IWF senkt Wachstumsprognose – dabei schrumpft die Weltwirtschaft schon

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Das Handelsblatt berichtet: „Trotz des Rückenwinds durch den niedrigen Ölpreis senkt der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. Grund dafür seien etwa schwächere Aussichten in China, Russland, Japan und im Euro-Raum, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag mit.Die globale Wirtschaftsleistung werde dieses Jahr um 3,5 Prozent zulegen und 2016 um 3,7 Prozent – und damit je 0,3 Punkte weniger als noch im Oktober erwartet.“(…) „Der IWF plädierte dafür, die Wachstumskräfte zu stärken und rief in erster Linie Industriestaaten auf, mehr in die Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Versorgungsnetze zu investieren. In vielen Wirtschaftsräumen müsse die Geldpolitik die Konjunktur weiter anschieben und dabei auch unkonventionelle Schritte einleiten, betonte der IWF – ohne jedoch die Europäische Zentralbank ausdrücklich zu nennen.“ – bto: eigentlich nichts neues. Diese Forderungen erhebt der IWF schon seit einigen Jahren.

Handelsblatt: Schub durch niedrigen Ölpreis reicht nicht, 20. Januar 2015

Man kann aber auch einen anderen Blick auf die Weltwirtschaft werfen. Statt die jeweilige BIP-Entwicklung in lokaler Währung zu messen, kann man auch das Welt-BIP nur in US-Dollar ausweisen. Dies macht die SocGen und kommt zu einer interessanten Erkenntnis. In Dollar gerechnet ist die Weltwirtschaft in den letzten Monaten so stark geschrumpft wie seit der Lehman-Pleite nicht – immerhin um 4 Billionen Dollar. Klar, dachte ich mir, wenn man alles in einer Währung rechnet, die gegenüber (fast) allen an Wert gewinnt, muss man zu einem schrumpfenden BIP kommen – so what? Die Implikationen sind laut SocGen jedoch erheblich: zunehmender deflationärer Druck, fallende Rohstoffpreise (weil die Länder mit schwächerer Währung weniger nachfragen können), fallende Unternehmensgewinne und weiter sinkende Zinsen. – bto: nachdem auch ein großer Teil der Schulden der Welt in US-Dollar ausgewiesen sind, ist dies zusätzlich eine schlechte Nachricht. Wer Dollar schuldet, tut sich schwerer, diese für Zins und Tilgung zu beschaffen.

Zerohedge: The „Deflationary Vortex“: Global Dollar Economy Suffers Biggest Plunge Since Lehman, Down $4 Trillion, 20. Januar 2015

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