Zulauf: Frau Merkel verantwortet eine Katastrophe für die nachfolgende Generation

Felix Zulauf ist einer der angesehensten Vermögensverwalter der Welt. Der Schweizer äußert sich nicht häufig. Wenn, dann jedoch pointiert. Bei bto hatte ich ihn schon ein paar Mal:

Felix Zulauf: „Zeitenwende“

Recht hat er: „Sünden haben Folgen“

Auch für meine Piketty-Kritik „Die Schulden im 21. Jahrhundert“ gab er ein Endorsement.

Kürzlich gab er wiwo.de ein Interview. Wie immer in einer erfrischenden Klarheit. Die Highlights:

  • „Es riecht nach 1987, wie damals vor dem Crash. Wie damals steigt die Inflation, die Renditen ziehen an, der Dollar ist schwach und ein US-Finanzminister redet seine Währung schwach. Gleichzeitig sind Aktien hoch bewertet. Investoren haben einen extrem hohen Aktienanteil in den Depots und kaufen Aktien mit rekordhohen Summen auf Pump. 1987 gab es die so genannte Portfolio Insurance. (…) Das Pendant dazu heute sind Risk-Parity-Produkte. Dabei setzen Anleger auf Aktien und Anleihen, die unterschiedliche Risiken aufweisen und entsprechend gewichtet werden.“ bto: Das Gute an diesem Vergleich ist, dass es damals wirklich nur ein Börsenproblem war, das die Realwirtschaft nicht beeinflusst hat. 
  • Ich gehe von einer Korrektur aus, die aber wahrscheinlich länger anhalten wird. Die Gründe liegen in der fundamentalen Entwicklung: Die Wirtschaftspolitik in diesem Zyklus ist primär in den Händen der Geldpolitiker. Und die Geldpolitik war aggressiv, wie wir das noch nie gesehen haben. Offenbar herrscht da die Meinung vor, dass Notenbanken alles machen können, was sie wollen. Und sie machen das auch.“ bto: und verursachen damit immer größere Probleme an den Finanzmärkten.
  • „Die Produktionsverlagerung nach Asien hat viele Produkte immer billiger gemacht und die Konsumentenpreise tief gehalten. Dazu kamen disruptive Technologien, etwa im Einzelhandel, wo ganze Kostenebenen verschwunden sind. Das sind die deflatorischen Elemente, die Preise drücken. Aus China aber kommt jetzt nicht mehr deflationärer Druck auf unsere Preise, da kommt jetzt ein inflationärer Druck. China hat einen unglaublichen Konsumboom, die Preise steigen mit gut fünf Prozent. Weil der Einbruch der Weltwirtschaft in der letzten Rezession so groß war, waren die Kapazitäten lange schwach ausgelastet und der Arbeitsmarkt entspannt.“ bto: Das hatten wir auch im alternativen Blick auf 2018 als eines der Themen: → Eine andere Sicht auf 2018
  • „Wir sind an einem Punkt, wo die Teuerung zwar noch nicht strukturell, aber zyklisch weiter nach oben geht. (…) Das haben die Märkte realisiert. Entsprechend sind die Renditen nach oben gegangen. Weil die Notenbanken zu expansiv sind, haben die Bondmärkte damit begonnen, die Geldpolitiker zu disziplinieren.“ bto: Die Notenbanken folgen ohnehin immer den Märkten.
  • „Was die Europäische Zentralbank aber betreibt, ist eigentlich kriminell. Das ist unglaublich angesichts der Konjunkturlage und hat überhaupt nichts mehr mit vernünftiger, auf Stabilität ausgerichteter Geldpolitik zu tun. (…) In den nächsten ein, zwei Jahren werden alle großen Notenbanken versuchen, ihre Politik zu normalisieren.“ bto: Das führt, wie diskutiert bei bto, dazu, dass steigende Zinsen in der EU erwartet werden und damit ein starker Euro.
