So einleuchtend: Entscheidend ist die Art der Zuwanderung für den Integrationserfolg

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Wenn man die Plakate zum Wahlkampf liest (dazu bei Gelegenheit mehr) und die Reden der Politiker, so lernt man, dass Integration vor allem eine Aufgabe für diejenigen ist, die schon „länger hier wohnen“, um Frau Merkel zu zitieren. Dass auch die neu Hinzukommenden einen gewissen Beitrag zu leisten haben, wird dann schon nicht mehr so ernsthaft betont.

Was wir aber immer noch nicht wahrhaben wollen, ist, dass es auf die Art der Zuwanderung ankommt, wie auf  bto deutlich dargelegt.

→ So banal wie einleuchtend: Es kommt auf die Art der Zuwanderung an

Wer eine Auswahl der Zuwanderer vornimmt, hat per Definition mehr Integrationserfolge. Es hängt alles an Bildung und Bildungsbereitschaft. Wie sehr, kann man am Integrationserfolg der Vietnamesen in der westlichen Welt ablesen, wie es die NZZ berichtet. Bei uns wäre es politisch unkorrekt und rassistisch. Hier die Highlights:

  • „(…) viele der rund vier Millionen Vietnamesen, die seit Mitte der siebziger Jahre mehrheitlich in der westlichen Welt leben, [sind] verblüffend erfolgreich. Ob in den USA oder in Kanada, ob in Australien, Frankreich, Deutschland oder in der Schweiz: Überall haben sie sich innerhalb von zwei Generationen besser in ihre Aufnahmeländer zu integrieren vermocht als die meisten anderen Migranten.“ – bto: Das ist kein Zufall, wie wir gleich sehen werden.
  • In den Vereinigten Staaten zum Beispiel glaubt gemäss einer Untersuchung des Pew Research Center keine andere Einwanderergruppe stärker an den American Dream als die Vietnamesen. 83 Prozent sind der Meinung, mit harter Arbeit könne hier jeder den Aufstieg schaffen. Ein vietnamesischer Haushalt verdient im Durchschnitt bereits mehr als ein amerikanischer (53 000 gegenüber 49 000 Dollar), und die Hälfte der vietnamesischen Eltern ist überzeugt, dass es ihren Kindern künftig noch wesentlich besser ergehen wird als ihnen.“ bto: weil sie noch besser ausgebildet werden!
  • Die erste Generation der Flüchtlinge waren die Boat-People, die seit den späten siebziger Jahren zu Hunderttausenden in klapprigen Schiffen aus dem kriegsversehrten Land flüchteten. (…) Mit viel staatlicher Unterstützung konnten die Flüchtlinge nicht rechnen (…).“ bto: Man beachte, es wurde weniger in die Integration investiert, als heute!
  • Das Migration Policy Institute hat 2015 die beiden grössten Flüchtlingsgruppen im Land miteinander verglichen, Kubaner und Vietnamesen. Beide Gruppen sprachen zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung ungefähr gleich schlecht Englisch, beide hatten eine ähnlich tiefe Schulbildung. Und doch leben fast doppelt so viele Kubaner (65 Prozent) unter der Armutsgrenze wie Vietnamesen (35 Prozent); (…).“
  • Noch grösser werden die Unterschiede in der zweiten Generation: Waren ihre Eltern oftmals Analphabeten, sind es die im Westen geborenen jungen Vietnamesen definitiv nicht mehr. (…) Gleich mehrere Studien belegen die Bildungserfolge der 150 000 Vietnamesen in Deutschland. So schafften dort im Jahr 2014 nicht weniger als 64 Prozent der vietnamesischen Jugendlichen den Sprung ans Gymnasium. Dieser Anteil ist fünfmal so hoch wie bei den türkischen Schülern und selbst 20 Prozentpunkte höher als bei den deutschen. In den ostdeutschen Bundesländern besuchen sogar 75 Prozent der Vietnamesen das Gymnasium, und das sind gewiss nicht Kinder von Studienrätinnen oder Physikern, sondern von Vertragsarbeitern, die aus dem kommunistischen Nordvietnam als sozialistische Bruderhilfe in die DDR geholt worden waren und nach der Wiedervereinigung Asylgesuche stellen mussten, um bleiben zu dürfen.“ – bto: Die Zahlen sind der Hammer. Fünfmal so hoch wie bei den Türken! Das ist signifikant und stimmt leider mit anderen Studien überein – selbst vom DIW –, die für Menschen aus muslimischen Ländern die geringste Erwerbsbeteiligung und die tiefsten Löhne ausweisen.
  • Die mehr oder weniger einzige muslimische Community, die schulisch ebenso reüssiert, sind die iranischen Migranten, die jedoch meistens aus höheren sozialen Schichten stammen als die Vietnamesen.“ – bto: und damit den Punkt von Gunnar Heinsohn stützen.
