„Italien läutet das Ende des Euro ein“

Dieser Kommentar von mir erschien bei manager magazin online:

Jetzt ist es also so weit. Die sich anbahnende neue italienische Regierung ist fest entschlossen, das Illusionsschauspiel der Euroretter nicht mehr mitzuspielen. Der Kaiser ist nackt. Und zwar so was von nackt.

Überraschen kann es eigentlich nur die gutgläubigsten Beobachter der Eurozone und jene, die sich von den offiziellen Verlautbarungen der Politik und der EZB einlullen lassen. Der Euro ist und bleibt eine Konstruktion, die zu mehr Divergenz geführt hat, statt die Konvergenz der Wirtschaften der beteiligten Länder zu fördern. Sagt der IWF.

Und er sei nicht durch mehr Transfers zwischen den Ländern zu stabilisieren. Sagt ebenfalls der IWF.

Gerade um Italien und Portugal steht es besonders schlecht. Die Länder ächzen unter einer hohen Schuldenlast, Portugal sogar noch mehr, sind doch die privaten Haushalte in Italien nur gering verschuldet und zudem erheblich reicher als die Deutschen. Seit 2008 haben beide Länder weiter deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren, statt wie erhofft, den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit seit der Euroeinführung zu korrigieren.

Zur Erinnerung: Warum der Euro nicht funktionieren kann

An dieser Stelle habe ich schon mehrfach die Krise des Euro beschrieben. Kurzgefasst haben wir es mit Folgendem zu tun:

  1. Wir hatten einen privaten Verschuldungsboom, der zu der Krise in Portugal, Spanien und Irland führte.
  2. Wir haben ein Staatsschuldenproblem in Griechenland, Italien und auch in Portugal. Zunehmend auch in Frankreich.
  3. Im Zuge der Rettung des Privatsektors, allen voran der Banken, mussten Länder wie Irland und Spanien zusätzlich erhebliche Staatsschulden machen.
  4. Im Zuge des Kreditbooms haben die europäischen Banken zu viele Kredite gegeben, die nun nicht mehr einbringbar sind.
  5. Aufgrund der geringen Kapitalbasis verzögern die Banken eine Bereinigung der faulen Kredite und lassen deshalb zunehmend Zombie-Unternehmen am Leben, die wiederum das Wirtschaftswachstum dämpfen. 
  6. Bekanntlich hat sich die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Euroraumes deutlich auseinanderbewegt und Länder wie Italien und Portugal sind nicht mehr, sondern weniger wettbewerbsfähig als im Jahr 2008
  7. Nicht nur Lohnkosten entscheiden über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Das tun vor allem auch die Innovationen. An denen mangelt es vor allem in den hoch verschuldeten Krisenländern. Deshalb gibt es wenig Hoffnung auf höheres Wirtschaftswachstum.  

In jeder Hinsicht hat sich die Lage in den letzten Jahren verschlechtert. Lediglich mit Blick auf die Verschuldung des Privatsektors und auch der Gesamtverschuldung des Landes konnten in einigen Ländern wie Portugal und Spanien geringe Fortschritte erzielt werden. Dies lag an der besseren Weltkonjunktur und vor allem an der EZB, die mit ihrer aggressiven Politik des billigen Geldes und der Wertpapierkäufe die Illusion einer Erholung geschaffen hat. Wie bei einem Todkranken hat die EZB viel Morphium verabreicht und damit einen gewissen Zustand der Euphorie erreicht. Nur heilen kann man mit Morphium nicht.

Frau Merkel hat die Krise verschleppt

Europa braucht einen geordneten Prozess, um aus der Überschuldungssituation von Staaten und Privaten herauszufinden. Dazu müssen Gläubiger, also vor allem Deutschland und Schuldner sich zu einer Kombination aus Schuldenerlass, Schuldensozialisierung und Schuldenstreckung unter Teilnahme der EZB durchringen. Ohne eine Bereinigung der faulen Schulden bleibt die Eurozone im japanischen Szenario gefangen.

Die Lösung hätte in einem Schuldentilgungsfonds für private und öffentliche Schulden gelegen, dessen Tilgung über Jahrzehnte gestreckt worden wäre und zu dessen Tilgung die Gläubigerländer einen höheren Beitrag geleistet hätten. Das Grobkonzept dazu liegt schon seit Jahren vor. Danach hätte man auch in Ruhe festlegen können, welche Länder wirklich im Euro bleiben können. Italien, Portugal und Griechenland sicherlich nicht.

Die Weigerung der deutschen Politik, dies anzuerkennen und entsprechend zu handeln, vergrößert den finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Schaden mit jedem Tag. Das Beharren auf einer Sparpolitik und Reformen ist vordergründig richtig, im Zustand der Überschuldung jedoch kontraproduktiv. Die deutsche Europolitik ist krachend gescheitert. Die Verantwortung dafür trägt die Regierung der letzten zehn Jahre, die aus Angst vor dem Wähler auf Vertuschen, Unterdrücken und das Prinzip Hoffnung gesetzt hat.

Zugleich wurde immer wieder betont, wie wichtig der Euro für Deutschland ist und dass wir die wahren Profiteure sind. In Wahrheit ist der Euro ein großangelegtes Subventionsprogramm für die hiesige Exportindustrie, die, wie immer bei solchen Subventionen, eine Scheinblüte erlebt, während die Produktivitätszuwächse zurückgehen. Außerdem bezahlen wir diese Subventionen selber. Es ist ein Märchen, dass wir die großen Eurogewinner sind.

Deutsche Politik hat uns erpressbar gemacht

Durch die Weigerung der deutschen Politik eine konstruktive – aber sicherlich teure – Lösung mitzutragen, wurden wir in eine erpressbare Situation getrieben. Stichwort sind die explodierenden Target2-Forderungen der Bundesbank, die sich der 1.000-Milliarden-Grenze nähern. Das sind über 12.000 Euro pro Kopf der hier lebenden Bevölkerung, die wir zins- und tilgungsfrei und ohne Sicherheit an Länder mit schwacher Bonität verleihen. Andere Staaten wie Norwegen, Singapur und selbst die Schweiz (über die Notenbank) legen ihr Geld möglichst ertragreich an. Wir könnten es genauso gut verschenken.

Denn obwohl Mario Draghi betont, dass ein Land, das den Euro verlässt „selbstverständlich“ zuvor seine Target2-Verbindlichkeiten erfüllen muss, ist das so, als würde man einem nackten Mann in die Tasche fassen. Italien würde einfach den Bankrott erklären. Problem gelöst. Denn was sollten wir machen?

Und das wissen die Italiener natürlich. Bereits mehrfach habe ich erläutert, weshalb Italien der erste Kandidat für einen Austritt bleibt. Die dortige Rezession dauert schon länger an als jene der 1930er-Jahre. Die Wirtschaftsleistung liegt deutlich unter dem schon nicht begeisternden Niveau von 2008. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Staatsverschuldung außer Kontrolle. Eine Schließung des auf 30 Prozent geschätzten Lohnstückkostennachteils gegenüber Deutschland auf dem Wege der „internen Abwertung“, also der Kürzung von Löhnen, ist völlig illusorisch.

Noch könnte Italien durch einen Austritt aus der Eurozone Teile seiner industriellen Basis retten. Mit einer abgewerteten Lira wäre das Land über Nacht wettbewerbsfähig.

Die italienischen Politiker haben aus den Fehlern von Griechenland gelernt. Einfach mit dem Austritt drohen funktioniert nicht. Besser ist es, ihn mit einer Parallelwährung vorzubereiten, gegen deren Einführung weder Brüssel noch die EZB etwas tun können.

Ist die neue Lira erst mal im Umlauf, genügt ein Dekret und der Euro ist in Italien Geschichte. Dann kann man auch einen guten Teil der Schulden auf die neue Währung umstellen. Die Gläubiger, denen das nicht passt, können ja in London klagen. Das dauert.

Die Koalition aus Lega und Cinque Stelle wollte genau diesen Weg gehen. Doch selbst bei der Umstellung bleibt das Problem hoher Schulden. Da die meisten Gläubiger im Inland sitzen die reichen italienischen Privathaushalte  ist es natürlich eine gute Idee, die Forderungen der EZB einfach zu annullieren. Nur der Zeitpunkt der Veröffentlichung war unglücklich. Sicher wollte die neue Regierung damit erst später aus der Deckung kommen.

Annullierung der Schulden warum nicht?

Dabei muss man wissen, dass eine Annullierung der Schulden durch die EZB nicht mal eine so schlechte Idee ist, sofern man sie an ein paar Bedingungen knüpft. Ich höre schon den Aufschrei, dass es sich dabei um verbotene Staatsfinanzierung handelt und es jeglichen Verträgen der EU und der Eurozone widerspricht. Dazu nur Folgendes: Es wäre nicht der erste und wird auch nicht der letzte Vertrag sein, den die Politiker brechen – im verzweifelten Versuch, ein ökonomisch nicht funktionsfähiges politisches Projekt gegen alle Logik eine Runde weiterzubekommen. Mir gefällt es auch nicht, doch was nützt es, wenn wir angesichts eines massiven Problems sagen, es wäre besser, es nicht zu haben?

Die Idee der Schuldenannullierung ist nicht neu. In Großbritannien wird sie schon seit mehreren Jahren mit Blick auf die dortigen Staatsschulden diskutiert. Der frühere Chef der Finanzaufsicht und ehemalige McKinsey-Direktor Lord Adair Turner hat sie als einzige Möglichkeit für die westliche Welt identifiziert, um aus dem Schuldenschlamassel einigermaßen heil wieder herauszukommen.

Sein Buch „Debt and the Devil“ ist sehr lesenswert. Darin fordert er, dass die Notenbanken einen Großteil der Staatsschulden aufkaufen und dann einfach auf null abschreiben. Da Notenbanken nicht Pleite gehen können, ist das ein problemloses Vorgehen, sofern man sicherstellt, dass es sich wirklich um einen einmaligen Vorgang handelt.

