„Klima-Wirtschaftswunder“ erfordern Produktivitätszuwächse

Heute Abend diskutiere ich bei hartaberfair unter anderem mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier über die richtige Klimapolitik. Ein heikles Thema, wie nicht nur die Leser von bto wissen. Sehr schnell wird es emotional und jeder, der versucht, etwas Nüchternheit in die Diskussion zu bringen, wird schnell in die Ecke des Klimaleugners verdammt. Nun, nach der Sendung werde ich meine ausführlichen Gedanken zu dem Thema zum Nachlesen veröffentlichen.

Bevor ich auf das Thema „Wirtschaftswunder“ durch Klimaschutzpolitik eingehe, zur Erinnerung eine Auswahl früherer Beiträge zu dem Thema:

→ „Zu billig, in einer Stadt den Klimanotstand auszurufen“

→ Technologie kann uns retten!

→ Kohleausstieg: 80 Milliarden für nichts

Und mein Appell an die „Fridays for Future“-Jugendlichen:

→ „Fridays For Future“: Demonstriert, aber bitte für Eure Zukunft!

Doch nun zum kommenden Wirtschaftswunder:

„CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hält ein neues Wirtschaftswunder in Deutschland durch den Klimaschutz für möglich. (…) Voraussetzung sei, dass es der Koalition gelinge, bei der Sitzung des Klimakabinetts in der kommenden Woche ein „Zukunftspaket“ aus Klimaschutzmaßnahmen und Wirtschaftsförderung zu schnüren.“

bto: Wenn man zynisch wäre, könnte man sagen, die Prognosequalität von Herrn Dobrindt ist nicht sonderlich ausgeprägt, steht er doch für das Thema „Ausländer-Maut“. Aber das muss man gar nicht. Ein Wirtschaftswunder setzt eine Kombination aus starkem Bevölkerungswachstum und steigender Produktivität pro Kopf voraus. Das Problem ist, dass es – ungeachtet der Zuwanderung – zu einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung kommt. Dies bedeutet immer weniger Wachstum. Dies könnte man kompensieren, wenn man das BIP pro Erwerbstätigen steigert, also die Produktivität erhöht. Problem ist hier, dass wir in Deutschland seit Jahren rückläufige Produktivitätszuwächse haben:
Jobmaschine Deutschland – Rückgang der Produktivität.

Die Aussage von Dobrindt setzt also voraus, dass wir in den kommenden Jahren deutlich höhere Produktivitätszuwächse haben als in den vergangenen Jahren. Und dies dank der Ausgaben für den Klimaschutz. Nun weiß man sehr gut, was die Produktivität einer Volkswirtschaft treibt. Entscheidend sind:

  • die Kapitalausstattung der Volkswirtschaft (also private und öffentliche Maschinen, Anlagen, Infrastruktur);
  • die Qualität der Ausbildung der Menschen;
  • der allgemeine technische Fortschritt, also die Innovationen.

Blickt man auf Deutschland, so muss man feststellen, dass es um alle drei Faktoren nicht gut gestellt ist. Zuletzt haben nur noch die Innovationen einen (kleinen) positiven Beitrag geleistet. → Wie Deutschlands Wohlstand schleichend erodiert.

Der Staat könnte das ändern, indem er mehr in die Infrastruktur investiert – Rückstand gibt es genug, beispielsweise im Bereich der Digitalisierung aber auch bei der normalen Infrastruktur. Der Staat könnte auch die Qualität des Bildungssystems steigern. Wir werden – gerade was die wichtigen Leistungen im Bereich Mathematik betrifft – regelmäßig nach unten durchgereicht. Auch Innovationen könnte der Staat mehr fördern. Wie gesagt „könnte“. Passieren tut nichts.

Daran ändert auch die Politik zum Klimaschutz nichts. Wer daran zweifelt, der lese mal nach, was so alles mit den 40 bis 80 Milliarden für den Kohleausstieg geplant ist: → Sind die 80 Milliarden für den Kohleausstieg doch sinnvoll?

Nichts, aber auch wirklich nichts davon erhöht die Produktivität. Es ist purer Konsum.

Aber es bleibt nicht dabei: „Als erste der drei Parteien der Großen Koalition hatte die CSU am vergangenen Wochenende eine ‘Klimastrategie’ verabschiedet, mit der die Reduzierung der Treibhausgase doch noch zu erreichen sei. Demnach sollen unter anderem energetische Gebäudesanierungen und der Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte gefördert werden.“

Ja, da frage ich mich, wie das die Produktivität erhöhen und damit ein neues Wirtschaftswunder bewirken soll. Aber was soll es. Gebäude sanieren, ist doch sicherlich richtig. Oder doch nicht?

Na ja, es kommt drauf an, welche Gebäude man wie saniert. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV) gemeinsam mit Mieterbund und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Kernaussage: Zurzeit wird das am stärksten gefördert, was am teuersten ist. Das ist grober Unfug. Es müsste das gefördert werden, was tatsächlich am meisten CO2 vermeidet.“bto: Das stimmt. Was noch schlimmer ist. Diese Art der Mittelverschwendung senkt sogar die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Aber was soll es.

