Gedanken zu Gold

Dieser Kommentar erschien bereits im Dezember 2015 in der WirtschaftsWoche Online. 

Da der Goldpreis unter Druck ist, u. a. wegen der Zinserhöhung in den USA, des steigenden Dollars und der vermeintlichen Stabilisierung des Finanzsystems noch mal eine Erinnerung an die eigentlichen Gründe, Gold zu kaufen:

Der Goldpreis sinkt. Als Argumente für diesen Preisverfall werden geliefert: Inflation nicht in Sicht, Krisen überwunden, Zinsen – zumindest in den USA – im Aufwind. Auch Starinvestor Warren Buffet muss als Begründung herhalten: Wenn sogar ein konservativer Investor wie er nichts von Gold halte, weshalb sollte man es dann kaufen, so die breit geäußerte Meinung.

Wertaufbewahrungsmittel

Richtig ist: Gold nimmt tatsächlich an der allgemeinen Entwicklung des Wohlstands nicht teil. So stimmt es zwar, dass man sich im alten Rom für den Gegenwert einer Unze Gold eine gute Toga kaufen konnte, während man heute für 1.000 Euro einen guten Anzug bekommt. In Relation zum verfügbaren Einkommen sind Anzüge heute jedoch deutlich günstiger als Togen im alten Rom. Der Fortschritt hat den Wohlstand deutlich vergrößert. Besonders eindrücklich wird dieser Nachteil von Gold, wenn man auf die Phase der industriellen Revolution zurückblickt. Wer im 15. Jahrhundert Gold gekauft hat und dieses in der Familie über Generationen immer weitervererbt hat, erzielte über 500 Jahre einen realen Verlust von rund 90 Prozent.

Dies ist auch der Hintergrund für die Abneigung Warren Buffets. Gold ist unproduktiv, so wie auch Kunst, Oldtimer, Wein und ähnliche Sammlerstücke. Deren Wert basiert ausschließlich auf der Erwartung einer Wertsteigerung, die wiederum von der Erwartung weiterer Wertsteigerung getrieben sind. Je tiefer das Zinsniveau, desto höher ist der potenzielle Preis, weil die Opportunitätskosten entsprechend geringer sind. Wer nun also mit Blick auf die Mini-Zinserhöhung in den USA und die angeblich abnehmenden Krisengefahren vom Gold abrät, sollte das gleiche auch mit Kunst und anderen Sachwerten tun. Aus dem Blickwinkel der Geldanlage wäre alles gleichermaßen falsch.

Wenn man aber aus der berechtigen Angst um sein Vermögen in Sachwerte diversifizieren möchte – und ich würde angesichts der ungelösten Schuldenkrise und der Politik der Notenbanken dringend dazu raten – dann ist Gold naheliegender als diese exotischen Anlageklassen. Der wesentliche Vorteil von Gold liegt darin, dass es homogen, international akzeptiert und relativ kompakt ist. Je homogener und kompakter ein Gut, desto besser kann es im Krisenfall genutzt werden.

Krise noch lange nicht vorbei

Regelmäßige Leser dieser Kolumne kennen meinen skeptischen Blick auf die Lage der Weltwirtschaft und der Eurozone: ungelöste Schuldenprobleme, überforderte Politiker und Notenbanken, die sich für die Retter der Welt halten, indem sie immer großzügiger Geld zur Verfügung stellen. Selbst wenn jetzt tatsächlich die erste Zinserhöhung in den USA kommt, dürfte sie eher dazu dienen, wieder Raum für künftige Zinssenkungen zu schaffen und keine echte Trendwende sein. Die Weltwirtschaft ist einfach zu hoch verschuldet, als dass sie höhere Zinsen verkraften könnte. Helikoptergeld wird das Thema der nächsten Jahre, nicht Zinsen von fünf Prozent. Wer zweifelt, dem empfehle ich einen Blick nach Japan. Wir im Westen sind drauf und dran, die dortige Politik zu wiederholen. Statt Schulden zu bereinigen, wird mit immer mehr Schulden und billigem Geld Zeit gekauft. Ausgang des Experiments: völlig unklar.

Damit bleiben wir im Spannungsfeld von Deflation und Inflation, in der Eurozone noch potenziert um das reale Szenario eines chaotischen Zerfalls. Grund genug für mich, weiterhin nach Alternativen außerhalb des Systems zu suchen.

Aktien sind diese Alternative übrigens nicht. Ein Blick in die Geschichte lehrt, dass Aktien in Phasen abnehmender und tiefer Inflation am besten performen. Sowohl hohe Inflation wie auch eine breite Deflation sind hingegen für Aktionäre keine gute Zeit. Blickt man zudem auf die aktuelle Bewertung an der US-Börse, so kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die besten Zeiten hinter uns liegen. Nur in der New Economy Blase waren Aktien teurer in den letzten 100 Jahren, wenn man bereinigte Kennziffern wie das gleitende Kurs-Gewinn-Verhältnis (Shiller-PE) zugrunde legt.

Märkte nicht rational

Warren Buffet verweist zu Recht immer wieder darauf, dass die Kapitalmärkte eben nicht rational sind. Vielmehr gibt es Herdenverhalten, Über- und Unterschießen von Bewertungen. Bei Gold wird derzeit an den Terminmärkten auf fallende Kurse gesetzt. Spekulanten sind so deutlich gegen Gold positioniert, wie schon lange nicht mehr. Fundamental wird diese Schwäche von der abnehmenden Nachfrage aus Indien und China gefördert. Der Verfall der Rohstoffpreise tut ein weiteres, um die Stimmung gegen Gold zu fördern. Schon kursieren Kursziele von weit unter 1.000 Euro; die Deutsche Bank prognostizierte bereits im Juli eine Marke von 750 US-Dollar.

Schon allein aus markttechnischen Gründen bin ich versucht, dagegenzuhalten. Immer wenn alle das Gleiche denken, kommt an den Finanzmärkten ziemlich sicher das Gegenteil – siehe die Gegenbewegung des Euro in der letzten Woche.

Doch auch aus einer langfristigen Perspektive sollte ein rationaler Investor an Gold festhalten. Wohin man auch blickt, drohen erhebliche Vermögensverluste. Gefangen in Überschuldung und Stagnation und mit Blick auf die erheblichen ungedeckten Versprechen für Renten und Gesundheitsleistungen einer überalternden Gesellschaft werden die Politiker garantiert den Weg des geringsten Widerstandes gehen: die Notenpresse. Mein oft zitiertes Bild von der „Ketchup-Inflation“ kann schneller kommen, als man denkt. Ich jedenfalls möchte dann nicht ohne eine Alternative zu unserem Geldsystem dastehen.

