Euro – unter 50, aber mit erheblichen Vorerkrankungen

Dieser Kommentar von mir erschien bei FOCUS und gehört zum HOTSPOT CORONOMICS:

Die Folgen der Corona-Epidemie drohen die Eurozone in die Rezession zu stoßen. Politiker werden die Krise nutzen, um den Euro auf Kosten der Steuerzahler zu stabilisieren und den Umbau in eine Haftungsunion voranzutreiben.

Corona wütet in der Weltwirtschaft. Noch vor wenigen Wochen als chinesisches Problem betrachtet, dürfte spätestens nach der Abriegelung Norditaliens klar sein, dass es nicht nur eine andere Form der Grippe ist. Kein Wunder, dass die Börsen fallen.

Aus medizinischer Sicht schält sich derweil immer mehr heraus: Mann sollte man nicht sein und nicht über 50. Für alle anderen ist das Virus harmlos, außer sie haben „Vorerkrankungen“.

Womit wir beim Euro wären. Gerade erst in den Zwanzigern sollte er vor Kraft nur strotzen. Doch leider ist das nicht der Fall. Erhebliche Vorerkrankungen machen den Euro zu einem Hochrisikopatienten. Wäre der Euro ein Mensch, stünde er zum Selbstschutz schon lange unter Quarantäne.

Probleme bekannt und verschleppt

Der Euro ist bekanntlich ein politisch motiviertes Projekt, das Länder in das Korsett einer gemeinsamen Währung steckt, die weniger miteinander gemein haben als eine fiktive Union aller Länder der Welt, die mit einem „M“ beginnen. Nach einer kurzen Party-Phase dank viel zu tiefer Zinsen in den ersten Jahren der Währungsunion befindet sich der Euro seit Jahren auf der Intensivstation. Beatmet vom billigen Geld der EZB und immer weiter steigenden Schulden wird er am Leben erhalten und die Mediziner wissen nicht, was tun. Sie hoffen auf ein Wunder, also die Genesung aus eigener Kraft.

Dabei gibt es zwei Schulen von Medizinern am Krankenbett des Euro. Auf der einen Seite diejenigen, die glauben, es bedürfe nur mehr „Solidarität“, gemeint ist Umverteilung, um dem Euro wieder auf die Beine zu helfen. Auf der anderen diejenigen, die mit Blick auf Beispiele wie die über 100-jährige Währungsunion zwischen Nord- und Süditalien feststellen, dass solche Umverteilung nicht nur viel kostet, sondern die Probleme eher verfestigt, statt sie zu lösen.

Natürlich findet jede Seite die ihr genehmen Experten, die die gewünschten Empfehlungen mit mehr oder weniger tauglichen Analysen unterstützen. Nur in Deutschland haben wir das auch auf anderen Gebieten bestehende Phänomen, dass unsere Experten Dinge befürworten, die weder in unserem Interesse liegen noch dem Patienten helfen. Eine Tendenz, die weit in der Politik verbreitet ist.

Während also die Mediziner am Bett des Patienten Euro seit Jahren streiten, passiert nichts. Die eigentlichen Krankheiten – die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsländer, die stagnierende Wirtschaft und die steigende Verschuldung – verschlimmern sich derweil. Kaschiert, durch immer tiefere Zinsen und bisher durch ein Deutschland, das gedopt von diesem billigen Geld und vor allem dem schwachen Euro von Exporterfolg zu Exporterfolg geeilt ist. Übrigens nur vordergründig eine gute Nachricht, aber das ist ein anderes Thema.

Deflationärer Schock

Fällt Deutschland als stabiler Anker weg, dürfte es schnell um den Euro geschehen sein. Und hier kommt das Virus ins Spiel. Die Weltwirtschaft befindet sich gerade im freien Fall Richtung Rezession. China stand für rund 50 Prozent des Wachstums der letzten Jahre und rund 18 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Ohne die massiv gestiegene Nachfrage aus China hätte wir in den letzten Jahren nicht eine so gute Konjunktur erlebt. Nun fällt nicht nur diese Nachfrage weg, sondern auch die aus anderen Ländern, die indirekt von China abhängen. Stichwort: Rohstoffe. Das war übrigens schon 2019 der Fall. Das Virus verschärft also nur einen Trend, der schon seit Längerem besteht.

Ökonomisch kommt das einem deflationären Schock gleich: Angebot und Nachfrage kollabieren. Hoch verschuldete Unternehmen und Spekulanten an den Finanzmärkten kommen unter Druck und die Zinsen sind schon tief – wenn billiges Geld überhaupt etwas ausrichten kann in einem solchen Umfeld.

Wie das Virus je nach Alter und Gesundheitszustand unterschiedlich gefährlich ist, ist es auch ökonomisch besonders kritisch für diejenigen, die schon in guten Zeiten kränkeln. Der Euro steht also vor der nächsten Krise.

Einige der Mediziner am Krankenbett des Euro haben nur auf diese Zuspitzung gewartet. Gilt es doch als „Erfolgsrezept“ der Europäer, Krisen dazu zu nutzen, die Integration der EU und die Haftungsgemeinschaft im Euro weiter voranzubringen. Dinge, die unter normalen Umständen politisch nicht durchzusetzen wären, gehen dann plötzlich doch.

Regeln wurden gebrochen

Man erinnere sich an die spontane Bereitschaft nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen, Griechenland entgegen der vertraglich festgelegten „No-Bail-out“-Regeln (also keine Hilfe), doch mit Milliarden unter die Arme zu greifen. Das Geld kam übrigens überwiegend aus Deutschland und floss nicht, wie uns so gerne erzählt wird, nach Griechenland, sondern über Griechenland nach Frankreich. Die französischen Banken konnten dank unserer Hilfe ihre Kredite in dem Land noch retten.

Damit nicht genug. Erzählen unsere Politiker doch allen Ernstes, wir würden mit der Rettung noch Geld verdienen. Wie die Täuschung funktioniert, beweisen Aussagen wie diese, von niemand anderem als Klaus Regling, der seit 2010 Chef des Euro-Rettungsfonds ESM ist: „Wir versorgen Griechenland fünfzig Jahre lang mit sehr günstigen Krediten. Letztlich wirken diese Erleichterungen für Griechenland wie ein Schuldenschnitt. Aber dieses Vorgehen ist innerhalb der Währungsunion eben zulässig und führt zu keinen Kosten in den anderen Mitgliedstaaten.“

Ein Wunder. Es gibt einen Schuldenschnitt, bei dem niemand etwas verliert! Die Wahrheit ist eine andere: Dank tiefer Zinsen und langen Tilgungsfristen ist der Marktwert der griechischen Schulden deutlich geringer als der Nominalwert. Dies bedeutet, dass die Gläubiger auf Geld verzichten. Und wenn wir unsere Milliarden irgendwann in der Zukunft wieder zurückbekommen, haben wir eben dennoch einen Verlust gemacht. Dazu genügt ein Blick auf die Inflation. 2012 hätten wir für das Geld deutlich mehr Straßen, Schulen etc. bauen können als heute und erst recht als in ein paar Jahrzehnten. Die letzten Tilgungen sind für das Jahr 2070 geplant. So spät, dass sich unsere Politiker keine Sorgen mehr machen müssen, in Haftung genommen zu werden.

Aber so ist es. Die Politik verkauft uns systematisch für dumm, was diese Thematik betrifft. Das liegt auch daran, dass gerade wir Deutschen uns für Wirtschaft und Finanzen so wenig interessieren. Und wie sagte der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker so treffend: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

ESM als Währungsfonds

Die nächste Krise des Euro steht mit der Corona-Epidemie vor der Tür. Italien hat – zu Recht – die Schuldenregeln schon mal über Bord geworfen und versucht mit einem Konjunkturprogramm von 7,5 Milliarden Euro das Schlimmste zu verhindern. Dabei wird es nicht bleiben. Schon bald werden in Europa die Milliarden nur so fließen, im verzweifelten Versuch eine neue tiefe Rezession und damit eine große Welle der politischen Unzufriedenheit mit dem Euro zu verhindern. Gern auch von der EZB finanziert. Regeln hin oder her.

Zugleich bereitet die Krise den Weg für den nächsten Schritt in Richtung Haftungsgemeinschaft. Die Mediziner aus den Krisenländern des Euro inklusive Frankreichs erhoffen sich durch mehr Transfers von den starken Ländern eine „Lösung“, obwohl selbst Experten des IWF vorrechnen, dass eine Transferunion nicht groß genug sein kann, die strukturellen Probleme zu lösen.

Vehikel für diese Umverteilung soll der umgebaute und erweiterte ESM sein. Der Euro-Rettungsschirm ESM soll zu einem „Währungsfonds“ ausgebaut werden, damit der „Euro stabiler wird“ und „besser gegen künftige Krisen geschützt ist“. Still und heimlich wird hier die nächste große Risikoverschiebung zu unseren Lasten vorbereitet und auf den Moment gewartet, wo andere Themen die Medien dominieren oder aber die Ausweitung des ESM als „alternativlos“ verkauft werden kann. Eine Lieblingsfloskel unserer Regierenden.

Dabei klingen die Ideen zum Umbau des ESM zunächst harmlos. In Zukunft soll der ESM gemeinsam mit der EU-Kommission über Hilfsprogramme für Staaten entscheiden. Nebenher soll er auch dabei helfen, wenn große Banken pleitegehen. Wer kann schon dagegen sein, mag man denken. Dabei genügt ein Blick auf die Aktienkurse der europäischen Banken, um zu ahnen, wie gigantisch die Probleme sind. Denn anders als die eher weniger als mehr glaubwürdigen Stresstests der EZB und der geschönten Zahlen zu den faulen Krediten gibt die Börse eine klare Einschätzung: Die Banken notieren bei rund 50 Prozent ihres Buchwertes und damit fast wieder so tief wie zum Höhepunkt der letzten Eurokrise.

