Alles wird gut! – Kein Helikopter-Geld für Europa

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„Kein Helikopter-Geld für Europa“ vermeldet die F.A.Z.! Uff. Das ist ja nochmal gut gegangen, denken wir uns da in Deutschland. Ersparen wir uns doch eine unangenehme Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit und eine allzu offen sichtbare Erpressbarkeit auf europäischer Ebene! Die Wirkung ist ja ohnehin umstritten.

  • „Über ein solches ‚Helikopter-Geld‘ werde noch nicht einmal diskutiert, sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet am Donnerstag. Ins gleiche Horn blies EZB-Vize Vitor Constantio im Europa-Parlament: „Das ist nicht auf dem Tisch in irgendeiner Gestalt oder Form.“ – bto: genau. Niemand hat die Absicht, …
  • „Unter Volkswirten gilt Helikoptergeld als letztes Mittel der Geldpolitik wenn alle anderen konventionellen und unkonventionellen Instrumente ausgereizt sind. Das schwedische Bankhaus Nordea hatte jüngst eine Summe von 1.300 Euro ins Gespräch gebracht, die die Notenbank direkt an die Bürger der 19 Länder des Euro-Raums ausschütten könne.“ – bto: wenn schon, denn schon. Dann doch gleich 10.000 Euro für jeden wie hier immer wieder beschrieben (gefordert würde ich nicht sagen). Denn es geht doch um Inflation um jeden Preis!!
  • Unterdessen erklärte Draghi im EZB-Jahresbericht, auch 2016 werde für die Notenbank ein hartes Jahr sein. Die Aussichten für die Weltwirtschaft seien unsicher. Es gebe weiter Druck auf die Inflation. Zudem stellten sich Fragen in Bezug auf die künftige Ausrichtung Europas und der Widerstandsfähigkeit des Kontinents ‚gegenüber neuen Schocks‘. In dem Umfeld sei die Verpflichtung auf das Mandat, für Preisstabilität zu sorgen, ‚ein Vertrauensanker‘.“ – bto: hartes Jahr. Klingt echt schlimm, was die Damen und Herren im konkurssicheren und fern der realen Wirtschaft agierenden Turm in Frankfurt ertragen müssen!!
  • Praet sagte in Frankfurt, die EZB habe noch genügend Pfeile im Köcher. ‚Falls es zu weiteren negativen Schocks kommen sollte, könnten wir unsere Maßnahmen abermals anpassen, um der Stärke des Gegenwindes zu begegnen. Dabei würden mögliche Nebeneffekte berücksichtigt. Dass die Inflation weiter niedrig sei, liege nicht an einer ineffektiven Geldpolitik, sondern daran, dass die Wirtschaft in der Zwischenzeit von neuen dämpfenden Einflüssen getroffen worden sei.“ – bto: Nein, es liegt definitiv nicht an der Geldpolitik! Es liegt daran, dass sie einfach nicht wirkt, wenn man pleite ist!

Auf jeden Fall ist die F.A.Z. froh! Alles wird gut.

Das Coole ist ja, was am selben Tag von Zero Hedge und JP Morgan zu dem Thema berichtet wurde: „JPM, ECB Hint At Arrival Of Helicopter Money In Europe Following Next Significant Downturn, lautet hier die Schlagzeile! Zitiert wird der Chef der Banca d`Italia (der im Zweifel Draghi besser verstehen dürfte) und EZB Ratsmitglied Ignazio Visco: „(…) no policy tool within our mandate can or should be dismissed a priori.“ – bto: Klingt nicht so eindeutig wie die F.A.Z.!

Zur Erinnerung.  Als Draghi gefragt wurde sagte er: „We haven’t really thought or talked about helicopter money. It’s a very interesting concept that is now being discussed by academic economists and in various environments. But we haven’t really studied yet the concept.bto: Das klingt ebenfalls nicht so eindeutig negativ, wie die F.A.Z. meint. 

Derweil schreibt JP Morgan, dass „Helicopter money may come to a Euro area airport near you“.