Die Goldskeptiker mögen sich an Warren Buffet orientieren. Ich halte es hier eher mit Ray Dalio, einem der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der Geschichte, der immer auch einen Anteil seines Vermögens in Gold hält.

→ wiwo.de: „Keine Panik, sondern Gold aufstocken“, 10. Dezember 2015

40 Kommentare
  1. Thomas sagte:

    Fällt Gold wirklich? Der Preis in US $ steigt seit Anfang 2016 mit Schwingungen an. Das hätte ja schon nach alter Weisheit – steigen die Zinsen, fällt Gold – nicht passieren dürfen. Die Marke von ca. 1.350 wurde jedoch mehrfach nicht überschritten. Was macht diese Zahl so magisch, außer dass es eine runde Zahl ist? Keine Ahnung… Aktuell geht es halt mal wieder nach unten, wie immer ist hier die Frage: Wie weit?

    Aber das alles ist langfristig recht irrelevant. Da ja gerne vom barbarischen Relikt gesprochen wird, habe ich ein kleines Gedankenexperiment, um „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit“ nachvollziehbar zu machen.

    Sie werden in ein Raum-Zeit-Portal gezogen. Sie wissen, dass Sie zufällig irgendwann in den letzten 1.000 bis nächsten 1.000 Jahren auf der Erde landen und zwar irgendwo (auf Festland). Während Sie reingezogen werden, liegen links 10 Goldmünzen und rechts 11.000 Euro in Scheinen. Was nehmen Sie mit auf Ihre Reise?

    Wenn Gold „barbarisch“ ist, wäre das mitnichten ein Bug, sondern tatsächlich DAS Feature, weil es den Wert des Goldes von den planerischen Währungs- und Kreditaktionen komplett entkoppelt. Und in der Risikostreuung ist man stets auf der Suche nach unkorrelierten Assets.

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  2. Johann Schwarting sagte:

    @Wolfgang Selig

    „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit“

    John Pierpont Morgan (1837 – 1913), nach dem übrigens die US-Großbank J.P. Morgan benannt ist.

    „Den [Satz] hat Herr Morgan gesagt, als es noch einen Goldstandard gab und da hatte er auch vollkommen Recht. Nur ist dieses Gold halt ohne Kredit nichts wert, weil ihm nur der Kredit und die Pfänder darunter einen Wert geben. Wären alle Kredite beglichen, wäre Gold auch im Goldstandard wertlos.“

    Zitat aus dem fast 5 Jahre zurückliegenden Beitrag

    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=297450

    von @Phoenix5 – aka Stefan Gruber, Wien.

    „Gold ist Müll. Ebenso wie Papier. Letzteres lässt sich leichter herstellen, als sich Gold ausgraben lässt. Das ist der einzige Unterschied.“

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    • Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Schwarting: Sie meinen genau das Stichwort: intrinsischer Wert. Genau das ist der Unterschied. Gold lässt sich wirklich schwerer ausgraben als Papier herstellen. Und daher hat es auch einen ganz anderen stock-to-flow-ratio als Papier. Und genau das ist der Vorteil, wenn keiner mehr Kredit geben will, weil keiner mehr der Bonität des anderen vertraut. Kredit kommt vom lateinischen „credere“, d.h. glauben, anvertrauen, vertrauen. Solange Sie Ihrer Bank traut und diese Ihnen brauchen Sie kein Gold. Wenn das nicht mehr der Fall ist und es vielen anderen Leuten und Banken auch so geht, dann brauchen Sie es. Unrealistisch? Warten wir es ab. Die Entwicklung von Vertrauen zu prognostizieren, übersteigt vermutlich die Fähigkeit der meisten Leute, auf alle Fälle meine Fähigkeiten.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        @Ondoron: Propaganda würde ich die Aussagen von Herrn Schwarting nicht nennen. Es gibt viele „Überzeugungstäter“ wie eben auch Warren Buffet, die so denken und das auch selbst glauben. Allerdings verkennen die Goldgegner, dass Gold eben ohne Kredit schon etwas Wert ist. Ich brauche nämlich kein Vertrauen in meinen Partner, wenn er mir die Ware gegen mein Gold zeitgleich liefert, zumindest wenn ich in der Lage bin, die Qualität der Ware zu beurteilen. Das Beurteilungsproblem habe ich aber bei jedem Gebrauchtwagenhändler mit anderen Bezahlmethoden auch. Bleibt die Frage, ob das Gold echt ist, wenn ich Verkäufer einer Ware bin. Aber auch dafür brauche ich nicht unbedingt Vertrauen, wenn ich weiß, wie ich prüfen muss. Wer schon einmal bei einem Goldhändler Edelmetall verkauft hat, weiß, wovon ich spreche.

    • SB sagte:

      @Johann Schwarting:

      Sagen Sie das mal den Indern, Chinesen und wie sie alle heißen. Gold ist defacto Geld, wenn es als solches eingesetzt wird bzw. werden kann, oder zur Wertaufbewahrung genutzt wird und innerhalb von kürzester Zeit wieder in Papiergeld umgewandelt werden kann. Das reicht völlig. Man sieht doch, dass dies selbst in der längsten und ausuferndsten Aufschuldungsphase, die die Welt je gesehen hat, funktioniert.

      „Gold ist Müll.“

      Wenn Gold Müll wäre, würde mir niemand für ca. 31 Gramm ca. 1.100 Euro zahlen. Oder tausche ich nur den einen Müll gegen den anderen? Wenn ja, warum wird dann der Papier-Müll gegen den Metall-Müll sukzessive immer wertloser?

      „Nur ist dieses Gold halt ohne Kredit nichts wert, weil ihm nur der Kredit und die Pfänder darunter einen Wert geben.“

      Ist das richtig? Wieso kann ich dann in den nächsten Gold-Shop oder auf die Bank gehen und aus meinem Gold Papiergeld machen?

      Fragen über Fragen…

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      • Johann Schwarting sagte:

        @SB

        Das

        „Fragen über Fragen…“

        können Sie wohl sagen! Ich möchte nur auf die Tatsache eingehen, warum der Goldstandard abgeschafft wurde.

