USA: Alle Inflations­theorien deuten auf weitere Inflation hin

Morgen (03.04.2022) geht es in meinem Podcast gründlich um die Politik der EZB, die richtigen Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro und was Deutschland tun muss, um den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Mein Gesprächspartner: Prof. Dr. Hans-Werner Sinn.

Ausgangspunkt des Gespräches war das neueste Buch von Sinn Die wundersame Geldvermehrung: Staatsverschuldung, Negativzinsen, Inflation”. Ich habe es vor einigen Wochen mit großem Interesse gelesen und es hat viel von dem bestätigt, was uns auch in diesem Podcast beschäftigt, einige Aspekte ergänzt und es hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass wir vor schwierigen Zeiten stehen.

Da wir naturgemäß über Inflation sprechen, habe ich zur Einführung noch mal ein paar Grundgedanken zusammengefasst:

  • Zweistellige Inflationsraten scheinen in den USA sicher zu sein und sind auch in der Eurozone nicht auszuschließen.
  • Nicht wenige Ökonomen dürften froh sein, mit dem Krieg in der Ukraine eine Erklärung für den von ihnen nicht vorhergesehenen Preisanstieg zu haben. Dabei stiegen die Preise schon davor:
  • im Februar auf Jahresbasis um 7,9 Prozent in den USA und 5,9 Prozent in der Eurozone.
  • Vor allem keynesianisch orientierte Ökonomen verkennen die Bedeutung des Geldmengenwachstums für die Inflationsentwicklung.
  • Dabei darf es niemanden wundern, dass Wachstumsraten der Geldmenge M3 von über 40 Prozent (USA) und 18 Prozent (Eurozone) seit Februar 2020 sich in den Preisen niederschlagen.

Schwere Prognose

  • Wie die letzten sechs Monate gezeigt haben, ist die Inflationsprognose eine Herausforderung.
  • Tatsächlich gibt es mehrere Ansätze/Methoden zur mittelfristigen Inflationsprognose.
  • Wie die Wirtschaft insgesamt funktionieren jedoch verschiedene Theorien zu unterschiedlichen Zeiten (und keine Theorie funktioniert immer).

Zu folgende Theorien gehören dazu:

  • Phillips-Kurve: Dies ist die Hauptmethode der Fed und der Wall Street zur Prognose der Inflation. A. W. Phillips war ein neuseeländischer Ökonom, der die Beziehung zwischen der Lohninflation und der Arbeitslosenquote hervorhob (in einer wissenschaftlichen Arbeit von 1958). Angespannte Arbeitsmärkte erzeugen Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer und damit höhere Löhne (wodurch eine Überhitzung der Wirtschaft riskiert wird). Angespannte Arbeitsmärkte sind daher ein wichtiges Kriterium für geldpolitische Entscheidungsträger und ein wichtiger Faktor für Zinsentscheidungen.
  • Kostenschubinflation: Die Idee, dass die Inflation bei den Inputpreisen beginnt und sich über die Liefer- und Produktionsketten bis zum Verbraucher ausbreitet (wobei die Produktivität ein potenzieller/teilweiser Ausgleich ist, wenn sie wächst). Daher korreliert die Erzeugerpreisinflation oft mit der Verbraucherpreisinflation (mit Verzögerung).
  • Monetäre Kennzahlen/Wachstum der Geldmenge: Der Monetarismus, der in den 1980er-Jahren im Mittelpunkt der Inflationsprognosen stand, ist in den letzten Jahrzehnten in Ungnade gefallen (ersetzt durch „CPI-Targeting“ bei den Zentralbanken). Höchstwahrscheinlich spiegelte der Zusammenbruch wichtiger monetärer Beziehungen mit der Verbraucherpreisinflation in den 80er-/90er-Jahren und darüber hinaus die „Finanzialisierung“ des Westens wider (die seit den frühen 1980er-Jahren andauert und bei der ein Großteil des neu geschaffenen Geldes daher in Vermögenswerten enden/die Preise von Vermögenswerten in die Höhe treiben – d. h. hauptsächlich Immobilien- und Finanzmärkte). In den letzten zwölf Monaten haben sich diese Beziehungen jedoch wiederhergestellt, und als solche waren die Monetaristen die genauesten Prognostiker des Inflationsschubs der letzten sechs bis 12 Monate. Ich erinnere an den Podcast #83 mit Professor Congdon.
  • Bankkreditwachstum: Das Bankkreditwachstum korreliert mit dem Kern-VPI-Wachstum. In vielerlei Hinsicht hat dieser Ansatz Parallelen zum Monetarismus in dem Sinne, dass Geschäftsbanken, wenn sie Kredite vergeben, neues Geld schaffen (und damit die Einlagenbasis in der Wirtschaft vergrößern und die breite Geldmenge erhöhen). Daher geht ein starkes Kreditwachstum typischerweise mit einem starken Geldmengenwachstum einher.
  • Demografie: Das Bevölkerungswachstum und insbesondere das Wachstum der jüngeren Erwerbsbevölkerung (d. h. 18 Jahre bis Mitte 40) erzeugt normalerweise Inflationsdruck. Dies ist auch der Schwerpunkt Buches von Goodhart und Pradhan über Inflation und Demografie – “The Great Demographic Reversal”. Die waren in Podcast #63 zu Gast.
  • Andere Faktoren, die die Inflation beeinflussen können, sind das Tempo der Globalisierung (und Deglobalisierung), die Finanzialisierungsrate (oder Definanzialisierung) der Weltwirtschaft, die Investitions- und Produktivitätszyklen und die Fiskalpolitik (insbesondere, wenn es sich um Helikoptergeld handelt).