  • Beim nächsten Abschwung wird der EZB nichts anderes übrig bleiben, als zu Helikopter-Geld zu greifen.
  • Dabei handelt es sich um eine Kombination von Geld- und Fiskalpolitik. bto: Klar, es geht um die direkte Finanzierung von Staatsausgaben, idealerweise als „Geschenk“.
  • Ein zusätzlicher Nutzen ergäbe sich durch „greater risk sharing across the ECB balance sheet (…) Many in financial markets would view this as de facto equivalent to a eurobond“. – bto: Klartext: Durch die Sozialisierung von Schulden auf europäischer Ebene über die Bilanz der EZB ohne jegliche demokratische Legitimierung durch die Parlamente und damit die Bürger der Eurozone. Die EZB würde damit (noch mehr) zur Umverteilungsmaschine.
  • JP Morgan sieht es positiv. Im Unterschied zu QE würde das neue Geld direkt zu mehr Nachfrage führen.
  • Das einzige Hindernis ist aus Sicht der Bank, dass es schwerfällt in Europa, die Finanzpolitik zu koordinieren. bto: Übersetzt heißt das, die (blöden) Deutschen könnten gegen mehr Staatsschulden sein und damit die Party verhindern.
  • Trotzdem wird das Helikopter-Geld im nächsten Abschwung kommen, ist sich die Bank sicher. bto: ich auch. Und wenn es eine direkte Finanzierung von Brüssel ist.

Fazit: Es wird kommen und man wird es aus politischer Rücksichtnahme nicht so offen sagen.

Leser von bto wissen natürlich, dass ich auch davon ausgehe, dass es kommt. Notenbanken und Politik haben gar keine andere Möglichkeit mehr, bleiben sie auf dem eingeschlagenen Weg.

→ F.A.Z.: „„Kein Helikopter-Geld für Europa“, 7. April 2016

Zero Hedge: „JPM, ECB Hint At Arrival Of ‚Helicopter Money‘ In Europe Following Next ‚Significant Downturn‘“, 7. April 2016

15 Kommentare
  1. Felix Kurt says:

    Die gesunkenen Energiepreise, besonders Öl, wirken ja insbesondere seit ca. Mitte letzten Jahres nochmals verstärkt als eine deutliche Entlastung aller privaten Haushalte, auch der niedrigen Einkommen mit hoher Konsumquote. Heli-Money ist es jedenfalls nicht. Die niedrigen Zinsen, sei es bei Hypothekenkrediten, Ratenkauf, o.ä. ebenfalls, und zwar europa- und weltweit. Ob das nun durch eine Art Steuersenkung halbwegs gelenkt oder durch Heli-Money erreicht worden ist, macht keinen Unterschied. Falls doch, warum sollte Heli-Money dann automatisch besser funktionieren? Derzeit findet doch eine Zunahme der real verfügbaren Einkommen statt und man könnte die Wirkungsmechanismen auf den Konsum/die Re-Inflationierung genauer analysieren? Ob es überhaupt funktioniert, oder sich das Konsum- und Sparverhalten der privaten Haushalte ändert? Ob der Effekt durch Legen des Heli-Money unter das Kopfkissen („Morgen bekomme ich für das Geld noch mehr.“ = Deflation a la Japan) verpufft? Das müsste man doch schon genau wissen, bevor man den letzten Schuss abfeuert! Zieht eine anfangs eher langsam steigende Preissteigerung überhaupt mehr Kaufentscheidungen nach sich? Der Hinweis von Klages, dass in den USA das Experiment der Steuerschecks für alle mit einer Quote von 20% für direkte Ausgaben ausgegangen ist, sollte berücksichtigt werden. Selbst wenn man mehr und dauerhaft „abwirft“, ist die Wirkung reine Hoffnung/Spekulation/Theorie – ggf. ein gefährliches Experiment.

