„Überschätzen die Märkte Macron?“

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Dieser Kommentar erschien bei der WirtschaftsWoche Online:

Investoren kaufen zunehmend vermeintlich günstige Aktien aus Europa. Frankreichs neuer Präsident Macron macht zusätzlich Mut. Warum die Märkte Gefahr laufen, Macron zu überschätzen und die wahren Probleme zu ignorieren.

Unstrittig gehören die europäischen Börsen zu den günstigeren der Welt. Dies vor allem im Vergleich mit den USA, die sich, wie hier letzte Woche diskutiert, auf einem luftigen Niveau befinden. Für diesen Abschlag gibt es gute Gründe. Zum einen sind europäische Unternehmen strukturell weniger profitabel und der Anteil des Technologiesektors ist deutlich geringer. Zum anderen hat das mit den Aussichten für den Kontinent zu tun: schlechte demografische Entwicklung, schwache Produktivitätszuwächse, reformunwillige Bevölkerungen, verkrustete Strukturen in der Politik, Unfähigkeit, mit dem Migrationsdruck umzugehen und eine vollkommen heterogene Währungsunion. J.P Morgan zufolge haben die Mitglieder der Europäischen Währungsunion weniger gemein, als eine fiktive Währungsunion aller Länder der Welt, die mit einem „M“ beginnen. Knapp gefasst könnten wir froh sein, wenn es bei einem japanischen Szenario geringen Wachstums für Europa und vor allem der Eurozone bliebe. Realistischer ist, dass der politische Wille, das Projekt trotz aller Probleme zusammenzuhalten, immer geringer wird und es irgendwann knallt. Die Notfallpläne für einen Zerfall der Euro-Zone gehören keinesfalls in den Papierkorb.

Neue Antworten nötig

Ein „Weiter-so“ kann es offensichtlich nicht geben. Die deutsche Politik mag das zwar noch glauben, wie die unsinnige Diskussion zu den Steuermehreinnahmen zeigt. Angesichts eines Handelsüberschusses von fast zehn Prozent vom BIP ist es dringend erforderlich, den deutschen Ersparnisüberhang in eben dieser Höhe zu senken (zum Zusammenhang von Handelsüberschuss und Ersparnis mehr hier). Nachdem private Haushalte (zu Recht) und Unternehmen (zu Unrecht) sparen, muss der Staat mehr ausgegeben. Deshalb sollten die Steuern gesenkt und die Investitionen erhöht werden. Es ist weder in unserem Interesse in einer überschuldeten Welt immer größere Forderungen gegen faule Schuldner aufzubauen, noch durch die exzessiven Überschüsse ein Argument für Protektionismus zu liefern. Dieser kann übrigens auch unter dem Deckmantel des Umweltschutzes zuschlagen und unserer Vorzeigeindustrie über Nacht die technologische Basis ihrer Wettbewerbsvorteile rauben.

So hängen alle Hoffnungen für eine Sanierung von EU und Eurozone am neuen französischen Präsidenten. Wird ihm gelingen, was seinen Vorgängern nicht gelungen ist? Ich bin skeptisch.

Die Zukunft der EU wird sich an der Migrationsfrage entscheiden. Während wir vor einer Schrumpfvergreisung stehen, verdoppelt sich die Bevölkerung im Nahen Osten und Afrika in den nächsten 30 Jahren, was einem Anstieg um rund eine Milliarde Menschen entspricht. Ohne eine Begrenzung und Steuerung der Migration wird es nicht möglich sein, Kultur und Wohlstand Europas zu erhalten. Dies bedeutet aber die Bereitschaft zur Sicherung der Außengrenzen (verbunden mit den unschönen Bildern) und zugleich deutlich größere Anstrengungen, die legalen Zuwanderer in unsere Arbeitsmärkte zu integrieren. Bis jetzt sieht es nicht danach aus, als hätten die Regierungen Europas die Tragweite der Herausforderung erkannt. Auch Macron blieb bei diesem Thema vage.

Sanierung der Eurozone

Deutlich konkreter sind seine Vorstellungen zur Sanierung der Eurozone. „Teurer Freund“ titelte der Spiegel in dieser Woche und verwies darauf, dass die Überlegungen Macrons vor allem den deutschen Steuerzahler belasten. Ein weiteres Beispiel für die negativen Folgen unserer Exportobsession, die von der Tatsache ablenkt, dass wir Deutschen zu den Ärmsten in der Eurozone gehören. In praktisch allen anderen Ländern verfügen die privaten Haushalte über ein höheres Vermögen als bei uns.

Abgesehen von der Finanzierung stellt sich die Frage, ob die Maßnahmen die Macron vorschlägt, überhaupt die Lösung brächten. Ein Eurozonen-Budget, überwacht von einem Eurozonen-Parlament und gesteuert von einem Eurozonen-Finanzminister ändert zunächst wenig. Es wäre eine Umverteilungsmaschinerie mit dem Ziel, über eine offizielle Transferunion (statt der inoffiziellen, welche die EZB derzeit umsetzt) einen Ausgleich zwischen den Ländern und vor allem den verschiedenen Konjunkturzyklen zu erzielen. Um einen solchen Ausgleich zu erzielen, muss es sich allerdings um erhebliche Summen handeln, die faktisch eine Verschuldungskompetenz auf der Eurozonen-Ebene erforderlich macht. Macron strebt – nicht als Erster – eine Lösung der durch zu viel Schulden ausgelösten Krise durch noch mehr Schulden an. In die gleiche Richtung gehen auch seine Überlegungen zur vollständigen Umsetzung der Bankenunion, die nichts anderes als eine Sozialisierung fauler Privatschulden ist.

Es gibt also noch die Erwartung, man könnte die Probleme durch mehr Umverteilung lösen. Leider ist dem nicht so. Wir haben es zu tun mit:

  • einer strukturell fehlenden Wettbewerbsfähigkeit vieler Länder in der Eurozone. Die wird durch mehr Umverteilung verfestigt, nicht gelöst. Man denke nur an die über 100-jährige Währungsunion zwischen Nord- und Süditalien.
  • Einer Überschuldung von Privaten (faule Banken) und Staaten. Daran ändern mehr Transfers nichts. Das geht nur, wenn man die Schulden bereinigt. Wie das ginge, habe ich unter anderem hier erklärt.
  • Einem strukturellen Trend zu geringerem Wachstum aufgrund Demografie und Produktivitätszuwächsen. Daran ändert mehr Umverteilung auch nichts.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir uns in den kommenden Monaten mit Scheinthemen beschäftigen, die zwar zu mehr Umverteilung zu unseren Lasten innerhalb von EU und Eurozone führen werden, nicht jedoch die eigentlichen Probleme lösen. Derweil wächst der politische Druck weiter. In Italien liegt das BIP real immer noch deutlich unter dem Vorkrisenstand und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Eurokrise in die nächste Phase tritt.

