Die Party ist zu Ende …

Dieser Kommentar von mir erschien bei FOCUS.

Die Ursache jeder Krise ist der vorangegangene Boom: So war es vor der Finanzkrise 2008/2009, so war es vor der Eurokrise mit der ausufernden Verschuldung von Staaten und Privaten. Und so wird es auch in Deutschland sein, wenn der anhaltende Aufschwung sein Ende findet.

Die Anzeichen für ein Ende der guten Jahre sind nicht mehr zu übersehen. Immer mehr Branchen und Unternehmen geben den Abbau von Arbeitsplätzen bekannt. Die Produktion in den wichtigsten Industriesektoren ist rückläufig, die Automobilproduktion ist gegenüber dem ebenfalls schon schwachen Vorjahr im Juni um fast 25 Prozent eingebrochen. Der Auftragseingang in der deutschen Industrie sinkt seit fast einem Jahr und lag zuletzt fast neun Prozent unter dem Vorjahresniveau. Umfragen zeigen wenig überraschend ein sich rasch verschlechterndes Stimmungsbild bei den Unternehmen. Alle Zeichen stehen auf Rezession.

Zeit, sich auf den Abschwung einzustellen. Dazu gehört zwingend, sich die Gründe für den Boom, den wir in den letzten Jahren erlebt haben, genauer anzusehen. So sieht man klarer, was auf uns zukommt.

Künstlicher Boom

Der Boom der letzten Jahre war nur zum Teil unser Verdienst. Natürlich verfügen wir über hervorragende Unternehmen, gut ausgebildete und fleißige Arbeitnehmer und eine ungebrochene Innovationskraft. Als Lieferant von Ausrüstungsgütern waren wir wie kaum ein anderes Land prädestiniert, von der Globalisierung und Industrialisierung der Welt zu profitieren.

Wichtigster Kunde wurde in den letzten Jahren China. Der Rohstoffhunger des Landes hat wiederum zu steigenden Einkommen in anderen Ländern geführt, die dann ebenfalls mehr Autos und Maschinen bei uns einzukaufen.

Chinas Schulden werden zur Gefahr

Problematisch ist, dass der Aufschwung in China mit einer massiven Verschuldung einhergeht, was die Nachhaltigkeit dieses Aufschwungs infrage stellt. Immerhin die Hälfte der weltweiten Schulden wurde in den letzten zehn Jahren in China gemacht. Dabei nahm die Wirkung der aufgenommenen Schulden auf das BIP des Landes immer mehr ab, Folge von massiven Fehlinvestitionen und Überkapazitäten. Kein Wunder, dass die Wachstumsraten in China zurückgehen, verstärkt durch Bemühungen der Regierung von der Droge des billigen Geldes wegzukommen. Bisher allerdings ohne Erfolg.

Auch die Nachfrage aus anderen Regionen und der Eurozone war nur deshalb so stark, weil die Notenbank in Folge der Finanz- und Eurokrise die Zinsen nach unten getrieben und damit weitere Verschuldung gefördert haben. So liegt die weltweite Verschuldung deutlich über dem Niveau von 2008 und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fortsetzung der Überschuldungskrise beginnt.

Ein weiterer wichtiger Faktor für unsere Exporterfolge war die Schwäche des Euro. Hätten wir noch die Mark, hätte diese ähnlich wie der Schweizer Franken deutlich aufgewertet, die Exporte gebremst und Importe befördert. Stattdessen sitzen wir in einem Boot mit Ländern wie Italien, die eine deutlich schwächere Währung brauchen, um international wieder wettbewerbsfähig zu werden. Es war unstrittig das Ziel der EZB, über tiefe Zinsen die Finanzierung der Staaten zu sichern, den hoch verschuldeten Unternehmen und privaten Haushalten zu helfen und den Euro international zu schwächen. Bisher mit Erfolg, wobei davon naturgemäß Deutschland als traditionell exportstarkes Land besonders profitierte.

Nur so ist der enorme Anstieg der Exporte in den letzten 20 Jahren zu erklären. Immer mehr wurde Deutschland zu einer Volkswirtschaft, die vom Außenhandel dominiert wird. Die Außenhandelsquote stieg von 44,0 Prozent im Jahr 1990 auf 70,8 Prozent im Jahr 2017. Mit dazu beigetragen hat die Lohnzurückhaltung seit Beginn des Jahrtausends, als die hohe Arbeitslosigkeit, Folge eines überteuerten Eurobeitritts, mit den Reformen der Agenda 2010 bekämpft wurde.

Es waren gute zehn Jahre, die wir erlebt haben. Doch waren sie nicht die Folge besonders guter (Wirtschafts-) Politik hierzulande, sondern getragen von zunehmenden Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft. Vieles spricht dafür, dass diese sich nun dem Ende nähern und wir als Land herzlich schlecht darauf vorbereitet sind.

Der Boom der letzten Jahre hat eine gefährliche Schwäche der deutschen Wirtschaft kaschiert: die Abhängigkeit von Industrien, die es bereits zu Zeiten des letzten deutschen Kaisers gegeben hat: Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und Chemie als besonders prominente Beispiele. Branchen, in denen Deutschland ebenfalls eine Vorreiterrolle gespielt hat, werden mittlerweile von anderen Ländern beherrscht, erinnert sei an Unterhaltungselektronik, Fotografie und Pharmazeutik.

Neue Branchen entwickeln sich in Deutschland nur schwer und nur selten gelingt es hiesigen Unternehmen, eine dauerhafte Position zu erreichen, wie SAP im Bereich der Unternehmenssoftware. Die Solarindustrie, mit Milliardensubventionen gepäppelt, wird mittlerweile von China dominiert und den dauerhaften Erfolg muss die Umwelttechnologie noch beweisen.

Wir waren bisher erfolgreich in der Verteidigung unserer Position in einigen Industrien und damit weitaus anpassungsfähiger als andere Länder. Jedoch macht die Abhängigkeit von bestehenden Industrien und die geringe Fähigkeit zur Entwicklung neuer Industrien, anfällig für Schocks und Strukturbrüche.

Vor einem solchen steht die Automobilindustrie, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) räum offenbar keine guten Überlebenschancen einräumt. Beim Europäischen Rat Ende Juni 2017 malte sie die Zukunftsaussichten von Deutschlands wichtigstem Industriezweig mit rund einer Million Beschäftigten in düsteren Farben. Jeder wisse, dass die Autoindustrie in ihrer heutigen Form nicht überleben werde. Unstrittig ist, dass der Schwenk zu autonomem Fahren und Elektrofahrzeugen der deutschen Schlüsselindustrie jeglichen Wettbewerbsvorteil nimmt. Die Softwaregiganten aus den USA und die Batterielieferanten aus Asien verteilen die Märkte neu.

Noch können wir hoffen, dass es der Automobilindustrie gelingt, den Wandel zu bewältigen und dabei am Standort Deutschland festzuhalten. Sicher ist das nicht.

Auf tönernen Füßen

Deutschland und die Eurozone stehen vor der nächsten Rezession, wenn sie nicht schon mittendrin sind. Die EZB, der einzige bisher aktive Akteur, hat allerdings schon ein Großteil der Munition verschossen. Die Zinsen sind bereits negativ, Wertpapiere im Billionenvolumen wurden erworben. Natürlich kann sie diese Politik noch aggressiver fortsetzen und sie wird das zweifellos unter der Führung von Christine Lagarde tun. Parallel dazu werden weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um Ausweichreaktionen der Bürger zu verhindern, vor allem durch weitere Einschränkung der Bargeldnutzung.