Hier die weiteren Highlights aus der Studie, von der die WELT berichtet:

  • „Nach Einschätzung von Vertretern der Wohnungswirtschaft und des Deutschen Mieterbundes (DMB) müsste der Staat, und damit der Steuerzahler, ab sofort jedes Jahr bis zu 14 Milliarden Euro an direkten Zuschüssen zahlen, wenn die Klimaziele bis 2050 erreicht werden sollen.“ – bto: Das summiert sich auf mehrere 100 Milliarden.
  • „Schon bis 2030, also innerhalb von zehn Jahren, sollen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor um rund 40 Prozent auf 72 Millionen Tonnen pro Jahr sinken. Dazu hat sich die Bundesrepublik gegenüber der Europäischen Union verpflichtet. ‘Wir müssten 40 Prozent der Gebäude auf null Emissionen bringen. Oder aber 80 Prozent der Gebäude auf 50 Prozent der bisherigen Emissionen, sagte Michael Groschek, Präsident des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV). ‘Und ich halte es für eine Zumutung, solche Ziele zu formulieren, ohne zu überlegen, was es kostet, diese Ziele zu erreichen.’“ – bto: Und wie recht er damit hat. Vor allem ist es völlig irrsinnig, eine solche Reduktion zu versuchen, weil sie sehr unwirtschaftlich ist, wie diese Darstellung zeigt:

Quelle: WELT

  • Die Analyse zeigt deutlich, dass die einfachen Maßnahmen deutlich günstiger sind und deutlich mehr bringen! „Drei Viertel des Gebäudebestandes sind vor 1979 errichtet worden (…) Bei diesen Häusern ließen sich größere Energieeinsparungen viel günstiger erzielen. Versuche, die aktuellen Baustandards KfW 55 oder 40 auf noch geringeren Energieverbrauch zu trimmen, seien um ein Vielfaches teurer.“
  • „DV-Präsident Groschek forderte vom Klimakabinett auch mehr technologische Offenheit. ‘Die ausschließliche Fixierung auf das Dämmen ist sozial und ökologisch falsch, sagte er. ‘Mehr dämmen hilft mehr – das ist einfach falsch.’ Axel Gedaschko vom GdW sieht das ähnlich und fordert eine effizientere Art der Förderung. ‘Zurzeit wird das am stärksten gefördert, was am teuersten is’, sagte er.‘Das ist grober Unfug. Es müsste das gefördert werden, was tatsächlich am meisten CO2 vermeidet.’“

Wirtschaftswunder? Na, es wäre schon mal ein Anfang, wenn man bei der Verfolgung klimapolitischer Ziele etwas wirtschaftliches Denken einbringen würde!

→ welt.de: „Klimaschutz wird zur Milliardenfalle für Generationen“, 10. September 2019

→ spiegel.de: „Dobrindt sieht Chance auf Wirtschaftswunder durch Klimaschutzpolitik“, 11. September 2019

Kommentare (43) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Zur heutigen Sendung Hart aber fair:

    Gestern hat A. Will ihr Thema nicht in den Griff bekommen, heute F. Plasberg, der es noch nicht einmal verstanden hat.

    Angekündigt war „Wer zahlt für die Klimarettung“, gesendet wurde das Gelabere von Altmaier und Miersch, garniert durch Geschichten aus dem Leben der P. Pinzler und G. Thunberg sowie ein paar strenge Statements der Jungfunktionärin L. Bremer.

    Voll am Thema vorbei und letztlich ein gekonntes Ablenkungsmanöver.

    Die Frage, wer zahlt, ist damit aber nicht vom Tisch.

    Sie wird richtig hochkochen, wenn die Rechnung präsentiert wird.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Ticher

      Stellen Sie sich mal vor, 2 Wochen Atlantiküberquerung auf einem Segelschiff mit der jungen Klimazelotin Frau Bremer – und Sie können sich nicht einmal vor ihren Predigten aufs Klo flüchten weil es auf dem CO2-neutralen Greta-Segler ja keines gibt.

      Da wäre ich lieber zu Hause geblieben.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Gut, Dr. Stelter konnte nicht den Spielverderber geben, auch wenn er sicher gemerkt hat, dass er im falschen Film war.

        Aber dieser Frau Bremer auch noch erklären zu wollen, dass die Politik ihr auch die Rente versaut hat, ist einfach zu viel.

        Diese Frau wartet nicht auf Erklärungen, sondern auf die Rettung der Welt.

        Wenn das geschafft sein wird – und der Klimaversager Altmaier WEISS bereits, dass es gelingen wird –, ist ihre Rente kein Problem mehr :-)

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Das Verständnis dafür, dass bestimmte Maßnahmen mit bestimmten Kosten verbunden sind und die auch inakzeptabel hoch sein könnten, schien der jungen Frau ja total abzugehen. Sie glaubte noch nicht einmal, dass es irgendein mittleres Szenario zwischen Einhaltung der Pariser Klimaziele und Weltuntergang geben könnte – „es gibt nur schwarz oder weiß“. Da wird eine willkürlich festgelegte Grenze (das 1,5-Grad-Ziel), die wiederum auf unsicheren Annahmen (nämlich des konkreten Einflusses einer CO2-Konzentrations-Änderung auf die Temperaturänderung der Erdatmosphäre) beruht zu einem religiösen Dogma. Wahrscheinlich hat sie nie versucht, die IPCC-Berichte zu lesen oder die Gedankengänge die dahinter stecken, nachzuvollziehen, sonst hätte sie nicht so kompromisslos argumentieren können.

        Aber das ist wie bei der Bibel, da wurden ja auch viele Stellen aus den Originaltexten redigiert oder Überlieferungen ganz gestrichen um eine bestimmte theologische Botschaft zu erzeugen. Unsere Klimareligion soll ganz offensichtlich eine fundamentalistische Weltanschauung werden.