Genießen wir den Frühling

Gut möglich, dass sich die Erholung in der Eurozone und damit an den Märkten in der Hoffnung auf den „Macron-Effekt“ in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzt. Genießen wir den Frühling und freuen uns an steigenden Kursen von Aktien und Euro, ohne zu vergessen, dass es nur eine vorübergehende Phase ist. Solange die Politik sich vor den harten Entscheidungen drückt, kann es nur eine kurze Pause im japanischen Szenario Europas sein. Spätestens, wenn Italien wählt, hat die Krise uns wieder.

→ WiWo.de: „Überschätzen die Märkte Macron?“, 18. Mai 2017

29 Antworten
  1. Michael Stöcker says:

    „Angesichts eines Handelsüberschusses von fast zehn Prozent vom BIP ist es dringend erforderlich, den deutschen Ersparnisüberhang in eben dieser Höhe zu senken“

    So ist es. Das neoklassisch fehlgeleitete geozentrische deutsche Geldbild ist ein absolutes Desaster. Es wird höchste Zeit für Schäuble & Co. bei Adam Smith die elementaren ökonomischen Basics nachzulesen: http://www.economics-reloaded.de/1_Klassik/Adam_Smith/1_1_11_Merkantilismus.htm.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  2. Dietmar Tischer says:

    >“Überschätzen die Märkte Macron“>

    Die Frage kann im Augenblick nicht beantwortet werden. Erste Einschätzungen werden die Märke nach den Parlamentswahlen vornehmen. Entscheidend wird sein, wie viel Sitze Macrons Partei/Bewegung gewinnen wird. Durchweg alle anderen Abgeordneten werden meiner Überzeugung nach der Profilierung ihrer Partei wegen – nach der verlorenen Parlamentswahl geradezu ein MUSS – im Parlament mit Fundamentalopposition gegen Macron agieren. Wer nicht so agiert, signalisiert der Öffentlichkeit: Wir sind überflüssig.

    Schon angekündigt mit einem zynisch-vergifteten „Congratulations“:

    https://www.project-syndicate.org/commentary/opposing-macron-from-the-start-by-yanis-varoufakis-2017-05

    >So hängen alle Hoffnungen für eine Sanierung von EU und Eurozone am neuen französischen Präsidenten.>

    Ja, wenn er mit seinem Programm in Frankreich „durchregieren“ kann.

    Nein, wenn er scheitert.

    Allerdings:

    Wenn Macron scheitert, dann steigen die Hoffnungen derer, die keine Sanierung von EU und Eurozone, sondern die Zerschlagung wollen.

    Heißt:

    Die Verweigerer im französischen Parlament (und evtl. auch die auf der Straße) werden an vorderster Front die Totengräber von EU und Eurozone sein.

    >Es gibt also noch die Erwartung, man könnte die Probleme durch mehr Umverteilung lösen.>

    Diese Erwartung STEIGT, je weniger man es national schafft, die eigenen Probleme zu lösen. Macron ist anzurechnen, dass er gesagt hat: Frankreich muss ZUERST seine Hausaufgaben machen. Aber er hat natürlich mit seinen Forderungen an Berlin auch gesagt, was er AUCH will, selbst wenn er es innenpolitisch schaffen würde – eben die Probleme, damit auch die Frankreichs, durch Umverteilung lösen.

    Umverteilung löst nichts, weil es nicht zu HINREICHENDER Umverteilung kommen wird. Die Staaten, die für die Transfers herangezogen werden, schwächen sich durch die Finanzierung von Umverteilung. Da sie selbst genug Probleme haben, den wachsenden Nationalismus im eigenen Land unter Kontrolle zu halten, werden sie weder faktisch großartige Transfers finanzieren noch ideologisch den politischen Gegnern durch Transfers die Tore öffnen.

    >Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir uns in den kommenden Monaten mit Scheinthemen beschäftigen,>

    Es sind nicht Scheinthemen, mit denen wir/die Politik sich beschäftigen wird in den kommenden Monaten, sondern es sind Scheingefechte um das essentielle Thema Transfers.

    >Die Zukunft der EU wird sich an der Migrationsfrage entscheiden.>

    Andersherum:

    Die Migrationsfrage entscheidet sich an der EU.

    Wenn die EU scheitert, dann haben wir ein RIESIGES Migrationsproblem, weil Griechenland und Italien ALLEIN weder irgendetwas in Zentral- und Ostafrika bewegen, noch mit nordafrikanischen Staaten an der Mittelmeerküste „Barrieren“ aufbauen, noch die eigenen Grenzen verteidigen können. Das kann nur die EU mit uns nicht als alleinige, aber größten Zahler.

    >Angesichts eines Handelsüberschusses von fast zehn Prozent vom BIP ist es dringend erforderlich, den deutschen Ersparnisüberhang in eben dieser Höhe zu senken.>

    Ist ja richtig.

    Aber in der Welt ist vieles erforderlich – und wird doch nicht gemacht, vor allem dann nicht, wenn einer ALLEIN dafür sorgen soll, einen Sachverhalt zu bereinigen, der ursächlich auch anderen zuzuschreiben ist.

    Es wird sich nichts Wesentliches in der Sache tun.

    >Nachdem private Haushalte (zu Recht) und Unternehmen (zu Unrecht) sparen, muss der Staat mehr ausgegeben. Deshalb sollten die Steuern gesenkt und die Investitionen erhöht werden>

    „Deshalb“ – das verstehe ich nicht:

    Wenn die Steuern gesenkt werden, haben die Haushalte und Unternehmen mehr Geld, das sie wieder zu Recht oder zu Unrecht sparen. Und der Staat hat weniger zum Investieren.

    Wie sollen da die staatlichen Investitionen – und es können doch nur diese sein, wenn alle anderen Sektoren sparen – erhöht werden können? Durch höherer Verschuldung?

    Richtig ist:

    Der Staat muss MEHR investieren als bisher, weil ER in der Vergangenheit zu wenig investiert hat und das Land zukunftsfest zu machen ist, aber NICHT, weil die anderen Sektoren zu viel sparen. „Zu Recht“ und „zu Unrecht“ sind keine ökonomischen Kategorien.

    Der Fiskalpakt der Eurozone beruht nicht auf der irrigen Idee des methodologischen Individualismus (M. Stöcker), sondern auf der Absicht, NOTWENDIGE Strukturreformen nicht durch fortwährende Staatsverschuldung zu unterlaufen – und letztendlich durch ÜBERSCHULDUNG das System zu destabilisieren und zu zerstören.

    Wer das nicht versteht, glaubt daran, dass es der reiche Onkel EZB richten, und auf DAUER die Märkte in Zaum halten kann.

    Dass diese Absicht misslingt, berechtigt nicht, auf irrige Weise Schuldige zu suchen.

    Wirr.

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      „Der Fiskalpakt der Eurozone beruht nicht auf der irrigen Idee des methodologischen Individualismus (M. Stöcker), sondern auf der Absicht, NOTWENDIGE Strukturreformen nicht durch fortwährende Staatsverschuldung zu unterlaufen – und letztendlich durch ÜBERSCHULDUNG das System zu destabilisieren und zu zerstören.“

      Von GR mal abgesehen ist in den meisten Ländern die PRIVATE Verschuldung das Problem. Hatte Spanien eine fortwährende Staatsverschuldung? NEIN!!! Es waren die privaten Schulden!