  • „Normalerweise gehen in einem Konjunkturanstieg Aktien und Zinsen parallel nach oben – bis zu einem Punkt, wo es anfängt, weh zu tun. Der ist erreicht, wenn sich die Liquidität negativ verändert. Die Frage ist, ob wir schon dort sind oder nicht. Ich glaube, dass wir diesen Punkt im Lauf der nächsten zwölf Monate erreichen. Aktuell gehe ich von einer mittelfristigen Korrektur aus, deren erster Tiefpunkt gesetzt ist. Bis in den März hinein wird es Erholungsversuche geben, die aber wohl scheitern werden. Im zweiten Quartal könnte es dann zu einer zweiten Verkaufswelle kommen, die etwas tiefer geht als am vorvergangenen Freitag. Dann dürfte die Korrektur vorbei sein. Für den Rest des Jahres werden die Börsen dann wieder versuchen, nach oben zu krabbeln. Aber das werden nicht mehr alle Märkte schaffen.“ bto: was irgendwie auch entspannend ist. So gesehen passiert kein Unfall an den Märkten.
  • „In den USA könnte es neue Höchstkurse geben, in einigen Schwellenländern auch, aber nicht in Europa. Europa ist die schwächste Region von allen. Der Stoxx Europe 600 notiert zehn Prozent unter dem Stand von vor drei Jahren. Europa ist die einzige Region, die in der Breite kein neues Hoch gemacht hat.“ bto: Das widerspricht auch dem, was ich immer geschrieben habe, da Europa deutlich billiger ist als die anderen Märkte. Bridgewater hingegen wettet in ähnlicher Richtung.
  • „Die Politik in Europa versucht etwas, was für den gesamten Kontinent katastrophal ist. Der Bau eines zentralistischen Imperiums. Das ist Sozialismus pur, den wir hier bekommen. Die Europäer machen einen Riesenfehler, weil sie die Entscheidungsgewalt in die Hände einer völlig verblendeten politischen Elite legen, die glaubt, sie müsse die Vereinigten Staaten von Europa bauen. Der Brexit ist ein Produkt dieser Entwicklung. Jetzt gehen die Briten raus, eine Volkswirtschaft, die so groß ist wie die 20 kleinsten EU-Mitglieder zusammen. Wir verlieren das Land, das am meisten für Marktwirtschaft und Freiheit plädiert hat und zugleich den zweitgrößten Nettobeitragszahler der EU.“ bto: Das ist auch eine Folge der deutschen Politik, wie ich oft erläutert habe.
  • (Macron) ist ein gewiefter Bursche und sieht, dass er die deutschen Politiker über den Tisch ziehen kann. Macron interessiert sich für Frankreich. Er hat gezeigt, dass er – wie alle französischen Politiker schon immer – ein Nationalist ist und kein großer Europäer. (…) Er hat kein Interesse, Souveränität an eine europäische Institution abzugeben, sondern will an (…) die deutschen Gelder. Die sollen ihm helfen, Frankreich zu reformieren und umzubauen. Die deutsche Politik unter Angela Merkel ist dagegen eine Katastrophe. Sie hat die CDU von einer liberal-konservativen Partei zu einer sozialdemokratischen Partei gemacht. Sie hat überall nachgegeben, als Verträge über Europa gebrochen worden sind. Frau Merkel hat Tür und Tor geöffnet für eine Fehlentwicklung auf unserem Kontinent, die für die nachfolgende Generation eine Katastrophe sein wird. Der Aktienmarkt zeigt das an.“ bto: Hierzu kann ich nicht mehr viel sagen. Bekanntlich ist das genau meine Sicht.
  • Zu den USA: „Ich glaube, Trump hatte ursprünglich ein anderes Wirtschaftsprogramm im Kopf. Aber die Republikaner brauchten einen Erfolg. Es ist natürlich Unsinn, dass man nach jahrelanger Expansion noch ein fiskalpolitisches Stimulierungsprogramm auflegt. Man wird weiter rumwursteln mit Defizitwirtschaft und einer expansiven Geldpolitik. Das sorgt für ein gewisses Wirtschaftswachstum, aber die strukturellen Probleme bleiben, und Inflation und Zinsen werden weiter steigen. Das ist für den Dollar ein schlechtes Umfeld.“