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      Hansjörg Pfister sagte:

      Ich konnte die Sendung nicht bis zum Ende verfolgen. Es war unerträglich, ein dümmliches seichtes Gelabere, flankiert von dieser Öko – Taliban, die auswendiggelernte Sprechblasen absonderte. Herr Stelter, der als einziger überhaupt etwas Substantielles zum Thema beigetragen hat, kam kaum zu Wort. Als dann auch noch dieser Skipper, der die heilige Greta über den Atlantik brachte, aufgefahren wurde, war die Schmerzgrenze endgültig überschritten, ich habe abgeschaltet.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Pfister

        Vergessen Sie nicht, dass Greta nie seekrank wird! Sie sitzt auf der Yacht und lächelt die ganze Zeit – und macht aus einem kleinen Proviantrest ein opulentes veganes Festmahl für die ganze Crew. Geheiligt sei ihr Name!

        Besonders schwach fand ich, dass die merkwürdige Logistik der angeblich CO2-neutralen Greta-Segel-PR-Aktion nicht detailliert diskutiert wurde. Der interviewte Skipper reiste mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland – und dafür flog eine andere komplette Crew nach New York, die das Segelschiff über den Atlantik wieder nach Europa überführte. Wie kann so ein Schwachsinn ein Zeichen für „Klimaschutz“ sein, und wieso wird Kritik an diesen Methoden in unserem zwangsfinanzierten Gesinnungsrundfunk einfach so abgebügelt?

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    ruby sagte:

    In der Sendung werden 4 + 1 gegen die Fachmeinung medialisieren.
    Es wird also das Ziel 80% Mehrheit zu 20% Minderheitsposition zelebriert werden.
    Was also als Taktik wählen?
    -Sachverhaltsvorsprung präsentieren
    – perfekte Gegenbeispiele bringen
    – Haftung personalisieren
    -Realitätsuntauglichkeit zeigen
    -Zwangsgesellschaft anklagen
    – Gleichheit bei Umwelt, keine Grenzen keine Unterschiede
    -Vernetzung statt Vorreiterschaft
    -Lösung bei Scheitern darstellen (eigenes Fass aufmachen)

    Widerstand soll zur Isolation kommuniziert werden!
    Dem muß man die Basis entziehen, es gibt keinen Konsens zum Zentralismus: Volksabstimmung über eine deutsche Verfassung ist Voraussetzung.

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    Michael Stöcker sagte:

    Wer sich jenseits von rechten oder linken Ecken eine wissenschaftlich fundierte Meinung bilden möchte, der hat hier dazu Gelegenheit: https://youtu.be/4K2Pm82lBi8

    Dass Alexander Dobrindt von „Wirtschaftswunder“ schwadroniert, spricht allerdings Bände. Unglaublich, wie viel Schwachsinn ein Minister so von sich geben kann. Kommt noch vor Strafzinsen und Todessteuer.

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      Michael Stöcker sagte:

      Apropos Strafzinsen. Zu diesem fundamentalen Missverständnis hat Norbert Häring ein paar passende Zeilenverfasst:

      „Als die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Zins für Bankguthaben bei der Zentralbank von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt hat, war in fast allen Medien von einem höheren Strafzins die Rede. Dabei ist der Ausdruck grob irreführend. Er bedient und vertieft ein Fehlverständnis von der Funktionsweise der Geldpolitik und richtet damit beträchtlichen Schaden in den Köpfen an.“

      So ist es. Zahlreiche Kommentare auch hier in diesem Forum sind beredtes Zeugnis dieser kollektiven Fehlprogrammierung.

      http://norberthaering.de/de/27-german/news/1172-wider-den-unsinn-von-den-strafzinsen-oder-wie-die-unkonventionelle-geldpolitik-wirklich-funktioniert

      LG Michael Stöcker

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        troodon sagte:

        @ M.S.
        Selbstverständlich verleihen Banken ihre ZB-Guthaben nicht an Unternehmen.

        Aber ich finde es trotzdem nicht falsch von Strafzinsen zu schreiben. Die deutschen Banken könnten z.B. die ZB-Guthaben im Interbankenmarkt an italienischen Banken verleihen.
        Klar, dann wären die dortigen ZB-Guthaben zunächst höher, aber die italienischen Banken müssten sich dann entsprechend weniger über die EZB/Banca d’Italia refinanzieren.
        Theoretisch ein Vorteil für die deutschen Banken (sie verleihen den italienischen Banken das Geld z.B. für -0,1% und sparen damit ggü. den -0,4% bzw. jetzt -0,5%) und die italienischen Banken brauchen sich nicht mehr zu 0% bei den ZB verschulden, haben also auch einen Vorteil von 0,1%.
        Weil es die deutschen Banken nicht machen, sie werden ihre Gründe haben, werden sie mit -0,5% für Guthaben bei der EZB bestraft.

        Was ist an dieser Sichtweise falsch ?

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        Richard Ott sagte:

        @troodon

        „Weil es die deutschen Banken nicht machen, sie werden ihre Gründe haben“

        Hehehe. Was das wohl für Gründe sein könnten….

