Demografie, Bildung und gescheiterte Zuwanderung ruinieren Deutschland und Europa

Gunnar Heinsohn ist den Lesern von bto gut bekannt. Seine Überlegungen zur Funktionsweise unseres Wirtschaftssystems (→ Eigentumsökonomik), den Ursachen von Krieg und Terror (Demografie) und vor allem zur Bedeutung von Bildung sind auf diesen Seiten prominent vertreten.

So einleuchtend: Entscheidend ist die Art der Zuwanderung für den Integrationserfolg

Das sollten die Jamaiker-Träumer lesen!

Heute werfen wir einen erneuten Blick auf den fundamentalen Wandel, vor dem wir stehen:

  • „(…) zwischen 1492 und 1914 (…) verzehnfacht sich Europas Bevölkerung (von 50 auf knapp eine halbe Milliarde). Verluste beim Siegen, Ausmorden und Siedeln in Übersee oder durch Seuchen und Kriege daheim werden schnell und mehrfach ausgeglichen. Um Europas Entvölkerung durch die Pestwellen ab 1348 zu drehen, bleibt nämlich seit dem späten 15. Jahrhundert von der Sexualität straffrei allein der eheliche Fortpflanzungsakt. Erst ab den 1960er-Jahren kommt es zu einer Entkriminalisierung der Geburtenkontrolle.“ – bto: Es ist ganz klar, dass der demografischen Entwicklung eine überragende Bedeutung zukommt, will man die relative Entwicklung von Regionen verstehen. Damals hat Europa demografisch aufgerüstet.
  • „Mit einem Anstieg von 180 Millionen 1800 auf 490 bis 1915 erreicht Europas Anteil an der Weltbevölkerung 27 Prozent. Der Kriegsindex liegt stets bei 3 bis 4: 3.000 bis 4.000 Jünglinge (15-19 Jahre) ringen um die Positionen von 1.000 Alten (55-59 Jahre).“ – bto: die eigentliche Erklärung für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
  • Dann zeigt er die Expansion der Reiche, demografisch getrieben: „Russen holen sich in Zentral- und Nordasien 15 Millionen Quadratkilometer und werden zu Funktionseliten, während das Zarenreich von 35 auf 92 Millionen Bürger zulegt. Mit 10 auf 46 Millionen wächst Großbritannien in den 115 Jahren noch rasanter und kontrolliert 1918 fast 36 Millionen Quadratkilometer.“ – bto: Diese demografische Explosion sucht sich entsprechend Raum.
  • „Von der demografischen Wucht her ähnelt das koloniale Europa dem Nachkriegs-Afrika, das zwischen 1950 und heute von 230 Millionen auf 1,25 Milliarden zulegt, bisher allerdings nur 17 Prozent der Erdbevölkerung stellt. Seiner Armut entgeht Europa durch die rasante Paarung hoher Geburtenzahlen mit einer zinsgetriebenen Eigentumswirtschaft. Unbesiegbar wird es, weil Waffen von bankrottbedrohten Unternehmern produziert werden, die immer tödlicheres Gerät auf die Märkte schicken müssen.“ – bto: Erfolgsformel: Demografie, Bildung und Zinsdruck.
  • „Nach dem Verbrennen von 24 Millionen Jünglingen zwischen 1914 und 1945, dem Fall der Kinderzahlen von 5 auf 1,5, dem Anstieg des Durchschnittsalters von 20 auf 42 Jahre und dem daraus resultierenden Pazifismus ist die Alte Welt entmachtet. Es gibt keinen Weg zurück; denn beim Übergang in die Lohnabhängigkeit seit dem 19. Jahrhundert gewinnt man durch Kinderlosigkeit Zeit und Kraft für Vorteile auf den Arbeitsmärkten. Weil ihre Ethnien gleichwohl ökonomisch noch vorne bleiben, kannibalisieren sich sterbende Nationen.“ – bto: Wir kämpfen gegenseitig um Talente.
  • „Während im KuK-Raum des 19. Jahrhunderts die Minderheiten sich aber „nur“ um 50 Prozent stärker vermehren als Deutsche oder Ungarn, geht es in den überseeischen Kolonien seit 1945 um das Drei- bis Vierfache schneller voran als damals in den Mutterländern. So schafft etwa ein Uganda ungeachtet monströser Massaker seit 1945 eine Zunahme von 4 auf 43 Millionen. Vor allem deshalb gibt es die ganz hohen Opferzahlen erst nach dem Sieg über die Weißen. Fünf oder zehn einheimische Rebellen sehen sich plötzlich im Kampf um nur eine frei gewordene Pfründe.“ – bto: Wenn man es so liest, schauert man über die Kälte der Zahlen. Umso mehr müssen wir sie ernst nehmen.
  • „Ob die bis 2050 hinzukommenden 1,2 Milliarden Afrikaner – bisher mit den schlechtesten Schülern und wenigsten Patenten – es dabei jedoch bewenden lassen, bleibt bei einem Kriegsindex zwischen 3 und 8 heute sowie immer noch 2 bis 6 um 2050 allerdings fraglich. Was momentan schon deprimierend genug anmutet, dürfte bis dahin schierer Verzweiflung auch deshalb weichen, weil die Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Benchmark in Ostasien, das schon 2016 sieben der zehn patentstärksten Firmen beherbergt, weiter absinkt.“ – bto: Ungebildete Massen an jungen Männern werden in den kommenden Jahrzehnten heranwachsen. Was für eine Antwort haben wir darauf?
  • „Im 21. Jahrhundert tritt an die Stelle hochgerüsteter Imperial-Armeen das globale Andrängen noch vielfach größerer Heere von Unbewaffneten. Gerade ihre Hilflosigkeit flößt Schrecken ein, weil sie das Recht auf lebenslange Sozialhilfe verleiht. Die daraus erwachsenden Belastungen befeuern den modernen Separatismus. Der Wiedergewinn über die nationale Grenzhoheit hat dabei die meisten Anhänger (Populismus). Das Einhegen von Teilregionen soll Konkurrenzfähigkeit erhalten (Sezessionismus). Am wenigsten sichtbar, aber am wirkungsvollsten ist der Weggang von Innovativen, die durch das Zahlen für die Neuankömmlinge und entmutigt werden (Emigration).“– bto: Und unsere Politiker verstehen das nicht. Durchdrungen vom Gutmenschentum verweigern sie sich den harten Tatsachen.
  • „Am besten gegen die Spielarten des Separatismus gewappnet sind die kaum 70 Millionen Menschen auf den knapp 18 Millionen Quadratkilometern von Kanada, Australien und Neuseeland. Eine Chance – etwa gegen die 70 Millionen Fleißigen allein im Perlfluss-Delta – sehen sie nur, solange sie eigene Könner binden, fremde hinzugewinnen und Leistungssenker abwehren. Als Kompetenzfestungen, die Pässe nur an Asse vergeben, werden sie zu Magneten für Hochqualifizierte aus der übrigen Ersten Welt, deren Regierungen die Abschottung zu spät beginnen und Separation verhindern.“ – bto: So ist es. Hierzulande werden die Guten systematisch vertrieben.
  • „Selbst die Anwerbung von Ostasiaten gelingt zwischen Auckland und Winnipeg, weil man etwa Chinesen mehr Freiheit offerieren kann, als sie daheim erhoffen dürfen. Nun hat die Volksrepublik in der ehrgeizigen Alterskohorte der 25- bis 29-Jährigen rund 130 Millionen Leute (2015; USA 22 Mill., Deutschland 5 Mill.) und kann einige davon schon entbehren. Auch ihretwegen stehen die Kinder der drei Anglos in Mathematik (TIMSS 2015) bereits vor dem Nachwuchs Deutschlands, Italiens, Spaniens oder Frankreichs.“ – bto: womit wir bei der Bildung sind, dem wichtigsten Rohstoff in diesem Jahrhundert. Und diesen verschleudern wir derzeit.
