Draghis letzter Wille

Neben dem Thema „Klima“ wollen wir nicht die anderen Themen von bto vergessen. So das Thema Geldpolitik, besonders die Rolle der EZB bei der Euro“rettung“. Dieser Kommentar von mir erschien bei Cicero:

EZB-Chef Mario Draghi fällt die undankbare Aufgabe zu, die fehlgeleitete Politik der letzten Jahre mit höherer Aggressivität fortzusetzen. Denn die Alternative wäre schlimmer: der Zerfall der Eurozone, der Fall in eine Rezession. Die Politiker lassen ihn im Regen stehen. Und die Verlierer sind die Sparer.

Zu seinem Abschied hat EZB-Chef Mario Draghi noch mal verlässlich geliefert: Die Zinsen – ohnehin schon im negativen Bereich – wurden auf nun minus 0,5 Prozent gesenkt und ab November kauft die EZB wieder Anleihen von Staaten und Unternehmen auf. Für 20 Milliarden Euro pro Monat und – dies ist die aus Sicht der Märkte entscheidende Nachricht – ohne zeitliche Begrenzung. Solange die Inflation in der Eurozone nicht das Ziel von zwei Prozent erreicht, wird gekauft und nach Lage der Dinge spricht viel dafür, dass es noch sehr lange dauern wird, bis es soweit ist.

In der Eiszeit

Mehrere Faktoren kommen zusammen, wenn es um die Zinsentwicklung der letzten Jahre und damit auch um den Ausblick geht:

  • Demografische Entwicklung: Vielfältige Studien zeigen, dass alternde Gesellschaften mehr sparen und weniger konsumieren, was tendenziell zu einem Überangebot von Kapital bei gleichzeitig schrumpfender Nachfrage führt. Diese – wie ich es gerne nenne – „Badewannentheorie“ lässt sich weltweit beobachten. Demnach würden die Zinsen erst dann wieder steigen, wenn mehr Menschen von ihren Ersparnissen leben müssen und entsprechend weniger sparen und mehr nachfragen. Das dürfte in den kommenden zehn Jahren langsam beginnen.
  • Ungleichgewichte: Hinzu kommt, dass das Thema der Ersparnis auch zwischen Ländern gilt. Sparen Länder wie Deutschland und China zu viel, führt das zu mehr Kapitalexporten und damit in anderen Ländern zu tieferen Zinsen, namentlich in den USA.
  • Geringeres Wachstum: Ein weiterer Aspekt für die Zinsentwicklung ist das Wachstum der Wirtschaft. Schon seit Jahren gehen die Wachstumsraten in der westlichen Welt zurück, was unter anderem an den abnehmenden Produktivitätszuwächsen liegt und entsprechend sinken die Zinsen.

Das sind die fundamentalen Gründe für die Zinsentwicklung, auf die vor allem die Notenbanken gern verweisen. Es gibt aber auch Politikfehler der letzten Jahre, die den Trend zu immer tieferen Zinsen verstärkt haben:

  • Asymmetrische Reaktion: Da ist zum einen die Politik der Notenbanken, die seit Mitte der 1980er Jahren auf jede (mögliche) Krise an den Finanzmärkten oder in der Wirtschaft mit Zinssenkungen reagiert hat, ohne danach die Zinsen wieder entsprechend zu erhöhen. Damit haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass all jene, die Schulden machen, belohnt wurden. Die Folge war eine explodierende weltweite Verschuldung von Staaten und Privaten vor allem für unproduktive Zwecke wie Konsum, den Kauf vorhandener Vermögenswerte, vor allem Immobilien, und Spekulation. Das Problem der immer weiter steigenden Verschuldung ist jedoch, dass diese nur zu immer tieferen Zinsen tragbar ist. Die Zinsen müssen also morgen noch tiefer sein, weil sie heute schon tief sind.
  • Schulden statt Anstrengung: Diese Tendenz zum Leben auf Pump wurde von der Politik zusätzlich verstärkt. Vor allem in Reaktion auf die neuen Wettbewerber aus Osteuropa und China hätte man in verbesserte Ausbildung und mehr Investitionen setzen müssen. Doch statt diesen anstrengenden Weg zu gehen, forcierte die Politik die Kompensation fehlender Einkommenszuwächse mit mehr Schulden (USA) oder baute den Sozialstaat auf Pump aus (Europa).
  • Vermögensblasen: Billiges Geld und die als risikolos empfundene Spekulation führt zur Entstehung von Blasen an den Finanzmärkten. In den letzten 20 Jahren haben wir bereits zwei erlebt (Dotcom-Blase und Immobilienblase) und wir dürften uns in der nächsten befinden (Staatsanleihen und US-Börse?). Das Problem dabei: Platzen diese Blasen, gefährden sie angesichts der hohen Schulden immer sofort das Weltfinanzsystem und die Konjunktur. Und erzwingen so – Sie ahnen es – noch mehr billiges Geld.