        „Was ist an dieser Sichtweise falsch ?“

        Nichts. Aber Sie versuchen eine Sachdebatte führen, obwohl es in Wirklichkeit ein Framing-Thema ist. „Strafzins“ klingt so böse und autoritär, aber da helfen die Spezialisten, die sich zum Beispiel auch für die SPD die Gesetzesnamen ausdenken. Wie wäre es denn mit „Gute-Konjunktur-Zins“? Oder „Kreditvergabe-Ansporn-Zins“? Oder „magischer Schulden-Weg-Zins“?

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        Michael Stöcker sagte:

        Sehr geehrter Herr Präuner,

        schön, dass Sie nachfragen. Ich habe einige Kapitel intensiver durchgearbeitet, andere hingegen nur überfolgen, da mAn weniger interessant. Georg Quaas bietet einen guten Überblick über die aktuellere Diskussion in der deutschsprachigen Wissenschafts- und Bloggerszene (Heinsohn/Steiger, Stadermann, Riese, Helmedag, Ehnts, Menéndez, Müller, Stöcker…), arbeitet sich aber für meinen Geschmack hier und da zu sehr an der einen oder anderen Person ab. Ich stimme mit vielen seiner Kritikpunkte überein, jedoch nicht mit einem seiner zentralen Anliegen: Der Verteidigung des Geldschöpfungsmultiplikators sowie der multiplen Geldschöpfung. Ich bin mir nicht so sicher, ob er das Prinzip der Geldsystemhierarchie erkannt und/oder verstanden hat, obwohl er sich völlig korrekt auf das reale Konzept eines zweistufigen Geldsystems konzentriert.

        Vernichtend ist seine Kritik gegenüber der österreichischen Schule sowie der durch Hans-Werner Sinn angezettelten TARGET-Debatte, die ich in Gänze teile.

        Was mir zu kurz kommt bzw. völlig ignoriert wird, dass ist die geldtheoretische Wende, die durch Basil Moore Anfang der 80er Jahre eingeleitet wurde (Horizontalists and Verticalists). Ebenfalls unerwähnt bleibt Perry Mehrling. Das hätte seinem Blick auf den sogenannten Geldschöpfungsmultiplikator sowie die multiple Geldschöpfung – und somit mancher Kritik an den jüngsten Richtigstellungen der Bundesbank – vielleicht doch eine andere Richtung gegeben. Insofern ist auch dieses Buch ein weiteres Beispiel für Robert Musils „Wir irren vorwärts“.

        LG Michael Stöcker

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        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Was ist an dieser Sichtweise falsch ?“

        Die Zentralbank erbringt im Rahmen des zweistufigen Geldsystems zahlreiche Dienstleistungen. Für diese Dienstleistungen entstehen der Zentralbank Kosten, die durch Zinseinnahmen zu decken sind. Bis zur Nullzinsgrenze sind dies insbesondere der Hauptrefinanzierungssatz sowie in geringerem Umfang die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Bislang ist meines Wissens noch niemand auf die Idee gekommen, hierbei von einem Strafzins oder Strafgebühr zu sprechen. Wenn nun also die Kosten der Zentralbankgeldbeschaffung bei null liegen, weil der Hauptrefinanzierungssatz am ZLB bei null liegt, dann sind es eben nun die Geldaufbewahrungsgebühren, mit denen die Zentralbank ihre Kosten deckt.

        Dass sich die Zentralbank in einer derartig misslichen Situation befindet, ist ein politisches Desaster sondergleichen. Nicht ganz zufällig hatte ich 2014 geschrieben: „Die schwarze Null ist der Sargnagel für ein friedliches und vereinigtes Europa.“ https://zinsfehler.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

        LG Michael Stöcker

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        troodon sagte:

        @ M.S.
        Ihre Antwort überzeugt mich nicht. Muss sie natürlich auch nicht.

        „Für diese Dienstleistungen entstehen der Zentralbank Kosten, die durch Zinseinnahmen zu decken sind. “

        Dann könnte man z.B. die Höhe der Negativzinsen auf ein ausgeglichenes Ergebnis der EZB ausrichten.
        Aber selbst mit einem Verlust wäre die EZB bekanntermaßen weiter handlungsfähig…

        Meinen Sie, es würde Negativzinsen geben, wenn der Interbankenmarkt problemlos funktionieren würde ?

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        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Meinen Sie, es würde Negativzinsen geben, wenn der Interbankenmarkt problemlos funktionieren würde ?“

        Die Fakten sprechen für sich:

        -0,10 % BoJ
        -0,25 % Riksbank
        -0,70 % SNB
        -0,75 % Dänische Nationalbank

        LG Michael Stöcker

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Die Zentralbank erbringt im Rahmen des zweistufigen Geldsystems zahlreiche Dienstleistungen. Für diese Dienstleistungen entstehen der Zentralbank Kosten, die durch Zinseinnahmen zu decken sind.>

        Sie erbringen nur Dienstleistungen?

        Sie machen GESCHÄFTE mit den Geschäftsbanken und profitieren dabei in aller Regel mit Mrd.-Gewinnen.

        Wenn das nicht genug ist und daher für „Dienstleistungen“ noch Mrd. kassiert werden dürfen, dann würde ich vorschlagen:

        Wenn der Staaten meinen, dass IHRE Notenbanken die Geschäftsbanken mit Dienstleistungsgebühren belasten müssen, dann sollen die STEUERZAHLER und nicht die Bankkunden dafür aufkommen.

        ODER, zumindest denkbar:

        Die Banken sollten von KONTRAHIERUNGSZWANG mit den Notenbanken entbunden werden.