Letzteres ist dann in der Tat der Knackpunkt. Käme es nämlich zur Wiederholung, wäre das Vertrauen in den Geldwert rasch hinüber und wir hätten Weimarer Verhältnisse.

Die Frage der Wirkung auf den Geldwert ist die entscheidende. Während einige Ökonomen sofort mit hoher Inflation rechnen, verweisen andere auf die Tatsache, dass ja kein neues Geld geschaffen würde, denn es wäre schon im Umlauf. Japan ist bereits auf dem Weg, die Entschuldung des Staates über die Notenbank durchzuführen. Die Notenbank hält bereits mehr als 50 Prozent aller Staatsschulden und der Privatsektor diversifiziert in Aktien im In- und Ausland. Geht es gut, passiert nichts. Kommt es zu Inflation, so sind die Ersparnisse wenigstens zum Teil in globalen Realwerten angelegt.

Wenn wir nun in Europa diesen Weg beschreiten wollen, haben wir natürlich das Problem der Umverteilung. Länder, die wie Deutschland ihre offizielle Staatsverschuldung gering gehalten haben (zur Erinnerung: die wirkliche Staatsverschuldung, die die verdeckten Verbindlichkeiten für die alternde Gesellschaft beinhaltet, ist unter Frau Merkel explodiert. Rente mit 63, Mütterrente, etc.), werden davon weniger haben, als Länder mit mehr Schulden.

Dennoch sollten wir es möglichst umfassend machen und natürlich auch die Staatsschulden anderer Länder abschreiben und zugleich den Überhang an Privatschulden, der hinter den faulen Krediten von mindestens 1.000 Milliarden Euro in europäischen Bankbilanzen steht. In Summe reden wir dann von drei Billionen oder mehr.

So kann man den Italienern nur vorwerfen, nicht groß genug gedacht zu haben. Was sind schon die 250 Milliarden für Italien? Wenn man es schon machen will, dann aber richtig und für alle!

Optionen für die 3-Billionen-Bombe

Vergisst man die Emotionen und nähert sich dem Problem nüchtern, so muss man feststellen, dass wir einen Weg finden müssen, die genannten drei Billionen Euro aus der Welt zu schaffen und die Eurozone neu zu strukturieren. Die Optionen:

  1. Inflation: Wenn man sie leicht generieren könnte, hätten wir sie schon längst. Die Politik der EZB treibt zwar die Vermögenswerte, aber die eigentliche Inflationsrate liegt viel zu tief, um die Schulden zu entwerten. Die Gründe sind vielfältig: Zombie-Unternehmen, Überalterung, Globalisierung und die Schulden selbst.
  2. Vermögensabgaben: Natürlich könnte man mit einmaligen Vermögensabgaben die Schulden tilgen. Ich selbst habe das schon 2010 als eine Option gesehen (nicht befürwortet!), McKinsey 2015 und zuletzt France Strategie, ein dem Präsidenten nahestehender Think Tank. Das dürfte politisch schwer durchsetzbar sein. Bei der Diskussion mit einem italienischen Top-Manager lachte der nur und meinte, „mein Geld findet der Staat nicht“. Doch warum sollen dann deutlich ärmere deutsche Haushalte für die reichen Italiener einstehen? Die politische Kampagne führe ich gerne.
  3. Pleiten und Austritte: Egal, welche Studie man nimmt, das Ergebnis ist eindeutig und glaubwürdig. Deshalb hat Italien auch so ein großes Erpressungspotenzial.
  4. Schuldentilgungsfonds: Besser wäre allemal ein Schuldentilgungsfonds auf europäischer Ebene, wie bereits angesprochen. Deutschland würde da einen erheblichen Beitrag leisten müssen. Allerdings hielte sich der Schaden im Vergleich zu den Alternativen noch in Grenzen, könnte über die Zeit gestreckt und zudem gerecht verteilt werden.
  5. Oder eben der Trick mit der EZB-Bilanz, der unter Umständen ohne spürbaren Schaden funktioniert und von der Mehrheit der Bevölkerung ohnehin nicht verstanden wird. Begleitet von entsprechender medialer Missachtung könnte das klappen.

So oder so werden wir aus der Merkel’schen Wohlstandsillusion erwachen und den Preis für eine Konkursverschleppung massivster Art bezahlen. Dachte ich vor Kurzem noch, es wäre erst 2019 soweit, könnte die neue italienische Regierung den Zeitpunkt vorverlegt haben.

Lasst uns austreten, bevor Italien es tut

„Lasst uns austreten, bevor Italien es tut“, lautete meine Empfehlung im August 2015. Ja, ich war (mal wieder) zu früh und gut möglich, dass ich auch jetzt wieder zu früh dran bin. Italien wird bestimmt hektische Diplomatie und die Suche nach weiterem Morphium zur Konkursverschleppung auslösen. Fraglos wird unsere Regierung weiter daraufsetzen, egal, was es kostet.

Die Italiener scheinen im Unterschied zu uns wenigstens eine Strategie zu haben. Am besten wäre es, uns zum Austritt zu bewegen. Darauf zielen die Initiativen nämlich im Kern ab. Eine Eurozone ohne Deutschland wäre deutlich homogener und würde besser funktionieren. Wenn man bis dahin aus Deutschland noch mehr Geld herausholen kann, umso besser. Schon vor sechs Jahren rechnete die Bank of America vor, dass es aus spieltheoretischer Sicht für Italien optimal wäre, von uns Geld zu erpressen und selbst auszutreten. Noch besser natürlich, wenn wir dann austreten.

Wenn das ohnehin am Ende der Entwicklung steht, weshalb dann nicht lieber heute statt morgen?

→ manager-magazin.de: „Italien läutet das Ende des Euro ein“, 17. Mai 2018

72 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Italien, Portugal und Griechenland sicherlich nicht.“

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter, volkswirtschaftlich ist das völlig richtig, politisch leider völlig falsch (und das wissen Sie natürlich). Italien ist Gründungsmitglied und auch noch in der NATO. Diese Länder haben den Drücker am Flüchtlingshebel und vor allem Italien ist für ein Fernbleiben zu groß. Ein Euroaustritt Italiens geht nur mit EU-Austritt und dann ist die EU am Ende. Und genau das ist m.E. eine der beiden Lösungsmöglichkeiten:

    1. Auflösung der kompletten aktuellen EU nach Vorbereitung einer neuen EU auf Basis der 4 Grundfreiheiten ohne Euro, überflüssige Regeln und ohne Kohäsionsfonds und ähnlichem Klimbim.

    2. Die wahrscheinlichere Variante: Nr. 5 – Finanzierung durch die EZB mit regelmäßigen Schuldenschnitten.

    Ich denke, die wahrscheinlichste Variante wird eine permanente Finanzierung durch die EZB sein, denn das ist die geräuschloseste Variante.

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    • Jacques sagte:

      Ich denke nicht das es bei Italien geräuschlos bleibt.
      Vor allem wäre dies dann der Dammbruch für den Club Med, jeder würde dasselbe einfordern wollen. Die EZB kann sich die permanente Finanzierung gar nicht leisten ohne gigantische Verwerfungen im Finanzsystem zu erzeugen.
      Der erste Schritt wird eine Parallelwährung sein, egal auf welche Art man sich auch immer einigt, dann wird Italien weitersehen. Das halte ich noch für am wahrscheinlichsten, im Gegensatz zu den anderen Plänen der Koalition dort.
      Wieso ein Austritt aus der EU vonnöten ist, erschliesst sich mir nicht.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        @Jaques: Lesen Sie die Regelungen zur EU. Dort ist kein Austritt aus dem Euro vorgesehen, da der Euro für ein Mitgliedsland der EU der „Normalzustand“ ist. Es sei denn, man profitiert von einer Sonderregelung, die von einer Einführung absieht wie z.B. Schweden oder Dänemark.

        Natürlich könnte man die Regeln ändern, aber wenn Sie die Mehrheitsverhältnisse sehen, dürften die Nehmerländer wohl kaum ein Geberland aus dem Euro, nicht aber aus der EU austreten lassen. Sie würden ihre eigene Bonität damit schwächen, weil die implizite Bürgschaft über die EZB wegfällt.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolgang Selig

      Zu 1.:

      Das ist die einzige, perspektivisch wirklich konstruktive Lösung.

      Es ist aber eine nur theoretische, weil die Rückabwicklung PRAKTISCH nicht machbar ist – siehe allein die Schwierigkeiten beim Brexit – und sie daher niemand auch nur erwägt.

      Zu 2.:

      Das ist in der Tat die geräuschloseste Variante, allerdings eine, die wir vielleicht ein paar Male, aber nicht ewig mitmachen werden. Es wird KEINE permanente Finanzierung durch die EZB geben.

      Sie wäre auch nicht konstruktiv, weil sie niemanden zwingt, sich durch Anpassung in eine wettbewerbsfähige Position zu bringen.

      Die Lösung – und ich sage LÖSUNG, weil es wirklich eine ist – wird der Zerfall der Eurozone sein und daraufhin eine nachhaltig andauernde Schwächung Europas.

      Deutschland ALLEIN hat kein hinreichend großes Gewicht in der Welt, um im internationalen Wettbewerb unseren Wohlstand zu sichern, wenn die USA und China die Spielregeln bestimmen.

      Wer auf die Schweiz verweist, übersieht, dass sie im Windschatten Europas agiert.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Tischer: Ich gebe Ihnen in allen Punkten recht, denn auch wenn ich das Wort „Lösung“ verwende, meine ich das aus Sicht eines Politikers, nicht eines Volkswirts. Über echte Lösungen redet ja in der Politik so gut wie keiner.