  • Wohin es sie auch immer verschlägt, die Vietnamesen schaffen den Ein- und Aufstieg in westlichen Ländern deutlich besser als andere ethnische Gruppen. Ebenso klar ist, dass es an staatlichen Förderprogrammen und an der Integrationspolitik nicht liegen kann. Die Zeit schrieb bereits 2009: Der Schulerfolg der Vietnamesen stellt eine ganze Reihe vermeintlicher Wahrheiten der Integrationsdebatte infrage. Wer etwa meint, dass Bildungsarmut stets soziale Ursachen hätte, sieht sich durch das vietnamesische Beispiel widerlegt. bto: Weshalb erzählen uns dann Politik und Medien weiterhin die Integrationsgeschichte?
  • „(…) legt vielmehr den Schluss nahe, dass der Erfolg mehr mit den Vietnamesen selber zu tun hat (…) Im Kern geht es jedoch um den Einfluss der Kultur, um die unterschiedlichen Wertsysteme in den Herkunftsgesellschaften.“ – bto: Und genau deshalb muss man die Zuwanderer aussuchen!
  • Vietnam macht erst seit 2012 bei den Pisa-Studien mit, reihte sich aber bereits nach der zweiten Testrunde von 2015 unter den ersten zehn Ländern ein – zum Teil weit vor den reichen OECD-Staaten, die ein Vielfaches in ihre Bildungssysteme investieren.“ – bto: … und das Geld dafür ausgeben, um  Integrationsunwillige und -unfähige zu hätscheln.
  • Woran liegt es? (…): Ordnung, diszipliniertes Lernen, intensive Betreuung durch Eltern wie Lehrer – und die konfuzianisch-buddhistisch geprägte Kultur, die der Bildung höchste Priorität einräumt. Von den zehn bestklassierten Ländern im Pisa-Ranking stammen nicht weniger als sieben aus diesem südostasiatischen Kulturkreis. Das kann kein Zufall sein.“ – bto: Wer wird wohl die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts dominieren?
  • Wie China, Japan oder Korea zählt auch Vietnam, das tausend Jahre.“ – bto: Das ist einleuchtend und ein eklatanter Unterschied zu anderen Regionen.
  • Wer gute Noten hat, ehrt damit seine Familie, und diese wiederum tut alles, um ihre Kinder zu unterstützen. Oft finanzieren auch ärmere Eltern teure Nachhilfe – und dies nicht einmal deshalb, weil ihre Kinder ungenügend wären, sondern weil sie nur gut sind und nicht die Besten.“ – bto: Das ist doch mal ein Ehrbegriff, der etwas nutzt!
  • Vietnamesische Schüler findet man in der Nachhilfe, aber – im Unterschied zu vielen jungen Türken – nicht in Kickboxhallen.“ – bto: Das wäre auch ein guter Titel gewesen.
  • Kulturen können besser oder schlechter zusammenpassen, und es ist ziemlich offensichtlich, dass die konfuzianisch-buddhistische Kultur der Vietnamesen gut zu den christlich-säkularen Leistungsgesellschaften im Westen passt. Besser als etwa die muslimische.“ – bto: Das ist die NZZ, nicht das Kampfblatt einer rechten Gruppierung! Es ist an der Zeit, dass wir uns dieser Realität stellen, wenn wir unseren Wohlstand noch retten wollen.
  • Was die Integration erschweren könne, sei Webers Beobachtung, dass im islamischen Glauben das jenseitige Schicksal schon durch den Glauben an Allah und den Propheten hinlänglich gesichert sei. Es bedürfe somit keiner weiteren Bewährung oder Anstrengung in der diesseitigen Lebensführung. Oder direkter formuliert: Warum sollte ich mich diesseitig anstrengen oder integrieren, wenn mein jenseitiges Ziel viel wichtiger und bereits durch den Glauben an ein höheres Wesen abgesichert ist?“ – bto: In anderen Kulturen gehört auch die Fähigkeit zum Lesen zu den Voraussetzungen für den Seelenfrieden. Das fördert natürlich Bildung.
  • Auch sonst glaubt der Erziehungswissenschaftler nur bedingt, dass sich für die Integrationsdebatte viel aus seinen Erkenntnissen ableiten lässt. Sicher, die aufstiegsorientierte Kultur der Vietnamesen passt, und das erleichtert ihre Integration. Doch die weniger kompatiblen Kulturen von Migranten lassen sich deshalb nicht kurzerhand konfuzianisch umpolen. Das vietnamesische Integrationswunder ist erklärbar, aber nicht einfach kopierbar.“ – bto: weshalb man die Zuwanderung von kompatiblen Gruppen fördern und von nichtkompatiblen Gruppen beschränken muss. So einfach ist es.