Beunruhigenderweise führen fast alle Bewertungen der Inflationsaussichten unter Verwendung der verschiedenen oben genannten Theorien zu demselben Schluss – nämlich, dass der Inflationsdruck hoch istDie Arbeitsmärkte zum Beispiel sind bemerkenswert angespannt. Während sich das Wachstum der Geldmenge in den westlichen Volkswirtschaften verlangsamt hat und in Großbritannien und EZ jetzt auf einem normaleren Niveau liegt, wachsen M1 und M2 in den USA immer noch mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Die US-Demografie deutet auf eine höhere Inflation hin. Die Erzeugerpreisinflation befindet sich auf einem ungewöhnlich hohen Niveau, während Rohstoffknappheit, der russisch-ukrainische Konflikt und die Erwartung, dass dies ein anhaltender Rohstoff-Superzyklus ist, den anhaltenden Druck auf diesen Teil der Inflationskette erhöhen. Die Deglobalisierung ist ein weiterer zusätzlicher Aufwärtsdruck auf die Inflation.

Grund genug, um dieses Thema gründlicher zu betrachten. Morgen ab 9:00 Uhr.

Kommentare (28) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Andrea Saalburg
    Andrea Saalburg sagte:

    Zitat Beitrag: “Phillips-Kurve: Dies ist die Hauptmethode der Fed und der Wall Street zur Prognose der Inflation.”

    Anmerkung aus einer Analyse 2014:

    Ein beliebtes Märchen der FED rankt sich um die nach ihrem Entdecker A.W. Phillips benannte Phillipskurve.
    Diese Kurve zeige ganz unbestritten einen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit, heißt es allenthalben: Je
    höher die Inflationsrate sei, desto niedriger falle die Arbeitslosigkeit aus.
    (…)
    Schon der in SPD-Kreisen gerne als Weltökonom bezeichnete Ex-Kanzler Helmut Schmidt fiel auf die verfälschte
    Interpretation der Phillipskurve herein. Nicht er selbst, sondern seine ökonomischen Berater hätten wissen
    müssen, dass es diesen einfachen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit nicht gibt.
    Oder zumindest, dass sich dieser Zusammenhang nicht aus der Arbeit von A.W. Phillips und der von ihm veröffentlichten
    Kurve ergibt. Denn Phillips untersuchte einen ganz anderen Zusammenhang, nämlich den zwischen Arbeitslosigkeit und Lohnsteige-
    rungen. Und die von ihm verwendeten Daten stammen aus einer Zeit, als Großbritannien noch den Goldstandard als Währungssystem hatte, weshalb es in dem untersuchten Zeitraum fast gar keine Inflation gegeben hat.
    Die Original-Phillipskurve zeigt also einen ganz anderen Zusammenhang als den seinerzeit von Helmut Schmidt und aktu-
    ell von der FED postulierten: Sie besagt, dass die Löhne relativ zu anderen Preisen – es herrschte aufgrund des Gold-
    standards nämlich Preisstabilität – steigen, wenn die Arbeitslosigkeit gering und Arbeit ein begrenztes Gut ist. Mehr nicht.
    Die Analyse der US-Inflationsrate und Arbeitslosenquote von 1970 bis 2013 durch J.P. Hussmann zeigte ganz eindeutig, dass sich der gewünschte Zusammenhang in der Realität nicht belegen lässt.
    Dieses Ergebnis ist so offensichtlich, dass es den blitzgescheiten Notenbänkern der FED unmöglich nicht bekannt sein
    kann. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Wir haben es mit Propaganda zu tun, deren Zweck es ist, eine Geldpolitik zu rechtfertigen, die eben nicht dem Gemeinwohl dient, sondern ganz anderen Interessen und Interessengruppen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern dürfen. Das ist das schmutzige kleine Geheimnis der Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte: Sie hat einen mächtigen Umverteilungsmechanismus von unten nach oben in Gang gesetzt.

    Antworten
  2. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @@ grundsätzlich gibt es keine inflation, ohne neuen gelddruck.
    die arten der inflation können unterschiedlich sein, aber haben letztlich immer den ursprung in der geld-vermehrung.

    unser zuwachs des BIP ist systembedingt nur durch kredite möglich.
    das ist aber nicht alles:
    es werden sehr viel höhere geldmengen neu gedruckt, als das BIP hoch ist.
    und gerade, weil alles geld der welt stets ein kredit ist und mehr gedruckt, als unsere leistung hoch ist,

    ist das schuldgeldsystem selber inflationär!

    kredite werden getilgt, oder doch nicht?
    wie kann konsument, unternehmen und staat die kredite zurückzahlen, wenn die geldmenge viel höher wächst, als unserer BIP??

    das heisst:
    dass ein hoher anteil des kreditgeldes (jährlich betrachtet) nicht zurückbezahlt werden kann und neu verschuldet wird, plus die zinslasten natürlich.

    es ist daher auch völlig unmöglich, dass insolvenzen ein spürbarer regulativ durch geldvernichtung sein kann.

