„Die Welt vor dem deflationären Schock“

Eine gekürzte Fassung dieses Kommentars von mir erschien bei BÖRSE ONLINE/EURO AM SONNTAG. Für bto bevorzuge ich die Langversion, interessante Lektüre für das Wochenende:

Im März vor zehn Jahren erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt. Der breite amerikanische Aktienindex, S&P 500, der schon in den Monaten davor dramatisch an Wert verloren hatte, fiel am Freitag, dem 6. März 2009 auf den Stand von 666 Punkten. Ein Verlust von über 50 Prozent in weniger als 18 Monaten. Ökonomen und Börsianer sahen die Welt auf dem Weg in eine neue Weltwirtschaftskrise. Nicht unbegründet, brachen doch alle wichtigen Indikatoren der Wirtschaftstätigkeit stärker ein als 1930.

Bekanntlich kam es anders. Banken wurden gerettet, Konjunkturprogramme aufgelegt und die Notenbanken der Welt öffneten die Geldschleusen. Die Zinsen wurden drastisch gesenkt und in großem Umfang Wertpapiere aufgekauft. Die Bilanzsumme der Notenbanken der USA, der Eurozone und Japans wuchs in Folge von rund drei Billionen US-Dollar auf einen Wert von über 14 Billionen US-Dollar an. Für unfassbare 11.000 Milliarden US-Dollar wurden also vorhandene Wertpapiere – überwiegend Staats- und Unternehmensschulden – aufgekauft, um eine Wiederholung einer großen Depression zu verhindern.

Vordergründig mit Erfolg: Die Weltwirtschaft erholte sich, die Eurozone überlebte und die Börsen erreichten einen Rekord nach dem anderen. Der S&P 500, im März 2009 noch kurz vor der Kernschmelze, erreichte 2018 ein neues Allzeithoch von 2930 Punkten. Wer den Mut hatte, im März vor zehn Jahren zuzugreifen, kann sich über Gewinne von 340 Prozent freuen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Erholung sowohl in Europa wie in den USA die schwächste Erholung seit dem Zweiten Weltkrieg war. Denn unter der glänzenden Oberfläche der Börsen sieht es deutlich schlechter aus.

Die Finanzkrise war kein Unfall

Politiker, Ökonomen und Börsianer verdrängen gerne die eigentliche Ursache der Krise. Da wird über die „Finanzkrise“ gesprochen, ausgelöst von zweifelhaften Krediten im US-Immobilienmarkt, die über allerlei Umwege in den Portfolios der Investoren in aller Welt – vor allem in Deutschland – landeten. Da wird von der „Eurokrise“ gesprochen, deren Ursache man gerne in der überbordenden Staatsverschuldung einzelner Sünderländer verortet, die nun mal über ihre Verhältnisse gelebt haben.

Die Wahrheit ist eine andere: Beides sind Überschuldungskrisen gewesen und sind das immer noch. Seit Mitte der 1980er-Jahre hatten wir es weltweit, vor allem in den USA, Europa und Japan mit einer explodierenden Verschuldung von Staaten, privaten Haushalten und Unternehmen zu tun. In den zwanzig Jahren bis zum Krisenausbruch 2007 haben sich die Schulden relativ zum Bruttoinlandsprodukt mehr als verdoppelt. Real hatten Unternehmen mehr als dreimal so viele Schulden wie zuvor, Staaten mehr als viermal und private Haushalte mehr als sechsmal so viel. Die weltweite Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten erreichte 2007 den Rekordwert von über 250 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

2008 war es dann soweit. Die Welt schien am Ende der Verschuldungskapazität angelangt. Die Verschuldungskapazität hängt vom beleihungsfähigen Eigenkapital oder Einkommen und von den Zinsen ab. Je höher das Eigenkapital und das Einkommen und je tiefer die Zinsen, desto mehr Schulden lassen sich schultern. 2008 stiegen die Kosten für Kredite drastisch, nicht zuletzt, weil das Vertrauen der Kreditgeber in die Zahlungsfähigkeit der Schuldner deutlich zurückging. Zugleich verfiel der Wert des Eigenkapitals und die Einkommensaussichten verschlechterten sich wegen der sich abzeichnenden Rezession. Was bei moderater Verschuldung im Einzelfall ärgerlich ist, erweist sich bei zu hoher Verschuldung als Brandbeschleuniger für eine große Depression.

Albtraum Schulden-Deflation

Keiner hat das besser beschrieben als der wohl beste amerikanische Ökonom des 20. Jahrhunderts, Irving Fisher. In seiner „Schulden-Deflations-Theorie großer Depressionen“ erklärt er den Ablauf der Krise exemplarisch:

  • Die Liquidation von Schulden führt zu Notverkäufen, man muss seine Schulden tilgen und verkauft dafür Vermögensgegenstände.
  • Dies führt zu einem Rückgang der Geldmenge, weil Bankdarlehen getilgt werden. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verlangsamt sich. Es wird weniger gekauft und verkauft.
  • Der von den Notverkäufen verursachte Rückgang bei Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit drückt das Preisniveau bzw. führt zu einer Aufwertung des Geldes. Wenn niemand mehr etwas kaufen will, sinken die Preise. Das nennt man Deflation.
  • Das Angebot passt sich der Nachfrage an.
  • Geht man davon aus, dass der Rückgang des Preisniveaus nicht von Reflation (also einer künstlich herbeigeführten Inflation) oder anderen Entwicklungen aufgefangen wird, sinkt zwangsläufig das Reinvermögen der Unternehmen noch stärker und die Insolvenzen häufen sich.
  • Die Gewinne sinken, was in einer „kapitalistischen“, also auf private Gewinne angelegten Gesellschaft, Sorge vor potenziellen Verlusten auslöst, worauf mit einer Drosselung der Produktion, Reduktion des Warenangebots und Entlassungen reagiert wird.
  • Verluste, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit führen zu Pessimismus und Vertrauensverlust, die ihrerseits in Hamsterkäufen und dem Horten von Waren münden und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes noch stärker bremsen.
  • Die genannten Veränderungen stürzen den Kapitalmarkt in schwerwiegende Turbulenzen. Insbesondere fallen die nominalen oder Geldkurse, während die realen oder effektiven Zinssätze steigen. Es entsteht ein Teufelskreis.

Fisher nannte die Kombination von Überschuldung und Deflation eine Katastrophe. „Die beiden Krankheiten reagieren aufeinander“, sagte er. Überschuldung führe zu Deflation, und „umgekehrt reagiert eine von Schulden ausgelöste Deflation auf die Verschuldung. Jeder Dollar, der als Kredit aufgenommen und noch nicht zurückgezahlt wurde, wiegt schwerer, und wenn die Ausgangsverschuldung groß genug ist, kann die Rückzahlung oder Liquidation der Schulden nicht mit dem Preisverfall Schritt halten, den sie auslöst. In der Folge verpufft die Wirkung der Schuldenrückzahlung. Sie verringert die Summe der geschuldeten Dollars, aber der dadurch ausgelöste Wertverfall ist schneller“. So war es in der Großen Depression. So war es im Jahre 2009, als die Weltwirtschaft noch schneller abstürzte als achtzig Jahre zuvor.