→ NZZ: „Warum sich Vietnamesen im Westen so gut zurechtfinden und als Integrationswunder gelten“, 18. August 2017

20 Antworten
  1. Alexander says:

    Nein, die NZZ ist kein Kampfblatt aber sie wird auf die gleiche Weise diffamiert werden, wie jede Kritik seit der illegalen Grenzöffnung 2015. Erich Weede hielt schon 2015 einen Vortrag über Massenmigration, Kulturgemeinschaften unter Druck – wo er mit größtmöglicher Sachlichkeit die sozilogischen Erkenntnisse benennt: https://www.youtube.com/watch?v=2XOWKWrtt2U

    Daneben hat Gunnar Heinsohn so viele Arbeiten veröffentlicht, dass die unveränderte Politik nur mit Ignoranz, Unvernunft oder Absicht zu erklären ist.
    http://www.achgut.com/artikel/integration_sieben_thesen
    http://www.achgut.com/artikel/krieg_aber_wie
    http://www.achgut.com/artikel/immigranten_schwedischer_oder_kanadischer_weg
    http://www.welt.de/152777753
    u.v.a.m.

    Was die Konservative nicht begreifen kann ist, dass gewollte Veränderung nicht automatisch eine Verbesserung sein muss. Diese Veränderung ist so offensichtlich eine Verschlechterung, dass es keine Frage von Humanität oder zukünftigen Rentenbeitragszahlen ist, sondern ein Angriff auf unsere Kultur durch westliche Politiker.

    Schweden hat sich ohne Not in eine Situation gebracht, dass es die Wehrpflicht wieder einführen musste – wegen der Spannungen mit Russland, bei wie vielen no-go Areas?

    Frankreich dieselbe Malaise.

    Verteidiger des Nationalstaates, der Kirche, der Familie, der Schwangerschaft, des Geschlechts wurden immer mit denselben rechten Keulen erledigt. Dabei scheint zweierlei Maß zu gelten. Es gibt kirchliche Pädophilie und gute. Emma Bonino, stolz auf 10.000 illegale Abtreibungen, Ex Aussenministerin Italiens und Ex EU Kommissarin, rettet heute Menschenleben aus dem Mittelmeer und wird vom Papst gewürdigt.

    In Amerika werden historische Figuren von Sockeln gerissen, Heiligenstandbilder mit Farbbeuteln beworfen (wie Wohnungen von AfD Anhängern), ja selbst in Großbritannien gibt es erste Forderungen nach Standbild Entfernung am trafalgar square?