    wird heute prof sinn die frage beantworten, wie sich die target-zahlungen verhalten/auswirken:

    werden diese kredite für die importierenden länder bei der EZB abgeschrieben?
    oder, irgendwie doch die EU-gemendschaft belastet? und wie?

    also auch von dieser seite eine beachtliche inflation??

    was in der summe wiederum der beweis ist, dass in einem schuldgeldsystem, konsument, unternehmen und staat, sich niemals aus der unvermeidlichen zunahme der systemischen verschuldung, durch arbeitsleistung etc., befreien kann; –
    und, je mehr wir leisten umso mehr steigt proportional die verschuldung.

    es ist eine lupenreine knechtschaft der menschheit, durch das schuldgeldsystem bedingt und von den lenkern den finanzkapitalisten (politiker sind nur deren handlanger!) gesteuert und beherrscht.

    finanzexperten (den politikern kann/sollte sowieso niemand in finazangelegenheiten und sonst auch, glauben)
    wollen uns überzeugen, dass es möglichkeiten und lösungen gibt um dieses schuldgeldsystem zu überlisten,bzw. wir die verschuldung durch leistung eliminieren könnten.

    sind alle diese modernen finanz-quacksalber vorsätzliche und fahrlässige betrüger? (politiker sowieso?)

    was das bild bei den reicheren und angeblich erfolgreichen völlig verzerrt, weil sie durch ihr erfolgreiches handeln glauben, ihr erfolg sei auf alle wirtschaftsteilnehmer zu übertragen.
    das ist aber ein massiver trugschluss!
    finanziell betrachtet, geht der erfolg des einen, immer zu lasten der anderen in der gemeindschaft. (das schließt ja nicht aus, dass erflogreiche cleverer etc. sind, als die nicht erfolgreichen)

    unser schuldgeldsystem ist ein klares ausbeutesystem und verstößt ehrlicher weise gegen unsere menschlichkeit.
    (verstösse gegen die menschlichkeit/inhumanität werden von unserer weltmacht üblicher weise verurteilt, aber nicht diese, wenn sie durch das geldsystem selbst verursacht werden) warum wohl?

    Antworten
  3. Alexander
    Alexander sagte:

    KEINE Inflation solang die Geldschöpfung durch Leistung des Kreditnehmers neutralisiert wird.

    Wird dem Schuldner zwei Jahre Ferien verordnet, das Insolvenzrecht ausgesetzt und internationaler Leistungsaustausch abgebrochen….bleibt Geldschöpfung ohne Neutralisation übrig.

    Wer weiter Geldschöpfung betreibt, die Ursachen nicht bekämpft u.o. besinnungslos konsumiert – bekommt die Rechnung umgehend zeitnah.

    Zum Einäugigen unter den Blinden werten darauf alle Währungen ab, Euro minus 7% in 2021.

    Hoffentlich beleuchtet der podcast morgen die Ursachen der Inflation so einfach wie ihre Entstehung – durch politischen Pfusch solcher Massnahmen die trotz astronomischer Infektionszahlen morgen bundesweit ersatzlos entfallen.

    Ohne Aussetzung der Eigentumsökonomie und ihrer freiheitlich demokratsichen Voraussetzungen wäre uns der aktuelle Schock erspart geblieben.

    Ablenkung ist billig, Habeck https://youtu.be/MuasZsesaZA

    Abpfiff.

    Antworten
    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @Alexander

      “KEINE Inflation solang die Geldschöpfung durch Leistung des Kreditnehmers neutralisiert wird.”

      Zunehmende Inflationsraten müssen zu abnehmenden führen, es sei denn, sie werden fortgesetzt wie z. B. in den 70er/80er Jahren des letzten Jahrhunderts, genau wie zunehmende ‘Blow-offs’ an den Börsen irgendwann zu abnehmenden führen mit entsprechender Baisse. Die Fortsetzung von Blow-offs, die ja nichts anderes als Finanztitel-Inflationen sind, ist aber ab der ‘finalen Senkrechten’ nicht mehr möglich ist.

      Im Fall einer allgemeinen ultimativen Inflationierung, die in einer ersten Phase wieder zu besseren Verhältnisse führen kann, kommt es zu einer entsprechenden Rückwirkung: Der wirtschaftliche Niedergang wird anschließend nur umso schlimmer ausfallen. Es sei denn, man stürmt immer weiter vorwärts – in Richtung der Hyperinflation! @ Phoenix5 hatte schon recht: “Und über allem schwebt der Debitismus, der seine Zyklen abspult, egal welche Tricks die Politik anwendet.”

      Joseph Clément Juglar’s (1819 – 1905) Erkenntnis bleibt bestehen: “Keine Depression ohne vorangegangene Prosperität, keine Inflation ohne nachfolgende Deflation”. Keine manische Hausse ohne vorangegangene Disinflation, kein Crash ohne vorherige manische Exzesse.

      Zum Problem der ‘Inflation versus Deflation’ im geschichtlichen Verlauf hat Paul C. Martin in ‘Deflationista’ am 22.11.2008, 14:38 – vor mehr als 13 Jahren – einige Betrachtungen (“…, dass zum Diamantenen Thronjubiläum Queen Victorias 1897 niemand anwesend war, der sich noch an steigende Preise erinnern konnte”) angestellt. Sie ließen ihm bewusstwerden, dass “die Geschichte neben Perioden steigender Preise auch zwischengesprenkelte Phasen fallender Preise kenne” und, “dass in der Geschichte nach bestimmten Phasen wieder die früheren Preise erreicht wurden – auch wenn der Langfrist-Trend in Schüben immer weiter nach oben zeigte”.