Doch dürften diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Eurozone zu stabilisieren. Schon bisher war die konjunkturelle Wirkung eher die Folge der Abwertung des Euro als einer gestärkten Binnennachfrage. Diesmal wird der Versuch einer weiteren Schwächung des Euro jedoch auf erbitterten Widerstand der anderen Länder, namentlich der USA treffen. Nicht zufällig hat Donald Trump unmittelbar nach der letzten Ankündigung Mario Draghis, nochmals zu lockern, wütend getwittert, dass dies nur dazu diene, den Euro weiter „unfair“ zu schwächen.

Damit dürfte die EZB als Retterin ausfallen. Ihre Maßnahmen werden relativ zu den Gegenmaßnahmen der anderen Länder zu klein ausfallen und zu spät kommen. Für einen Währungskrieg ist die Notenbank der Eurozone schlichtweg nicht gerüstet.

Staat als Retter?

Angesichts dieser Aussichten wundert es nicht, dass immer mehr Experten nach einer stärkeren Rolle der Staaten rufen. Diese sollten ungeachtet der schon hohen Verschuldung mit kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen die Wirtschaft beleben und so eine neue Rezession und womöglich existenzbedrohende neue Eurokrise verhindern. Passend dazu gibt es immer mehr Vorschläge für eine direkte Finanzierung der Staaten durch die Notenbanken, um die Rezession abzuwenden. Alle Akteure wissen nur zu gut, dass sich unsere überschuldete Welt keine Rezession leisten kann, zu groß ist die Gefahr eines Ableitens in eine Deflation mit fallenden Vermögenspreisen, Pleitewellen und drastischer Arbeitslosigkeit.

Es ist schwer vorstellbar, dass andere Länder Konjunkturprogramme auflegen, die dazu führen, dass mehr aus Deutschland importiert wird. Wahrscheinlicher ist, dass wir noch mehr protektionistische Maßnahmen sehen werden, wenn die hiesige Politik nicht bei den schuldenfinanzierten Programmen mitmacht.

Dabei spricht aus deutscher Sicht nichts gegen eine deutliche Ausweitung der Investitionen des Staates. Der Stau der Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Bildung und Bundeswehr ist offensichtlich. Alles Bereiche in denen in den vergangenen zwanzig Jahren gespart wurde, während die Sozialleistungen immer weiter anwuchsen. Ohnehin ist die „schwarze Null“ ein Ammenmärchen der Politik, sind doch die Schulden des Staates bei sauberer Bilanzierung der gemachten Versprechen für Mütterrente und Rente mit 63 (um nur zwei Beispiele zu nennen) deutlich gestiegen.

Dennoch dürfte es eine Weile dauern, bis sich die deutsche Politik dazu durchringt, die Konjunktur zu fördern. Statt dringend erforderlicher Entlastungen für die Bürger denken unsere Politiker bekanntlich über neue Lasten nach.

Geht es dem Esel …

… zu gut, geht er aufs Eis. So zumindest das Sprichwort. Nach zehn Jahren Aufschwung – getrieben von billigem Geld und schwachem Euro – kann man nur feststellen, dass wir vergessen haben, dass es der wirtschaftlichen Grundlagen bedarf, um die politischen Projekte von mehr sozialer Gerechtigkeit bis zu Klimaschutz zu finanzieren. Vermutlich ist dieses Desinteresse von Politik und Öffentlichkeit für die nachhaltige Sicherung unseres Wohlstandes der eindeutigste Indikator dafür, dass der Aufschwung zu Ende geht.

Während die Politik in den letzten zehn Jahren nichts für die Sicherung des Wohlstands getan hat und sich stattdessen auf Umverteilung und die Verwirklichung mehr oder weniger sinnvoller sozialer Projekte konzentriert hat, droht nun das bittere Erwachen. Eine ganze Generation wird feststellen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es Arbeit und Wohlstand gibt.

focus.de: „Wir hatten 10 gute Jahre – doch damit ist es nun vorbei“, 5. September 2019

Kommentare (49) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Roland Weissel sagte:

    Ich stimme Ihnen zu. Und/aber: Alle Achtung, wie Sie es hinkriegen, die Flutung Europas mit Afrika (Hooton-Plan) als einer Hauptursache als fragwürdiges soziales Experiment nicht darzustellen….

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    Antwortsuchender sagte:

    Hallo zusammen,
    da schon eine ganze Weile von Helikoptergeld geredet wird, werfe ich mal eine vollständige Entschuldung aller privaten Haushalte in den Raum.
    Dadurch wird eine Konjunktur angeschoben die europäische bzw. globale Auswirkung hat.

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      Richard Ott sagte:

      @Antwortsuchender

      Tolle Idee, wir drucken und verteilen einfach so viel Geld, dass alle privaten Schuldner schuldenfrei werden, oder wie? Dass da vor Ihnen noch niemand drauf gekommen ist…

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    Andreas sagte:

    Ich befinde mich in einer süddeutschen Großstadt. Meine Wahrnehmung hier ist alles andere als Rezession:
    -In der City werden laufend neue Geschäfte eröffnet mit meist hochpreisigen Produkten bekannter Luxusmarken.
    -Der Wohnungsmarkt ist leergefegt.
    -Wenn Sie einen Handwerker benötigen müssen Sie Glück haben einen zu bekommen. Die Standardantwort ist: „geht nicht; wir haben so viel zu tun; sind mit Aufträgen total ausgebucht, …)
    -…

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      troodon sagte:

      @ Andreas
      Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Binnenkonjunktur -läuft (noch) gut- und der Exportindustrie (dort Rückgang).
      Problem ist, dass in der Exportindustrie z.B. Automobilindustrie viele gut bezahlte Jobs bestehen, die in Zukunft in diesem Ausmaß wahrscheinlich nicht mehr bestehen werden.
      Aufgrund von bestehenden Beschäftigungsgarantien gibt es eben aktuell keine großen Kündigungswellen. Trotzdem sollen z.B. bei Audi in den deutschen Werken bis 2025 10000 Stellen wegfallen.
      https://www.br.de/nachrichten/bayern/audi-10-000-arbeitsplaetze-in-gefahr,RUZBye3

      Für die, die dann in Rente gehen, kein Problem. Die jüngeren AN werden sich dann aber in weniger gut bezahlten Branchen beschäftigen lassen müssen.
      Es dürfte ein langsamer, schleichender Prozess werden, garniert mit weiteren Pleiten bei den Zulieferern.
      Es sei denn D investiert massiv in Bildung , Forschung und Infrastruktur.

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        Andreas sagte:

        @troodon,
        ich bin selbst in der Automobilbranche beschäftigt und kann Ihnen nur Zustimmen. Die in dieser Branche entscheidende Frage ist, ob die deutsche Automobilbranche in der E-Mobilität eine ähnlich gute Stellung erringen kann wie mit „klassischen Antriebssträngen“.

        Was dennoch bemerkenswert ist, dass offenbar im System eine sehr lange Totzeit vorhanden ist bis sich die Krise der Exportindustrie auf die Binnenkonjunktur durchschlägt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >Die jüngeren AN werden sich dann aber in weniger gut bezahlten Branchen beschäftigen lassen müssen.>

        Ergänzung dazu:

        … wenn sie in denen einen Job bekommen.

        Und:

        Wenn so – was nicht immer der Fall sein wird –, werden sie weniger Steuern und Abgaben zahlen bzw. werden der Staat und seine Sozialsysteme weniger Geld einnehmen bei – realistisch einzuschätzen – höheren Ausgaben.