Fisher sah zwei Wege, die aus der Krise herausführen. Der eine ist die natürliche, langwierige Talfahrt durch Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und Verelendung. Der andere Weg – künstlich und schnell – besteht in einer bewussten Inflationierung: die Preise also auf das Durchschnittsniveau „reflationieren“, zu dem die bestehenden Kreditverträge abgeschlossen wurden. Der Wert des beliehenen Eigentums würde wieder steigen, die Überschuldung wäre erledigt und neue Verschuldungskapazität geschaffen.

Genau dies versuchen Regierungen und Zentralbanken seit zehn Jahren. Mit Konjunkturprogrammen und Null- und Negativzins haben sie die Verschuldungskapazität wiederhergestellt. Vermutlich hätte es dennoch nicht gereicht, wäre China nicht mit einem gigantischen schuldenfinanzierten Konjunkturprogramm eingesprungen. Damit wurde nicht nur die Schuldentragfähigkeit im Westen erhöht, sondern zugleich noch neue Verschuldungskapazität in der Welt mobilisiert.

Problem vergrößert statt gelöst

Die Wiederholung der Großen Depression wurde abgewendet. Bis jetzt. Kein Wunder, dass sich die Verantwortlichen selbst loben. Janet Yellen, bis 2017 Chefin der US-Notenbank, meint nicht nur, dass die Krise „überwunden sei“, sie geht sogar so weit zu behaupten, dass es keine neue Krise mehr zu „unseren Lebzeiten“ geben kann. Mark Carney, Chef der britischen Notenbank betont, dass wir heute ein „sicheres, einfacheres und faireres Weltfinanzsystem“ hätten.

Die Wahrheit ist leider eine andere. Und die Notenbanken tragen daran eine erhebliche Mitschuld. Immer, wenn es an den Finanzmärkten oder in der Wirtschaft zu Turbulenzen kam, haben die Notenbanken der westlichen Welt schnell gehandelt. Zinsen wurden gesenkt und mehr Liquidität in die Märkte gepumpt. Börsencrash von 1987, Russlandkrise, Asienkrise, Dotcom-Blase, Finanzkrise – immer das gleiche Muster. Anschließend wurden die Zinsen allerdings nie wieder auf das vorherige Niveau erhöht. So sanken die Zinsen über die Jahrzehnte immer tiefer. In Europa wurde dies durch die Einführung des Euro noch verstärkt, weil die EZB die Zinsen – aus Rücksicht auf das damals kränkelnde Deutschland – jahrelang zu tief hielt und so erst den Schulden- und Immobilienboom in den heutigen Krisenländern ermöglichte.

Damit wurde es immer attraktiver, auf Kredit zu spekulieren. Je höher verschuldet das System ist, desto größer ist jedoch die Krisenanfälligkeit. Und desto bedrohlicher auch jede Krise. Deshalb mussten die Notenbanken immer heftiger intervenieren, was wiederum einen Anreiz gab, noch mehr Schulden zu machen, weil es nochmals deutlich billiger wurde. Das Medikament, das die Notenbanken geben, verstärkt die Krankheit.

So auch in den letzten zehn Jahren. Statt ein Sinken der Schuldenlast zu bewirken, haben die Notenbanken den Schuldenberg weiter aufgebläht. Die Welt ist mit über 325 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet, 75 Prozentpunkte mehr als 2007. Diese Schuldenlast ist nur zu immer tieferen Zinsen tragbar.

Notenbanker füttern das Schuldenmonster

Doch nicht nur die Schulden wachsen weiter. Auch in anderer Hinsicht hat die Politik der Notenbanken erhebliche negative Nebenwirkungen:

  • Eng mit dem Schuldenboom verbunden ist die Entwicklung der Vermögen. Jeder vierte der 400 reichsten Amerikaner ist durch „Investments“ so reich geworden. Die meisten davon mit billigem Kredit. Banken, Hedgefonds und Private Equity erzielen ihre zum Teil fantastischen Renditen nur durch den massiven Einsatz von „Leverage“, also Kredit. Nur dank des Treibstoffs billigen Geldes ist es überhaupt möglich, dass die Vermögen – wie die Schulden – seit Jahren schneller wachsen als die Realwirtschaft. Die Reichen werden immer reicher, weil das immer billigere Geld die Preise von Immobilien, Finanzanlagen, Kunst- und Sammlerobjekten immer höher treibt.
  • Je höher die Bewertungen an den Vermögenswerten, desto größer die Gefahr von Einbrüchen, wenn die Blasen hin und wieder platzen. Dies hat aber verheerende Folgen für die Realwirtschaft, weil die Nachfrage sinkt und vor allem, weil das Finanzsystem sofort wieder ins Wanken gerät. Fallen die Vermögenspreise, verlieren die Kreditgeber Geld und die Banken stehen wieder vor einer neuen Finanzkrise. Dies zwingt die Notenbanken bei ihrer Geldpolitik, immer mehr auf die Finanzmärkte zu blicken. Letztlich sind sie gezwungen die Vermögensmärkte mit immer billigerem Geld zu stabilisieren. Die Zinsen müssen also morgen noch tiefer sein, weil sie heute schon tief sind.
  • Die stetig steigende Verschuldung führt zu einer zunehmenden „Zombifizierung“ der Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen sind unter normalen Umständen nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zu bedienen. Weil das Bankensystem wiederum die Verluste aus Abschreibungen auf diese Kredite nicht verkraften könnte, kommt es zu einer stillschweigenden Übereinkunft: Solange das Unternehmen den Zinsverpflichtungen nachkommt, tun beide Seiten so, als wäre der Kredit noch werthaltig, das Unternehmen also nicht insolvent. So bleibt das Unternehmen zwar am Markt, hat aber keine Mittel für Investitionen und Innovation. In der Folge gibt es weniger Wirtschaftswachstum, was wiederum die Schuldentragfähigkeit weiter mindert und noch tiefere Zinsen erforderlich macht.

Den Notenbanken ergeht es wie Goethes Zauberlehrling. In ihrem Bemühen, Turbulenzen an den Finanzmärkten und Rezessionen zu bekämpfen, haben sie alles getan, um das Kreditwachstum und damit die Nachfrage zu befeuern. Sie haben das Monster erst geschaffen, das sie nun seit Jahren mit noch mehr Geld vorgeben zu bekämpfen, in Wahrheit jedoch immer mehr füttern. Sie bekommen das Schuldenmonster nicht mehr in den Griff.

Die nächste Krise nur eine Frage der Zeit

Auguren wie der Internationale Währungsfonds sehen zurzeit im Markt für Unternehmensschulden das größte Risiko. Gerade in den USA zeigen sich hier die verheerenden Folgen der Politik des billigen Geldes. Die Unternehmen haben damit Aktienrückkäufen und Übernahmen auf Kredit finanziert, um die Aktienkurse nach oben zu treiben. Statt das Geld produktiv zu verwenden für Investitionen und Innovationen, wurde damit spekuliert.