  • „Zehnjährige US-Staatsanleihen werden noch nicht direkt über die kritische Marke von drei Prozent Rendite springen. Ich rechne in den nächsten Monaten mit einer Konsolidierung unterhalb dieser Marke. Erst später im Jahr oder Anfang 2019, wenn die Konjunktur wieder etwas besser wird, kommt der Ausbruch über diese Marke. Wenn das passiert, dann zieht es die Renditen an den Anleihenmärkten auf der ganzen Welt massiv nach oben. Und dann haben wir ein ebenso massives Problem an den Aktienmärkten. Dann kommt die nächste größere Verkaufswelle. Es wird nicht mehr so einfach sein wie in den letzten Jahren, an der Börse Geld zu verdienen.“ bto: Davon kann man wohl mit Sicherheit ausgehen.
  • „Was machen die Notenbanken, wenn sich die Konjunktur einmal abschwächen sollte? In der Krise war es richtig, das Finanzsystem zu stabilisieren. Das gehört zu ihren Aufgaben. Aber damit hätte nach einem Jahr Schluss sein müssen. Heute ist es so, dass Geld- und Fiskalpolitik nicht mehr in der Lage sind, den Volkswirtschaften die eigentlich notwendigen Schmerzen einer Rezession, was lediglich eine Bereinigung der vorangegangen Exzesse ist, zuzumuten. Je länger und je mehr sie eingreifen, desto stärker schwächen sie die Systeme strukturell. Das bedeutet langfristig abnehmenden Wohlstand. Der Glaube an den Interventionismus und an ein kleines Gremium von Menschen ist ein Irrglaube.“ bto: Gerade wir Deutsche werden äußerst schmerzhaft aus der Wohlstandsillusion erwachen.
  • „Wir sehen ja, dass die großen europäischen Volksparteien alle am Ende sind. In Deutschland ist die SPD kaputt, mit nicht mal mehr 20 Prozent Zustimmung. Und Frau Merkel hat die CDU kaputt gemacht. Dadurch kommen neue Parteien an den Rändern, links wie rechts. Und es ergibt sich eine politische Landschaft, die immer mehr der Weimarer Republik ähnelt. Unsere Regierungen werden immer schwächer und können keine harten Entscheidungen mehr treffen, die eigentlich notwendig wären, um unsere Volkswirtschaften wieder auf einen gesunden Kurs zu bringen. (…) wir bauen Europa um zu einer DDR light. Wir haben immer mehr Staat, immer mehr Intervention, immer mehr Regulierung, immer mehr Dirigismus und immer weniger Freiheit und Eigenverantwortung. Das ist das Modell des Sozialismus. Und der endet immer im Bankrott.“ bto: Genauso ist es!
  • „Je mehr Protektionismus wir bekommen, desto weniger Wachstum und Wohlstand haben wir. Schon die Demografie lässt eigentlich nur noch wenig Wachstum zu. In den 1990er-Jahren wuchs die Bevölkerungsgruppe in der Altersklasse unter 65 Jahren in China, Russland, Brasilien und den Ländern der OECD um 25 bis 30 Millionen Menschen pro Jahr. Dieses Jahr wird das Wachstum null sein und in Zukunft wird die Bevölkerung schrumpfen, um bis zu 12 Millionen pro Jahr bis 2035. Wenn die Bevölkerung schrumpft und wir kaum mehr Produktivitätssteigerungen haben, dann gibt es kein Wirtschaftswachstum mehr. Wir bekommen immer weniger Wachstum und die Notenbanken schaufeln Stimulanz ins System. Man schüttet immer mehr Benzin in ein Auto, dessen Tank längst voll ist, aber dessen Getriebe kaputt ist. Deshalb fährt es nicht mehr.“ bto: Und das verstärkt den Trend zu Umverteilung statt Wohlstandsmehrung. 