        Folge:

        Aufgabe der Schwarzen Null, weil soziale Sicherheit und der Zusammenhalt der Gesellschaft in unserer mehrheitlich die PRIORITÄT sind.

        >Es sei denn D investiert massiv in Bildung, Forschung und Infrastruktur.>

        DIESE Alternative stellt sich bei diesem Szenario nicht mehr, auch wenn der Prozess langsam und schleichend sein sollte.

        Bildung, Forschung und Infrastruktur halten die Gesellschaft nicht zusammen.

        Sie wirken allerdings entgegen, dass in einer ZUKÜNFTIGEN Gesellschaft der Zusammenhalt verloren geht.

        Diese Einsicht hätten wir in den 10 guten Jahren beherzigen müssen.

        Aber da war anderes wichtiger.

        Der Point of no return liegt hinter uns.

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        troodon sagte:

        @ D.T.
        Auch ich sehe keinen Anlass für besonders großen Optimismus bzgl. der zukünftigen Entwicklung in D.
        Ob der Point of no return aber wirklich hinter uns liegt, traue ich mir nicht zu, zu beurteilen.

        Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wird der Lebensstandard in D auch in den nächsten 10-20 Jahren m.E. wahrscheinlich weiterhin hoch bleiben. Gegenüber anderen Regionen werden wir relativ gesehen wahrscheinlich verlieren.
        Was mich etwas optimistisch macht ist, dass es uns immer noch relativ gut geht, TROTZ der Politik.

        Wie gut hätte es sein können, wenn die Weichen politisch richtig gestellt worden wären?
        Und ist nicht immer noch, im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, genügend Potential vorhanden, dass es länger relativ „gut“ bleibt , als Sie es erwarten ?
        Von dem aus heutiger Sicht unrealistischem Gedanken, dass politisch ab sofort die richtigen Weichenstellungen getätigt werden, mal ganz abgesehen…

        In D läuft mit Sicherheit vieles nicht rund, woanders aber auch nicht alles.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Wir sind nicht auseinander, was die Situation des Landes betrifft.

        >Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wird der Lebensstandard in D auch in den nächsten 10-20 Jahren m.E. wahrscheinlich weiterhin hoch bleiben>

        JA.

        > Und ist nicht immer noch, im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, genügend Potential vorhanden, dass es länger relativ „gut“ bleibt , als Sie es erwarten ?>

        JA.

        In D läuft mit Sicherheit vieles nicht rund, woanders aber auch nicht alles.

        JA.

        Worin wir uns unterscheiden:

        Meine PRÄMISSE für zukünftiges Handeln der Politik besagt, dass nicht das Potential der Volkswirtschaft oder die relativ gute Situation gegenüber anderen Gesellschaften entscheidend sind, sondern der im Vergleich früher/jetzt ERFAHRENE Abstieg einer Vielzahl von Menschen.

        Sie werden dafür Kompensation verlangen – Kompensation in Form von Konsum.

        Der Staat wird dafür in der Pflicht genommen.

        Die Politik/Parteien MÜSSEN liefern, wenn sie nicht ausrangiert werden wollen.

        Man kann darüber streiten, ob die Prämisse zu einseitig bzw. zu dominierend ist – Sie sind da optimistischer als ich und würden die mit ihr verbundene deterministische Ausschließlich bezweifeln.

        Ich sehe sie unterstützt durch das, was bereits in den guten Jahren vom Staat verlangt wird und kann nicht erkennen, dass die Menschen anders reagieren werden, wenn es ihnen schlechter geht.

        Anders wäre es, wenn jeder von uns am Existenzminimum leben würde.

        In einer solchen Situation hätte der Staat bereits so versagt, dass niemand mehr etwas von ihm erwarten würde.

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        troodon sagte:

        @ D.T.
        “ Sie sind da optimistischer als ich“
        Ich bin doch nur weniger pessimistisch als Sie :)

        „Sie werden dafür Kompensation verlangen – Kompensation in Form von Konsum.

        Der Staat wird dafür in der Pflicht genommen.

        Die Politik/Parteien MÜSSEN liefern, wenn sie nicht ausrangiert werden wollen.“

        Ich befürchte ja auch, dass Sie damit richtig liegen, erwarte aber, dass die Prozess langsam vonstatten geht und wir in 10 Jahren rückblickend immer noch, im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern, über recht gute Jahre schreiben könnten.
        Aber die Tendenz geht klar in die falsche Richtung und eventuell gibt es ein beschleunigendes, äußeres Ereignis und alles geht dann doch ganz schnell den Bach runter…

        Und wenn ich einmal zu wenig pessimistisch bin, scrolle ich bei Twitter den Hastag #futschi. Da wird mir realwirtschaftlich stimmungsmäßig geholfen :(
        https://twitter.com/search?q=%23futschi&src=typeahead_click&f=live

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      Starchild sagte:

      @Andreas
      auf der Titanic spielte die Musik auch bis zum Schluss und in den „goldenen 20igern“ hat man im Luxus getanzt – alles auf Pump – so wie heute.
      Erinnert mich sehr an Friedrich Dürrenmatt’s „Besuch der alten Dame“ als das ganze Dorf mit Wohlstand überschwemmt wurde, allerdings zu einem klar definierten Preis: nämlich zu morden. Nachdenken lohnt sich.
      Wahrscheinlich zeigt der von Ihnen beschriebene Wohlstand, die naturgemäßen Anzeichen für einen rasanten Abschwung, je höher dest tiefer.. wie man zB aus dem Buch der Wandlungen = I-GING lernen kann.
      Keine Blume blüht ewig, alles im Universum ist Wandel.

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    ruby sagte:

    Die Unfähigkeit der Parteien gesetzte Ziele zu erreichen, stattdessen Ankündigungspolitik in den Medien zu propagieren, gipfelt in dem Fehlen einer Kommission für Kultur und Bildung der EU. Es geht bei den 27 Posten um persönliche Raffgier des Staatenproporz.
    Klimaaktivisten schwenken nichtsnutzige Plakate haben aber noch nie die Energieversorgung für eine Kleinsiedlung zustande gebracht.
    Ein Herunterziehen auf solch ein Nichtkönnen ist für opportunistische Mitläufer Existenzgrundlage. Transferzahlungen ohne Leistungsgrundlagen ist deren Credo.
    Das Inhalieren der Globalisierung durch Handelsüberschüsse ohne diese zur Festigung von Gesellschaft nachhaltig einzusetzen mit einer positiven Reproduktionsexistenz, kommt dem Ende des Partyrausches nahe.
    Wir waren 42 Grundschüler in der Klasse. Bei einem Defizit von 26.000 Grundschullehrer ist es bald soweit. Nur, damals bauten die Eltern Wohlstand auf: Haus, Garten, Fahrzeug, Kultur, Urlaub, Reisen, Unterhaltung. Schwimmbäder, Sportvereine gehörten zum täglichen Betrieb, an dem jeder Teilhaben konnte.
    Heute werden Projektionen in die Gehirne gefunkt, Virtualität als totale Fremdbestimmung. Souveränität bedeutet Selbstbestimmung, Entscheidungen ohne Beeinflussung zu leben.
    Diese Verantwortung für das eigene tun und handeln in harter Arbeit und in Vertrauen mit anderen, erst das macht doch eine Party aus.
    Heute beim Autokauf erfahre ich, das neue Nachfolgemodell von der IAA Präsentation wird die Connectivity verstärkt ins Fahrzeug bringen.
    Hey, bin ich dann schon in Monza und nicht mehr auf der B209?
    Crossroads hießen in der Musik diese Kreuzungswege, nur es scheint, wir sind an diesen vorbei gefahren – „we’ve passed away“. Na dann brauche ich auch kein neues Fahrzeug mehr und schnappe mir die Del Amitri CD für den Player und die Mittelkonsole und fahre durch die wunderbare Endmoränenlandschaft der kommen Kaltzeit entgegen.

