Best of bto 2018: In Bildern: Warum Macrons Umverteilung nichts bringt und unfair ist

Dieser Kommentar erschien im April 2018 bei bto:

Heute ist der selbst ernannte und als solcher von den Medien gefeierte Retter Europas zu Besuch bei der Dame, die das deutsche Steuergeld dafür mobilisieren soll. Grund genug, mal einfach zusammenzufassen, warum es nicht funktioniert (nicht funktionieren kann) und am Ende nur den Niedergang Deutschlands und Europas befeuert. Alles in Form von Bildern!

  • Wir haben es mit einer Schuldenkrise zu tun, ausgelöst durch den Euro, der die Realzinsen viel zu tief gehalten und damit die Party erst ermöglicht hat:

  • Die (unvermeidliche) Krise konnte nur mit billigem Geld unterdrückt werden.

  • Das hat zwar funktioniert, aber nur vordergründig. In Wirklichkeit wird die Wirtschaft dadurch nicht gesund. Zombies!

  • Obwohl: Vielleicht geht es ja mehr darum, Italien und die anderen bankrotten Staaten zu „retten“?

  • Fakt ist: Die Eurozone hat sich erholt, aber in einigen Ländern sieht es sehr schlecht aus.

  • Aber die Wirtschaft hat sich immer ungleicher entwickelt. Beispiel 1: Der deutsche „Finanzzyklus“ ist völlig anders (und weniger ausgeprägt) als in den anderen Ländern. Bei uns gibt es weniger Schulden des Privatsektors und deshalb nicht diese Volatilität:

  • Wachstum und Produktivitätsfortschritte haben sich nicht angenähert. Im Gegenteil, die Eurozone ist noch heterogener als zuvor. Es gab nur in den Boomjahren die Illusion einer besseren Synchronisation  eine schuldenfinanzierte Illusion!

  • Zugleich nimmt der Handel innerhalb der Eurozone relativ ab statt zu. Gerade Deutschland lebt viel mehr von anderen Ländern!

  • Derweil wachsen die Schulden immer weiter an:

  • Und die Banken bleiben insolvent:

  • Jetzt soll mehr Umverteilung helfen, vor allem die Möglichkeit die gute deutsche Bilanz wenn man mal die verdeckten Verbindlichkeiten vergisst!  als Beleihungsbasis zu mobilisieren!

  • Problem Nr. 1: Selbst, wenn wir wollten, wir können gar nicht. Siehe unsere demografische Entwicklung!

  • Problem Nr. 2: Selbst, wenn wir könnten, es würde nichts bringen! Sagt der IWF!

  • Problem Nr. 3: Selbst, wenn es etwas bringen würde, wäre es fair? Ich denke nicht:

  • Was die Französin Christine Lagarde vom IWF nicht davon abhält, trotz der Studien des IWF mehr Umverteilung zu fordern:

  • Und all das für eine Währungsunion, die schlechter funktioniert als eine hypothetische Währungsunion aller Länder der Welt, die mit dem Buchstaben „M“ beginnen!

  • Aber: Was kümmert es die Politik?

39 Kommentare
    • Frank Präuner sagte:

      Sehr geehrter Herr Stöcker,
      erstmal wünsche ich Ihnen und ihrer Familie ein wunderschönes Jahr 2019. Zu dem Kommentar von Guy Kirsch kann ich nur sagen, dass er innerhalb der steuerlichen Kategorie sehr konsequent ist. Keine Ausnahmen!, auf was wir uns ja zumindest schon mal geeinigt haben. Aber ich glaube trotzdem, dass so ein Konzept zu unseren Lebzeiten politisch nicht durchsetzbar ist, da hierfür das deutsche Grundgesetz abgeändert werden müsste. Aber nehmen wir mal an (Volkswirte machen dies ja ständig) man würde dies politisch durchsetzen, dann würde es zu einem Massenexodus von Unternehmer und den Reichen kommen. Und in einer freien offenen Gesellschaft, müssen Sie diese Leute mit ihrem Hab und Gut auch ziehen lassen, sonst ist es keine freie offene Gesellschaft mehr. Und bekanntlich, gibt es in fast allen europäischen Staaten keine oder einer sehr niedrige Besteuerung auf der ersten Stufe des Parentel. Diese Art von Diskussion gibt es fast nur in Deutschland oder Frankreich. In den anderen europäischen Staaten ist auch die Mehrheit der Bevölkerung für derartige Vorschläge nicht zu haben. Ich vermute sogar, daß selbst bei einer Volksabstimmung in der BRD zu diesem Thema wie in der Schweiz , keine Mehrheit zustande kommen würde. Höchstens man zielt politisch wieder darauf ab, die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine Ausnahme zu kommen zu lassen. M.E. macht Herr Kirsch auch den allgemien Fehler, daß bei diesem Thema nur auf den leistungslosen Erben abgestellt wird und nicht auf den Erblasser, der sehr wohl mit Leistung sein Vermögen aufgebaut haben kann und zu seinen Lebzeiten bestimmen will, wer es nach seinem Tode bekommt!

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      • Michael Stöcker sagte:

        Sehr geehrter Herr Präuner,

        Ihren freundlichen Wünschen für das neue Jahr schließe ich mich sehr gerne an und gebe diese an alle Leser dieses Blogs weiter; insbesondere natürlich an Herrn Dr, Stelter, der mit seinen ausgezeichneten Posts immer wieder neue und alte Perspektiven in die Diskussion einbringt. Möge die Diskussionskultur auch weiterhin so konstruktiv und durch divergierende Meinungen und Einstellungen geprägt sein. Nur so können wir unsere vermeintlichen Gewissheiten immer wieder in Frage stellen und zu besseren Lösungen kommen.

        „Aber ich glaube trotzdem, dass so ein Konzept zu unseren Lebzeiten politisch nicht durchsetzbar ist, da hierfür das deutsche Grundgesetz abgeändert werden müsste.“

        Auch mit Grundgesetzänderung ist mAn ein solch radikales Konzept nicht durchsetzbar. Gegen Kirsch sind meine Vorstellungen hinsichtlich einer Ausgestaltung der Erbschaftssteuer ja schon nahezu libertär.