      Ordnen Sie Ihre Gedanken und sorgen nicht für noch mehr Verwirrung!

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        >Von GR mal abgesehen ist in den meisten Ländern die PRIVATE Verschuldung das Problem.>

        Habe ich nicht bestritten – Sie argumentieren nicht gegen das, was ich gesagt habe, sondern gegen ihre Projektionen.

        Ich habe von FORTWÄHRENDER Staatsverschuldung gesprochen.

        Dies auf einem Niveau, das nach den Konjunkturmaßnahmen in der Nach-Lehman-Krise gestiegen war und relativ hoch ist – so hoch jedenfalls, dass in 2012 die Märkte die Staatshaushalte in der Peripherie in Bedrängnis brachten.

        Offensichtlich haben Sie keine Ahnung davon, was passiert, wenn die Staatsverschuldung dauerhaft stärker steigt als das Wirtschaftswachstum des betreffenden Landes.

        Und offensichtlich haben Sie auch keine Ahnung davon, dass dies schon bei ERREICHUNG der 3% Obergrenze des Fiskalpakts der Fall ist für durchweg alle Länder der Eurozone.

        Macht nichts, Sie müssen ja keine Ahnung haben, weil sie immer recht haben.

    • Philip Kohlbacher says:

      Zitat: „Wenn die Steuern gesenkt werden, haben die Haushalte und Unternehmen mehr Geld, das sie wieder zu Recht oder zu Unrecht sparen. Und der Staat hat weniger zum Investieren.“

      Wenn der Staat Steuern senkt und dies durch Ausgabenkürzungen ‚gegenfinanziert‘, dann hat dies unterm Strich keine Auswirkungen auf das Geldvermögen der Privaten (im Aggregat). Hierfür sind nur die Nettoausgaben des Staates von Bedeutung….

      Und der Staat hat völlig unabhängig vom Steueraufkommen immer die Möglichkeiten zum Investieren, wenn dies wirtschaftlich/politisch sinnvoll erscheint.

      Zitat: „Wie sollen da die staatlichen Investitionen – und es können doch nur diese sein, wenn alle anderen Sektoren sparen – erhöht werden können? Durch höherer Verschuldung?“

      Selbstverständlich

      Zitat: „Der Fiskalpakt der Eurozone beruht nicht auf der irrigen Idee des methodologischen Individualismus (M. Stöcker), sondern auf der Absicht, NOTWENDIGE Strukturreformen nicht durch fortwährende Staatsverschuldung zu unterlaufen – und letztendlich durch ÜBERSCHULDUNG das System zu destabilisieren und zu zerstören.“

      Strukturreformen welcher Art werden dadurch erleichtert, dass man jegliches Wachstum durch staatliche Austerität abwürgt?

      Strukturreformen in einem sinnvollen Sinne sind sinnvollerweise durch fiskalisch expansive Maßnahmen begleitet.

      Zitat: „Wer das nicht versteht, glaubt daran, dass es der reiche Onkel EZB richten, und auf DAUER die Märkte in Zaum halten kann.“

      Wenn die EZB ernst macht, können in der Tat keinerlei „Märkte“ dagegen anstinken. Völlig ausgeschlossen…

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  3. Mr. Dave says:

    Yanis Varoufakis hat kürzlich auch ein sehr interessantes Buch veröffentlicht, in welchem er anhand diverser Gesprächsprotokolle und E-Mails aus dem Nähkästchen der Eurokrise (ist ja noch nicht abgeschlossen) plaudert. Interessant sind auch die Erkenntnisse zu den komplexen Zusammenhängen zwischen EU, Eurogruppe, EZB et cetera.

    Ich tue mir aber immer noch sehr schwer, die deutsche Position zu verstehen. Auch wenn Schäuble und Dijsselbloem, die gemäss Varoufakis, was auch einleuchtet, die Eurogruppe dominieren, so kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass sie entweder total beratungsresistent sind oder ihre Berater selbst kein makroökonomisches Verständnis besitzen. Es setzt sich aber bei mir die traurige Einsicht durch, dass es (wieder mal) die Deutschen sind, die den europäischen Kontinent spalten, wenn ihr Verständnis von europäischer Solidarität darauf baut, die Südländer in eine tödliche Deflationsspirale zu zwingen und hunderttausende Jugendliche dort in die Arbeitslosigkeit zu drängen, während Deutschland hunderttausende Kriegs-und Wirtschaftsflüchtlinge aus anderen Kontinenten nach Deutschland einlädt und sich vor Ort dann mit grosszügigen Integrationsmilliarden (Herr Stelter schätzt die Gesamtkosten ja auf eine Billion) um sie kümmert.

    Die Schuld der europäischen Spaltung dann auf die aufkeimenden rechts- und linksradikalen Tendenzen in den Südländern zu schieben, missachtet, dass der Aufstieg Hitlers und Nazideutschlands genau auf eine grossteils aufgezwungene, tödliche Deflationsspirale (siehe Kriegsschulden gemäss Versailles) zurückzuführen ist, die man nun in leicht abgemilderter Form Südeuropa aufzwingen will.

    Dadurch beweist Deutschland, dass seine Öffentlichkeit sich anscheinend noch nicht genug mit der eigenen Geschichte befasst hat. Nur pauschal gegen rechtsextreme Positionen zu sein, ist eine nette Intention, aber nicht eine Lehre, die aus dem Zweiten Weltkrieg hätte gezogen werden müssen.

    Ich will die Korruption, die Misswirtschaft, das Befeuern der Schuldenparty vor 2007 et cetera in den Südländern nicht schönreden, doch europäische Solidarität ist etwas ganz anderes als Deutschland es momentan praktiziert.

    Und hier der Link zu Varoufakis‘ Buch „Adults in the Room“:

    https://www.amazon.de/Adults-Room-Battle-Europes-Establishment/dp/1847924468/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1495478027&sr=8-1&keywords=adults+in+the+room

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    • Mr. Dave says:

      Und die deutschen Aussenhandelsüberschüsse (respektive das an-die-Wand-konkurrieren der Südländer, Stichwort „Wettbewerbsfähigkeit“ -> in einer Währungsunion darf man das nicht) ist nichts anderes als der damalige Protektionismus der Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg. Beides verhindert Importe, d.h. Exporte der Gegenseite.

      Die vereinfachte Aussage damals und heute ist: „Zahlt eure exorbitanten, nicht nachhaltigen Schulden, aber uns dürft ihr nichts verkaufen, um diese zu bedienen.“

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      • Dietmar Tischer says:

        Wir konkurrieren die Südländer an die Wand?

        Mit was denn?

        Mit unseren BMW, mit unseren High Tech-Investitionsgütern konkurrieren wir mit den BMW und den Investitionsgütern, die in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal hergestellt werden?

        Fangen Sie einmal an, sich zu informieren und zu denken.

        Die dürfen uns nichts verkaufen?

        Wer verbietet ihnen denn dies?

        Haben wir hohe Zollmauern um Deutschland herum?

        Wiederum Unsinn, was Sie da reden.