        Ganz zu Beginn der formlosen Zwingherrschaft stehen die Naturalien als Abgabe, die aber mit dem großen Nachteil behaftet sind, wegen ihrer beschränkten Haltbarkeit und Lagerungsfähigkeit nicht lange über Raum und Zeit von Dauer zu sein – sie sind eben nicht kurant.

        Paul C. Martin erklärt debitistisch, dass Geld ausschließlich durch die Abgabenforderung eines Machthalters (Schuld ex nihilo!), schlagartig entsteht! Lediglich der Träger dieser Eigenschaft – in den Worten von PCM der ‚geldliche Charakter‘ – hat sich verändert und weiter entwickelt.
        Der Übergang zu Metallen und Münzen als regelmäßige Abgabe ist der Tatsachen geschuldet, dass Zentralmachtsysteme, die als die erste Folge nach der Potenzialverleihung durch die Gefolgschaft zu verstehen sind, und wegen des ‚Vorher-Nachher-Problems‘ – Ausgaben vor Einnahmen – expansiv sind. Die Räume für Abgaben und des Rechts müssen erweitert werden. Das machte kurante Abgaben absolut erforderlich – der Träger des Geldes muss kurant sein. Eine Einheit geschlagenes Metall entspricht einer Einheit ‚Geld‘. Durch die Setzung der Abgabenforderungen in Geldeinheiten durch eine Zentralmacht weiß jeder Abgabenpflichtige jetzt, was ‚gesollt ist‘, was zu ‚beschaffen ist‘ und was es zu ‚haben gilt‘ – was eben ‚Geld‘ ist.

        Geld entsteht nur dann, wenn es jemand schuldig ist bzw. sein muss. Heute wird mit Geldeinheiten bezahlt, deren Eigenschaft nur durch Schuldverhältnisse im Rahmen der geldpolitischen Operationen der Zentralbanken entsteht. Da wegen der zwangsläufigen Expansion der Zentralmachtsysteme die Haftungsräume auch erweitert werden müssen, um die Schuldverhältnisse mittels Pfänder besichern zu können, stellt sich, weil Edelmetalle eben endlich sind, die Frage: woher kommen die Pfänder?

        @Elli: „Geld ist also immer schon fällig, sobald es geschaffen wird“.

        Quelle: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=243116

        @sensortimecom, am 21.10.2013, aus dem obigen Faden mit dem Beitrag von @Phoenix5:

        „Rein mathematisch gesehen ist sogar unser heutiges, dem Zwang des Debitismus ausgeliefertes ‚Schuldgeld‘ GEDECKT. Wie? Die Antwort ist relativ einfach: Die ‚Deckung‘ besteht in der Vorwegnahme aller künftig lukrierbaren Ressourcen, egal ob materieller oder immaterieller Art. Alles Erdenkbare wird belehnt bzw. verpfändet, um das System am Leben zu erhalten. Und jetzt kommt der Höhepunkt des Zynismus (leider!): Ein solches Geldsystem ist deshalb sogar besser ‚gedeckt‘ als alle bisherigen ‚gedeckten‘ Systeme. Es funktioniert auch noch, nachdem z.B. Gold oder irgendeine andere Deckungs-Einheit an seine Grenzen gelangt ist! Wenn ich daher das debitistische Geldsystem durch ein streng ‚gedecktes Geldsystem‘ egal welcher Art ersetze, enge ich damit den wirtschaftlichen Spielraum ein, der im Moment gegeben ist. Die Leute werden zornig wieder nach dem alten System rufen, wenn die Arbeitslosigkeit explodiert. Wann kommt ein (vermeintlich) deckungs-freies debitistisches Geldsystem zu seinem Ende? Erraten: Wenn es zu wenige erdenkbare künftig lukrierbaren Ressourcen materieller und immaterieller Art gibt, die belehnbar bzw. verpfändbar sind. Dieser Marke nähern wir uns.“

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Johann Schwarting

        >Wenn ich daher das debitistische Geldsystem durch ein streng ‚gedecktes Geldsystem‘ egal welcher Art ersetze, enge ich damit den wirtschaftlichen Spielraum ein, der im Moment gegeben ist. Die Leute werden zornig wieder nach dem alten System rufen, wenn die Arbeitslosigkeit explodiert.>

        Das sehe ich genauso.

        Da aber Arbeitslosigkeit, wenn sie zu hoch ist und zu lange dauert, ERFAHRUNGSGEMÄSS zu UNKONTROLLIERBAREN politischen Verhältnissen führt – siehe die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts –, wird man sie um JEDEN PREIS zu verhindern suchen.

        Wie?

        Man wird die Nachfrage hoch halten wollen DURCH die VERFÜGBARKEIT von bzw. über Geld.

        Diese These hat den Charakter eines DOGMAS – für uns, für die USA, die Chinesen, für jede Gesellschaft und jedes einigermaßen stabile politische System.

        Daher ist es c. p. letztlich GLEICHGÜLTIG, welches Geldsystem in Betrieb ist.

        In jedem Geldsystem, ob im bestehenden Schuldgeldsystem, bei einem Vollgeldsystem oder bei Helikoptergeld wird bzw. würde die GELDMENGE ausgeweitet werden mit der Hoffnung, die Nachfrage zu erhöhen und so zu hohe Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

        Wer dies abstreitet, verdrängt m. A. n. die Realität.

        Ob mit wachsender Geldmenge NACHHALTIG mehr Nachfrage geschaffen werden kann, insbesondere durch die FISKALPOLITIK, ist eine ganz andere Frage.

        Wenn führende Ökonomen daran glauben, heißt das noch lange nicht, dass dies tatsächlich der Fall sein würde.

        Es kann auch heißen, vermute ich:

        Wir haben keine ANDERE Lösung.

  3. Michael Stöcker sagte:

    „Kredit kommt vom lateinischen „credere“, d.h. glauben, anvertrauen, vertrauen.“

    So ist es, Herr Selig. Und was machen Banken in einem Kreditgeldsystem? Sie erzeugen ein Schuldverhältnis. Es wird ein rechtsGÜLTIGER Vertrag abgeschlossen, der nur dann etwas wert ist, wenn ein solcher Vertrag im Rahmen der Rechtsordnung auch durchgesetzt werden kann. Geld kommt nicht von Gold, sondern von GELTEN, also das, was gültig ist (engl. guilty). Und somit sollte klar werden, dass Gold ein barbarisches Relikt einer rechtlosen Zeit ist. Und ein stabiles Geldsystem ist auch in einem Goldstandard reine Fiktion und wurde bereits vor rund 700 Jahren falsifiziert: https://de.wikipedia.org/wiki/Mansa_Musa und 200 Jahre später in spanischen Inflation als Folge der Plünderung der südamerikanischen Bodenschätze.