        Ich wollte auf etwas anderes zurückkommen:

        Sie sagen, „Deutschland ALLEIN hat kein hinreichend großes Gewicht in der Welt, um im internationalen Wettbewerb unseren Wohlstand zu sichern, wenn die USA und China die Spielregeln bestimmen.“

        Dann sage ich: und wo ist der Unterschied zu jetzt? Die Chinesen kaufen unsere High-Tech-Unternehmen, während wir dort gar nichts schützen können. Da hilft uns auch die EU nicht, denn unseren Nachbarn geht es genauso. Die Amerikaner dominieren die Regelungen im Online-Bereich und ihre Tech-Konzerne zahlen so gut wie keine Steuern bei uns. Wir zahlen Entwicklungshilfe an korrupte Diktatoren und subventionieren etliche EU-Länder, verschenken unsere Exporte und verheizen (Gott sei Dank nicht physisch, sondern nur moralisch) unsere Soldaten an Orten, wo sie nicht hingehören.
        Wenn die EU auseinanderfällt, könnten wir wieder eine eigene Währung und bei Bedarf Grenzkontrollen einführen. Exporte dürfen nicht mehr „angeschrieben“ werden und unsinnige Zahlungen für unnötige Infrastrukturprojekte in europäischen Randzonen werden nicht mehr von uns bezahlt. Die Exportwirtschaft schrumpft auf ein gesundes Maß und die Immobilienpreise gehen auf ein Niveau zurück, das Normalbürger bezahlen können. Natürlich haben wir erst einmal einen deflatorischen Effekt und eine gestiegene Arbeitslosigkeit. Dann könnte man auch gleich ein paar überflüssige Studiengänge abschaffen bzw. Massenfächer kürzen und andere sinnvolle Maßnahmen angehen.

        Ich bin überzeugt, dass auch hinterher Amerikaner deutsche Autos kaufen werden und Russen uns Gas verkaufen wollen. Und auch die Jugendarbeitslosigkeit in den Südländern wird schlagartig zurückgehen, wenn ihre Währungen erst einmal in eine Region abwerten, wo die Herrschaften wieder konkurrenzfähig werden.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfang Selig

        >Dann sage ich: und wo ist der Unterschied zu jetzt?>

        Es ist kaum einer festzustellen.

        Traurig, aber wahr:

        Die EU ist der GRÖSSTE Markt der Welt, aber die Akteure sind egoistisch und zerstritten wie sonst nirgends auf der Welt.

        Wenn man wie Macron und Merkel getrennt zu Trump dackelt, ist man verloren, schon bevor man ankommt.

        Man muss schon mit einer Stimme sprechen und klare Kante zeigen.

        Meine Strategie wäre angesichts der Ereignisse:

        Stark gegen die USA und China auftreten, auch wenn das intern Opfer kostet.

        Aber keinen, insbesondere die USA nicht unwiderruflich verprellen, weil nach Trump auch mal wieder eine vernünftige, konstruktive Politik verfolgt werden wird.

        Punktuell auch mit Russland paktieren.

        Ich würde Putin fragen, was seine Sicherheitsinteressen sind und WIE wir sie seiner Meinung nach respektieren müssten. Dann würde ich ihm sagen, was unsere Interessen sind und WIE er sie unserer Meinung nach respektieren müsste.

        Das könnte vielleicht helfen, NICHT jedem Staat um Russland herum ein Assoziierungsabkommen anzubieten.

        Ansonsten sehe ich es wie Sie:

        Wer der Welt NÜTZLICHES zu bieten hat, wird auch in der Welt WILLKOMMEN geheißen werden.

  2. Aber Ja sagte:

    Wir können es uns nicht erlauben, alleine auszutreten. Nach 1. WK und 2. WK würde ein Europa wieder einmal an D zerbrechen. Und mn mache sich nichts vor: Das Zerbrechen des Euros wird traumatisch werden, denn gut gemanaged wird es sicher nicht. Dazu sind zu viele nationale Egoismen im Spiel.

    NL müsste den Brexit und Italien nutzen, um auszutreten und D auffordern mitzukommen. Das sehe ich als einzigen Weg, die Euroauflösung ohne langfristige politische Schäden hinzukriegen.

    Antworten
    • Jacques sagte:

      Nord und Süd-Euro Aufspaltung. Trotzdem denke ich nicht das die Südeuropäer das machen werden, die würden eher zu eigenen Währungen zurückkehren.
      Aber die Niederländer und Österreicher sind sicherlich eher bereit dieses Projekt scheitern zu lassen als wir natürlich, deshalb könnte es so kommen.
      Allerdings erst nach der nächsten BT Wahl.

      Antworten
  3. Rechenschaftspflicht gegenüber den Menschen in Europa sagte:

    Eine Einheitswährung, die letztlich zu keiner nationalen Wirtschaft der daran beteiligten Mitgliedern paßt ist mittelfristig zum Scheitern verurteilt, wie der Leitzins von 0% und negative Einlagenzins heute zu Zeiten sog. Hochkonjunktur und am Ende eines langjährigen Konjunkturzyklus eindrucksvoll beweisen.

    In Japan ab 1995 war immerhin niemand mehr so ungeschickt, aufgrund niederer Zinsen in überteuerte Immobilien zu investieren, während zukünftige Krisen hier dadurch bereitet werden, daß zu viele Zinsgläubige mangels Zinsen das Betongold überhitzen.

    Der Euro ist somit ein eindruckvolles Beispiel dafür, wie man durch laufende Fehlanreize wohl temporär etwas Wirtschaftswachstum herauskitzeln kann, letztlich aber damit einen ganzen Kontinent und dessen Bankensystem ruiniert.

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  4. Ondoron sagte:

    Herr Stelter, was hat man denn davon, das „politische Projekt“ eine Runde weiter zu kriegen über den 250M Schuldenschnitt, wenn der Euro damit trotzdem nicht lebensfähig wird. Insofern klingt das etwas peinlich, was Sie schreiben. Wo soll die nächste Runde denn hinführen?
    Andererseits schreiben Sie selbst, der Euro sei nicht überlebensfähig. Da erschließt sich mir die Taktik nicht, in die „nächste Runde“ zu wollen. Sie kritisieren die katastrophale Politik der dicken Frau im Kanzleramt und machen einen Vorschlag, der in die gleiche Richtung zielt. Angst vor der Realität, wie?

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      Ich stimme Ihnen zu.

      Wenn festgestellt wird „Warum der Euro nicht funktionieren kann“, dann muss man sich schon fragen, warum man ihn im gleichen Atemzug zu retten versucht.

      Man muss brutalstmöglich die Realität zur Kenntnis nehmen:

      ALLE Verantwortlichen haben Angst vor der Realität.

      Das, was die Realität VERBESSERN könnte, nämlich die Herstellung von Wettbewerbsfähigkeit – lebensfähig zu werden, wie Sie sagen – ist BESCHWERLICH und mit OPFERN verbunden. In Demokratien ist das offensichtlich nicht durchzusetzen.

      WEIL die Realität so ist, nehmen die Dinge ihren Lauf.

      Diese Sicht ist kein Fatalismus, sie ist lediglich illusionslos.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        Es gibt NÄCHSTE Runden, d. h. Kompromisse mit noch etwas mehr TRANSFERUNION.

        Irgendwann ist SCHLUSS damit, dann gibt es keine nächste Runde mehr, z. B. dann, wenn Italien als Schwergewicht ausgetreten oder politisch nicht mehr handlungsfähig ist.

        Die Idee eines Schuldentilgungsfonds liegt seit längerem auf dem Tisch ebenso wie die eines geordneten Austritts.

        Aus guten Gründen fasst diese Themen niemand an – NATIONALINTERESSE geht vor SYSTEMINTERESSE in der Politik solange die Bevölkerungen vorrangig nationalstaatlich entscheiden – und DESHALB werden sie in den Szenarien bis zum Zerfall auch keine entscheidende Rolle spielen.

  5. Dietmar Tischer sagte:

    Dr. Stelter pflegt Illusionen, z. B. diese:

    >Am besten wäre es, uns zum Austritt zu bewegen.>

    Das wäre nicht am besten (für uns), weil zumindest der kurzfristige politische und wirtschaftliche Schaden für uns zu GROSS wäre – so groß jedenfalls, dass die politischen KONSEQUENZEN für unser Land nicht überschaubar wären.

    Andere müssen und werden für uns austreten, freiwillig und ursächlich nachvollziehbar, weil es das Volk aufgrund von Wahlergebnissen so WILL.

    In Italien ist man auf dem Weg.

    >Eine Eurozone ohne Deutschland wäre deutlich homogener und würde besser funktionieren.>

    Es wird keine Eurozone ohne Deutschland geben.

    Wenn es überhaupt noch eine geben wird, dann wird es eine sein ohne Deutschland, die Niederländer, Österreich und – nach Lage der Dinge – vermutlich auch Frankreich.

    Hier erst einmal die, wie ich meine, RICHTIGE Analyse zum italienischen Desaster:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/sinn-italien-hat-zehn-jahre-wettbewerbsfaehigkeit-vernachlaessigt-15597078.html

    Schlussfolgerungen dazu:

    Wenn sich ein Land nicht mehr durch Abwertung über seine eigene Währung anpassen kann, um wettbewerbsfähig zu sein, muss es sich intern anpassen. In einem Schuldgeldsystem funktioniert das aber nicht, wenn Insolvenzen im großen Stil verhindert werden.

    Beispielhaft:

    Lohnverzicht in Höhe von, sagen wir 30%, müsste begleitet werden durch einen Schuldenschnitt, d. h. Gläubigerverzicht in gleicher Höhe, weil sonst der Kredit vom weniger verdienenden Schuldner nicht bedient werden kann. Das geschieht nicht. Es könnte durch Insolvenz geschehen. Das wird gesellschaftlich wegen der damit nicht verbundenen Arbeitslosigkeit aber nicht geduldet.

    Konsequenz: Das Land, hier Italien, wird gegen die Wand gefahren, selbstverständlich demokratisch legitimiert.

    Lehre aus dem DESASTER Eurozone:

    Ein Desaster ist dann vorprogrammiert, wenn politisch Aktionskünstler, die wirtschaftliche Gegebenheiten ausblenden, den Leuten win-win-Situationen als neue Systemlösung verkaufen und diese darauf reinfallen.

    Die Rechnung wird jetzt aufgemacht:

    Enorme KOSTEN eines unvermeidlichen Zerfalls der Eurozone mit der open-end-Rechnung unkontrollierbarer politischer Entwicklungen mit vermutlich deutlicher nachhaltiger Schwächung Europas im globalen Wettbewerb.