      – Die Preise in Babylon waren 1650 BC wieder so hoch wie 1800 BC, obwohl sie sich 1700 BC gegenüber 1750 BC verdreieinhalbfacht hatten.
      – Die Preise für Gerste und Öl in Griechenland lagen 350 BC wieder so hoch wie ca. 300 BC, obwohl sie sich zwischendurch ca. verfünffacht hatten.
      – So waren die Preise in Augsburg 1660 exakt wieder so hoch, wie sie 1600 gewesen waren, obwohl sie sich zwischenzeitlich bis zu versechsfacht hatten.
      – Die Preise in England waren 1825 wieder auf dem Niveau von 1770/75.

      Der Umschlag von stark steigenden Preisen in fallende ist unumgänglich und eine besonders problematische Angelegenheit.

      Zum Verhältnis ‘Inflation ↔ Deflation’ in Bezug auf den Staat gilt: “Der Staat kommt nun in die Zwickmühle. Als Abgabengläubiger ist der Deflationist, als Kapitalmarktschuldner ist er Inflationist.”

      https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=159190

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Das aktuelle Szenario unterscheidet sich von den zyklischen Trends einer Vermögenspreisinflation und Rezessionsdeflation durch die Dimension der politischen Eingriffe.

        Nicht die Seuche sondern die Politik nahm ihre Ökonomie in dieselbe Geiselhaft, wie nun im Ukiekrieg. Man führt bewusst Schäden herbei und begründet das ganz offen mit der Notwendigkeit einer Umstellung auf Nachhaltigkeit, als ob man alle Probleme auf einen Schlag lösen könnte.

        Was man sofort erreicht ist Zerstörung, denn die doppelte Buchhaltung stenographiert gnadenlos jeden Zahlungsabriß und jedes Umsatzloch privater Schuldner ohne Chance auf Ausgleich durch MMT.

        Die nun einsetzende Inflation zielt genau auf diese schwachen Schuldner, deren Schicksal rücksichtslos ausgeblendet wird. Die Inversion der Zinssätze, d.h. 2 jährige US Staatsanleihen rentieren höher als 30 jährige ist binnen 10 Tagen erfolgt – früher 2 Jahre…
        https://de.investing.com/rates-bonds/usa-government-bonds?msclkid=f028fc52b29a11eca3be399c12967b74

        Natürlich kommen die ZB´s in Zugzwang, jede Entscheidung führt in jene (Hyper-)Deflation, die von Heinsohn 2014 für den St. Nimmerleinstag angekündigt wurde. (Blog Malik)

        Die Zyklen machen mir keine Sorgen,
        was mich bedrückt ist die schreiende Inkompetenz dieser Parteien.

        Das finale grande gibt zwar Freiraum für neue Aufschwünge, nur ist unser Flaschenhals für alle zu eng….& niemand möchte entbehrlich sein.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        “… was mich bedrückt ist die schreiende Inkompetenz dieser Parteien.”

        Die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach und Christian Ströbele zeigen in ‘Mensch, Macht, Demokratie’, dass kein Gesetzesentwurf heute noch in den Ministerien ausgearbeitet, gefertigt und in den Parlamenten entschieden wird. Das gilt weltweit. Jede politische Richtungsänderung in den entwickelten Ländern ist abhängig von internationalen Beratungsgesellschaften z.B. von ‘Magic Circle (London)’ im Finanz-, Militär- oder Anlagesektor. Alle Ausfertigungen können global eingekauft werden und verbinden alle Länder miteinander und ketten sie auf Gedeih und Verderb aneinander. Mit dem Debitismus liegt eine vollständig andere Erklärung des Systems vor – er ist ein das Wirtschafts- und Finanzgeschehen stark irritierender Code, mit dem die klassischen Theorien entschlüsselt werden.

        “Das finale grande gibt zwar Freiraum für neue Aufschwünge, nur ist unser Flaschenhals für alle zu eng…& niemand möchte entbehrlich sein.”

        Es gilt zu verstehen, dass wir das ‘finale furioso’ (PCM) aus haftungstechnischen Gründen noch lange nicht erleben werden. Die debitistischen Fundamente der Wirtschaftsräume können wegen der staatliche Haftungsübernahmen und Verschuldungen in die Zukunft getragen werden. Die Schaffung neuer Haftungsräume und Nachschuldnerpotenziale mit Verschuldungsfähigkeit und Kapitaldienstfähigkeit im Rahmen neuen Kreditpyramiden bestimmen das Wachstum.

        Die Schuldenlast ist in systemischer Hinsicht kein unheilvolles Übel: Es kommt nur auf die Spitzenrefinanzierungen und deren Kapitaldienstfähigkeiten an – EU-Corona Anleihen, langfristige energetische Zwangsverschuldung von Altimmobilieneigentümer, Elektrotransformation der Autoindustrie, Wasserstoff-Produktion, Bau von Chip-Fabriken (Magdeburg), EU-Verteidigungsaufbau usw. usf. Da die gegenwärtige Finanzierbarkeit der Stabilität schwierig ist, gibt es keinen anderen Weg, als die Staaten in langfristige kriegerische Unsicherheiten (Externalisierungen und Neuordnung der Haftungsräume) zu führen.