        „Und in einer freien offenen Gesellschaft, müssen Sie diese Leute mit ihrem Hab und Gut auch ziehen lassen, sonst ist es keine freie offene Gesellschaft mehr.“

        Ich lasse sie gerne ziehen, Herr Präuner. Die Besteuerung ist nicht an den Wohnsitz geknüpft, sondern an die Staatsbürgerschaft des Erblassers sowie der Erben. Selbstverständlich bleibt es im Belieben des potentiellen Erblassers sowie der Erben Ihre Staatsbürgerschaft zu beenden. Die ehemalige Staatsbürgerschaft hat allerdings Nachwirkung und greift unmittelbar bei Übertritt der Grenze (siehe Amerikanisches Recht: https://www.welt.de/wirtschaft/article131900248/Tausende-US-Buerger-wollen-ihren-Pass-zurueckgeben.html ). Doppelbesteuerungsabkommen sollen selbstverständlich auch für den Fall der Erbschaftssteuer berücksichtigt werden.

        „Ich vermute sogar, daß selbst bei einer Volksabstimmung in der BRD zu diesem Thema wie in der Schweiz , keine Mehrheit zustande kommen würde.“

        Meine Vermutung geht in die gleiche Richtung. Oder um mit Volker Pispers zu sprechen: „Wir haben eine Demokratie. Und Sie kriegen in einer Demokratie keine Mehrheit für eine Politik, von der 90% der Bevölkerung profitieren würden“.

        „M.E. macht Herr Kirsch auch den allgemien Fehler, daß bei diesem Thema nur auf den leistungslosen Erben abgestellt wird und nicht auf den Erblasser, der sehr wohl mit Leistung sein Vermögen aufgebaut haben kann und zu seinen Lebzeiten bestimmen will, wer es nach seinem Tode bekommt!“

        Das ändert aber doch nichts an der Tatsache, dass das Erbe leistungslos ist (Ausnahme, der Erbe hat den Erblasser entgeltlos gepflegt/umsorgt). Oder habe ich hier etwas übersehen?

        LG Michael Stöcker

      • Thomas M. sagte:

        >Das ändert aber doch nichts an der Tatsache, dass das Erbe leistungslos ist (Ausnahme, der Erbe hat den Erblasser entgeltlos gepflegt/umsorgt). Oder habe ich hier etwas übersehen?

        Wenn man das hinterfragt, muss man m.E. bereits bei dem Verständnis von Eigentumsrechten ansetzen. Wenn mir etwas gehört und es mein Wille ist, dass es mit dem Tod meine Familie erhält, dann ist eine Erbschaftssteuer zumindest in diesem Sinne eine Teilenteignung von mir, dem Lebenden.

        Man kann natürlich argumentieren, dass Toten nichts gehört. Aber ich hab vor einiger Zeit beim Notar gelernt, dass es die Willensbekundung über den Tod hinaus gibt. Mit dem Eintreten des Todes übe ich meinen letzten Willen aus. Das finde ich kulturell wie persönlich eine schöne Sache.

        Wenn man das nicht will, verschiebt man praktisch ohnehin nur das Problem, weil dann schon Lebzeiten verschenkt wird.

        Ein weiteres Thema in diesem Kontext ist die Rolle der Familie. Wer hat eher Anspruch auf die Güter eines Toten? Fremde, das System Staat oder die Familie?

        Wenn sich die Familie so gar nicht schickt und das Erbe nicht verdient, kann man ja schon zu Lebzeiten dafür sorgen, dass dieses möglichst klein ausfällt und seinen Besitz wohltätigen Zwecken zukommen lassen.

        Ich will mit diesen Punkten nicht die Idee der Steuer an sich in Frage stellen. 100% sind aber – mit Verlaub – total bekloppt. (Wie man da noch glauben kann, man sei mit der Idee Liberaler, erschließt sich mir nicht.)

        So wie ich das sehe bzw. neulich auch in einem Projekt als Einsicht gewonnen haben, wird die Kombination aus sinkender Kaufkraft durch Arbeit mit dazu kleinen Renten auf der einen Seite und Erbschaften auf der anderen Seite die Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten deutlich spalten. Insbesondere in der Rentenphase wird das noch bitter oder doch zumindest eine Herausforderung für viele werden… bin mal gespannt, wie dann die Stimmung wird.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >100% sind aber – mit Verlaub – total bekloppt. (Wie man da noch glauben kann, man sei mit der Idee Liberaler, erschließt sich mir nicht.)>

        Das muss sich Ihnen auch nicht erschließen.

        Wenn die Süddeutsche Zeitung diesen bekloppten Unsinn druckt, müssen Sie einfach GLAUBEN, dass es kein Unsinn, sondern Liberalismus ist.

        In meinen Augen ist nicht Kirsch der Skandal.

        Denn es hat schon immer Leute wie ihn gegeben, die besessen davon sind, ihrer Bedeutungslosigkeit dadurch entkommen zu müssen, dass sie mit „revolutionären Erkenntnissen“ aufwarten.

        Der Skandal ist vielmehr, dass sich auch der Qualitätsjournalismus nicht zu schade ist, derartigen Unsinn zu verbreiten und DAFÜR auch noch Geld kassieren kann.

        Das ist die „seriöse“ Seite öffentlicher Geschwätzigkeit, die sich auch beim hoch dekorierten Doku-Erfinder gezeigt hat.

        Renommierblätter stehen da BILD in nichts nach:

        Was Geld bringt, wird gedruckt.

        Steigt dadurch der Grad der Verdummung, wird noch mehr davon in Umlauf gebracht.

        Dieses Verfahren wird als „Aufklärungsjournalismus“ verkauft, um den Teilnehmern zu bestätigen, dass sie verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft sind, wenn sie in der Öffentlichkeit mit dem Unsinn hausieren gehen.

        Schlimmer geht’s nimmer.

      • Frank Präuner sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,
        Ja sie übersehen den Willen des Erblassers! Zudem übersehen Sie dass alle steuerlichen Regelungen, die sie oben erwähnt haben legal umgangen werden können. Wenn Sie dies nicht glauben, lade ich Sie gerne zu mir nach Grünwald ein! Auch lese ich aus ihrem Text heraus, dass sie eigentlich nicht für eine freie offene Gesellschaft stehen, sondern für eine geschlossene, die um jeden Preis in die bestehende Eigentumsverhältnisse, insbesondere der Wohlhabenden eingreifen soll, auch auf Kosten der Freiheit. Sehr geehrter Herr Stöcker ich habe mir mal erlaubt den Artikel von Guy Kirsch 5 Kunde von mir zu zu schicken, mit der Bitte um Stellungnahme. Womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, war die fast identische Antwort: “ Der Ökonom raucht offensichtlich zuviel Grass“
        ich glaube Herr Stöcker, das sie die emotionale Sprengkraft dieses Themas komplett unterschätzen! Und zwar oben und unten, da sie sind die Leute alle gleich! Wir haben genug andere Steuerarten um Ungleichheit zu bekämpfen und würde man in allen Steuerarten‘,die Ausnahmetatbestände abschaffen, könnte man selbst das 500 Mrd Programm der Partei der Linken locker finanzieren.