    Die Befürworter der „Heli-Money Theorie für Inflation“ (vgl. Blog vom 23.3.2016) müssten folgende Fragen konkret beantworten können:

    Wie lange würde es denn dauern bis eine hinreichende Entschuldung durch Inflationierung erreicht ist?
    • Bei welchem Schuldenstand (je Land)?
    • Wie viele Jahre dauerhafte Inflation sind notwendig?
    • Bei welcher Inflationshöhe?
    • Konjunkturzyklen und damit Investitions- und Kapazitätszyklen (Über-/Unterproduktion, etc.) wird es trotzdem geben und die Experimentphase überlagern.
    • Wie sähe die internationale Koordination aus? Überlässt man das nur den Wechselkursen?
    • Könnte Europa das isoliert angehen? (Was passiert wenn ein wichtiges Land, bspw. USA oder China, ausschert?)
    • Die Sparer und die Altersvorsorgesysteme wären bankrott, weil die verbliebenen nominalen Vermögen keine ausreichende Kaufkraft mehr hätten? Oder doch – wie? Die Aussichten für den Konsum und Wachstum (Inflation) in der Zukunft wären ausgesprochen mager! (Dann kommt die Deflation eben später.)
    • Wie geht man mit der Moral Hazard-Problematik um? Heli-Money verdirbt die Moral und der Bezug zu selbst erschaffenen Werten/Einkommen (Lohn = Anreiz) und ggf. zu allgemeinen Wertvorstellungen geht verloren bzw. wird zumindest erheblich gefährdet.
    • Dauerhafte Kaufkraft (=Konsum) o h n e etwas Produktives/Sinnvolles zu tun kann nicht ernsthaft Bestandteil einer lösungsfähigen Theorie sein. (Manna vom Himmel?)
    Um es klar zu sagen, ich finde die Diskussionen absolut wertvoll und hilfreich. Aber mir persönlich fehlen die konkreten Anhaltspunkte, warum die Notenbanken, und am Ende das Heli-Money der Notenbanken, in der Lage sein sollten, über eine wie auch immer geartete Geldpolitik eine hinreichende Feinsteuerung allen wirtschaftlichen Handelns zu erreichen, und mit quasi chirurgischer Genauigkeit das Schuldenproblem zu lösen. Ich halte das für eine KONTROLLILLUSION!

    Die Kräfte in der Realwirtschaft, welche maßgeblich die Inflationsdynamik, also das Auf und Ab, beeinflussen, haben einen wesentlich höheren Erklärungsgehalt als die Geldpolitik per se, sei sie zins- und/oder mengengetrieben. Allen voran die Energiepreise. Wenn demnächst (in den nächsten 6-12 Monaten) die Preissteigerungsraten wieder nach oben gehen werden, liegt das mehr an den Basiseffekten bei den Energiepreisen, vielleicht auch etwas an den Löhnen, als an der Geldpolitik. Letztere wird sich den „Erfolg“ ans Revers heften. Sie soll es gerne i. S. einer Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit auch tun.

    P.S. Schön wäre es, wenn man hier Zusammenhänge/Analysen auch grafisch darstellen und unterstützen könnte.

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  2. Johannes says:

    Wirklich kein Helikoptergeld?

    http://www.zerohedge.com/news/2016-04-10/full-blown-panic-mode-fed

    Überraschend wurde für heute Abend eine Notfallsitzung des Rats der Gouverneure der US-Notenbank einberufen.

    Die „Medizin“ bestehend aus dem Mix des billigen Geldes, der offenen und verdeckten Staatsanleihekäufe durch Noten- und Geschägtsbanken, Negativzinzen, der OMT und wie sie alle heißen „Programme“ verliert rapide schnell als Wirkung.

    Bald wird die nächste „Stufe“ gezündet (werden müssen): „Helikoptergeld“ und nach dem ersten Abwurf, werfen weitere Abwürfe erfolgen müssen.