        Dann sollen entweder die Notenbanken oder die Geschäftsbanken ohne den jeweils anderen die Geldversorgung betreiben.

        Ihre Begründung ist zwar nicht falsch, aber schwach, ganz schwach.

      • Avatar
        Skeptiker sagte:

        Toller Artikel von Norbert Häring. „Zins für Bankguthaben bei der Zentralbank von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt“. Ich fasse das einmal verkürzt und mit meinen Worten zusammen:

        Woher kommt das Zentralbankguthaben?
        Vor allem aus den QE-Maßnahmen der letzten Jahre. Da haben die Banken viele Wertpapiere zu hohen Kursen an die EZB verkauft. Jetzt schneidet sich die EZB jedes Jahr 0,5% davon ab. Wieso also Mitleid haben? Bemerkenswerterweise führt die Kreditvergabe an Unternehmen nicht zu einer Änderung des Zentralbankguthabens, was vielleicht auch ein Grund ist, dass die -0,5% keine stimuliertende Wirkung entfalten.

        Was tun?
        Das Geld wieder aus der EZB heraustragen. Etwa Wertpapiere zu noch höheren Kursen als bei QE von der EZB zurückkaufen und garantierte Verluste einfahren. Oder Bargeld von der EZB abziehen, nur fehlt es da am Volumen.
        Spannend wird, ob die Banken genügend Phantasie entwickeln, um sich von der Zentralbank unabhängiger zu machen. Ideen dazu sind hier schon genannt worden. Der Pferdefuß ist, dass das gesetzliche Zahlungsmittel nur von der Zentralbank ausgegeben wird.

        Ergebnis?
        Vermögenspreisinflation. Je näher man an dem Geldhahn der EZB herankommt, um so mehr profitiert man von der größeren Geldmenge (Cantillon-Effekt). Das betrifft nicht nur die Vermögensbesitzer, sondern auch die Anleihen ausgebende Großindustrie. Seltsamerweise profitieren die europäischen Banken trotz ihrer Nähe zur EZB nicht vom Cantillon-Effekt, aber zum Beispiel die amerikanischen von der Großzügigkeit der FED.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      Ach, Herr Stöcker, jetzt promoten Sie ja schon wieder die staatsfinanzierte Clickbait-Flatulenz-Expertin https://www.youtube.com/watch?v=LQAF3b0luDw aus dem öffentlich-rechtlichen „Funk“-Netzwerk bei Youtube. Dieses Mal sogar mit Rezo-Gastauftritt.

      Wenn Sie Mai Thi Nguyen-Kim für politisch neutral halten, dann können Sie sich auch aus dem „Kommunistischen Manifest“ wissenschaftlich fundiert über Wirtschaftspolitik informieren.

      Haben Sie schon wieder vergessen, wie dünn ihre Diskussion über die Kosten der sogenannten „Energiewende“ in ihrem ersten Klima-Video war? Sie hat damals einfach nur 2 Studien rausgesucht, denen zufolge die Kosten vernachlässigbar klein sind oder sogar ein Gewinn dabei herauskommt, dann noch ein nachdenkliches Gesicht gezogen und gesagt dass die Studien ja ganz viele Annahmen haben und das schwierig zu beurteilen sei und dann gings für sie weiter zum nächsten Unterpunkt.

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        troodon sagte:

        @ M.S.
        Aus dem verlinkten Video:

        „Wer günstiger produziert, hat einen Marktvorteil“

        Ja. Wenn wir in D also unsere Produktion einseitig verteuern, freuen sich andere Regionen auf der Welt. Es sei denn, es würden weltweit die gleichen Regeln bzgl. Co2 gelten. Das aber ist eine Illusion.
        Ob die Youtuberin sich der Folgen des Satzes bewusst ist, möchte ich bezweifeln.

        „Dieses Upgrade muss ich mir erst einmal leisten können“ (min 10:30).
        Tja, schön auf den Punkt gebracht. Wir müssen dafür sorgen, dass wir in D uns diese Upgrades auch in Zukunft tatsächlich leisten können . Wenn wir so weiter machen, habe ich meine Zweifel daran.

        Zum Thema Abwanderung von Unternehmen aus D aufgrund steigender Produktionskosten: „Die Gefahr kann man nur bannen, wenn man Co2 Bepreisung in allen Ländern einführt“
        Na dann mal viel Erfolg… Realismus ist für Loser.

        Dieses Video als Empfehlung zur Bildung einer „wissenschaftlich fundierte Meinung“ aufzuführen, erscheint mir doch deutlich positiv übertrieben.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >„Die Gefahr kann man nur bannen, wenn man Co2 Bepreisung in allen Ländern einführt“>

        Wenn die Klima-Advokaten einmal EHRLICH sind, werden sie im gleichen Augenblick UNREALISTISCH.

        Ich bin der Überzeugung, dass noch nicht einmal die EU eine einheitliche CO2-Bepreisung hinbekommt.