    Bis sich die Konservative bewusst ist, worin die Absicht liegt sind Tatsachen so weitgehend geschaffen, dass es kein zurück mehr gibt. Es sei denn Zitat Heinsohn, man riskiert Kriegsverbrechertribunale.

    Ein Nebenaspekt sind die schwarzen Truppen der neuen/alten Utopie. Durchweg Schüler und Studenten, die in Wahrheit keine Perspektive sehen und keine Berufsaussichten haben. Trotz Massenakademisierung in Geisteswissenschaften scheinen diese Jugendlichen ihre Zukunft in einer kommunistischen Revolution zu sehen?

    Wir brauchen keine Diskussion mehr, nur noch das Ende dieser Politik. So verstehe ich Sieferle, der keinen Augenblick xenophob war, ihn bedrückte unsere historisch einmalig beschämende Schwäche?

    Vielen Dank, falls diese Meinung unvorteilhaft für das Blog ist, bitte umgehend löschen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Gewöhnlich gebe ich öffentlich ungefragt keine Ratschläge, weiche bei Ihnen aber einmal davon ab.

      Wenn Sie mit Ihren Beiträgen vermehrt in eine Diskussion eintreten wollen, MÜSSEN Sie mehr differenzieren.

      Wenn Sie z. B. schreiben

      >… die NZZ ist kein Kampfblatt aber sie wird auf die gleiche Weise diffamiert werden, wie jede Kritik seit der illegalen Grenzöffnung 2015. >,

      dann kann fällt es schwer, mit Ihnen zu diskutieren.

      Denn es stimmt ganz offensichtlich nicht, dass JEDE Kritik SEIT der Grenzöffnung 2015 diffamiert worden ist.

      Nehmen Sie doch einfach mal zur Kenntnis, dass

      a) sich der Ton deutlich geändert hat nach Sept. 2015. Denken Sie doch nur einmal an den Justizminister Haas, der seine Diffamierungen eingestellt hat, wenn auch nur, weil er erkennen musste, dass auch eine erhebliche Anzahl von Mitgliedern seiner Partei SPD die AfD gewählt hatten anlässlich der Landtagswahlen im Frühjahr 2016.

      Es ist natürlich kein Zeichen von intellektueller Souveränität, wenn erst DARAUFIN der Schaum vom Mund genommen wir, aber immerhin, er wurde.

      Und

      b) dass die Probleme so vielschichtig sind, dass man nicht in schwarz/weiß einteilen kann etwa nach dem Muster, hier die an sich gute Bevölkerung bzw. die Verteidiger des Guten und da Politiker, die es zerstören.

      Man kann ja eine „historisch einmalig beschämende Schwäche“ konstatieren.

      Aber dann muss man auch MITEINBEZIEHEN, WAS sich historisch so GEÄNDERT hat, dass sich diese Schwäche einstellen konnte.

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      • Alexander says:

        Danke an die Moderation, dass mein Kommentar sichtbar wurde.
        Danke Ihnen Herr Tischer, dass Sie zurecht über fehlende Ausgewogenheit empört sind. Verzeihen Sie meine Absicht ….zu empören.

        In vielen hier bei bto diskutieren Belangen haben wir den point of no return gesehen. Trotz juristisch unanfechtbarer Zahlen muss Kritik so zart und vorsichtig vorgetragen werden, dass mir Angst wird warum eigentlich? Warum wird H.W. Sinn im öffentl. rechtl. TV lächerlich gemacht, dass er sich nicht mehr für Auftritte zur Verfügung stellen kann? Seine 13 Thesen zur Energiewende kaum zur Kenntnis genommen? Die Weihnachtsvorlesung 2016 mit einem Feuerwerk an Erkenntnissen ohne Wirkung? Bei Podiumsdiskussionen mit Sinn kommen Wortmeldungen, weil es an Möglichkeiten in der Öffentlichkeit fehlt:? https://www.youtube.com/watch?v=EqPInfR75E8

        Mein Versäumnis ist klar, man kümmerte sich um das eigene Unternehmen und glaubte in Arbeitsteilung nicht für Bildung, Ökologie, Geschichte etc. zuständig zu sein. Gesinnungsethiker übernahmen.