wiwo.de: „Dann gibt es Löcher im Markt“, 19. Februar 2018

Kommentare (13) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Alexander sagte:

    Es ist eine Tragik für sich, wenn Leute wie Zulauf mit ihren Renditen hinter den „Erfolgreichen“ herlaufen müssen. M.E.n liegt das an genau der Erfahrung, die verantwortliches und ruchloses Anlageverhalten trennt. Selbst wenn Zulauf nicht ruchlos genug ist, zählt nur die Schlussbilanz und nicht der Stand im letzten Drittel.

    Selbstverständlich ist es dieses mal nicht anders als zuvor.
    Selbstverständlich darf man 1987 nicht mit 2018 vergleichen, denn die Realwirtschaft von 1987 profitierte total von den Innovationsschüben aus der EDV Revolution der 1980er Jahre. Selbst wenn wir heute noch einmal so eine Revolution erleben dürften, ist der Großteil des Gewinnes an Standorten in Asien – wohin die Wertschöpfung mittlerweile globalisiert ist.

    Zitat Heinsohn:
    Viele wissen nicht einmal mehr, dass die Herstellung von Kameras, Telefonen,
    Tonträgern, Bildschirmen, Computern, Solarzellen, Antriebsbatterien oder Frachtschiffen
    auch zwischen Rhein und Elbe beherrscht wurde. All das ist heute in Ostasien. Weil dort
    mehr Brainpower zur Sache geht, bleibt es dabei selbst dann, wenn die Löhne über die
    europäischen steigen. https://www.tichyseinblick.de/meinungen/separatismus-und-migration-kompetenzfestungen-und-zuwanderung/

    Wenn Zulauf an Glaubwürdigkeit verliert und Wähler ihren Opportunismus auf Vermögenspreisinflation einrichten, kann der Knall nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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    SB sagte:

    „Zulauf: Frau Merkel verantwortet eine Katastrophe für die nachfolgende Generation“

    Ergänzung: …und ist eine Katastrophe für alle schon länger hier Lebenden.

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    Timo sagte:

    Man sollte in diesem Artikel vielleicht zwischen Bestandsaufnahme und Prognosen unterscheiden.
    Selten eine zutreffendere Zustandsbeschreibung deutscher/ europäischer Politik gelesen. Leider lassen sich darauf aber keine erfolgversprechenden Handelsstrategien ableiten. So schmerzhaft es ist, diese unsinnige, verantwortungslose Politik, zu beobachten, ein Ende dieser Politik lässt sich genauso wenig vorhersagen, wie der nächste Crash. Dazu passend Isaac Newton:
    „Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunde berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“
    „Ich kann die Bewegungen der Himmelskörper berechnen, aber nicht die Verrücktheit der Menschen“.

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    Dietmar Tischer sagte:

    F. Zulauf hat ein Problem:

    Er vermengt ökonomische und politische Analysen.

    Es gibt zwar Zusammenhänge, aber die Wirkmechanismen sind grundsätzlich unterschiedlich.

    Während auf den Finanzmärkten unter welchen Bedingungen und mit Blick auf welche Ziele auch immer Optimierungsstrategien verfolgt werden, zielt die Politik aller Regel nach darauf, durch Interessenausgleich die Gesellschaft kurzfristig stabil zu halten.

    Er sollte auf seinem Feld der Ökonomie bleiben und darüber nachdenken, ob das, was er schreibt, richtig ist, z. B. dies:

    >In der Krise war es richtig, das Finanzsystem zu stabilisieren. Das gehört zu ihren Aufgaben. Aber damit hätte nach einem Jahr Schluss sein müssen. Heute ist es so, dass Geld- und Fiskalpolitik nicht mehr in der Lage sind, den Volkswirtschaften die eigentlich notwendigen Schmerzen einer Rezession, was lediglich eine Bereinigung der vorangegangen Exzesse ist, zuzumuten.>

    Zulauf muss sich fragen lassen, nach welchen Kriterien die Zumutbarkeit der Stabilisierung nach einem Jahr Krise hätte gegeben sein sollen, wenn DAMALS das Finanzsystem schwächer war als heute.

    Stattdessen versteigt er sich zu Aussagen wie diesen:

    >Unsere Regierungen werden immer schwächer und können keine harten Entscheidungen mehr treffen, die eigentlich notwendig wären, um unsere Volkswirtschaften wieder auf einen gesunden Kurs zu bringen. …>

    Diese Aussage ist z. B. falsch für die deutsche Regierung der letzten vier Jahre, in denen die große Koalition eine breite Mehrheit im Parlament hatte und damit alles andere als schwach war. Für andere Regierungen in anderen Ländern ist es auch falsch.

    Das Problem muss also woanders zu suchen sein.

    Meine These:

    Die Regierungen können immer weniger gesellschaftliche Konflikte durch Interessenausgleich entschärften – siehe z. B. die Wohnsituation Stadt/Land oder städtische Mobilität/Gesundheit – und daher werden unterschiedliche Interessen durch eine zunehmende Zahl von Parteien im Parlament abgedeckt.

    Damit wird aber die Regierungsbildung schwieriger und die Regierungen sind nicht mehr so stabil wie früher, was nicht dasselbe ist wie schwäche werden – sie haben schließlich immer noch die gleichen exekutiven Vollmachten.

    Wenn das so weitergeht, dann ist absehbar, dass Demokratien immer weniger regierungsfähig werden, was letztlich zu ihrer Ablösung führen kann.