  • „Nicht zuletzt dieser Vorteilsgewinn befeuert – neben der 2015er-Entblößung von Deutschlands Südgrenze und der EU-weiten Wahlfreiheit beim Sozialhilfebezug – auch den Brexit. Das Königreich hat an die ungeschmälert souveränen Ex-Kolonien 2,1 Millionen Bürger verloren, die stetig an die alte Heimat berichten. Wenn London diesen Aderlass stoppt, kann es mit seinem Sprachvorteil, der eigenen Währung, den Top-Universitäten und den Astute-U-Booten immer noch zum Anker einer Handelsgemeinschaft von Nord- und Osteuropäern werden, denen man die Unverzichtbarkeit des Nuklearschutzes gegen die rogue states des 21. Jahrhunderts nicht erst erklären muss.“ – bto: Ich habe mich an anderer Stelle ebenfalls so positiv zu den Aussichten der Briten nach dem Brexit geäußert, so sie es denn richtig machen. Relativ zur EU, die zunehmend im Chaos versinken dürfte, stehen die Chancen erst recht nicht schlecht.
  • „(…) Bremen und Berlin, mit den schlechtesten Schülern und meisten Hartz-Vierern (wären) ohne die Transferzahlungen aus München und Stuttgart verloren. Könnten 13 Millionen Bürger des Freistaats Bayern – Heimat der bundesweit drittbesten Schüler – ihre Zukunft sichern, wenn sie den Milliardenstrom nach Norden kappen, die Souveränität von 9 Millionen Österreichern erringen sowie die besten Hanseaten und Preußen zu sich einwandern lassen? Würden sich die nördlich angrenzenden Freistaaten Sachsen und Thüringen mit den besten und zweitbesten Schülern der Republik anschließen wollen?“ – bto: Und dann auch noch der Schweiz anschließen? Heinsohn hat einen solchen Südstaat schon mal früher in die Diskussion gebracht. Das wäre eine sehr spannende Überlegung und würde natürlich den Niedergang im Norden beschleunigen, gerade auch wegen der mit Blick auf diese grundlegenden Trends völlig falsche Politik (von Bildung bis Migration!).
  • „Anfang Januar 2018 publiziert die National Academy of Sciences of the United States of America Details über bisher Eingewanderte. Am Beispiel Großbritanniens wird hier nachgewiesen, dass stärkere Vermehrung keine Evolutionsvorteile mehr erbringt. Überlegene Kinderzahlen korrelieren mit kleinerem Wuchs, schlechteren Schulleistungen und der Abnahme von fluid intelligence, einem Maß für die Fähigkeit, abstrakt zu denken und Probleme zu lösen.‘ Der Befund kann nicht überraschen, wenn Arbeitsplätze für Un- oder Angelernte schwinden und der schlichte Zugewinn an Kinderreichen die Probleme geburtenarmer Nationen im ökonomischen Spitzenfeld nicht löst, sondern verschärft.“ – bto: Und wie! Die wenigen begabten Kinder müssen für die ältere Generation bezahlen und für die Zuwanderer. Was für ein ökonomisches Programm ist das denn?
  • „Am leichtesten verstehen das die 1,75 Milliarden Ostasiaten (Chinesen, Japaner, Koreaner und Vietnamesen), weil sie global die besten Schüler stellen. 300 bis 500 von 1.000 Kindern gehören in die höchste mathematische Leistungsgruppe. In der westlichen EU sind es nur noch 20 (Frankreich) bis 50 (Deutschland, Schweden).“ – bto: und damit einen klaren ökonomischen Niedergang hierzulande programmieren.
  • „Zwar hat auch Ostasien keine Lösung für den Geburtenrückgang, aber mit den Hyper-Investitionen in Artifcial Intelligence und Roboter versucht es diametral Anderes als Europa mit dem Anwerben von Unbeschulbaren. Die 4,7 Milliarden der übrigen Welt mit den schlechtesten Schülern und wenigsten Patenten bleiben so oder so chancenlos. Sie hoffen auf die Sozialsysteme der EU und das Scheitern Trumps beim Schließen der US-Grenzen. Mangels Flotten und Luftwaffen für Größeres bleibt ihnen selbstredend die Fortsetzung von Rebellionen vor Ort mit den Optionen der Siegesbeute oder des Heldentodes.“ – bto: bei uns Terror genannt.
  • „(…) die Abwanderung von Spezialisten (…) zehrt wirklich an der Substanz. Das sind von 2005-2015 durchschnittlich 140.000 Personen, bei rund 700.000 Neugeborenen also viermal so viele wie die 5 Prozent Mathe-Asse pro Jahrgang. Auch von den ausländischen Studenten deutscher Universitäten gehen nach dem Examen eher die Besten wieder weg. Treu bleibt das Mittelmaß, was im war foreign talent als Niederlage gezählt wird. bto: Und die, die bleiben, werden sich angesichts der auf sie zukommenden Kosten doch noch überlegen, wegzugehen.
  • „Die Berliner Führung demonstriert ihr Scheitern an dieser Aufgabe etwa dadurch, dass zwar 20 Prozent der Bürger Migrationshintergrund haben, aber 6 Millionen Menschen von Hartz IV leben, während man das smarte Personal für das Rückholen der einst souverän beherrschten Industrien nicht findet. Viele wissen nicht einmal mehr, dass die Herstellung von Kameras, Telefonen, Tonträgern, Bildschirmen, Computern, Solarzellen, Antriebsbatterien oder Frachtschiffen auch zwischen Rhein und Elbe beherrscht wurde. All das ist heute in Ostasien.“ – bto: Und es wird in den nächsten Jahren erst so richtig losgehen, sobald die Demografie nicht mehr passt.
  • „(…) Afrikaner- und Latino-Haushalte (haben) weniger als 2.000 Dollar Reserven, während asiatische und weiße auf 120.000 Dollar zurückgreifen können. Auf Erstere aber entfallen über 50 Prozent der Neugeborenen, die nach bisheriger Erfahrung im untersten Notensegment verharren. Doch wer die Kinder hat, bekommt das Land. Anders geht es nicht. Deshalb ist auch Amerika vor Separatismus keineswegs gefeit – durch Neue, die übernehmen, oder Alte, die sich beizeiten in Sicherheit bringen wollen. Wie könnte denn auch in Krisen eine komplette Hälfte der Nation fremd versorgt werden?“ – bto: Ich denke, diese Entwicklung erklärt auch die Wahl von Trump. Die Weißen erkennen die Folgen des Wandels.
  • „Weil die asiatische Konkurrenz stetig stärker wird und ein Hereindrücken Unqualifizierter verhindert, während Brüssel genau das betreibt, können hiesige Separationsbestrebungen nur stärker werden. Nach der Abwendung Großbritanniens folgt Dänemark mit Grenzkontrollen nach Süden und dem Abschieben von Migranten dorthin. Wohl bekannt ist, dass 2015 und 2016 rund 5.000 Millionäre Deutschland und sogar 22.000 Frankreich verlassen.“ – bto: Und es sind weitaus mehr künftige Millionäre, die durch ihr Wissen woanders zu Wohlstand kommen werden.
  • „Aufgrund relativ geringer Löhne ächzt auch der Raum Warschau-Prag-Bratislava-Budapest unter der Abwanderung von Talenten, (…) Wenn man ihnen im Austausch für ihre Besten jedoch bildungsferne Migranten aufzwingt, die überdurchschnittlichen aber schön bei sich behält, muss auch Osteuropa dänisch handeln.“ – bto: Vielleicht wird Osteuropa gerade wegen seiner „Abschottung“ immer interessanter auch für Talente aus dem Westen?
  • „Die Brüsseler Drohungen mit Geldstrafen erzeugen überdies kaum noch Angst, weil offen ist, wie lange Deutschland – mit der zweithöchsten Steuer- und Abgabenlast aller Industrienationen – Londons Beiträge übernehmen kann.“ – bto: Naja, unsere Politiker können ja nicht rechnen und wollen es auch nicht.