    Strukturell liegt es rund um den Globus im Argen und sollte folgende Prognose zutreffen: „Reinhard Cluse, Chefvolkswirt der UBS, zeigt sich optimistisch: Dank Draghis lockerer Geldpolitik sieht er die Inflation bald bei zwei Prozent. Das ist sogar gut. Denn dann gibt’s mehr Zinsen.“

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/ubs-chefvolkswirt-cluse-sieht-inflation-zurueckkehren-14169754.html

    … dann gibt´s nicht nur mehr Zinsen, sondern auch real zahlungsunfähige Euro-Zonen-Länder. Mit seinen Wünschen (nach mehr Zinsen) sollte man vorsichtig sein…

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  3. katalin says:

    Hallo,

    meine Damen und Herren , es gibt eine kleine Gruppe von Menschen die von der Verschuldung der anderen profitieren,

    1. Das Großkapital (ca. 500 Familien in der BRD – anderen Ländern ebenso)
    2. Die Finanzindustrie
    3. Die gekauften Vollstrecker (Politiker)

    Was heißt das genau: Quelle http://blogs.faz.net/fazit/2016/04/07/drei-erklaerungen-der-eurokrise-7413/
    „Eigene Akzente setzen Brunnermeier und Reis auch mit der spieltheoretischen Analyse des nachfolgenden Verhaltens von Regierungen als „Feiglingsspiel“, um die Verluste aus der Krise auf andere abzuwälzen: „Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diese Verluste zu verteilen. Im Falle eines Schuldenschnitts zahlen die Anleihegläubiger, im Falle von Bail-outs die Steuerzahler (wobei im Falle der Europäischen Währungsunion auch festzulegen bliebe, in welchen Ländern die Steuerzahler herangezogen würden) und im Falle von höherer Inflation und Niedrigzinsen zahlen die Sparer die Rechnung. In dieser Situation gibt es viele Beteiligte, die versuchen werden, die Last, wenn möglich, auf andere abzuschieben.

    Sie glauben doch nicht, dass die Gläubiger für die Krise bezahlen wollen.

    Wer glaubt, die Südländer hätten die EZB unter Kontrolle, der versteht relativ wenig von der ganzen Sache. Herr Dragi, darf nicht mal WC Papier benutzen ohne Erlaubnis aus Berlin. Er wurde an die Spitze der EZB gesetzt um eine Politik, die für die DE + FR Eliten gemacht wird, zu verschleiern, damit sie nicht ein Deuscher machen muss. So kann man den Leuten erzählen die Südländer wollen das Gelddrucken haben und wir können nichts dagegen tun.

    Bitte vergessen Sie nicht, dass das ganze Wachstuim der DE Wirtschaft der letzten 10 Jahren nur durch die Verschuldung (des Auslandes) möglich wurde. So viel zu dem Thema, wir sparen, aber die Südländer leben verschwendersich.

    Schulden sind ein wichtiger Bestandteil des Systems und werden dazu benutzt um eine Korrektur der ungerechte Verteilung durch den Markt, nicht korrigieren zu müssen. D.h. fehlende Kaufkraft, die auf 2 Wegen entsteht:
    1. Keine angemessene Beteiligung der AN den Produktiviätssteigerungen
    2. Ersparnissüberschüsse der Eliten
    wird auf diese Art und Weise (durch Kredite) künstlich erzeugt. Denn sonst könnte man nicht so viel Produkte absetzten und es würde sofort eine Krise ausbrechen. Wobei die 3 oben aufgeführten Gruppen von Anfang an weißen, das die Unterschicht wegen fehlenden Vermögens (50% der Deuschen besitzen nichts) die Kredite nicht zurückzahlen kann. Das ist aber kein Problem, den die Allgemeinheit kann es.
    Die US Eliten wussten von Anfang an, dass die Unterschicht die Kredite nicht tragen kann.
    Die DE und FR Eliten wussten auch, dass die Süderuop. die Kredite nicht tragen können.

    Es ist ein abgekartertes Spiel um die Umverteilung von unten nach oben betreiben zu können,
    denn in BRD ist in den letzten 15 Jahren der zweitgrößér Niedriglohnsektor der westlichen Welt entstanden .