    Noch ein Wort an den „Privatgelehrten“ – so Braunberger in der FAZ – M. Stöcker:

    1. Es ist zwar richtig, dass wir nicht inflationiert haben und daher auch das Inflationsziel der EZB missachtet haben. Wir haben aber Italien und andere Staaten NICHT gezwungen, sich durch hohe Lohnsteigerungen und unterlassenen Strukturwandel in eine schlechte Wettbewerbssituation zu bringen.

    Es war deren EIGENE Entscheidung.

    Deshalb hängen Sie uns nicht an, dass NUR wir das Desaster verschuldet hätten.

    Letztlich haben es die Architekten der Eurozone verschuldet.

    Wir gehören durch Wahl der damaligen Regierungen Kohl zu ihnen, aber auch alle anderen.

    2. Kommen Sie auch nicht damit, dass durch Aufgabe der Austeritätspolitik und ausufernde Fiskalpolitik das Desaster zu vermeiden sei und, weil wir sie nicht aufgeben bzw. anderen die Aufgabe verweigern, Deutschland bzw. die Bundesregierung der Schuldige sei.

    Diese Dolchstoßlegende ist absurd.

    Durch Staatsverschuldung wird man nicht wettbewerbsfähig.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Nur zur Klarstellung: ich meinte es wäre aus italienischer Sicht ein Ziel uns zum Austritt zu bewegen.

      Ich denke auch, dass es politisch nicht gehen wird. Doch was folgt daraus? Irgendwann der chaotische Zerfall, nachdem noch mehr politischer und finanzieller Schaden angerichtet wurde.

      Schuld wird man uns so oder so geben!

      Ich plädiere für Schuldenschnitt – siehe Fonds – und damit verbunden Austritte jener, die keine Chance haben.

      DSt

      Antworten
      • Ralph Klages sagte:

        Schuldenschnitt wäre vielleicht denkbar, bleibt aber eine Illusion: Wer würde denn gleichzeitig austreten wollen? Und können, ohne politisch Schaden zu nehmen? Also käme ein Schuldenschnitt OHNE Austritt. Und was dann? Dann würde nach einem Reset alles von Neuem anfangen.
        Man kann nicht die ökonomische Mentalität von Jahrhunderten einfach mal so per Euro ändern.
        Aber richtig: Schuldig sind die Deutschen so oder so. Rhetorisch: „Wir“ haben die Südländer in die Schuldenfalle „getrieben“ und ziehen ungeniert unsere Vorteile daraus, indem „wir“ nun alle gängeln. So wie „damals“. Und überhaupt „damals“: Da sind doch bestimmt noch Rechnungen „offen“.

        Der Trick mit einer Parallelwährung wäre clever, weil er quasi reibungslos funktioniert. Merkwürdig, dass das bislang noch nicht Schule gemacht hat. Aber noch zahlen die „Provinzen“ ja.

      • Dietmar Tischer sagte:

        Es ist in Ordnung und zudem KONSTRUKTIV, für einen Schuldenschnitt zu plädieren.

        Gäbe es einen, wäre er sehr PRODUKTIV wenigstens insoweit, wie er die Überschuldungproblematik mindern würde. Ob er ALLEIN genügte, die Eurozone zu erhalten, steht auf einem anderen Blatt.

        >Ich denke auch, dass es politisch nicht gehen wird. Doch was folgt daraus? Irgendwann der chaotische Zerfall, nachdem noch mehr politischer und finanzieller Schaden angerichtet wurde.>

        Ja, GENAU das folgt daraus, leider.

        Es tut weh, dies als den Gang der Dinge anzuerkennen, wenn man die bekannten ökonomischen und politischen Mechanismen zu Grunde legt.

        Dennoch sollte man es mit dem Slogan halten:

        Keine Angst vor der Wahrheit.

        Das hat auch etwas Befreiendes an sich – für mich jedenfalls.

  6. Johannes sagte:

    ,Et kütt, wie et kütt‘ (es kommt, wie es kommt) sagt der Kölner und dahinter steckt die ,kölsche Weisheit‘ der Unbeeinflussbarkeit von künftigen Ereignissen. So wird es auch im Fall Italiens sein. Die Länder der Eurozone werden situativ reagieren und bei einem Zerfall versuchen, für sich jeweils das Optimum heraus zu holen. Jeder heute zurecht gelegte Plan, wird bei einem Kontakt mit dieser Realität (Italien führt eine Parallelwährung ein) Makulatur.

    Antworten
  7. René Bolliger sagte:

    Ich denke, Hans-Werner Sinn hat recht, wenn er sagt, Italien wird nicht aus dem EURO austreten, sondern dieses Szenario als Erpressungsmittel zur Streichung von Schulden, Schleifung der Maastricht-Kriterien und andere Zugeständnisse wie Transferunion, Einlagenversicherung benutzen. Er meint auch, Merkel werde einknicken. So wäre der EURO wieder mal ‚gerettet‘. Was ist das für eine Währung, die man retten muss!?

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ René Bolliger

      Jeder, aber auch JEDER, wird versuchen in der Eurozone zu bleiben und die anderen dazu zu bringen, die nicht vollziehbare Anpassung durch TRANSFERS zu kompensieren.

      Aber:

      In Italien ist bereits die Situation eingetreten, dass Transfers ALLEIN nicht mehr helfen. Bereits die neue Regierung muss bezüglich der Eurozone Maßnahmen ergreifen, etwa ernsthaft eine Parallelwährung erwägen, weil sie die ANSPRÜCHE der Bevölkerung anders nicht mehr erfüllen kann.

      Merkel wird zwar ETWAS einknicken, vor allem auf Druck Frankreichs hin.

      Sie wird aber nicht so viel einknicken, dass damit die Eurozone saniert wird.

      Denn damit, das ist allen klar, wäre Deutschland innerhalb kürzester Zeit ein Sanierungsfall.

      Und, weiter gedacht, auch in den Perspektiven die Prof. Sinn für Deutschland immer wieder aufzeigt, etwa das demografisch bedingte Verteilungsproblem in den Blick nehmend:

      Es kommt der Zeitpunkt, an dem Deutschland NICHT mehr bereit sein wird, einzuknicken, d. h. mit Transfers einzuspringen (wenn bis dahin die Eurozone noch existiert).

      Die Konflikte, vor denen Italien heute steht (Arbeitslosigkeit, Norden/Süden, Migrationskosten etc.) werden auch wir zu bewältigen haben – natürlich in anderer Form, unter anderen Bedingungen.

      Es wird Konflikte geben und es werden Konflikte sein, die keine Transfers mehr erlauben.

      Antworten
  8. Dr. Harald Mertes sagte:

    Italien handelt nur rational und konsequent im historischen Kontext: Die Lira war schon immer schwindsüchtig, da Haushaltsprobleme über die Notenpresse finanziert und so gelöst wurden. Auch Schuldenprobleme erledigten sich so. In den mediterranen Ländern wohnen auch viel mehr auf eigenem Grund, sodass Mini-Renten oftmals zum Überleben reichen. Sparen für das Alter? Wozu, wenn die Infaltion sowieso das Ersparte auffraß.

    In Deutschland war die Mark eine stabile Währung, die auch zur Wertaufbewahrung benötigt wurde. Lebensversicherungen waren beliebt, um für das Alter vorzusorgen. Man lebte oftmals zur Miete, sodass man entsprechend hohe Renten benötigte.

    Dann kamen die Narren mit dem Euro. Entweder hart wie die D-Mark. Dann ruiniert es die an Inflation gewöhnten Südländer. Oder weich wie die Lira, dann ruiniert die Inflation die wenig Sachwerte besitzenden Deutschen. Beides zusammen geht nicht. Insofern haben uns schon Kohl und Waigel systematisch belogen. Sie sind hauptschuldig. Daher weg mit dem Euro! Je schneller, je besser.

    Antworten
  9. RW sagte:

    Ich bin der Meinung, dass die Abschreibung der Schulden am besten funktionieren wird, da man dies über einen langen Zeitraum strecken kann und damit auch politische Extreme vermeiden kann. Das Kardinalproblem ist dabei, dass die Deutschen ihr Vermögen nicht diversifiziert haben. Dies betrifft sowohl die Anlagenklassen wie auch die Internationalität der Anlagen. Anlagenchancen gibt es global genug. Stattdessen wählen wir als Alternative die Alternative für Deutschland. Armes Deutschland.

    Antworten
  10. Gregor_H sagte:

    Warum werden die Kommentare neuerdings von neu (oben) nach alt (unten) sortiert?
    Das erhöht die Übersicht über die Antworten keineswegs: Um zu sehen, ob Antworten auf Beiträge vorliegen, muß man erst wieder den gesamten Kommentarbereich nach unten scrollen. Die Übersicht erhöht dies keineswegs.
    Ich bin dafür die Reihenfolge wieder chronologisch von alt (oben) bis neu (unten) anzuordnen.

    Antworten
  11. Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    Da Ihnen in den letzten Tagen wohl etwas langweilig geworden ist, gehe ich auf Ihren Unsinn, den Sie dem „Privatgelehrten“ unterstellen, gerne ein. Sie schreiben:

    „Deshalb hängen Sie uns nicht an, dass NUR wir das Desaster verschuldet hätten.“

    So einen Unsinn habe ich bislang noch nicht von mir gegeben. Woraus schlussfolgern Sie dies? Die einen lagen über dem Ziel, die anderen unter dem Ziel und insbesondere die deutschen und französischen Banken haben viel zu lange die auch hieraus resultierenden LB-Defizite refinanziert. Lediglich Frankreich hat sich ziemlich genau an das gemeinsame Inflationsziel gehalten.

