Die Highlights vom Mai
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bto – DER ÖKONOMIE-PODCAST
Einfach überflüssig: der digitale Euro – Die EZB treibt den digitalen Euro als strategisches Zukunftsprojekt voran, obwohl viele der versprochenen Funktionen bereits durch bestehende Zahlungssysteme erfüllt werden. Kritiker sehen darin eine Lösung auf der Suche nach einem Problem und warnen vor Risiken für Datenschutz, Bargeld und Finanzstabilität. Über Nutzen und Gefahren des digitalen Zentralbankgeldes diskutierten wir mit Prof. Dr. Volker Wieland, Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability an der Goethe-Universität Frankfurt.
Versagen der Gesundheitsbürokratie – Deutschland gibt so viel Geld für Gesundheit aus wie kaum ein anderes Land Europas und erzielt dennoch nur mittelmäßige Ergebnisse. Das Problem liegt weniger im Finanzierungsvolumen als in den Anreizen eines Systems, das Innovation, Effizienz und bessere Behandlungsmethoden oft ausbremst. Welche Lehren sich daraus ziehen lassen, diskutierten wir mit Prof. Dr. Alexander Muacevic, Gründer und Leiter des Europäischen Radiochirurgie Centrums München.
Fatale Kombination: Verschuldung und Inflation – Steigende Staats- und Unternehmensschulden erschweren es den Notenbanken zunehmend, Preisstabilität durchzusetzen. Fiskalische und finanzielle Dominanz setzen die Geldpolitik unter Druck und könnten dazu führen, dass höhere Inflationsraten dauerhaft akzeptiert werden müssen. Über die Grenzen moderner Geldpolitik und die Folgen hoher Verschuldung sprachen wir mit Dr. Guillaume Plantin, Professor für Economics an der Sciences Po.
Krise des Bildungswesens – Deutschlands Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zeigen immer deutlichere Verschleißerscheinungen. Schlechtere Bildungsleistungen, Personalmangel und marode Infrastruktur gefährden die wichtigste Ressource des Landes: gut ausgebildete Menschen. Wie sich diese Entwicklung im Schulalltag bemerkbar macht, diskutierten wir mit Jonas Schreiber, Realschullehrer und Bildungsautor.
Reformtherapie statt Geldinfusionen – Die Europäische Union reagiert auf wirtschaftliche Schwächen vor allem mit der Forderung nach mehr Geld. Dabei sprechen viele Indikatoren dafür, dass fehlende Reformen und nicht fehlende Mittel die eigentliche Ursache der Probleme sind. Welche Veränderungen Europas Wettbewerbsfähigkeit tatsächlich stärken könnten, erörterten wir mit Dr. Daniel Gros, Direktor des Instituts für Europäische Politik an der Universität Bocconi.
Die nächste Folge erscheint am kommenden Sonntag, dem 14. Mai, um 9 Uhr.
bto REFRESH
Sozialstaat wirkungslos gegen rechts – Deutschland baut den Sozialstaat immer weiter aus, doch die politische Unzufriedenheit nimmt zu. Höhere Transfers scheinen den Zuspruch für populistische Parteien nicht zu bremsen und können die Erwartungen an den Staat sogar weiter erhöhen. Über diesen Zusammenhang sprachen wir in Episode 245 mit Dr. Knut Bergmann vom Institut der deutschen Wirtschaft. Seine Analyse bietet eine andere Perspektive auf die aktuelle Sozialstaatsdebatte.
Finger weg vom deutschen Gold! – Die Idee, Goldreserven zur Finanzierung staatlicher Ausgaben zu nutzen, gewinnt an Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wächst die strategische Bedeutung von Gold in einer zunehmend unsicheren Weltordnung. Über die Rolle der Bundesbankbilanz und ihrer Reserven sprachen wir in Folge 176 mit Dr. Ingo Sauer. Seine Einschätzungen sind heute besonders relevant.
Chinas Aufstieg – Amerikas Niedergang – Die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben sich weiter zugunsten Chinas. Wirtschaftliche Stärke und strategische Geduld verschaffen Peking Vorteile, während die USA mit eigenen strukturellen Problemen ringen. Über die Folgen dieser Entwicklung sprachen wir in Episode 202 mit dem Ökonomen und Podcaster Philip Pilkington. Seine Analyse hilft, die aktuelle Machtverschiebung einzuordnen.
Wenig Bildung, ergo wenig Wohlstand – Deutschlands Bildungsprobleme gefährden zunehmend die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Internationale Studien zeigen seit Jahren sinkende Leistungen und wachsende Defizite. Über die Bedeutung von Bildung für Wohlstand und Wachstum sprachen wir bereits 2023 mit Prof. Dr. Ludger Wößmann vom ifo Institut. Die aktuellen Befunde bestätigen seine Warnungen eindrucksvoll.
Die nächste Folge erscheint am kommenden Mittwoch, dem 10. Juni, um 9 Uhr.
HANDELSBLATT-KOLUMNE
Digitaler Euro – eine Lösung sucht ihr Problem
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“, sagte der frühere Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Jahr 1999 und beschrieb damit die Vorgehensweise auf Ebene der EU. Eine Maxime, die die Europäische Zentralbank (EZB) beim digitalen Euro übernommen hat.
Die echte Reform des Gesundheitssystems muss erst noch kommen
Wer in den letzten Jahren in einem deutschen Krankenhaus war, kennt das Ritual: am Empfang ein Fragebogen. Auf der Station denselben. Vor der OP noch einmal. Handschriftlich. Mindestens dreimal die gleichen Daten. Und das in einem Land, das 2024 laut Statistischem Bundesamt 538,2 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben hat. Gut, dass die Bundesregierung erkannt hat, dass nach einem weiteren Kostenanstieg um 7,7 Prozent 2025 dringend die Notbremse gezogen werden muss.
Die EZB kann nicht wie sie müsste
Angesichts der immer weiter steigenden Verschuldung ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die amerikanische Notenbank der „fiskalischen Dominanz“ – so nennen Ökonomen den Zustand, in dem die Sicherung der Solvenz des Staates vor der Inflationsbekämpfung steht – beugen muss. Das Thema ist nicht auf die USA beschränkt. Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, hat am 7. Mai 2026 in London eine Rede gehalten, deren Titel für sich spricht: „The quiet erosion of central bank independence“ – die leise Aushöhlung der Notenbankunabhängigkeit.
Warum Deutschland einen Wandel des Bildungssystems braucht
Es steht schlecht um den Bildungsstandort Deutschland. Das Land, das über keine nennenswerten Mengen an natürlichen Rohstoffen verfügt und einst eine bewunderte Bildungsnation war, lässt seine wichtigste Ressource verkommen. Bei der PISA-Studie 2022 haben deutsche 15-Jährige in Mathematik 25 Punkte verloren; das entspricht etwa einem ganzen Schuljahr. Beim IQB-Bildungstrend 2024 verfehlen 24 Prozent der Neuntklässler die Mindeststandards für den Mittleren Schulabschluss.
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