    Gruß

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    • Felix Kurt says:

      Die die nichts besitzen (s.o.) sind also 50% der Bevölkerung. Diese 50% bezahlen auch (fast) keine Steuern. (Dazu gibt es genug seriöse Quellen). Die anderen 50% sind also die, denen etwas gehört, und sind nach obiger Definition die Allgemeinheit, die alles zahlen muss, auch die Kredite. Also zahlen sich die, denen etwas gehört die Kredite gegenseitig selber zurück. Es sind ja nicht die 50%, denen nichts gehört.

      Zur Versachlichung:
      „Im europäischen Vergleich haben die Deutschen ein recht niedriges Vermögen. So lag das Netto-Medianvermögen in Italien 2014 etwa bei 138.000 Euro. Allerdings liegt dies teilweise auch an der Methodik der Vermögensmessung: So zählen etwa die Ansprüche aus einer privaten Altersvorsorge zum Vermögen – die Ansprüche auf die gesetzliche Rentenversicherung jedoch nicht. Außerdem schlägt sich der in Deutschland mit 44 Prozent relativ niedrige Anteil an Haushalten nieder, die ihre Wohnimmobilie selbst besitzen – in anderen europäischen Ländern ist Immobilienbesitz weiter verbreitet.“ (Zitat von Spiegel Online)

      => Anm.: Wenn unser deutsches Rentensystem weiter wackelt und wegen zusätzlicher Lasten immer weniger Renten gezahlt werden können, werden die Deutschen weiter verlieren. Wenn die gesetzlichen Rentenansprüche in Deutschland einen im europäischen Vergleich eher hohen Anteil am Vermögen ausmachen, dann haben die „obersten 10%“ daran den geringsten Anteil, weil sie die kleinste Gruppe bilden und weil die Renten eh gedeckelt sind.

      Hier zum Nachlesen:
      http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/2016/2016_03_vermoegen_finanzen_private_haushalte.pdf?__blob=publicationFile

      Zitat aus dem Bericht:
      „Der Zusammenhang ist aber nicht linear. In allen Einkommensgruppen finden sich Haushalte mit hohem und niedrigem Nettovermögen.“

      Was man darin auch lernt: Die „reichtsten 10“ besitzen vor allem Immobilienvermögen, und sie haben im Gegenzug den höchsten Anteil an Hypothekenschulden.
      Ferner: Die Anteile am gesamten Nettoeinkommen teilen sich wie folgt auf:
      Die obersten 10%: 36,8% des Nettoeinkommens,
      die Gruppe 50-90%: 40,6% des Nettoeinkommens,
      die unteren 50%: 22,6% des Nettoeinkommens.

      Wie immer lastet im Zweifelsfall das meiste (Sozialsysteme, etc.) auf der Mittelschicht.

      Antworten
      • Katalin says:

        Hallo,

        die Bildzeitung für die Akademinker – den Spiegel (die aber mit der Wirtschaft nichts zu tun haben – ein Volkswirt ließt den Spiegel bestimmt nicht) würde ich nicht als zuverlässige Quelle ansehen.

        Alle diese Studien zu Vermögensverteilung in Europa sind politisch motiviert und somit falsch. Außerdem wurden die meisten Studien von der Bundesbank oder deutschen Think Tanks erstellt um Austiriät in Südeuropa zu flankieren.

        In ganz Südeuropa (außer Norditalien) gibt es keine Wettbewerbsfähige Industrie, die:
        1. A Produkte herstellt
        2. Die Produkte die sie haben (Textil, Tourismus, Agrar) sind sehr Preiselastisch, leicht zu kopieren und können mit der Konkurrenz aus Asien niemals mithalten (beim Euro als Währung)

        Wie der Südeurop. AN wohlhabender sein kann, als der Dt. ist mir unerklärlich. Jemand der den gesunden Menschanverstand benutzt, kann nur zu dem Ergebnis kommen, das die Studien manipuliert sein müssen. Es sei den man rechnet die Kunstsschätze (Musen, Bilder, usw.) mit ein, dann könnte die Studie stimmen, dann wenn man die Kustschätze Italiens oder Griechenland mit den deutschen vergleicht, dann ist BRD ein Bettler.