Wenig verwunderlich verschlechterte sich die Qualität der Schuldner damit deutlich. Nur die Hälfte aller Anleihen erhalten von den Ratingagenturen noch die Note „BBB“, was einer Stufe vor „Müllanleihen“ mit hohem Ausfallrisiko entspricht. Seit 2009 ist das Volumen an „BBB“ Bonds in den USA um fast 230 Prozent auf nunmehr 2500 Milliarden US-Dollar angewachsen. Gut 1000 der 2500 Milliarden Dollar schulden Unternehmen, die so hoch verschuldet sind, dass sie eigentlich auf „Müllanleihen“-Niveau herabgestuft werden müssten. Wie schon in der Finanzkrise vor zehn Jahren dürften die Ratingagenturen erst dann mit Herabstufungen beginnen, wenn es zu spät ist.

Kommt es zu Herabstufungen, drohen massive Kursverluste im Anleihebereich. Zwangsverkäufe von Investoren, die aus regulatorischen Gründen keine „Müllanleihen“ halten dürfen – z. B. große Pensionsfonds –, treffen auf keine oder unzureichende Nachfrage. Die Folge sind hohe Kursverluste und spiegelbildlich drastisch steigende Zinsen für die Unternehmen. Die Folge werden heftige Kursverluste an den Börsen, Insolvenzen und ein Einbruch der Konjunktur sein. Der erneute Auftakt zu einer Deflationsspirale, wie sie Irving Fisher beschrieben hat, diesmal nur mit noch höheren Schulden, noch aufgeblaseneren Vermögenswerten und Notenbanken, die bereits für Billionen Wertpapiere gekauft und das Zinsniveau auf ein historisches Tief gesenkt haben.

Die Behauptung, die Krise sei dank des tatkräftigen Eingreifens der Notenbanken und Regierungen bewältigt, wird trotz gebetsmühlenhafter Wiederholung nicht zutreffender. Richtig ist, dass die Notenbanken in der akuten Phase der Krise mit ihren Maßnahmen eine deflationäre Depression verhindert haben. Ebenso richtig ist jedoch, dass wir ohne die Politik der Notenbanken gar nicht in diese Lage gekommen wären.

Die Notenbanken haben alles getan, um die Grundlage für den nächsten Crash zu legen. Wann er eintritt, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen. Was man aber sagen kann, ist, dass es immer weniger gibt, was die Notenbanken dem noch entgegenstellen können. Sie haben sich in eine Sackgasse manövriert und uns alle mit. Keine schönen Aussichten.

Und hier der Link zur Kurzversion:

Kommentare (30) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Starchild

      >Hatten Sie einen hervorragende Lehrer, der Ihnen beigebracht hat, ihre Einkommenssteuer und Bilanzen zu verwalten?

      Nein?

      Geht mir genauso. Nichts davon wurde mir während meiner Zeit im Bildungssystem beigebracht.

      Diese Informationen, obgleich einfach zu lernen und zu verstehen, werden strikt aus der öffentlichen Bildung verbannt, aus einem einzigen Grund: Es ist die Sprache der geschützten Klasse. Die Reichen haben Zugang zu diesen Informationen, die Massen nicht.>

      SCHWACHSINN.

      Schon deshalb Schwachsinn, weil Einkommensteuer und Bilanzen nicht verwaltet werden.

      Die Massen brauchen sich um ihre Einkommensteuer nicht zu kümmern und Bilanzen brauchen sie nicht einmal zu kennen.

      DESHALB lernen sie es nicht.

      Wenn jemand auf dem Weg zum Reichtum oder bereits reich ist, beauftragt er jemanden, der sich um die Einkommensteuer und ordentliche Bilanzen kümmert oder er lernt es, sich selbst darum zu kümmern.

      Die Reichen als „geschützte Klasse“ – der Schwachsinn stirbt einfach nicht aus.

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        Starchild sagte:

        Quote of the Day
        „It is well enough that people of the nation do not understand our banking and money system; for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.“
        – Henry Ford

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Starchild

        Schon wieder Schwachsinn, auch wenn er von Henry Ford ist.

        Sind Revolutionen jemals durch das VERSTÄNDNIS der Menschen ausgelöst worden?

        Noch NIE.

        Menschen BEWERTEN ihre Situation und GLAUBEN sie mit fundamentalen Änderungen – revolutionär eben – verbessern zu können.

        Meist braucht es dafür Anführer, wie Robespierre und Danton oder Lenin.

        Die Menschen in Frankreich und in Russland haben nichts verstanden und mussten nichts verstehen, um revolutionär zu agieren.

        Sie waren zum Verrecken arm und haben deshalb rebelliert.

        Marx allerdings brauchte eine durch Verständnis BEGRÜNDETE Überzeugung, dass die Revolution – Überführung der Produktionsmittel in öffentliches Eigentum – nicht nur erforderlich ist, sondern auch erfolgen würde. Er war aber nicht „people of the nation“, sondern ein INTELLEKTUELLER.

        In USA:

        Die Menschen haben seit der Gründung das Geldsystem nicht verstehen müssen, um zu GLAUBEN, dass man es zu Wohlstand bringen kann. Sie haben ERFAHREN, dass es so ist und konnten es daher glauben, ohne das Geldsystem zu verstehen. Wenn dieser Glaube für viele mittlerweile eine Illusion geworden ist, dann wollen Sie, dass er wieder ein realistisches Fundament erhält. Deshalb haben Sie Trump und seine Versprechungen gewählt.

        Dalio und andere sind besorgt, dass dies nicht funktioniert und sind plädieren daher für eine ordentliche Dosis Umverteilung.

        ODER hat Dalio irgendwo GESAGT oder dafür GEWORBEN, dass das Schuldgeld- und Bankensystem den Leuten nicht erklärt werden dürfe, weil es sonst eine Revolution gibt?

        Hat er nicht, im Gegenteil:

        Er ist derjenige, der mit einer sehr verständlichen Darlegung aufzeigt, wie es funktioniert.

        Hier:

        https://www.youtube.com/watch?v=dJMiVGlnLSc

  1. Avatar
    Eva Maria Palmer sagte:

    Ratlosigkeit und auch Angst vor der ungewissen Zukunft.
    Eine immer stärker wirkende Unsicherheit bei meinen Klienten.

    Soll ich denen empfehlen, den tollen Blog von Dr.Stelter zu lesen,
    in dem Finanz-Analysten immer wieder beruhigende neue Ideen
    unserer Polit- und Gelddilettanten unters nicht gut informierte Volk streuen?

    Das Investment-Casino mit unsicheren Papierwerten hat doch schlechtere Chancen als Roulette mit Rot und Schwarz.

    Und trotzdem wird der Kram gekauft mit KGV-Gewinnerzielungs-Versprechen für die nächsten 25-50 Jahre.
    Das glaubt doch kein Mensch wirklich, oder?

    Halten wir also inflationäres Cash.
    Alle Papierwährungen gehen langfristig nahezu auf Null.