      • Thomas M. sagte:

        Zum deutschen (Online-) Qualitätsjournalismus. Ich hatte mich ja gefragt, wieso so viele Online-Zeitungen noch die Kommentarfunktionen offen lassen, obwohl die Beiträge dort regelmäßig zerfleischt werden.

        Dann macht es Klick bei mir: Während man die Kommentare liest oder gar noch selber tippt, ist man auf der Seite und die Uhr für eingeblendete und ggf. aktualisierte Werbung tickt weiter; also generiert man Einnahmen für den Betreiber. Rege und extreme Kommentarabschnitte sind demnach auch lukrativer Teil des Geschäftsmodells.

        Es gilt wohl allgemein: Schlaues gibt’s nur in kleiner Auflage.

      • Michael Stöcker sagte:

        Sehr geehrter Herr Präuner,

        das Schöne bei Ihnen ist, dass Sie immer sehr sachlich diskutieren und nicht gleich die Dogmatisuskeule aus der Sprüchekiste schwingen.

        „Ja sie übersehen den Willen des Erblassers!“

        Den übersehe ich keinesfalls, Herr Präuner. Steuern sind und bleiben Zwangsabgaben, die keiner gerne zahlt und dennoch notwendig sind. Insofern kann sich der Wille des Erblassers auf legalem Wege nur innerhalb der geltenden Rechtsordnung entfalten.

        „Zudem übersehen Sie dass alle steuerlichen Regelungen, die sie oben erwähnt haben legal umgangen werden können.“

        Auch das übersehe ich nicht. Wir sollten solche Vorschläge prämieren, die eine Umgehung verhindern. Als Prämie gibt es 10 Jahre lang 1 % vom zusätzlichen Steueraufkommen für alle natürlichen Personen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. ALLE Abgeordneten erhalten für 5 Jahre eine Prämie in Höhe von 10 %, verteilt auf alle Angeordneten (bei 10 Mrd. zusätzlichen Steuereinnahmen sind das ca. 1,4 Mio pro Abgeordneten pro Jahr. Erfolgsprämien wie bei Goldman Sachs & Co.

        „Auch lese ich aus ihrem Text heraus, dass sie eigentlich nicht für eine freie offene Gesellschaft stehen, sondern für eine geschlossene, die um jeden Preis in die bestehende Eigentumsverhältnisse, insbesondere der Wohlhabenden eingreifen soll, auch auf Kosten der Freiheit.“

        Ganz im Gegenteil, Herr Präuner. Ein Nichteingriff geht letztlich zu Lasten der Freiheit ALLER (siehe Französische Revolution und Weltwirtschaftskrise 1929).

        „Sehr geehrter Herr Stöcker ich habe mir mal erlaubt den Artikel von Guy Kirsch 5 Kunde von mir zu zu schicken, mit der Bitte um Stellungnahme.“

        Stichworte hierzu: : Frösche und Teich, Herr Präuner.

        „ich glaube Herr Stöcker, das sie die emotionale Sprengkraft dieses Themas komplett unterschätzen!“

        Keinesfalls, Herr Präuner. Es geht hier ans Eingemachte sowie psychologisch tiefsitzende Verlustängste.

        „und würde man in allen Steuerarten‘,die Ausnahmetatbestände abschaffen,“

        So ist es, Herr Präuner. Insbesondere bei der Erbschaftssteuer. Das wäre doch schon mal ein großer Schritt nach Vorne, ohne gleich so radikal wie Guy Kirsch zu agieren.

        LG Michael Stöcker

      • Frank Präuner sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,
        Dogmatismus hat noch nie zu etwas geführt. M.E. sollte man immer versuchen die Gegenpositionen anderer zu verstehen.
        Und im gewissen Grade kann ich ihre Position auch verstehen. Solange man in Deutschland lebt, sollte man sich auch an die Gesetze halten. Aber wie der große sozialdemokratische Verfassungsrichter Böckenförde mal gefragt worden ist. Was schuldet der Bürger dem Staat? Moral, Anstand etc.? Böckenförde:“der Bürger schuldet dem Staat nichts, außer die Einhaltung der Gesetze, solange sie mit der Verfassung vereinbar sind!“
        Bei Ihnen habe ich immer den Eindruck Sie wollen unsere Gesellschaft in eine bestimmte Richtung verändern, was absolut in Ordnung ist.
        Was m.E. aber nicht mehr in Ordnung ist und mit der Freiheit des unabhängigen Individuums nicht vereinbar ist, wenn man Menschen zu einer bestimmten staatlichen Ordnung zwing t(Solidarität vorschreibt und andere Dinge) und diese auch noch am Verlassen einer derartigen staatlichen Ordnung hindert! Siehe auch das Beispiel, der erst neuerdings eingeführten fünfjährigen Koppelung (ab Wegfall der Erbschaftssteuer in Österreich) der deutschen Steuerpflicht an die deutsche Staatsbürgerschaft.
        Alleine aus historischen Gründen des Missbrauchs einer derartigen Regelung an deutschen Juden und ihrem Eigentum, sollte man auf derartige Regelungen verzichten und wieder auf die Jahrzehnte alte Regelung des Wohnsitzprinzipes bzw. gewöhnlichen Aufenthaltes zurückgehen. „Leute die ziehen wollen, sollte man nicht aufhalten“ in einer freien und offenen Gesellschaft. Moral, Ethik etc. kann man mit staatlichen Regelungen nicht erzwingen.
        Nein, Politiker, Bürger etc., die so vorgehen merken oft selbst nicht in welche dunklen und gefährlichen Gefilde sie sich sukzessive hin bewegen und die Freiheit des einzelnen, unabhängigen Individuums mit jeder neuen Intervention langsam aber sicher zur Grabe tragen.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Was m.E. aber nicht mehr in Ordnung ist und mit der Freiheit des unabhängigen Individuums nicht vereinbar ist, wenn man Menschen zu einer bestimmten staatlichen Ordnung zwing t(Solidarität vorschreibt und andere Dinge) und diese auch noch am Verlassen einer derartigen staatlichen Ordnung hindert!“

        Das ist aber doch gerade das Wesen der staatlichen Ordnung, Herr Präuner. Es gibt ZWINGENDES Recht und es gibt dispositives Recht. Wer diesen Zwang nicht möchte, der kann ja seine Staatsbürgerschaft aufgeben, nachdem er zuvor eine andere erworben hat. Art. 16 GG schützt den Bürger lediglich vor staatlicher Willkür und lässt diese Freiheit jederzeit zu. Insofern kann ich nicht erkennen, dass er „auch noch am Verlassen einer derartigen staatlichen Ordnung“ gehindert wird.