        Müssen heute tatsächlich SPD Wähler zur Anfängerpartei AfD überlaufen, um einen Justizminister vor weiteren Vorstößen zu bremsen?

        Zitat – http://www.achgut.com/artikel/interview_daniel_pipes
        Wie seltsam, dass ein Europa, das solche Erfolge erzielt hat, heute in Schuldgefühlen versinkt, zu wenig Kinder bekommt und sich nicht vor einer rivalisierenden Zivilisation schützt. Eine solche Schwäche ist in der Geschichte beispiellos.


        Danke Herr Stelter für Ihre Arbeit.

  2. juergen hienzsch says:

    Dazu passend der lesenswerte Bericht über die Zustände in einem Münchener Krankenhaus aus der Sicht einer tschechischen Ärztin.
    In Anbetracht dessen ist die prophezeite Eiszeit nur noch marginal:
    Die Frage lautet, wann und nicht ob unsere Gesellschaft kollabiert und mit welchem Schaden für den Einzelnen, der Link:

    https://nixgut.wordpress.com/2016/03/17/mnchener-rztin-ber-katastrophale-zustnde-im-krankenhaus-durch-migranten/

    Antworten
    • Christoph Naujoks says:

      Sehr geehrter Herr Hienzsch

      Ich erlaube mir, ein paar Anmerkungen zu der von Ihnen verlinkten Quelle zu machen:

      1. Die Webseite ist übertitelt mit „Islamnixgut“. Über die stilistische Vorbildfunktion für Einwanderer bei einer derartigen Verballhornung der hiesigen Landessprache dürften die Meinungen auseinandergehen. Persönlich halte ich nichts davon, zu implizieren, dass eine Religion per se, ich zitiere, „nixgut“ sei.
      2. Auf der Seite ist ein Link zu finden mit dem Titel „denken-macht-frei“. Spätestens da sollte jedem, der Schulunterricht hatte, langsam aber deutlich die roten Lampen aufleuchten.
      3. Auf der Seite wird behauptet, das speziell von Einwanderern Gewalt in deutschen Krankenhäusern ausgeht. Ich habe mir die Mühe gemacht, und den verlinkten Beitrag vom BR (https://goo.gl/fb2yhb) in seiner vollen Länge von 6:33 Minuten angeschaut. Kein einziges Wort davon, dass Einwanderer, Ausländer oder sonst irgendetwas das nicht Biodeutsch ist, an Gewalt in Krankenhäusern schuldig sei.
      4. Sie stehen mit Ihrem Klarnamen zu Ihrem Beitrag, das ehrt Sie, aber nur fast.

      Wenn Sie Kritik an der Einwanderungspolitik üben wollen, tun Sie das

      a) mit Anstand
      b) qualifiziert.

      Mit Freundlichen Grüßen

      Christoph Naujoks

      Antworten
    • mg says:

      Komisch. Mir liegen aus erster Hand genau gegenteilige Berichte vor. Manch ein deutsch-stämmiger Patient könne sich von dem Benehmen der vielen dankbaren und geduldigen Migranten eine ordentliche Scheibe abschneiden.

      Nachdem ich mir einige andere Seiten des von Ihnen verlinkten Blogs angesehen habe, ist bei mir der Eindruck entstanden, dass dort einfach Hetze und Vorurteile verbreitet werden. Ein Impressum konnte ich auch nicht finden. Der Betreiber wird schon wissen warum.

      Antworten
  3. UlliBaba says:

    Verehrter Herr Dr. Stelter,

    es kommt auf die individuelle Motivation jedes Einwanderers an!