Eine umfassende Beschreibung mit einem klaren Ergebnis: Demografie und Bildung entscheiden. Zuwanderung von Armutsflüchtlingen ohne Bildung und Bildungsinteresse fördert die Abwanderung der Talente und beschleunigt einen Niedergang, der – sobald er für die Masse der Bevölkerung sichtbar ist –, nicht mehr verhindert werden kann. Aber ich denke, für meinen Ruhestand wird es hier noch reichen. Ehrlich gesagt, ist das wohl mehr Hoffnung als Erwartung.

Tichys Einblick: „Separatismus und Migration, Kompetenzfestungen und Zuwanderung“, 27. Januar 2018

 

33 Kommentare
  1. SB sagte:

    „Naja, unsere Politiker können ja nicht rechnen und wollen es auch nicht.“

    Ich würde das nicht so stehen lassen wollen. Die Politiker können und wollen nicht zum Vorteil des Landes, dem sie verpflichtet sind, rechnen. Im Gegenteil: Sie rechnen absichtlich zu dessen Nachteil. Es ist ein vorsätzliches Zerstörungswerk. Nur vor dieser Annahme lässt sich erklären, was in Deutschland vor sich geht. Alle oben genannten (einschlägigen) Punkte sind der Beweis dafür. Man kann diese noch erweitern um die Zerstörung des Rechtsstaats, die sog. Energiewende, die rein ideologisch, aber keineswegs naturwissenschaftlich begründete Hetze gegen den Verbrennungsmotor und damit gegen die größte Schlüsselindustrie Deutschlands etc. pp.

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  2. Wolfgang Selig sagte:

    Und was bleibt als Resumee? Die eigenen Kinder gut erziehen und ausbilden und kulturell bzw. international flexibel aufstellen. Im Zweifel selbst auswandern. Es ist m.E. nicht zu erwarten, dass z.B. die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger aus Berlin, Bremen oder Nordrhein-Westfalen das in den nächsten 50 Jahren kapieren wird; diese Hoffnung habe ich nach jahrelangen Gesprächen mit Einwohnern dieser Bundesländer (ich weiß, meine Grundgesamtheit ist statistisch nicht wissenschaftlich sauber ermittelt) aufgegeben. Die Tüchtigen dort ziehen nach Baden-Württemberg, Hessen und Bayern oder gleich ins Ausland. Erstaunlich, dass die CDU nach links rückt und der SPD Stimmen wegnimmt, aber die Masse der Bevölkerung bzgl. der echten Probleme immer noch nicht zu denken anfängt.

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  3. Dr.D sagte:

    Erst einmal vielen Dank an Sie, Herr Dr. Stelter, für diesen wunderbaren Block.

    Prof. Heinsohn bringt es wie immer auf den Punkt und hier noch besonders komprimiert. Dass es so wie beschrieben kommen wird, ist unzweifelhaft. Spätestens wenn die Babyboomer – also bis Jahrgang 1965 – aus der Nettozahler- in die Nettoempfängerrolle wechseln als Rentner, werden die sozialen Sicherungssysteme in existenzielle Schieflagen geraten. Also spätestens 2032 wird das Land,´ ìn dem wir in zehn, 15 Jahren noch gut und gern leben wollen` in ernste Verteilungskonflikte geraten. Erste Konflikte sind an den Tafeln ja schon erkennbar.