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      Alexander sagte:

      @ ruby

      „Leben als loop“

      Wenn sich die Eigentumsökonomik aus dem Gewaltmonopol des Staats ableitet, ist sie ein modifiziertes Lehenssystem mit dem Unterschied der Legitimation durch die „Bevölkerung“ anstelle Gottes.

      Die Nichtskönner und opportunistischen Mitläufer samt Lebencredo aus Transferzahlungen ohne Leistungsgrundlage haben Europa schon früher an Abgründe geführt. Es muss unerträglich gewesen sein….und in der Folge haben die Deutschen zwei Weltkriege verloren.

      Wenn der „Ausweg aus dieser Clown Welt“ versperrt ist, bleibt die bunte Nomenklatura „honken“ zu lassen.

      (Die Konjunktur scheint auf einen Wiedereintritt nach den Sommerferien zu verzichten….der übliche Septemberantritt ist weniger als schüchtern)

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        ruby sagte:

        @Alexander
        Loops/Scleifen sind immer wiederkehrendes.
        Die Bildung als Grundlage für immer neu aufgelegte Fortentwicklung sehe ich auf der Investitions-/Vermögensschiene und der Konsum-/Erfolgsebene als nicht mehr wiederholbar an durch die zwei uns nachfolgenden Generationen.
        Die wissen garnicht woher sie kommen sondern suchen die Heilsbringung völlig unkonkret/abstrakt als Zerstörung des bisherigen Fortschritts wie viele Junge. Dazu kommt aber die Migrations- und Anspruchsmentalität, welche skrupels Bestände und Flüsse plündert und verfeiert als wenn nur das Jetzt gilt.
        Das die politische und mediale Ideologisierung dies als demokratisch und neuerdings als wahre Bürgerlichkeit verkaufen will, zeigt die wirtschaftliche Ignoranz sowohl in Theorie und Praxis.
        Hauptsache Klimaaktivismus, nach Kosten-/Leistungsrechnungen im Wettbewerb mit anderen „Teilnehmern“, Staaten bzw. Kulturen wird nicht mehr geurteilt.
        Es ist für mich Absolutismus der Singularität – Beendigung von Kohlenstoff bis zum Stillstand.
        Das Scheitern ist in dieser Zielprogrammierung nicht denkbar.
        Und so wird es kommen mit festgelegten Schuldigen.

        Respekt wie im Notenbanksozialmusbeitrag Ihre historische Analyse zu verfolgen.
        Wir sind immer noch eine erdölbasierte Gesellschaft und werden dieses Feature nicht so schnell ändern können.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ ruby

        Danke, ich teile diese ihre Einschätzungen mit mehr als 100%…

        Lässt man diese Folge einfach nur für sich wirken:
        – suchen die Heilsbringung völlig unkonkret/abstrakt
        – skrupelos Bestände und Flüsse plündert
        – verfeiert als wenn nur das Jetzt
        – politische und mediale Ideologisierung
        – wirtschaftliche Ignoranz sowohl in Theorie und Praxis

        …würde ich die Ereignisse mit einem Kinderkreuzzug gleich setzen.

        Zu Beginn der Grenzöffnung waren Kinder die ersten Opfer derselben, weil sie der Heilsbringung Glauben schenkten. Das Erwachen wird auch in Zukunft ein Alptraum sein, weil man auf Fronterfahrene nicht hört.

        Propaganda dient nur dazu die wahren Gefahren zu verschleiern, ihre Opfer bezahlen diese Schuld ohne Haftungsbegrenzung.

        Brothers in arms & die Brücke:
        https://youtu.be/Wwx2InT6psk

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    Martin S. sagte:

    „Infrastruktur, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Bildung und Bundeswehr“
    Infrastruktur: Woher die Arbeitskräfte nehmen? Wir haben Vollauslastung.
    Künstliche Intelligenz: Der Zug ist raus. Wer was beitragen konnte hat sich in die USA abgesetzt
    Bildung: Wir verbraten unsere Lehrkräfte gerade derart, dass sie fliehen. Seiteneinsteiger sind gesucht.
    Digitalisierung: Wir vergraben die Glasfasern und bauen die Masten, Soft- und Hardware liefern andere. Die Firmen werden ihre Investitionen zurückfahren.
    Bundeswehr?

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Es waren gute zehn Jahre, die wir erlebt haben.“

    Wirklich?

    Der Targetsaldo der Bundesbank stieg von ungefähr 0 € auf ungefähr 1 Billion €, also waren es gute Jahre und eine schwarze Null? Seit 2015 verstößt die Regierung aus moralischen Gründen ungestraft gegen die Dublin-Regeln und andere Gesetze mit der Folge der Immigration überwiegend Unqualifizierter in die Sozialsysteme, also waren es gute Jahre und wir haben keine latenten öffentlichen Lasten eingekauft? Die Gesellschaft wurde in eher links und eher rechts gespalten und die vom Großteil der Medien und der Gesellschaft verfemte AFD ist deswegen gegründet worden, aber es waren gute Jahre? Respektrente, Mütterrente, Rente mit 63, etc. ist beschlossen worden oder auf dem Weg und das sind keine stillen Lasten, sondern ein Teil der schwarzen Null? Infrastruktur wie Bundeswehrmaterial, Brücken, Eisenbahngleise, Schifffahrtskanäle etc. verfallen durch unterlassene Investitionen (=Entsparen), aber das sind keine stillen Lasten, sondern eine schwarze Null?

    Tut mir leid, Herr Dr. Stelter, für mich waren das fürchterliche Jahre. Natürlich gab es auch positive Dinge zu vermelden, wie den Rückgang der Arbeitslosigkeit, aber dieser ist nur teilweise auf Schröders Reformen zurückzuführen und teilweise auch auf die Geldpolitik, d.h. es war einfach nur eine Umverteilung vom Sparer zum Schuldner bzw. Staatsschuldner als eine Art demokratisch nicht legitimierte Besteuerung über die Geldpolitik. Und von anderen finanziell verheerenden Dingen wie Diesel, Energiewende, digitaler Infratstruktur u.ä. will ich gar nicht erst anfangen, denn hier müsste man differenziert argumentieren. Und die inzwischen immer offener politische Besetzung von Richterämtern (z.B. am BVerfG) oder von Notenbankposten (z.B. bei Frau Lagarde) tut ein übriges dazu.

    Wenn Sie wirklich wissen wollen, ob es gute Jahre sind, reden Sie mit einer Hebamme an einem Krankenhaus Ihrer Wahl, die in den 1980er-Jahren im Westen oder Osten schon im Dienst war und fragen Sie sie, wie die Arbeit denn in den letzten 10 Jahren im Vergleich zu früher war. Das sagt mehr über dieses Land aus als alle Statistiken. Da Sie drei Kinder haben, sollten Sie sich mit dem Thema schon mal beschäftigt haben und dürften irgendwann in die Situation kommen, Großvater werden zu können.