    Und Motivationen scheinen bei den verschiedenen Einwanderergruppen stark zu differieren.
    Im 20ten Jahrhundert gab es aus dem Mittleren Osten drei relativ erfolgreiche Einwanderergruppen:
    1. säkulare Iraner, häufig Mittel- und Oberschichtsangehörige auf der Flucht vor den Mullah nach Khomeinis Sieg 1979
    2. Säkulare, häufig links und/oder national eingestellte muslimische oder christliche Palästinenser
    3. Libanesen (häufig Christen) auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg
    Auch manche Intellektuelle wie Imad Karim oder Hamed abdel Samad haben unsere Gesellschaft als Chance gesehen und diese ergriffen.
    Ein gemeinsame Motivation scheint dabei ein säkulares Selbstverständnis zu sein, sodaß Selbstverantwortung und nicht Inschallah das Leben wesentlich leiten.

    Was die Vietnamesischen Einwanderer betrifft, sind die Boat-People und ihre Nachkommen als Angehörige der chinesischen Minderheit und die vietnamesischen Vertragsarbeiter in der DDR und ihre Nachkommen vielleicht signifikant unterschiedlich erfolgreich (Ich meine dies nicht
    despektierlich.). Gibt es dazu Untersuchungen?

    Die zahlenmässig grösste Einwanderergruppe in Deutschland, die Türken, sind ja auch durchaus fragmentiert:
    So sind viele konservative Muslime im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland gelangt, um sich dem rigiden Laizismus in der Türkei zu entziehen und die deutsche Religionsfreiheit für sich zu nutzen.
    Ene weitere grosse Gruppe sind die Kurden, die der Diskriminierung in der Türkei entgehen wollten. (Diese geben übrigens auch gern den türkischen Pass ab, wenn sie den deutschen Pass beantragen, da die Identifikation mit der Türkei gering ist)

    Die kemalistische Elite (genannt die weisse Türkei), die bis zum Wahlsieg von Turgut Özal das Land dominierte, war froh, diese zwei Gruppen durch Auswanderung wenigstens nicht anwachsen zu lassen und eigene soziale Verwerfungen exportieren zu können.

    Ob dies die passenden Motivationen für ein erfolgreiches, selbstverantwortliches Leben in einer westlichen Marktgesellschaft sind?

    Abschliessend danke ich Ihnen herzlich für diesen bereichernden und herausfordernden Blog.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      > …es kommt auf die individuelle Motivation jedes Einwanderers an!>

      Ja, letztlich.

      Das ist aber keine Begründung dafür, dass bezüglich der Motivation – Einstellung zu Eigenverantwortung und individueller Wohlstandsmehrung – nicht zwischen UNTERSCHIEDLICHEN Kulturen zu unterscheiden und zu selektieren wäre (schlimmer Begriff, ich weiß).

      Dies insbesondere dann, wenn, wie gezeigt, EMPIRISCHE Belege dafür vorliegen, dass es PRÄGENDE Unterschiede gibt. Wir müssen hier nicht auf der Ebene von Wertesystemen argumentieren, sondern lediglich die KONSEQUENZEN beachten, die mit unterschiedlichen Wertesystemen verbunden sind für unsere Gesellschaft und unseren Wohlstand.

      An der Grenze individuelle Motivationstests durchzuführen und danach auszuwählen, ist jedenfalls schlichtweg nicht möglich.

      Antworten
      • UlliBaba says:

        Verehrter Herr Tischer,
        d’accord, mein Hinweis bezüglich der individuellen Motivation war insofern verkürzend, dass eine Einwanderungspolitik basierend auf Abfragen vermeintlicher Motivationen genauso schlimm wäre wie unsere aktuell auf der Grundlage vermeintlicher Nöte praktizierte.
        Der Westen muss seine Kriterien festlegen und Überprüfungs-mechanismen entwickeln.
        Die mit dieser Herausforderung einhergehenden Stichworte haben Sie ja genannt.
        Ich bin skeptisch, dass diese Vorgehensweise in den fragmentierten multiidentitären westlichen Gesellschaften überhaupt noch besprochen werden kann. In den USA kann man ja die Aufregung über die von Trump vorgeschlagenen Anpassungen live miterleben.

        An dieser Stelle mein Dank an Sie für Ihre beindruckende analytische Konsequenz.