    Gold und Silber, mein Lieblings-Investment, hatte wenigstens tausende Jahre Bestand als Geldersatz bis heute. Wird als langweilig empfunden und wird von kriminellen Hasardeuren ständig manipuliert, weil die Kerle wissen, daß immer ein Wert erhalten wird und man das wertvolle Zeug im Tausch gegen fast kostenlose Baumwoll-Fetzen eintauschen kann.

    Ratlosigkeit überall. Auch hier.

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      Quintus sagte:

      @ Eva Maria Palmer
      „Soll ich meinen Kunden empfehlen diesen tollen Blog zu lesen?“

      Um dann festzustellen, daß uns MMT höchstens ein wenig Zeit verschafft? Alternativen zu MagicMoney sind allerdings rar, denn dies ist einfach ein völlig normaler debitistischer Durchlauf, mit dem Unterschied, dass in unserem Fall nicht nur der Subzyklus (Nachkriegskapitalismus), sondern auch der große kapitalistische Zyklus (spätestens seit ca.1780, also der industriellen Revolution) seinem Ende zugeht.
      Die Demokratie als letztes Stadium des kapitalistischen Zyklus führt geradewegs in die Vernichtung von Kapitalismus, Demokratie und Freiheit. So wie der Zyklus von Leibeigenschaft und Staatszwang sich Richtung Freiheit aufschwingt, ist die höchste Form der Freiheit (Demokratie) gleichzeitig der Wendepunkt hin zum Totalitarismus.

      Die Demokratie entsteht zuerst durch eine Revolution und wird später durch den Wohlstand erhalten. Sie hört auf zu existieren, sobald sie NICHT MEHR leistbar ist. Der Staat holt sich in Krisenzeiten und mithilfe des Volkes sein Machtmonopol in fast vollem Umfang zurück –unbemerkt, kaum wahrnehmbar und, auf Seiten des Volkes, meist unbewusst.
      Lieben wir nicht die 60er, 70er und 80er? Lieben wir nicht unsere Bequemlichkeit, unsere Freiheit, unseren medizinischen und technologischen Fortschritt? Aber all das ist ohne den dualistischen Pol nicht möglich: Raubbau, Umweltverschmutzung, periodische Crashs, am Ende die ultimative Zerstörung der Kultur und damit einhergehend großflächige Verelendung, Totalitarismus, Bürgerkrieg und kriegerische Auseinandersetzungen. Die Frage, ob der Kapitalismus nicht das »falsche« System sei, stellt sich nicht, denn ein RICHTIGES gibt es nicht.

      Die Geldakkumulation der Reichen würde durch periodische Crashs zu einem Großteil vernichtet werden (Guthaben und Schulden saldieren sich zu Null), die Eigentumsakkumulation dagegen kaum(darauf hat Hr.Stöcker bereits mehrfach hingewiesen!). Nicht verpfändetes Eigentum konzentriert sich im Kapitalismus systemimmanent, sodass am Ende eines kapitalistischen Zyklus ganz zwangsläufig quasi-sozialistische Kräfte das Ruder übernehmen, um Kraft ihres Machtmonopols Enteignungen durchzusetzen (während beim Untergang des Sozialismus das Eigentum neu verteilt und tiefer gestaffelt wird). Der Kapitalismus kommt also letztlich schon allein deshalb zu seinem Ende, weil das belastbare Eigentum rar wird bzw. sich unbelastetes Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Das erklärt auch, warum erst ein durch Krieg völlig zerbombter Staat mit funktionstüchtiger Eigentumsökonomie wieder wirtschaftlich prosperiert. Es erklärt ebenso die imperialistische Tendenz kapitalistischer Staaten gegen Ende des Zyklus zur Nachschuldnerfindung und Eigentumserschließung. Und es erklärt, warum ein neu erschlossenes Land wie die USA so lange prosperieren konnte: Weil es Eigentum in Hülle und Fülle gab und genug Raum zur Produktion von Ur-und Nachschuldnern. Es ist also dem Kapitalismus inhärent, dass die Eigentumsakkumulation am Ende einen immer stärkeren Staat erfordert. Allerdings ginge diese Eigentumsakkumulation weit weniger schnell vonstatten, würden die periodischen Bereinigungen zugelassen werden.

      Wir ließen nie die reinigenden Crashs zu, weil bittere Zeiten ja unseren Phantasien vom ewigen Wohlstand für alle, ins Wanken gebracht hätten. Die Spekulanten garantieren dann bloß, dass unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, indem ihre Gelder die Preise treiben und diese im Wert gestiegenen Assets als Sicherheiten für weitere Kredite dienen. Der Ruf nach Regulierungen im Bankensektor beruht auf demselben Irrtum. Da der Kapitalismus auf Schuldenwachstum beruht, kommt diese Forderung natürlich der Zündung des (ohnehin schon anstehenden) Crashs nahe. Deshalb halten solche strengen Vorschriften auch nie lange, denn die Kreditmaschinerie muss wieder laufen, egal wie minderwertig die Sicherheiten auch sind…

      Die ganz große Frage wird daher sein: egal wieviel Vermögen vernichtet wird, wie schaffen wir es aus dieser Nummer FRIEDLICH rauszukommen?

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        Ištar sagte:

        @ Quintus

        Danke für den schönen Beitrag.

        Ich würde das Bild von reich & arm etwas genauer differenzieren um der Antwort ihrer Schlussfrage näher zu kömmen.

        Das Stöckersche 1% zieht seinen Reichtum weniger aus Anlagevermögen/Anlagerisiko als aus Forderungsvermögen (z.B. Aktien, Aktienoptionen) und seiner Tätigkeit als Verwalter (Vorstände, Aufsichtsräte, CEO, Parlamentarier oder GEZ) des allgemeinen Vermögens. Die Spielarten sind unendlich und durch Parteien besetzt, so dass der Machterhalt durch Wahlgeschenke selbstverständlich ist.

        Forderungsvermögen ist es, was permanent gerettet wird. Das inkludiert auch Immobilienpreise meint diese aber nur indirekt als Sicherheit der letzten Instanz. (Erbschaftssteuer…)

        Alle dem Markt Unterworfenen erleben Vermögensausfälle durch Fehlinvestition, Rezession, Konkurrenz, Innovation, Globalisierung.

        Diese Mischung hat in der langen Friedenszeit dazu geführt, dass neben dem Reichen 1% jene ununterbrochen gleichmäßig Einnahmen Erzielende zu einem unverpfändeten Vermögensstock gelangt sind UND zugleich Gläubiger ungedeckter staatlicher Versprechen (Pension, Rente) sind.
        Wer aus dem Arbeitsleben ausgeschiedenist, fällt als pfändender Unternehmer natürlich aus. So wie sich die demographische Mitte in Europa entwickelt, wandelt sich das Volk immer mehr zu Letzteren.

        Aus Angst die ungedeckten Leistungsversprechen (Pflege, Rente, KV) nicht erfüllt zu bekommen, zeichnet sich eine wachsende Mehrheit dafür ab, dass unverpfändete Eigentümer dem Allgemeinwohl zugeführt werden.

        An den Forderungsvermögen des 1% ändert man nichts, denn es ist mit beitrags/steuerpflichtigen Arbeitsplätzen unantastbar verknüpft, anders als Immobilieneigentum von Alten.