Bedeutet für die Finanziers des ESM, dass sie sich ein Risiko aufhalsen, von dem nur zu ahnen ist, wie groß es in Wirklichkeit ist. Und bevor der Vertrag nicht unterschrieben ist, dürfen wir nicht auf ehrliche Zahlen hoffen, denn wie sagte Juncker es so schön.

Neue Hilfen für die Euro-Staaten

Schaut man sich den Vorschlag zum Umbau des ESM an, muss man zum Schluss kommen, dass entgegen der offiziell postulierten harten Auflagen eher eine Aufweichung der Kriterien erfolgt. In die gleiche Richtung weist die Erfahrung mit früheren Entscheiden der EU-Kommission, die noch nie ernsthaft gegen Defizitsünder vorgegangen ist. Deshalb steht außer Zweifel, dass der neue ESM sehr schnell, sehr großzügig und vor allem sehr weich, was die Auflagen betrifft, helfen wird, sollte sich eine neue Krise auftun. So genügt es anzunehmen, dass mittelfristig durch die Hilfe die Stabilität erreicht werden kann. („The assessment of debt sustainability and repayment capacity will becarried out on a transparent and predictable basis, while allowing for sufficient margin of judgment.” ) Überall wimmelt es im Vertrag an derartigen politisch beliebig dehnbaren Begriffen. Im Krisenfall dürfte das genutzt werden.

Zwar haben die großen Geberländer noch ein Vetorecht, allerdings ist das Zeitfenster für solche Entscheide extrem kurz (zwölf bis 24 Stunden). Und da man davon ausgehen muss, dass es immer in einer akuten Krise der Fall sein wird, wird der Bundestag zustimmen. Denn die Alternative eines unkontrollierten Zerfalls des Euro wird stets so abschreckend wirken, dass unsere Politiker einwilligen. Der ESM legt damit die Grundlage für eine faktisch unbegrenzte Umverteilung im Krisenfall.

Dabei wird gern vergessen, dass sich die Krisenländer selber helfen könnten. So sind die italienischen Privathaushalte deutlich vermögender als die deutschen, wie die EZB vorrechnet. Sowohl das Staatsschuldenproblem Italiens als auch das Problem des wohl gänzlich insolventen Bankensystems des Landes ließe sich problemlos in Italien lösen. Populär wäre das nicht, denn welcher Politiker stellt sich schon gern vor das Volk und verkündet heftige Vermögensverluste? Deshalb überrascht es auch nicht, dass Italien den ESM zunächst gestoppt hat. Denn natürlich wird das Land der ganz große Profiteur des erweiterten ESM sein. Doch um sicherzugehen, dass es zu keiner Gläubigerbeteiligung im Falle einer Krise kommt, drängt Italien in dieser Hinsicht auf eine Aufweichen. Denn die Gläubiger sitzen vor allem im Inland und es gilt immer noch das römische Bonmot: „Warum sollen wir zahlen, wenn es die Provinzen tun.“ Die Provinzen wären dann übrigens unter anderem wir.

Wieder wird eine Krise für einen Umbau genutzt

Die Bundesregierung will, trotz der sich aus der Neuordnung des ESM ergebenden Risiken, den Vertrag in dieser Form durch den Bundestag bringen – getragen von der Idee, so den Euro „stabilisieren“ zu können. Die sich abzeichnende tiefe Rezession und damit nächste Eurokrise wird dazu genutzt werden, den Umbau des ESM zu beschleunigen.

Wieder wird unter dem Eindruck einer akuten Krise ein weiterer großer Schritt in Richtung Haftungsunion gemacht werden, verbunden mit einer Lockerung der Auflagen. Und schon heute ist klar, dass unsere Politiker wahlweise behaupten werden, dass es uns nichts kostet, wir sogar mit den Hilfen „Gewinne“ erwirtschaften und es ohnehin nur in unserem Interesse ist. In Wahrheit ist es nichts anderes als eine erneute Aktion in Richtung italienischer Währungsunion, die dem Euro nur Zeit kaufen kann. Denn die grundlegenden Probleme des Euro bleiben nicht nur ungelöst, sondern wachsen weiter an.

focus.de: „Die Politik wird die Virus-Krise für den Umbau der Eurozone zum Schlechteren nutzen“, 10. März 2020

Kommentare (54) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Dietmar Tischer sagte:

    Wir wurden in dieser Woche mit so vielen Ereignissen konfrontiert, dass wir noch dabei sind, diese zu begreifen, einzuordnen und zu bewerten.

    Dabei sollte nicht untergehen, was Dr. Stelter mit seinem Beitrag an diesem Thread thematisiert.

    Es geht um die tiefgreifende säkulare UMGESTALTUNG nicht nur unserer Gesellschaft.

    Er hat das am Beispiel des ESM aufgezeigt.

    Erinnern wir uns kurz daran, warum es den ESM überhaupt gibt:

    Er wurde im Herbst 2012 geschaffen, um Mitgliedsländern Darlehen zur Überbrückung von Finanzierungsschwierigkeiten zu gewähren, d. h. deren Staatsbankrott abzuwenden. Diese Darlehen konnten sie auch dazu verwenden, ihre Banken zu rekapitalisieren, also INDIREKTE Bankenrettung zu betreiben.

    Die Banken derart WEITER indirekt zu retten, ist angesichts deren Unterkapitalisierung UND der nach wie vor hohen Verschuldung der meisten Staaten flächendeckend nicht möglich. Die italienische Regierung hat es in einzelnen Fällen zwar praktiziert, aber die unterkapitalisierten italienischen Banken kann der italienische Staat nicht retten, wenn das Land weiter so vor sich hindümpelt oder in eine nachhaltige Krise gerät – egal, wer an der Regierung ist.

    Auch die EZB kann nicht wirklich retten, denn sie darf marode Banken nicht mit Liquidität versorgen. Mit den ELA-Krediten in Höhe von ca. Euro 100 Mrd. für griechische Banken in 2015 hatte sie ihr Mandat erkennbar überdehnt.

    Angesichts der anhaltend fragilen Lage, sollen JETZT also die Befugnisse des ESM erweitert werden, wie Dr. Stelter feststellt:

    >Der Euro-Rettungsschirm ESM soll zu einem „Währungsfonds“ ausgebaut werden… In Zukunft soll der ESM gemeinsam mit der EU-Kommission über Hilfsprogramme für Staaten entscheiden. Nebenher soll er auch dabei helfen, wenn große Banken pleitegehen.>

    Der ESM soll auch INSTITUTIONELL erweitert werden: War er ursprünglich nur ein Instrument der Euro-Staaten, wird er nun eines, bei dem die EU-KOMMISSION mitentscheidet.

    Kurzum:

    Jetzt also DIREKTE Bankenrettung für die GESAMTE EU.

    Das ist aber „nur“ eine Veränderung auf der MONETÄREN Ebene, die Menschen materiell nicht direkt betrifft. Man wird sie daher vermutlich relativ problemlos durchwinken können.

    Dabei bleibt es aber nicht.

    Deshalb zu den MATERIELLEN Veränderungen, die mit den Maßnahmen zur Coronakrise verbunden sind.

    Es geht jetzt nicht mehr nur um die Rettung von Banken, sondern vorrangig um die von UNTERNEHMEN der REALWIRTSCHAFT, die vor Insolvenz bewahrt werden sollen durch „unbegrenzte Kreditgewährung“ seitens des Staates.

    So die Minister Scholz und Altmaier in der Pressekonferenz vorgestern.

    Deklinieren wir das einmal beispielhaft und konkret durch:

    Irgendein Messebauer kann über seine Hausbank einen „Überbrückungskredit“ beantragen. Geht das Unternehmen dennoch pleite, trägt die Hausbank 20% des Verlustes und der Staat über SEINE absichernde KfW-Bank 80%.

    So weit so gut, Beifall von allen Seiten.

    In dieser Woche haben wir auch vernommen, dass die IAA zukünftig nicht mehr in Frankfurt, sondern in München stattfinden wird.

    Was ist, wenn DADURCH Messebauer in Frankfurt pleitegehen?

    Klar, die Entstehung einer Pandemie in einer chinesischen Markthalle ist etwas anderes als die Entscheidung einer Handvoll Großunternehmen hierzulande.

    ABER:

    Ist das aus SICHT des betroffenen Unternehmens nicht egal, weil es durch eine Ursache, die es NICHT zu verantworten hat, in der Existenz betroffen ist?

    Und weiter:

    Wenn in 2021 anlässlich der ersten IAA in München ein dortiger Messebauer pleitezugehen droht, weil einer seiner KUNDEN nicht zahlt (Zulieferer der Automobilindustrie, durch die Energiewende in der Krise), ist er doch auch NICHT ursächlich dafür verantwortlich.

    Warum sollte der Staat nicht auch in DERARTIGEN Fällen den Unternehmen so helfen, wie er es jetzt anlässlich der Coronakrise tun will?

    Aus Sicht der Betroffen sollte er nicht nur, sondern MUSS er sie retten, weil das ja Arbeitsplätze erhält, also dem „Gemeinwohl“, der Gesellschaft dient.

    Und:

    Er muss dies zumindest versuchen, denn er konnte es in der Coronakrise ja auch versuchen.

    Geld ist hinreichend da, wie ausdrücklich von Scholz bestätigt wurde. Es wird auch in Zukunft da sein, die Schwarze Null wird jedenfalls keine Verschuldungsbremse sein.

    So wird die ÖFFENTLICHE Argumentationslogik aufgebaut, die den Staat unter HANDLUNGSZWANG setzt.

    Was für die Angebotsseite gilt, muss prinzipiell auch für die Nachfrageseite gelten.