    Der Glaube vieler Menschen, dass der deutliche Wandel zum Schlechteren noch eine bis zwei Generationen dauern würde, ist m.E. trügerisch. Der Niedergang wird beschleunigt, nicht wenn dieser `für die Masse erkennbar ist`, sondern für die Eltern der zukünftigen Talente. Meine noch minderjährigen Kinder – mit guten bis sehr guten schulischen Leistungen auch und besonders in Mathematik – habe ich schon seit einiger Zeit auf das Auswandern mental vorbereitet und ihre Berufswahl wird sich an den Anforderungslisten der drei Anglos Kanada, Australien und Neuseeland orientieren. Sie haben schlicht und ergreifend keine Lust, für die Versorgung der Migranten zu schuften und sich als Dank dafür noch als ` Scheiß Deutscher` titulieren lassen zu müssen, von der zukünftigen Altersarmut ganz zu schweigen.

    Schon 2005 sagte Prof. Heinsohn im `Philosophischen Quartett`, dass jeder Deutsche, der im Jahre 2030 unter 40 Jahre alt wäre und noch in Deutschland arbeiten würde, selbst schuld sei, und da hat er sich nur auf das demographische Problem, das ich oben beschrieben habe, bezogen. Die weitere Entwicklung bezüglich EU, Euro (Target2-Salden) und vor allem ungesteuerter Migration war damals nicht einmal ansatzweise zu erwarten und denkbar.

    Abschließend wünsche ich allen Optimisten für dieses Deutschland viel Glück in der Zukunft in diesem einstmals wunderbaren Land

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    • Hansjörg Pfister sagte:

      Auswandern ist für viele, denen die Problematik bekannt ist, keine Option (z.B. wg. nicht „verpflanzbarer“ Angehöriger). Also bleibt nur sich persönlich (ich habe keine Kinder) mit den sich verschlechternden Umständen zu arrangieren. Und das wäre doch mal eine interessante Diskussion wie man das am besten anstellt. Also ich fange mal an:
      1. Schutz des eigenen Vermögens vor Enteignung. Das hatten wir schon mal (Stichwort Finanzkrise). Man ist in einem fallierenden System mehr auf eigene finanzielle Ressourcen angewiesen, als in einem prosperierenden System.
      2. Man sollte, was seine Fähigkeiten angeht, breiter diversifiziert aufgestellt sein, so dass man nicht für alles die Dienste Dritter (z.B. Handwerker) in Anspruch nehmen muss.
      3. Man sollte, wenn es die Umstände gestatten, auf dem Land wohnen. Das „problematische Klientel“ konzentriert sich in der Stadt!
      4. Man sollte wehrhaft sein, was das heißt, muss jeder selbst wissen, dazu gehört für mich vor allem passive Sicherheit, also z.B. Einbruchsschutz. Wer Hunde mag, kann sich auch entsprechend bekötern.
      5. Seine Kinder in die Fremde schicken ist ein zweischneidiges Schwert, zwar ist das für diese besser, doch sie sind dann eben fort und nicht zur Stelle, wenn man sie braucht.
      6. Man sollte sich nicht auf den Staat verlassen, z.B. was die eigene Rente anbelangt, Pensionen sind besser, die Seinen lässt der Staat zuletzt im Stich.
      7. Die Leute werden für ihre immer misslicher werdende Lage Sündenböcke suchen, dabei sind sie selber doch die Hauptschuldigen, da sie die verantwortlichen Politiker doch stets immer wieder gewählt haben. Sieh zu, dass du nicht zu diesen Sündenböcken gehörst und demonstriere nach außen Armut um Neidreaktionen zu vermeiden.
      8. Die Zukunft ist ungewiss, es kann sein, dass da ein Schwan gleich welcher Farbe um die Ecke kommt und die Sache einen ganz anderen Ausgang nimmt.

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    • Flüchtlingsmärchen sagte:

      Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Ängste und Mißgunst vor fast 30 Jahren gegenüber Spätaussiedlern aus den früheren Ostblockstaaten und Übersiedlern aus der früheren DDR, die damals (Polizei-)Kasernen, Turnhallen und sonstige von der öffentlichen Hand dafür angemietete Gebäude belegten:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507485.html

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507374.html

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499483.html

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507376.html

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497598.html

      http://www.zeit.de/1991/20/reisen-ohne-wiederkehr

      Letztlich ist das alles heute kein Problem mehr, da Sprachkenntnisse und eine Sozialisierung nach hiesiger Werteordnung vorhanden und der Arbeitsmarkt aufnahmefähig war.

      Es wäre auch heute sofort möglich, eine Einwanderungspolitik zu betreiben, die der Gesellschaft zukünftig nützt, die Grenzen gegen illegale Immigration zu sichern und Ausreisepflichtige abzuschieben.

      Also ein klares „nein“ gegenüber allen jenen, die ihre Identität verschleiern, nur des Geldes wegen nach Durchreise von vielen sicheren Ländern hierher kommen und jedoch im Inneren Deutschland und seine soziale Ordnung verachten.

      Nur ist all dies momentan im Grunde politisch nicht gewollt.

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  4. wir schaffen uns sagte:

    Hier ein guter Artikel von Prof. Gunnar Heinsohn im Blog von Prof. Dr. Fredmund Malik zu dem Thema:

    https://blog.malik-management.com/2015/11/wohin-mit-den-jungen-maennern-von-prof-dr-gunnar-heinsohn/

    Das Problem der heutigen sog. „Flüchtlingspolitik“ ist, daß zu viele (nicht erbberechtigte Söhne) kommen, die man hier mangels Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie Integrationswilligkeit und -fähigkeit auch mittelfristig nicht brauchen kann.

    Der daraus resultierende Mangel an innerer Sicherheit, die hiesige hohe Steuerlast und das Verschenken von Steuergeldern entgegen den geltenden Gesetzen im Rahmen des von Frau Dr. Merkel initiierten „Weltsozialamtes“ macht Deutschland als Einwanderungsland für die benötigten, tatsächlichen Fachkräfte international unattraktiv bzw. hier geborene Leistungsträger wandern aus.

    Angesichts der weiterhin hohen europäischen Jugendarbeitslosigkeit ist das Anwerben von Unqualifizierten international im Rahmen von betrügerischen Asylverfahren (ca. 3/4 der Asylbewerber weiterhin ohne Papiere, da – Regulierungsversagen – so bessere Chancen auf Anerkennung bestehen) zutiefst ungerecht.