        In ‘WARUM KRIEG?’ antwortete Sigmund Freud schon 1932 in seinem sehr langen Brief an Albert Einstein debitistisch auf dessen Frage: “Gibt es einen Weg, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?” auf S. 14 folgendermaßen: “Interessenkonflikte unter den Menschen werden also prinzipiell durch die Anwendung von Gewalt entschieden. So ist es im ganzen Tierreich, von dem der Mensch sich nicht ausschließen sollte; …” und auf S. 16: “Überwindung der Gewalt durch Übertragung der Macht an eine größere Einheit, … ” – wobei natürlich die Gewalt auf der höheren Einheit umso größer ist!

        http://freud-online.de/Texte/PDF/freud_werke_bd16.pdf

    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @Alexander

      Die von Ihnen beschriebene Folgekette ist ja grundsätzlich richtig. Nur wenn ich mir die Staatshaushalte in der Pandemie anschaue (über die ja das Helikoptergeld für die Zuhausebleibenden finanziert wird), dann ist da nicht sooo viel coronabedingtes Geld zu finden. (Leitungslose) Geldschöpfung hat sich im Rahmen gehalten.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Stoertebekker

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154744/umfrage/anzahl-der-kurzarbeit-anbietenden-betriebe-in-deutschland-seit-1991/

        Hans Werner Sinn hat die Auswirkungen von Ferien / Freizeit / home office fast ohne Einkommenseinbußen in seiner Weihnachtsvorlesung 2020 als kritische Zutat für deutsche Inflation identifiziert. https://youtu.be/L-dCADYr2AM

        Andere politische Sünden über zerstörten Sektoren unserer Ökonomie spiegeln sich noch immer nicht in den Insolvenzzahlen wieder, was aber nicht heißt dass betroffene Unternehmen jetzt fit wären für eine Rezession aus Zinserhöhungen/Sanktionen/Umsatzverlusten/Krankheitsausfällen…

        + USA: Leistungsbilanz 2021
        Das Bureau of Economic Analysis (BEA) des U.S. Departments of Commerce (Handelsministerium) berichtete die Daten zur Leistungsbilanz für das 4. Quartal 2021. ….
        Im Gesamtjahr 2021 waren es -823,625 Mrd. Dollar, ein Anstieg von 33,4% zum Vorjahr.

        ++ USA: FED: Bilanzsumme zum 17.02.2022
        In der Woche zum 17.02.2022 lag die Bilanzsumme der US-Notenbank bei 8911,033 Mrd. Dollar und damit um +1353 Mrd. Dollar höher als in der Vorjahreswoche.
        Quellen: Querschüsse

        Relativieren verstellt den Blick auf die Wirklichkeit.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Steortebekker

        Hatte meine Antwort mit zwei links versehen, ist noch nicht frei geschaltet.
        Kommt vielleicht noch.

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Na, ich weiß nicht so recht. Dass wir bei uns augenblicklich massive Angebots-/Nachfrage-Verwerfungen haben, ist offensichtlich. Dass die zu steigenden Preisen führen, auch. Da (bei uns) der Energiesektor fundamental betroffen ist, zieht sich das natürlich durch lange Wertschöpfungsketten.

    ABER in China/Indien ist Energie vermutlich billiger geworden und auch das kann sich doch durch lange Wertschöpfungsketten ziehen und in Form von Importgütern bei uns wieder ankommen.

    GLOBAL hat sich doch aber von heute auf morgen weder ein DAUERHAFTER Angebots- noch ein Nachfrageschock eingestellt. Bis auf die zerstörten Anlagen in der Ukraine fallen vielleicht noch ein paar Mittelschichtkonsumenten in Russland aus (Obere 10.000 kaufen weiter im Westen, untere Millionen haben auch bisher nur russische Waren gekauft). Und die russischen Rohstoffe kommen über China/Indien/? in die globale Ökonomie.

    Aus meiner Sicht pendelt sich das nach dem Durchlaufen der Corona-Welle in China (das ist immer noch der größte Supply-Chain-Killer) nach marktwirtschaftlichen Regeln wieder ein. Ggfs etwas verschoben von fossilen Energieträgern zu Rohstoffen für Erneuerbare-Energien-Anlagen.

    Und über Inflation redet man doch erst, wenn lange Zeiträume betroffen sind. Jede Marktadjustierung mittels Preissignal ist doch nicht gleich Inflation.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Stoertebekker

      >Jede Marktadjustierung mittels Preissignal ist doch nicht gleich Inflation.>

      Nicht jede.

      Aber davon ist auch NICHT die Rede.

      Es geht um anderes:

      Es geht um STRUKTURVERÄNDERUNGEN in wesentlichen Teilen und damit letztlich im Gesamtsystem.

      Nur mal als Hinweis:

      Wir haben zwar global einen Kapitalismus, zu dem auch VIEL Marktgeschehen gehört, aber WIEVIEL Kapitalismus OHNE Marktgeschehen ist es auch, was wir haben?

      Das kann man dann auf den Ebenen darunter genauer betrachten und ansatzweise Temporäres von Permanentem trennen.

      Komplex, mit vielen Akteuren und daher nicht prognostizierbar, aber ein paar Megatrends schon, die zumindest eine Richtung ausweisen können.