    Daher hat der Verdi-Chef ohne irgendeinen Aufschrei „Konsum-Schecks“ für die Bürger fordern können.

    Damit sind wir wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu Bürgergeld und BGE.

    Was wir hier erleben, ist nicht irgendeine Marotte abseitiger Politiker:

    Wie Altmaier, ein führendes Mitglied der Partei der „sozialen MARKTWIRTSCHAFT“ in der PK mit tief empfundener Befriedigung verkündete, ist er sich mit Scholz, führendes Mitglied der Partei der „sozialen UMVERTEILUNG“ nahezu vollständig einig, dass man GEMEINSAM mit noch nie dagewesenen STAATSGARANTIEN auf dem richtigen Weg sei.

    Noch irgendjemand, der angesichts der Lage und umfassendem Beifall behaupten will, es sei der FALSCHE?

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    Richard Ott sagte:

    Neues vom völlig überforderten NRW-Gesundheitsminister Laumann:

    „Mal angenommen, wir sagen: Die Leute dürfen eine bestimmte Stadt oder einen Landkreis nicht mehr verlassen. Erstens, wie wollen wir das kontrollieren? Mit der Polizei? Zweitens wäre das eine Stigmatisierung, die ich nicht möchte“
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/nrw-gesundheitsminister-laumann-ueber-die-coronakrise-wir-muessen-die-nerven-behalten-a-7d159a5b-3be9-49b8-a2a9-5d06c273291b?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph

    Tja, so eine „Stigmatisierung“ nennt man „Quarantäne von Infizierten“ während einer Epidemie. Laumann hält das vermutlich für „rechts“ und es ist ja irgendwie auch das Gegenteil von „Weltoffenheit“, aber die chinesischen Kommunisten in Wuhan haben gezeigt, wie effektiv man damit die Ausbreitung der Epidemie stoppen kann. Ist ihm wahrscheinlich alles egal.

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        Richard Ott sagte:

        @ruby

        Ich hab leider nur die klassische mit „Make America Great Again“ und alternativ den Schwarz-Rot-Goldenen-Bürgerhut (Grüße nach Dresden!), das neue Cappie mit „USA“ muss ich mir noch bestellen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      Zu Laumann:

      Das Interview ist vermutlich vor einer Woche geführt worden. Da sah die Welt noch etwas anders aus und auch unser Verständnis dessen, was angemessen wäre.

      Wir hatten darüber ausführlich gesprochen mit Blick auf den rheinischen Karneval und müssen dies nicht weiter vertiefen.

      Interessant finde ich die BEGRÜNDUNG von Laumann, warum er eine bestimmte Stadt oder ein Landkreis nicht unter Quarantäne gestellt werden sollte:

      Er möchte keine STIGMATISIERUNG.

      Das muss man erst einmal sacken lassen.

      Wird in Deutschland angeordnet, etwas zu tun oder zu lassen, ist das STIGMATISIERUNG.

      Wenn Politiker die in den Medien und in der Bevölkerung weitreichend verbreitete Auffassung, dass die individuelle Integrität NUR mit der Unantastbarkeit jeglichen Verhaltens zu wahren sei, so wie Laumann verinnerlicht haben, kann natürlich präventiv NICHT hinreichend gehandelt werden.

      Dann müssen wir und die Nicht-Stigmatisierten eben die Folgen tragen.

      In China, da bin ich ganz sicher, hat niemand auch nur eine Sekunde darüber diskutiert, ob Menschen, etwa Ausländer, stigmatisiert würden, wenn man Wuhan unter Quarantäne stellte.

      Es ging um die Frage, wie man die Zahl der Toten niedrig halten kann.

      Um nichts anderes.

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    ruby sagte:

    @Herr Krause
    In EU/DE gibt es keine Untenehnen, Banken die mit der Regierung vor der Kamera Maßnahmen vertreten, die umgesetzt werden.
    Energieunabhängigkeit bleibt ein Fremdwort.
    Die USA wird Donald Trump danken müssen und die Globalisten dürfen ihre Konten schliessen, schauen Sie sich Frau Pelosi an in den kommenden Wochen.

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        ruby sagte:

        Mit der Rezession werden weltweit agierende Akteure wesentliche Geschäfte sowie Bestände und Geldströme herunterbuchen.
        Die Demokraten werden in den USA die gemeinsamen Beschlüsse mit den Republikaner von Trump verantworten.
        Merkel und Scholz haben haben Ankündigungen mit Worten bei denen die Umsetzungen und Wirkungen unsichtbar sind im Buch der Geschichte stehen. Die EU ist vielleicht Montag hörbar. Die Bevölkerungen sind in USA im Notstand und hier?

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    Dieter Krause sagte:

    Coronanomics (IV)

    Der eher unwichtigere Teil des gesundheitlichen Coronavirus-Krisenmanagements! Beim ersten einigermaßen funktionierenden Impfstoff gegen den Coronavirus wird das alles aber auch so schnell mit dem Zulassungsverfahren gehen – auch wenn der ein paar Nebenwirkungen haben sollte. Wenn den dann die Amerikaner nicht einsetzen wollen – der Iran und einige andere Länder werden ihn sofort einsetzen! Nicht nur gesundheitspolitisch – auch ökonomisch wäre das aber in jedem Falle extrem sinnvoll.

    Mitte in der Coronakrise schafft der Schweizer Pharmakonzern einen gewaltigen Sprung in der Diagnostik. Amerikas Gesundheitsbehörde gibt im Eilverfahren grünes Licht. „Wir sind sehr stolz, dass wir das geschafft haben“, sagt Severin Schwan. Der Vorstandsvorsitzende des Schweizer Pharmakonzerns Roche durfte am Freitag von einem Durchbruch berichten, der inmitten der unzähligen Hiobsbotschaften rund um die Corona-Krise ein positives Schlaglicht setzt. Roche hat von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Freigabe für einen neuen Schnelltest zum Nachweis des Coronavirus erhalten.
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/pharmakonzern-roche-neuer-schnelltest-fuer-coronavirus-16678244.html

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    Dieter Krause sagte:

    Coronanomics (III)

    Ich bin mir relativ sicher, dass die Bundesregierung mittlerweile auch sehr genaue ÖKONOMISCHE BERECHNUNGEN darüber anstellt, ob eine GEZIELTE DURCHSEUCHUNG, zeitlich gestreckt und verzögert, im Rahmen der Coronavirus-Epidemie – bei einer Mortalitätsrate von geschätzten 0,5% – nicht volkswirtschaftlich billiger wie eine monatelange Heimquarantäne eines Großteils der Bevölkerung mit riesigen Produktionsdausfällen wäre. Beim SARS-Virus – mit einer Mortalitätsrate von fast 50%(!) – wäre das nicht möglich gewesen. Aber beim Coronavirus durchaus denkbar! Nur so ist für mich verständlich, dass Merkel ÖFFENTLICH über eine mögliche Erkrankung von 60% bis 70% der Bevölkerung redet (der tschechische Ministerpräsident hat das als unverantwortlich bezeichnet – und als gezielte Panikmache der Bevölkerung gegeißelt). Es wird aber nie jemand aus der Bundesregierung darüber reden – und auch kein Arzt der Charite! Aber CORONANOMICS könnte wirklich noch mal ein interessantes Forschungsfeld werden – mit einigen wegweisenden Dissertationen!

    Ein komplettes Eindämmen des Virus ist mittlerweile nicht mehr möglich ohne einen Impfstoff. Es wird zwar schon daran gearbeitet und es gehen Meldungen herum, dass dieser in einem bis zwei Jahren verfügbar sein könnte. Das steht allerdings im Gegensatz zu dem Krisenszenario der Bundesregierung von 2013 (TE berichtete hier). Dort wird davon ausgegangen, dass ein Impfstoff frühestens nach drei Jahren verfügbar ist. Da die Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein bisher fast unbekanntes Virus kein leichtes Unterfangen ist, ein solcher Impfstoff auch getestet werden muss und die Herstellung eines solchen technisch schwierig ist – besonders in der Größenordnung, die für ein Impfen der deutschen Bevölkerung als Ganzes nötig ist – ist diese 3-Jahres Prognose wahrscheinlich noch optimistisch. Ohne einen Impfstoff, und ohne die Möglichkeit, den Virus auf einzelne Regionen zu beschränken, werden sich also die Worte Angela Merkels, es würden sich gut 60 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Corona infizieren, bewahrheiten.
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wie-man-eine-pandemie-bekaempft-social-distancing/

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    • Avatar
      Dieter Krause sagte:

      Nachtrag Coronanomics (III)

      Mit GEZIELTER SELBSTANSTECKUNG kann man den Durchseuchungsgrad der deutschen Bevölkerung natürlich auch ganz schnell steigern! Wann wird wohl die erste Kampagne der Bundesregierung dazu starten? – „Ein anständiger Deutscher hockt jetzt nicht weiter zu Hause im Home-Office sondern infisziert sich gezielt mit dem an sich doch harmlosen Coronavirus – machen wir bei der Pockenimpfung doch genau so, wo abgeschwächte Pockenerreger geimpft werden! – Wir brauchen beim Coronavirus endlich einen hohen Durchseuchungsgrad der Bevölkerung, damit die Wirtschaft wieder auf Touren kommt!“ – Na mal sehen, wann der Zustand der „Herdenimmunität“ ereicht ist – und Angela Merkel in Berlin das erleichtert auf einer Pressekonferenz verkünden wird: „Deutschland ist beim Coronavirus jetzt endlich herdenimmun – ich danke allen Bürgern, die daran so schnell verantwortungsbewußt mitgewirkt haben!“

      Selbstansteckung für schnellere Durchseuchung?

      Sars-CoV-2 erweist sich als sehr ansteckend und vor allem für Risikogruppen als gefährlich. Trotzdem wird es zunehmend ins Leere laufen, wenn genügend Menschen immun sind. Dieser Zustand heißt Durchseuchung – wann ist er erreicht?