    Es sind und bleiben die einheitlichen Bonitätsstandards der Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe in einem zweistufigen Geldsystem, die den „Wert“ des Geldes determinieren. Alles andere ist naiver Kinderglaube (siehe auch J. Schwarting).

    LG Michael Stöcker

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    • Thomas sagte:

      „Und somit sollte klar werden, dass Gold ein barbarisches Relikt einer rechtlosen Zeit ist.“

      Darauf hatte ich gewartet :)

      Ich verstehe nicht, wieso man gleich immer so dogmatisch werden muss. Nur weil manche (=ganz schön viele) Leute Gold und Silber wertvoll finden und dafür Währung/Geld geben, also oftmals auch arbeiten gehen, muss man daraus weder ableiten, dass man einen Goldstandard oder Gold-Vollgeld braucht, noch dass Gold Müll ist.

      Man muss auch nicht alles immer mit tollen Modellen verkomplizieren wie auf dem verlinkten gelben Forumseintrag, um dann am Ende bei Absurditäten wie „Nur ist dieses Gold halt ohne Kredit nichts wert, weil ihm nur der Kredit und die Pfänder darunter einen Wert geben.“ anzukommen.

      Gold und Silber waren und sind ein wertvolles Tauschelement im physikalischen Sinne. Punkt.

      Mit Blick auf die vergangene Beständigkeit von Währungen darf man daher wohl getrost für die Zukunft auch bis auf weiteres auf Edelmetalle statt Baumwolle als Wertaufbewahrungsmittel setzen. Zur temporären Abwicklung von Transaktionen ist gedruckte oder digitale Währung hingegen bequemer und vor allem leichter.

      Ich lasse mich übrigens stets und gerne vom Gegenteil überzeugen, aber die Beweisnot ist derzeit bei der Fraktion „Gold ist ein Relikt“ und nicht umgekehrt.

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    • Alexander sagte:

      @ Michael ‚Stöcker

      >Sie erzeugen ein Schuldverhältnis. Es wird ein rechtsGÜLTIGER Vertrag abgeschlossen, der nur dann etwas wert ist, wenn ein solcher Vertrag im Rahmen der Rechtsordnung auch durchgesetzt werden kann.

      Genau getroffen. Gold ist attraktiv, weil rechtsgültige Verträge nicht – mehr eingehalten werden können -. Verträge die nicht eingehalten werden sind nichts wert, dito. Gesetze.

      Der Wert von Edelmetall steigt mit einem Verbot und dem Versuch es zu diskreditieren:
      >Gold ein barbarisches Relikt einer rechtlosen Zeit
      ! Gleich mehrfach getroffen !

      Diese barbarische Realität hat mich zum Goldbug gemacht und sein Wert gemessen in den Schuldverhältnissen, die zur Zeit noch Steuerzahlungsmittel sind, interessiert mich soviel, wie zur Zeit Zins gezahlt wird :o)

      Ganz und gar barbarisch glaube ich an die Staatstheorie nach Max Weber, wonach eine Gruppe bewaffneter Männer bestimmt was Recht ist und dieses Recht mit Gewalt behauptet. Aus diesem Grund halte ich die Wehrpflicht/Wehrfähigkeit für demokratisch zwingend.

      Überzeugt bin ich davon, dass wir mehr und mehr in barbarische Verhältnisse gezogen werden, gerade da es nur Schwache und Wehrlose trifft.

      Ganz persönlich fühle ich mich dennoch sicher, denn meine Einstellung wird von Barbaren respektiert und meine Fähigkeiten wert-geschätzt.

      Das Robotzeitalter fällt aus, sorry about that.
      „Becoming a barbarian“ von Jack Donovan, ist die Antwort auf Harari u. Co.

      .

      Antworten
      • ikkyu sagte:

        @Alexander

        Zitat:
        „Ganz und gar barbarisch glaube ich an die Staatstheorie nach Max Weber, wonach eine Gruppe bewaffneter Männer bestimmt was Recht ist und dieses Recht mit Gewalt behauptet.“

        Genau so ist es!

        „Die Macht kommt aus dem Lauf eines Gewehres“ (Mao)

        Wenn man sich diesbezüglich den Zustand der Bundeswehr vor Augen führt, kann einem schon Angst und Bange werden.

      • Alexander sagte:

        @ikkyu

        Die Umstellung der Streitkräfte von Wehrpflicht auf 100% bezahlte Arbeitnehmer hat das Wesen der Bundeswehr für immer verändert. Es wird kein zurück mehr geben und diese Armee ist nicht mehr gesellschaftlich verankert. Das zeigt sich auch am Desinteresse der Menschen über Gefallene. (vgl. Heinsohn – Verteidigungsbereitschaft westlicher Menschen)

        Aus diesem Grund begrüße ich die miese Einsatzfähigkeit wie einen Schutz vor Ärger. Ärger durch weitere illegale Kriege oder durch unrechtmäßige Regierungsentscheidungen.

        Sollte es zu irgend einem V-Fall kommen wird niemand da sein. Weder Polizei noch Militär haben noch das Potential für wirksame Maßnahmen und auch keine Ressourcen im Hintergrund.

        Dann gehört das Land (egal welches in Europa) den Barbaren, egal welchen.
        No go Areas sind Blaupausen.

        Wir machen keinen Schritt mehr nach vorn, sondern einen Absturz in die Vorzeit und lernen alte Lehren neu, nicht nur in Währungsdingen.

    • SB sagte:

      @Michael Stöcker:

      Gold ist kein barbarisches Relikt, weil es die Regeln auf die es ankommt (= Begrenzung der Geldmenge = Begrenzung der Verschuldungsmöglichkeiten = Disziplin) in sich trägt.

      Unbesichertes Schuldgeld ist das barbarische Relikt, weil es für dessen Besitzer mit zunehmender Geschwindigkeit wertloser wird und diejenigen zu Gewinnern des Systems macht, die es zuerst in den Händen halten. Die Erwartung, dass die an einem solchen System Beteiligten von sich aus Disziplin üben, in welcher Form auch immer, ist unrealistisch.