Natürlich kann man nicht ewig auf die positive Wirkung neuer Schulden setzen. Die Wirkung nimmt in Wahrheit immer mehr ab, die Dosis muss also steigen. Steigt sie nicht, bekommen wir Krisen wie die Finanzkrise 2009. Nur durch immer mehr und immer billigeres Geld kann man das System am Laufen halten. Dabei schwächen die hohen Schulden das Wachstum zusätzlich, weil immer mehr Unternehmen nur dank des billigen Geldes überhaupt noch existieren. Sie können so tun, als wären sie solvent, obwohl sie eigentlich pleite sind. Die Fachwelt spricht in diesem Zusammenhang von „Zombies“, die nicht investieren oder innovieren und es auch für die gesunden Unternehmen immer schwerer machen, erfolgreich zu wirtschaften. Das Bankensystem kommt derweil – durch die Zombies und die Verluste aus der letzten Krise ohnehin geschwächt – durch die tiefen Zinsen immer mehr unter Druck. Die Gewinne sinken und die Fähigkeit, gesunden Unternehmen Kredite zu geben, schwindet. Ein Szenario welches ich „Eiszeit“ nenne.

Sonderproblem Euro

In Europa haben wir mit dem Euro ein zusätzliches Problem. Bekanntlich ist die Eurozone die wohl schlechteste denkbare Währungsunion. Schon vor Jahren hat die US-Bank JPMorgan vorgerechnet, dass selbst eine hypothetische Währungsunion aller Staaten der Welt, die mit einem „M“ beginnen, besser wäre.

Mit der Einführung des Euro begann ein Verschuldungsboom in den heutigen Krisenländern. Die Zinsen waren zu tief und befeuerten Blasen an den Immobilienmärkten. Sie bewirkten aber auch, dass sich die Wirtschaften der Mitgliedsstaaten immer weiter auseinanderentwickelten, statt – wie erhofft – anzunähern. Die „Eurokrise“ war und ist deshalb auch keine Staatsschuldenkrise, sondern eine Überschuldungskrise und eine Krise fehlender Konvergenz der Mitglieder. Ohne Mario Draghis Versprechen alles Erdenkliche zu tun, um den Euro zu erhalten, gäbe es ihn schon längst nicht mehr. Das Problem ist nur, dass billiges Geld die Probleme der Eurozone nicht lösen kann, sondern nur Zeit kauft. Und nur funktioniert, wenn das Geld noch billiger wird.

Mit Lagarde geht es erst richtig los

Politikern und Notenbankern ergeht es wie Goethes Zauberlehrling: Sie werden die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Im Gegenteil, der Versuch, die Krise zu bekämpfen, führt zu einem immer größeren Problem.

Vorstellen kann man sich das so: Die Notenbanken drücken den Schulden-Ballon unter Wasser, damit er nicht zum Problem wird. Derweil wird dieser Ballon jedes Jahr größer und drückt mehr an die Oberfläche. Nur durch noch mehr Druck kann er unter Wasser gehalten werden, nur bläht er sich umso mehr auf, je mehr man ihn unter Wasser drückt. Irgendwann kann ihn die Notenbank nicht mehr halten und er schießt mit aller Macht nach oben.

Mit jeder weiteren Rettungsaktion pumpen die den Ball weiter auf und legen damit die Grundlage für die größte Schulden-Krise aller Zeiten. Es ist eine große Wette: Gelingt es ihnen (doch noch), eine hohe Inflation zu erzeugen, und damit einen etwas schmerzfreieren Weg zur Entschuldung zu finden oder platzt die Blase?