        Man kann über alles diskutieren, alles außer einer Sache. Die Gläubiger, d.h. die bisherigen Gewinner müssen an der Kosten der Krise beteiligt werden. Keiner hatte sie gezwungen, die Kredite zu vergeben. Problem: Es gab keinen anderen Weg die Gewinne kurzfristig zu steigern.
        Hauptgewinner der Krise sind, wenn unabhängige VWLer es errechnen würden, die oberen 10% in BRD.
        Problem: Die Regierung ist bereit alle an den Kosten der Krise zu beteiligen (Südeurop. Rentner, Studenten, AN, den einfachen dt. AN, alle außer das dt. Kapital) So kann man die Krise nicht lösen.

  4. Dietmar Tischer says:

    >Leser von bto wissen natürlich, dass ich auch davon ausgehe, dass es kommt. Notenbanken und Politik haben gar keine andere Möglichkeit mehr, bleiben sie auf dem eingeschlagenen Weg.>

    Ich halte dagegen:

    Es liegt nicht in der Hand der Notenbanken und der Politiker, ob sie auf dem eingeschlagenen Weg bleiben können. Was deren Möglichkeiten sind, ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr entscheidend.

    In Demokratien entscheiden starke Interessen, im Zweifelsfall MEHRHEITEN, die alles auf den Kopf stellen können. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass im Nachkriegsdeutschland irgendeine Partei oder Parteienkonstellation DAUERHAFT gegen eine Mehrheitsstimmung regiert hätte, wenn es um Sachverhalte ging, die als essentiell angesehen wurden. Bei der Kernenergie war die 180-Grad-Wende innerhalb von Monaten möglich. Es brauchte nur einen Anlass, noch nicht einmal eine Regierungsumbildung oder Neuwahlen.

    Bei einem Geldvermögen über zwei Billionen und Lebensversicherungen in Höhe von EUR 850 Mrd. (2015) mit einem Rentenanteil von ca. 87 % ist die Ausgangslage ziemlich klar:

    In Deutschland würde enormer POLITISCHEN Druck entstehen, wenn auch nur Inflation gewittert wird. Bei Einsatz von Helikoptergeld wird Inflation gewittert.

    Das ist keine Prognose, sondern eine Überzeugung.

    Außerdem:

    So wichtig sie ist, man muss auch mal die geldpolitische Nabelschau verlassen. Ich bin z. B. nicht sicher, ob es nach den Wahlen in Frankreich Ende 2017 überhaupt noch eine Währungsunion gibt. Wenn in wenigen Wochen für einen Brexit entschieden werden sollte, kann ALLES ins Rutschen kommen.

    Antworten
  5. Felix Kurt says:

    Ich zitiere aus einem aktuellen (März 2016) Analysebericht von PIMCO:
    „Anleger sollten jedoch vor der Monetisierung auf der Hut sein. Wir kennen kein Land, in dem es nur zu „ein wenig“ Monetisierung kam, ohne dass dadurch „sehr viel“ Inflation ausgelöst wurde. Sobald die Katze aus dem Sack ist, lässt sich die Inflation nur mehr schwer zähmen. Von 1795 in Frankreich bis 2007 in Zimbabwe lassen sich in der Geschichte der Finanzmärkte 56 Episoden ausmachen, bei denen Staatsdefizite, die von der währungspolitischen Instanz finanziert wurden, zu einer Hyperinflation führten. Die Wende von der Preisstabilität zur Hyperinflation vollzog sich oft plötzlich und nicht-linear (siehe Abbildung 4), was andeutet, dass sich eine Hyperinflation nur schwer wieder unter Kontrolle bringen lässt, wenn sie erst mal am Laufen ist. So betrug die Verbraucherpreisinflation in Deutschland von 1900 bis 1914 im Durchschnitt 1,9%, bevor sie zwischen 1915 und 1922 im Durchschnitt auf jährlich 169% in die Höhe schnellte.“

    Hier der Link: https://www.pimco.de/DE/Insights/Pages/Ein-hasslicher-Entschuldungsprozess.aspx#

    Besonders die Grafik/Abbildung 4 darin mit historischen Verläufen von Monetisierungsexperimenten in der Vergangenheit (bspw. Argentinien, Brasilien, Deutschland, u.a.) sollten Sie sich anschauen.