      Die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus lässt sich nicht mehr verhindern. Inzwischen gehen die Experten davon aus, dass die Ansteckung erst durchbrochen wird, wenn genug Menschen die Infektion durchlaufen haben. Das klingt zunächst paradox, ist aber der Zustand, dass ausreichend Menschen immun gegen den Erreger sind. Dann kann es keine neuen Ansteckungswellen mehr geben. Epidemiologen nennen diesen Zustand Durchseuchung.

      Der Direktor des Instituts für Virologie der Charité, Christian Drosten, vermutet, dass dafür zwei von drei Menschen zumindest vorübergehend immun sein müssen. In Deutschland wären das bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen fast 56 Millionen Menschen. Dieser Anteil müsste sich infizieren, um die Ausbreitung dann zu stoppen, so Drosten gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Erst mit diesem Durchseuchungsgrad wird die Herdenimmunität erreicht, die dann auch nicht-immune Menschen vor Ansteckung schützt. Derzeit geht man davon aus, dass ein an Sars-CoV-2 Erkrankter im Schnitt drei andere Menschen ansteckt.

      Selbstansteckung als Lösung?

      Kontrovers wird in diesem Zusammenhang die gezielte Selbstansteckung diskutiert. Der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Reiner Eichenberger argumentierte, dass gesunde Erwachsene sich bewusst infizieren sollen. So erhöhe sich die Zahl derjenigen, die die Infektion bereits durchlaufen haben und Risikopatienten würden geschützt. Für die meisten Menschen sei das neuartige Coronavirus nicht schlimm, sagte Eichenberger in „20 Minuten Schweiz“. „Daher wäre es vielleicht richtig, dass die unter 65-Jährigen sich möglichst schnell infizieren, 14 Tage zu Hause bleiben und dann wieder arbeiten, festen und reisen.“
      https://www.n-tv.de/wissen/Selbstansteckung-fuer-schnellere-Durchseuchung-article21636499.html

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Krause

      „Ein komplettes Eindämmen des Virus ist mittlerweile nicht mehr möglich ohne einen Impfstoff.“

      Aber natürlich ist das möglich, zumindest fast komplett. Dazu brauchen Sie aber harte Quarantänemaßnahmen, die über mehrere Wochen aufrecht erhalten werden müssen.

      Das wäre eine deutlich effektivere Strategie als das Merkelsche Herumlavieren oder völlig wahnsinnige Ideen wie „gezielter Selbstansteckung“, von der Sie hier schon schreiben.

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    Dieter Krause sagte:

    Coronanomics (II)

    Um das Helikoptergeld zur Nachfragestimulierung after Corona-Crisis unter die Bürger der Euro-Zone zu bringen, könnte die EZB für jeden Bürger auch ein eigenständiges EZB-Konto einrichten. Ein Knopfdruck würde dann genügen – und jeder Bürger der EZB hätte 1.000 Euro auf seinem EZB-Konto! – Wird keine fünf Jahre mehr dauern, bis das kommt; wird unter Ökonomen ja auch schon diskutiert! Hat außerdem auch noch ein paar andere Vorteile für die Euro-Zonen-Regierungen und die EZB oder?

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Krause

      „könnte die EZB für jeden Bürger auch ein eigenständiges EZB-Konto einrichten … Hat außerdem auch noch ein paar andere Vorteile für die Euro-Zonen-Regierungen und die EZB oder?“

      Wieso, glauben Sie etwa, dass im Winter 2020/21 der Corona-(II)-Virus die Runde machen wird? Oder wollen Sie einfach nur eine Rechtfertigung für den permanenten geldpolitischen Ausnahmezustand konstruieren?

      Antworten
      • Avatar
        Dieter Krause sagte:

        @ Richard Ott
        Wieso, glauben Sie etwa, dass im Winter 2020/21 der Corona-(II)-Virus die Runde machen wird? Oder wollen Sie einfach nur eine Rechtfertigung für den permanenten geldpolitischen Ausnahmezustand konstruieren?

        Krisenzeiten beschleunigen immer SINNVOLLES STAATLICHES HANDELN (EZB-Konto für jeden Bürger – wobei Sie das natürlich anders sehen können)! Schauen Sie sich mal genau an, was man alles im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg in Deutschland eingeführt hat – Adenauer hat in vielen Fällen einfach dort weiter gemacht, wo die Nazis aufgehört haben!

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Krause

        „Schauen Sie sich mal genau an, was man alles im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg in Deutschland eingeführt hat – Adenauer hat in vielen Fällen einfach dort weiter gemacht, wo die Nazis aufgehört haben!“

        Ich habe keine Ahnung, worauf Sie da anspielen wollen. Und dass Adenauer in vielen Bereichen Nazi-Politik fortgeführt haben soll, halte ich für ausgemachten Blödsinn.

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    Dieter Krause sagte:

    @ Christian Hu
    Nennen Sie mir jemanden, der in Verbindung mit Helikoptergeld NICHT über Inflation redet. Eigentlich wird beim Helikoptergeld fast IMMER nur über Inflation geredet – und ein bisschen Inflation würde uns mittelfristig auch nicht schaden, denn das hieße, dass der Konsum wieder angesprungen ist

    Sie müssen zwischen öffentlichem (zu den Bürgern) und internen Reden (z.B. in der EZB) über Helikoptergeld unterscheiden! Würde ein EZB-Banker ÖFFENTLICH sagen, dass man das Geld an die Bürger nur verteilt, damit die Inflation endlich wieder anspringt, wäre das öffentliche Ansehen der EZB völlig im Eimer! Deshalb muss dafür eine andere plausible Erklärung her. – Aber es geht JETZT um die Coronavirus-Pandemie. Hier ist der Konsum kurzzeitig extrem eingebrochen (in China beim Autokauf um teilweise 92%!) – und das in Staaten, die in so einem Katastrophenfall wohl keine Lohnfortzahlung kennen. Da ist Helikoptergeld einfach ein simples Konsumstimuli, um die Nachfrage wieder in Gang zu bekommen – Inflation dabei völlig sekundär!

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    Dieter Krause sagte:

    @ Daniel Stelter

    CORONANOMICS – wie hier von Barry Eichengreen – ist wohl ein guter Begriff für das integrierte monetäre, fiskalische und gesundheitspolitische Krisenmanagement in Zeiten der Coronavirus-Pandemie (er dürfte bald auch als Buchtitel auftauchen)! Bald wird man sehen, wer das am besten beherrscht. Ich glaube aber nicht, dass das Deutschland sein wird. Staaten wie Taiwan oder Singapur machen das viel professioneller (auch durch konsequente Durchsetzung einer Quarantäne bei Erkrankten im Frühstadium so einer Epidemie) – und weil sie natürlich auch mehr Erfahrung mit solchen aus China eingeschleppten Epidemien bei miserablen Informationsstand durch die chinesischen Behörden haben. Ein Donald Trump scheint wohl nur die monetäre und fiskalische Seite im Blick zu haben – an der gesundheitspolitischen wird er wahrscheinlich scheitern!

    Coronanomics

    Die unmittelbare Reaktion erfolgte in Form von Zinssenkungen der Zentralbank, wobei die US-Notenbank schnell aus dem Takt kam. Obwohl die Zentralbanken schnell handeln können, ist es jedoch nicht klar, wie viel sie tun können, da die Zinssätze bereits auf einem Tiefststand sind. Auf jeden Fall hat die Tatsache, dass die Fed ihre Zinssenkung nicht mit anderen großen Zentralbanken koordiniert hat, ein negatives Signal hinsichtlich der Kohärenz der Reaktion gesetzt. Außerdem kann die Geldpolitik keine gebrochenen Lieferketten reparieren. Mein Kollege Brad DeLong hat versucht, mich davon zu überzeugen, dass eine Liquiditätsspritze der Zentralbank dazu beitragen kann, den globalen Containerverkehr wieder in Gang zu bringen, wie es 2008 der Fall war. (Jetzt kennen Sie die Art von Aufzugsgesprächen, die wir in der UC Berkeley führen.)

    Aber das Problem im Jahr 2008 waren Störungen des Finanzflusses, die durch die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken behoben werden konnten. Das Problem heute ist jedoch ein plötzlicher Produktionsstopp, den die Geldpolitik kaum ausgleichen kann. Fed-Vorsitzender Jerome Powell kann keine durch Quarantäne verschlossenen Fabriken wieder eröffnen, was immer US-Präsident Donald Trump auch denken mag. Ebenso wenig wird die Geldpolitik die Käufer zurück in die Einkaufszentren oder die Reisenden zurück in die Flugzeuge bringen, sofern ihre Bedenken auf die Sicherheit und nicht auf die Kosten gerichtet sind.

    Zinssenkungen können nicht schaden, da die ohnehin schon gedämpfte Inflation nach unten gerichtet ist; aber von ihnen sollte man nicht viel wirkliche wirtschaftliche Belebung erwarten, ebenso wenig wie von der Finanzpolitik. Steuergutschriften werden die Produktion nicht wieder in Gang bringen, wenn die Unternehmen um die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer und das Risiko der Verbreitung von Krankheiten besorgt sind. Lohnsteuersenkungen werden die diskretionären Ausgaben nicht ankurbeln, wenn die Verbraucher um die Sicherheit ihrer Lieblings-Fastfood-Kette besorgt sind. Die Priorität sollte daher die Erkennung, Eindämmung und Behandlung sein. Diese Aufgaben erfordern steuerliche Ressourcen, aber ihr Erfolg wird vor allem von der Kompetenz der Verwaltung abhängen. Die Wiederherstellung des öffentlichen Vertrauens erfordert Transparenz und Genauigkeit bei der Meldung von Infektionen und Todesfällen. Dazu ist es erforderlich, den Gesundheitsbehörden die Art von Autonomie zu gewähren, die unabhängige Zentralbanken genießen. (Leider ist dies nicht etwas, das für Führungskräfte wie Trump selbstverständlich ist).