      Natürlich kann man auch den Goldstandard wieder abschaffen und so zur Disziplinlosigkeit zurückkehren.

      LG, SB

      Antworten
    • Thomas sagte:

      Herr Stöcker, jetzt mal Butter bei die Fische:

      Sie werden in ein Raum-Zeit-Portal gezogen. Sie wissen, dass Sie zufällig irgendwann in den letzten 1.000 bis nächsten 1.000 Jahren auf der Erde landen und zwar irgendwo (auf Festland). Während Sie reingezogen werden, liegen links 10 Goldmünzen und rechts 11.000 Euro in Scheinen.

      Was nehmen Sie mit auf Ihre Reise?

      Würde mich wirklich mal interessieren… Wir können auch gerne die Zahlen einengen auf z.B. +/- 50 Jahre… das macht es eher noch interessanter – für den Fall dass das Gedankenexperiment aufgrund der großen Zeitspanne zu absurd erscheint.

      Antworten
      • Michael Stöcker sagte:

        Meine Antwort hierzu habe ich bereits mehrfach hier in diesem Forum kundgetan, lieber Thomas. Z. B. hier: https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/warum-gold-ins-portfolio-gehoert/#comment-27432

        Ich argumentiere IMMER aus einer gesellschaftlichen Perspektive; und da ist Gold archaisch. Da keiner weiß, ob es den Euro noch in 50 Jahren geben wird, werde ich selbstverständlich die Goldmünzen nehmen. Wie gesagt, Gold ist die ultimative Absicherung gegen das kollektive Versagen. Aber eine Garantie ist auch dieses Gold nicht. Vielleicht ist die Gesellschaft ja in 1000 Jahren schon auf einer ganz anderen Kommunikationsstufe und kann über Gold und/oder Geldscheine nur verwundert den Kopf schütteln.

        Und weil hier JP Morgan bemüht wurde, möchte ich noch diese Aussage an die Eigentumsökonomen in diesem Forum richten:

        Samuel Untermeyer: „Is not commercial credit based primarily upon money or property?“
        Morgan: „No, sir; the first thing is character.“
        Untermeyer: „Before money or property?“
        Morgan: „Before money or anything else. Money cannot buy it.”

        LG Michael Stöcker

      • Thomas sagte:

        @Hr. Stöcker: Danke für die Antwort. Bzgl. der Absicherungsfunktion sind wir uns dann ja doch einig.

        (Ich hatte aus Ihren Beiträgen wiederholt ein generelles Ablehnen von Gold gelesen – obwohl Sie es ja in dem verlinkten Post selbst klar als ultumative Absicherung klassifiziert hatten.)

  4. Johannes sagte:

    Alan Greenspann formulierte diese bemerkenswerte „Einsicht“ 1966 (bevor er Chef der FED wurde).

    „Aber die Gegnerschaft gegen den Goldstandard in jeder Form – durch eine wachsende Zahl von Wohlfahrtsstaat-Befürwortern – wurde von einer viel subtileren Erkenntnis gespeist – nämlich der Erkenntnis, daß der Goldstandard unvereinbar ist mit chronischen Haushaltsdefiziten (dem Wahrzeichen der Wohlfahrtsstaaten). Wenn man den akademischen Sprachschleier einmal wegzieht, erkennt man, daß der Wohlfahrtsstaat lediglich ein Mechanismus ist, mit welchem die Regierungen Vermögen der produktiven Mitglieder einer Gesellschaft konfiszieren, um zahlreiche Wohlfahrtsprojekte zu finanzieren (unterstützen). Ein großer Teil der Vermögenskonfiskation erfolgt durch Steuereinziehung. Aber die Wohlfahrtsbürokraten haben schnell erkannt, daß die Steuerlast begrenzt werden mußte, wenn sie an der Macht bleiben wollten und daß sie auf massives deficit spending ausweichen müssen, d.h. sie müssen Geld borgen, indem sie Staatsanleihen auflegen, um im großen Stil Wohlfahrtsausgaben zu finanzieren.“

    https://www.goldseiten.de/artikel/96–Gold-und-wirtschaftliche-Freiheit-Alan-Greenspan.html?seite=2

    Antworten
  5. Zweifler sagte:

    Höchstens 10% des Vermögens sollte man mit physischem Gold absichern, mehr trauen sich meist auch die überzeugten Goldbugs nicht. Selbst wenn sich die 10% beim großen Krach verdoppeln würden, wäre der Rest verloren. Entweder ich will mich gegen den Supergau wirklich absichern, dann müssen es in meinen Augen schon 50% sein, oder ich lasse es besser ganz bleiben.

    Antworten
  6. Dietmar Tischer sagte:

    Zu dem, was hier zu Gold und im Zusammenhang damit „Wert“ zu erfahren ist, die folgende Zugabe, an einem Satz von Wolfgang Selig festgemacht:

    >Allerdings verkennen die Goldgegner, dass Gold eben ohne Kredit schon etwas Wert ist.>

    WARUM ist es etwas wert (ohne Kredit, also „an sich“, vermute ich Ihrer Aussage nach)?

    Die Antwort von W. Selig ist:

    Ich brauche kein Vertrauen, wenn ich kaufe oder verkaufe und mit Gold bezahlt wird.

    Ich bin der Meinung, dass dies eine falsche, irreführende Begründung ist.

    Denn JEDES funktionierende Zahlungsmittel basiert auf Vertrauen.

    Man gibt seine Ware her gegen Papierscheine, Metallstückchen oder auch für etwas Abstraktes, wie z. B. eine Gutschrift auf dem Bankkonto, WEIL man glaubt, d. h. sicher ist, dass einem jemand anderes seine Ware gegen die erhaltenen Scheinchen etc. gibt.

    Wenn der SOZIALE Prozess „Ware gegen Geld“ das immer wieder bestätigt, haben die Beteiligten keinen Grund zu zweifeln, sondern können sicher sein und werden diesen Prozess weiterbetreiben.

    Das kann auch bei Gold funktionieren.

    Warum wird Gold DENNOCH ein BESONDERER Wert zugeschrieben?