Klar ist auf jeden Fall, dass es einen freiwilligen Ausstieg aus dem Spiel nicht geben wird. Weshalb auch die Ernennung der französischen Politikerin Christine Lagarde in das Bild passt. Der IWF, ihr bisheriger Arbeitgeber, hat mehrere Studien erstellt, die aufzeigen wohin die Reise noch gehen kann. Die Ideen reichen von überraschenden Vermögensabgaben, der Besteuerung von Bargeldtransaktionen bis zum Verbot von Bargeld (und Gold?).

Unzweifelhaft ist, dass heftig darüber nachgedacht wird, wie man Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich drücken kann, ohne, dass die Sparer aus dem System flüchten können. Da dies nicht genügen würde, wird parallel der nächste große Schritt vorbereitet: die direkte Finanzierung von Staaten durch die Notenbanken. Vermutlich begründet mit dem dringenden Kampf gegen den Klimawandel.

Nur konsequent. Wir haben uns über Jahrzehnte in eine Sackgasse manövriert. Jetzt beginnt das Endspiel. Ausgang offen, aber der Verlierer steht fest: der Sparer.

→ cicero.de: „Draghis letzter Wille“, 13. September 2019

Kommentare (47) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Eva Maria Palmer sagte:

    Gerard Crabtree: „Die Menschen werden immer dümmer“

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/steile-these-von-gerald-crabtree-die-menschen-werden-immer-duemmer-a-866909.html

    Ein Volk, das wie die Deutschen, sich seit vielen Jahren von vielen politischen Dummköpfen und Volksschädlingen regieren läßt, kann sich nicht darüber beschweren, das alles so ist, wie es ist.

    2 verlorene Weltkriege, Eintritt in die europäische Liga der Pleitiers, gezielte Umvolkung nach den Plänen Kalerghis in eine Gesellschaft mit vielen unterschiedlichen Hautfarben, eine EZB mit dem vorrangigen Ziel, „whatever it takes“ unser Geld zu entwerten und Sparer zu enteignen und das alles in einem pseudodemokratischen System, EU genannt, zu realisieren.

    Crabtrees Thesen, die Menschen hätten schon vor Tausenden von Jahren ihren intellektruellen Zenith erreicht und ein Grieche, der vor 3000 Jahren gelebt hat, wäre heute sicherlich allen Politikern auf der Welt (und insbesondere den deutschen) haushoch in allen Belangen überlegen, könnte man angesichts der Politik der letzten Jahrzehnte, als zutreffend bezeichnen.

    (Gerard Grabtree, Entwicklungs-Biologe, Stanford USA).

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Sieht fast so aus, als ob die Zentralbank gerade die Kontrolle über den Geldmarkt verliert. Dann sind sämtliche Diskussionen über Zinssenkungen oder Zinserhöhungen sowieso Makulatur.

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        Uwe Isack sagte:

        Schau´n wir mal zurück: Wer treibt wen? Der Markt die Fed oder hatte die Fed bisher immer die Kontrolle: Überraschung ist garantiert … für die, die nie zurückschauen!

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        troodon sagte:

        @ Richard Ott &Dietmar Tischer
        …oder man übt nur ein wenig Druck auf die FED und ihre heutige Entscheidung aus. Nur Zufall, dass das gerade jetzt passiert ?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich kann es nicht sagen.

        Wenn das Geschehen mit Bezug auf das timing kein Zufall ist, dann steckt dahinter eine ordentliche KOORDINIERUNGSLEISTUNG.

        Keine Ahnung, ob man das im Finanzsektor so hinkriegen kann.

        Was ich für bedenkenswerter halte:

        Der Interbankenhandel ist offensichtlich sehr LABIL oder kann relativ umstandslos labil werden.

        Das ist keine beruhigende Erkenntnis.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon, Richard Ott, Uwe Isack

        Hier eine Sicht aus USA:

        https://finance.yahoo.com/news/crazy-wall-street-scurries-protect-235148948.html

        Daraus:

        >The tumult also points to another worrisome sign: Wall Street is struggling to absorb record sales of Treasury bonds and bills that the Trump administration is using to fund a growing budget deficit. What’s more, many dealers have curtailed trading because of reforms implemented after 2008, making markets more prone to volatility.>

        Und:

        > … technicalities aside, the developments nonetheless showed the Fed was losing control over short-term lending, one of its tools for implementing the monetary policy that helps guide the entire economy.>

        Wahrscheinlich hat die Fed auch deshalb heute die Zinsrate um 25 Basispunkte gesenkt und die Erwartungen für weitere Zinssenkungen gestärkt.