    Covid-19 ist eine Bedrohung, wie alle Krankheiten, die zu Pandemien führen können. Und doch hat Trump versucht, das Budget für die US-Behörde zum Schutz der öffentlichen Gesundheit (Centers for Disease Control and Prevention) zu kürzen und hat die für die Pandemiebekämpfung zuständigen Teams des Nationalen Sicherheitsrates aufgelöst und nicht ersetzt. Der Präsident und seine Unterstützer haben kein Vertrauen in Experten, und der Mann, der den Kampf gegen das Coronavirus anführen soll, Vizepräsident Mike Pence, steht der Wissenschaft skeptisch gegenüber.

    Im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie sollten Ökonomen, Wirtschaftspolitiker und Einrichtungen wie die G7 demütig anerkennen, dass „alle geeigneten Instrumente“ vor allem diejenigen sind, die von Medizinern und Epidemiologen eingesetzt werden. Koordination, Autonomie und Transparenz müssen die Schlagworte sein.
    https://www.project-syndicate.org/commentary/limits-macroeconomic-tools-coronavirus-pandemic-by-barry-eichengreen-2020-03

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Nach einer kurzen Party-Phase dank viel zu tiefer Zinsen in den ersten Jahren der Währungsunion befindet sich der Euro seit Jahren auf der Intensivstation.>

    Auf der Intensivstation zu sein, heißt erst einmal:

    Behandeln und nicht, den Stecker ziehen.

    > Zugleich bereitet die Krise den Weg für den nächsten Schritt in Richtung Haftungsgemeinschaft.>

    Jede neue Krise erfordert neue Maßnahmen, wenn der Patient überleben soll. Das ist nun mal so.

    Für die Eurozone heißen die Maßnahmen:

    Haftungsgemeinschaft, damit nicht Organversagen zum Ableben führt.

    und:

    Transfers, um die Orange zu stärken bzw. deren Funktionen zu verbessern.

    Das ist soweit nur folgerichtig.

    > Dabei wird gern vergessen, dass sich die Krisenländer selber helfen könnten.>

    Das ist falsch.

    Denn auf der Intensivstation können sich dysfunktionale Organe nicht selber helfen.

    Auch Transfers helfen nicht.

    Es wird keine Heilung geben, wenn man – sagen wir – Blut am linken Arm entnimmt und am rechten Bein wieder zuführt.

    Wenn man das begreift, kommt man unweigerlich zu der Erkenntnis:

    Das medizinisch VERFAHREN ist krank, letztlich: VOODOO.

    Der große Irrtum dabei:

    Mit Finanzierung durch die EZB gelänge es dennoch, den Patienten zu heilen.

    Geld ist lediglich ANSPRUCH.

    MEHR Geld zu verteilen, heißt demnach MEHR Ansprüche zu schaffen, aber NICHT:

    MEHR Güter und Dienstleistungen herzustellen, mit denen die gewachsenen Ansprüche befriedigt werden könnten.

    Strukturkrisen können mit Geld nicht behoben werden (hat Dr. Draghi immer wieder betont).

    Um auf der Intensivstation zu bleiben:

    Infusionen können jenseits subjektiver Befindlichkeit (Symptomlinderung) nichts bewirken, wenn z. B. die Nieren die zugeführte Flüssigkeit nicht verarbeiten können.

    Deshalb:

    Den Patienten voll zu pumpen, hilft nicht.

    Es wird zum Exitus kommen.

    So muss man die Analogie von „Euro auf der Intensivstation“ durchdeklinieren.

    Sollte den besorgten Angehörigen einleuchten.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Die Analogie mit dem Euro als Patienten auf der Intensivstation ist zwar sehr originell und aktuell, hat aber ein ganz entscheidendes Problem:

      Wenn man einen kranken menschlichen Patienten auseinanderschneidet, sind die einzelnen Körperteile und Organe definitiv nicht alleine überlebensfähig.

      Wenn man die Eurozone wieder in die einzelnen Mitgliedsstaaten mit eigener Währung „zerlegen“ würde, wäre die Zunkftsprognose für diese homogeneren Währungsräume deutlich besser.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Die Lehre aus der Patienten-Analogie ist folgende:

        Die Leute, die bei der Geburt des Kindes gepfuscht haben, verlegen die Missgeburt auf die Intensivstation und pfuschen dort weiter.

        Was medizinisch möglich wäre:

        Funktionsfähige Organe entnehmen und sie woanders einpflanzen.

        Das würde bedeuten:

        Diese Organe, die weder im todkranken Organismus, noch allein überlebensfähig sind, könnten in einer ANDEREN Umgebung funktionsfähig sein und zwar durch ANPASSUNG an diese Umgebung.

        Italien könnte z. B. abwerten, um dadurch preislich wettbewerbsfähig zu werden.

        Denn das ist entscheidend, speziell in einer sich dynamisch ändernden Welt:

        Man muss Optionen wahrnehmen können, wenn man prosperieren will (was natürlich nicht heißt, dass man prosperiert, nur weil man Optionen hat).

        Das ist auch der reason why für den Brexit:

        Regain control over the country, um wieder Optionen wahrnehmen zu können.

        Uns wird allerdings eingetrichtert, speziell auch mit Blick auf die EU:

        Das Korsett enger schnallen, damit wir beweglicher werden und den anderen voraus sind.

        Was medizinisch als Organverpflanzung praktiziert wird, ist politisch allerdings undenkbar.

        Denn für die bangenden und hoffenden Angehörigen wäre die Botschaft:

        Hier ist nichts mehr zu retten, jetzt geht es nur noch um die Verwertung.

        Da es keine Patientenverfügung für die EU gibt, geschweige denn ein derartiges Konzept überhaut bekannt ist, würde dies als Ausschlachten verstanden.

        Es gäbe sofort einen Tumult auf der Intensivstation.

  10. Avatar
    Dieter Krause sagte:

    @ Daniel Stelter

    Mir sind Ihre Erörterungen zu einer möglichen Euro-Krise durch die jetzige Coronavirus-Pandemie zu einseitig. In anderen Bereichen dürften die ökonomischen Folgen viel gravierender sein. Denn diese Coronavirus-Pandemie wird definitiv auch Deglobalisierungstendenzen weiter verstärken und bestimmte Produktionen in regionale Wirtschaftskreisläufe zurückverlagern (übrigens nicht nur medizinische Güter – die EU ist als eigenständiger Rechtsraum politisch auch anders beherrschbar als Staaten wie China, wo man als EU doch nur noch als Bittsteller auftritt). Solche verschärften Quarantänebestimmungen wie jetzt in China (siehe unten) tragen auch nicht gerade dazu bei, von Deutschland aus eine Produktion dort effektiv zu steuern, so die Produkte von dort nicht nur für den chinesischen sondern auch für den Weltmarkt bestimmt sind. So eine Produktion kann man vielleicht auch in Nordafrika aufziehen – viel näher an Europa, mit besserer politischer Unterstützung aus Deutschland und Europa!

    Derzeit müssen alle China-Reisenden damit rechnen wegen der Ausbreitung des Coronavirus nach Einreise bzw. nach einer innerchinesischen Reise zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet zu werden. Diese erfolgt zuhause oder in einem Hotel, auf besondere Anordnung auch in einem Quarantänezentrum. Die Entscheidungen über diese Maßnahmen werden von unterschiedlichen Behörden auf verschiedenen Ebenen getroffen und können sich auch innerhalb einer Stadt unterscheiden. Kontaktieren Sie daher vor Einreise Ihre Hausverwaltung bzw. Ihr Hotel sowie sonstige Kontaktpersonen wie Arbeitgeber oder Universität und erfragen Sie die dort für Sie geltenden Bestimmungen. Während der Quarantänezeit werden Sie keine Möglichkeit haben, wieder aus China auszureisen.

    Eine Made-in-China-Pandemie

    Die COVID-19-Pandemie sollte ein Weckruf für eine Welt sein, die Chinas sich verlängernden Schatten über die globalen Lieferketten schon viel zu lange akzeptiert hat. Nur durch die Verringerung des globalen wirtschaftlichen Einflusses Chinas – angefangen im pharmazeutischen Sektor – kann die Welt vor den politischen Pathologien des Landes geschützt werden.
    https://www.project-syndicate.org/commentary/china-exploit-control-of-pharmaceutical-exports-by-brahma-chellaney-2020-03

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    Dietrer Krause sagte:

    Die Panik wird noch zunehmen, wenn in einigen EU-Ländern zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie eventuell auch zu solchen Mitteln wie im Iran gegriffen werden sollte (siehe unten)! – Nur was macht man, wenn man dann feststellt, dass von 82 Millionen Deutschen 1.348.497 positiv auf den Coronavirus getestet worden sind (zzgl. 19.761 neu angesteckten Bundeswehrangehörigen), deren Behandlung das medizinische Versorgungssystem aber auch in Deutschland völlig überfordern würde? Problem brachial mit der Methode Stalin lösen: Keine Menschen – kein Corona-Problem? – Am Ende wird es wie im Mittelalter bei den großen Pest-Epedimien ablaufen – Ergebung in das Schicksal: Der Herr hat’s gegeben – der Herr hat’s genommen…

    Iran will gesamte Bevölkerung auf Corona testen

    Im Iran sollen Geschäfte und Straßen des Landes binnen 24 Stunden komplett „geleert“ und alle 81 Millionen Staatsbürger auf das Virus getestet werden. Das teilte die Armee am Freitag mit. „Innerhalb von zehn Tagen wird die gesamte iranische Nation überwacht, sei es aus dem All, über Telefon oder – wenn nötig – persönlich“, kündigte Armeechef Mohammed Bagheri an. Diejenigen, bei denen ein Verdacht auf eine Erkrankung bestehe, würden identifiziert.
    Die bislang drastischsten Maßnahmen im Iran wurden angeordnet, nachdem das Geistliche Oberhaupt Irans, Ayatollah Ali Chamenei, die Armee damit beauftragt hatte, den Kampf gegen das neuartige Coronavirus aufzunehmen. Das Land ist gemeinsam mit China und Italien am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Bislang starben im Iran 514 Menschen an Covid-19. Mehr als 11.300 Infizierte wurden offiziell registriert. Von dem Virus betroffen sind auch mehrere Politiker und Beamte, von denen auch einige starben.