    Letztlich kommen aus den Heimatländern der sog. „Flüchtlinge“ nur eine gewisse Bevölkerungsschicht, die sich die Schlepper leisten können und für die die Sozialleistungen hier noch attraktiv sind. Das sind auf keinen Fall die Wohlhabenden dieser Länder, die mit einem durchschnittlichen Einkommen von hier um TEUR 40,0 p.a. dort fürstlich leben können:

    http://www.pi-news.net/2017/01/demo-in-tunesien-gegen-is-rueckkehrer/

    Zum Vergleich BIP Afghanistan = ca. US$ 20,0 Mrd. oder ca. US$ 600,00 p. a. je Kopf der 35 Mio. Einwohner. D.h. ein afghanischer Asylbewerber, dem es gelingt, beispielsweise durch Betteln monatlich EUR 50,00 in die Heimat zu überweisen erzeugt hier quasi die durchschnittliche Wirtschaftsleistung eines Afghanen in der Heimat, die letztlich bei den meisten sogar noch niedriger liegt.

    Die Flüchtlingskosten hier betragen ungefähr auch ca. EUR 20,0 Mrd. p.a., also ein Jahes-BIP von Afghanistan:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article162720105/Fluechtlingskosten-uebersteigen-Marke-von-20-000-000-000-Euro.html

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    • die tun was sagte:

      Neben einfallslosem Betteln sind (nicht angemeldete) Altenpflege, Putz-, Haushalts- und Gartenarbeiten, Botengänge, Bauhelfer, Verkauf von aufbereiteten, gebrauchten Fahrrädern, gesuchte, gebrauchte Kfz-Ersatzteile, Unterhaltungselektronik, etc., Toy-Boy für ältere Damen sind ähnliche lukrative Betätigungsfelder für fremde „Flüchtlinge“ aber auch hiesige Hartz IV-ler.

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  5. Bakwahn sagte:

    Auch ich schließe mich den pessimistisch-melancholischen Kommentaren meiner Vorposter an.
    Ich mache das in zwei Teilen:

    Wir sind in eine Phase der Selbstzerstörung eingetreten, ja, wir löschen uns auf eine viel radikalere Weise aus, als Sarrazin das 2010 noch gedacht hat. Uns Deutschen wird die Meinung aufgezwungen, daß nur eine völlige Aufgabe unserer nationalen deutschen Interessen und ihr Verschmelzen, ihre Metamorphose in europäische Interessen unser Wohlergehen gewährleisten könne (z.B. gemeinsame Währung und Sozialversicherungen etc.).
    Der allergrößte Teil der politischen, journalistischen, intellektuellen, kulturellen und wirtschaftlichen Eliten wollen mit aller Macht und erbarmungsloser Radikalität einen multiethnischen, multikulturellen, multireligiösen Staat, den One-World-Staat innerhalb kürzester Zeit erzwingen, der dann in absehbarer Zeit in den vereinigten Staaten von Europa aufgehen soll.
    Die politischen Eliten haben eine Vision von einem neuen universalen, kosmopolitischen Menschen in einem neuen Europa und das arrogante Bewusstsein von der Machbarkeit.
    Douglas Murray meint sinngemäß dazu: Dieses neue Europa müssten wir uns wie die Vereinten Nationen vorstellen. Es wäre der Schmelztiegel der Ethnien, Kulturen, Religionen. Menschen aller Länder würden dort leben, doch zu Hause wäre keiner mehr.

    Live aus Buxtehude-Altkloster – 12. März 2018 – 11 Uhr
    Felix Haller alias Bakwahn

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  6. Bakwahn sagte:

    Ich glaube mittlerweile auch, daß ein Großteil der deutschen Bevölkerung mit der eigenen Auslöschung einverstanden ist.

    Das aktuelle verherrschende gesellschaftliche Bewußtsein muß folgendermaßen skizziert werden:
    Wir wissen, daß man Wohlstand und ‚auskömmliche Einkommen‘ (Rainer Barzel) nur mit „Brainpower“, also mit Intelligenz, mit Bildung und qualifizierter beruflicher Ausbildung gepaart mit Fleiß, Leistungsbereitschaft und all den anderen Tugenden, Einstellungen und Werte, die Individuen und Gesellschaften zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit befähigen. Es ist uns bewußt, daß wir im internationalen Wettbewerb nur mit höchster

    Jedoch:
    Wir haben die Pflicht, jeden der über unsere Grenze kommt, aufzunehmen, ihn willkommen zu heißen und ihn an unserem Wohlfahrtsstaat teilnehmen zu lassen.
    !!! Unsere Humanität ist uns viel wichtiger als unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit! Und darauf sind wir stolz!!!

    Wir verlangen auch keine verpflichtenden Gegenleistungen unserer Neubürger. Wenn diese bei der Integration in unsere Gesellschaft (z.B. mangelhafte Sprachkenntnisse, Arbeitsmarkt etc.) scheitern,

    !!! dann haben wir Deutschen die Schuld an ihrem Scheitern. Dafür tragen wir die Verantwortung!!!

    Wir müssen unsere Leistungen steigern, müssen noch mehr fördern, noch mehr Geld sowie weitere materielle und personelle Resourcen aktivieren, um es den Neubürgern so bequem wie möglich zu machen.

    Ich höre mal auf.
    Wie sang einmal vor ca. 45 Jahren Rockröhre Nina Hagen?
    „Ich kann mich gar nicht entscheiden,
    Ist alles so schön bunt hier!“

    Live aus Buxtehude-Altkloster – 12. März 2018 – 11.10 Uhr
    Felix Haller alias Bakwahn

    Antworten
    • SB sagte:

      „Wir haben die Pflicht, jeden der über unsere Grenze kommt, aufzunehmen, ihn willkommen zu heißen und ihn an unserem Wohlfahrtsstaat teilnehmen zu lassen.
      !!! Unsere Humanität ist uns viel wichtiger als unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit! Und darauf sind wir stolz!!!“

      Das ist der Kulturmarxismus, der sich in jeder Regierungs- und Verwaltungsritze, ja sogar in vielen privaten Unternehmen breit gemacht hat – übrigens nicht nur in D.

