Die EZB und ihre Geldpolitik

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Meine Meinunung zur Geldpolitik ist Lesern von bto wohlbekannt. In meiner gestrigen Kolumne bei der Wiwo habe ich gar zum Aktienverkauf in das Strohfreuer geraten. Hier mein gestriges Interview mit dem Deutschland Radio Kultur:

→ Deutschland Radio Kultur: Die EZB und ihre Geldpolitik, 11. März 2016

11 Antworten
  1. Stefan Bohle says:

    und wo bleibt die demokratische Legitmation für all das??

    Warum halten wir Wahlen über Parteiprogramme ab, bei denen hier und da ein paar Milliarden gegeben und genommen werden, wenn gleichzeitig die EZB ohne jegliche demokratische Legitimation Billionenbeträge freihändig umverteilt?

    Das ist Kleptokratie in Reinform und unsere politische Elite schaut schweigend weg.

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  2. Dietmar Tischer says:

    Ich denke, dass nach den EZB-Beschlüssen insbesondere der Negativzinsen wegen die deutsche Finanzwirtschaft, vor allem Sparkassen und Raiffeisenbanken sowie die Versicherungen, beim Geldsparer mit der Thematik „Enteignung/Altersarmut“ gewaltig Stimmung gegen die EZB machen wird. Dies hilft auch, der Öffentlichkeit gegenüber vom eigenen Versagen abzulenken, z. B. den Überkapazitäten im Retailbanking.

    Der Geldsparer wird das der Politik ankreiden, denn für den ist niemand unabhängig, sondern jeder potenziell schuldig. Die Regierungsparteien wiederum brauchen nach den fast sicheren Desasterergebnissen der Landtagswahlen am Sonntag alles andere als eine zweite Front neben den anhaltenden Auseinandersetzungen um die Zuwanderung.

    Damit bekommt Draghi Gegenwind von denen, die ihm angesichts der eigenen Hilflosigkeit bisher freundlich gestimmt sind.

    Die Entwicklung wird noch unberechenbarer.

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      • Michael Stöcker says:

        Ja, Wut auf die (Nicht)Politik ist mehr als berechtigt. Draghi macht im Rahmen seines Mandats sowie des politischen Umfelds alles, was eine ZB machen kann. Dass dies allerdings keine Wirkungen zeitigt, ist auch wenig verwunderlich: Denn Homöopathie hilft bei einer schweren Infektion nun einmal nicht.

        Bis allerdings auch ein Jens Weidmann einsehen wird, dass QE4P/OMF die einzige Möglichkeit ist, den Euro zu bewahren, derweil sich die Nullen in Berlin über ihre eigene Null freuen und die neue Null verdammen, bis dahin werden wir das Projekt Europa gegen die Wand gefahren haben.

        Um es klar und deutlich zu sagen: Nicht die ZB ist für das Zinsniveau verantwortlich, die niedrigen Zinsen sind eine FOLGE des politischen Versagens. Bei null Investitionen gibt es null Wachstum, bei null Wachstum gibt es null Zinsen (denn die sind ein Gewinnbestandteil und Gewinne kann es im Aggregat nur bei Wachstum geben). Und unsere Nullen haben null Ahnung, dass sie null Ahnung haben. Bei so viel Null Ouvert spielt man mit der Revolution. Die versagende ‚Elite‘ können wir alle getrost in den Skat drücken. Zum Trost wohl wieder Rotwein.

        LG Michael Stöcker

  3. Stefan Bohle says:

    ich halte die die „Flüchtlingskrise“ im Vergleich zur grenzenlosen Eurorettungspolitik für das deutlich kleinere Problem. Faktisch müssen 80 Bundesbürger zusammen ca. einen im letzten Jahr zugereisten Flüchtling alimentieren. Das ist nicht wenig, aber es erscheint mir noch machbar. Und aus staatspolitischer Sicht muss man konstatieren, dass unsere demokratisch gewählte Regierung es so zugelassen hat. Wenn die Bürger eine andere Politik möchten, steht es ihnen frei, bei der nächsten Wahl entsprechende Konsequenzen ziehen.

    Bei der Eurorettungspolitik geht es m.E. nochmals um deutlich mehr. Einerseits sind die eingesetzen Beträge deutlich höher – und das ohne absehbares Ende (im Gegenteil). Andererseits betrifft ein Vertrauensverlust in bedrucktes Papier (Geld) letztlich auch das grundsätzliche Vertrauen der Bürger in die staatliche Ordnung. Die Kosten hierfür sind dann gar nicht mehr zu beziffern.

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    • Dietmar Tischer says:

      >ich halte die die „Flüchtlingskrise“ im Vergleich zur grenzenlosen Eurorettungspolitik für das deutlich kleinere Problem.>

      Zu dieser Auffassung kommt man, wenn man rechnet.

      Probleme sind aber nicht nur rechnerische Probleme.

      Die Zuwanderung ist das größere Problem, weil sie – anders die Verschuldungskrise – DIREKT erfahrbar ist: Quasi über Nacht, treffen Deutsche ohne Gewöhnungseffekt mehr fremde Menschen in der Schule, im Supermarkt, auf den Straßen. Dazu noch die Sekundäreffekte wie die Silvesternacht in Köln.

      Das wollen viele Deutsche nicht und DAGEGEN votieren sie.

      Und zwar so, dass die Regierenden darauf reagieren müssen, wenn sie – zumindest perspektivisch – nicht die Macht abgeben bzw. unbeherrschbare Verhältnisse herbeiführen wollen.

      Das haben die Regierungsparteien begriffen und sie begrenzen die Zuwanderung.

      In der Eurorettungspolitik ist das anders.

      Da lässt man „ungestraft“ durch die EZB immer weiter retten – bisher jedenfalls.

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    • Erwin Späth says:

      auch ich tendiere dazu das Flüchtlingsproblem als die größere Aufgabe zu bezeichnen, sofern man beides überhaupt vergleichen kann. Die Euro- und die Schuldenproblematik lassen sich im schlimmsten Fall schlagartig über einen Staatsbankrott „lösen“ – mit zwar heftigen, aber zeitlich begrenzten Folgen. Mit den Flüchtlingen hingegen ist Deutschland eine Art Schicksalsgemeinschaft auf unabsehbare Zeit eingegangen, die sich nicht aufkündigen lässt.
      Das schlimmste ist aber wohl die demotivierende Wirkung dieser und weiterer gesellschaftlicher Probleme auf die aktuellen und die künftigen Leistungsträger. Ein nicht unerheblicher Anteil der Studierenden kann sich vorstellen Deutschland den Rücken zu kehren – und leider gehen oftmals die Klügsten.

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