    Das geschieht dann, wenn beim herkömmlichen Prozess UNSICHERHEIT aufkommt, sei es z. B. dass beim Geschäftspartner Insolvenz vermutet wird, d. h. er nicht liefert, nachdem man bezahlt hat. Die Unsicherheit wächst auch mit wachsender Inflation. Bei Hyperinflation muss man damit rechnen, für das heute empfangene Zahlungsmittel morgen nicht die erwartete reale Lieferung zu erhalten.

    Kurzum:

    Die Menschen wenden sich bei UNSICHERHEIT im Zahlungsverkehr einem anderen Zahlungsmittel zu. Es wird eines gesucht, von dem man annimmt, dass für es ALLSEITS Vertrauen besteht, so dass der REALE Leistungstransfer in einer arbeitsteiligen Gesellschaft aufrechterhalten werden kann.

    Gold ist ein naheliegendes Zahlungsmittel, wenn diese Situation eintritt.

    Das ist in meinen Augen das Wesentliche, das zu Gold zu sagen ist.

    Ich glaube, dass letztlich auch die Begründung von Dr. Stelter darauf fußt, wenn er sagt:

    >Ich jedenfalls möchte dann nicht ohne eine Alternative zu unserem Geldsystem dastehen.>

    Der Wert dieser Alternative bemisst sich an der bestehenden oder voraussichtlichen DYSFUNKTION unseres bestehenden Geldsystems, NICHT jedoch an einem intrinsischen Wert der Alternative.

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Tischer: Sie begründen den Sinn von Gold mit dem Schutz bei Unsicherheit und Dysfunktion des vorhandenen Geldsystems, ich mit dem Stichwort von einer Tauschmöglichkeit bei fehlendem Vertrauen.

      Ich erkenne da keinen Unterschied und verstehe daher Ihre Kritik an meinem Argument nicht. Sobald ein Geldsystem unsicher oder dysfunktional wird, schwindet auch das Vertrauen in das System. Und umgekehrt. Der besondere Wert des Goldes ist, dass es nicht durch Menschenhand wesentlich vermehrbar ist, unverderblich ist, unterteilt werden kann und seine Gewinnung einem gewissen Aufwand an Arbeit und Energie erfordert. Und solche Stoffe gibt es eben nicht viele, schon gar nicht, wenn sie relativ leicht von anderen Stoffen unterschieden werden sollen. Daher erfüllt ein solcher Stoff unter gewissen Umständen ein menschliches Grundbedürfnis nach Wertaufbewahrung und Tauschmöglichkeit, wenn ihm keine eleganteren Methoden wie Kreditkarten oder Bargeld sicher zur Verfügung stehen.

      Und daher bleibe ich bei meiner Meinung. Sollte die Menschheit ab sofort barbarische Verhaltensweisen wie Kriege oder m.E. auch konsumtive Verschuldung zu Lasten von Kindern und Ungeborenen weltweit ab sofort aufgeben, werde ich nach ein paar glücklichen Jahren entspannt darüber nachdenken, mein dann vermutlich fast wertloses barbarisches Relikt für einen kulturellen Zweck wie z.B. dem Vergolden von Kulturgegenständen zu spenden. Vorher nicht. Solch eine Utopie habe ich bis jetzt erst einmal erlebt. Bei Star Trek „Next Generation“. Und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob eine solche Gesellschaft auch nur theoretisch realisierbar ist.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Wir stimmen überein, dass das Geldsystem gewechselt wird, wenn das Vertrauen in das bestehende entfallen ist.

        Ich stimme nicht Ihrer Auffassung zu, die Sie jetzt so formulieren:

        >Der besondere Wert des Goldes ist, dass…>

        Für mich gibt es keinen besonderen Wert eines Zahlungsmittels.

        Sie bezeichnen das, was Sie unter Wert verstehen fortfahrend so:

        >… dass es nicht durch Menschenhand wesentlich vermehrbar ist, unverderblich ist, unterteilt werden kann und seine Gewinnung einem gewissen Aufwand an Arbeit und Energie erfordert. >

        Was sie dem Geld zuordnen ist richtig.

        Falsch ist es aber m. A. n. , DARAUS einen Wert abzuleiten.

        Sie benennen Qualitäts- und Beschaffungsmerkmale, die eine EIGNUNG für Gold als Zahlungsmittel ausweisen. Es geht hier um NOTWENDIGE Funktions-VORAUSSETZUNGEN.

        Sie sagen weiter:

        >Und solche Stoffe gibt es eben nicht viele, …>

        Auch das ist richtig.

        Es besagt, dass NICHT jedes Material oder jedes Produkt ein Tauschmittel sein kann.

        Insofern ragt Gold heraus, was etwas über seine AKZEPTANZ als Zahlungsmittel besagt.

        Es kann die Rolle eines Zahlungsmittels spielen, d. h. die Anforderungen, die wir mit Zahlen verbinden, erfüllen.

        Silber und Platin z. B. sind damit aber nicht ausgeschlossen, weil man ihnen annähernd die gleiche Eignung und Akzeptanz zuordnen kann.

        Vielleicht meinen wir das Gleiche, reden aber nur aneinander vorbei.

        In unserem Kontext verbinde ich mit „Wert“ die Vorstellung, dass ein Zahlungsmittel etwas AN SICH hat, z. B. heute besagt, 1 Kg Gold ENTSPRICHT einem Automobil „Golf“ mit einer Ausstattung x. Morgen kann es dann wie bei unserem und jedem Geld, eine andere Menge Golds sein, das diesem oder einem ähnlichen Golf entspricht. Bei allen Veränderungen: Gold ist ein alternatives Zahlungsmittel, WEIL es einen Wert HAT.

        Dieses Geldverständnis lehne ich ab und Sie vermutlich auch.

        Wenn so, sollten wir NICHT vom Wert eines bestimmten Geldes reden.

        Eignung und Akzeptanz sind die Voraussetzungen, dass etwas Geld sein kann und VERTRAUEN die weitere, entscheidende, damit es Geld IST bzw. WIRD.

        Funktional, als eingesetztes Zahlungsmittel, BEMISST es natürlich immer wieder und BESTIMMT damit Werte.

        Das ist aber etwas anderes als selbst einen Wert zu haben.

        Ich hoffe, dass ich damit zur Klärung beitragen konnte, wenngleich das natürlich nur meine Sicht ist.