        Um was es geht:

        Die Südländer müssen einfach lernen, dass sie ohne zu hohe Verschuldung sich nur das leisten können, was sie erwirtschaften.

        Wenn es nur Oliven sind, verdreckte Strände und heruntergekommene Sehenswürdigkeiten, dann ist es eben nicht viel, was damit zu erwirtschaften ist.

        Das ist die „Grundregel“ des Wirtschaftens.

        Die hebelt niemand aus, Sie nicht und auch nicht der schlaue Geldökonom, der Ihre Ansicht teilt.

        Über alles andere kann man reden, z. B. über einen Schuldenerlass für Griechenland z. B.

        Der wird kommen, NACHDEM man erreicht hat, was man erreichen wollte und MUSSTE, nämlich Griechenland nach der Verschuldungssause wieder mit der Realität bekannt zu machen

        UND – da haben Sie recht –

        man den Fehler mit dem Versailler Vertrag nach WKI nicht wiederholen können wird.

      • Johannes says:

        „Die Südländer müssen einfach lernen, dass sie ohne zu hohe Verschuldung sich nur das leisten können, was sie erwirtschaften.“

        Vor der Euro-Einführung war es übrigens so. Da sorgte der „Markt“ zudem dafür, dass die Südländer keine allzu hohen (Staats)Schulden aufnehmen konnten: die Zinsen waren für Frankreich, Griechenland, Spanien und Italien schlicht zu hoch.(ca. 15 – 20%). Selbst Deutschland zahlte Anfang der 80er Jahre noch knapp 10% Zinsen auf seine Staatsanleihen und Anfang der 90er Jahre zwischen 9 und 10%. Siehe hier:
        https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/1996/1996_11_kapitalmarktzinsen.pdf?__blob=publicationFile

        Schuldzinsen sind disziplinierend – so sie ausreichend hoch sind. Mit der Euro-Einführung sanken die Zinsen für die Südländer auf ein Minimum und sie wähnte sich im sprichwörtlichen (Zins)schlaraffenland. Inzwischen ist dieser Traum ausgeträumt. Die Südländer haben sich aber inzwischen so sehr an das süße Gift des niedrigen Zinses und in der Folge des „billigen Geldes“ gewähnt, das sie wie ein Junkie nicht mehr davon wegkommen (wollen).

        Allerdings strebt die Party trotz des billigen Geldes ihrem Ende zu. Aber es geht ja noch was: Solidarität = Umverteilung. Macron will nichts anderes. Die Botschaft, das Frankreich ZUERST handeln muss nehme ich nicht mal ernst. Frankreich hat dies in der Vergangenheit nie getan – warum sollte es dies jetzt tun? Es wäre in Fraknreich auch gar nicht durchsetzbar. Dort wurde man die Guillotinen wieder aus dem Museum holen, würde dies so ernsthaft versucht, dass ein Herr Schäuble überzeugt und einverstanden wäre. Nein, das ist Rhetorik für den deutschen Bundestag und die „lammfrome“ und „dumme“ Bevölkerung in Deutschland. Das das Rhetorik ist erkennt man leicht daran, das Schäuble auf die blosse Ankündigung des ZUERST bereits „gnädig“ und zustimmend genickt hat.

        Das Gerede von „Solidarität“ und dunkeldeutscher Vergangenheit strengt übrigens nur noch an (geht in Richtung „Mr. Dave“).

  4. Dietmar Tischer says:

    @ Johannes

    >Die Botschaft, das Frankreich ZUERST handeln muss nehme ich nicht mal ernst. Frankreich hat dies in der Vergangenheit nie getan – warum sollte es dies jetzt tun? Es wäre in Fraknreich auch gar nicht durchsetzbar. >

    Wir sollten die Botschaft ernst, sehr ernst nehmen.

    Hier wird doch der Versuch unternommen – getragen immerhin von einer relativ großen Anzahl von Menschen –, den versagenden Mechanismen von linke Regierung/rechte Regierung zu entkommen und das Land zu restrukturieren.

    Und zwar:

    FRIEDLICH, im KONSENS, durch Einbindung rivalisierender Kräfte.

    Das ist in gewisser Weise ein heroisches Unternehmen basierend auf dem Glauben, dass es in einer demokratischen Gesellschaft gelingen könne.

    Jeder kann seine Meinung haben, ob das tatsächlich gelingt oder nicht.

    Ich habe meine geäußert.

    Aber jetzt warten wir einmal ab, was die Franzosen mit diesem Ansatz zustande bringen.

    DANN und erst DANN, können wir urteilen und uns zu dieser oder jener unterstützenden Maßnahme erklären, die – wenn sich die Dinge fundamental zum strukturell deutlich Besseren wenden – möglicherweise auch Opfer von uns verlangt.

    Heißt:

    Keine finanziellen Vor-Verpflichtungen Deutschlands ins Ungewisse, sondern Entscheidungen, die sich an den RESTRUKTURIERUNGSLEISTUNGEN oder NICHT-LEISTUNGEN der Franzosen messen.

    Das ist die auf die Eurozone bezogen einzige Konsens-Logik, die unsere Regierung unserer Bevölkerung und den anderen Menschen in der Eurozone gegenüber GLAUBWÜRDIG vertreten kann.

    Antworten
  5. Mr. Dave says:

    @Dietmar Tischer

    Sehr geehrter Herr Tischer, vielen Dank für ihre kritische Rückmeldung, die mich zu vertieften Gedanken angeregt hat.

    1. Das an-die-Wand-konkurrenzieren

    Ich liebe deutsche Autos, deutsche Laborgeräte, Schmiermittel oder was auch immer, aber global gesehen muss der Preis passen. 10% Aussenhandelsüberschuss bedeutet nicht, dass die deutschen Produkte zu hightech sind, sondern dass die Preise zu niedrig sind. Wenn Lowtech bei gleichen Preisen mit Hightech konkurrieren muss, dann ist Lowtech zu teuer oder Hightech zu günstig.
    Ausserhalb einer Währungsunion regelt der Preisfindungsmechanismus den Wert der Währung und verhindert solche einseitigen Perversionen. In einer Währungsunion bedarf es entsprechender Zusammenarbeit, damit eine Währung für den gesamten Währungsraum auf Dauer passt. Wenn das Inflationsziel des Währungsraumes 2% ist, so müssen die Löhne jährlich um 2% plus Produktivitätsfortschritt der entsprechenden Volkswirtschaft steigen. Im langfristigen Schnitt bei 1% Produktivitätszuwachs pro Jahr sollten die Löhne also auf Dauer im Schnitt um 3% steigen. Haben Sie, Herr Tischer, seit 2000 jährlich mindestens 3% Lohnzuwachs erhalten (für denselben Job und dieselbe Arbeit)?

    Deutschland betreibt Lohndumping, was übrigens auch ein Grund ist, wieso die Unternehmen so wenig investieren. Würden die Löhne steigen, dann wären die Unternehmen gezwungen mehr in neue Technologien zu investieren, um weltweit mithalten zu können. Die Arbeitslosigkeit wäre dann leicht höher, doch die Wertschöpfung pro Kopf auch, und eine erhöhte Binnennachfrage würde dann auch den Personen, die in der Exportindustrie ihren Arbeitsplatz verloren haben, Möglichkeiten für eine Umorientierung bieten.