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  12. Avatar
    jobi sagte:

    Jetzt schlägt erst mal die große Stunde der Retter*innen !

    Corona – das perfekte Szenario für unsere Eliten.
    Besser als Klimakatastrophe, Griechencrash, 9/11 und Oderhochwasser.

    Und während in dunklen analogen Zeiten noch Ü-Wagen, Klappspaten und Gummistiefel organisiert werden musste, funktioniert das heute ganz smart – aus dem Home-Office.

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    • Avatar
      H. Hoffmeister sagte:

      Richtig: Unsere „Retter“ schwadronieren von „Bazooka’s“. Unsere polit-medialen „Eliten“ und die mit Steuergeldern fürstlich bezahlten Bürokraten und andere Protagonisten der Geschwätzwissenschaften „arbeiten“ aus dem home office. Und was machen die Verkäuferin im Lidl, der Handwerker, der Polizist, die Krankenschwester oder der Industriearbeiter – eben all die, die echte Werte schaffen – ?

      Antworten
  13. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Wenn die Regierung den Unternehmen mit „Krediten ohne Begrenzung“ hilft, muss auch etwas für die Bürger abfallen.

    Denn UNGLEICHHEIT darf es in Deutschland nicht geben, das geht nicht.

    Daher fordert Verdi „Konsum-Schecks“:

    https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/virus-gewerkschaft-verdi-fordert-konsum-schecks-fuer-buerger_id_11766031.html

    Heißt auf Deutsch (zu Ende gedacht):

    Helikoptergeld.

    Man lernt quasi im Minutentakt dazu.

    Was gestern hier und anderswo theoretisierend diskutiert wurde, ist jetzt plötzlich im realen Politgeschehen angekommen.

    Seriöse Prognosen gehen im Augenblick für Deutschland von einem Wachstum knapp unter der Nulllinie in 2020 aus.

    Lt. Verdi drohe allerdings der „konjunkturellen ABSTURZ“, wenn die Konsum-Schecks nicht kommen.

    Theorie versteht eben nicht die Realität.

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    • Avatar
      Dieter Krause sagte:

      @ Dietmar Tischer
      Bemerkenswert finde ich, dass beim Helikoptergeld niemand von möglicher INFLATION redet! In außergewöhnlichen Krisenzeiten wie der jetzigen ist das anscheinend eine völlig irrelevante Größe. Zumal dann, wenn fast alle Geschäfte (außer Lebensmittelgeschäften und Apotheken – wie demnächst in Österreich) plötzlich dicht sind!

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      • Avatar
        Christian Hu sagte:

        Nennen Sie mir jemanden, der in Verbindung mit Helikoptergeld NICHT über Inflation redet.

        Eigentlich wird beim Helikoptergeld fast IMMER nur über Inflation geredet – und ein bisschen Inflation würde uns mittelfristig auch nicht schaden, denn das hieße, dass der Konsum wieder angesprungen ist

  14. Avatar
    AJ sagte:

    bto :“Wieder wird eine Krise für einen Umbau genutzt“
    Mit Verlaub, wer angesichts der vor uns stehenden Herausforderungen so einen Satz von sich gibt, braucht sich nicht wundern, wenn Ökonomen vom Rest der Gesellschaft nicht mehr ernst genommen warden. Aktuell ist sicher nicht die Zeit für irgendwelche Prinzipienreiterei.

    bto: „Wieder wird unter dem Eindruck einer akuten Krise ein weiterer großer Schritt in Richtung Haftungsunion gemacht warden…“
    Werter Herr Stelter, Sie sind doch sonst immer dafür, sich von Illusionen frei zu machen. Ebenfalls eine grosse Illusion ist, dass eine Währungsunion ohne zumindest im Ergebnis gemeinsame Haftung geben kann. Genau diese Illusion ist einer der Grundfehler, warum der Euro nicht funktioniert. Ergo wäre es doch an der Zeit, diesbezüglich der Realität ins Auge zu schauen.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ AJ

      >Ergo wäre es doch an der Zeit, diesbezüglich der Realität ins Auge zu schauen.>

      Verstehen Sie die Welt nicht?

      Leute mit politischem und ökonomischem Durchblick wissen genau, dass das ganze Konstrukt eine Illusion ist, wenn die Haftungsunion nicht kommt.

      Sie blicken der Realität ins Auge.

      Deshalb arbeiten sie ja fieberhaft am ESM.

      Der Beitrag legt doch dar, dass sie es hart und entschlossen tun.

      Ich weiß nicht, über was Sie sich aufregen.

      Antworten
  15. Avatar
    Bauer sagte:

    @@@@@@ …….

    Die Realität wird es regeln. Oder was werden Sie tun, wenn jemand Ihre Wohnungstür aufdrückt und Kühlschrank plus Gefriertruhe ausräumt. So einfach geht das am Ende.

    Antworten
  16. Avatar
    Bakwahn sagte:

    „In Wahrheit ist es nichts anderes als eine erneute Aktion in Richtung italienischer Währungsunion, die dem Euro nur Zeit kaufen kann. Denn die grundlegenden Probleme des Euro bleiben nicht nur ungelöst, sondern wachsen weiter an.“

    Seit Wolfgang Streecks Buch „Gekaufte Zeit“ im Jahre 2013 wissen wir, daß die EZB mit ihren Geldschöpfungen der europäischen Politik Zeit kauft, diese aber nicht handelt.

    Das Durchwursteln mit Nullzins-und Negativzinspolitik, mit Geldschöpfungen ex nihilo in – wenn es sein muß, in Billionenhöhe – mit Staats-, Banken- und Zombiefirmenfinanzierung wird munter weitergehen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben die auch noch in 12, in 15 Jahren hahahahaha
    Stelter und seine Kommentatoren warten auf den großen Crash, das „Vor-die-Wand-fahren“, die Implosion, die Explosion, das Kollabieren, den Zusammenbruch usw.
    Das aber ist – so stellt es sich immer wieder heraus – eine Art Warten auf Godot, und der kommt aber bekannterweise nicht.

    Ich komme gerade vom Strand zurück und habe – in sehr schlechter Tonqualität – Mmnews und Kralle im Gespräch mit halbem Ohr gehört.
    Der Fachmann für Bankenzusammenbrüche rudert ganz plötzlich wieder zurück, weil er, wahrscheinlich jetzt erst, in seine Überlegungen Rettungsmaßnahmen der EZB miteinbezieht.
    Nichts Wesentliches wird passieren; keine größere, wichtige Bank wird pleitegehen und dann andere mit in den Orkus nehmen. Es wird Rettungsmaßnahmen, Schirme, Sondertöpfe geben, großzügige Refinanzierungsprogramme geben, die einen Kollaps verhindern.
    Also, „die grundlegenden Probleme des Euro bleiben nicht nur ungelöst, sondern wachsen weiter an.“ Und werden immer wieder mit EZB-Geld zugeschissen und vordergründig gelöst.
    Jede zukünftige Politiker- und EZB Managergeneration wird es genau so machen wie ihre Vorgänger.
    Die sich aufhäufenden Probleme werden sich anders entladen als in Crashs oder Zusammenbrüchen, also in plötzlichen Entladungen mit negativen Folgen.
    Die Folgen werden schleichend daherkommen:
    Deutschland wird in ein kaum merkliches wirtschaftliches Siechtum übergehen; es wird ein langsamer aber stetiger Abstieg, ein allmählicher Verlust der Leistungs-, Wettbewerbs-, Innovationsfähigkeit einsetzen; steigende Arbeitslosigkeit gepaart mit innergesellschaftlichen Sicherheits- und Vertrauensverlusten und damit steigenden Reibungsverlusten.
    Mittellohnland ist mein Stichwort, das ich schon einmal in die Debatte geworfen habe.
    Verstärkt wird dieser allmähliche Abstieg auch durch – nur Stichworte:
    die demographische Entwicklung und Situation
    die falsche Einwanderungspolitik
    Die Absenkung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus
    und einige weitere Faktoren.

    Live vom Jomtiem Strand – am Golf von Siam
    Felix Haller

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bakwahn

      >Also, „die grundlegenden Probleme des Euro bleiben nicht nur ungelöst, sondern wachsen weiter an.“ Und werden immer wieder mit EZB-Geld zugeschissen und vordergründig gelöst.>

      Auch vordergründig gelöst, ist gelöst.

      So lange das EZB-Geld reicht.

      And believe me, es wird reichen.

      Die neueste Nummer:

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/regieru
      ng-sagt-kredite-ohne-begrenzung-zu-16677649.html

      Kredite OHNE Begrenzung heißt:

      Kredite OHNE Bonitätserfordernis.

      Gibt es eigentlich nur im Schlaraffenland, dachte man.

      Falsch, denn ab heute gibt es das in der deutschen REALITÄT:

      „Als konkrete Hilfe für Unternehmen kündigte Scholz Steuererleichterungen an, etwa die Stundung von fälligen Steuern. Hinzu kämen Liquiditätshilfen: Die Bundesregierung werde „ohne Begrenzung“ ein Kreditprogramm zu Absicherung der Kreditprogramme der Banken bereitstellen. Damit sei die Liquidität der Betriebe für die nächsten Jahre sichergestellt.“

      Ein Kreditprogramm zu Absicherung von Kreditprogrammen – das ist Minsky PUR.

