„Poor productivity in developed economies appears to be structural“

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Zum gestrigen EZB-Entscheid ist von meiner Seite alles gesagt. Deshalb heute bewusst ein Blick auf die fundamentalen Gründe für die Misere, in der wir uns befinden. Neben der massiven Überschuldung sind dies die demografische Entwicklung und die rückläufige Produktivität.

Bereits vor einem Jahr habe ich auf das rückläufige Produktivitätswachstum verwiesen, welches eine wesentliche Belastung für das Wachstum der Weltwirtschaft und damit die Schuldentragfähigkeit darstellt. Vor einigen Wochen habe ich Andrew Smithers verlinkt, der in einem Blogbeitrag sehr schön zeigt, dass der Rückgang der Wachstumsraten seit 2007 nicht nur an der Schuldenkrise liegt, sondern zum weit überwiegenden Teil an der negativen demografischen Entwicklung. Heute nun die Ergänzung. Auch Andrew Smithers geht davon aus, dass das Wachstum der Produktivität in der westlichen Welt rückäufig ist. Anhand einiger Abbildungen zeigt er:

  • Demografie und Produktivität erklären zusammen 79 Prozent des Wachstumsrückgangs in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan sein 2007.
  • Zuwächse der Produktivität sind die Folge von Investitionen und der Effizienz der Investitionen.
  • Seit Jahren nimmt die Effizienz der Investitionen ab. Diese wird mit dem Incremental Capital/Output Ratio (“ICOR”) gemessen (also dem Verhältnis von zusätzlichem Kapital zu zusätzlichem BIP). Immer weniger zusätzliches BIP wurde mit den Investitionen erzeugt. (bto: Übrigens gilt dies auch für die neuen Schulden, die auch einen immer geringeren Effekt auf das BIP haben.)
  • Um ein gleichbleibendes Wachstum der  Produktivität des Faktors Arbeit zu erzielen, hätten die Investitionen steigen müssen, um die abnehmende Wirkung zu kompensieren. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Investitionen sind in allen betrachteten Ländern seit Jahren rückläufig.
  • Doch ohne einen deutlichen Anstieg der Investitionen kann es nicht zu einer höheren Produktivität pro Kopf kommen, was angesichts der rückläufigen Anzahl Köpfe nur eines bedeutet: weniger Wirtschaftswachstum. (bto: was wiederum schlechte Nachrichten für die Schuldner sind: kein Wachstum und tendenziell Deflation bedeuten Pleiten.)

Dies zur Erinnerung: Notenbanken können keinen Wohlstand drucken.

FT (Anmeldung erforderlich): „Poor productivity in developed economies appears to be structural“, 17. Dezember 2014

2 Kommentare
  1. Hartmut G. says:

    Guten Tag,

    das die Produktivität rückläufig ist, ist ja auch garkein Wunder, ist es doch vom Staat und der EU so gewollt.
    Aktuell dazu:
    http://www.focus.de/finanzen/hartz-iv-oder-vollzeit-job-schlecht-ausgebildet-viele-kinder-dann-leben-sie-besser-mit-hartz-iv_id_4423890.html

    Bitte nicht falsch verstehen, es ist nicht so, dass ich es den H4ern nicht „gönne“, die greifen auch nur das ab, was Mutti an diese „alternativlos“ verteilt, was zuvor von anderen enteignet oder mittels Falschgeldpresse erzeugt wurde.
    Fakt: In Deutschland arbeiten weniger als 20Mio. für die restlichen 60Mio (zzgl. den übrigen EU-Transferempfängern mittels Stabilisierung des Euros durch die deutschen Bilanzüberschüsse). Nun kann man sich entscheiden, auf welcher Seite man stehen möchte und sich überlegen, ob die eigene Position nun dumm oder klug ist.
    mfG HG

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    • Hartmut G. says:

      und um es auch für die tiefgläubigen Keynesianer verständlich und deutlicher zu machen: Dinge werden produziert, nun kann man diese Dinge nur für eines benutzen, entweder für Produktivitätszuwachs, sprich Investitionen, oder aber für Overconsumption. Der heutige Sozialismus hat sich jedoch für Overconsumption entschieden: Nicht Arbeiten wird bezahlt, Arbeiten hingegen wird bestraft (der Ausdruck „Steuern“ sagt es ja bereits, Lohnsteuer bei PRODUKTIVEN Berufen weit höher, als VERBRAUCHSsteuer, sprich Mehrwertsteuer).
      Das sind nunmal die Fakten, kann man gutfinden oder auch nicht, aber diese Fakten werden nicht durch Meinungen oder Ideologien geändert.
      mfG HG

      Antworten

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