        Die Aktienmärkte sind dennoch deutlich in Richtung Süden.

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    Johannes sagte:

    bto: „Jetzt beginnt das Endspiel.“

    Sie meinen sicher die allerletzte Phase des schon länger andauernden Trauerspiels, dass 1971 seinen Startpunkt hatte. Vor 71 war Geld eine Art Quittung für Gold, nach Allan Greenspan, der einzig wahre Tauschwert. Nach 1971 hat „Geld“ diesen Platz eingenommen.

    Ist die allerletzte Phase wirklich angebrochen? Bereits um 2010 rum dachte ich das. Hatte aber nicht mit dem Willen der europäischen Politik und der „Kreativität“ der EZB und anderer ZBen gerechnet. Solange mit „Papier- und/oder Buchgeld“ ausreichend sozialer „Frieden“ gewährleistet werden kann, wird nicht viel passieren. Inzwischen denke ich, dass diese aller, allerletzten Endphase einhergeht wird (muss?) mit massivsten sozialen Verwerfungen und Verteilungskonflikten, die auch in Europa und Deutschland in der auch gewaltsam ausgetragen werden. Sozusagen im Zuge der finalen Simbabwe(isierung) des Euro und der übrigen Währungen. Bis dahin. Schauen wir einmal und bereiten uns so gut wie möglich vor.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Johannes

      >Solange mit „Papier- und/oder Buchgeld“ ausreichend sozialer „Frieden“ gewährleistet werden kann, wird nicht viel passieren.>

      Richtig.

      Aber:

      „Papier- und/oder Buchgeld“ weisen nur die ANSPRÜCHE aus, die deren Inhaber auf das Sozialprodukt haben, VERGRÖSSERN aber nicht per se das Sozialprodukt.

      Deshalb:

      Wenn das Sozialprodukt zukünftig nicht wächst, sondern – sehr wahrscheinlich – schrumpft, wird es Verteilungskämpfe geben mit dem Einsatz der Ansprüche, die auf Geld basieren.

      Der soziale Friede kann zwar mit mehr Geld, d. h. immer wieder aufgestockten Ansprüchen mittels Helikoptergeld eine Zeit lang gewährleistete werden, ist auf Dauer so aber nicht zu sichern.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Jetzt beginnt das Endspiel. Ausgang offen, aber der Verlierer steht fest: der Sparer.“

    Mit Verlaub, Herr Dr. Stelter, der Sparer hat derzeit noch die besten Fluchtmöglichkeiten, wenn er nicht so dumm war, langlaufende Anlagen (wie z.B. eine Inhaberschuldverschreibung) zu erwerben. Wer heute Giro-Guthaben, Bargeld, kurzlaufende gängige Anleihen oder ähnliches in ausreichender Menge als Erspartes hat, kann kurzfristig in Edelmetalle und sonstige Sachwerte umschichten oder ins Ausland gehen, weil er flexibel ist und sich bei Ihnen und anderen Protagonisten erkundigen kann.

    Die richtigen Verlierer sind andere: die Kinder und Jugendlichen, die in eine massiv schlechter werdende Volkswirtschaft (mit unabsehbaren Konsequenzen für Sicherheit, Bildung, Ausbildungsmarkt, etc.) unverschuldet hineinwachsen sowie die von Sozialleistungen abhängigen Behinderten, Pflegefälle u.a., die sich genauso wenig selbst in Sicherheit bringen können. Lebhaft und teilweise schauderhaft zu sehen in manchen ost- und südosteuropäischen Waisen-, Senioren- und Pflegeheimen, deren Personal zur Hälfte wegen besserer Aussichten nach West- und Mitteleuropa ausgewandert ist.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      >Die richtigen Verlierer sind andere: die Kinder und Jugendlichen, …>

      Die wahren Verlierer – so ist es.

      Diese Verlierer hat die Gesellschaft produziert, angefangen von den Eltern dieser Kinder über die Interessen durchsetzenden Verbände bis hin zu den Parteien und Regierungen.

      Die Geldpolitik der Notenbanken ist dafür nicht verantwortlich zu machen.

      Ob und in welchem Maß die Sparer als Verlierer der Geldpolitik der Notenbanken anzusehen sind, ist eine ganz andere Frage.