    2. Zollmauern um Deutschland

    Deutschland hat keine Zollmauern, doch andere Mechanismen mit denselben Effekten, d.h. den Import (im Speziellen aus den Südländern) verhindern, oder wieso hätte Deutschland sonst einen Aussenhandelsüberschuss von 10% seines BIPs? Würde Deutschland gerne seine Schulden von Griechenland zurückbezahlt bekommen, so müsste es Griechenland die Möglichkeit geben, einen Aussenhandelsüberschuss durch bessere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland zu erzielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Deutschland oft Überschüsse erzielen müssen, um die Kriegsschulden zu bedienen, was man Deutschland auch zugestanden hat.

    3. Wieso kann Griechenland Deutschland nichts verkaufen?

    Könnte Griechenland intern abwerten, dann würde es wieder wettbewerbsfähig werden, mehr exportieren und seine Wirtschaft auch wieder wachsen, aber momentan ist Griechenland im Vergleich zu Deutschland zu teuer. Nur wieso kann Griechenland nicht intern abwerten ohne im Desaster zu landen? Weil die Gläubiger ihm die Schulden nicht erlassen. Vereinfachtes Beispiel: Sie besitzen ein Haus mit einer Hypothek, die Sie aus ihrem Lohneinkommen bedienen. Würde man Ihren Lohn halbieren, Ihnen aber auch die Produkte des täglichen Bedarfs im Preis halbieren, hätten Sie wohl kein grosses Problem damit, unter der Bedingung, dass Ihre Hypothek auch halbiert wird. Deutschland lässt aber keinen Schuldenschnitt zu, weswegen Griechenland auch nicht intern abwerten kann, um wettbewerbsfähig zu werden.

    Hier muss auch noch angemerkt werden, woher ein Teil der Schulden stammen. Das erste Rettungspaket war nicht zur Rettung Griechenlands, sonder zur Rettung Deutschlands und Frankreichs. Denn die Belastung des deutschen und französischen Steuerzahlers wäre kurzfristig deutlich höher gewesen, wenn man Griechenland hätte Pleite gehen lassen, doch die unverantwortlich handelnden deutschen und französischen Banken mussten gerettet werden.

    4. Interne Abwertung in den Südländern oder Aufwertung in Deutschland?

    Da Deutschland eine erfolgreiche interne Abwertung (Schuldenschnitt) in Griechenland zu verhindern versucht, und das Land stattdessen weiter ins deflationäre Desaster presst, bleibt als Lösung nur noch eine Aufwertung Deutschlands. Ich habe die genauen Zahlen jetzt nicht im Kopf, aber die Schätzungen (u.a. auch von Prof. Sinn) sind im Bereich von 20 bis 40%. Das heisst über die nächsten paar Jahre deutlich höhere Lohnsteigerungen und Inflationsraten in Deutschland.

    5. „Schnaps und Frauen“ oder „verdreckte Strände“ – eine schlechte Diskussionsgrundlage

    Diese Argumente von Dijsselbloem wie auch Ihnen gehen meilenweit am Thema vorbei und vergiften nur das Diskussionsklima. Zumal ein Teil der Verdreckung der griechischen Strände der Einladung nach Deutschland an Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Welt geschuldet ist.
    Generell sollten die Deutschen, die Niederländer und die Europäer im Allgemeinen mehr Zeit mit den Frauen verbringen, um die Demographie zu stabilisieren, und wenn die Frauen zu hässlich sind, dann muss man halt notfalls zum Schnaps greifen ;-)

    Denken viele Leute in Deutschland so wie Sie, Herr Tischer? Unter der Annahme, dass der Wille zur Macht stärker als der zur Vernunft ist, verstehe ich dann auch, wieso Schäuble und Co. wider besseren Wissens den Euro untergraben. Macron und Varoufakis haben versucht/werden versuchen eine Lösung für ihr Land im Euro zu finden. Scheitern sie, werden früher oder später Politiker an die Macht kommen, die die Lösung dann ausserhalb des Euros sehen und finden werden. Griechenland als kleines Land alleine tut sich hier schwer, mit Italien und ev. auch Frankreich an der Seite (ja wir müssen wohl noch die nächste Wirtschaftskrise abwarten) wird der Euroaustritt (allenfalls dann mit Unterstützung der USA und des IWF) relativ einfach vonstatten gehen. Wäre ich ein deutscher Arbeitnehmer, würde mir so gesehen die Aufwertung Deutschlands mit steigenden Löhnen, steigenden Unternehmensinvestitionen und auch leicht erhöhter Inflation mehr zusagen…

    Sapere aude!

    Ihr Mr. Dave

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, Mr. Dave.

      „Denken viele Leute in Deutschland so wie Sie, Herr Tischer?“

      Ich befürchte leider ja. Der deutsche SCHULDkomplex ist hochgradig moralisch aufgeladen und semantisch fehlgeleitet. Dazu Nietzsche:

      „Haben sich diese bisherigen Genealogen der Moral auch nur von ferne etwas davon träumen lassen, daß zum Beispiel jener moralische Hauptbegriff »Schuld« seine Herkunft aus dem sehr materiellen Begriff »Schulden« genommen hat? […]Es ist die längste Zeit der menschlichen Geschichte hindurch durchaus nicht gestraft worden, weil man den Übelanstifter für seine That verantwortlich machte, also nicht unter der Voraussetzung, dass nur der Schuldige zu strafen sei: – vielmehr, so wie jetzt noch Eltern ihre Kinder strafen, aus Zorn über einen erlittenen Schaden, der sich am Schädiger auslässt, – dieser Zorn aber in Schranken gehalten und modifizirt durch die Idee, dass jeder Schaden irgend worin sein Äquivalent habe und wirklich abgezahlt werden könne, sei es selbst durch einen Schmerz des Schädigers. Woher diese uralte, tiefgewurzelte, vielleicht jetzt nicht mehr ausrottbare Idee ihre Macht genommen hat, die Idee einer Äquivalenz von Schaden und Schmerz? Ich habe es bereits verrathen: in dem Vertragsverhältniss zwischen Gläubiger und Schuldner, das so alt ist als es überhaupt »Rechtssubjekte« giebt und seinerseits wieder auf die Grundformen von Kauf, Verkauf, Tausch, Handel und Wandel zurückweist.