        Wenn diese Eigentümer zugleich Gläubiger sind und außer Konsum keinen Mehrwert für die Gesellschaft mehr abwerfen, sind sie die perfekten Opfer.

        Da sich im Frieden weder die Verteilungsformeln noch Entscheidungsstrukturen ändern, erwarte ich von Eigentumsreformen keine Veränderung auf Seiten des Forderungsvermögens, selbst wenn seine Höhe sozialverträglich fällt.

        An einen Krieg mag ich nicht glauben, wel es in Europa kein Potential mehr gibt. Ich erwarte deshalb, dass man die betroffenen Gläubiger einfach ihren Wohlstandskrankheiten und dem natürlichen Zeitablauf überlässt.

        Diese Klasse der Rentiers ist useless.

        .

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Quintus

        >Der Kapitalismus kommt also letztlich schon allein deshalb zu seinem Ende, weil das belastbare Eigentum rar wird bzw. sich unbelastetes Eigentum in wenigen Händen konzentriert.>

        Sie vertreten hier sozio-ökonomisch modifiziert eine marxistische Geschichtsvision.

        Vorsichtig, auf Mechanismen zu setzen, nach denen es so kommen MUSS.

        Marx ist das beste Beispiel dafür, wie so etwas in die Hose gehen kann:

        Die Verelendung der Massen und das daraus erwachsende „revolutionäre Subjekt“ für die Überführung des Kapitalismus zum Sozialismus ist nicht eingetreten. Marx hat die Produktivität des Kapitalismus nicht auf der Rechnung gehabt und auch nicht, dass die in der Produktion Ausgebeuteten so sehr davon profitieren, dass sie die Kuh nicht geschlachtet, sondern nur gemolken haben.

        Das Denken von einem ENDE und danach einem NEUANFANG hat es zwar immer wieder gegeben in der Geschichte. Das jüngste weitreichende, weil national übergreifende Beispiel ist die Französische Revolution.

        Es ist aber nicht zwangsläufig.

        Denn es gibt auch sehr viele EVOLUTIONÄR verlaufende Änderungen, die im Rückblick zwar die Aussage zulassen, dass heute alles ganz anders ist als es gestern war, aber sich trotzdem nicht mit Disruption in einem strengen Sinne erklären lassen.

        Die Entwicklung des Kapitalismus ist ein gutes Beispiel dafür.

        Ihre Unterscheidung von Anlagevermögen und Forderungsvermögen ist bei dieser perspektivischen Betrachtung nicht hilfreich, sondern irreführend.

        >Da sich im Frieden weder die Verteilungsformeln noch Entscheidungsstrukturen ändern, erwarte ich von Eigentumsreformen keine Veränderung auf Seiten des Forderungsvermögens, selbst wenn seine Höhe sozialverträglich fällt.>

        Es kann sich sehr wohl etwas an den Verteilungsformeln und an den Entscheidungsstrukturen ändern und zwar gerade dadurch und solange wie sie demokratisch, d. h. MEHRHEITLICH bestimmt werden.

        Die Mehrheit wird ihrem Verständnis nach so entscheiden, dass ihr vergleichsweise hoher materieller Wohlstand UNMITTELBAR so weit wie möglich erhalten bleibt.

        Wie das zukünftig ablaufen wird, lässt sich nicht vorhersagen.

        Es wird m. A. n. auch ein anders gelebtes Verständnis von Wohlstand geben. Das hat u. a. etwas mit der Ressourcenverfügbarkeit und dem technolgischen Wandel sowie der demografischen Entwicklung zu tun.

        >Diese Klasse der Rentiers ist useless.>

        Das ist eine sehr unqualifizierte und daher untaugliche Aussage.

        Solange Rentiers direkt und indirekt auch mit Anlagevermögen einen entscheidenden Einfluss auf den Wohlstand der Massen haben und diese das so sehen, sind sie nicht useless.

        Man kann sie zwar „useless“ machen, wird sich aber vorher schon fragen, ob das den eigenen Wohlstand steigert.

      • Avatar
        Ištar sagte:

        @ DT

        Wenn sie meinem Versuch Opfergruppen zu identifizieren eine marxistische Tendenz unterstellen, treffen sie die Sozialisiation der gesamten großen Koalition incl. der AfD – zuzügl. ihrer Wähler zu 100%. Das GG Art. 14 beschränkt, verpflichtet und bietet keinen umfassenden, auschließlichen Schutz von Eigentümern, was der Eigentumsökonomik genauso widerspricht, wie kollektive Rettungshaftung.

        Warum denkt die Republik marxistisch?
        Zitat Dietmar Tischer:
        „..dass die in der Produktion Ausgebeuteten so sehr davon profitieren, dass sie die Kuh nicht geschlachtet, sondern nur gemolken haben. “

        Jetzt wo die Nullrendite (=Löhne, Lebenskosten, Arbeitslosigkeit bei Deflaschock) auf alle Sektoren durchschlägt bleibt nur die Schlachtung als systemverlängernde Option – um die „Verelendung der Massen“ wirksam aufzuschieben.

        Begründung Zitat Dietmar Tischer
        „Die Mehrheit wird ihrem Verständnis nach so entscheiden, dass ihr vergleichsweise hoher materieller Wohlstand UNMITTELBAR so weit wie möglich erhalten bleibt.“

        Der größte Markt für Anleger ist zugleich der SICHERSTE = der Markt der Staatsanleihen. Seie Assets sind Forderungen und es kümmert die Anleger genau NULL, “ dass sie Inhaber der Staatstitel Gläubiger und Schuldner in einer Person sind, stört so lange nicht wie der Staat nicht an diese Titel in Form einer Besteuerung geht oder sie für wertlos erklärt. “ (Zitat P.C.Martin)

        Weil die Rentiers ihr Geld aus NullRenditeGrund (Marxismus will melken) nicht in riskante arbeitsplatzschaffende/-sichernde Investitionen stecken, sondern in
        Vermögenspreisblasen und Forderungen auf zukünftige Steuerzahlungen – stehen sie der Zukunft sogar im Weg. Ihre Ersparnisse werden dank der Geldpolitik schon länger nicht mehr benötigt……

        Begründung, Zitat Marx, Interview der NZZ:
        „Wenn die Zinsen gegen null tendieren, dann ist es Zeit für die kommunistische Revolution. Denn dann haben die Kapitalisten keine Ideen mehr, wie sie ihr Geld produktiv anlegen können.“
        https://www.nzz.ch/feuilleton/peter-thiel-donald-trump-handelt-fuer-mich-zu-wenig-disruptiv-ld.1471818

        Bleibt nur die Hoffnung, Zitat Dietmar Tischer:
        -Denn es gibt auch sehr viele EVOLUTIONÄR verlaufende Änderungen
        -Es kann sich sehr wohl etwas an den Verteilungsformeln und an den Entscheidungsstrukturen ändern
        -solange wie sie demokratisch, d. h. MEHRHEITLICH bestimmt werden

        –> vgl. GG Art. 14, ist das natürlich reiner Glaube an eine Zukunft, die durch gar kein Beispiel in der Vergangenheit eine Grundlage findet. Die Vergangenheit hat die Wähler dazu erzogen auf Stimmenfang durch Bestechung auf Kosten anderer zu warten und ich sehe, dass dieses Vorgang in Zukunft gegen die Rentiers (Opfergruppe) wirksam werden wird.
        Noch nicht so stark wie zukünfitg, wenn die Demographie demokratische Mehrheiten zugunsten ärmerer jünger zugewanderter Schichten offenbart.