      „Scholz ergänzte: „Das ist die Bazooka, mit der wir das Notwendige jetzt tun. Wir legen gleich (…) alle Waffen auf den Tisch und zeigen, dass wir gewissermaßen stärker sind als das Problem, das uns da ökonomisch begegnen kann.“

      Bazooka, damit es jeder versteht:

      Was 2015 nur für ein paar zu hoch verschuldete Staaten reichen musste, reicht heute selbstverständlich auch für uns

      Es passt zusammen, was Lagarde gestern in Frankfurt gesagt hat und heute in Berlin verkündet wird.

      Die Regierungen reichen durch, was von der EZB bereitgestellt wird.

      Die Wirtschaft steuert nicht mehr sich selbst – wo kämen wir da auch hin – sondern sie wird mit „monetären Dirigismus“ am Laufen gehalten.

      Ich glaube, dass sich selbst Keynes im Grabe rumdrehen würde, hätte er von diesem Akt monetärer Hochseilartistik erfahren.

      Antworten
  17. Avatar
    der Kater sagte:

    „Man muss weder ausgebildeter Hygieniker oder Epidemologe sein, denn allein der gesunde Menschenverstand sollte ausreichen, zu sehen dass derartige heterogene dichte Menschenansammlungen unter prekären sanitären Umständen der ideale Nährboden für den oder jeden anderen Virus sind. Sozusagen Petrischalen der Grösse XXXXL.“

    Meinen Sie Berlin?

    Antworten
  18. Avatar
    ruby sagte:

    Oder mit John Auther: Europa Aktien sind genau auf dem Wert von 1997.
    23 Jahre verlorene Zeit!
    23 Jahre Absetzung für Abnutzung der Infrastrukturen.
    Aber es ist noch katastrophaler wie Herr Stelter mit der fehlenden Investiionsfähigkeit durch Inflationszerstörung erklärte.

    Diese Politik mit den Politiker sind Zerstörer der Wirtschaftssubstanzen und der Möglichkeiten zu Erneuerungen.

    Failed State Germany

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      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby
        Welche Auswirkung hat die Ausweitung von Geldpolitik wenn gleichzeitig die Gütermenge stagniert, weil nothing parts im Centbereich nicht just in time dargereicht werden?

        Ich meine nicht, dass Krall richtig liegt mit seinem Inflationsszenario, wenn zuvor systemisch bedeutende Lieferketten auf „Bezugsmarken“ umgestellt werden.
        https://youtu.be/jJAuIYXelak ….. dennoch besticht die Schlussfolgerung von Krall.

        Krall weist zurecht darauf hin, dass die USA mit ihrer tiefen Militärinfrastruktur besser ausgestellt sind, als z.B. das bunte Deutschland. An den Versuchen regionale KVK´s und volkssturmähnlich RSU Einheiten in Gang zu setzen wird man den Verzweiflungsgrad des „wir schaffen das“ Schlands ablesen können.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Alexander
        Ein Versuch vom Ende zurück zu erklären zu versuchen:

        Die Gesellschafts wird mit diesem Virus verändert werden, die Alten, Unbeweglichen, Kranken werden von den handelnden neuen jungen Machtvollen abgeschoben, aussortiert von Produkten und Möglichkeiten unter diesen Notstandsbedingungen zu überleben ausgeschlossen.
        Ein Schreckensszenario!
        Güter- versus Geldmenge:
        Das ganze frische Geld der Zentralbanken (Cash-definitionen der Rechtssetzer über Bilanzierungsregeln /Richard Werner) wird bestenfalls die Bestände der Realgüter erhalten nicht die davon abgeleiteten Wirtschaftsaktivitäten z.B. Tourismus, Restaurants, Flüge…
        Die Wirkung ist eindeutig eine weitere Konzentration bei den Eigentümern der Finanzsektoren also den 5% Superreichen. Die Spaltung der Menschheit in Sklaven und Götter wird oerfektioniert?
        Bezugsmarken versus Bargeld/Kreditkarte: meine Einschätzung bleibt, ohne Kassen, Schalter der physischen Währungsnoten bricht die Staatsstruktur zusammen, Italien, Frankreich, Deutschland…werden, wenn es noch 14 Wochen oder 100 Tage Quarantäne gibt, entzivilisiert.
        Brutal Forces würden herrschen?
        Dieses Wochenende dürfen sich die Kinder, Jugendlichen mit ihren Eltern und Großeltern bereits auseinandersetzen.

        Zurück zu den Märkten, ob diese 100 Tage in Emergency State noch funktionieren oder geschlossen werden hängt auch von den ausserökonomischen Umweltbedingungen/Externalitäten ab. Dafür gibt es keine Modellvariablen.
        Das sind meine heutigen bisherigen Gedanken nach fünf Tagen Crash seit dem Ölpreisschock zur Antwort.
        Alles Gute persönlich🤗

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Disfunktion ist mit Geld nicht lösbar. Superreiche Vermögenswerte sind immatierell entstanden um jedes Marktrisiko auszuschließen. Die Aktienvermögen der Ölstaaten schmelzen wenn globalisierte Konzerne unter Umsatzanämie zum Stillstand kommen. Bewertung von Vermögenswerten ist gar nicht mehr möglich, der Markt für Produktionsstätten von z.B. Schäffler war noch nie liquide gewesen.
        Die EZB ist weitgehend ohne Macht sobald Märkte erstarren – der Krall Moment des Vertrauensverlustes durch Greti und Pleti.

        Handel aussetzen um den Ausverkauf zu strecken -> die Liquidität der Zentralbank saugt auf -> was sich im Anschluß nicht mehr in reale Werte umsetzen lässt. Wer verkauft dann noch werthaltiges gegen frische Euros? Extreme Liquidität würde extrem entschulden ohne den Wirtschaftsmotor zu reanimieren…..?

        Selbst wenn die Staatsstruktur zusammenbricht, gibt der Staat nicht einfach auf sondern zieht die letzte Karte, das Gewaltmonopol. Zustimmung ist gewiss und deshalb verwies ich auf RegionaleSicherungsUnterstützungs- Verbände, die als letztes Aufgebot noch Verkehrswege sichern helfen könnten. Für Mobilität müsste man über die Zulassungsstellen auf private SUV/LKW etc… zugreifen …

        An „brutal Forces“ mag ich nicht glauben, wenn Abhängigkeiten in der Szene der Sishagänger/Dönergemeinde dieselbe ist, wie bei Häuslebesitzern….Großstädte sind verloren, ländliche Gemeinden „no go areas“ für alles Fremde.

        Je nach Verlauf ist alles möglich, nur mit Zeitverlauf keine Rückkehr nach dem Sommer 2017… je nach Krankheitsverlauf eine Entwicklung der Krise im Zeitraffer unter Leitung der bestmöglichen Führungskräfte, die das Land seit 1945 gesehen hat.

        Bedauerlich, dass Vernetzung im Kreise der indigenen Egoisten und Nimmersatten unmöglich war…jeder war sich selbst der Liebste und so soll es auch bleiben :o)
        there is no mercy.

        Allen Ausnahmen einen glimpflichen Verlauf….und kräftige Gesundheit!

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Alexander
        Extreme Liquidität würde extrem entschulden ohne den Wirtschaftsmotor zu reanimieren…..?

        Kern-Banken können genug Kreditlinien haben, alle Wirtschaftsmotoren am Rande brauchen Cash – weltweit, ansonsten kreist der Dominozusammenbruch Staatsgewalt & Zentralbanken von Außen den kleinen und versorgenden Flächenregionen ein.
        Das wird gerade mit den Notstandsgesetzen Emergency packages in USA versucht.
        Der Dow verharrt noch 20% unter Alltimehigh.
        Ich denke der globale Rezessionsvirus, der noch alle Kontinente nacheinander dominosiert wird die Bodenlinie parallel nach unten schieben.

        Trump wird der Retter im Chaos bleiben, weil Amerikaner mit den Einschränkungen und Krisen sowie den Notgesetzen die gerade im Senat beschlossen werden umgehen können werde.
        Deutschland, ist ein Ankündigungsland ohne Durchführungskraft der Promotet geworden.
        Wir ältere tendieren eher auch zu Trump also dem Handel der Nachkriegszeit, die „Fridays after Corona“ schätze ich nicht so ein, ohne die großen Eltern kommen die drei Monate der Wirklichkeit: Lebensnotwendigkeit pur.

        Ich kenne meinen heimischen Katastrophenschutz und pflege die klassische Mobilität mit einem Geheimfahrzeug
        https://youtu.be/P9Q05UyIOX4
        Die Börsen nach dem Virus sind vielleicht Pferde-Märkte /Hoarse-Markets.
        Ganz sicher ist der Klimaweltuntergang auf dem Scheiterhaufen der Wirtschaftsgeschichte geendet – nie wieder Weltklimakonferenz.

        Einr Vernetzung der Waisen bleibt eine positive Herausforderung hier und immer.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Der peak an Wirklichkeitsverweigerung sind die KlimaKids samt ihrem Lebenswandel, der niemals zuvor einer Bevölkerung der BRD auf dem Niveau vergönnt war. Die Doppelmoral traumatisiert Lebensalter bis knapp an die OmaKlimaSäue. https://youtu.be/N6u-MVFw2Ko

        Diese Kinder entspringen solchen Haushalten, die wie Superreiche ohne Risiko von dem Kuchen entgrenzten Schuldenwachstums profitierten. An dem Punkt näherte sich dieser Mittelstand der Oberschicht an. Irgendeine Kompetenz hindert CSU Gänger ebenso wie Anna Lena Baerbock. Als SPD Kanzlerkandidaten zwischen brutto/netto Einkommen nicht zu unterscheiden wussten war der Weg gezeichnet.