      Ich stelle einmal folgende:

      KÖNNEN die Sparer (Geldsparer) überhaupt Gewinner sein, wenn die Geldpolitik der Notenbanken das verfahrene System „retten“ MUSS, weil sie die einzigen sind, die es retten und angesichts der Lage nur mit EXTREMER Geldpolitik retten können und es auch SOLLTEN, weil – so auch Dr. Stelter –

      > … die Alternative wäre schlimmer: der Zerfall der Eurozone …>?

      Wir müssen ihn nicht fragen, ob dies seine persönliche Meinung ist oder ob er damit die Meinung der Mehrheit meint.

      Es ist jedenfalls die Meinung der Mehrheit in so gut wie allen Ländern der Eurozone.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „die Alternative wäre schlimmer: der Zerfall der Eurozone – [Das] ist jedenfalls die Meinung der Mehrheit in so gut wie allen Ländern der Eurozone.“

        Ja, im Moment ist das so. Noch.

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      globalvoterorg sagte:

      Der Tanz um das goldene Kalb oder der Versuch, sich am eigenen Schopf aus dem Morast zu ziehen/retten! Es gibt keine Verlierer mehr, wenn alles schon weg ist! Durch das QE (kriminelle Insolvenzverschleppung) der ZB (EZB/FED) sind die Weltmärkte ausgehebelt. Die hier vertretene VWL hat fertig, nur wollen es die Protagonisten nicht wahrhaben! Es wird lediglich geschwurbelt und an Illusionen geglaubt. Jeder versucht sich so gut, wie möglich, in die eigene Tasche zu lügen. Sehen Sie sich selbst kritisch! Wenn ein Wirtschaftssubjekt die „besten“ Fluchtmöglichkeiten erkennt, so wirkt das in der Regel, AUCH, für seine Kinder und Eltern, die Familie. Für die alle Anderen, niente!
      DAS, ist das Geschäftsprinzip des Schuldgeldsystems (FIAT Money) welches wir, kollektiv, nicht begreifen wollen! Diese Sekte, die, wohl, erwähnt wird, mehr oder weniger, deutlich, hat mit der Gemeinwohl- und Humanwirtschaft, NICHTS, „am Hut“! Das Versagen des Systems, aber, ist, aus Gründen des „Anmaßens des Wissens“ oder des Glaubens „befeuert“. Weil, wir Alle, Opfer und Protagonisten, Mittäter, zugleich, in einer MachtMatrix sind, in der die sogenannte VWL, eine Profilaxe der gigantischen Geld- und Werteillusion darstellt. Darüber wird, hier, nicht nachgedacht oder diskutiert. Die Freie (humane) Marktwirtschaft (Hayek/Mises) findet nicht statt. Dies, ist KEIN Problem der Semantik, sondern ein Problem der MACHT! Die Weltwirtschaft wurde schon lange gekapert, wie Piraten eine „fette Beute“ einbringen: Die „Lizenz zum Gelddrucken“! Die Macht liegt in der Liquidität (machen) und nicht im Reichtum (haben). ALLES andere ist Konsequenz. Die „rezeptierte“ Illusion ist der Treiber: Sozialismus, Kommunismus, Demokratie, Rechtstaat , links/rechts, Parteien, Kirchen, Klima! Am Ende, wird man erkennen müssen, daß die Dekadenz ein „zähes“ Luder ist, weil wir selbst, in der großen Mehrheit, beratungsresistent sind! Was die „lieben“ Grünen und Sozi´s, z.B., nicht mitkriegen ist, daß das unnachhaltigste System auf der Erde, welches ALLE anderen Krisen (Wachstums- + Umweltsüberlastung) mitverantwortet, unser, Aller, Dilemma ist und nicht die Klimalüge (CO2), die von der Dominanz, als weitere HOAX „geschaltet“ wurde! Herren der Macht, derer
      „Vorwärtsverteidigung“ das QE ist und in der „Neuen Virtuellen DiktaturTotal“ enden wird!

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    Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Die Zinsen – ohnehin schon im negativen Bereich – wurden auf nun minus 0,5 Prozent gesenkt…“

    Dazu möchte ich eine Ergänzung vornehmen, die m.E. auch Herr Dr. Krall in seinem jüngsten Video übersehen hat:
    https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2019/html/ecb.mp190912~08de50b4d2.en.html

    Interessant ist Absatz 5:

    (5) In order to support the bank-based transmission of monetary policy, a two-tier system for reserve remuneration will be introduced, in which part of banks’ holdings of excess liquidity will be exempt from the negative deposit facility rate.