  4. Dietmar Tischer says:

    >Wer eine Auswahl der Zuwanderer vornimmt,… Bei uns wäre es politisch unkorrekt und rassistisch.>

    Das ist der Punkt, an dem WIR mit unserer CHRISTLICHEN Kultur und unseren Werten gefordert sind.

    Ich glaube, dass der Höhepunkt unseres Gutmenschentums überschritten ist. Die Bevölkerung hat das bei den Wahlen nach dem September-Schock 2015 deutlich zu erkennen gegeben. Die Regierungsparteien haben daraufhin begriffen, dass es mit der Machtausübung ganz schnell vorbei sein könnte, wenn man auf das Begehren eines „Nicht-Weiter-so“ nicht eingehen würde.

    Insoweit:

    Demokratie funktioniert.

    Merkel und Seehofer mögen über eine Obergrenze streiten, BEIDE verfolgen aber eine Begrenzung. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, da Italien überrannt wird und von den lieben EU-Partnern keine Aufnahmebereitschaft zu erwarten ist. Das gilt auch für Schulz und die SPD.

    Bleibt noch die Zuwanderung aus den EU-Staaten.

    Auch die ist ein Problem soweit hier DIREKT in die Sozialsystem zugewandert wird.

    Bei all dem sind wir längst nicht dort, wo wir sein müssten – bei der Zuwanderung QUALIFIZIERTER, d. h. schon hinreichend gut ausgebildeter, motivierter Menschen.

    Begrenzung ist das eine, die GEWÜNSCHTEN Menschen anziehen, etwas ganz anderes.

    In Deutschland ist das nicht einfach.

    Antworten
  5. Wolfgang Selig says:

    „bto: Bei uns wäre es politisch unkorrekt und rassistisch.“
    Da bin ich mir im Gegensatz zu 2015 gar nicht mehr so sicher. Wenn mit Zahlen und Fakten argumentiert wird, ohne beleidigende Worte zu wählen, könnte ich mir das auch in der deutschen Presse inzwischen vorstellen. Allerdings eher in der FAZ oder Welt als in der TAZ oder in der SZ. Natürlich nicht ohne empörte Reaktionen seitens überzeugter Leserbriefschreiber.

    Antworten
  6. Michaela Korte says:

    Ich denke schon, dass man eine Auswahl unter den Zuwanderern auch rechtfertigen kann:
    1.) Wenn wir dadurch die Hilfsbedürftigsten und Aermsten erreichen, die wir bislang vernachlässigen und die es nicht bis in die EU schaffen können.
    2.) Wenn wir die bevorzugen, die qualifizierbar sind, um später als unsere Multiplikatoren in ihrer Heimat das Schicksal ihres Volkes zu verbessern.
    3.) Wenn wir den 100 friedlichsten Demokraten eines Landes und deren Kernfamilien Asylangebote unterbreiten – die meisten werden sich weiter in ihrer Heimat für ihr Volk einsetzen wollen, wenn sie nur ihre Liebsten in Sicherheit wissen. Und wir würden dadurch die Stabilität sowohl in den Herkunftsstaaten als auch bei uns fördern.
    Wer dagegen weder besonders schützenswert noch von besonderem Interesse für die Zukunft seines eigenen Volkes ist – warum sollten wir für den den Zusammenbruch unserer Sozialsysteme durch Ueberforderung riskieren?
    Wir können nachhaltiger und wirksamer helfen, wenn wir die Richtigen auswählen.
    Und der Rest? Schaffung sicherer europäischer Abschiebelager (keine Internierung!) in den Heimatregionen mit diplomatischem Status und Landebahn, so dass auch Menschen ohne Pass abgeschoben werden können. Nicht weniger Hilfe, sondern intelligenter und ohne unser eigenes System und den sozialen Frieden weiter zu gefährden.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      >Ich denke schon, dass man eine Auswahl unter den Zuwanderern auch rechtfertigen kann…>

      Erst einmal:

      Man rechtfertigt überhaupt nichts, sondern wählt einfach aus – nicht alles muss gerechtfertigt werden.

      Dann:

      Man kann natürlich eine Auswahl rechtfertigen.