  7. RW sagte:

    @Herr Stelter bei loanboxx:
    Loanboox schafft die ideale Finanzierungsplattform von der alle profitieren können: Kreditnehmer durch günstige Konditionen und einen transparenten und einfachen Prozess, Kreditgeber durch die Möglichkeit, das eigene Angebot weithin zugänglich zu machen. Dies alles kostengünstig und schweizerisch effizient!

    Hier:
    Gefangen in Überschuldung und Stagnation und mit Blick auf die erheblichen ungedeckten Versprechen für Renten und Gesundheitsleistungen einer überalternden Gesellschaft werden die Politiker garantiert den Weg des geringsten Widerstandes gehen: die Notenpresse.

    Und Herr Stelter verdient an der Überschuldung und den daraus resultierenden Zinsen der Kommunen durch Beiratstantiemen auf Kosten der B mit. Hier der große Finanzwelterklärer, dort der Kapitalist., der sich an der immer wieder von ihm kritisierten Verschuldungsorgie gütlich hält. Wie wäre es Herr Stelter, wenn Sie mal das Vollgeldsystem bei Loanboxx einführen und damit den Praxistest durchführen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ RW

      Anscheinend sehen Sie ein Problem darin, dass Dr. Stelter den folgenden beiden Tätigkeiten nachgeht: a) als Beiratsmitglied einer Finanzierungsplattform Tantiemen bezieht, also IM System profitiert und b) zu erklären versucht, Wie das System funktioniert, also etwas ÜBER das System sagt (was nicht dasselbe ist, es zu VERDAMMEN, d. h. über seine EXISTENZBERECHTIGUNG zu URTEILEN).

      Angenommen, dass a) stimmt, sehe ich nicht, WAS das Problem sein soll.

      Abgesehen davon, dass NIEMNAND, der im System lebt, vollständig dem System entsagen kann – selbst dann kann er es nicht, wenn er zu 100% alimentiert würde –, KONSTRUIEREN Sie etwas VERWERFLICHES, das nicht gegeben ist.

      „Finanzwelterklärer“ und „Kapitalist, der sich gütlich hält“ sind zwei Funktionen, die im System nicht nur kompatibel sind, sondern sich auch MORALISCH WIDERSPRUCHSFREI ausüben lassen.

      Oder VERLANGEN Sie, dass Dr. Stelter die „Verschuldungsorgie“ SABOTIEREN soll, um seine moralische INTEGRITÄT nachzuweisen?

      Ich frage mich, nach welchen Maßstäben Sie urteilen.

      Antworten
      • RW sagte:

        Wir brauchen niemanden, der „Wasser predigt, aber selbst Sekt trinkt.“ Denn wer ein System kritisiert, muss auch Vorbild für die Systemänderung sein und kein Mitläufer. Denn, wenn ich überzeugt bin, dass die Verschuldungsorgie falsch ist, berate ich niemanden, der just diese mit am Leben erhält, um von dieser wirtschaftlich und finanziell zu profitieren. Nur so kann ich glaubwürdig für eine Systemänderung eintreten. Systemänderung bedeutet Disruption (Bruch), aber nicht Mitläufertum (Anpassung).

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ RW

        >Denn, wenn ich überzeugt bin, dass die Verschuldungsorgie falsch ist, berate ich niemanden, der just diese mit am Leben erhält …>

        Ich weiß nicht, was Sie hier lesen:

        WO hat Dr. Stelter jemals gesagt, dass die Verschuldungsorgie FALSCH sei?

        Wenn ich ihn richtig verstehe – und das beanspruche ich für diese Kurzcharakteristik -, dann sagt er:

        Die Verschuldungsorgie führt zu Ergebnissen, die nicht wünschenswert sind (Crash). Um diese Ergebnisse zu vermeiden, ist dies oder das POLITISCH erforderlich. Da das Erforderliche offensichtlich nicht durchsetzbar ist, wird es zu nicht wünschenswerten Ergebnissen kommen.

        Wenn Sie von „falsch“ reden, ist es EINBILDUNG, was Dr. Stelter betrifft, getragen von Ihrem Wunsch, dass der Verschuldungsorgie ein Ende zu setzen sei.

        Was Sie FORDERN, zumindest implizit, ist:

        JEDER, der glaubt, dass die Verschuldungsorgie falsch ist, d. h. beendet werden solle, MUSS sie auch beenden WOLLEN.

        Sie verstehen offensichtlich auch nicht die SITUATION.

        Würden Sie sie verstehen, argumentierten Sie nicht mit „falsch“ und einer solchen Forderung bzw. Auffassung.

        Ich will Ihnen einmal anhand einer Analogie deutlich machen, was die Situation ist, aus Sicht eines EINZELNEN, wie Sie, Dr. Stelter oder ich einer ist:

        Sie sind in einem Boote auf dem Meer und fischen (lebensweltliche Ist-Situation). Der aufziehende gewaltige Sturm (Verschuldungsorgie) ist nicht wünschenswert, weil Sie voraussichtlich kentern werden (Crash). Er müsste verhindert werden, aber Sie können ihn nicht verhindern – nicht als EINZELNER. Nur ein Wetterumschwung kann ihn verhindern (eine Abkehr vom bestehenden Geldsystem). Erfolgt er nicht, dann kentern Sie.

        Kurzum:

        Es gibt erkennbar keine MACHT auf dieser Erde, die das Geldsystem und die Verschuldungsorgie beenden kann.

        DAHER wird sich das Geldsystem und die Verschuldungsorgie eben weiterentwickeln mit – so nicht nur Dr. Stelter – Ergebnissen, die nicht wünschenswert sind.

  8. vielosoof sagte:

    Herr Stelter,
    Ihr Artikel stammt aus Dez. 2015, damals lag der GoldPREIS bei 970€, jetzt bei knapp 1100€.
    Man wird den GoldPREIS auf diesem Niveau halten, da sich so die breite Masse Gold nicht leisten kann. Gold wird aber auch nicht steigen, zur Not werden halt 4000t Papiergold vor Eröffnung auf den Futuremarkt geworfen, wie zuletzt am 15.Juni. Wen´s interessiert, kann sich über EFP (Exchange for Physical) informieren. Es handelt sich bei der Comex und der LBMA um eine reine Farce. Silber, was für jeden erschwinglich ist, verpasst man SO eine Volatilität, dass sich keiner mehr daran traut.

    Der Preis ist eben nicht der WERT, es sei denn, man ist so blöd und verkauft zum jetzigen Zeitpunkt Edelmetalle.