    So, das musste jetzt einfach raus…^^

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      Insbesondere in den letzten Jahren gab es doch aber auch viele Entwicklungen, die optimistisch stimmten: Die Bevölkerung in UK votiert mehrheitlich für den Brexit, in den USA wird Trump gewählt, Merkels Herrschaft liegt in ihren letzten Zuckungen, während Assad in Syrien immer noch an der Macht ist und die vom Westen und der Türkei unterstützten „moderaten Terroristen“ nach und nach beseigt – und jeder kennt mittlerweile den Begriff „fake news“, was den Gesinnungsjournalisten ihre Arbeit ganz erheblich schwerer macht als früher, als noch viel mehr Leute deren Propaganda bereitwillig schluckten.

      Wie heißt es bei Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, da wächst das Rettende auch.“

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es gibt auch bei uns Tendenzen, uns mit einem konservativen Nationalismus (im Gegensatz zu einem Rechtsextremismus) in eine Position zu bringen, in der wir UNSERE Interessen entschiedener wahrnehmen als bisher.

        Ob das an sich schon optimistisch stimmen sollte, lasse ich dahingestellt.

        Es ist auf jeden Fall ein ernsthaft diskussionswürdiger Ansatz, auch wenn er zu erbitterten kommunikativen Auseinandersetzungen bis hin zu Ausschluss und der Rundum-Diffamierungen etc. geführt hat – punktuelle Gewalt inklusive.

        Soweit wie Hölderlin würde ich aber nicht gehen.

        Vergessen Sie nicht, dass der Mann der Umnachtung anheimgefallen ist.

        Ich würde vielmehr sagen:

        Wo aber Gefahr ist, da wächst das ANDERE auch.

        Zu was das führt, ist völlig offen.

        Zu einem Rettenden ist bestenfalls spekulativ, angesichts aller Erfahrung eher viel zu viel Optimismus.

        Vielleicht muss man auch mal Glück haben und Siegermächte wie nach WK II besorgen es dann für uns, die dazu nicht fähig waren.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Das sehe ich nicht ganz so optimistisch wie Sie: der Brexit ist noch nicht vollzogen und faktisch vom Unterhaus mit der Dealpflicht sabotiert. Die Brexiteers agieren unprofessionell. Trump hat zwar gute Analysen, aber unfassbar schlechte Manieren und zerstört damit das meiste wieder. Über Assad kann ich mich nicht wirklich freuen und Merkels Herrschaft wird durch jemand ähnlicher Couleur wie Habeck, AKK, dem neuen SPD-Team oder Armin Laschet abgelöst werden.

    • Avatar
      Bakwahn sagte:

      @Susanne Finke-Röpke
      „Wenn Sie wirklich wissen wollen, ob es gute Jahre sind, reden Sie mit einer Hebamme an einem Krankenhaus Ihrer Wahl, die in den 1980er-Jahren im Westen oder Osten schon im Dienst war und fragen Sie sie, wie die Arbeit denn in den letzten 10 Jahren im Vergleich zu früher war.“
      Ich möchte Ihnen zustimmen, jedoch erschließt sich mir nicht, was Sie meinen. Was können denn Hebammen berichten, das „mehr über dieses Land als alle Statistiken“ aussagt?
      Meinen Sie die ethnisch-kulturelle Umvolkung?
      Die ist politisch gewollt und beabsichtigt. Die autochthone deutsche Bevölkerung soll zu einer unter mehreren anderen ethnischen Gruppierungen werden. Die deutsche Nation gibt es dann nicht mehr. Diese neue Gesellschaft, die im Entstehen begriffen ist, wird vom politisch-medialen Komplex wie auch von einem Großteil von „Kulturschaffenden“ sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften als eine aus 83 Millionen einzigartiger, unverwechselbarer Individuen bestehenden bunten Gesellschaft gedacht. Dieses bunte Bevölkerungsgemisch soll dann in einem vereinten europäischen Superstaat aufgehen.
      Die tiefere und eigentliche Ursache für die große Bereitschaft, sich selber aufzugeben und das eigene Land Millionen von Zuwanderern zu überlassen und zu übereignen, liegt in dem selbstmörderisch-schwachen generativen Verhalten der deutschen Bevölkerung seit Anfang der 70er Jahre.
      „Ich will leben, genießen, mich um mich selbst kümmern, den erarbeiteten und erwirtschafteten Wohlstand nicht mit Kindern teilen müssen … „
      Schnell und achtlos in die Tastatur gehämmert…..

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        Victor LaCroix sagte:

        @Bakwahn: Dieses pseudo-intellektuelle Gequatsche ist doch Unsinn. Wen wollen Sie denn mit Ihrer Rabulistik beeindrucken? Glauben Sie ernsthaft, dass dieser völkische Schwachsinn wahrer wird, nur weil Sie sich hinter verklausulierten Sätzen verstecken? Das ist vollkommen unnötig, genau so könnten Sie schreiben „Ausländer raus“ und sich all den anderen Quatsch mit Soße und vor allem Zeit sparen. Sie machen allen Anschein, ganz stramm rechts zu sein, das sieht ein blinder Krückstock. Dann stehen Sie doch dazu und schwurbeln nicht so unverdrossen daher.
        Sie genießen meiner bescheidenen Ansicht nach nicht nur Meinungsfreiheit, sondern ebenfalls Intellektfreiheit, Empathiefreiheit und nicht zuletzt Würdefreiheit. Widerlich.
        So, das musste jetzt mal raus. :-)

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Bakwahn:

        Hier schließe ich mich weitestgehend Victor LaCroix an. Völkisches Gehabe mag ich nicht. Mir ging es nicht um Nationalitäten, sondern um die Tatsache, dass die Wertvorstellungen in diesem Land den Bach runtergehen. Das wichtigste für die Zukunft jeden Landes ist der Nachwuchs; das ist meine Meinung. Egal, ob von einem Inländer oder von einem legal anwesenden Ausländer (bei den Illegalen muss man m.E. diffenzierter argumentieren). Wenn Sie sehen, dass inzwischen reihenweise Geburtenstationen geschlossen werden, Hebammen wegen der exorbitanten Haftpflichtprämien aufgeben, Frühgeborenenstationen mangels Personal Gesundheitsschäden an den Kleinen riskieren müssen, Kinderarztpraxen Aufnahmestopps haben, etc., dann hat sich die Wertigkeit total verschoben. Wir diskutieren hier auf diesem Blog immer die Stabilität von Währungen und Volkswirtschaften. Das ist auf einem Finanzblog normal. Aber ich bekomme Zornfalten, wenn ich etwas von „guten Jahren“ lese. Das kann ich schreiben, wenn ich mich freue, dass mein eigenes Depot in diesen Jahren im Wert gestiegen ist und die eigene Hausbank nicht in die Insolvenz geschlittert ist, aber wenn ich nur ein wenig über den Tellerrand hinausblicke, dann müsste man sehen, dass das nur auf Kosten wichtigerer Dinge passieren konnte.