    Antworten
  6. Felix Kurt says:

    @ Katalin: Replik

    Der Spiegel hat hier auch nur Ergebnisse kurz zusammengefasst und nicht selber analysiert.

    Und – die Studien sind nicht manipuliert. Deutschland hatte halt das Problem, dass es in 2 Weltkriegen fast alles verloren hat und quasi bei Null anfangen und sich neu erfinden musste. Das ist nicht vom Himmel gefallen.

    Wenn andere Länder, insbesondere südeuropäische Länder wenig wettbewerbsfähige Industrien haben, dann liegt das zu allererst mal an den souveränen Ländern selber, die mit Ihren Bevölkerungen selber entscheiden, was sie tun und lassen. Deutschland hat auch niemand den Erfolg, Erfindungsreichtum, Qualitätsbewusstsein, usw. von außen aufgezwängt.

    Bsp. Griechenland: Das Problem der Steuerhinterziehung betrifft vor allem Konzerne, mittlere Unternehmen und Freiberufler, was man kurzfristig aller Erfahrung nach nicht in den Griff bekommt. Ferner haben alleine die Militärausgaben, den Berichten der Stockholm-¬Friedenforscher folgend, seit 2000 in etwa das Niveau wie das jetzige Hilfsprogramm von über 80 Mrd. EUR !! Und in den letzten 34 Jahren seit EWG-Beitritt (1981) haben 500 Milliarden an Subventionen und Hilfsgeldern, wie auch 5 Eu–Ratsprä¬sidentschaften,¬ dem Land viele Möglichkeiten geboten, initiativ zu werden und etwas Sinnvolles und Produktives aufzubauen. Die Chancen wurden leider über viele Jahre ‚souverän und demokratisch’ vertan. Griechenland ist laut TRANSPARENCY INTERNATIONAL im Korruptionsranking auf Platz 69 (zusammen mit Italien, Bulgarien, Rumänien, oder Senegal: Quelle: https:¬//¬www.¬transparency.¬de/-Tabellarisches-¬Ranking.¬2574.¬0.¬html ).

    Wenn sie alles infrage stellen, dann stelle ich Ihre Thesen in Frage. Sie bieten ja gar keine konkreten Infos an. Unbelegte Thesen sind nur Behauptungen. Behaupten kann man vieles. Nur – wen wollen Sie denn am Ende damit überzeugen – ohne dass es verpufft? Ihre Vermutungen zu den übergeordneten Verschwörungen klingen doch wie althergebrachte – Entschuldigung – Klassenkampfthesen. Also nichts Neues.

    Aber sorry, ich wusste nicht, dass Sie alleine im Besitz der Wahrheit sind. Und wir anderen alle nicht. Gern lasse ich mich überzeugen. Dazu bedarf es nur handfester und nachvollziehbarer Informationen.

    Gruß

    Antworten
    • Katalin says:

      Wenn Sie an handfesten Zahlen oder Fakten interessiert sind, dann brauchen Sie sich nur die Vermögens, Einkommens- und Schuldenentwicklung der letzten 15 Jahren in Europa anzuschauen.

      Die bestätigt ganz eindeutig „meine Thesen“ die auch das Ausland so sieht und eine kleine Minderheit in der BRD.

      Welche Verschwörungen meinen Sie denn, die Zahlen sind eindeutig.
      Ich besitze gar nichts, schauen Sie sich bitte einfach nur die Zahen an.