        „Alleine aus historischen Gründen des Missbrauchs einer derartigen Regelung an deutschen Juden und ihrem Eigentum, sollte man auf derartige Regelungen verzichten und wieder auf die Jahrzehnte alte Regelung des Wohnsitzprinzipes bzw. gewöhnlichen Aufenthaltes zurückgehen.“

        Das ist aber nun wirklich ein sehr sehr schwaches Argument, Herr Präuner. Oder sehen Sie die reale Gefahr, dass morgen der Höcke zum (Reichs)Kanzler ernannt wird? Und wenn doch, dann hätten auch ganz andere Minderheiten und viele andere von uns ganz andere existentielle Probleme.

        Die Amerikaner sind hier übrigens ausnahmsweise mal konsequent und knüpfen die Steuerpflicht konsequent an die Staatsbürgerschaft: https://www.zeit.de/wirtschaft/2012-07/steuerpflicht/komplettansicht.

        Diese Regelung sollten wir auch in Deutschland und Euroland durchsetzen. Maßgeblich für die Besteuerung sollte dann die Dauer der Staatsangehörigkeit sein. Wer mit 60 die österreichische Staatsbürgerschaft erwirbt und die deutsche aufgibt und sodann mit 90 Jahre stirbt, dessen Erbe wird zu 2/3 nach deutschem Recht besteuert und zu 1/3 nach österreichischem Recht.

        Und wie gesagt: Fangen wir doch erst einmal mit Ihrem Vorschlag an, alle Ausnahmetatbestände im Erbrecht zu streichen und das Gesamterbe OHNE Ausnahmen der geltenden Erbschaftssteuer zu unterwerfen.

        LG Michael Stöcker

      • Frank Präuner sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,

        ich weiß nicht wie die Welt in Deutschland in 30 oder 40 Jahren aussieht. Und ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen die Steuerpflicht an die deutsche Staatsbürgerschaft zu koppeln. Aber bei den Deutschen weiß man bekanntlich nie…… Aber eine derartige Regelung, die Sie vorschlagen doch schon sehr zum Machtmissbrauch anregt.
        Bekanntlich kann man ja auch seine Staatsbürgerschaft aufgeben.
        Aber Sie machen ja weiter mit ihrem Interventionismus!!!!!!
        Wenn man so weit geht und seine Staatsbürgerschaft aufgibt, will man bekanntlich mit diesem Staat und seinen Regelungen nichts mehr am Hut haben! Und ja mit derartigen Regelungen, die Sie vorschlagen fängt der Machtmissbrauch bei mir auf alle Fälle an und ich würde so eine gesetzliche Regelung zwingend missachten und auch alle Menschen dazu aufrufen derartige Gesetze zu ignorieren. Für mich sind solche Regelungen, das Bekenntnis zu einer geschlossenen Gesellschaft. Aber ich habe es diesem Fall einfach, da ich die Schweizer Staatsbürgerschaft besitze. Die Deutschen haben schon eine seltsame Vorstellung von einer freien und offenen Gesellschaft: Erst zahlen und dann darf man gehen, so wars aber leider auch im dritten Reich.
        Das fällt m.E. in dieselbe Kategorie mit dem Vorschlag der Partei der Grünen, am Freitag gesetzlich vorzuschreiben zu lassen kein Fleisch mehr essen zu dürfen. Irgendwo hört das zwingende Recht des Staates bei mir mit Sicherheit auf und der deutsche Staat könnte mir bei solchen Regelungen mal kreuzweise den Buckel runter rutschen.
        Also einigen wir uns einfach auf die Ausnahmen im Steuerecht, sehr geehrter Herr Stöcker. Das ist schon schwierig genug….

    • Wolfgang Selig sagte:

      @Hr. Stöcker: die Idee von Herrn Kirsch finde ich cool, aber total realitätsfern. Sollte das international (national bringt es nichts) umgesetzt werden, werde ich sofort Aktien von Kreuzfahrtanbietern und anderen seniorentauglichen Konsumanbietern kaufen. Denn bis auf ein paar Verunfallte und ein paar Trantüten, die sich für unsterblich halten, wird kein Mensch noch etwas zu vererben hinterlassen, sondern alles vorher verprassen. Und sei es, dass er für alle Enkel Autos kauft, die auf ihn zugelassen sind und diese fahren dürfen. Oder er kauft in 20 Läden 200 Gutscheine á 500 € und verrät nicht, wem er diese geschenkt hat. Die Zahl der Stiftungen wird sich gleichzeitig vervielfachen. Der Kreativität der Leute werden keine Grenzen gesetzt sein…^^

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Immer noch nicht begriffen:

      Was Ökonomieprofessoren sagen ist unerheblich für das, was die Menschen wollen und tun.

      Insbesondere ist es unerheblich, wenn Ökonomen wie Kirsch ihnen UNSINN erzählen, wie diesen:

      „Es ist schlicht ein Unding, dass die Toten über das Leben der Lebenden entscheiden.“

      Tote können nicht über das Leben von Lebenden entscheiden und daher ist es bereits ein Unding, ihnen das zu unterstellen und in die Debatte einzubringen.

      Auch Lebende wollen nicht über das Leben der nach ihnen Lebenden entscheiden.

      Lebende wollen lediglich, dass die Verfügungsgewalt über ihr Eigentum, die sie im Leben haben und ausüben, u. a. mit der Willen, es anderen mit dem Tod zu übereignen, auch nach dem Tod befolgt wird.

      Wer meint, dass dies zu unerträglicher sozialer Ungleichheit führe, sollte in die Politik gehen und angefangen mit dem Grundgesetz, die Gesetze ändern.

      Schafft er das, dann müssen die Menschen es mehrheitlich so GEWOLLT haben, denn ohne ein solches Wollen hätte er es nicht schaffen können.

      Schafft er das nicht, ist er offensichtlich von einer falschen Einschätzung bezüglich dessen, was die Menschen wollen, ausgegangen.

      Wem diese Lösungsweg zu beschwerlich oder aussichtslos erscheint, sollte sich mit REALISTISCHEN Alternativen einer RATIONAL begründbaren Vermeidung von Ungleichheit beschäftigen.

      Alles andere ist vergeudete Zeit.

      Antworten
      • Michael Stöcker sagte:

        „Immer noch nicht begriffen:“

        So ist es Herr Tischer.