      Das würde dann immer noch nicht heißen:

      Schlüssig begründet dies oder das.

      Wie auch immer:

      Ich würde die Märkte nie ausschließen, aber nur oder fast nur mit den Märkten zu argumentieren, halte ich für defizitär.

      Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @D Tischer

      Meine Argumentationslinie hat sich eigentlich darauf bezogen, dass wir bei UNS höhere Preise sehen. Dass dies aber wegen der GLOBALEN Vernetzung ggfs zu kurz springt und wir eigentlich die GLOBALE Preissteigerung betrachten müssen. (Da ja Importe durchaus billiger werden, wenn an anderer Stelle der Welt Energien billiger sind. Haben wir bei Arbeitskräften alles schon durch.)

      Und vor diesem Hintergrund sind UNSERE Preissteigerungen ggfs nur ein Preissignal für strukturelle Verschiebungen in der GLOBALEN Gesamtwirtschaft. Und keine Inflation (=dauerhafte Preissteigerung im Gesamtsystem).

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        >… ggfs. nur ein Preissignal…>

        Sie verkennen ihr Argumentationsdefizit.

        Wenn es „UNSERE Preissteigerungen“ GIBT als messbare, dann IST es INFLATION.

        Ob diese ZUGLEICH ein Signal, d. h. eine BOTSCHAFT ist (was ich nicht ausschließe), dass irgendetwas bei uns oder global in der Welt sich ändert, ist NICHT der Punkt meiner Kritik Ihrer Auffassung.

        Es geht darum, WELCHES die URSACHE/N für den messbaren Sachverhalt ist/sind:

        Sind es welche, die nur oder im Wesentlichen nur mit MARKTMECHANISMEN – wie immer in welcher Funktion – ODER mit diesen UND wesentlich ANDEREN Ursachen erklärt werden müssen?

        Das hat mit einem Signal bzw. der Botschaft, die von der Inflation ausgeht, nichts zu tun.

        Inflation vermittelt zwar ERFAHRUNGEN; das ist aber kein Signal.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @D Tischer

        Nochmal: Inflation ist eine LANGFRISTIG DAUERHAFTE Preiserhöhung. Höhere Preise können auch kurzfristig auftreten (siehe schwankende Energie-, Commodity-, younameit-Preise). Der letztere Fall ist KEINE Inflation.

        Und wenn letzteres, brauche ich über die Ursachen nicht nachzudenken, das IST dann ein Angebots-/Nachfrage-Ungleichgewicht.

        Ich hab auf die FRISTIGKEIT der Preiserhöhung abgestellt, nicht deren Messbarkeit.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        Nochmal:

        Inflation ist eine ALLGEMEINE Preiserhöhung über einen ZEITRAUM.

        >LANGFRISTIG DAUERHAFT > ist nicht definiert, sondern Ihre Erfindung, um sich mit „Fristigkeit“ herauszureden.

        Denn langfristig dauerhaft ist NIE etwas, Preise fallen auch wieder.

        Es geht um die URSACHEN von Inflation, die Sie im MARKTGESCHEHEN verorten.

        Tue ich auch, aber SCHLIESSE nicht aus, dass es auch andere ursächliche Entwicklungen gibt, die NICHT mit Marktgeschehen zu erklären sind, sondern die Marktentwicklung BEEINFLUSSEN.

        Hier gefühlt schon 100x besprochen:

        Die demografische Entwicklung, die sich NICHT nach dem Durchlaufen der Corona-Welle in China oder sonst wo wieder einpendelt.

        Es gibt sie und sie ist wie auch immer einzubeziehen – nicht mehr und nicht weniger.

        Und um Messbarkeit geht es auch nicht, habe ich nur mit eingeführt, um einen Riegel vorzuschieben, dass es nur eine signalisierte Inflation sei, die wir z. Z. registrieren bei uns.

        Kurzum, Ihr Fehler:

        Sie heben auf Kurzzeitigkeit von Inflation ab, um nicht über Ursachen nachdenken zu müssen.

        Nachdenken BEGINNT allerdings damit, NICHTS auszuschließen, um zu einer Erklärung zu KOMMEN, die Kurzzeitigkeit feststellt ODER eben nicht.

        Sie sind viel zu klug, um nicht zu erkennen, dass sie sich zu weit aus dem Fenster gelegt haben.

        Macht auf mich keinen souveränen Eindruck, dass Sie hier noch nachkarten.

      • PW
        PW sagte:

        Das Ganze hat schon System.
        Inflationserwartungen befeuern bekanntlich Inflation…
        Also wird auf dem Pulverfass sitzend debattiert, dass ein Feuer noch lange kein Brand sei.

        Die EZB hat vorsätzlich und nachweislich eine gewaltige Menge Pulverfässer im Haus angehäuft. Eine Umkehr ist politisch und praktisch nicht möglich.

        (Herr Sinn propagiert an der Stelle die politische Union nach Schweizer Vorbild um das europäische Schuldenunionshaus zu retten. Freilich ein Luftschloss.)

      • weico
        weico sagte:

        @PW

        “(Herr Sinn propagiert an der Stelle die politische Union nach Schweizer Vorbild um das europäische Schuldenunionshaus zu retten. Freilich ein Luftschloss.)”

        Richtig.