    So wie ich das verstehe, wird ein Teil der Bankeinlagen bei der EZB statt mit -0,4 künftig mit -0,5 % verzinst, aber ein anderer Teil nur noch mit 0,0 %. Damit dürften sich netto für manche Banken wohl sogar Entlastungen ergeben. Ich habe leider gerade keine Zeit, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, aber das sieht mir eher nach einer Mischung aus Zinssenkung und Zinserhöhung aus statt nach einer reinen Zinssenkung.

    Vielleicht hat irgendjemand einen link zu einer fachlichen Beurteilung der Entscheidung der EZB?

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Selig

      Diese für die EZB neue Praxis nennen die Marktbeobachter „tiering“.

      https://www.fxstreet.com/analysis/ecb-research-understanding-ecbs-tiering-system-201909130554

      Ich habe schon ganz unterschiedliche Einschätzungen dazu gelesen und bin mir auch nicht sicher was ich davon halten soll. Effektiv führt es aktuell zu höheren Zinsen, aber auf eine wenig transparente Art weil die Tiering-Regeln so komplex sind, und die Wirkung ist von Bank zu Bank unterschiedlich, je nach Bilanzsituation.

      Grundsätzlich halte ich es aber für eine schlechte Idee, ein komplexes und instabiles System noch komplexer und undurchschaubarer zu machen, so wie Tiering das tut.

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        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        Ich empfinde das Tiering als nicht kompliziert.
        Durch die Ausweitung der Differenz zwischen Einlagefazilität und Hauptrefinanzierungssatz versucht man (eventuell weiter vergeblich) den Interbankenmarkt zu beleben.

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        Richard Ott sagte:

        @troodon

        Hier gehts schon los.

        Das Tiering führt doch dazu, dass die Differenz zwischen Einlagefazilität (-0,50%, aber durch tiering für alle Banken de facto niedriger, je nachdem wie hoch ihr Einlagenvolumen ist) und Haupt-Refi-Satz (weiter 0,00%) kleiner wird.

        Ich sehe es eher als politisch motiviertes Geschenk an die Banken im Kern der Eurozone um deren Ertragssituation auf Kosten der EZB-Gewinne zu verbessern und ein bisschen gute Stimmung in Deutschland zu machen, bevor Lagarde dann die nächsten Folterwerkzeuge aus dem Instrumentenkoffer holt.

        Und die Frage, wie viel Strafzins (Grüße an Herr Stöcker!) die Banken nun tatsächlich im Schnitt auf ihre Einlagen an die EZB zahlen müssen, kann im Moment niemand beantworten. Hängt halt davon ab wie sich das Tiering genau auswirkt, da müssen wir wohl auf die Bank-Quartalsberichte oder statistische Auswertungen von der EZB warten.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        “ Und die Frage, wie viel Strafzins (Grüße an Herr Stöcker!) die Banken nun tatsächlich im Schnitt auf ihre Einlagen an die EZB zahlen müssen, kann im Moment niemand beantworten. Hängt halt davon ab wie sich das Tiering genau auswirkt, “

        Das ist logischerweise von der Höhe der jeweiligen Überschussreserven abhängig.
        Ansonsten sind die Modalitäten, die auch wieder geändert werden können, veröffentlicht:
        „The two-tier system will first be applied in the seventh maintenance period of 2019 starting on 30 October 2019. The multiplier that will be applicable as of that maintenance period will be set at 6. The remuneration rate of the exempt tier and the multiplier can be changed over time.“
        https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2019/html/ecb.pr190912_2~a0b47cd62a.en.html

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Stöcker.

        Vielen Dank für den link, das erklärt das Ganze recht anschaulich. Den Ausdruck „Blutsauger“ hätte ich jetzt aus Gründen der Sachlichkeit und der Höflichkeit nicht verwendet, aber Sie haben den Begriff ja in Anführungszeichen gesetzt.