      Die praktischen Folgen und der realitätsverweigernde Umgang seitens der linksgrünen Funktionäre mit diesem Problem, werden hier in 10 Minuten eindrücklich am Beispiel einer Wiener Brennpunktschule aufgezeigt – bekannt, aber sehenswert.

      https://www.addendum.org/schule/islamische-einfluesse/

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  7. Alexander sagte:

    Ich möchte ein paar Tropfen Essig in den Auswanderungswein geben. Selbst Heinsohn irrt, wenn er glaubt diese Länder würden europäische Schweißer ablehnen – aus Gründen mangelnder Kompetenz…

    Canada, the next failed state:
    https://youtu.be/4ZiBKdjJKgk
    (Die Anfeindungen gegen Professoren wie Jordan Peterson sind wie an der freien Uni Berlin, marxistisch) http://www.danisch.de/blog/2017/07/29/the-problem-is-too-big/

    How Australia´s Young muslims are getting radicalised:
    https://www.youtube.com/watch?v=4sTsI4hdvHU

    Neuseeland dürfte für alle Zuwanderungswilligen zu klein sein und kann unmöglich alles produzieren, was sich der moderne Mensch wünscht. Aus keinem der so reizvollen Einwanderungsländer gibt es Produkte – ohne die ich nicht leben könnte (Rohstoffe excl.)

    Heimat definiert sich nicht als Steuer- und Abgabenlast, sondern durch Kultur und Landschaft. Heimat ist einmalig und unersetzbar, wissen alle Nachkommen von 1945refugees.

    Ich habe keine Lust in der neuen Heimat vor politischen Amokläufen zu zittern und mich neuen Absurditäten zu unterwerfen. Das alles nur als absolut letzten Ausweg – wie 1945.

    Die Agenda, die in Schweden und Resteuropa so verrückt aussieht wird in der ganzen westlichen Welt verfolgt. Flucht ist jetzt schon relativ und in Zukunft?

    Was wir jetzt erleben erstickt von selbst, wenn Leistungsträger einfach aufhören zu strampeln. In vielen Betrieben hängt der Erfolg an sehr wenigen Leuten, man möchte von Einzelfällen sprechen…

    „Who is John Galt?“

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  8. Hansjörg Pfister sagte:

    Die Argumentation von Heinsohn ist im Prinzip schon schlüssig, er übersieht nur zwei Aspekte: Die Entwicklung der Nuklearwaffe, die große Kriege unmöglich macht und die Entwicklung von Fernwaffen (z.B. Drohnen) wo der „Soldat“ nicht mehr die eigene Haut riskiert und mehr und mehr zum Dienstleister wird. Ferner ersetzt Technik immer mehr den Menschen, es kommt immer weniger auf hohe Geburtenzahlen an…
    Ich sehe das Ganze mehr als ein psychologisches und weltanschauliches Problem. Japan hat dieses Problem z.B. nicht (dafür vielleicht andere).

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  9. Johannes sagte:

    In Ergänzung zu diesem Beitrag hier der Hinweis auf ein aktuelles Buch eines englischen Historikers zum „Selbstmord Europas“. Der Focus liegt auf dem Thema Migration.

    https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/douglas-murray-vorwort-an-seine-deutschen-leserdouglas-murray-vorwort-an-seine-deutschen-leser/

    Der britische Historiker Douglas Murray hat mit „Der Selbstmord Europas“ ein Buch veröffentlicht, das nicht nur auf gründlicher Analyse umfangreichen statistischen Materials sondern auch auf den Ergebnissen seiner ausgedehnten Forschungsreisen durch ganz Europa basiert. Es wurde in Großbritannien unmittelbar nach Erscheinen im März letzten Jahres zum Bestseller und ist soeben in deutscher Übersetzung erschienen.“

    In der aktuellen Printausgabe wird auch über das Buch berichtet. Nach Murray ist eine der Hauptursachen für die aktuelle Misere ein „europäischer Schuldkult“ (!) der Haupttreiber für das Verhalten der politischen Eliten u.a. in Europa sei. Er schreibt:

    „Die Schuldfrage ist ein Fetisch und Form der moralischen Selbstbefriedigung westeuropäisch geprägter Länder einschließlich der USA und Israel. Die Türkei und Japan beispielsweise sind frei davon“

    Seine These scheint zu sein (aus dem was in der Printausgabe über das Buch zu lesen ist), das die westlichen Nationen sich stärker und öfter an ihre Geschichten des Kolonialismus erinnern und ihn inzwischen auch nicht mehr schön reden würden. Und dass bei diesen Nationen ein Kurzschluss entstanden sei; nämlich, das die, die sich erinnern auch schuld an allem sind, was sich heute in diesen Ländern zuträgt. Bei Deutschland würde sich da noch die Erfahrungen des 1. und 2. WK hinzugesellen.

    Deutsche Verlage, bis auf Tichys Einblicke, haben sich geweigert die deutsche Übersetzung zu verlegen. Ich habe es inzwischen bestellt.

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    • Hansjörg Pfister sagte:

      Ich habe letztes Jahr die englische Fassung auf buecher.de bestellt und auch gleich bekommen. Ich muss gestehen, ich habe es nicht zu Ende gelesen, genauso wie ich Thilo Sarrazin (D. schafft sich ab) nicht zu Ende gelesen habe. Ich konnte diese Werke nicht zu Ende lesen, weil sie ebenso überzeugend wie deprimierend sind. Ich kam ganz einfach zu schlecht drauf und das ist es mir nicht wert.

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      • Christian sagte:

        Hallo Herr Pfister,

        100% Zustimmung und Nachvollzug meinerseites. Mir geht es mittlerweile so, dass ich die großen Tageszeitungen wie Welt, Spiegel, FAZ etc. nur noch überfliege…. was zugegeben nicht richtig ist!!!

        Ich habe aber vor ein paar Wochen immer mehr gemerkt das es mein Leben zu sehr ins negative dreht. Insbesondere zum Thema Migration kann ich nichts mehr lesen, es macht mich fertig!!!!!