        Die außerordentlichen Belastungen, die auf Länder wie z. B. Polen zukämen, wären nur durch Transfers auszugleichen, die es nicht geben wird, weil sie nicht zu leisten sind.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ D.T.
        „Wenn die Klima-Advokaten einmal EHRLICH sind, werden sie im gleichen Augenblick UNREALISTISCH.“
        Sie wollen die Gefahr vielleicht auch gar nicht tatsächlich bannen, nehmen sie einfach in Kauf, weil sie wissen, dass es unrealistisch ist. Man hat einfach höhere Ziele als an den Wohlstand in D zu denken. „Unsere Leute zuerst“ passt da nicht ins Weltbild.
        Man muss schon bereit sein, Wohlstand zu opfern. Im Zweifelsfall, sind es immer andere die die Opfer bringen müssen, wenn man den staatlich gut bezahlten Job ergattert hat. Wandlitz lässt grüßen…

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon und Dietmar Tischer

        „Ob die Youtuberin sich der Folgen des Satzes bewusst ist, möchte ich bezweifeln.“

        Ihre Einschätzung ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass Sie nicht bis zu Ende geschaut/gehört haben. Denn dieses Thema wurde explizit abgearbeitet. Einfach noch mal bis zu Ende schauen.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich bin auch der Meinung, dass es immer Leute gibt, die nur einen Vorwand brauchen, um Macht zu erlangen.

        Das war schon immer so, wird vermutlich auch immer so sein.

        Gestern waren es Erlösungsversprechen der unterschiedlichsten Art – von transzendenter Sündenvergebung bis zur klassenlosen Gesellschaft –, heute ist es auch eines:

        Verhinderung der Klimakatastrophe.

        Es gibt natürlich schon einen Unterschied:

        Die Klimakatastrophe ist nicht aus der Luft gegriffen, es gibt m. A. n. starke Indikatoren, dass wir auf eine zulaufen.

        Es ist aber trotzdem ein NICHT realisierbares ERLÖSUNGSVERSPRECHEN, mit dem die Aktivisten antreten.

        Und ja, die ANDEREN haben dafür zu bezahlen.

        Und dann noch die Unverfrorenheit, keine Rechenschaft für dieses Ansinnen ablegen zu wollen.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ M.S.
        Ich hatte mir das Video zu Ende angesehen.

        Nicht erkennen kann ich „dieses Thema wurde explizit abgearbeitet“

        Es wird genau NICHT über die Folgen für D gesprochen, wenn eben nicht weltweit eine CO2 Bepreisung erfolgt.

        Von daher meine Frage, was konkret meinen Sie mit „explizit abgearbeitet“ ?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Von daher meine Frage, was konkret meinen Sie mit „explizit abgearbeitet“ ?“

        Das hier: https://youtu.be/4K2Pm82lBi8?t=930

        Und wer nicht mitmachen möchte, der bekommt auf seine Exportwaren an der EU-Außengrenze einen CO2-Zoll zuzüglich Verwaltungskosten sowie Verweigerungsgebühr. Wie gesagt, alles ein Frage des politischen Willens.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ M.S.
        Ich hatte schon befürchtet, dass sie diese Stelle nennen…

        „Und wer nicht mitmachen möchte, der bekommt auf seine Exportwaren an der EU-Außengrenze einen CO2-Zoll zuzüglich Verwaltungskosten sowie Verweigerungsgebühr. Wie gesagt, alles ein Frage des politischen Willens.“

        Damit hätte sich dann wenigstens das leidige Thema Exportüberschuss für D ganz schnell erledigt. Oder meinen Sie, das blieben einseitige Maßnahmen ?

        Dann reden wir nicht mehr über einen Handelskrieg angefacht von Trump, sondern einen Klima-Handelskrieg der für D wirtschaftlich katastrophale Auswirkungen hätte, wenn so ein Konzept kurzfristig umgesetzt würde, ohne dass vorher die deutsche Wirtschaft massiv umstrukturiert, die Exportabhängigkeit massiv reduziert wurde.

        Aber klimafreundlich wäre ein massiver Wirtschaftseinbruch in D auf jeden Fall.
        Nicht umsonst schrieb ich: „Man muss schon bereit sein, Wohlstand zu opfern. Im Zweifelsfall, sind es immer andere die die Opfer bringen müssen, wenn man den staatlich gut bezahlten Job ergattert hat. Wandlitz lässt grüßen…“

        Und ich bleibe dabei, es wird genau nicht über die möglichen negativen Folgen in dem Video gesprochen.
        Es wird kurz angeführt:“„Die Gefahr kann man nur bannen, wenn man Co2 Bepreisung in allen Ländern einführt.“

        Dies dann als „abgearbeitet“ zu bezeichnen, ist schon (mir fehlen die netten Worte)… Sie zeigen jetzt wenigstens die Mittel, an die Sie denken.

        „auf seine Exportwaren an der EU-Außengrenze “
        Wenn man denn überhaupt ein EU-weite Regelung hin bekäme, was man auch schon bezweifeln darf.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Wie gesagt, alles ein Frage des politischen Willens.>

        Stimmt.

        Wenn dann einige Länder AUSSERHALB der EU untereinander vereinbaren, keinen CO2-Zoll, keine Verwaltungskosten und keine Verweigerungsgebühr zu erheben – sagen wir die USA und China – was dann?

        Dann werden nicht nur die Klimaziele nicht erreicht, sondern die EU schaut zu, wie die Weltwirtschaft an ihr vorbei WÄCHST.

        Wie einig wird die EU sein, das zu wollen?

        Ich bin mal gespannt, wie viel politischer Wille da fürs Zuschauen aufgebracht werden wird.

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      Jürgen Wanninger sagte:

      Wissenschaftlich funfiert? Haha! Das PIK ist nicht DIE Wissenschaft sondern Speerspitze der CO2-Klimahysteriker! Ein Lobbyverein, der vom angeblich durch CO2 verursachten Kliamwandel lebt udn dabei gut verdient! Vielleicht mal bei EIKE nachlesen. Da engagieren sich über 50 Naturwissenschaftler, um gegen die CO2-Schwachsinn zu informieren.