        „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“

        „Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

        „Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.“

        „Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel.“

        „Weisheit erwerben ist besser als Gold
        und Einsicht erwerben edler als Silber.“

        „Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“

        „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

        „Reichtum hilft nicht am Tage des Zorns;
        aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.“

        „Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“

        Einfach mal wieder Monopoly spielen, Herr Tischer.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie in die Sprüchekiste greifen müssen, da Ihnen nichts weiter einfällt als Besteuerung und Umverteilung.

        Warum es als ALTERNATIVE zur Erbschaftssteuer keine starken ANREIZE dafür geben kann, Vermögen nach dem Tod etwas bewirken zu lassen, das eine aufgeklärte Gesellschaft als SINNVOLL ansieht, ist selbstverständlich keinen Gedanken wert.

        Denn es ist ein gefährlicher Gedanke, weil er das Erbschaftssteueraufkommen SCHMÄLERT und STAATLICHE Umverteilung nicht zulässt.

        Nein, Leute wie B. Gates z. B. können keine Alternative sein, obwohl sich diese auch im kleinen Umfang beliebig wiederholen ließe.

        Abstriche an der 99:1-Formel – kein Jota!

        Erst wenn die gnadenlos durchgesetzt ist, kann konsumtive Gerechtigkeit eingekehrt sein.

        In welche Verfassung sich die Gesellschaft mit diesem Diktat bringt, interessiert nicht.

        Hauptsache, wir erfüllen es.

    • Frank Präuner sagte:

      Sehr geehrter Herr Stöcker,

      ich weiß nicht wie die Welt in Deutschland in 30 oder 40 Jahren aussieht. Und ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen die Steuerpflicht an die deutsche Staatsbürgerschaft zu koppeln. Aber bei den Deutschen weiß man bekanntlich nie…… Aber eine derartige Regelung, die Sie vorschlagen doch schon sehr zum Machtmissbrauch anregt.
      Bekanntlich kann man ja auch seine Staatsbürgerschaft aufgeben.
      Aber Sie machen ja weiter mit ihrem Interventionismus!!!!!!
      Wenn man so weit geht und seine Staatsbürgerschaft aufgibt, will man bekanntlich mit diesem Staat und seinen Regelungen nichts mehr am Hut haben! Und ja mit derartigen Regelungen, die Sie vorschlagen fängt der Machtmissbrauch bei mir auf alle Fälle an und ich würde so eine gesetzliche Regelung zwingend missachten und auch alle Menschen dazu aufrufen derartige Gesetze zu ignorieren. Für mich sind solche Regelungen, das Bekenntnis zu einer geschlossenen Gesellschaft. Aber ich habe es diesem Fall einfach, da ich die Schweizer Staatsbürgerschaft besitze. Die Deutschen haben schon eine seltsame Vorstellung von einer freien und offenen Gesellschaft: Erst zahlen und dann darf man gehen, so wars aber leider auch im dritten Reich.
      Das fällt m.E. in dieselbe Kategorie mit dem Vorschlag der Partei der Grünen, am Freitag gesetzlich vorzuschreiben zu lassen kein Fleisch mehr essen zu dürfen. Irgendwo hört das zwingende Recht des Staates bei mir mit Sicherheit auf und der deutsche Staat könnte mir bei solchen Regelungen mal kreuzweise den Buckel runter rutschen.
      Also einigen wir uns einfach auf die Ausnahmen im Steuerecht, sehr geehrter Herr Stöcker. Das ist schon schwierig genug….

      Antworten
  1. Dietmar Tischer sagte:

    Warum es mit der Umverteilung (Fiskalunion, „Finanzminister“, gemeinsames Budget etc.) nicht funktionieren kann:

    Prämisse 1:

    >Selbst, wenn wir wollten, wir können gar nicht. Siehe unsere demografische Entwicklung!>

    Prämisse 2:

    >Selbst, wenn wir könnten, es würde nichts bringen! Sagt der IWF!>

    Prämisse 3:

    >Selbst, wenn es etwas bringen würde, wäre es fair? Ich denke nicht>

    Schlussfolgerung:

    Es wird nicht funktionieren.

    Um das festzustellen, genügt Prämisse 1.

    Jeder, der sich dafür interessiert, kann das wissen.

    Warum wird dann noch daran gearbeitet, dass „es funktioniert“?

    Es geht um nichts anderes als die Verhinderung des Zerfalls.

    Da sind wir nun doch schon etwas weiter als April 2018:

    Macron wurde mit den Westen die gelbe Karte gezeigt. Seine Reaktion darauf, exemplarisch für politisches Handeln, hat die gesamte Situation verschlimmert, d. h. der „Rettungsbedarf“ hat sich dadurch ERHÖHT.

    Auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen , ist nicht nur Italien mit der Budgetzustimmung aus Brüssel, sondern auch das bereits „gerettete“ Griechenland. Hier:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article186530992/Griechenland-Oekonomen-sind-besorgt-ueber-teure-Wahlgeschenke.html

    Juncker weiß das alles natürlich auch, vernebelt aber die Realität, wenn er sagt:

    „We all know what to do, we just don’t know how to get re-elected after we’ve done ist“.

    Wäre er wahrheitsliebend, müsste er sagen:

    „We all know what to do to get re-elected, but we just don’t know whether we can do it again and again after we’ve been re-elected.”

    und auf Basis dieses Bekenntnisses auf die einzig sinnvolle „Rettungslogik“ verweisend hinzufügen:

    Daher sollten wir so schnell wie möglich eine INSTITUTIONELL fest fundierte Transferunion schaffen, die KEINER mehr aufzuschnüren wagte, weil schon der Versuch – siehe Brexit – ein politisch und sozial unbeherrschbares Risiko darstellen würde.

    Ich glaube, dass es die Mehrheit für eine solche Rettungslogik nicht gibt und es daher u. a. keine Fiskalunion geben wird.

    Antworten
  2. Thomas M. sagte:

    Nachtrag zum Begriff „leistungslos“ im Kontext Erbschaft.

    Mir gefiel der Begriff noch nie; ich ordne einmal meine Assoziationen und formuliere aus.