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        Jacques sagte:

        @ Finke-Röpke:

        Tatsache ist allerdings, dass multikulturelle und multi-ethnische Gesellschaften anders funktionieren als homogene Gesellschaften. Welcher Vielvölkerstaat konnte historisch überleben und ist nicht aufgrund zunehmender Differenzen auseinandergebrochen? Denken sie an die UN und den Migrationspakt und die Resettlement Programme. Laut offiziellen Aussagen der UN ist Migration immer per se positiv. Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch wenn ich Cohn-Bendit zitieren darf und genau darauf zielt man ab. Es ist die moderne Form von „Divide et impera“. Spalte dein Land in mehrere schwächere Interessensgruppen, von denen keine gemeinsame Gefahr massiver politischer Willensbildung gegen die Regierung ausgeht. Durch Migration kann man die ethnische Zusammensetzung des Kontinents schleichend verändern um den Weg freizumachen für den europäischen Superstaat. Die Bevölkerung hat dann andere Probleme als sich politisch dagegen zu wehren, betäubt von einer jubelnden Presse. Olli Rehn selbst hat bereits vor über 10 Jahren die Pläne der EU beschrieben: Ausdehnung über die Armenhäuser Europas (wie Kosovo, Serbien) bis an die Grenzen Russlands und für Angleichung der Lebensverhältnisse zu sorgen, sodass es an jedem Ort gleich langweilig aussieht. Die Angleichung kann man auch durch Schwächung des wirtschaftlichen Potentials der Gesellschaften beeinflussen. Ob man das jetzt für verrückt oder genial hält, muss jeder für sich selbst entscheiden. Manchmal hat man jedenfalls den Eindruck das die Regierung tatsächlich so denkt, denn anders kann man sich die Unfähigkeit im Umgang mit der Migration schlicht nicht erklären. Für einen EU Superstaat ist es aber prinzipiell unabdingbar, das es keine Staaten gibt die wirtschaftlich verlieren könnten weshalb die Angleichung so wichtig ist.

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        Starchild sagte:

        @Bakwahn
        das ist ja nicht neues was Sie da schreiben, Sarkozy hat das in seiner Rede ( youtube) über den Hooton Plan schon vor Jahren klargestellt und in den weltweiten Medien kann man diese Themen von den Weltführern nachlesen, hören, sehen, die meisten Aufmerksamen auf der Welt wissen es. Ich denke jeder Einzelne muss entscheiden wie er damit umgeht und diesen Weg auch gehen.

      • Avatar
        Starchild sagte:

        @ Victor Kreuzigungsritter
        was für ein verrenkt trolliger linksradikaler Antifa-Hetz-Käse …. auch das muss mal raus .
        cheers

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Sie enttäuschen mich.

      Denn es WAREN gute zehn Jahre, die wir erlebt haben.

      Ihr Fehler:

      Sie messen an der Unzufriedenheit, die es IMMER gibt.
      Weil es sie immer gibt, kann sie kein Maßstab sein.

      Man muss HISTORISCH und mit ANDEREN vergleichen.

      Wir hatten keinen Krieg, wir hatten einen sich manchmal etwas holprig, aber unterm Strich stetig entwickelnden Wohlstand, haben die Jahrhundertaufgabe des Aufbaus Ost praktisch ohne tiefgreifende Konflikte geschafft und sind in einem auf Weltniveau beneidenswerten Zustand.

      Das ist nicht selbstverständlich, nicht normal, wenn Sie andere Zeiten und andere Gegenden dieser Welt betrachten.

      Dass wir nicht annähernd das Erforderliche getan haben, um derart unvorbereitet dem Ende der Party entgegensehen zu müssen, ist etwas anderes.

      Das kann man unter fehlender Voraussicht, gesellschaftlicher Verblendung etc. verbuchen, ändert aber nichts daran, dass es gute Jahre waren, nicht für alle, aber für sehr, sehr viele und deshalb unterm Strich auch als solche zu benennen.

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      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Vielen Dank für IHre höfliche und gut begründete Kritik. Ich bleibe dabei, es anders zu sehen, denn mit Ihrer Argumentationslinie könnte ich es auch als gutes Jahr bezeichnen, wenn ich am Anfang des Jahres mit einem Dispokredit von 0 € auf dem Konto beginne und am Jahresende mit dem Maximum, das die Bank zulösst, aufhöre. In der Zwischenzeit hat man eine schöne Zeit gehabt, ist sogar in Urlaub gefahren, hat den Kindern neue Schuhe kaufen können und die ganze Familie ist jeden Tag satt geworden.

        Man könnte es auch noch drastischer formulieren: Ich habe eine gute Minute, wenn ich ohne funktionsfähigem Fallschirm aus dem Flugzeug springe und bei bestem Wetter einen schönen Flug genießen kann. Diese Minute ist solange traumhaft schön, bis Sie merken, dass Ihr Schirm nicht funktioniert. Dann schlägt die Stimmung in Panik um. Der, der sich schon kurz nach Verlassen des Flugzeugs denkt: Mist, Mist, Mist, hat keinen Spaß an der Minute. Der andere schon. Zugegebenermaßen sind 10 Jahre länger als eine Minute und alle Vergleiche hinken, aber ich hätte die Währungsunion 2009 platzen lassen, die Scherben zusammengekehrt, denn lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Aber das ist eine Frage der Einstellung und die will ich Ihnen nicht nehmen. Sie befinden sich in breitester Gesellschaft in Deutschland und dann ist das auch in Ordnung. Aber ich muss micht darüber nicht freuen und das tue ich auch nicht.

        Warum ich Sie enttäusche, ist mir allerdings nicht ganz klar geworden.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        „Ich bleibe dabei, es anders zu sehen, denn mit Ihrer Argumentationslinie könnte ich es auch als gutes Jahr bezeichnen, wenn ich am Anfang des Jahres mit einem Dispokredit von 0 € auf dem Konto beginne und am Jahresende mit dem Maximum, das die Bank zulösst, aufhöre.“

        Genau, das ist wohl die Kernfrage: Wie „gut“ ist eine Dekade, die man mit Partyfeiern verbracht hat, wenn diese Party nur auf Pump finanziert ist?

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        >Warum ich Sie enttäusche, ist mir allerdings nicht ganz klar geworden.>

        Sie wissen, dass ich Ihre Beiträge und das darin zum Ausdruck gebrachte Urteilsvermögen schätze.

        Gerade deshalb hat mich an ihrem Beitrag die fehlende Unterscheidung irritiert:

        Man kann – und muss m. A. n. sogar – die letzten 10 Jahre als einen insgesamt guten Zustand benennen und ZUGLEICH auf dramatische Versäumnisse verweisen, die sich an zukünftigen Zuständen ablesen lassen werden.

        Das eine schließt das andere nicht aus, wobei ich hier einmal ausblende, ob die „Party“ noch besser hätte ablaufen können und ob die zukünftigen Zustände nur unseren Versäumnissen zuzuschreiben sind, oder auch Entwicklungen, auf die wir keinen oder praktisch keinen Einfluss haben.

        Wie auch immer.

        Weil Sie obige Unterscheidung nicht treffen (wollen?), können Sie über mich urteilen:

        >Sie befinden sich in breitester Gesellschaft in Deutschland und dann ist das auch in Ordnung.>

        Da ich auch die Versäumnisse erkenne und immer wieder auf m. A. n. damit verbundene gravierende Konsequenzen verweise, die ich als nicht heilbar ansehe, zähle ich mich nicht zur „breitesten Gesellschaft in Deutschland“. Ich erkenne jedenfalls nicht, dass diese gravierende Versäumnisse erkennt. Allerdings haben jetzt mehr als zuvor das ungute Gefühl, dass in der Vergangenheit Dinge versäumt worden sind.

        Vielleicht können wir uns auf folgende Beurteilung der letzten 10 Jahre einigen:

        Es waren insgesamt 10 gute Jahre, aber beileibe keine gelungenen, weil wir im Partytaumel nicht zu der Erkenntnis fähig waren, dass die Party hätte anders ablaufen müssen, um uns nach ihr einen furchtbaren Kater zu ersparen.

        Vielleicht hätte Dr. Stelter schreiben sollen:

        „Wir hatten ein Saufgelage – doch damit ist es nun vorbei“.