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    Alexander sagte:

    Umweltschutz, der Kreditaufnahme=Kapazitätsauslastung ermöglicht ist DIE Innovation für konjunkturelle Belebung.

    Diese Idee eines Umweltschutz-Wirtschaftswunders wirkt systemstabilisierend und ist nicht zu hinterfragen, Produktivität/Bildung/Restinnovation sind auf einem guten Weg und werden selbstverständlich aus tiefster Überzeugung verfolgt – von allen Parteien.

    Ersetzt man Umweltschutz durch Zuwanderung und bewirkt ähnliche Folgen=Neuverschuldung, sind auch diese Innovationen nicht zu kritisieren.

    Die Regierung macht einen super Job.

    ….oder……wie rette ich meine Haut, d.h. ein überschuldetes Geldsystem unter Einhaltung der schwarzen Null, damit der Wähler nichts merkt.

    (Alternativen zum Abschwung gibt es kurzfristig keine, die Weihnachtsgelder der chemischen Dämmstoffindustrie/Handwerk/Dienstleistung etc. & Co. wollen auch dann erwirtschaftet werden, wenn die Schlüsselindustrie in einer Rezession steckt. )

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      Richard Ott sagte:

      @Alexander

      „Ersetzt man Umweltschutz durch Zuwanderung und bewirkt ähnliche Folgen=Neuverschuldung, sind auch diese Innovationen nicht zu kritisieren.“

      Wenn wir statt „Klimaschutz“ und Zuwanderung von Unqualifizierten stattdessen im großen Stil einfach sinnlos Erdlöcher ausbaggern und wieder zuschütten würden, dann könnten wir genau so hohe Kosten erzeugen aber hätten wenigstens noch ein sicheres Stromnetz und weniger Kriminalität.

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        Alexander sagte:

        @ Richard Ott

        Transferleistungs-süchtige Gesellschaften durchblutet man nicht den Umsätzen aus gegrabenen Löchern.

        Das deutsche Märchen vom Reichtum verlangt andere Illusionsbrücken, als zu Zeiten von Keynes.

        Was mich zum Besorgtbürger macht ist der Umstand, dass solche Brücken keine Wege sind und das andere Ufer nicht in Sicht ist – allen ungedeckten Versprechen zum Trotz.

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        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Transferleistungs-süchtige Gesellschaften durchblutet man nicht den Umsätzen aus gegrabenen Löchern. Das deutsche Märchen vom Reichtum verlangt andere Illusionsbrücken, als zu Zeiten von Keynes.“

        Hmm. Wie wäre es mit Manufaktur-Homöopathie? Wir könnten ein paar Millionen Leute dazu ausbilden, homöopathische Mittel in 100% Handarbeit herzustellen. (Natürlich auf die traditionelle Art, eine Packung Medikamente im Klo runterspülen und dann im Klärwerk die fertige Verdünnung abfüllen, zählt nicht.)

        Oder hätten Sie noch eine Idee für eine schöne aber unschädliche Sinnlos-Beschäftigung mit hohem Lifestyle-Faktor, die auch in Berlin gut ankommen könnte?

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    Wolfgang Selig sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    ich wünsche Ihnen viel medialen Erfolg bei hart aber fair. Lassen Sie sich von den anderen Teilnehmern bitte nicht einreden, diese hätten Interesse an einem echten Meinungsaustausch; dieser findet grundsätzlich ohne Wählerbeobachtung statt. Und lassen Sie sich vor allem nicht in die rechte Ecke stellen, nur weil Frau Dr. Weidel von der AFD in der Generaldebatte des Deutschen Bundestages aus Ihrem „Märchen vom reichen Land“ zitiert hat. Der übliche Weg vieler bequemen Leute heute ist, die Fakten von Experten schnell in die rechte Ecke zu schieben, damit man sich nicht damit befassen muss. Solche Ecken gibt es zwar tatsächlich, aber Sie gehören nicht dazu. Es ist ein kleiner Fortschritt, wenn Leute wie Sie in der ARD überhaupt auftreten dürfen; das sollte man nicht gering achten. Andere gute Leute dürfen das nämlich seit Jahren nicht. Bitte achten Sie nur darauf, dass Sie nicht zu schnell sprechen und immer daran denken, dass der Durchschnittszusehen weder Ihr Vorwissen noch Ihren IQ hat; hier liegt Ihre Schwachstelle, wenn Sie sich für ein Thema begeistern. Polit- und Mediensprech zu lernen ist zeitaufwendig und mühsam, aber nötig, wenn man am Bildschirm verständlich rüberkommen will. Vergessen Sie nie, dass die Politiker dort alle Schauspielprofis sind; Experten sind das regelmäßig nicht.

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      Richard Ott sagte:

      Tolles Panel der Mitdiskutanten, super ausgewogen:
      https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/index.html

      Ein CDU-Minister, ein SPD-Abgeordneter und „Mitglied der Kammer für nachhaltige Entwicklung der Evangelischen Kirche in Deutschland“, eine Jungradikale von „Fridays for Future“, eine linke ZEIT-Journalistin und Gewinnerin des „UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe in der Kategorie Printmedien für das Buch ‚Vier fürs Klima: Wie unsere Familie versucht, CO2 neutral zu leben'“ und einer der Fährmänner für die heilige Greta bei ihrer Atlantiküberfahrt ohne Klo, der nach erfolgreicher Anlieferung der Erlöserin in New York mit dem Flugzeug nach Europa zurückgeflogen ist (aber nicht verraten!).