        Es vergeht KEIN Tag an dem es keine Meldung über Messerangriffe, Vergewaltigungen, Clan Streitereien etc. gibt….. Täterbeschreibung „Männer“

        Ach, ich hör auf. Mein Puls steigt schon wieder :-(

        Beste Grüße
        Christian

        P.S. Mittlerweile lese ich eigentlich nur noch bto ;-)

  10. Gibson sagte:

    Die Welt besteht aus mehr als Humankapital. Sicherlich wird Deutschland aufgrund sinkenden Humankapitals Probleme bekommen, Untergangsszenarien sind hier aber fehl am Platz. Einige scheinen zu denken, man müsse nur ausreichend Matheasse auf einer Insel aussetzen und schon bauen diese einem das Paradies. Geburtenraten und Bildungserfolg sind das Ergebnis von Institutionen. Es gibt keinen genetischen Defekt der Schwarze oder Muslime zu unproduktivem Humankapital macht und kluge Chinesen wurden nicht über Nacht geboren. Sofern wir unsere Institutionen entsprechend anpassen können wir zumindest die 2. oder 3. Generation Migranten sehr gut einbinden. Der demographische Wandel führt zwangsläufig zu 10 – 20 % Wohlstandsverlust, aber dann bleibt immer noch genug übrig um in Deutschland sein Glück zu finden (stark abnehmender Grenznutzen von Geld ab unterer Mittelschicht). Im globalen war for talents werden wir ohnehin niemals mit englischsprachigen Ländern oder ein paar kleinen Oasen wie Singapur mithalten können. Gerade Japan zeigt doch, wie man in einem Land trotz guter Bildungserfolge ziemlich geringe Arbeitsproduktivität erzielen kann. Vor dem ökonomischen Untergang, wird sich die deutsche Gesellschaft aus Angst vor Überfremdung selbst zugrunde richten.

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    • SB sagte:

      „Sofern wir unsere Institutionen entsprechend anpassen können wir zumindest die 2. oder 3. Generation Migranten sehr gut einbinden. “

      Das ist mit den bisherigen 2. und 3. Generationen der türkischen Gastarbeiter, geschweige denn mit denen der Araber- und Libanesen-Clans, zum allergrößten Teil nicht passiert (ganz im Gegenteil). Dann wird es unter den aktuellen politischen Bedingungen und dem Human“kapital“, das zum ganz überwiegenden Teil einwandert (unterstes Bildungsmilieu), erst recht nicht funktionieren. Alles andere ist schlicht Tagträumerei.

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  11. Hansjörg Pfister sagte:

    „Es gibt keinen genetischen Defekt der Schwarze oder Muslime zu unproduktivem Humankapital macht und kluge Chinesen wurden nicht über Nacht geboren.“
    Sind Sie sicher? Die empirische Forschung zeigt in eine andere Richtung. Diese betrifft aber nur den Durchschnitt. Der nächste Einstein kann ohne weiteres auch ein Schwarzer sein.
    „Sofern wir unsere Institutionen entsprechend anpassen können wir zumindest die 2. oder 3. Generation Migranten sehr gut einbinden. “
    Die Empirie zeigt hier auch in eine andere Richtung. Aber klar, dass die türkischen Migrantenkinder der 2. bis 3. Generation einen unterdurchschnittlichen Bildungserfolg haben, liegt selbstverständlich nur an der rassistischen deutschen Gesellschaft. Wir haben Schuld! An allem!

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    • Thomas sagte:

      An der Stelle bitte vorsichtig sein mit Alltagshypothesen.

      Die IQ-Forschung hatte sich des Themas schon angenommen als „politisch korrekt“ noch nicht erfunden war. Das Thema ist komplex. Als kurzes Fazit kann man sich merken, dass die inter-individuellen Unterschiede bei Menschen gleicher Rasse/Ethnie viel, viel größer sind als zwischen den Mittelewerten der Rasse/Ethnie. (Also ganz kurz: Dumme und Schlaue gibt’s überall, das erkennt man nicht an der Hautfarbe.)

      Erziehung und Bildung – auf die gesamte Bevölkerung betrachtet – sind viel wichtiger als Gene. Und das ist dann auch der Ansatzpunkt für Ihre empirische Beobachtung. Die besten Gene nützen nix, wenn Kinder nicht von der Geburt an gefördert werden.

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      • Hansjörg Pfister sagte:

        „An der Stelle bitte vorsichtig sein mit Alltagshypothesen.“
        Ich dachte, ich hätte mich deutlich genug ausgedrückt. Was Sie schreiben ist z.T. korrekt.
        „Erziehung und Bildung – auf die gesamte Bevölkerung betrachtet – sind viel wichtiger als Gene.“
        Hier sagt die empirische Forschung etwas anders (oder ich habe Sie falsch verstanden). 60% – 80% der Intelligenz seien angeboren. Wobei ich mir der wissenschaftlichen Problematik dieser Aussage bewußt bin. Nur das hier zu diskutieren führe zu weit. Man kann mit noch so viel Förderung aus einer Dumpfbacke kein Genie machen. Das man jedem die bestmögliche Förderung zukommen lassen sollte, ist auch meine Ansicht. Wirkliche Leistungsträger sind dünn gesäht und diese soll man auch hätscheln und pflegen auf das die Kuh, die man melken will, auch viel Milch gibt. Die Kuh zu schlachten weil man dann erstmal das Fleisch hat, ist das Dümmste was man machen kann. Aber gerade das passiert derzeit.

      • Thomas sagte:

        “ 60% – 80% der Intelligenz seien angeboren.“

        Ja, vielleicht auch nur 50%, je nachdem wie man misst. Das ist so, keine Frage. Einen großen Teil des geistigen wie körperlichen Potenzials bekommt man buchstäblich in die Wiege gelegt – auch wenn man es kaum öffentlich äußern mag, weil es extrem unschicklich ist.

        Aber mir war wichtig darauf hinweisen, dass es die *großen* Unterschiede *zwischen* den Ethnien/Rassen – und so hatte ich den Kommentar zumindest verstanden/ kann man ihn womöglich verstehen – gerade nicht gibt.

    • Gibson sagte:

      Entweder reden wir hier über das Spitzenpersonal, die nächstens Einsteins und Zuckerbergs, statistische Ausreißer deren Bedeutung im 21. Jahrhundert wahrscheinlich noch deutlich zunimmt. Die Anzahl der leistungsstarken Matheschüler zu messen, ist dafür eine völlig ungeeignete Proxy-Variable. Um diese Gruppe nach Deutschland zu holen bräuchten wir vielleicht 3 – 4 Unis in die jährlich einmal Rente-mit-63 fließt und etwas weniger Bürokratie. Das hat nichts mit Herkunft zu tun, wie sie richtig erkannt haben.

      Wenn es um den Durchschnitt geht, ist natürlich die Ausbildung viel wichtiger, als kleine Abweichungen in den durchschnittlichen IQ-Werten. Abgesehen davon, ist auch der IQ keine wasserdichte Methode, um den Wert von Humankapital zu ermitteln.