    Wenn z. B. Italien, wie absehbar, weiterhin nicht belastbar regiert werden wird, dann ist zu befürchten, dass zukünftig ein neuer Duce das Land übernimmt.

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      Jochen Straus sagte:

      „Damit wird aber die Regierungsbildung schwieriger und die Regierungen sind nicht mehr so stabil wie früher, was nicht dasselbe ist wie schwäche werden“. Merkel strebt ihre vierte Amtszeit an, und das meist mit demselben Koalitionspartner, Ende offen. Wenn das nicht mal stabil ist. Schwach war und ist die Regierung Merkel, weil sie die Kontrolle über Deutschlands Grenzen aufgegeben hat, und nicht in der Lage, dies zu ändern.

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        Dietmar Tischer sagte:

        Ich will keine neue Merkel-Debatte lostreten, mir geht es um eine These.

        Selbst wenn man – durchaus berechtigt – unterstellt , dass ihre Regierung nicht stark genug war, im Sept. 2015 die Kontrolle über Deutschlands Grenzen aufrecht zu erhalten, kann man nicht sagen, dass wir in der letzten Legislaturperiode eine schwache Regierung hatten.

        Sie war nicht weitsichtig genug, die ENTSTEHUNG der Situation abzuwenden, die sie nicht meistern konnte und m. A. n. auch keine andere Regierung hätte meistern können, es sei denn durch einen Schießbefehl.

        Und selbstverständlich ist ihre Regierung (wieder) stark genug, Deutschlands Grenzen zu sichern.
        Sie sind sicher, jedenfalls so sicher, wie sie es vor dem Sept. 2015 waren (was angesichts des Schengener Abkommens eine fragliche Sicherheit ist)

        Allerdings kann ihre Regierung und auch keine andere die FOLGEN in den Griff bekommen, die durch jene Grenzöffnung verursacht wurden, i. e. das Integrationsproblem lösen.

        Es ist einfach nicht machbar, weil es z. B. nicht genügend Lehrer gibt und ganz sicher auch nicht jeder, den wir aufgenommen haben, die Voraussetzungen mitbringt für eine erfolgreiche Integration.

        Das hat nichts mit dem zu tun, was ich unter einer schwachen Regierung verstehe.

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    BOERSENFUCHS sagte:

    In Zukunft werden wirtschaftliche Verhältnisse und Notenbankpolitik in Europa vergleichbar wie in Japan während der vergangenen 20 Jahre.

    Jedoch gab es auch dort seit 1998 große Gewinner, und diese Gewinnerstrategien muß man auf die hiesigen Verhältnisse herunterbrechen.

    Eine einfache, für jeden leicht anzuwendende Strategie ist die 200-Tage-Linien – Strategie mit 3% Toleranzschwelle:

    http://aktien-mit-strategie.de/200-tage-linien-strategie/

    Im Rahmen dieser Strategie ist man aktuell bei DAX und SMI desinvestiert:

    http://aktien-mit-strategie.de/depot-200-tage-linien-strategie-long/

    Monatliche Kontrolle!

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    Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,
    bei Herrn Zulauf riecht es jedes Jahr nach einem Crash. Nur leider hält der Markt sich bis jetzt nicht daran. Denn der Markt muß gar nichts. Das der Crash kommt, ist vollkommen klar, irgendwann wird auch Herr Zulauf wieder richtig liegen, er muß es nur oft genug wiederholen. Nur wann dies sein wird, steht in den Sternen. Dieses Jahr, nächstes Jahr, im Jahr ????. Dies ist für mich lange noch kein Grund, mein Anlageverhalten zu ändern. Aber dies muß jeder für sich selbst entscheiden. Aber dann liegt die Anlageentscheidung bewußt bei mir und ich kann evtl. Fehler bei mir selbst suchen. Herr Zulauf aber versenkte den, von seiner Vermögensverwaltung Vicenda gemanagten Fonds Vicenda Multi Asset Opportunities mit der Begründung, er wäre offline im brasilianischen Dschungel unterwegs gewesen.
    http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/anlagestrategie/trends/investor-felix-zulauf-marine-le-pen-koennte-dem-euro-den-stecker-ziehen/19322008.html
    Was soll ich von einem Vermögensverwalter halten, der in der heutigen vernetzten Welt, egal von welchem Ort auf diesem Planeten, keinen Einfluss auf seine Fonds hat und notfalls Anlageentscheidung revidiert oder den Gegebenheiten anpasst. Dann lieber eigenverantwortlich Anlageentscheidungen treffen, auch wenn irgendwann der Crash kommt. Ich höre ja auch nicht auf zu leben, weil ich irgendwann sicher sterben werde.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