    „2. Kommen Sie auch nicht damit, dass durch Aufgabe der Austeritätspolitik und ausufernde Fiskalpolitik das Desaster zu vermeiden sei und, weil wir sie nicht aufgeben bzw. anderen die Aufgabe verweigern, Deutschland bzw. die Bundesregierung der Schuldige sei.“

    Ich habe zu keiner Zeit von einer „ausufernden Fiskalpolitik“ gesprochen, sondern von einer symmetrischen Entschuldung mittels einer alternativen Fiskalpolitik über ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld in Höhe von 2 bis 3 Prozent des BIP in Euroland: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/

    Antworten
  12. Azius sagte:

    Die EU-Druckerpressen laufen noch lange nicht auf Maximum.
    Hier ist noch viel möglich. Offen oder verdeckt.

    Einen Börsencrash wird man auch nicht zulassen.
    Eher wird man einen Bello-Maidan organisieren.

    Mit dem widerborstigen sibirischen Bär könnte man auch wieder kooperieren, um Zeit zu schinden.
    Sich offensiv an die Seidenstraße anbinden lassen.
    Es würde vielen italienischen und europäischen Unternehmen helfen.

    Das EU-Elitenprojekt wird Italien nicht verlassen können und auch wollen.
    Da gibt es echt starke Gegenkräfte.
    In der Türkei konnte ein Putsch verhindert werden.
    In Italien?????

    Zu viele EU-Staaten sehen noch einen Vorteil in diesem EU-Netzwerk.
    Vor allem wenn man Deutschland zermürben kann.

    Es wird wohl im Chaos enden, wenn man nicht subtil an einer neuen EU-Struktur arbeitet.
    Nur wer soll das machen?
    Und will der Deutsche eine Veränderung?
    Es läuft doch.
    Und Kredite müssen bedient werden.
    Rentner, Harzer und Beamte haben regelmäßig und pünktlich ihr Geld auf dem Konto.
    Wer will sich denn verändern und mit Unbekannten seinen Tag beginnen?
    Deshalb sind die Wahlergebnisse auch so.
    Menschlich verständlich.

    Antworten
  13. Dietmar Tischer sagte:

    Hier noch die Lachnummer des Tages:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/regulierung-bafin-haelt-auch-die-abwicklung-von-grossbanken-fuer-machbar/22589992.html?ticket=ST-371065-OB3YeU32NCFE6aoRqmgc-ap1

    Daraus:

    >„Wir sind auf den Fall der Fälle vorbereitet“ sagte am Dienstag der für die Abwicklung von nicht mehr sanierungsfähigen Banken zuständige Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch in Frankfurt“>

    Er meint damit auch internationale Großbanken.

    Seine Begründung:

    >Ein europäische Fonds zur Rettung maroder Banken, der aktuell rund 17 Milliarden Euro schwer ist, soll bis auf 55 Milliarden Euro aufgefüllt werden. Nach Ansicht von Pötzsch reicht das auch aus, weil alle Akteure, also zum Beispiel Bankvorstände, Investoren, Aufseher und die Politik, aus der Vergangenheit gelernt hätten und es in einem Krisenfall mehr potenzielle Quellen für Liquidität gebe als lediglich das Geld des Steuerzahlers.>

    Wenn das so ist mit der ABWICKLUNG auch von Großbanken – siehe die Überschrift –, dann frage ich mich, warum die Monte dei Paschi, eher auf der Seite der kleinen Banken, nicht abgewickelt worden ist in Italien.

    Die Antwort ist sonnenklar:

    Sie ist nicht abgewickelt worden, damit ca. EUR 2 Mrd. Einlagen, hauptsächlich von italienischen Wählern, nicht verloren gehen.

    Dieser Pötzsch ist Exekutivdirektor der Bafin.

    Wer immer etwas aus der Vergangenheit gelernt hat, Pötzsch hat nichts begriffen.

    Vor allem hat er nicht begriffen, dass nicht Leute wie er darüber entscheiden, was als „nicht mehr sanierungsfähig“ gilt.

    Wenn er doch etwas begriffen haben sollte, wirft er Nebelkerzen.

    Antworten
  14. Azius sagte:

    Der Euro ist ein geo-politisches Konstrukt und so wird er auch geführt.
    Erst wenn der Dollar seinen globalen Charakter als Petro-Dollar nicht mehr aufrechterhalten kann, kann der €uro vermutlich über sich selbst souverän bestimmen.
    Es kommt auf die Umstände an.
    Solange bleibt er eine Krücke des Dollars.

    Und wer bestimmt über die Zukunft der Petro-Dollars?

    Antworten
  15. Giller Thomas sagte:

    Dies ist ein hochkarätiges, wirtschaftspolitisches Forum. Als interessierter Laie lese ich Ihre Beiträge seit längerem
    mit Gewinn. Ich komme aber zunehmend zur Ansicht, daß wirtschaftliche Betrachtungen und Überlegungen
    bei der Schaffung EUropas und dessen Machtinstrumentes Euro kaum das bestimmende Motiv der Eliten gespielt haben könnten.
    Haben wir es von Anbeginn nicht eher mit einer alles dominierenden Ideologie zu tun, welche die Verwerfungen (man erinnere
    sich – dieses Wort wurde vor kurzem in einem verwandten Kontext im Deutschen Fernsehen gebracht) nicht nur in Kauf nimmt
    sondern sie fördert ? Wenn nun von Anfang an das wahre Ziel in der vollständigen Dekonstruktion und Auflösung
    des noch halbwegs Bestehenden und sukzessiver Installation eines geschlossenen, diktatorischen Super-Einheitsstaates sozialistischer
    Prägung bestünde, bewohnt von gesichts und geschichtslosen Arbeits- und Konsumidioten, beherrscht von einer Handvoll „Eliten“ ?
    Dann würde sich jede noch so intelligente wirtschaftliche Bemühung oder Betrachtung zur konstruktiven Auflösung des „Europroblems“ als
    vollkommen deplaziert, da gar nicht bezweckt erweisen. Chaos als Mittel einer umfassenden Umgestaltung etwa.
    So ähnlich hatte es doch Herr Schäuble auch einmal ausgedrückt.
    Haben die Diskutanten diesen Gedanken, mit allen seinen Konsequenzen, schon einmal an sich herangelassen ?
    Dann müßte der Sachverhalt ja womöglich von einer ganz anderen Seite angegangen werden – oder ?

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Giller Thomas

      >Haben wir es von Anbeginn nicht eher mit einer alles dominierenden Ideologie zu tun, welche die Verwerfungen (man erinnere sich – dieses Wort wurde vor kurzem in einem verwandten Kontext im Deutschen Fernsehen gebracht) nicht nur in Kauf nimmt sondern sie fördert ?>

      Ihre Frage beruht auf einem Verständnis, das den Sachverhalten nicht gerecht wird.

      Ja, wir haben es mit einer dominierenden Ideologie zu tun – so wie alles, was Menschen bewusst wollen, mit einer Ideologie (Überzeugungen) in Verbindungen gebracht werden kann.

      Die vorherrschende Ideologie ist NICHT darauf angelegt, d. h. nicht mit dem ZIEL verbunden, Verwerfungen zu fördern.

      Was immer sie ist, POSITIV etwa mit dem Kapitalismus oder unserer „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ verstanden, den Wohlstand zu erhöhen, kann eine solche Ideologie in der UMSETZUNG, d. h. in der realen Ausübung FOLGEN haben, die als zerstörerisch wahrgenommen werden.

      Im Kapitalismus wird sogar von einer „schöpferischen Zerstörung“ des Bestehenden durch Innovationen ausgegangen.

      Das alles schließt nicht aus, dass einige oder ganze Interessengruppen INNERHALB eines „neutralen“, nicht auf Zerstörung angelegten Systems BEWUSST auf Zerstörung oder gar Gesamtzerstörung aus sind.

      Das betrifft Ihre Frage, wenn ich Sie richtig verstehe.

      Für das Gesamtsystem, von dem wir hier reden, kann man das ausschließen, weil NIEMAND einen sofort erfahrbaren Vorteil von dessen Zerstörung haben würde. Im Gegenteil: Verglichen mit der IST-Situation hätte praktisch jeder Betroffene erfahrbare Nachteile zu erleiden.

      Andernfalls läge IRRATIONALITÄT in einem Ausmaß vor, für das es keine Anhaltspunkte gibt.

      Soweit nicht Verschwörungsdiskussionen eingebracht werden, geht die Diskussion an diesem Blog von einer UNBEABSICHTIGTEN, systembedingten Gefährdung oder Zerstörung von Subsystemen wie etwa der Eurozone aus.

      Dazu kann es auch kommen, wenn JEDER der Beteiligten das Beste für sich oder das System will.

      Antworten
  16. NoFiatMoney sagte:

    „Italien läutet das Ende des Euro ein“

    Was für ein Unsinn, wenn man es dahin versteht, Politiker Italiens trieben die Zerstörung der Eurozone bewußt voran. Der Euro ist ein politisches Konstrukt und keine Währung, die sich am Markt bildete. Diejenigen, die ihn entwarfen und deren Nachfolger werden ihn nicht aufgeben, sondern mit Mitteln zu verteidigen suchen, die sich auch hier kaum jemand vorzustellen vermag. Die rein volkswirtschaftliche und/oder geldtheoretische Betrachtung des Euros unter auch hier weitgehender Ausblendung der mit ihm verbundenen politischen Ziele -und erst der nicht in den Blick genommenen jenseits des Kontinents und des Atlantiks angesiedelter Interessen – kann zu keiner richtigen Einschätzung führen.

    Italien droht -das täte auch ich an deren Stelle- mehr nicht. Wer zahlt, bürgt, Lasten übernimmt, zu lasten der eigenen Untertanen verzichtet oder sonstwie der von Politikern erst geschaffenen Moral-Hazard-Situation nachgeben wird, ist klar. Koste es, was es wolle, muß schließlich der EU-Supranationalstaat errichtet werden. Dessen eifrigste -und dümmsten?- Verfechter sind dennoch schon jetzt als die Alleinschuldigen für etwaiges Scheitern auserkoren.

    Das Scheitern ist gewiß. Der Zeitpunkt seines Eintritts ist unbestimmt. Und all die Ausblender, um Rettung Bemühten erweitern nur das Ausmaß der Katastrophe oder sind dabei den Apologeten zumindest von Nutzen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ No Fiat Money

      Ich bin ja einig mit Ihnen, dass das Scheitern gewiss ist.