      Ist Ihnen etwa nicht bekannt, dass in Süderopa der Sozialstaat nach Nordeurop. Prägung unbekannt ist. Das in SüdEU zum Teil eine AL von 50% herrscht. In SüdEU aus privaten Schulden, öffentliche gemacht wurden, damit DE und FR Banken nicht direkt und für alle ersichtlich durch den dt. Steuerzahler gerettet werden müssen. sondern über Umwege und verschleiert wie bis jetzt.

      Gruß

      Gruß4

      Antworten
      • Felix Kurt says:

        Gerne. Damit ich mir auch das anschauen kann, was Sie genau meinen, stellen Sie hier bitte den Link/die Links auf die Datenquellen ein, auf die Sie sich beziehen, also bspw. „Vermögen, Einkommen, Schulden“.

        Die – wie von Ihnen auch – beschriebenen Probleme der Südeuropaländer, sind struktureller Art. Dazu zählt leider auch die Arbeitslosigkeit. Die war in Spanien z. B. bis 2007 deutlich unter 10%, ja sogar bis in den Bereich um 8% gefallen. Die Länder haben seit mehreren Jahrzehnten viele Dinge nicht auf die Reihe bekommen. Da reicht ein Blick auf die letzten 15 Jahre sicher nicht, um die gesamten Entwicklungen und auch die Ursachen zu verstehen. Bspw. war die Entwicklung der Lohnstückkosten – insbesondere wegen der Lohnzurückhaltung – in Deutschland seit 2000 viel geringer als in den südeuropäischen Ländern. Es sind aber souveräne Länder, die auch ihre eigenen Hausaufgaben mal angehen müssen. Da das nicht passiert ist, haben wir jetzt alle den Schuldenschlamassel. Und viele meinen, DE muss es richten.

        Wenn Sie die Ansicht vertreten, dass nur die obersten 10% in DE, oder die FR-Banken, usw., die Europa-Welt manipulieren, ist das sicher zu kurz gesprungen. Ihnen müsste bekannt sein, dass in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal oder besonders in Griechenland das Phänomen, dass wenige Familien-Clans die größten Vermögen besitzen und Einflüsse vielfältiger Art ausüben, noch viel stärker ausgeprägt ist, als in DE. Wenn z.B. a l l e Griechen Ihren Steuerverpflichtungen bisher – sagen wir zu 80% – nachgekommen wären, und das auch weiterhin tun würden, dann hätte GR gar kein Schuldenproblem. Das hat alles nichts mit DE-Eliten oder FR-Banken oder was auch immer zu tun. Wie ich oben beschrieben habe, hat GR über mehr als 3 Jahrzehnte 500 Mrd. verpuffen lassen, die andere Steuerbürger in Euroland (auch die noch ärmeren !) mitbezahlt haben. Wir reden hier als Bsp. über ein Land, dass gerade mal so viel Einwohner hat wie die Stadt London!

        DE hat auch über 2 Bio. Schulden und pro Kopf stehen im Vergleich nicht besonders gut dar.

        Gruß

  7. Christian Müller says:

    Weshalb Helikoptergeld? Weshalb nicht einfach mehr Staatsausgaben finanziert durch die Zentralbank? Die Finanzierungsart ist ja dieselbe, nur ist der primäre Empfänger des Geldes ein anderer. Da der Begriff Helikoptergeld ja von Hayek stammt, ist man versucht, darin einfach die liberale Variante der staatlichen (keynesianischen) Nachfrageankurbelung zu sehen. Die Bürger bekommen das Geld direkt und können selbst entscheiden, wofür sie es ausgeben, während bei der „linken“ Variante der Staat entscheidet, wofür das Geld ausgegeben wird.
    Der Kern ist: Geld wird in Umlauf gebracht ohne Rückzahlungstermin und ohne Zinspflicht.
    (btw. Die Banken werden daran keine Freude haben. Es entzieht ihnen gute Geschäfte…)

    Weshalb aber wird Helikoptergeld plötzlich als Alternative gesehen? Vermutlich, weil die Staaten an rechtliche und/oder faktische und/oder vermeintliche Verschuldensgrenzen gestossen sind. Ebenso viele private Haushalte.

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