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      • Avatar
        Carsten Pabst sagte:

        Hallo troodon,
        „Ich lese Hr. Zulauf grundsätzlich zur eigenen Meinungsbildung gerne“, dem stimme ich natürlich ausnahmslos zu. Ich bin auch in vielen Dingen, gerade im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklungen in Europa/Welt bei Ihm. Aber wenn der Anleger seine Ratschläge in den letzten Jahren konsequent verfolgt hätte, wäre der Anlageerfolg eher unterirdisch gewesen. Generell ist eine gesunde Skepsis dem Finanzsystem gegenüber mehr als angebracht. Deshalb ist dieses Forum auch so enorm gewinnbringend. Man liest sehr viel gute Kommentare (die sehr guten Berichte und Analysen von Herrn Dr. Stelter natürlich inbegriffen), unterlegt mit Quellennachweisen, die einem zum Nachdenken anregen und evtl. auch die Blickrichtung verändern. Bitte weiter so und danke an alle Foristen.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

  7. Avatar
    troodon sagte:

    Ich lese Hr. Zulauf grundsätzlich zur eigenen Meinungsbildung gerne. Als Dauermahner wird er irgendwann auch recht bekommen. Nur wann ?
    Für mich zählt deshalb mehr als schöne Worte/Analysen, was jemand für eine tatsächliche Performance erzielt.
    Der von ihm 2014 aufgelegte Macro Hedge Form, den man auch als Privatanleger kaufen konnte, wurde 2017 aufgrund Erfolgslosigkeit wieder aufgelöst.
    Wieder ein Beispiel dafür, dass es alles andere als leicht ist, nachvollziehbare Gedanken in eine erfolgreiche Anlagestrategie umzusetzen… Ändert nichts daran, dass ich ihn gerne lese.

    Interview aus 2013:http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/felix-zulauf-im-interview-ich-sitze-auf-cash/7816838-all.html
    Zulauf Hedgefonds: https://www.fundresearch.de/Nachrichten/Top-Themen/Zulauf-Fonds-fuer-Privatanleger.html
    Chart zum Zulauf Fonds 2014 bis 2017: http://www.ariva.de/fonds/profil.m?secu=115828656

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    Jacques sagte:

    Herr Stelter, Sie wissen aber schon was nach 1987 passiert ist?
    Danach folgte die längste Rallye aller Zeiten gegen selbst die aktuelle Hausse verblasst.
    Wir alle wissen das die Märkte teuer sind, das allein rechtfertigt allerdings noch keinen Crash.
    Vor allem weil KEINE Alternativen da sind.
    Selbst die 3,0% bei den US-T werden es nicht sein. Die realen Renditen werden niedriger sein und wenn man 2,0% Inflation abzieht, bleibt nicht viel übrig.
    Wir sollten erstmal die Zinserhöhungen der FED abwarten, in der Vergangenheit ging es erst nach einer längeren Phase der Zinserhöhungen bergab. Die Zinsen werden sowieso nicht mehr auf das historische Niveau steigen. Wenn die FED weiter restriktiv ist, wäre 2019 ein guter Ausstiegszeitpunkt in den USA. Denn nach 6 Zinserhöhungen bis Mitte 2019 ist das Ende des Kreditzyklus in den USA nicht mehr fern.

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  9. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Und es ergibt sich eine politische Landschaft, die immer mehr der Weimarer Republik ähnelt.“
    Und das ist das Hauptproblem in Europa, das durch die Flüchtlingskrise seit 2015 massiv wächst. Die langsame Verarmung durch zunehmenden Sozialismus ist noch das kleinere Risiko im Vergleich zum Ende der Friedensperiode in Europa. Deutlich zu sehen schon am Konflikt Russland – Ukraine. Ich denke, die deutsche Politik ahnt das, gibt es aber nur verklausuliert bzw. gar nicht öffentlich zu. Die nächsten Konflikte sind vorprogrammiert, z.B. Nordirland – Großbritannien ab 2019 nach dem Brexit. Und aufgrund von Konflikten geht es wesentlich schneller bergab als durch den schleichenden Sozialismus.

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