      Es ist aber nicht alles so gewiss, wie Sie es hier darstellen.

      >Politiker Italiens trieben die Zerstörung der Eurozone bewußt voran.>

      Ich habe von „bewußter Zerstörung“ bei Dr. Stelter nichts gelesen.

      Er schreibt:

      >Die italienischen Politiker haben aus den Fehlern von Griechenland gelernt. Einfach mit dem Austritt drohen funktioniert nicht. Besser ist es, ihn mit einer Parallelwährung vorzubereiten, gegen deren Einführung weder Brüssel noch die EZB etwas tun können.>

      Hier ist von (bewußtem) Austritt die Rede, aber nicht von Zerstörung.

      Dass die Eurozone mit dem Austritt Italiens höchstwahrscheinlich zerstört wird, ist die FOLGE, vermutlich bei manchen bis vielen auch die billigend in Kauf genommene Folge, aber nicht das erklärte ZIEL der neuen italienischen Regierung.

      >Diejenigen, die ihn (den Euro) entwarfen und deren Nachfolger werden ihn nicht aufgeben, sondern mit Mitteln zu verteidigen suchen, die sich auch hier kaum jemand vorzustellen vermag.>

      Das ist für die neue italienische Regierung, so sie denn zustande kommt, schon einmal falsch.

      Die versuchen NICHT, ihn mit allen Mitteln zu verteidigen.

      Täten sie dies, würden sie ein anderes Programm verfolgen.

      >Italien droht -das täte auch ich an deren Stelle- mehr nicht.>

      Auch das ist falsch.

      Die neue italienische Regierung will ihre Wahlversprechen realisieren. Das kann sie nicht, wenn sie den Regeln entsprechend agiert. Also verlangt sie, dass die Regeln geändert werden bzw. nimmt sich heraus, vertragskonform neben den Regeln zu agieren.

      Drohte sie, müsste sie sagen:

      Wenn nicht x, dann y – sind wir draußen.

      Das tut diese Regierung nicht.

      Was sie tut, wird allerdings als Drohung VERSTANDEN.

      Zu recht so, weil die KONSEQUENZEN der neuen italienischen Politik das Risiko einer Zerstörung der Eurozone deutlich erhöhen.

      Etwas als Drohung zu verstehen, ist trotzdem etwas anderes als eine Drohung auszusprechen.

      Wenn Sie alles besser wissen wollen, müssen Sie genauer sein und differenzieren.

      Antworten
  17. Walter Roth sagte:

    Herr Stelter…………

    Zitat : …..Da Notenbanken nicht Pleite gehen können, ist das ein problemloses Vorgehen, sofern man sicherstellt, dass es sich wirklich um einen einmaligen Vorgang handelt.
    —————————————-

    Sie verbreiten hier einen allgemein gepflegten und von den Notenbanken sehr liebgewonnenen Irrtum.
    Und einmalig wird es bestimmt nicht bleiben, wenn die erkennen das es gemacht werden kann und das nächste mal genauer abschätzten können wie gross die Folgen sein werden.
    ————————-
    Natürlich können Notenbanken Pleite gehen.
    ————————-
    Wäre dem nicht so, würde das die Regeln der Ökonomie aushebeln, dass aber hat bis Heute nie lange funktioniert, ist immer zu 100% gescheitert…… irgendwann.
    Ja könnte man das, es hätte die Inflation der frühen 20-iger in Deutschland nicht gegeben.

    Hier in der Schweiz begeht unsere SNB mittels Eurostützung, und es ist eine Eurostützung nicht umgekehrt, gerade Selbstmord auf Raten.
    Sie hat für 850 Milliarden Franken, Aktien, Devisen, Staatsanleihen gekauft von denen 700 Milliarden verlustgefährdet sind.

    Wer haftet für diese Schulden wenn der Schadensfall eintritt und was wird aus dem Franken ?
    Beziehungsweise, würde der Franken bei einem Verlust stark bleiben, hätten wir Ausländer mit 850 Milliarden Franken von uns ……..für die unsere Volkswirtschaft etwas liefern können müsste ?

    Ich bin nun kein Finanzer, habe aber immerhin eine Firma geführt und dabei sehr gut mitbekommen was Realitäten sind.
    Ihre Aussage das Nationalbanken nicht Konkurs gehen können, ……kannnnnnnn man so betrachten, stimmt aber nicht. Wenn der Staat sie einfach weiterführt und den Konkurs also „verschleppt“, werden die Bürger dafür büssen.
    Natürlich, die Erkenntnis der letzten paar Jahre in Deutschland und der EU ist ja, dass wenn alle mitziehen, kann man auch das illegalste Treiben noch lange durchziehen.
    Hätte die Deutsche Nationalbank 1923 die Waffen gestreckt, die Truppen Frankreichs usw. hätten sich einfach geholt ……..von was sie meinten das es ihnen zustehe.

    Es wäre das wirkliche Ende Deutschlands geworden………….

    Was aber wenn unsere SNB 700 Milliarden verliert ?
    Eigentlich hat sie die ja schon verloren, denn was wäre am Markt los, würde sie 100 Milliarden davon auf den werfen ?
    Da sie diese Devisen faktisch kaum noch los wird, sind die stark überbewertet ums noch nett zu sagen. Alles hat seinen Preis, aber wenn niemand kaufen will ist der eben……….. 0.
    Buchhaltungsregeln gelten auch für Nationalbanken, ja diese gelten International.
    Also muss sie Konkurs gehen……. alles andere ist Möglich, aber Betrug mit ungeheuren Konsequenzen.
    Die SNB hat also Devisen in wahnsinnigem Ausmass angeschafft, ( CH = 8 Millionen Einwohner, Devisenbestände ca. 850 Milliarden )
    Das hat sie vor allem mit den Sichtguthaben der Banken bei ihr. ( zB. UBS ca. 130 Milliarden )
    Diese müsste sie auf verlangen aber innert 30 Tagen aushändigen, kann sie aber nicht mehr.
    Sofort Geld zu drucken um Devisen zu beschaffen wäre besser gewesen wie den Umweg zu gehen, das nach einer Rückforderung der UBS zu machen…..oder ?
    Aber warum hat sie es nicht getan…… im vollen Umfang, es wäre ja leicht gewesen, sagen Sie Herr Stelter ?
    Nebenbei, ……könnte es sein das Herr Dr. M. Meyer recht hat, sie wissen sicher von was ich rede.
    ich meine das Geld drucken und was die „Noten“ dann sind, Passiven oder Aktiven ?

    Natürlich stecken die alle unter einer Decke, sie werden sich gegenseitig kein Auge aushacken, bis ……. denen selber das Wasser hoch steht.

    Dann muss die SNB was tun ?

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      „Ich bin nun kein Finanzer, habe aber immerhin eine Firma geführt und dabei sehr gut mitbekommen was Realitäten sind.“

      Lieber Herr Roth,

      auch Sie begehen den klassischen Fehler der schwäbischen Hausfrau, betriebswirtschaftlich völlig korrekte Sachverhalte und Verhaltensweisen auf die Volkswirtschaft/Makroökonomie zu übertragen. Das Stichwort hier: Trugschluss der Verallgemeinerung: https://zinsfehler.com/2016/12/01/das-kollektive-versagen/. Und der Marc Meyer kann einem einfach nur leidtun. Der rennt seit Jahren völlig zielsicher immer wieder gegen die gleiche Wand.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ist es tatsächlich ein klassischer Fehler, dass Volkswirtschaften und ihre Notenbanken -nicht pleite- gehen können? Obwohl das Geldmonopol auf Steuerzahlungsmittel beim Zentralbanksystem liegt und supranationale Zentralbanken unendlich viel Geld produzieren können – ist die Pleite ausgeschlossen?
        ->Nein – ist sie nicht, der Missbrauch der Macht erhöht nur die Fallhöhe.
        -> Der unausweichliche Kollaps, resultierend aus einer erdrückenden Vielzahl von Fehlentscheidungen beendet das. Ob der Krieg heiß oder kalt ist, ebenso nur eine Frage der Fallhöhe.

        Mich würde sehr interessieren, wie sie in ihren Überlegungen so etwas wie Qualitätsregelkreise einbauen wollen, damit die Böcke aus den Gärten entfernt werden – oder soll das demokratischen Wahlen überlassen bleiben?
        Wählen ohne Wählerbestechung und staatswirtschaftliche Blankocheques?

      • Walter Roth sagte:

        Herr Stöcker………..

        ……….ich wünschte ihnen etwas mehr von der schwäbischen Hausfrau, oder von mir als Schweizer der viele Jahre selbständig war, seine Arbeit zu Markte trug, seine Waren selber verkaufte, ja selber herstellte, die Garantie dafür leistete, für alles was er tat persönlich geradestand.

        Nicht ich begehe einen Fehler, Sie tun das.
        Denn Sie meinen, weil sie all die Schliche des Systems kennen, seien sie berechtigt es auch zu nutzen. Aber damit machen sie sich mit den Schmarotzern gleich.
        Sie glauben nämlich auch das man nur an irgendeinem Schräubchen drehen muss, um die Mechanik des Finanzsystems zu reparieren.
        Klar, sie kritisieren es auch, aber eben wie ein Mitglied im Einparteiensystem.

        Damit liegen sie falsch.
        Es braucht viel mehr.
        Vollgeld, wie in der Schweiz gerade auch von mir an der Urne angenommen, wird es nicht schaffen, weder an der Urne noch in der Realität.
        Trotzdem muss man es annehmen.
        Ich würde unseren Gesellschaften wünschen ……….sie müssten noch einmal mit echtem Vollgeld leben lernen, so wie wir es vor 100 Jahren ganz selbstverständlich hatten.
        Golddeckung wäre für die Schweiz möglich, aber erst wenn der Wahnsinn des Jordan mit unserer SNB beendet wurde.
        Dessen Euro Stützung, welcher Idiot stützt eine EU die versucht eine Diktatur zu errichten…?
        Und …….1 Billion mit Gold zu decken, schier unmöglich.-
        Es gibt ja auch auf den Blog IP Leute die behaupten es gäbe nur 86 Milliarden Franken. Die 850 Milliarden Devisen wurden mit was beschafft….?
        Die glauben es gäbe irgendwann einen Knall und dann sei halt Gegenseitig einfach alles weg…. die Schulden auch.
        Aber jede Bewegung hin zu mehr Realität würde die Finanzindustrie aufmischen, also auch eine angenommene Vollgeld-Initiative.