      Die Vergegenwärtigung dieser Vertragsverhältnisse weckt allerdings, wie es nach dem Voraus-Bemerkten von vornherein zu erwarten steht, gegen die ältere Menschheit, die sie schuf oder gestattete, mancherlei Verdacht und Widerstand. Hier gerade wird versprochen; hier gerade handelt es sich darum, Dem, der verspricht, ein Gedächtniss zu machen; hier gerade, so darf man argwöhnen, wird eine Fundstätte für Hartes, Grausames, Peinliches sein. Der Schuldner, um Vertrauen für sein Versprechen der Zurückbezahlung einzuflössen, um eine Bürgschaft für den Ernst und die Heiligkeit seines Versprechens zu geben, um bei sich selbst die Zurückbezahlung als Pflicht, Verpflichtung seinem Gewissen einzuschärfen, verpfändet Kraft eines Vertrags dem Gläubiger für den Fall, dass er nicht zahlt, Etwas, das er sonst noch »besitzt«, über das er sonst noch Gewalt hat, zum Beispiel seinen Leib oder sein Weib oder seine Freiheit oder auch sein Leben (oder, unter bestimmten religiösen Voraussetzungen, selbst seine Seligkeit, sein Seelen-Heil, zuletzt gar den Frieden im Grabe: so in Ägypten, wo der Leichnam des Schuldners auch im Grabe vor dem Gläubiger keine Ruhe fand, – es hatte allerdings gerade bei den Ägyptern auch etwas auf sich mit dieser Ruhe). Namentlich aber konnte der Gläubiger dem Leibe des Schuldners alle Arten Schmach und Folter anthun, zum Beispiel so viel davon herunterschneiden als der Grösse der Schuld angemessen schien: – und es gab frühzeitig und überall von diesem Gesichtspunkte aus genaue, zum Theil entsetzlich in’s Kleine und Kleinste gehende Abschätzungen, zu Recht bestehende Abschätzungen der einzelnen Glieder und Körperstellen. Ich nehme es bereits als Fortschritt, als Beweis freierer, grösser rechnender, römischerer Rechtsauffassung, wenn die Zwölftafel-Gesetzgebung Rom’s dekretierte, es sei gleichgültig, wie viel oder wie wenig die Gläubiger in einem solchen Falle herunterschnitten »si plus minusve secuerunt, ne fraude esto«. Machen wir uns die Logik dieser ganzen Ausgleichungsform klar: sie ist fremdartig genug. Die Äquivalenz ist damit gegeben, dass an Stelle eines gegen den Schaden direkt aufkommenden Vortheils (also an Stelle eines Ausgleichs in Geld, Land, Besitz irgend welcher Art) dem Gläubiger eine Art Wohlgefühl als Rückzahlung und Ausgleich zugestanden wird, – das Wohlgefühl, seine Macht an einem Machtlosen unbedenklich auslassen zu dürfen, die Wollust »de faire le mal pour le plaisir de le faire«, der Genuss in der Vergewaltigung: als welcher Genuss um so höher geschätzt wird, je tiefer und niedriger der Gläubiger in der Ordnung der Gesellschaft steht, und leicht ihm als köstlichster Bissen, ja als Vorgeschmack eines höheren Rangs erscheinen kann. Vermittelst der »Strafe« am Schuldner nimmt der Gläubiger an einem Herren-Rechte theil: endlich kommt auch er ein Mal zu dem erhebenden Gefühle, ein Wesen als ein »Unter-sich« verachten und misshandeln zu dürfen – oder wenigstens, im Falle die eigentliche Strafgewalt, der Strafvollzug schon an die »Obrigkeit« übergegangen ist, es verachtet und misshandelt zu sehen. Der Ausgleich besteht also in einem Anweis und Anrecht auf Grausamkeit.“

      Da lob ich mir die angelsächsische Differenzierung zwischen „guilt“ und „debt“.

      Schäuble versucht das Maximum „herunterzuschneiden“ und wähnt sich dabei auch noch auf der moralisch richtigen Seite. Es ist ein Trauerspiel: https://zinsfehler.com/2015/07/02/schaxit-oder-exit/. Am Ende befindet sich eine Linkliste, die den internationalen Blick auf dieses germanische Nabelschaudrama richtet.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        Sie werden immer besser.

        Nachdem Sie J. S. Mill gegen mich ins Feld geführt hatten, ist es jetzt Nietzsche.

        Ist auch klar:

        Wenn mit Ökonomie nichts mehr geht, dann muss der Hammer her – Moral. Und wenn schon, dann auch richtig – garniert mit Macht und Wollust, Genuss der Vergewaltigung …

        Ach ja, der Philologe/Psychologe Nietzsche – der ist immer für ein paar Sprüche gut.

        Hier der, der gerahmt an der Wand neben meinem Monitor hängt:

        >KEINER ist so verrückt, dass er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht.<

        Ich schaue immer mal dahin, wenn ich den einen oder anderen Kommentar hier oder anderswo lese.

    • Dietmar Tischer says:

      Schön, dass Sie meine Kritik konstruktiv beantworten.

      Ich tue es hiermit auch:

      Zu 1)

      >10% Aussenhandelsüberschuss bedeutet nicht, dass die deutschen Produkte zu hightech sind, sondern dass die Preise zu niedrig sind.>

      Das ist nicht richtig.

      Es bedeutet vielmehr und lediglich, dass wir wertmäßig 10% mehr exportieren als importieren.

      Das hat mit den Preisen und speziell den Preisen für die Exportgüter erst einmal nichts zu tun.

      Was wäre, wenn wir unsere Exportgüter wie von Ihnen vorgeschlagen verteuern würden und die ausländischen Käufer würden bei gleichem Absatz die höheren Preise bezahlen, weil sie sie unbedingt haben wollen (aus welchen Gründen auch immer)?

      Der Außenhandelsüberschuss wäre c.p. noch höher.

      Man kann und muss auch über die Preise reden, aber der Hauptgrund – nicht der einzige – sind unsere überlegenen Produkte und Dienstleistungen.

      Wenn die Löhne in Deutschland höher wären, würden die hierzulande erwirtschafteten Gewinne geringer sein. Daraus kann man wie Sie schließen, dass mehr investiert würde in Deutschland. Man kann daraus auch schließen, dass die Arbeitsplätze ins Ausland verlagert würden.

      Ihre Schlussfolgerung ist daher nicht zwingend.

      Sicher ist eines:

      Die Löhne sind nicht höher, weil die Beschäftigten bzw. ihre Gewerkschaften nicht mit ultimativen Mitteln (Streiks) versucht haben, sie zu erhöhen. Wenn man sie nicht für doof hält, muss man unterstellen, dass sie Gründe dafür haben. Jedenfalls kenne ich niemand, der einfach mal so auf mehr Geld verzichtet.

      Zu 2)

      >Deutschland hat keine Zollmauern, doch andere Mechanismen mit denselben Effekten, d.h. den Import (im Speziellen aus den Südländern) verhindern, oder wieso hätte Deutschland sonst einen Aussenhandelsüberschuss von 10% seines BIPs?>

      Ihre Begründung ist falsch.

      Bei gegebenem Export importieren wir nicht genug, um den Aussenhandelsüberschuss abzubauen.

      Das kann mehrere unterschiedliche Gründe haben, z. B. Angebote aus dem Süden, die für unsere Bedarfe uninteressant sind, weil wir sie nicht kennen oder mögen, weil wir andere, uns vorteilhafter erscheinende an deren Stelle nutzen oder schon dreimal die Akropolis oder den Petersdom besichtigt haben, etc., etc.

      Zu 3)

      >Nur wieso kann Griechenland nicht intern abwerten ohne im Desaster zu landen? Weil die Gläubiger ihm die Schulden nicht erlassen.>

      Richtig.