        Selbstverständlich sind die Abteilungsleiter aus Konzernkapitalismus, Beamte, öffentlicher Dienst Leistungsträger, Immobilienspekulanten und sonst. ehemals subventionsbedingt zu Reichtum gekommene in einer besonderern Verantwortung. Ihr unverdienter / ungerechtfertiger Wohlstandsvorsprung MUSS der Gleichheit zu Willen seinen Ausgleich finden.

        Sie können dann von Glück sagen, wenn sie nicht als useless klassifiziert werden. So manches Plakat auf den Demos für Immobilienkonfiskation ist nicht nur Kunst: https://www.google.com/search?q=seid+froh+dass+ihr+nur+enteignet+werdet&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjxu83k4uDhAhWM6aQKHS34D5oQ_AUIDigB&biw=1280&bih=888#imgrc=uPvth5s0yd8GlM:

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ištar

        Sie sind auf EIGENTUM fixiert und mäandernd modernmarxistisch umher mit Staatsanleihen etc.

        Sie sind auf dem falschen Trip, ihre Kategorien tragen nicht, ihre Wirkmechanismen widersprechen der Empirie.

        Eine belastbare Sicht ist folgende:

        Das schwache Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften des Westen bietet nicht hinreichende Optionen, durch INDIVIDUELLE Anstrengungen zu MEHR Wohlstand zu kommen (wie etwa in den 20 bis 25 Jahren nach WK II in Westdeutschland und gemessen an einem hohen Wohlstandsniveau).

        Die große Mehrheit der Bevölkerung setzt daher auf KOLLEKTIVE Lösung, insbesondere angesichts zunehmender, vor allem der demografischen Entwickelung geschuldeter Verteilungskonflikte.

        Der STAAT muss es richten, aber NICHT durch Enteignung.

        Die Leute wissen, dass dies nichts bringt, so dumm ist heute keiner mehr, zumal zu VIELE irgendetwas haben, das ihnen weggenommen werden könnte (anders als zur Zeit von Marx).

        Es wird nichts „geschlachtet“, sondern GEFORDERT als GEBEN, nicht NEHMEN – vom Staat.

        Der Staat KANN es auch richten (anders als zu Zeiten von Marx) durch TRANSFERS, d. h. die Zuteilung von Kaufkraft.

        Wie finanziert er das?

        Durch immer höhere Steuern und Abgaben der Arbeitenden

        und/oder

        Verschuldung

        Ergebnis:

        SCHEITERN

        wegen Verweigerung, durch Steuern und Abgaben quasi „enteignet“ zu werden bezüglich der Vergütung der Erwerbstätigkeit, mündend in gesellschaftlicher Instabilität, endend möglicherweise in einer Diktatur

        oder

        durch wachsende Staatsverschuldung, was die Märkte bestrafen durch Insolvenzen,

        Stabilisierung im Schuldgeldsystem durch die Notenbanken überwindet nicht die „Eiszeit“, was heißt: SCHEITERN durch relative Verarmung (wie vorher mündend in gesellschaftlicher Instabilität, endend möglicherweise in einer Diktatur)

        ANDERE Lösung (MMT):

        Geld drucken – der Staat kann sich ALLES leisten (Schieritz, hier von M. Stöcker als „Aufklärung“ verlinkt), daher auch den Sozialstaat aufblähen und Transfers leisten nach Bedarf. Damit ist Ihr ganzes Denken in Staatsanleihen hinfällig. Denn wenn der Staat systematisch Geld druckt, werden Staatsanleihen irrelevant – „Staatsverschuldung ist kein Problem“ (Schieritz).

        Hier nochmal, auf der Zunge zergehen lassen und zur KENNTNIS nehmen, wird schon PRAKTIZIERT (Japan) und ist hierzulande bereits im MAINSTREAM angekommen (spät, aber nicht zu spät):

        https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/investitionen-moderne-geldtheorie-schulden-wohlstand-5vor8/komplettansicht

        Ergebnis:

        SCHEITERN

        durch Inflation (kann man runterdeklinieren, erspare ich mir hier)

        Dieses SZENARIO beruht im Gegensatz zu Ihren Ausführungen auf PRÄMISSEN, die NICHT umzupflügen sind, weil sie empirisch nachweisbare, nicht grundsätzlich zu ändernde MEGATRENDS spiegeln (Globalisierung und Demografie an erster Stelle, dann Technologie und globale Mobilität, d. h. Digitalisierung und Migration, dann Bildungs- und Kompetenzdefizite verglichen z. B. mit den Chinesen)

        Das ist es meinerseits, Diskussionen mit Ihnen bringen nichts.

        Sammeln Sie Gläubige – es laufen genug herum, die es nie begreifen werden.

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        Ištar sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Sie haben jetzt Wege aufgezeigt, wie der Staat es nicht richten kann und scheitern muss, was gar keine Frage war.

        Wir stimmen überein, dass Staatsanleihen an Bedeutung verlieren – nur nicht für ihre Halter, wenn sie Alterssicherung darstellen. Das gilt auch für Japan und ist keineswegs durch, solange die Menschen ihre Anleihen nicht einlösen wollen/müssen.

        Selbst wenn bisher ewig rollierte Anleihen durch Zentralbankauf neutralisiert werden, kauft dieses Geld und steigert Vermögenspreise=Mieten, Lebenshaltung…. wäre es nicht besser diese Anleihen zu annulieren/besteuern, weil die „erwünschte allgemeine Inflation“ zum Ausgleich ausbleibt – vgl. Japan…?

        Sie selbst haben unlängst (?) kommentiert, dass Zimbawe nur den Fehler machte, das Geld der Zentralbank nicht wieder herein zu versteuern. Stöcker schreibt aus richtiger Überlegung heraus, dass dieses Geld wieder eingesammelt werden muss (–> starre Verteilungs- und Entscheidungsstrukturen), z.B. per Erbschafts- oder Vermögenssteuer, extremere Progressivsteuer…etc.pp.

        Erbschaften zu besteuern zielt auf die Vergangenheit und der nächste Schritt ist Besteuerung zu Lebzeiten, wenn der Staat es richten will.

        Zitat Dt:
        „…aber NICHT durch Enteignung.
        Die Leute wissen, dass dies nichts bringt, so dumm ist heute keiner mehr, zumal zu VIELE irgendetwas haben“

        Hier negieren sie den Megatrend der Vergreisung und der Zunwanderung von vergleichbar unendlich armen Menschen. Schon jetzt haben viele mit Migrationshintergrund (z.B. GUS) bedeutend weniger als die ErbenEinzelKinder von Indigenen. Demokratisch regieren Mehrheiten!