    Mich interessieren die ganze Manipulationen nicht mehr,im Gegenteil, ich betrachte die künstlich niedrigen Preise bei Silber als Geschenk JPMorgans, das Silber physisch hortet. Das sind alles keine VT, sondern Fakten, die man bei der CME verifizieren kann.

    Ich weiss, dass ich ein Teil meines Geldes verlieren werde, wenn uns das Casino Globale um die Ohren fliegt; aber solange geniesse ich die Ruhe, die uns die weltweite Konkursverschleppung beschert. Danach werde ich jedenfalls viel mehr als gar nichts haben, egal wie die Preise für Edelmetalle dann sein werden.

    Es findet ein globaler Abwertungswettlauf der Währungen statt, um
    1. den Wert der eigenen Schulden im Vergleich „zur Konkurrenz“ zu verringern
    2. die eigenen Exporte zu stärken,
    und damit das nicht auffällt, hat man 2013 beschlossen, die Edelmetallpreise zu „moderieren“.
    Die Moderatoren machen natürlich immer Gewinne; die Unterscheidung zwischen commercials und specs ist ein Witz, ebenso wie der CoT.

    Von den Papiergewinnen kaufen sie Edelmetalle, lancieren Gerüchte, wonach das ganze Gold nach China wandert usw.

    Und joe sixpack kommt nicht auf dumme Gedanken.

    Antworten
  9. ikkyu sagte:

    Martin Armstrong meint zum Thema Gold:

    „Gold has followed the deflationary trend in commodities, if you haven’t paid attention to oil, and money supply is not a one-to-one relationship with inflation, for this is a global economy driven by CONFIDENCE…..

    …Gold is a hedge against government…

    We cannot stop what is coming; we have to crash and burn. We are in a battle for our freedom and that of our children.“

    https://www.armstrongeconomics.com/markets-by-sector/precious-metals/gold/gold-the-hedge-against-government/

    Antworten
  10. RW sagte:

    @Dieter Tischer
    Erstens hakt Ihre Analogie, weil Sie Äpfel mit Birnen vergleichen. Der Crash des Finanzsystems ist keine Naturgewalt und wäre damit beeinflussbar, wenn man dies politisch will.

    Zweitens vertreten Sie eine Vogel-Strauß-Politk, nämlich einfach den Kopf in den Sand stecken. Das ist reiner Fatalismus. Gut dass Churchill 1940 als Einzelner anders gehandelt hat und England den Krieg gegen Nazi-Deutschland fortgesetzt hat.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Sehr geehrter RW, lieber Herr Tischer,

      eigentlich wollte ich mich dazu gar nicht äussern. Da es aber scheinbar so bedeutsam ist, nur folgendes:
      1. Ich habe nie gesagt, dass Schulden per se schlecht sind. Es sollte nur produktiv und in Massen sein.
      2. Loanboox ist eine Plattform, ein Marktplatz, kein Kreditgeber. Was dort passiert ist eine Effizienzsteigerung für beide Seiten, die in den Gesamtkontext des Wandels des Bankensystems passt.
      3. Auch in einem Vollgeld-System gibt es Kredite. Insofern würde Loanboox den Effizienzbeitrag auch in einem Vollgeldsystem leisten.

      Fazit: Kredit und Schulden gehören zu unserem Wirtschaftssystem. Sie sind nicht per se schlecht. Was schlecht ist, ist die Pervertierung die wir erleben, mit dem Ziel über immer mehr (schlechte) Kredite eine Illusion aufrecht zu erhalten. Was ich zu dem Thema denke habe ich in meiner Serie Eigentumsökonomik niedergelegt. Herr Schwarting würde hier vermutlich zu recht bemängeln, dass ich den letzten debitistischen Schritt nicht mehr mitgegangen bin, wobei es für mich eine Fortentwicklung, kein Widerspruch ist.

      Insofern gibt es keinen Konflikt in meiner Rolle, wie sie ihn sehen. Ich finde es konsistent.

      Mit freundlichen Grüßen,

      DSt

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ RW

      In der Sache ist längst alles gesagt, jetzt auch vom Betroffenen selbst.

      Mir geht es in der Diskussion vorrangig um Ihre ILLUSIONÄRE Auffassung von REALTIÄT.

      Natürlich hakt jede Analogie irgendwo. Dass das Finanzsystem keine Naturgewalt ist, weil es anders als eine bestimmte Wetterkonstellation von Menschen geschaffen wurde, ist eine Banalität, über die man im Kindergarten reden muss, aber nicht hier. Sich darauf zurückzuziehen, zeigt lediglich, nichts verstehen wollen.

      Wenn Sie vielleicht noch einmal gütigst lesen wollen, werden Sie feststellen, dass ich den/einen EINZELNEN – mit dem Sie sich ja auseinandersetzen – ins Verhältnis zum Wetter gestellt habe.

      Dem Finanzsystem steht der Einzelne so HILFLOS gegenüber wie dem Wetter.

      Das ist nicht Fatalismus, sondern REALISMUS.

      Wenn diese Auffassung für Sie dennoch Fatalismus ist, dann ZEIGEN Sie bitte einmal auf, WELCHE Heerscharen dieser Welt Sie wie AKTIVIEREN wollen, um die Verschuldungsorgie zu beenden.

      Statt damit anzutreten, FOLGERN Sie, dass ein von Menschen geschaffenes System von Menschen abgeschafft werden könne, wenn sie in hinreichender Zahl irgendwo im Kopf den Schalter auf abschaffen umlegten.

      Das ist gerade noch denkbar, aber so UNREALISTISCH, dass jede Diskussion darüber Zeitverschwendung ist.

      Übrigens:

      Ich finde auch gut, was Churchill getan hat. Was GESCHEHEN ist in GB ab 1940, ist nicht durch ihn, einen EINZELNEN geschehen, sondern wurde GELEISTET von einer Bevölkerung, die von der ERFAHRUNG der Existenzbedrohung – Bomben auf die Londoner Innenstadt – geprägt wurde.

      Wo ist in unserer oder irgendeiner anderen Bevölkerung die ERFAHRUNG einer Existenzbedrohung durch die Verschuldungsorgie?

      Oder braucht es die gar nicht, kann irgendwer, Merkel, Trump, Putin und/oder Xi Jinping einfach mal ANORDNEN, die Verschuldungsorgie so zu beenden wie Churchill die Luftangriffe auf Deutschland angeordnet hat?

      Antworten

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