      Wird interessant zu sehen sein, wer der Watschenmann fürs linke Umwelttribunal wird: Der Minister, weil das „Klimaschutzpaket“ als unzureichend für die Weltrettung eingeschätzt wird oder unser Dr. Stelter, weil er den Spielverderber gibt der auf die horrenden Kosten und die wirtschaftliche Sinnlosigkeit der Vorschläge hinweist?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Bitte sehen Sie das nicht so negativ. Es ist eine große Leistung von Herrn Plasberg, Herrn Dr. Stelter einzuladen und gegen die politischen Ziele der Sendeleitung durchgesetzt zu haben.. AFD-Mitglieder verbieten sich für den Sender von selbst, da die AFD den menschlichen Einfluss aus Sicht der ARD-Führung nicht anerkennt, wären aber natürlich die geborene Opposition für eine solche Sendung. Und andere Kritiker wie die Vertreter der Werteunion werden von Leuten wie Herrn Altmeier als politischer Gegner wahrgenommen. Solange Herr Dr. Stelter keine Parteienwerbung macht, hat er die Chance, Sachverstand in eine solche Debatten zu bringen, die einem kritischen Politiker nie zugestanden würde. Und zwar nur, weil der einem Herrn Altmaier nicht gefährlich werden kann.

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      troodon sagte:

      Schließe mich den Worten von Herrn Selig an und wünsche Ihnen gutes Gelingen bei „Na, es wäre schon mal ein Anfang, wenn man bei der Verfolgung klimapolitischer Ziele etwas wirtschaftliches Denken einbringen würde!“

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      Dietmar Tischer sagte:

      Auch ich wünsche gutes Gelingen bei der Sendung „Einer gegen alle“.

      Den Empfehlungen von Wolfgang Selig schließe ich mich an und füge hinzu:

      Lieber eine Gegenbegründung weniger und die anderen langsam und klar verständlich vorgetragen.

      Und:

      NICHT über die Klimaziele streiten – würden Sie es tun, stünden Sie sofort in der „falschen Ecke“ und würden als „Leugner“ gebrandmarkt. Alle Ihre Vorbringen würde im Meinungsspektrum als entwertet gelten.

      Dr. Stelter, Sie sind Wissenschaftler, der die Politik und andere die Ziele formulieren lässt.

      Sie zeigen „nur“ auf, dass sie mit den avisierten Maßnahmen und dazugehörenden Kosten nicht zu erreichen sind.

      Wenn die Zuschauer zumindest ahnen oder sogar begreifen, dass ein Kartenhaus errichtet werden soll, das aufgrund von auf Fakten beruhenden Zahlen unweigerlich zusammenfallen wird, haben Sie ALLES erreicht, was in so einer Sendung zu erreichen ist.

      Es wäre sehr viel.

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        Thomas M. sagte:

        Auch von mir toi toi toi! Und gerne den besonders wichtigen Punkt / die besonders große Zahl wiederholen – zumal wenn diese vorher von der Runde schon mal weggewischt wurden; damit diese nicht verloren gehen im Rauschen und damit deren Signalwirkung steigt.

        Inhaltlich sehr interessant finde ich den Punkt: Warum nicht mehr für alte Gebäude tun? Die Mehrzahl der Deutschen wohnt nun einmal in diesen, so dass es nicht nur wirtschaftlich wäre, dort anzusetzen, sondern auch ein langfristiger Gewinn für die Bevölkerungsmehrheit in punkto Heizkosten.

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    Richard Ott sagte:

    Kriegen wir unser supertolles „Klima-Wirtschaftswunder“ eigentlich noch schneller wenn die Huthis regelmäßig saudische Ölraffinerien in Flammen setzen und den Ölpreis 10% steigen lassen, oder ist das böse klimafeindlich wegen dem ganzen schlimmen CO2 das dabei freigesetzt wird?

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      Starchild sagte:

      @Richard Ott
      bin mir gar nicht so sicher ob es wirklich die Huthis waren oder evtl. doch eine false-flagg. Schon vor einigen Monaten sprach Putin über die Möglichkeit eines immens steigenden Ölpreises und als Astrologe weiss ich: es steht darüber was in den Sternen: wenn Jupiter Konjunktion Pluto in 2020 = Öl-Konstellation.
      Die Weltführer kennen die Sterne sehr wohl auch ;) .
      Wie schon Rockefeller in seinen Memoiren schreibt : geplant ist eine ganz große Krise um ein neues Weltsystem zu installieren – wir Otto-Normalos sind da immer einige Schritte hinterher .
      Weiss hier jemand wie man in Öl halbwegs sicher investiert /platziert ? Aktien ? ETFs? anderes ?

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      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Starchild

        Unterschätzen Sie die Huthis nicht. Die haben schon in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie in der Lage sind, Ziele tief im saudischen Staatsgebiet mit Drohnen oder Raketenartillerie oder irgendwelchen anderen ballistischen Raketen anzugreifen.

        https://www.youtube.com/watch?v=cfaPic5UVoE
        „Houthis Strike Largest Saudi Oil Field As UAE-backed And Saudi-backed Forces Clash For Aden“ – das war im August 2019

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