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      troodon sagte:

      @ SFR
      Statt das Ende „der Targetsaldo“ zu monieren, wäre es m.E. sinnvoller die Exportfixierung zu kritisieren. Bei dauerhaften Überschüssen werden nun einmal automatisch Forderungen/Salden aufgebaut. Früher lagen diese bei den privaten Banken oder in den Devisenbeständen der Bundesbank, die dann auch abgewertet werden mussten. Nicht das Thermometer Targetsalden ist schuld, sondern die Krankheit dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse. Zusätzlich ist ein großer Teil des Targetsaldos dem APP geschuldet.

      Würden die Bundesbürger 1 Bio ihrer Kontoeinlagen in in Luxemburg beheimatete Fonds umwandeln, müsste der Targetsaldo sich entsprechend verringern (Wenn dem nicht so ist, bitte korrigieren Sie mich).
      Wäre dann alles in Ordnung für D ?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @troodon:

        Mit Ihrer Kritik haben Sie recht. Die Exportfixierung ist das hinter den Targetsalden liegende Problem, das natürlich der eigentliche Verursacher ist. Das hätte ich noch erwähnen müssen. Das führt ja auch dazu, dass die Exportwirtschaft mit gut bezahlten zu vielen Arbeitsplätzen den Anbietern von Binnenleistungen wie Handwerk oder eben die von mir genannten Hebammen und Krankenschwestern die Leute wegnimmt, weil die Arbeitnehmer, die Gewerkschaften und die Fachpolitiker noch zu dämlich sind, entsprechend höhere Vergütungen im Binnenbereich durchzusetzen, was früher nicht nötig war, weil eine steigende D-Mark automatisch die Exportprodukte verteuert hat und die Zahl der Exportarbeitsplätze begrenzt hat (und die Kaufkraft der Binnenberufe erhöht hat).

        Was Ihr Luxemburg-Beispiel betrifft, haben Sie m.E. nur theoretisch recht. Natürlich könnten wir das machen, allerdings ist eine Billion in Luxemburg anlegen ähnlich schwierig wie einen Elefanten in den Kühlschrank zu stecken. Luxemburg ist nicht Fondsstandort wegen seiner eigenen Wirtschaft, sondern leitet das allermeiste sofort weiter in andere Staaten. Es ist eine Oase der Besteuerung und der Regulierung, schafft aber den größten Teil des Wohlstands nicht selbst. Das hat es mit anderen kleinen Oasen wie Liechtenstein, Monaco oder Delaware gemeinsam. Luxemburg müsste von der 1 Billion sofort mindestens 950 Mrd. € wieder woanders (z.B. in Frankreich) anlegen. Es sei denn, sie kaufen dort wirklich jedes Grundstück, jedes KFZ, jede Aktie und jeden Sachgegenstand auf, der wirklich in diesem kleinen Land selbst liegt.

        Das dürfte bei Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Henri eher nicht so gut ankommen. Und bei den Luxemburger auch nicht, denn ihr Wahlspruch lautet:

        „Mir welle bleiwe watt mir sinn.“

        Ich mochte den Spruch schon immer…

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ SFR
        Völlig einverstanden,was Sie zu Luxemburg schreiben.
        “ Luxemburg müsste von der 1 Billion sofort mindestens 950 Mrd. € wieder woanders (z.B. in Frankreich) anlegen.“
        Solange der Verkäufer der von den Luxemburger Fonds gekauften WP sein Konto nicht in D führt, würde m.E. der D-Targetsaldo sinken, egal welche WP gekauft werden.
        Die dortigen Fonds könnten sogar deutsche WP’s kaufen und der D-Targetsaldo würde trotzdem sinken, falls die Verkäufer von diesen WP nicht in D ihr Konto führen.
        Selbstverständlich habe ich nicht daran gedacht, dass die 1 Bio € in Lux verbleibt.
        Die weltweite Aktienmarktkapitalisierung liegt lt Bloomberg aktuell bei knapp 80 Bio US$, die der Anleihen bei rd. 55 Bio. 1 Bio € Anlegerkapital aus D würde würde die Märkte nicht sprengen.

        Es geht mir darum, dass aus MEINER Sicht, die Target Debatte in großen Teilen sich nicht auch verstärkt um die Ursachen kümmert, die D selbst zu verantworten hat. Dies wäre aber m.E. dringend notwendig. Und da hat die Exportfixierung von D einen wichtigen Anteil.

        Wenn also Prof. Sinn u.a. die Targesalden kritisieren, dann wäre es aus meiner Sicht notwendig, sie würden auch auf die Exportüberschüsse hinweisen und dass es falsch ist, sich an einem Titel „Exportweltmeister“ zu erfreuen, wenn dieser mit exorbitanten Exportüberschüssen einhergeht.
        Wir schaden uns damit langfristig selbst.
        Dr. Stelter z.B. formuliert bei dem Thema m.E. hier ausgewogener als Prof. Sinn.

        Und selbstverständlich möchte ich nicht die D-Exportindustrie an die Wand fahren lassen, aber ein Umsteuern ist dringend notwendig.

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    Bakwahn sagte:

    Sowie sich die Konjunktur zunehmend abkühlt und die Arbeitslosenzahlen signifikant steigen, wird die deutsche Politik mit Konjunkturprogrammen und massiven Geldausgaben reagieren. Auch dann gibt es keine Regeln, keine Gesetze mehr (z.B. die 3% Regel). Die EZB wird weitere Unterstützungsmaßnahmen treffen, die es den Euro-Staaten ermöglichen, milliardenschwere Konjunkturprogramme aufzulegen. Die Wirtschaft wird mit Geld zugeschissen.
    Ob es helfen wird, weiß ich nicht.

    „Und richtig, es wird „Konjunktur fördern“ sein – das Bestehende stabilisieren –, aber nicht Investitionen stärken.“ Tischer
    Es wird – wie Tischer wahrscheinlich etwas schnell und undurchdacht – formuliert, das „Alte“ retten ohne das Neue wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Bildung etc. wirklich nach vorne zu bringen.
    (Alles ist hier von einem ökonomischen Laien formuliert.)

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    assets4all sagte:

    „Vermutlich ist dieses Desinteresse von Politik und Öffentlichkeit für die nachhaltige Sicherung unseres Wohlstandes der eindeutigste Indikator dafür, dass der Aufschwung zu Ende geht.“

    Eine wirklich brilliante Beobachtung. Die übersteigerte irrationale Selbstsicherheit heute verweist auf die grossen Spekulationsblasen. Diese gipfelt doch glatt in den herrschenden philosophischen Ansichten du jour, dass Realität nichts weiter als ein „soziales Konstrukt“ sei, welches nach Belieben austauschbar ist.

    Die Party ist zuende „…. and the band played on.“

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    Dietmar Tischer sagte:

    Auch für Laien einigermaßen verständliche, brillante Beschreibung der Realität mit wesentlichen Bezügen zu den Gegebenheiten und Entwicklungen außerhalb des Landes.

    Nur angedeutet, die einzige Leerstelle:

    >Dennoch dürfte es eine Weile dauern, bis sich die deutsche Politik dazu durchringt, die Konjunktur zu fördern. Statt dringend erforderlicher Entlastungen für die Bürger denken unsere Politiker bekanntlich über neue Lasten nach.>

    Das wird nicht eine Weile dauern, dass wird SOFORT geschehen, sobald die Arbeitslosenzahlen drehen.

    Und richtig, es wird „Konjunktur fördern“ sein – das Bestehende stabilisieren –, aber nicht Investitionen stärken.

    Das wird die Entwicklung hin zum Ende der Partie verfestigen und beschleunigen.