        Derivate braucht niemand, solche Dinge mästen nur Leute die ohne jede eigene Nützlichkeit Geld verdienen wollen. Der Teil unserer Gesellschaften ist nur ein Kropf den man wegoperieren muss.

        Ein Crash scheint mir zunehmend eine gute Lösung zu sein.

        —————————————-

        Marc Meyer…………..
        ……..müssen Sie nicht bemitleiden.

        Denn er hat Recht…………….

        Gegen eine Wand rennt er natürlich…………..klar.

        – Wer gegen die Masseninvasion ist, rennt gegen eine Wand.
        – Wer für Atomkraft plädiert, rennt gegen eine Wand.
        – Wer die Co2 Klimahysterie hinterfragt, der rennt gegen eine Wand.
        – Wer sich gegen die Etablierte Politik ausspricht, rennt gegen die grösste aller Wände.
        Wir alle, für die Fakten, Realität und Wissen allein Massgebend sind, wir alle rennen gegen Wände.
        Irgendwann werden die einstürzen.
        Wir werden siegen, denn Ideologie ist immer ein schlechter Ratgeber, die Realität wird am Ende immer die Oberhand behalten.
        Die Ökonomie wird immer siegen, niemand kann sie aushebeln oder dauerhaft überlisten. Die schwäbische Hausfrau weiss das, Sie nicht.

        Wollen wir aber hoffen das Ende ist bald da, denn die Schäden werden immer grösser.

      • Walter Roth sagte:

        Alexander……………..

        Sehen Sie sich die Geschichte an, dann wird klar das beides ganz sicher geschehen kann und muss.
        Nur Systemlinge wollen daran festhalten das Nationalbanken nicht Konkurs gehen können. Das selbe Phänomen wie Könige die man nicht körperlich berühren durfte.
        Ist das Land hinter einer gescheiterten Nationalbank noch gesund, OK, aber wenn eine Nationalbank scheitert ist ja eben das kaum noch der Fall.
        Wird der Konkurs verschleppt, ja dann lesen sie wie es im Deutschland der frühen 20-iger zu und herging.

        ————-
        Nebenbei.
        Mein Grossvater war um 1923 in Deutschland und erzählte mir viel später immer wieder davon was er damals für ein Goldvreneli alles kaufen konnte.
        Nicht nur den realen Gegenwert der 20 Franken in Gold, sondern das vielfache.
        Die Leute gaben alles her für das bisschen Gold. Denn sie wussten das es eine immer eintauschbare Währung war, dass man so der Inflation entkommen konnte.

  18. Bakwahn sagte:

    ITALIEN LÄUTET DAS ENDE DES EURO EIN
    hahahaha selten so gelacht. Auch hier ist mal wieder der Wunsch Vater des Gedankens. Man will unbedingt Recht behalten.
    Es wird so kommen, wie es Selig, Bollinger u.a. andeuten:
    Schuldenschnitte durch die EZB, weitere Schleifung der Maastricht-Kriterien, dazu Transfers ala Länderfinanzausgleich, Einlagenversicherung für Banken; bald sogar eine gemeinsame Arbeitslosen-, Kranken-, Rentenversicherung etc.

    Ich amüsiere mich schon lange über die Katastrophenmetaphorik zur Europroblematik.
    Stelter und viele von Ihnen, Euch schreiben, kommentieren, phantasieren den „Crash“, den „Zusammenbruch“, das „Fiasko“, die „Explosion“, die Implosion“das „vor-die-Wand-fahren“ geradezu herbei. Das gilt auch für viele andere Boards.
    Liebe Leute,
    ES WIRD KEINEN CRASH und KEINEN AUSTRITT GEBEN.
    Jedenfalls keinen, der mit den Ausmaßen und mit den Auswirkungen von 1929 vergleichbar wäre.
    Auf absehbare Zeit, mittelfristig gedacht für die nächsten 8 bis 10 Jahre gilt folgendes:
    * es wird keinen Euro-Zusammenbruch geben
    * kein Land wird aus dem Euro ausscheren
    * keine wichtige, „systemrelevante“ Bank im Euroraum wird zusammenbrechen
    * kein Land wird pleitegehen, weder Hellas noch Italien
    * auch einen Super-Gau an den Aktienmärkten mit nachfolgend verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen wird es nicht geben
    Auf einzelnen Teilmärkten kann es zu kleinen bis mittelschweren Problemen kommen, verursacht durch Fehlallokationen der Geldschwemme; also an den Aktien- und Wertpapiermärkten, an den Immobilienmärkten etc.
    ALLE PROBLEME WERDEN ÜBER DIE EZB GELÖST.
    Ist doch logo.

    Felix Haller

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Bakwahn

      Ihre Liste zu dem, was es die nächsten 8 bis 10 Jahre gibt, ist nicht vollständig.

      Ich ergänze:

      Die Bevölkerungen können wählen, was sie wollen, wenn die von ihnen gewählten Regierungen nicht spuren, wie die EZB es will, dann MARSCHIERT irgendjemand – vermutlich bezahlt von der EZB – ein und setzt die betreffende Regierung ab. Eine neu installierte, die selbstverständlich nicht den Willen der Wähler befolgt, sondern den der EZB oder einer Brüsseler Behörde regiert dann das Land.

      Derartige Kapriolen sind überhaupt kein Problem.

      Denn das in Europa vorherrschende Demokratieverständnis ist eines, das mit derartigen Vorkommnissen vereinbar ist, ja sie geradezu herbeisehnt.

      Die betroffene Bevölkerung wird daher laut Beifall klatschen, wenn sich obiges ereignet.

      Ist doch logo.

      Antworten
    • Alexander sagte:

      @Bakwahn

      Ganz recht und die arbeitslosen Jugendlichen studieren bis zur Einführung des EZB finanzierten BGE einfach mittelalterliche Geschlechterkunde oder prähistorische Malerei in den volkseigenen polytechnischen Oberrealschulen..
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/

      Frederique Bastiat:
      Weil es kein Brot mehr gibt, den Hunger zu stillen, kein Tuch gegen die Kälte, wird ein dritter anregen, das Brot und Tuch durch Zwangspapiergeld zu ersetzen. Kaufen wir nicht die Dinge mit Talern? Taler zu vervielfältigen, wird er sagen, heißt Brot und Tuch vervielfältigen, Papier vervielfältigen heißt Taler vervielfältigen…. Dieser will, dass der Staat für Arbeit sorgt, Jener für Ausbildung, wieder ein Anderer die Grundrente aller Bürger.
      http://www.bastiat.de/bastiat/schriften/bruederlichkeit.html

      Alles ist gut, nach mir…..

      Antworten
  19. Bakwahn sagte:

    Werter Tischer,
    Sie wissen, wie so oft, immer und alles besser. Das macht Sie auf diesem Board so beliebt. Sie befinden sich mit ihren Beiträgen in der Nähe des Nobelpreises für VWL. Sie sind einfach der Größte und Beste. Ganz ehrlich und ohne Ironie.

    @Alle
    Alle bisherigen Vorhersagen zum Austritt eines Landes oder zum „Crash“ des Euro – auch von renommierten Leuten – haben sich in der Vergangenheit als falsch erwiesen. Auch Stelter rudert immer wieder zurück, indem er Jahreszahlen für Austritte, Crashs und andere Katastrophen weiter in die Zukunft verlegt.

    Es gibt beim Euro keine Gesetze mehr, keine Regeln, Statuten, Vereinbarungen. Es gibt nur eine:
    Den Euro zu retten und alle im Euro zu halten.
    Nach diesem Grundsatz handeln die europäischen Führungseliten seit 2010, als da sind: Das Personal der nationalen Regierungen, der EU (Kommission, Euro-Gruppe und was es da sonst noch so alles gibt), der EZB und ihrer Filialen, der europäischen Banken und auch die Manager von gefährdeten Unternehmen („Zombieunternehmen“). Diese sind mindestens so klug und so beschlagen wie die VWLer dieses Boards. In vergangenen Krisen haben diese Leute stets das aus ihrer Sicht und ihren Interessen und Zielsetzungen (= den Euro retten, alle im Euto halten) die richtigen Entscheidungen getroffen. Das werden sie auch weiterhin mit großem Eifer und innovativem Erfindungsreichtum tun.
    Man darf andere nicht für blöd und sich selbst für superklug halten.

    Felix Haller

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Backwahn

      Lassen Sie das doch, es geht nicht um mich oder irgendjemand.

      Wenn ich je durch das Fegefeuer der Eitelkeiten gegangen sein sollte, war das lange her und ich bin mir sicher, dass das heute keine Rolle spielt für meine Beiträge.

      Ich bin jedenfalls der erste, der anerkennen kann, dass ich falsch liege.

      Allerdings müssen andere zuvor liefern und zeigen, dass ich falsch liege.

      Sie haben Ihre Ansicht dargelegt, der zufolge ALLE Probleme über die EZB zu lösen sind und auch gelöst werden, und ich habe dagegen argumentiert – zugegeben sarkastisch –, dass es GRENZEN für die vermeintliche Allmacht der EZB gibt.

      Jeder kann sich dazu eine Meinung bilden oder auch nicht sowie etwas dazu sagen oder auch nicht.

      Das ist es auch schon.

      Ich will aber hinzusetzen, was ich anderswo schon einmal gesagt habe:

      Die EZB hat zwar keine grenzenlose, aber innerhalb von Grenzen eine gewaltige Macht.