      Der in der Tat katastrophale Bildungserfolg von muslimischen Einwanderern in Deutschland in der 2. und 3. Generation hat nichts mit Rassismus zu tun. Religion (keine Gene, sondern eine Institution) und der Aufbau des deutschen Schulsystems haben maßgeblich dazu beigetragen. Ersteres müssen wir konsequent im Rahmen des GG zurückdrängen, dazu fehlt leider der Mut. Letzteres hat sich schon immer an sich wandelnde gesellschaftliche Umstände angepasst, ob dies auch dieses Mal gelingt, ist eine Frage von guter Politik. Als die Arbeiterkinder auf die Gymnasien strömten hat sich das Bürgertum auch gefürchtet.

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  12. DMI sagte:

    Es wird nie so heiss gegessen wie gekocht wird. Da mehr und mehr Maschinen unsere Arbeit übernehmen, gibt es bald ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, dann gibt es auch weniger Verteilungskämpfe. Wozu braucht man noch die ganzen Genies wenn die künstliche Intelligenz es besser kann?
    Auch Afrika kann sich entwickeln, vielleicht ist es bald attraktiver als Europa und wir bereuen das wir Afrika so schlecht behandelt haben.
    Selbst das hochgelobte Australien war früher eine erbärmliche britische Gefangenenkolonie…..

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  13. Dietmar Tischer sagte:

    Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass nur ein Teil der Probleme hausgemacht ist, ein großer anderer jedoch nicht. Auf den haben wir so gut wie keinen Einfluss.

    Wie schon so oft gesagt, wird daher die Konsequenz der ganzen Malaise sein:

    Anpassung nach unten.

    Ob und wie das gelingt, ist für den Zustand der Gesellschaft entscheidend –TROTZ aller Bildungsanstrengungen und der Steigerung der Geburtenrate, wenn wir derartiges überhaupt zustande bringen.

    Die maßgebende Variable in diesem Prozess könnte der technologische Wandel sein. Es ist m. A. n. letztlich offen, ob mit den Beschäftigungseffekten – Einkommen oder keine Einkommen durch Arbeit – die Ungleichheit in der Gesellschaft verschärft werden wird, oder ob Einkommen durch Arbeit für viele oder gar die allermeisten nahezu bedeutungslos wird.

    Letzteres ist heute noch Utopie, in einer fernen Zukunft vielleicht nicht mehr.

    Ich glaube jedenfalls, dass in unserer Gesellschaft auf die Gesamtbevölkerung bezogen noch nie so wenige Menschen gearbeitet, genauer: am BIP mitgewirkt haben, wie heute.

    Gleichzeitig war es noch nie so groß wie heute.

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  14. drgro sagte:

    Die Situationsbeschreibung von Heinsohn ist vermutlich richtig, sie öffentlich zu vertreten heisst, dass man danach bald einsam ist.

    Auswandern ja, aber wohin?
    Australien, Canada und NZ nehmen Menschen wie mich im Alter 50+ vermutlich nicht auf.

    Ich arbeite jetzt zeitweise in der Schweiz, bin froh über mein (legales!) Konto dort und das Privileg, einen Teil der Steuern dort zahlen zu dürfen statt in D zu müssen.

    Und ich informiere mich über schweizer Medien, das neue „Westfernsehen“ Deutschlands.

    Aber wird CH nicht denselben Weg gehen wie D, nur 10 Jahre verzögert?
    Wird die direkte Demokratie in CH das Ruder dort noch herumreissen?

    Antworten /Ideen willkommen!

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    • Susan Keller sagte:

      @drgro : Australien, Canada und Nz nehmen Sie unter Umständen dort auf, jedoch brauchen wir 50+ ler Freunde, Familie, ein haltgebendes (bekanntes) soziales Umfeld mehr, als 20 jährige es benötigen.
      Ich mache mir viele Gedanken darüber. Es ist ja eine individuelle Sache, bei der wir aber eine „Community“ brauchen. Mit der Schweiz haben Sie ja keine schlechte Wahl getroffen.

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  15. Michael sagte:

    Wieder eine gute Analyse und dein Sohn trifft es so ziemlich auf den Punkt. Allerdings haben wir unser Schicksal in der Hand. Wo sind die Lösungen zu der Misere? Ein guter „Leader“ immer Mittel und Wege finden, das ganze zum Guten zu wenden. Die Analysen allein helfen aber nicht aus. Wie Göthe es schon sagte: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun!“

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    • Dietmar Tischer sagte:

      >Allerdings haben wir unser Schicksal in der Hand.>

      Nein, das haben wir nicht, niemand hat es in einer globalisierten Welt.

      Aber wir könnten unser Schicksal besser, VIEL BESSER gestalten als wir es tun.

      Unrealistische optimistische Ansichten helfen nicht, sind sogar gefährlich, weil sie suggerieren, es müssten nur andere an die Macht und dann sind die Probleme vom Tisch.

      Es besser zu machen und sich doch eingestehen müssen, dass die Ergebnisse nicht so sein werden, wie wir sie uns wünschen, ist natürlich den Menschen kaum zu vermitteln.

      Es ist aber die Wahrheit und harte Realität, auch wenn es keiner hören will.

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  16. Tobias Berger sagte:

    Wie schon 2006 der Islamwissenschaftler Bassam Tibi im Interview mit dem Spiegel auf die Frage, ob eine Islamkonferenz in Deutschland Erfolg haben werde, sagte:

    „No, because the biggest taboo is that there even is a conflict at all. Everyone denies that. Instead people talk about misunderstandings and how these should be resolved. But a conflict of values is not a misunderstanding. Islamic orthodoxy and the German constitution are not compatible. And that is why the Islam conference failed.“

    – „Europeans Have Stopped Defending Their Values“

    http://www.spiegel.de/international/spiegel/interview-with-german-islam-expert-bassam-tibi-europeans-have-stopped-defending-their-values-a-440340.html

    Auch aus der internationalen Konfliktforschung weiß man, dass Länder in welchen Bürgerkriege herrschen, durch einen Mangel an Gemeinschaft über die Gesamtbevölkerung (bzw. durch die Gegenseitige Abgrenzung der Bevölkerungsgruppen voneinander) entstehen.

    Insofern, Hr. Stelter, sehe ich die der heranwachsenden Generation fehlende Fähigkeit zur Einzahlung in unser Rentensystem (mangels Bildung) noch als eines unserer geringsten Probleme an. Europa ist hier vielmehr in Folge einer langen Kette politischer Fehleinschätzungen zum Austragungsort der Innerislamischen Konflikte geworden, welche auch noch durch Äussere Akteure (wie der Türkei) als Aussenpolitisches Werkzeug instrumentalisiert werden.

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