    1. Mit „Erben sind leistungslos“ wird in der Praxis gerne abgekürzt begründet, weshalb man besteuern sollte. Das ist freilich kein Begründung. Da schwingt zumindest mit – so wie ich die Texte hierzu wahrnehme – dass leistungslos mit unverdient assoziiert ist und daher zu besteuern ist. Das ist aber keine Begründung, sondern eine Forderung, um Gefühle zu bedienen. Oder aber man sagt konsequent: Nur wer Leistung bringt, darf auch (unversteuert) etwas erhalten. Das müsste man dann aber doch noch etwas ausführen und verfeinern, weil ansonsten auch Opas Weihnachtsgeschenk auf einmal suspekt und besteuerbar wird. Aber den Strang müssen wir gar nicht gehen, denn…

    2. In der binären Ausgestaltung des Begriffes „leistungslos“ vs. „leistungshaltig“ löst sich die Begründung rein logisch auf. Wenn der Erbe per definition 100% leistungslos ist, ist damit auch jede andere Person im Staat per definition leistungslos in Bezug auf das Erbe. Mit der Leistungslosigkeit kann man also nicht logisch schlüssig begründen, warum andere Personen als die Erben einen Teil des Erbes erhalten sollten. Schließlich sind diese auch leistungslos.

    3. Die Beschreibung „leistungslos“ ist ohnehin falsch oder nur in einer Teilsicht korrekt. Mit einem praktischen Beispiel lässt sich dies leicht zeigen. Waren meine Frau oder meinen Eltern leistungslos, wenn sie von mir im Falle meines Todes Erbe erhalten? Oder haben sie nicht vielmehr über Jahre und Jahrzehnte „Leistungen erbracht“ (wenn man nun die soziale Interaktion schon so nennen muss, um zu rechtfertigen, dass sie Erbe erhalten dürfen)? Und deshalb überlasse ich ihnen gerne im Falle meines Todes mein Hab und Gut? Und wenn sie diese (soziale) Leistung nicht erbracht haben, steht es mir nicht frei, sie soweit möglich zu enterben?

    Nein, mit dem Begriff „leistungslos“ kann man nicht abgekürzt begründen, wieso man Erbschaften besteuern sollte. Insofern würde ich empfehlen, den Begriff aus jeder ernsthaften Begründung zu streichen (s. Punkte 1-3) und statt dessen inhaltliche Gründe anzuführen. Die gibt es sehr wohl, aber sie erfordern mehr als einen nur scheinbar schlüssigen Satz.

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      Vielen Dank für Ihre differenzierende Analyse, lieber Thomas. Weiter oben schreiben Sie:

      „Aber ich hab vor einiger Zeit beim Notar gelernt, dass es die Willensbekundung über den Tod hinaus gibt.“

      Selbstverständlich gibt es diese Willensbekundung auch über den Tod hinaus. Aber was hat dieser Wille mit dem Steuerrecht zu tun? Durch Willensbekundung kann man sich ja auch nicht der Einkommenssteuer sowie anderer Steuern entziehen. Wieso sollte dies bei der Erbschaftssteuer anders sein? Und im Gegensatz zu Guy Kirsch fordere ich ja auch keine radikalen 100 %, sondern eine linear-progressive Staffelung in Anlehnung an die Einkommenssteuer: Je 100.000 EUR steigt der Steuersatz um je 1 % bis zum Spitzensteuersatz von 90 %, der ab 9,1 Mio greift. Eine Erbschaft ihn Höhe von 10 Mio wird somit bei zwei Kindern mit rund 24 % besteuert. Das ist weniger als die aktuell gültige Kapitalertragssteuer. Bei vier Kindern läge der Steuersatz bei 12 %. Insofern kann ich die aufgeregten Zeilen von Dietmar Tischer nicht nachvollziehen.

      Was spricht rein sachlich jenseits aller moralisierenden Verrenkungen für eine deutlich höhere Besteuerung des Erblassers/Erben?

      Der Matthäus-Effekt. Hieraus leiten sich letztlich alle anderen Gründe ab.

      Zu hohe Vermögenskonzentration führt zum einen zu einer zu hohen Machtkonzentration/Plutokratie und widerspricht somit der Demokratie sowie dem Grundgesetz: https://www.zeit.de/2017/24/usa-robert-rebekah-mercer-charles-david-koch-donald-trump/komplettansicht

      Und der große Gönner und Mäzen Bill Gates setzt seine Milliarden eben nicht nur für wohltätige Zwecke ein; das ist wohl eher das Deckmäntelchen.

      Die Better Than Cash Alliance wurde 2012 von der Bill and Melinda Gates Foundation, Citi, Mastercard, dem Omidyar Network, USAID und Visa Inc. ins Leben gerufen. Es geht dabei ganz konkret um die Abschaffung des Bargelds und somit um die Abschaffung der letzten bürgerlichen Freiheit vor totalitärer Kontrolle und Bevormundung. Es ist der unmittelbare Weg in eine totalitäre Gesellschaft. Einfach mal einen Blick nach China werfen.

      Zu hohe GELDvermögenskonzentration führt zum anderen zum Zusammenbruch des Kreditgeldsystems oder aber erfordert eine permanent höhere Staatsverschuldung (fiktives Kapital), wenn man nicht möchte, dass die Realwirtschaft in eine deflationäre Abwärtsspirale gerät. Dieses fiktive Kapital kann dann aber wieder sehr viel realen Einfluss auf die gesellschaftlichen Prozesse nehmen, ohne hierzu demokratisch legitimiert zu sein (siehe Bill Gates & Co.).

      Insofern bleibe ich bei meinem ceterum censeo: Hereditatem esse delendam.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      > Wenn der Erbe per definition 100% leistungslos ist, ist damit auch jede andere Person im Staat per definition leistungslos in Bezug auf das Erbe.>

      Noch konsequenter:

      Wenn der Erbe per definition 100% leistungslos ist (weil er nichts geleistet hat für das, was er erhalten soll) und er DAHER nichts erhalten darf, dann dürfen ALLE anderen, die auch nichts leisten, auch nichts erhalten)

      Verhungern lassen!

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Insofern kann ich die aufgeregten Zeilen von Dietmar Tischer nicht nachvollziehen.>

      Sie können Sie nicht nachvollziehen, weil Sie IHRE Auffassung, dass das Erbe besteuert werden MUSS, nicht infragestellen lassen WOLLEN.

      Sie lenken von der Frage GRUNDSÄTZLICHER Alternativen ab, wenn sie darauf verweisen, dass man mit Stiftungen auch das Bargeld abschaffen kann und es auch will.

      Ich habe doch nicht behauptet, dass mit Stiftungen nur Gutes zustande kommt, sondern ausdrücklich die Einschränkung getroffen, dass die Gesellschaft Wirkungen als SINNVOLL anerkennen muss, wenn das wirkende Vermögen nicht besteuert werden soll.

      Es geht mir lediglich um IHREN Dogmatismus und die Konsequenzen, die er hat.