        Hr. Sinn predigt ebenfalls den “naiven Traum” eines Grosseuropas .

        In seinem, von Hr.Stelter erwähnten Buch steht im …”Epilog: Der Weg nach Europa”,als “Lösung” :

        “Nach der Konsolidierung der Finanzen im Euroverbund sollte nicht die fiskalische Union,
        sondern zunächst die politische Union angestrebt werden. Europa braucht perspektivisch eine gemeinsame Regierung, eine gemeinsame Verfassung, eine gemeinsame Streitmacht und eine gemeinsame Außenpolitik, um sich in dieser Welt behaupten zu können. Und natürlich braucht es ein echtes demokratisches Parlament, bei dem im Gegensatz zu heute alle EU-Bürger das gleiche Stimmrecht haben. Bevor irgendwelche weiteren Schritte in die Richtung einer Vergemeinschaftung der Schulden und einer Fiskalunion getan werden, sollte die politische Union auf die Agenda kommen. Sie ist lange überfällig.”

        “Die EU prosperierte, als sie sich zur Freihandelsunion entwickelte. Sie geriet in eine Dauerkrise, als sie das Gemeinschaftsgeld einführte. Sie würde zerbrechen, wenn sie nun mit dem Vehikel des Euro versuchen würde, auf dem Weg zu einer Schulden- und Haftungsunion weiterzufahren.
        Dieser Weg ist eine Sackgasse, die ins Chaos führt, wie die unheilvollen ersten Jahrzehnte der USA gezeigt haben.
        Und eine Transferunion, wie sie Präsident Macron in seiner Sorbonne-Rede mit Nachdruck gefordert hat, würde Südeuropa zu einem großen Mezzogiorno machen. Sie wäre ein Schritt, der Europas Kräfte auf Dauer erlahmen ließe.”

        Sinn’s Vergleich mit der Modell Schweiz , lässt die wichtigste Komponente des Erfolgs leider ausser Acht.

        “Vor unseren Toren wird ein Modell gelebt, das den Weg und das Ziel einer politischen Union beschreiben könnte: die Schweiz. Nach Jahrhunderten der Kriege und Streitigkeiten zwischen den kulturell sehr unterschiedlichen Kantonen gelang es den Eidgenossen, aus verschiedenen Nationalitäten einen gemeinsamen Staat mit einem demokratischen Parlament und einer
        gemeinsamen Armee zu bilden. Die Schweiz ist zuvorderst eine politische Union.”

        Die Schweiz funktioniert nur so gut, weil Sie dank DIREKTE DEMOKRATIE , nicht in einer Grössenwahngebilden wie eine EU oder NATO eingebunden ist …

        Daher:
        Sinn’s Modell für ein Europa wird ein Traum bleiben bzw. es wird sich zunehmend zum Alptraum entwickeln.
        Die EU wird sich durch den Ukraine-Konflikt wieder stärker an die USA anbinden und zu einem reinen Anhängsel deren geopolitischen Interessen werden.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @D Tischer

        Wir reden wieder einmal aneinander vorbei. Persönliches Attackieren (“sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben”, “nachkarten”, “keinen souveränen Eindruck”) können Sie sich alles schenken. Bringt genau Null und interessiert mich auch nur insoweit, als dass ich keine Lust mehr habe, Ihnen zu erklären, dass ich was Anderes gemeint habe als das, worauf Sie reagieren.

        Vielleicht überlegen Sie bei unserer gemeinsamen Historie auch mal, ob Sie ggfs. etwas falsch verstanden haben. Wäre auch nicht das erste Mal (falls Sie sich nicht erinnern – u.a. Musk, Holzweg bei Kohlenwasserstoffen)

        (Ich rede NICHT über URSACHEN von Inflation. Ich wollte diskutieren, dass die aktuellen Preiserhöhungen überhaupt KEINE Inflation sind. Und habe erst dann weitere Gedanken angeschlossen.)

        TOx – hatten wir ja schon mal… WARUM geht das nicht ohne? Schauen Sie sich @troodon an – ich hab kein Problem mit hartem sachlichen Gegenhalten.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Ich rede NICHT über URSACHEN von Inflation. Ich wollte diskutieren, dass die aktuellen Preiserhöhungen überhaupt KEINE Inflation sind.”

        Na, da scheinen Sie den Bezug zur Realität aber verloren zu haben, und das zu schreiben bringt mir sicher wieder larmoyante Klagen über meinen angeblich so “toxischen” Diskussionsstil ein, aber sei es drum.

        Stellen Sie Ihre originelle These doch mal in der örtlichen Fußgängerzone oder im Supermarkt zur Diskussion und schreiben Sie uns dann Ihre Erfahrungen. :D

    • troodon
      troodon sagte:

      @stoertebekker
      “ABER in China/Indien ist Energie vermutlich billiger geworden”
      Wie kommen Sie darauf ?
      Öl dürfte für China/Indien weniger teurer geworden sein als für uns, wenn man jetzt vermehrt Russenöl kauft. Aber billiger, nein.

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @troodon

        Das ist akut richtig.

