Household Wealth in Europe

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Heute Morgen haben wir gesehen, wie Schulden Vermögenswerte treiben und diese dann wiederum mehr Schulden ermöglichen.

Jetzt geht es mal um die Vermögensverteilung in Europa. Unterstreicht mal wieder, in welcher Wohlstandsillusion wir in Deutschland leben!

Zunächst einmal die Feststellung, dass die reicheren Haushalte in den Krisenländern leben:

 

Vermögen1

Zwar ist das Nettovermögen der Haushalte dort seit 2009 gesunken, doch befindet es sich immer noch auf einem deutlich höheren Niveau als im „Core“. Ganz unten liegen übrigens Deutschland und Österreich:

Vermögen1-2

Dahinter steckt vor allem die Entwicklung der Immobilienpreise:

Vermögen2

Leser von bto kennen natürlich den Zusammenhang: Die höhere Verschuldung hat die Assetpreise getrieben. Schulden sind eben nicht neutral, sondern beeinflussen die Werte überproportional. Ein Effekt, den Thomas Piketty in seinem Buch völlig übersehen hat.

Wie groß die Blase in Spanien war, sieht man hier. Auch ersichtlich, dass Deutschland, wenn man es beim Jahr 2000 indiziert, sich recht gut entwickelt hat, vor allem seit Krisenbeginn. Nur ändert das nichts am Niveau, siehe oben!

Vermögen5

 

Vermögen3

Aber es sind nicht nur die fehlenden Immobilienassets, es sind alle Vermögenswerte inklusive Pensionsansprüche, wo wir hinterherhinken:

Vermögen4

 

Diese Daten sollten wir immer im Hinterkopf haben, wenn es wieder mal darum geht, großzügig die Lasten zu schultern.

ING Think Forward Initiative: HOUSEHOLD WEALTH IN EUROPE, 24. Februar 2016

5 Kommentare
  1. Ralph Klages says:

    Die Südländer sind deutlich cleverer: Sie lassen den vermeintlich reichen Deutschen stets den Vertritt, bleiben im Hintergrund – und zählen ihr Geld. Dazu gehört auch, die Deutschen stets darin zu bestärken, sie wären die Größten überhaupt (siehe Griechenlandhilfe). Was die in ihrer Borniertheit/Überheblichkeit auch gern glauben wollen. Trickreich. Man muss natürlich auch zwei verlorene Weltkriege sehen, deren Spätfolgen finanziell noch lange nachwirken werden (Spätaussiedler, Israelförderung, Wiedervereinigung etc.). Und natürlich die Kolonialzeit der Anderen, die sich schamlos an denjenigen bereicherten, die sie heute nicht mehr kennen wollen. Aber wer fragt danach…… Sehr gut recherchiert, Hr. Dr. Stelter !

    Antworten
  2. Björn Schneider says:

    Mich interessiert dabei der Anteil der „reichen Haushalte“ in den anderen Ländern. Die ungleiche Verteilung von Vermögen weltweit, also zwischen Kontinenten, Ländern und Bürgern bleibt zu beachten. Es sind doch nur ein paar Prozent. Nicht mal zweistellig, die den größten Anteil am Vermögen haben.
    Von daher finde ich die Darstellung irreführend.

    Antworten
  3. Travelbum says:

    Es erschließt sich mir nicht, was man aus den letzten beiden Grafiken, die nicht auf absolute Werte, sondern auf %-Anteil am verfügbaren Einkommen abstellen, ablesen will, ohne dem das tatsächliche verfügbare Einkommen der einzelnen Länder gegenüberzustellen. Gerade die Südländer dürften dann wahrscheinlich schwächer abschneiden – aber man müsste die Zahlen kennen. %-Sätze sagen da m.E. erst mal gar nichts aus.

    Antworten
  4. Katalin says:

    Hallo,

    die ganze Sache stimmt so nicht.

    Warum:
    Es gibt Bestandsgrößen und es gibt Stromgrößen.
    Die Werte der Bestandsgrößen, werden maßgeblich von den Stromgrößen bestimmt oder anders ausgedrückt: Der Wert eines Vermögensgegenstandes ergibt sich aus aus den abdiskontierten Zahlungsströmen die es generiert auf den heutigen Zeitpunkt.

    Das heißt die Bestandsgrößen und die Vermögensgrößen hängen voneinander ab und werden bestimmt von:
    a. Mangel
    b. Den Fähigkeiten Mangel zu erzeugen

    was heißt das;
    Die angeblichen höhen Vermögen im Süden erklären sich aus dem hohen Immobilienpreisen und den angeblichen Ersparnissen in Cash.

    Beides ist Unsinn.
    Schaut man sich die Städte und die Bevölkerungsdichte im Nord- und Südeuropa an, dann fällt einem sofort auf, dass die Bevölkerunsgdichte in Westeuropa viel höher ist als im Süden.
    Da die Werte durch (Knappheit) bestimmt werden, bedeutet das automatisch, dass die Immobilienpreise im Norden stabiler sind, da es im Süden sehr wenige Großstädte gibt.
    (Ausnahme Norditalien)

    Nun kann man argumentieren, die Kredite haben die Preise in Süden angetrieben. Das Stimmt, aber nur wenn man die Zahlungsströme nicht beachtet.
    Die Wertschöpfung (aufgrund der Bildung, Technologieführerschaft, Markenbekannheit) ist in den westlichen Metropolen viel höher und somit auch der Wert der abdiskontierten Zahlungsströme die sie generieren, d.h, die angeblichen hohen Vetrmögen in Südeuropa sind reines Wunschdenken um Sparpolitik in der EU durchzusetzten

    Weitere Sache die man erwähnen muss:
    Dem Vermögen stehen immer Schulden gegenüber. Nun ist es so das der Süden hohe Vermögen ausweist aber auch hohe Schulden. Nordeuropa aber auch könnte man sagen.
    Es gibt aber einen Unterschied der vieles erklärt.
    Im Süden ist man verschuldet dem Ausland gegenüber (Insb. BRD; und diese Schulden werden noch bedient, dank diktierten Sparpolitik), wenn man das auch gegeneinander rechnet, dann bleibt von dem angeblichem hohen Vermögen im Süden nichts übrig.

    Gruß

    Antworten
    • Gregor_H says:

      @ Katalin

      Sie schreiben:
      „Im Süden ist man verschuldet dem Ausland gegenüber (Insb. BRD; und diese Schulden werden noch bedient, dank diktierten Sparpolitik), wenn man das auch gegeneinander rechnet, dann bleibt von dem angeblichem hohen Vermögen im Süden nichts übrig. “

      Das stimmt für Italien schon mal nicht!
      Für welche Süd-Länder stimmt Ihre Aussage?

      Antworten

Dein Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Schreiben Sie etwas dazu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.