    Angesichts der bereits bestehenden und fortschreitenden Spaltung im Lande müsste die Überschrift daher lauten:

    Die eine Party ist zu Ende, die andere, deutlich hässlichere wird bald beginnen.

    Wer gestern Illner gesehen hat, konnte erkennen, wohin die Reise geht.

    Dabei war die Rede lediglich vom Ausschnittsproblem Automobil.

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      Bakwahn sagte:

      @Tischer
      „Wer gestern Illner gesehen hat, konnte erkennen, wohin die Reise geht.“
      Wohin geht denn die Reise?
      Sie sind doch immer sehr schreib- und kommentierfreudig.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bakwahn

        Sie geht in Richtung destruktiver Auseinandersetzungen, weiterer Spaltung bis hin zu Destabilisierung.

        Gestern bei Illner:

        Velo (Aktivistin, die am Wochenende „mit dem Körper“ gegen das betrügerische Kartell Automobilhersteller/Politik vorgehen will): E-Mobilität ist Unsinn, überhaupt keine Automobile.

        Dudenhöfer (Wissenschaftler): Man kann 47 Millionen Automobilbesitzern nicht vor den Kopf stoßen; E-Mobilität ja, auch weil sie gelingt (Kobalt etc. wird zu 90% recycelt)

        Kretschmer (CDU in Verhandlungen mit den Grünen für eine sächsische Regierung): die Menschen nicht durch Verbote bevormunden, sondern Anreize setzen und dalli, dalli, rechtlichen Rahmen verändern, um Einsprüche von Naturschützern etc. zu verhindern.

        Hofreiter (Grüne): nein, das Problem ist Geld, Geld, Geld und nicht kleinteilig denken in 3%-Kategorien

        Diess (VW): Wir schaffen das mit der E-Mobilität. Ob die Leute seine E-Autos auch kaufen, sagte er nicht. Denn das ist aus seiner Sicht ein Problem der Politik. Wenn sie seine kleinen VW-E-Autos hoch subventionierte, kämen schnell mehr E-Autos auf die Straße als bei gleicher Subventionierung aller Automobile (unausgesprochener Streit in der Automobilindustrie).

        Erkläre mir einer, wie das zusammenpasst.

        Und:

        Wenn Konjunkturprogramme aufgelegt werden (MÜSSEN), weil sonst das bei Arbeitsplatzverlusten EINIGE Volk auf die Barrikaden ginge, passiert von all dem nichts.

        Und danach, bei Beruhigung auf einem niedrigeren Wohlstandsniveau mit noch GRÖSSEREN Problemen – die Party ist ja zu Ende – geht es umso heftiger und unerbittlicher weiter.

        Ein Konjunkturprogramm kompensiert Bestehendes mit Bestehendem, stellt aber nicht die Weichen anders.

        Digitalisierung etc. läuft weiter, ändert aber nichts an grundlegenden Strukturproblemen, die das Ende der Party unausweichlich und die Party danach, die dann keine mehr ist, hässlich werden lässt.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Gehört es zum gesetzlich geregelten Auftrag der Informationsgrundversorgung eines öffentlich rechtlichen Rundfunks – Propagandisten unter falschem Namen eine Bühne für ihre luddhistischen Ideen zu bieten?
        Tina Velo tritt als Janna Aljets auf: https://janna.aljets.de/de/yoga/

        Der Versuch von „Konservativen“ die Spaltung durch Konsens zu vermeiden ist zum Scheitern verurteilt, wenn ihre Gegner keinen Wert auf persönliche Integrität und Tatsachenwahrheit legen.

        Die Taktik als junge Frau, angereichert mit substanzloser Emotion, gegen eine Runde unattraktiver Männer für den Planeten zu kämpfen zielt auf schöne Bilder, die mehr bewirken als Sachdebatten.

        Die daraus abgeleiteten Entscheidungen unserer Insttutionen sind nicht so infantil wie das auslösende Moment vgl. Grenzöffnung, Klimadebatte, Atomausstieg, Energiewende, Bildungsreformen.

        Was hier geboten wird ist beschähmend.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Gehört es zum gesetzlich geregelten Auftrag der Informationsgrundversorgung eines öffentlich rechtlichen Rundfunks – Propagandisten unter falschem Namen eine Bühne für ihre luddhistischen Ideen zu bieten?>

        Grundsätzlich JA.

        Meine Bedingungen dafür:

        a) Es müsste eine Propagandistin sein, die für einen bedeutenden Teil der Gesellschaft steht.

        b) Die Folgen der vertretenen Position müssten klar und deutlich dargelegt werden.

        c) Es darf keine Bühne für hemmungslose Selbstdarstellung geboten werden, sondern es müssen rationale Gegenpositionen angemessen zu Wort kommen.

        ALLE müssen Widerspruch aushalten und der Preis, den sie dafür zu zahlen haben, ist sich Widerspruch stellen zu müssen, der, wenn er rational begründet ist, rücksichtslos sein darf.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Bolschewiki spiegeln absichtlich falsche Mehrheitsverhältnisse vor um ihre Ziele zu erreichen. Wer vor Lüge nicht zurück schreckt, legitimiert durch andere Lügen den Einsatz von Gewalt, der guten Sache willen.

        An anderer Stelle hat die Spiegel Kolumnistin Sibylle Berg einmal erklärt, die Zeit der Diskussion sei vorüber und genau diese Beobachtung teile ich, wenn schon bei der Identität der ausgewiesenen Fachleute gelogen wird.

        Ich bedaure, dass Erziehung und Anstand genau jene Hemmung erzeugt – respektlos und brutal solchen Flintenweibern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dass sie es überhaupt wagen zeigt, wie angeschlagen die rationale Suche um den richtigen Weg bereits ist.

  10. Avatar
    Thomas M. sagte:

    Kleine Kritik bzgl. der Aussage: Schwenk zu e-autos und autonomen fahren. Es gibt da keinen großen Schwenk. Das wird in Deutschland und sicherlich in vielen anderen Ländern auf lange Zeit Nische bleiben. Jetzt kommen hier erst mal mehr Hybridautos, relativ mehr kleine Autos, mehr dicke SUVs und dazwischen ein paar e-Autos.

    E ist und wird in den kommenden Jahren weiterhin nur ein Revolutiönschen sein… Siehe absatzzahlen und ordentlich berechnetes Produktpotenzial inkl. Nutzungsbarrieren.

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  11. Avatar
    troodon sagte:

    „Es waren gute zehn Jahre, die wir erlebt haben. Doch waren sie nicht die Folge besonders guter (Wirtschafts-) Politik hierzulande, sondern getragen von zunehmenden Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft. “
    Deshalb benötigt D eine andere Politik, hin zu mehr Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Forschung, um seine Exportabhängigkeit zu mindern. Und eine auf Hochqualifizierte ausgerichtete Einwanderungspolitik. Alles wird immer wieder u.a. von Dr. Stelter gefordert.

    Und wo sind bei den deutschen Parteien die dazu passenden, überzeugenden Konzepte ?
    Ich kann sie nicht erkennen. Es ist ein Trauerspiel.

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  12. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Die Wohlstandsverwahrlosung in Deutschland nimmt immer groteskere Züge an:

    „Die Autoindustrie wird dann ein glaubwürdiger Akteur der Verkehrswende und man kann mit denen dann von einer Zusammenarbeit sprechen, wenn sie sich wirklich klar gegen das Auto positionieren.“

    -„Tina Velo“ (möglicherweise verwandt mit „Carola Rackete“?), Aktionsbündnis „Sand im Getriebe“
    https://www.youtube.com/watch?v=RA_S0BsJO-A

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