      Zu Ihren Begründungen:

      >Zu hohe Vermögenskonzentration führt zum einen zu einer zu hohen Machtkonzentration/Plutokratie und widerspricht somit der Demokratie sowie dem Grundgesetz:>

      Das kann man so sehen.

      Das betrifft vor allem die BETREIBER der Schlossallee, viel weniger deren Eigentümer. Ausnahmen wie die Koch-Brüder in USA bestätigen die Regel. Die Badstraße (kleine mittelständische Unternehmen z. B.) betrifft das überhaupt nicht.

      Wenn Machtkonzentration das Problem ist, müssen Sie nicht bei der Erbschaft, sondern ganz woanders ansetzen.

      >Zu hohe GELDvermögenskonzentration führt zum anderen zum Zusammenbruch des Kreditgeldsystems oder aber erfordert eine permanent höhere Staatsverschuldung (fiktives Kapital), wenn man nicht möchte, dass die Realwirtschaft in eine deflationäre Abwärtsspirale gerät.>

      Wenn die GELDvermögenskonzentration das Problem sein sollte oder ist, dann müssen sie DIESES Problem lösen, aber nicht eine GENERELLE Erbschaftsteuer einführen wollen, die u. a. erhebliche Auswirkungen auf Sachvermögen haben kann.

      Nochmal:

      Ungleichheit ist ein Problem in unserer Gesellschaft, weil die Menschen es als ein Problem ansehen und darauf reagieren.

      M. A. n. ist die bereits bestehende und vermutlich steigende Einkommensungleichheit das größere Problem als die Vermögensungleichheit, weil sie DIREKT nachvollziehbar und spürbar für die Menschen ist. Millionen- oder Milliardenvermögen sind für die allermeisten Menschen dagegen abstrakt.

      Gerade sie werden allerdings moralisch instrumentalisiert, um bestimmte Gerechtigkeitsvorstellungen gesellschaftlich durchzusetzen.

      Es muss diskutiert werden, wie wir mit Ungleichheit umgehen, um welche ZIELE zu erreichen.

      Sie mögen es nicht wollen, aber nach Lage der Dinge, werden erhöhte Einnahmen aus der Besteuerung von Erbschaften vorrangig in den Konsum fließen und damit letztlich nichts für eine leistungs- und zukunftsfähigere Gesellschaft bewirken.

      Antworten
  3. Barthel Berand sagte:

    @ Thomas M.

    Danke dafür.

    Ich gehe an das Thema etwas grundsätzlicher heran. Warum sollte es überhaupt jemandem gestattet sein, einem anderen gegen seinen Willen etwas wegzunehmen – auch mittels Besteuerung? Ich kann die Gedankenwelt von Leuten nicht nachvollziehen, die ihre Zeit damit zubringen, zu überlegen, wie man anderen etwas wegnehmen kann. Um die Welt gerechter zu machen? Gerechtigkeit durch fortwährenden Rechtsbruch?

    Es gibt kein Recht, mit der Hand in der Tasche seines Nachbarn zu leben.
    Wenn wir den Grundsatz gelten lassen, dass ich Ihnen nicht gegen Ihren Willen etwas wegnehmen darf und Sie mir nicht gegen meinen Willen etwas wegnehmen dürfen, dann ist damit auch jedes Besteuerungs-„Recht“ ausgeschlossen – auch und gerade in demokratisch verfassten Gemeinwesen. Denn wenn ich ein Recht nicht habe, dann kann ich es auch nicht auf einen anderen per Wahl übertragen. Entweder dieser Grundsatz gilt – was wohl niemand ernsthaft bestreiten wird – oder er gilt nicht. Dann möchte ich mir die Folgen allerdings nicht ausmalen. Daher ist Besteuerung per se logisch und ethisch defekt.

    Zum Thema Erbschaftsteuer im Besonderen – fern der Überlegung, ob eine Erhebung überhaupt – wirtschaftlich sinnvoll – möglich ist (Verwaltungsaufwand), eine kurze Sequenz von Ayn Rand dazu:

    „Nur ein Mensch, der ihn nicht braucht, ist bereit, Reichtum zu erben – der Mensch, der sein eigenes Vermögen erwerben würde, ganz gleich unter welchen Voraussetzungen. Wenn ein Erbe seinem Geld gewachsen ist, dient es ihm; wenn nicht, zerstört es ihn. Doch Sie sehen zu und schreien, das Geld habe ihn verdorben. Hat er das? Oder hat er das Geld verdorben? Beneiden Sie keinen wertlosen Erben; sein Reichtum gehört nicht Ihnen, und Sie hätten damit nichts Besseres getan. Denken Sie nicht, dass es unter Ihnen hätte verteilt werden sollen; die Welt mit fünfzig statt mit einem Parasiten zu belasten, würde das ungenutzte Potential, das das Vermögen war, nicht wieder zurückbringen. Geld ist eine lebendige Kraft, die ohne ihre Wurzel stirbt. Geld dient keinem Verstand, der ihm nicht gewachsen ist.“

    Wir kennen alle die Geschichten von den Lottogewinnern, die nach kurzer Zeit so Pleite waren wie vorher. Daher hat Ayn Rand so Recht mit obigem Absatz.

    Antworten
  4. Thomas M. sagte:

    >Der Matthäus-Effekt. Hieraus leiten sich letztlich alle anderen Gründe ab.

    Zu diesem Effekt hatte ich schon einmal recherchiert, aber zumindest auf die Schnelle nichts stichhaltiges gefunden. Gibt es ihn denn wirklich generationsübergreifend und in mehr als Einzelfällen? Oder ist es in der Praxis so, dass ein „konzentriertes“ Vermögen, was vererbet wird, innerhalb von 3 Generationen aufgebraucht / verdünnt / verteilt ist? Dann würde ich das Erbe lieber über drei Generationen sich „natürlich“ verdünnen lassen, als dies künstlich zu forcieren. (Siehe hierzu auch die etwas kernigere Beschreibung von Ayn Rand bei Herrn Berand.)

    Zahlen zum Matthäuseffekt würde mich wirklich einmal interessieren… Da muss man aber in stabileren Ländern als Deutschland gucken, wo man eine Zeitreihe von 100-200 Jahren zusammen bekommt… so es die überhaupt gibt?!

    Antworten
      • Thomas M. sagte:

        Offtopic, aber daran anknüpfend: Den ABBA-Song hatte ich vor Weihnachten noch einige Male genauer angehört – angestupst durch ein Special im Fernsehen. Das ist tatsächlich eine zeitlose Pop-Perle.