        Den Megatrend der kollektiven Verblödung klammern sie aus, als ob sie an ein Bildungsniveau glauben wie es vor 40 Jahren noch Standard war. Greta macht Meinung und sammelt Ehren, nicht Sachlichkeit und Umsicht von konservativen Reaktionären…

        Seit den Skandalen in diversen Konzernen der Republik fürchte ich, dass das Bildungsniveau auch dort tiefer liegt, als es sich dieses Land leisten kann.

        Wenn es weder Staat noch Bürger richten können, bleibt die Ungerechtigkeit der Eigentümer gegen die Armen….für alte Reiche keine gute Verhandlungsposition ;o)

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Eva Maria Palmer

      >Das Investment-Casino mit unsicheren Papierwerten hat doch schlechtere Chancen als Roulette mit Rot und Schwarz.>

      Das stimmt nicht, der Vergleich führt in die Irre.

      Denn das Investment-Casino funktioniert anderes als Roulette:

      Beim Roulette ist das Spiel beendet, wenn der Kessel sich nicht mehr dreht.

      Bei Investment-Casino wird mit viel Einfallsreichtum darauf geachtete, dass der Kessel NICHT zum Stillstand kommt.

      Siehe Lehman-Pleite:

      Da wurden die Dinge am Laufen gehalten, mit riesigen Konjunkturprogrammen und anderem.

      Danach wurde der „Kessel“ in Schwung gehalten mit QE etc.

      >Und trotzdem wird der Kram gekauft mit KGV-Gewinnerzielungs-Versprechen für die nächsten 25-50 Jahre.
      Das glaubt doch kein Mensch wirklich, oder?>

      GERADE weil das Rad so am Laufen gehalten wird, kann den Anlegern GLAUBWÜRDIG versprochen werden, dass es so weitergeht, ein paar Wackler inklusive.

      Sie UNTERSCHÄTZEN das Gesamtinteresse, d. h. die implizite ZUSTIMMUNG mehr oder weniger ALLER, am Lauf der Dinge nur so viel zu ändern, dass der Lauf der Dinge – auch eine modifizierte Lauf der Dinge – nicht zum Erliegen kommt.

      Auf dieser Basis besteht keine Ratlosigkeit.

      Vielmehr:

      RASTLOSIGKEIT, um den Stillstand zu vermeiden.

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    dan cody sagte:

    Schon erstaunlich, wie jetzt ein Ökonom nach dem Anderen umfällt:
    Man schnuppert an der MMT und erkennt dort Chancen, muss man ja auch, sonst verliert man den Anschluss.
    Aber gerade die Hemmungen, deutschen Ängste, waren Bedingung fuer ihr Entstehen.
    Jetzt, wo sie gesellschaftsfähig wird, ist aber auch ihr Ende in Sicht.
    Sie wird scheitern, keine Ahnung warum.
    So wird es kommen, so kommt es immer.

    Antworten
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    Dietmar Tischer sagte:

    >Richtig ist, dass die Notenbanken in der akuten Phase der Krise mit ihren Maßnahmen eine deflationäre Depression verhindert haben. Ebenso richtig ist jedoch, dass wir ohne die Politik der Notenbanken gar nicht in diese Lage gekommen wären. …die Grundlage für den nächsten Crash zu legen.>

    Diese abgewogene Einschätzung benennt den GRUND für die Liquiditätsschwemme der Notenbanken und sagt damit auch, dass allein die extensive Aktivierung der FUNKTIONALITÄT der Notenbanken eine deflationäre Depression verhindert hat.

    Die Staaten mit ihrer Fiskalpolitik und die Privatwirtschaft hätten sie nicht verhindern können.

    >Was man aber sagen kann, ist, dass es immer weniger gibt, was die Notenbanken dem noch entgegenstellen können. Sie haben sich in eine Sackgasse manövriert und uns alle mit.>

    Das kann man, muss man so sehen mit Blick auf Funktionalität der Notenbanken im SCHULDGELDSYSTEM.

    Ihre Funktionalität ist aber nicht auf das Schuldgeldsystem begrenzt:

    Monetarisierung ist möglich und MMT verleiht ihr die wissenschaftlichen Weihen.

    Auf Basis dieser hier nicht wirklich neuen Einsicht wage ich zu behaupten:

    Politische Entgleisungen größeren Ausmaßes einmal unbeachtet gelassen, wird die Monetarisierung aus der Sackgasse herausführen.

    Auch dafür gibt es einen Grund, einen einfachen sogar:

    NIEMAND will das System scheitern lassen und ALLES ist daher erlaubt, es nicht scheitern zu lassen.

    Wenn meine Einsicht richtig ist, dass immer die Option gewählt wird, die am günstigsten ist –
    Akzeptanzkosten etc. eingeschlossen -, dann führt kein Weg daran vorbei, dass es die Notenbanken richten müssen durch Aufkauf von Schuldtiteln und deren Sterilisierung. Das kann sich, wenn erforderlich, auch auf private Kredite, die man nur verbriefen müsste, beziehen. Bewertungen würden keine Rolle spielen.

    Der Abwicklungskanal wäre derselbe wie im Schuldgeldsystem:

    Der Finanzsektor würde die Arrangements mit der Privatwirtschafts treffen und die Kreditpakete an die Notenbanken weiterreichen.

    Es gibt keine günstigere Option, den Systemcrash zu verhindern.

    Die Politik weiß dies angesichts ihrer Hilflosigkeit.

    Sie hat die Notenbanken im Schuldgeldsystem gewähren lassen.

    Die Notenbanken werden durchgewinkt, wenn sie es verlassen.

    In Gang setzen werden sie sich selbst, denn sie wissen, was von ihnen und nur von ihnen abhängt.

    Was passiert, wenn VOLL BEGRIFFEN wird, was der neue, vom Schuldgeldsystem entfesselte Rettungsmodus erlaubt, ist eine andere Geschichte.

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    Thierry sagte:

    Wahr, aber etwas zum Nachdenken:

    Der Kapitän eines Supercargo verlor Power und Hydraulik vollstàndig bei der Anfahrt auf einen Hafen. Aber die Physik sagt E = m * v^2.

    Er verständigte den Hafenkapitän von seinem Problem und bat, das am Kai befindliche Einkaufszentrum zu räumen.

    Eine Viertelstunde später überrannte das 400’000 t Cargo die Hafenmauer und pflügte bis zur Hälfte durch das Einkaufszentrum, in Zeitlupe! Soweit bekannt ohne tödliche Opfer.

    Welcher Kapitän in der Finanzindustrie wird uns vorwarnen? Eine Viertelstunde Vorwarnzeit würde allerdings nichts nützen.