      Dieser Beitrag tendiert dazu, dass jene negativ ausgewählt, also nicht dauerhaft aufgenommen werden sollten, bei denen kein Integrationserfolg zu erwarten ist.

      Wobei, nur einmal bemerkt, „Integrationserfolg“ ein schillernder Begriff ist, weil er Unterschiedliches bedeuten kann.

      Denn auch bei Menschen, die letztlich im Sozialsystem landen, kann man von Integrationserfolg sprechen. Dazu passt, dass im Beitrag die Rede von kompatiblen und nicht kompatiblen Gruppen ist.

      Entscheidend sind die KRITERIEN, nach denen wir auswählen.

      An was bemessen wir die „Richtigen“?

      Dazu ist aus meiner Sicht Folgendes zu sagen:

      a) Zu viele Zuwanderer sind zu viele, egal wie wir auswählen. Nehmen wir zu viele auf, dann verlieren zu viele Deutsche die Identifikation mit unserem Land. Und zu viele Zuwanderer würden wir nicht hinreichend gut integrieren können (egal, was diese selbst zu ihrer Integration leisten würden)

      b) Nicht hinreichend qualifizierte Zuwanderer, die uns Wohlstand kosten, sollten wir nicht aufnehmen. Kriegsflüchtlinge sind davon ausgenommen. Das ist die harte Interpretation von „Integrationserfolg“ und auch diejenige, zu der informierte, rational denkende und um die Entwicklung der Gesellschaft besorgte Menschen tendieren.

      c) Wir sollten in Maßen Zuwanderer aufnehmen, von denen wir annehmen können, dass sie unseren Wohlstand mehren. Ein ganz guter Indikator wären Menschen, denen deutsche Unternehmen einen Arbeitsvertrag angeboten haben.

      Alle drei Kriterien sind in der Diskussion, besonders a), aber auch b) und c).

      Ich finde, dass daran nichts zu kritisieren ist.

      Gerade gelesen und im hier diskutierten Zusammenhang interessant:

      http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/august/integration-von-muslimen-in-deutschland-macht-fortschritte/

      >El-Menouar sieht in Deutschland Nachholbedarf bei der rechtlichen Anerkennung muslimischer Religionsgemeinschaften und in der Antidiskriminierungspolitik:

      „Religiöse Symbole sollten nicht für Nachteile bei Bewerbungen sorgen, und religiöse Bedürfnisse wie Pflichtgebete und Moscheegänge sollten auch mit Vollzeitjobs vereinbar sein.“>

      Frau El-Menouar wird als „Islam-Expertin der Bertelsmann-Stiftung“ ausgewiesen.

      Ich würde sagen, dass diese Frau eher als Deutschland Nachholbedarf hat.

      Denn selbstverständlich sollten religiöse Symbole Nachteile bei Bewerbungen haben, z. B. im Öffentlichen Dienst, hier insbesondere im Schuldienst, weil dieser weltanschaulich NEUTRAL sein soll. Auch das Kreuz gehört nicht ins Klassenzimmer.

      Pflichtgebete und Moscheegänge sollten in der Tat mit Vollzeitjobs vereinbar sein (müssen), d. h. die religiösen Bedürfnisse haben sich den Jobs anzupassen – und nicht umgekehrt.

      Jemanden, der diese Auffassungen vertritt, Diskriminierung vorzuwerfen, ist nicht fassbar, aber hierzulande offensichtlich anerkanntes Experten-Wissen.

      Nur mal zum Vergleich:

      Ich habe einige Jahre in Kanada als anerkannter Einwanderer gelebt. Damals konnte man angezeigt werden, wenn man im eigenen Garten Alkohol getrunken hat.

      Diskriminierung?

      Ich wäre nie auf die Idee gekommen, so etwas auch nur zu erwägen.

      Das Verbot galt für ALLE, auch für die Kanadier.

      Hätte ich im Garten Bier trinken wollen, müsste ich das Land verlassen haben.

      Keiner hätte mich daran gehindert.

      Wo ist das Problem?

      Antworten

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