  5. Avatar
    Horst sagte:

    „Das Ergebnis ist eine erschreckende Übereinstimmung mit Grundelementen einer Religion: Weltuntergangsdrohung bei Fehlverhalten, (sinnlose) Vorschriften für jedes Detail des Alltags, Gefühl der moralischen Überlegenheit, Ur-Schuld jedes Bürgers und eine Ikone, deren Portrait an die Wand gehängt werden kann. Wir haben Religionsfreiheit. Aber mit einer Religion lässt sich ein reales Problem wie das Klima nicht lösen.“

    https://think-beyondtheobvious.com/zur-diskussion-bei-hartaberfair-zum-thema-klimapolitik-meine-gedanken-und-argumente/#comment-86485

    Es lassen sich jedoch folgende Gegebenheiten lösen: Hohe Sparneigung und geringer Konsum in entwickelten Volkswirtschaften, Abneigung gegenüber höheren Vermögens- und Erbschaftssteuern, Ausbleiben von tech. Innovationen und weil:

    https://www.arte.tv/de/videos/050593-000-A/system-error/

    Dass die öffentliche Debatte „religiöse“ Züge mehr und mehr annimmt, weil der „Glauben“ zu dominieren scheint, dem schließe ich an.

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      Richard Ott sagte:

      @Horst

      Eine interessante Idee, nicht wahr?

      Aber verstehe ich Sie richtig: Sie glauben, eine dogmatische neue Klimareligion würde zu mehr technischen Innovationen führen? Wie soll das gehen?

      Und wieso würde das das Problem „hohe Sparneigung und geringer Konsum in entwickelten Volkswirtschaften“ lösen? Ein Kernpostulat der Klimareligion ist ja gerade, dass unser Konsum *zu hoch* sei und unbedingt aus Klimagründen reduziert werden müsse. Oder spekulieren Sie darauf, dass der Konsum am Ende steigen wird, weil die Konsumenten in Zukunft so viel Geld für überteuerten und hoch besteuerten Klimaschutz-Schwachsinn ausgeben müssen und dabei auch ihre Ersparnisse aufzehren werden?

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      • Avatar
        Horst sagte:

        „Aber verstehe ich Sie richtig: Sie glauben, eine dogmatische neue Klimareligion würde zu mehr technischen Innovationen führen? Wie soll das gehen?“

        Nein, Sie verstehen mich nicht richtig. Die anstehenden Herausforderungen das Klima betreffend können Innovationen befördern, müssen jedoch nicht.

        „Und wieso würde das das Problem „hohe Sparneigung und geringer Konsum in entwickelten Volkswirtschaften“ lösen?“

        Ich habe nicht von Problemen, sondern von Begebenheiten geschrieben.

        Die anstehenden Ausgaben für die „Rettung des Klima“ zehren Ersparnisse auf, minimieren den allgemeinen Konsum (lenken den vorhandenen jedoch in dieses globale Projekt) und als CO2-Steuer wirken sie als Ersatz für gesellschaftlich nicht gewollte höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern.

        Dass die benachteiligten (also die effektiv) zahlenden Gruppen diejenigen der Unter- und Mittelschicht sind, wird vielleicht nicht übersehen, jedoch ist dieser Umstand nicht zu vermeiden, da auch diese Gruppen vehement (durch Wahlverhalten) gegen höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern votieren.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Horst
        „Die anstehenden Ausgaben für die „Rettung des Klima“ zehren Ersparnisse auf“

        Wie denn das ? Sie können in andere Taschen wandern, aber verschwinden können sie doch nur durch Kredittilgung.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Und nun?

        Aufzehren ist gleich Verschwinden?

        Aus Sicht des Sparers wird das Geldvermögen geringer (es wird aufgezehrt // völlig aufbraucht), ob nominal oder real ist für diesen zunächst nebensächlich.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Dass die benachteiligten (also die effektiv) zahlenden Gruppen diejenigen der Unter- und Mittelschicht sind, wird vielleicht nicht übersehen, jedoch ist dieser Umstand nicht zu vermeiden, da auch diese Gruppen vehement (durch Wahlverhalten) gegen höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern votieren.“

        Na da werden sich die Geringverdiener aber freuen. Weil sie keine höheren Vermögens- oder Erbschaftssteuern wollten, werden sie von der Regierung mit höheren Energiesteuern beglückt, die Geringverdiener proportional zum Einkommen viel stärker belasten als die Gretas und Luisas dieser Welt aus ihren Oberschicht-Familien.