        Auf diese Bevölkerung trifft nur das Ende der Sause, Fähigkeiten Fehlanzeige, man ist verwöhnt mit fremdem Geld eigene Probleme zu lösen.

        Corona wirkt nicht nur als Lastabwurf der chinesischen Wirtschaft von ausländischen Gewinntransferkonzernen, sondern auch im Inland….denn die Umverteilungsmaschine steht.

        Cash hat nur, wer nicht mitgemacht hat. Die Ankündigungen von Finanz- und Wirtschaftsminister drücken nur den Verlust an Dimension aus, wenn man hofft dem BSP Absturz einer 3600 Mrd.€ Volkswirtschaft durch KfW Kredite Entsatz bieten zu können.

        Vernetzung setzt Fähigkeiten & Ressourcen voraus, die man gewohnt kurzfrisitg finanzierte anstelle sie langfristig zu pflegen. Der Lastwechsel wird nicht so schnell erfolgen, wie Begehrlichkeiten wachsen. Ich fürchte die Gefahr, dass letzte Überlebende von Zombies tot getrampelt werden……

        Es steht eine totale Neubewertung an und eine (1) Woche Schreck genügt niemals um > 40 Jahre Fehlentwicklung zu korrigieren. Ob es sich um eine Fehlentwicklung handelte wäre schon wieder Grund für demokratische Abstimmung mit klarem Sieg für Zombies.

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        ruby sagte:

        @Alexander
        Gestern hatte ich von J.Powell die Notsitzungsbesprechung samt Fragen angehört.
        Heute ziehen die Märkte der Geld- und Fiskalpolitik das letzte Hemd und die letzte Hose aus.
        Mein purchase program steht auf hold and wait.
        Die Psychologie des Menschen wird den maximalen Schaden Stufe E auf der Fünfer Skala A-E erreichen.
        Persönlich kühle ich in Streßsituationen bestens herunter.
        Die Gesellschaft wird wieder ihren direkten Kreditmechanismus abrufen.
        Lese nachher David Graber 5000 Jahre…
        zur Entspannung.

  19. Avatar
    Thierry sagte:

    Wer immer den Coronavirus in die Welt gesetzt hat, hat es leider versäumt auch eine Variante zu entwickeln, die nur Politiker befällt und deren partielle Demenz vollendet.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    Ihre Situationsanalyse ist fachlich richtig und m.E. in angemessenem Tonfall geschrieben, gilt inzwischen aber laut herrschender Meinung als politisch am rechten Rand befindlich. Bitte passen Sie auf sich auf, damit Sie nicht Ärger mit Leuten bekommen, die sich neuerdings offiziell für „Mitte“ halten dürfen und Sie eventuell mit despektierlichen Ausdrücken belegen, von Schlimmerem nicht zu reden.

    Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das Ganze für die Regierenden nicht am Ende doch zum Bumerang wird, wenn durch nationale Egoismen gegenseitige Ressentiments geschürt werden. Aktuell hat beispielsweise die Bundesrepublik eine dringend benötigte Lastwagenladung mit 240.000 Schutzmasken für medizinische Einrichtungen in der Schweiz faktisch durch ein Exportverbot beschlagnahmt, obwohl diese in der Schweiz dringend benötigt werden und eindeutig Schweizer Eigentum sind, weil die Schweiz solche Dinge selbst kaum produziert. Frankreich hat wohl ähnlich wie Deutschland reagiert. Wenn solche egoistischen Verhaltensmaßnahmen auch innerhalb der EU um sich greifen, könnte es sein, dass das Verhältnis zwischen den europäischen Staaten nach der Covid-19-Krise deutlich schlechter ist als vorher. Denn das selbstsüchtige Motto „Lieber ein paar Tote mehr in Deinem Land als bei uns zu Hause“ kann eventuell emotionale und damit politische Folgen nach sich ziehen, die ich mir noch nicht abzuschätzen wage. Ich befürchte, dass uns die Folgen der Krise noch wesentlich länger beschäftigen werden als die Krise selbst.

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      Thierry sagte:

      Man kann nur hoffen, dass die Krise so tiefgreifend wird, dass sie auch gleich die politischen Systeme umstülpt. Mal abwarten

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        Dieter Krause sagte:

        @ Thierry
        Man kann nur hoffen, dass die Krise so tiefgreifend wird, dass sie auch gleich die politischen Systeme umstülpt. Mal abwarten.

        Auf so etwas würde ich an Ihrer Stelle lieber nicht hoffen! Es sei denn, das Sie ganz sicher wissen, dass Sie dabei zu den Gewinnern zählen werden. Aber in echten Umsturzzeiten mit einem kollabierenden Staat kann man auch ganz schnell eine Kugel in den Kopf bekommen und dann im nächsten Graben liegen – siehe dazu nur den russischen Bürgerkrieg nach 1917!

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „gilt inzwischen aber laut herrschender Meinung als politisch am rechten Rand befindlich. Bitte passen Sie auf sich auf, damit Sie nicht Ärger mit Leuten bekommen, die sich neuerdings offiziell für ‚Mitte‘ halten dürfen und Sie eventuell mit despektierlichen Ausdrücken belegen, von Schlimmerem nicht zu reden.“

      Jaja, Warnungen vor dem Virus in Deutschland waren am Anfang auch „rechte Panikmache“, obwohl ausgerechnet die Kommunistische Partei Chinas zuerst Quarantänemaßnahmen verhängt hatte. Inhaltlich ergibt das keinen Sinn, es geht nur darum, für die Regierung unangenehme Diskussionen zu ersticken.

      Wer solche Vorwürfe bringt, erkennt wahrscheinlich auch das Gesicht von Adolf Hitler in dem neuen Turnschuhmodell von Puma. Da hilft nur ignorieren oder auslachen. Sobald die Krisen richtig heftig werden, hört man von den Gutmenschen sowieso nichts mehr. Dann hört sogar die Habeck-Dauerberichterstattung in den deutschen Linksmedien auf. Tja.

      Mein Szenario von den Coronavirus-infizierten sogenannten „Flüchtlingen“ (de facto Migranten), was ja angeblich auch ganz böse rechte Hetze und „unnötig“ war, wird übrigens ebenfalls gerade Realität: https://www.zerohedge.com/health/nightmare-scenario-iraq-detects-suspected-covid-19-cases-refugee-camp

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        Bauer sagte:

        @ R. Ott

        Ihr Stichwort Flüchtlingslager:
        Man muss weder ausgebildeter Hygieniker oder Epidemologe sein, denn allein der gesunde Menschenverstand sollte ausreichen, zu sehen dass derrtige heterogene dichte Menschenansammlungen unter prekären sanitären Umständen der ideale Nährboden für den oder jeden anderen Virus sind. Sozusagen Petrischalen der Grösse XXXXL.

        Im Falle der Türkei ist der Gratisversand ohnehin schon vorgesehen. Wohl bekomm’s!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      >Wenn solche egoistischen Verhaltensmaßnahmen auch innerhalb der EU um sich greifen, könnte es sein, dass das Verhältnis zwischen den europäischen Staaten nach der Covid-19-Krise deutlich schlechter ist als vorher. Denn das selbstsüchtige Motto „Lieber ein paar Tote mehr in Deinem Land als bei uns zu Hause“ kann eventuell emotionale und damit politische Folgen nach sich ziehen, die ich mir noch nicht abzuschätzen wage.>

      Sehe ich auch so.

      Es tut sich bereits einiges, das in der Zukunft Folgen haben könnte.

      So verabschiedet man sich gerade von dem, was bis dato quasi das Gemeinschafts-Mantra war:

      Schengen muss unter allen Umständen gelten – die freie Durchfahrt über innereuropäische Grenzen.

      Jeder kann doch jetzt klar erkennen:

      Grenzen dicht machen – das geht doch.

      Auch anderes ins bemerkenswert.

      Die Vorstellung in Brüssel (Kommission und vor allem EU-Parlament), dass man ein GEMEINSAMES, für alle Mitgliedsstaaten verbindliches Gesundheitssystem brauche, wird gerade von der Wirklichkeit ad absurdum geführt.

      Ich glaube, dass erst einmal große Ernüchterung einkehren wird, was das europäische „Wertesystem“ und die europäische Solidarität betrifft.

      Antworten
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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Ich glaube, dass erst einmal große Ernüchterung einkehren wird, was das europäische „Wertesystem“ und die europäische Solidarität betrifft.“

        Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.

        Das funktioniert besser als die Alternative: „Deutschland denkt selbstlos an den Rest der Welt, aber niemand denkt an Deutschland.“

        Weltfremde Pfarrerstöchter haben natürlich besonders große Schwierigkeiten, das einzusehen.

      • Avatar
        Rolf Peter sagte:

        @ R. Ott

        „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“
        Klingt logisch, ist aber trotzdem falsch. Das gesamte System kann im Aggregat immer noch ein Verhalten aufweisen, das zu Problemen führt. Zum Beispiel wenn einer oder mehrere der „üblichen“ Marktversganesgruende in der Ökonomie zutreffen. Oder wenn es mehrere stabile Gleichgewichte gibt (die nicht alle optimal sein müssen; aber selbst wenn es optimal ist, muss ein Gleichgewicht nicht wünschenswert sein aus anderen Gründen).

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        ruby sagte:

        Herr Peter,
        multiple Nullstellenfunktionen können nur mit trial & error gefunden werden, so meine Kenntnisse der Finanzmathematik. Das Handeln von Zentralbanken und Staaten versuchen alles, die ihnen bekannte Gleichgewichtsschnittmenge zu retten.
        Es gibt aber wohl keine Gesetzmässigkeiten der Kurvenverläufe oder wissen Sie mehr?

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