        Hab in längeren Zeiträumen gedacht, aber dies nicht geschrieben. Aus meiner Sicht wird es zu einer Rückkehr zum Angebot/Nachfrage-Gelichgewicht vor dem Krieg kommen (es gibt ja defacto keinen großflächigen physischen Ausfall auf der einen oder anderen Seite) und wenn dann Sanktionen gegen Russland weiterbestehen, wird das russ. Öl unter dem Vor-Kriegs-Niveau notieren.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Stoertebekker
        Klar, auch ich erwarte jetzt nicht mehrere Jahre Preissteigerungsraten von 7% p.a.
        Letztlich ist alles transitory ;)
        Allerdings erwarte ich in den nächsten Jahren in D/Europa schon höhere Inflationsraten als in den Jahren 2010-2020.
        Der preissenkende/preisdämpfende Effekt den Chinas Eintritt in den globalen Handel gebracht hat läuft aus. Zudem wird die Energiewende in D in den nächsten Jahren preistreibend wirken.
        Tesla hat gerade beim Model 3 den Preis um 7.000! auf € 49.900 angehoben…
        https://www.t-online.de/auto/recht-und-verkehr/id_91950408/tesla-model-3-wird-ueber-nacht-deutlich-teurer-e-auto-foerderung-sinkt.html

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        “Klar, auch ich erwarte jetzt nicht mehrere Jahre Preissteigerungsraten von 7% p.a.
        Letztlich ist alles transitory ;)”

        Langfristig gesehen sind wir auch alle tot…

        7% “transitory” Inflation werden aber viel schneller “sticky” als Sie sich das vorstellen können. In den 1970ern hat es auch funktioniert, wieso sollte es heute anders sein?

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        #transitory

        Wenn die Preissteigerung nach jetzt +7% nicht im nächsten Jahr auch mal ca. -5% macht (wohlwollend für +2% “Preisstabilität”), war die Inflation nicht transitory, sondern permanent. As simple as that. Permanent ist natürlich auch nur transitoy, wenn man den Zeitraum lang genug wählt. Also gucken wir am besten in 1-2 Jahren mal, was Sache ist/war…

      • troodon
        troodon sagte:

        @Richard Ott
        “Langfristig gesehen sind wir auch alle tot…”
        Genau darum ging es… Deshalb das “;)”

        @Thomas M
        “Permanent ist natürlich auch nur transitoy, wenn man den Zeitraum lang genug wählt. ”

        Gefällt mir :)

        Mir ging es genau darum, dass sich Notenbanker und Fratzscher&Co immer rausreden können bzgl. “transitory” aufgrund des nicht definierten Zeitraumes.

        Die Anpassung des EZB Inflationsziels im Juli 2021 war imho ein grober Fehler, da dort schon deutlichere Preissteigerungen absehbar waren. Nun ist man sehr weit “behind the curve”, kann mit Zinsanhebungen nun einmal nicht das Angebot an Weizen und Öl,Gas erweitern, stattdessen nur die Nachfrage abwürgen mit all seinen unschönen Nebenwirkungen. Wieder einmal besonders betroffenen, die untere Mittelschicht.

        Hoch gehebeltes Finanzsystem trifft auf Stagflation oder “slowflation”…nix gut
        “Slowflation”: https://twitter.com/DeItaone/status/1509902880433713157

  5. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ mann kann sich in den themen der inflationstheorien vertiefen und verlieren,
    um nicht die hauptursachen des schuldgeldsystems diskutieren zu müssen!

    der warenkorb als offizieller inflationsindikator ist natürlich manipulierbar.
    außerdem sind die börsen und immobilien nicht enthalten.
    und dort ist das meiste an der neu-druck-geldmenge der letzten jahre hineingeflossen.

    auf umwegen und verzögerung kommt auch diese geldmenge als inflation an.

    in einem wachstumszwangs-system muss es zu steigernden geldmengen schon wegen der steigenden zinslast, kommen.

    ja, es ist verwunderlich, dass sich alle verwundern über die steigende inflation!
    ja, wir haben jede krise mit neuen und noch größeren krediten zugepflastert und eine temporäre beruhigung erreicht.

    ja, auch dies waren letztlich die mechanismen der frühzeit zu der es anschließend zu hohen, gigantischen inflationsraten und währungsreformen, gekommen ist.

    wer heute etwas anderes predigt, der will und nur verar…….schen und vorsätzlich anlügen!
    es gab in der historie noch nie den beweis, dass sich das schuldgeldsystem heilen kann.
    den wird es auch niemals geben, weil es schon mathematisch garnicht möglich ist und auch in der praxis nicht!

    Antworten
  6. Andrea Saalburg
    Andrea Saalburg sagte:

    Ich freue mich jetzt schon auf die Podcast-Zeit am Sonntag. Ich hoffe, dieses Thema findet eine breite Hörerschaft. Allerdings verwundert mich die vielfach geäußerte „Verwunderung“ über die steigenden und hartnäckig hohen Inflationsraten. Die Notenbanken haben sich als wahre #Inflationsleugner erwiesen. Ökonomen der Österreichischen Schule haben das gewaltige Inflationspotenzial und die riesigen Spekulationsblasen an fast allen Märkten schon lange richtig erkannt und vorhergesagt. Dass sich die Inflation nicht schon früher in den Verbraucherpreisen manifestiert hat, lag u.a. an den nicht prognostizierenbaren eklatanten Tabubrüchen der Notenbanken.
    Mein halbes Bücherregal ist voll davon. Meine Investmentstrategie entsprechend auf Edelmetalle und Rohstoffe ausgerichtet. Wer nicht denken will muss fühlen.

    Antworten

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