        „Die anstehenden Ausgaben für die „Rettung des Klima“ zehren Ersparnisse auf, minimieren den allgemeinen Konsum (lenken den vorhandenen jedoch in dieses globale Projekt) und als CO2-Steuer wirken sie als Ersatz für gesellschaftlich nicht gewollte höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern.“

        Was ist die implizite aber unausgesprochene Prämisse dahinter, dass die CO2-Steuer eine „Ersatzwirkung“ hat? Der Staat braucht mehr Geld, also wird irgendeine Rechtfertigung für eine Steuererhöhung konstruiert und propagandistisch unterfüttert?

        Das globale Projekt „Rettung des Klimas“ hat übrigens selbst dann wenn die Glaubensgrundsätze der Klimareligiösen stimmen einen entscheidenden Nachteil: Dadurch wird überhaupt kein neuer Wohlstand geschaffen, sondern nur umverteilt. Nicht-CO2-neutrale Energie haben wir schon heute und prodzuzieren damit alle möglichen Güter und stellen Dienstleistungen bereit. Wenn wir die Energieerzeugung und den Verkehr und alle anderen Sektoren jetzt „CO2-neutral“ machen, müssen wir dafür eine Menge Geld ausgeben und haben am Ende trotzdem nicht mehr Energie als vorher, sie wird nur anders (teurer und ineffizienter) produziert.

        Ist genau der gleiche Wahnsinn wie bei der Wohnungs-Nichtbau-sondern-Enteignungspolitik in Berlin um damit scheinbar den Wohnungsmangel zu bekämpfen.

        Aber so geht wohl linke Logik.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Horst
        „Aus Sicht des Sparers wird das Geldvermögen geringer (es wird aufgezehrt // völlig aufbraucht),“
        …und taucht bei einem anderen „Sparer“ wieder auf, dessen Geldvermögen anwächst.
        Nur eine Seite zu betrachten, macht wenig Sinn.

        „Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.“
        Amschel Meyer Rothschild

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Horst

      >Aber mit einer Religion lässt sich ein reales Problem wie das Klima nicht lösen.“ >

      Das ist richtig.

      >Es lassen sich jedoch folgende Gegebenheiten lösen: Hohe Sparneigung und geringer Konsum in entwickelten Volkswirtschaften>

      Das ist zumindest fraglich, aber dies einmal beiseitegelassen, ist bezüglich der Durchsetzung festzustellen:

      Sie WIRKT auf Menschen, die GEGEN ihren Willen zu bestimmten Verhalten konditioniert werden, durch finanzielle Repression etwa zu Konsum, den sie für sich als sinnlos oder schädlich ansehen, WIE eine ihnen AUFERZWUNGENE Religion.

      Dass wirtschaftliches Wohlergehen der Gesellschaft etwas anderes ist als ein durchgesetzter religiöser Glaube, ist schon klar.

      Aber die Wirkung auf die Menschen ist nicht grundsätzlich eine andere.

      Und die ist nicht zu unterschätzen, weil davon wiederum die Gestaltungsmöglichkeiten abhängen.

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    DD sagte:

    „Jetzt beginnt das Endspiel. Ausgang offen, aber der Verlierer steht fest: der Sparer.“

    Und wäre der Schuldner, der z.B. vor Kurzem ein Haus gekauft und bei der Bank finanziert hat, ebenso dann der Verlierer?

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      Evi Dent sagte:

      Es sieht eher danach aus, dass der Depp, der vor kurzem ein Haus verkauft hat, weil er rational die Immobilienblase schon unter deutlichen Druck erkannt hat, der Verlierer ist. Er ist voll in die Draghi-Falle gelaufen.
      Zu gerne möchte ich wissen, wie Herr Draghi seine mühsam zusammengesparten Groschen selber anlegt.

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    Richard Ott sagte:

    bto: Wir haben uns über Jahrzehnte in eine Sackgasse manövriert. Jetzt beginnt das Endspiel. Ausgang offen, aber der Verlierer steht fest: der Sparer.

    Vielleicht sind auch die Zentralbanken am Ende diejenigen, die matt gesetzt werden. Das hölzerne Tor der Banque de France in Paris wurde schon einmal von wütenden Gelbwesten in Brand gesteckt, und deren Protest richtete sich ja „nur“ allgemein gegen die französische Regierung und konkret die Beschlüsse aus dessen Klimakabinett zur CO2-einsparenden Energieverteuerung. Wenn die Zentralbanken wegen ihrer Politik direkt ins Visier der Gelbwesten kommen, wird es sicher noch heißer.

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