegen der Beziehungen zu den ehemaligen Kolonien
    3. Spanien/Portugal wegen der Beziehungen zu den ehemaligen Kolonien
    4. Niederlande als Handelsnation
    5. Skandinavien wegen deren Gemeinschaftsgefühl
    5. Italien, weil es wie im ersten Weltkrieg die Fronten wechseln wird
    6. Russland wegen den Rohstoffen

    Wo man nicht investieren soll:

    1. Deutschland (keine ehemaligen Kolonien, wegen Provinzfürsten Kleinstaaterei a la Bayern)
    2. USA (wegen der abnehmenden Power, die auch Trump nicht zurückholen kann. Mit seinen Versuchen hierbei kann man durch gezielte Investitionen kurz- bis mittelfristig Geld verdienen
    3. die Staaten der ehemaligen Donaumonarchie

    Wer auf die letzten drei setzt, hat immer noch nicht begriffen, dass ein Quantitative easing in China ein paar Hausnummern größer sein wird, als Quantitative easing in Europa und USA zusammen. Die Chinesen werden das wie Japan seit 1990 machen.

    Gewinnen durch die Gelddruckmaschine der KP, so wird China die neue globale Wirtschaftsmacht.

    Oder man hält als Gesamteuropa dagegen. Deutschland war gestern siehe auch Fußballweltmeisterschaft in Russland. Deutschland hat da gegen Asien und Mittelamerika verloren, um Schweden zu besiegen brauchte es einen Glücksschuss.

    Das Ganze erinnert mich an den Dreißigjährigen Krieg. Verheert wurde nämlich da auch nur ein Land: Deutschland. Um dies heute wieder zu verhindern, gibt es nur zwei Alternativen: Entweder wird ein einiges Europa mit dem Euro geschaffen oder man sollte mit dem global erwirtschafteten eigenem Geld auswandern.

    Antworten
    • Heinz sagte:

      Investitionen in allen diesen genannten Kontinenten würde ich nicht machen. Wenn die chinesische KP es will, bist Du von heute auf morgen Dein Vermögen los und solltest Du unvorsichtigerweise in China aufhalten, kriegst Du und Deine Familie einen Genickschuss. Nirgends in den genannten Staaten gibt es einen Rechtsstaat und traditionell starke Eigentumsrechte. Im Übrigen sind wir (EU) auch dabei diesen lästigen Überbau abzuschaffen, was das Recht in die Richtung Stärkeren verschiebt. Das einzige große Land, in das ich zur Zeit langfristig investieren würde, wären die USA.

      Antworten

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