      Ich habe sie in der Vergangenheit unterschätzt.

      Und:

      >In vergangenen Krisen haben diese Leute stets das aus ihrer Sicht und ihren Interessen und Zielsetzungen (= den Euro retten, alle im Euto halten) die richtigen Entscheidungen getroffen. Das werden sie auch weiterhin mit großem Eifer und innovativem Erfindungsreichtum tun.>

      100% Zustimmung.

      Die Frage ist aber dennoch, ob sie dauerhaft Erfolg haben werden.

      Antworten
    • Azius sagte:

      „Es gibt beim Euro keine Gesetze mehr, keine Regeln, Statuten, Vereinbarungen. Es gibt nur eine:
      Den Euro zu retten und alle im Euro zu halten.“

      Es gibt diesbezüglich keine Normative mehr!!!
      Es ist Augenwischerrei bei der EZB nach volkswirtschaftlichen Normativen zu analysieren.

      First EZB oder first €.
      So hat jeder sein First.
      Der eine bricht Völkerrecht.
      Der andere Volkswirtschaftsrecht oder EU-Recht.

      Im brechen liegt die Gemeinsamkeit.
      Andere müsen sich vielleicht übergeben.

      Antworten
  20. Alexander sagte:

    @ Lieber Bakwahn

    Die Kritiker von Blogs wie bto argumentieren wie Sie/Du, dass die (ungenannten) Termine für den Weltuntergang nicht eingehalten werden. Dabei empfinde ich bto als Seismograph für eine unausweichliche Entwicklung.
    Als Kritiker wurde man/ich noch im August 2008 für verrückt erklärt um im Frühjahr 2009 die ersten Regelbrüche zur Weltrettung zu verfolgen.
    In der Zwischenzeit sind viele Anleger (private und Firmen) in langjährige Risiken getreten, verleitet durch günstige Finanzierungen, ohne zu wissen, wann der jeweilige Markt dysfunktional wird.
    Die Geschwindigkeit solch einer Störung würde ich nicht unterschätzen, denn ich erwarte das Scheitern aufgrund von Hybris – den kluge Leute hätten die Zeit im Auge des Sturms genutzt um Probleme leise abzuwickeln.

    Anlässlich eines Vortrages von Asmussen an unserer TH warnte er in seiner Funktion als EZB Mann davor, dass die Politik erkaufte Zeit unbedingt nutzen müsse – was nie geschah.

    Ich wette gerne mit dir/ihnen, eine Flasche bayrischen Gin No.6, dass es keine 8 Jahre mehr dauert ;o)

    Antworten
  21. Bakwahn sagte:

    Alex,
    seit dem Erscheinen von Wolfgang Streecks Buch „Gekaufte Zeit“ im Jahre 2013(!!!) hat die europäische Politik kaum gehandelt, und wenn, dann meist nur symbolisch mit „Minireförmchen“ wie in Griechenland oder wie jetzt in Frankreich.

    Jedoch hörte ich gestern – 24.5.2018 – einen Kommentar zur neuen italienischen Regierung und deren geplanten Politik in ZIB, der Nachrichtensendung des österr. Fernsehens auf 3Sat.
    Ich referiere aus der Erinnerung heraus:
    Der Typ meinte, es sei im Euro doch alles gelöst. Der stünde fest wie eine Eins. Im Wesentlichen seien alle fiskalischen Probleme zufriedenstellend gelöst. Die Konjunktur laufe überall gut.
    Und: Die EU müsse Italien mit allen Mitteln von den geplanten Superausgaben abhalten. Sonst werde es schwierig.

    So oder ähnlich wird die aktuelle Situation des Euro von „Experten“ dargestellt.
    Bofinger hat noch jüngstens das hohe Lied auf den Euro gesungen – ich glaube in der FAZ – und wiederholte dabei auch den Mythos, daß Deutschland vom Euro profitiere.
    Dabei lügt diese Mythe, daß sich die Balken biegen …

    Gruß
    Felix Haller

    Antworten
    • Alexander sagte:

      @Bakwahn

      Worauf wollen den Banker, Analysten, Wirtschaftsprofessoren, Politiker, Notenbanker und Statistiker ihre Erkenntnisse begründen?
      Selbst die Finanzämter hätten Probleme den exakten Verlauf der Konjunktur tagesaktuell zu erfassen. Woher belastbare Daten nehmen?

      Der Wahrheitsgehalt der Statistiken hat sich weitgehend relativiert. Wir lesen am Stromverbrauch Chinas den Konjunkturverlauf ab, weil wir den Lügen nicht trauen, aber in Europa sind alle ehrlich?

      Bei nahezu jedem Kreditantrag wird gemogelt und der Verkäufer will es nicht so genau wissen. Das gilt für jede Größenordnung, nur die Story muss passen.

      Ein befreundeter Unternehmer sagte mir: „Wir stehen an, es geht nicht mehr weiter“… und genau so würde ich die Lage beschreiben. Die Überschuldung ist spürbar, greifbar und zu sehen…denn, den Geschichten folgen nicht die notwendigen Umsätze. Wie die Unternehmen in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland überhaupt überleben ist mir ein Rätsel.
      Ich bin überzeugt, dass die QE Programme zwar den Zusammenbruch verhinderten, aber eben kein Problem lösen. Nach drei Jahren erneut das AUS wenn die Umsätze einbrechen.

      Ohne die Ursachen zu beheben, d.h. politischen & sozialen Murx beenden, ist alles umsonst.

      Nach der WM, nach der Landtagswahl vom Herbst, wenn drei Quartale enttäuschen…kommt die Wahrheit stückweise raus….

      Wir sollten die Zeit genießen!

      Grüße
      Alexander

      Antworten
  22. Jens Happel sagte:

    Sehr gehrter Dr.Stelter. Das ist mit der beste Artikel zur Euro Krise, seit sehr langer Zeit.

    Das auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit und die fehlende Möglichkeit diese durch eine Anpassung der Währung zu kompensieren, sehe ich als das Kernproblem. So verlieren letztlich alle. Der Süden krebst mit Nullwachstum rum und Deutschland verschleudert seine Waren unter Wert. Die deutschen Angestellten haben früher profitiert, indem die DM aufwertete und so die Importgüter günstiger wurden, die Arbeiter also mehr Kaufkraft hatten. Jetzt sind wir im Euro und dieser ist durch den Süden unterbewertet für die Deutsche Volkswirtschaft. Durch die darniederliegende Wirtschaft im Süden kamen innerhalb der EU viele Arbeitnehmer nach Deutschland, was wiederum hier die Löhne drückte. So sieht das zumindest die Bundesbank

    https://www.welt.de/wirtschaft/article175715407/Bundesbank-Loehne-in-Deutschland-steigen-stark.html

    Die ganze Politik der EU inklusive unserer Regierung ist verfehlt. Wir machen, bzw. fordern im Euroraum Strukturreformen im Süden, was defacto zu Lohnkürzungen im Süden führen muss, damit diese wieder wettbewerbsfähig werden. Dies würde die Binnennachfrage stark belasten in Kombination mit Austerität ist dies wenig sinnvoll und riecht um nicht zu sagen stinkt gewaltig nach Brüning. Die Wahlergebnise sehen mittlerweile in ganz Europa auch schon wieder so aus, wie zu Brüningschen Zeiten.

    Abgesehen davon bezweifele ich, dass diese Reformen in Italien und Frankreich politisch überhaupt durchsetzungfähig sind.

    Aus deutscher Sicht wäre, meiner Meinung nach, eine möglichst schonenden Beendigung des Euros wünchenswert. Zunächst sollte aber Deutschland unbedingt versuchen von dem extremen Exportüberschuss runterzukommen. Platzt der Euro dürfte der dann deutsche Rest-Euro oder DM massiv aufwerten, was unsere Wirtschaft völlig unvorbereitet treffen würde. Meine Wette ist, dass die „schwarze Null“ in diesem Szenario keine 12 Monate überlebt! Im Hinblick darauf, wäre es das kleinere Übel bereits jetzt die schwarze Null zu vergessen und auf Pump in Bildung und Infrastruktur zu investieren. Das dürfte den Exportüberschuss etwas mildern. Schulden sind zwar blöd, aber lieber habe ich dafür bessere Bildung und bessere Infrastruktur als wertlose Darlehn im Target2 System.

    Den Zeitpunkt den Euro möglichst geräuschlos zu beenden haben wir glaube ich schon lange verpasst, wenn ich mir die Target2 Salden so anschaue.

    Das Matarella allen ernstes die Regierungsbildung verweigerte, weil er einen Euro kritischen Minister nicht akzeptieren will, beschädigt ein weiteres Mal die Demokratie. Wer ständig Volkeswille beiseite schiebt wird nur noch mehr Extremismus ernten. Das erinnert mich schon stark an die Notstandsverordnungen.

    Ich sehe eine nahezu komplettes Versagen der Eliten in Europa, in der Politik, der Wirtschaft und den Medien.

    Antworten
  23. Happy to Discuss sagte:

    Zunächst einmal: Vielen Dank, das ist eine der produktivsten Debatten zu diesem Thema in einer Zeit, in der nicht in einer strategischen Dimension über die Zukunft gesprochen und geschrieben wird.

    Mit diesem Punkt stimme ich nicht überein:
    „Die Lösung hätte in einem Schuldentilgungsfonds für private und öffentliche Schulden gelegen, dessen Tilgung über Jahrzehnte gestreckt worden wäre und zu dessen Tilgung die Gläubigerländer einen höheren Beitrag geleistet hätten. Das Grobkonzept dazu liegt schon seit Jahren vor. Danach hätte man auch in Ruhe festlegen können, welche Länder wirklich im Euro bleiben können. Italien, Portugal und Griechenland sicherlich nicht.“

    Sobald der Druck der Märkte weg ist verschwindet auch jeglicher Reformwille. Es wäre letztendlich ein Ersatz für die Finanzierung der EZB. Erst muss der Austritt der Länder (oder von D) aus dem Euro stattfinden, dann die Restrukturierung. Anders macht es keinen Sinn.

    Antworten

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