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    Starchild sagte:

    “ Die Notenbanken haben alles getan, um die Grundlage für den nächsten Crash zu legen. Wann er eintritt, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen. Was man aber sagen kann, ist, dass es immer weniger gibt, was die Notenbanken dem noch entgegenstellen können. Sie haben sich in eine Sackgasse manövriert und uns alle mit. Keine schönen Aussichten.“
    FAZIT: eine gesunde Volkswirtschaft braucht keine Notenbanken. Das ist ein und derselbe Fakt für evolutionär stehengebliebene, wie für höher entwickelte Geister ;) .
    Notenbanken sind eine Erfindung der Bank of England anno ca 1772 ( genaues Datum googeln) und sie sind eine private kriminelle ethisch-kranke Vereinigung um die Welt und ihre Völker zu beherrschen. Und WIR das Volk bezahlen auch noch deren Luxusleben.
    Was mir zunehmend auffällt: wie die Mitglieder und deren Vasallen immer mit den Augen so devot nach oben schauen, so dass man das weisse vom Augapfel sieht – ob da wohl in irgendeinem morphischen Feld angelegt ist, wie es im Text weitergehen muss ?? Tja das ist „beyond the obvious“ , denn „wer Augen hat der sehe und wer Ohren hat der höre “ ;) !!
    “ Guten Tag, guten Abend und gute Nacht “ cheers

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    • Avatar
      ruby sagte:

      Es war 1694 das Jahr in dem Queen Mary starb und 7 Jahre später dem Hause Hannover die Kron zum Schutz vor dem Katholizismus angetragen wurde.
      Ja wir werden wieder lernen auf gleicher Augenhöhe zu leben.
      Das ist nicht beyond sondern im Diesseits.
      Good Morning Judge…

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    Tobias sagte:

    Liebe Kollegen, ist doch klar was zu tun ist, unter Berücksichtigung der „behavorial economics/finance“ Ansätze vergesst nie wie emotionsgetrieben der Mensch ist, es gibt kein homo öconomicus, wir wissen was passiert, jedoch ist auf Grundlage des sehr kurzfristigen Spekulationshorizontes vieles dieser zukünftigen Entwicklung noch nicht eingepreist, es wird Zeit nach und nach auf Edelmetall (physisch etwas eher, da der Markt schnell leergefegt sein kann) und Minenwerte (nicht sooo zeitnah) zu setzen. Es wird eine panikgetrieben Überschwingungsphase geben, auch wissen wir nicht ob reines Bargeld bei einem Syszemabsturz in ein neues system konvertiert werden kann. der Tiefpunkt des Deflationsschocks ist Spätester Einstieg! da wir ihn nicht kennen mit sinkenden preisen mehr und mehr einsteigen, gestaffelt in einer Tranchenabstufung bis auf einen denkbaren maximalen tiefpunkt den jeder für sich selbst abschätzen muss.

    VG

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    • Avatar
      Tobias sagte:

      ach übrigens…. zur Zeit des Prohibitionsgesetzes wurde mehr Alc. konsumiert als vorher, staatliche Maßnahmen sind bekanntzlich sehr träge und eher wenig zielführend, das sollte jedem klar sein. Damit meine ich dass wenn eine Parallelwährung wie auch von der österr. Schule so teilw. beschr. (Dr. Polleit) sinnvoll ist, dann wird Sie sich durchsetzen und kann durch den Staat nicht unterbunden werden, Auswege gibt es viele. Der politik macht nur regeln, die lassen sich bekanntlich brechen, das es so kommen wird ist dagegen quasi ein ökonomisches Naturgesetz.

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  7. Avatar
    DCSi sagte:

    Damit ist ALLES GESAGT. Sie bräuchten Ihren Blog eigentlich gar nicht mehr weiter betreiben. Ändern tut sich sowieso nichts.

    Als Anleger bedeutet das, dass man verliert, wenn man sich nicht an der kreditgetriebenen Spekulation beteiligt. Die Anreize sind hier – volkswirtschaftlich gesehen – völlig falsch gesetzt. Die Fallhöhe vergrößert sich ständig und am Ende steht die Systemfrage, eine tolle Aussicht auf die Zukunft.

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  8. Avatar
    Thomas Spieth sagte:

    Ich gebe Vitality recht. Eigentlich dürfte man dann doch nur Cash in einer Krisensicher(er)en Fremdwährung hatlen ( Schweizer Franken, Norwegische Krone, kanadische Dollar). Oder
    wie ist das Herr Stelter?

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      troodon sagte:

      @ Thomas Spieth
      Wenn ich mich recht erinnere hatte Dr.Stelter hier in einem Blog Beitrag kürzlich genau diese Präferenz geäußert. Weniger Anleihen, dafür mehr Cash.

      Wobei man nicht vergessen darf, welche Kursgewinne winken würden(vom heutigen Stand aus), wenn auch in den USA Langfristanleihen Negativrenditen aufweisen würden. Für den US Anteil kommt folglich für das Deflationszenario schon noch eine Beimischung von langlaufenden Staats-Anleihen in Frage. Wenn man denn über genügend Kapital verfügt…
      Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer sind ebenfalls nicht zu verachten.

      Antworten
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    Vitality sagte:

    Hallo Herr Dr. Stelter, das widerspricht eigentlich ihrer These ein Depot zu diversifizieren (Gold, Aktien, Anleihen, Immobilie-(n)), alle Anleihen müssten hochgradig rausfliegen! Die Alternative wäre dann wohl Cash zu halten? Wobei der, je nach Währung, auch nur mehr oder weniger sicher ist. Die Immobilie wird besteuert oder enteignet, bei Aktien steht der Kursverfall im Raum, Gold – aufstocken? Nicht gerade ein beruhigendes Szenario für die aktive sicherheitsorientierte Pensionsvorsorge…

    Antworten
    • Avatar
      Zweifler sagte:

      @Vitality
      Anleihen gehören in meinen Augen nicht zur persönlichen „aktiven, sicherheitsorientierten Pensionsvorsorge“. Davon haben die Pensionskassen schon mehr als genug.
      Aktien, Edelmetalle und eine eigengenutzte Immobilie, was soll man sonst auch tun?

      Antworten
    • Avatar
      Hansjörg Pfister sagte:

      @Vitality, man wird sich in einem solchen Szenario um die verbliebenen Anleihen mit guter Bonität balgen und deren Kurse in Höhe treiben, die Rendite wird negativ werden (ich vertraue z.B. da ziemlich norwegischen Staatsanleihen). Außerdem kann man einfach warten, bis die Anleihe fällig wird. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Emmitent nicht vorzeitig falliert oder einem die Währung unter dem Hintern weginflationiert wird.

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      • Avatar
        Lentz sagte:

        @ Pfister
        Ist die gut? BRD Anleihe 2010 – 2042 – steht bei 157 %.
        Auszahlung am Ende der Laufzeit zu 100 %. Richtig?
        Zweites Problem in dem Zusammenhang: Die Zinsen steigen wider Erwarten doch, also massive Kursverluste.
        Da bleibt nicht viel…

      • Avatar
        Hansjörg Pfister sagte:

        @Lentz, wenn es genügend Idioten gibt, die einem die Anleihe wieder abnehmen…
        Wenn die Zinsen steigen, gibt’s noch mehr Pleiten-> mehr Deflation.
        Das Wunderrezept gibt es nicht, irgendwie ist eben alles spekulativ.

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