      Um ausdrücklich hervorzuheben, was sie mit Ihrem Beispiel ja auch belegen:

      Es sind hier die GRIECHISCHEN Gläubiger gemeint, nicht die ausländischen, weil Sie von „intern abwerten“ sprechen.

      Was ist die Konsequenz daraus – wenn DIES das Problem oder das entscheidende von mehreren Problemen wäre?

      Die Griechen sollten aus der Eurozone austreten und über die neue, ihre eigene Währung abwerten.

      Was die Auslandschulden Griechenlands betrifft, muss man zwischen der Schuldenaufnahme für den Konsumrausch zwischen Eintritt in die Eurozone und der Quasi-Staatsinsolvenz 2010 UND der Verschuldung danach unterscheiden.

      Erstere haben die Griechen sich selbst zuzuschreiben, für letztere sind wir und die Griechen verantwortlich.

      Die Griechen, weil sie andernfalls Staatsinsolvenz erlitten hätten, die sie nicht erleiden wollten.

      Wir, weil wir keine Staatsinsolvenz Griechenlands wollten, durch die vor allem die französischen, aber auch die deutschen Banken hochgradig gefährdet worden wären mit möglicherweise Schockstarre für die Realwirtschaft, wenn sie reihenweise in die Pleite gerutscht wären. Das MUSSTE man vermeiden.

      Es muss einen Schuldenschnitt für Griechenland geben, der IWF hat recht.

      Das weiß auch Schäuble. Zumindest vor der Wahl will er dafür natürlich nicht Prügel beziehen.

      Zu 4)

      Richtig, die Alternative wäre kontinuierliche Inflation von 3 bis 4% in Deutschland. Das haben Blanchard und andere vorgeschlagen. Ökonomisch ist mit Blick auf das griechische Problem interner Abwertung dagegen überhaupt nichts zu sagen.

      GESELLSCHAFTLICH-POLITITISCH aber schon:

      Deutschland würde in innenpolitische Destabilisierung fallen, weil

      a) die vielen deutschen Sparer eine derartige Inflationsrate wegen Entwertung ihres Geldvermögens nicht akzeptieren würden

      und

      b) zumindest tendenziell die Arbeitslosigkeit im Lande steigen würde, was ebenfalls nicht akzeptiert würde.

      Kurzum:

      Es wäre ein Wahlprogramm für die AfD wie aus dem Bilderbuch – mit Konsequenzen, die man nicht wollen kann.

      Zu 5)

      >Denken viele Leute in Deutschland so wie Sie, Herr Tischer?>

      Das glaube ich nicht.

      Die meisten denken überhaupt nicht, wenn es um Themen wie die hier diskutierten geht.

      Zur Sache und zur Erklärung, warum ich gesagt habe, was ich gesagt habe:

      Ich habe einen grundlegenden ÖKONOMISCHEN Sachverhalt DRASTISCH zugespitzt ausdrücken wollen.

      Ein ABWERTENDES Urteil über Menschen oder indirekt damit verbunden eine moralische ÜBERHÖHUNG von wirtschaftlich überlegenen Nationen, etwa unserer, abzugeben, kam mir nicht einmal in den Sinn.

      Das können Sie und andere, die das lesen, nun glauben oder nicht.

      Zu beweisen ist hier jedenfalls nichts.

      Daher:

      Wer sich derartig ausdrückt wie ich, der muss damit leben, dass er von anderen moralisch ins Abseits gestellt wird (was ich Ihnen nicht unterstelle). Dies auch dann, wenn für jeden, der etwas von Moral versteht, klar ist, dass meine Aussagen nichts mit Moral zu tun haben.

      Wie auch immer, das ist kein Problem für mich.

      Mich beeindruckt nicht Meinung, sondern die argumentative Qualität, mit der sie vorgetragen wird.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        „Man kann und muss auch über die Preise reden, aber der Hauptgrund – nicht der einzige – sind unsere überlegenen Produkte und Dienstleistungen.“

        Dann tun wir das doch mal und betrachten zwei Ihrer Aussagen:
        1. „Jedenfalls kenne ich niemand, der einfach mal so auf mehr Geld verzichtet.“

        2. „Was wäre, wenn wir unsere Exportgüter wie von Ihnen vorgeschlagen verteuern würden und die ausländischen Käufer würden bei gleichem Absatz die höheren Preise bezahlen, weil sie sie unbedingt haben wollen (aus welchen Gründen auch immer)?“

        Wenn dem so wäre, dann würden die Unternehmer zuvor irrationale Preispolitik betreiben und auf Gewinne verzichten.

        LG Michael Stöcker

      • Michael Stöcker says:

        „Das kann mehrere unterschiedliche Gründe haben, z. B. Angebote aus dem Süden, die für unsere Bedarfe uninteressant sind, weil wir sie nicht kennen oder mögen, weil wir andere, uns vorteilhafter erscheinende an deren Stelle nutzen oder schon dreimal die Akropolis oder den Petersdom besichtigt haben, etc., etc.“

        Oder eben manche Bürger in Deutschland so wenig verdienen, dass sie von einer Besichtigung der Akropolis oder des Petersdoms nur träumen können. Die Debatte hierzu ist in Deutschland noch nicht in Gang gekommen, da uns die Amerikaner immer um gut 10 Jahre voraus sind. Dort wird über Piketty schon nach drei Jahren erneut diskutiert: https://www.youtube.com/watch?v=dMv7lGyG990&t=1510s

        LG Michael Stöcker

      • Michael Stöcker says:

        „Erstere haben die Griechen sich selbst zuzuschreiben,“

        Nicht nur! Auch hier gilt: It takes two to tango.

        „Das weiß auch Schäuble. Zumindest vor der Wahl will er dafür natürlich nicht Prügel beziehen.“

        Siehe hierzu auch: https://makronom.de/wie-lange-kann-wolfgang-schaeuble-die-griechenland-rechnung-noch-aufschieben-21151

        „Deutschland würde in innenpolitische Destabilisierung fallen, weil

        a) die vielen deutschen Sparer eine derartige Inflationsrate wegen Entwertung ihres Geldvermögens nicht akzeptieren würden

        und

        b) zumindest tendenziell die Arbeitslosigkeit im Lande steigen würde, was ebenfalls nicht akzeptiert würde.“

        Wenn die Inflation nur in Deutschland ansteigen soll, dann geht dies nur über die Löhne. Höhere Löhne bedeuten zugleich höhere Renten, höhere Zinsen, höhere Margen und somit höhere Überschüsse der Verwalter der Illusionen (aka Banken und Versicherungen). Der tendenzielle Anstieg der AL wird kompensiert durch höhere inländische Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Der größte Teil der Wähler verfügt über keine hohen Geldvermögen, die inflationär entwertet werden könnten. Ich hatte letztens hierzu die Studie der Bundesbank verlinkt. Im postfaktischen Zeitalter werden FAZ & Co. allerdings genauso wie Sie argumentieren. Mit komparativer Statik (methodologischer Individualismus) lässt sich eine komplexe Wirkungskette nur ungenügend abbilden.