        Nun im etwas reiferen Alter höre ich auch, dass die Sängerin – deren Ehe damals auseinander ging – ihre Emotionen in diesen Song projiziert hat. (Auch wenn ABBA offiziell sagen, dass der Song nicht von der Scheidung handelte.) Heartbreaking, wenn man genauer hinhört.

        Zum Matthäus-Effekt hätte ich gerne Statistiken, da lasse ich mich weder mit ABBA- noch mit Bibel-Zitaten überzeugen, dass es ihn gibt .) Die H0 steht daher weiterhin: Es gibt den Matthäus-Effekt schlicht nicht in der Breite und drei Generationen umspannend.

        Blumig formuliert (kann ich auch :) So wie in der Natur blühen Vermögen auf, um dann zu verwelken und auf dem Kompost entsteht neues. Durch Verzicht auf (hohe) Erbschaftssteuern wird der Kompost zufällig verteilt. Durch Erbschaftssteuern kommt es hingegen zu Verzerrungen, weil Parteien den Kompost umverteilen – bevorzugt auf ihre jeweiligen Wählersegmente.

      • Frank Präuner sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,
        im Grundsatz haben die anderen Herren des blogs leider Recht! Es gilt bis heute der Grundsatz: die erste Generation baut auf, die Zweite erhält es und spätestens die Dritte haut alles auf den Kopf. Den Matthäus-Effekt gibt es über längere Zeiträume einfach nicht! Wobei natürlich ein 3 Generationen Zyklus nicht gerade kurz ist!

  5. Barthel Berand sagte:

    @ MS

    Ihre Bibelzitate sind entweder aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch missverständlich oder sie handeln von Habgier, die selbstverständlich abzulehnen ist.

    Vielleicht wird Ihnen dieses Buch neue Einsichten vermitteln und Ihnen helfen, die Bibel besser zu verstehen:

    https://www.amazon.de/Jesus-Kapitalist-Christliche-Herz-Marktwirtschaft/product-reviews/3898797112/ref=cm_cr_dp_d_show_all_btm?ie=UTF8&reviewerType=all_reviews

    Da Sie es wohl nicht lesen werden, studieren Sie wenigstens die Rezensionen. Da sind einige ausführliche und lesenswerte dabei.

    Zum Matthäus-Effekt:
    Den gibt es in der Wirtschaft schlichtweg nicht. Richtig ist, dass das Leben einfacher ist, wenn man auf vergangenen Erfolgen aufbauen kann – ob auf eigenen oder auf ererbten spielt dabei keine Rolle. Dies garantiert aber keineswegs auch zukünftige Erfolge.

    Beleg: http://blog.wiwo.de/look-at-it/2016/08/24/digitale-transformation-40-prozent-der-fortune-500-firmen-verschwinden-in-naechster-dekade/

    Man muss schon sehr genau überlegen, was man tut. Mit seinem Vermögen steht man immer im Feuer. Letztes prominentes Beispiel aus der Erinnerung zur Widerlegung des Matthäus-Effekt ist die Familie Schlecker. Es ist so, wie es Ayn Rand beschrieben hat: Wenn man seinem Vermögen nicht gewachsen ist, d.h. wertschaffend damit umgehen kann, verliert man es.

    Sie sollten also eine Argumentation nicht auf einen Effekt aufbauen, den es so nicht gibt. Das trägt nicht.

    Antworten
  6. Barthel Berand sagte:

    @ MS

    „Es gibt immer einzelne Gegenbeispiele. “

    Einzelne? Ich schicke Ihnen einen link, nachdem in den letzten 18 Jahren die Hälfte der größten Unternehmen verschwunden sind, und Sie nennen das Einzelbeispiele?

    Sie sollten die Tatsachen schon zur Kenntnis nehmen. Der Matthäus-Effekt existiert nur bei Unternehmen, die immer alles richtig machen. Das sollten die wenigsten sein. Aber wer alles richtig macht, verdient es auch, wohlhabender zu werden. Ich kann da kein Problem erkennen. Wenn Sie Angst vor FAANG haben, kaufen Sie dort nichts. Einfach.

    Antworten
    • Richard Ott sagte:

      @Barthel Berand

      Sehr richtig. Sie können sich auch die Zusammenstellung der großen Börsenidizes vor 20, 50 oder sogar 100 Jahren anschauen und vergleichen, welche dieser Firmen heute noch existieren und wesentliche Marktanteile haben. Oder vergleichen Sie das Vermögen der Vanderbilts und Rockefellers heute mit dem von Bezos und Zuckerberg. Diese 2 Internet-Namen kannte vor 25 Jahren noch kein Mensch, aber die Superreichen von vor 100 Jahren haben sie in kurzer Zeit vermögensmäßig abgehängt.

      Herr Stöcker will nicht wahr haben, dass in Wirklichkeit die meisten Firmen, auch zeitweilige Monopolisten, nur wenige Jahrzehnte existieren und dann wieder verschwinden. Die „einzelnen Gegenbeispiele“, in denen Firmen oder Familien jahrhundertelang ihren Reichtum behalten, sind absolute Ausnahmen. Aber diese Realität anzuerkennen würde ja bedeuten, dass er sich von seinen konfiskatorischen Erbschaftssteuer-Fantasien verabschieden müsste.

      Antworten
  7. Michael Stöcker sagte:

    @ Richard Ott

    „für volkswirtschaftliche Analogien taugt der Song nicht besonders gut.“

    Jeder Vergleich hinkt; mal mehr, mal weniger. Die Währungshochzeit Euro ist aber mAn ein gutes Beispiel (Deutschland vs GR und IT). Bei einer Scheidung werden ALLE verlieren. Der Rosenkrieg wird fürchterlich werden.

    „Herr Stöcker will nicht wahr haben, dass in Wirklichkeit die meisten Firmen, auch zeitweilige Monopolisten, nur wenige Jahrzehnte existieren und dann wieder verschwinden.“

    Schumpeter lässt grüßen, Herr Ott. Und ja, alles ist im Fluss. Die Frage ist nur, in welchen Zeiträumen (in the long run…) sich welche Staudämme bilden, die sodann die gesamte Gesellschaft hinweg spülen können, wenn sie brechen. Die Weltwirtschaftkrise 1929 hat jedenfalls gezeigt, welchen destruktiven Einfluss der Matthäus-Effekt haben kann, wenn man nicht RECHTZEITIG redistributiv eingreift. Das haben die Amerikaner erst anschließend ganz radikal umgesetzt (siehe Link zum WIR).

    @ Thomas M.

    Hier finden Sie alle relevanten Zahlen: https://wir2018.wid.world/files/download/wir2018-full-report-deutsch.pdf

    LG Michael Stöcker

    Antworten

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