        LG Michael Stöcker

      • Michael Stöcker says:

        „Wer sich derartig ausdrückt wie ich, der muss damit leben, dass er von anderen moralisch ins Abseits gestellt wird (was ich Ihnen nicht unterstelle). Dies auch dann, wenn für jeden, der etwas von Moral versteht, klar ist, dass meine Aussagen nichts mit Moral zu tun haben.“

        Ich habe mit Nietzsche auf Schäuble und Schuknecht gezielt; nicht auf Sie, Herr Tischer. Nach über vier Jahren Diskussion mit Ihnen bin ich mir zudem ziemlich sicher, dass Sie sich nicht durch solche destruktiven Instinkte treiben lassen. Sie haben ja Ihr Ventil gefunden und stehen auch dazu.

        Können wir ökonomische Analysen fern jeglicher Moral analysieren? Adam Smith hat das nicht getan. Ich bin der Überzeugung, dass moralische Urteile dabei helfen können, die Funktionsfähigkeit des ökonomischen Systems zu erhalten. Neel Kashkari ist auch hier Vorreiter: https://www.youtube.com/watch?v=tfNBnz6JdgE (ab Minute 10:00).

        LG Michael Stöcker

  6. Dietmar Tischer says:

    @ Michael Stöcker

    >Wenn dem so wäre, dann würden die Unternehmer zuvor irrationale Preispolitik betreiben und auf Gewinne verzichten.>

    Es ist nicht auszuschließen, dass Unternehmen, die Preise erhöhen, dies zuvor schon hätten tun können. Es nicht getan zu haben, kann auf Fehleinschätzungen beruhen, aber auch auf RATIONALEN Überlegungen, z. B. der, im Markt mit einem neuen, noch unbekannten Produkt Fuß zu fassen. Ist das gelungen, werden die Preise erhöht.

    Weder im einen noch im anderen Fall kann von Irrationalität die Rede sein.

    Hier noch ein Fallbeispiel, andersherum, anlässlich eines Spruchs, der z. Z. auf Werbetafeln zu lesen ist:

    „Wer Rabatt gibt, war vorher zu teuer“.

    Ein Automobilhersteller SENKT die Preise für ein bestimmtes Modell, weil dieses noch abverkauft werden muss (und nur so abverkauft werden kann, wenn man es nicht mit zusätzlichen Sonderausstattungen aufrüstet), bevor das Nachfolgermodell in den Markt kommt.

    Das ist rational, nicht irrational.

    Das kann Ihnen jeder Praktikant in der Marketingabteilungen von Automobilherstellern bestätigen.

    >Oder eben manche Bürger in Deutschland so wenig verdienen, dass sie von einer Besichtigung der Akropolis oder des Petersdoms nur träumen können.>

    Stimmt und ist eine Erweiterung von meinem etc., etc.

    Sie bestätigen damit meinen Einwand gegenüber Dave.

    Man kann natürlich über die Verdienste in Deutschland debattieren. Man kann sich auch höhere Verdienste wünschen, damit mit Besichtigungen der Akropolis und des Petersdoms die Wirtschaft in Griechenland und Italien unterstützt wird.

    NUR:

    Es ist UNSERE Entscheidung, welche Verdienste wir aus welchen Gründen wollen und akzeptieren.

    Die Griechen und Italiener haben KEINEN Anspruch darauf, dass wir dies oder jenes mit Blick auf ihre Wirtschaft wollen und akzeptieren MÜSSEN.

    >Höhere Löhne bedeuten zugleich höhere Renten, höhere Zinsen, höhere Margen und somit höhere Überschüsse …>
    Das bestreite ich nicht.

    Derart positive Aspekte sind aber nicht entscheidend für die Stabilität einer Gesellschaft. Es sind vielmehr die VERLUSTE, die eine hinreichend große Zahl von Menschen hinzunehmen hätte, die für Destabilisierung sorgen.

    >Der größte Teil der Wähler verfügt über keine hohen Geldvermögen, die inflationär entwertet werden könnten.>

    Auch wenn es keine hohen Geldvermögen sind, so sind sie für viele praktisch das einzige Vermögen, über das sie verfügen. Und das – GERINGES Geldvermögen als EINZIGES Vermögen des GRÖSSTEN Teils der Wähler – ist KRITISCH, wenn es durch fortwährend hohe Inflation entwertet wird.

    Das ist nicht postfaktisch.

    Danke für die gelungene Begründung meines Standpunkts.

    Und wenn dann auch noch die Beschäftigung sinkt bei 3 bis 4% Inflationsrate, was tendenziell ganz sicher der Fall ist, spielt das Panik-Orchester.

    >Können wir ökonomische Analysen fern jeglicher Moral analysieren?>

    Das können wir.

    >Ich bin der Überzeugung, dass moralische Urteile dabei helfen können, die Funktionsfähigkeit des ökonomischen Systems zu erhalten.>

    Ja, das können sie.

    Ich strukturiere hier einmal, um anzudeuten, wie man diskutieren könnte:

    IDEALTYPISCH hat der Markt als Kernelement des Systems nichts mit Moral zu tun. Er ist ein Organisationsprinzip für die Allokation von Gütern und Dienstleistungen und als solches AMORALISCH, egal was die Konsequenzen sind, die sich daraus ergeben.

    Wenn man den Mark als Organisationsprinzip, d. h. bezüglich seiner Funktionalität verstehen will, MUSS man Moral ausklammern.

    Es ist genauso wie beim Automobil, das man auch nicht für die Moral im Straßenverkehr verantwortlich machen kann.

    PRAKTISCH unterliegt der Markt moralischen Forderungen.

    Wir wollen z. B. nicht, dass durch sittenwidriges Handeln zustande gekommene Rechtsgeschäfte wirksam werden und nicht geschäftsfähige Menschen wirksame Rechtsgeschäfte abschließen können. Immobilientransaktionen, die enorme Auswirkungen auf das Leben von Menschen haben können, müssen vor einem Notar abgeschlossen werden. Er darf dem Willen der Beteiligten nicht entgegenstehen, muss aber dafür sorgen, dass die Interessen der Parteien gleichgewichtig beachtet werden.

    Kurzum:

    Regulierung der Märkte basiert direkt oder indirekt auf unserem WERTESYSTEM, also, wenn man so will, auf Moral.

    Wessen Moral?

    Auf der Moral der Menschen.

    Moral kann man sinnvollerweise nur in Bezug auf Menschen diskutieren.

    Daher:

    Wirtschaften beruht auf den Präferenzen von Menschen, die ihren individuellen Wertvorstellungen entspringen. Das wir uns als Gesellschaft darauf geeinigt haben, dass nicht jegliche Wertvorstellung in Handeln oder Unterlassen Ausdruck finden soll, BEGRENZEN wir individuelles Wirtschaften durch Regulierung.

    Es kann auch ohne Regulierung begrenzt werden.

    Das ist u. a. dann der Fall, wenn Menschen sich fragen und beantworten:

    Was ist meine PFLICHT, d. h. wie MUSS ich Handeln und wie darf ich NICHT handeln (was muss ich unterlassen)?

    Der Schlüssel liegt letztlich beim EINZELNEN Menschen.

    Antworten

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