„Zu billig, in einer Stadt den Klimanotstand auszurufen“

Bekanntlich war früher alles besser. Na ja, auch das stimmt sicherlich, wobei man mit Blick auf Politiker, nicht nur der SPD, durchaus den Eindruck haben kann. So erging es mir, als ich dieses Interview mit Burkhard Drescher, früherer Oberbürgermeister von Oberhausen und jetzt Geschäftsführer von Innovation City Bottrop im Deutschlandfunk gehört habe. Es zeigt einfach, dass es durchaus möglich ist, unideologisch zu handeln.

Ganz anders, als dass heute der Fall ist, wo wir immer mehr Überzeugungstäter am Werk haben, die unter dem Vorwand die Welt retten zu wollen, in Wahrheit ihre Umverteilungswünsche und Neidgefühle adressieren. Doch lesen wir mal, was der SPD-Politiker zu erfolgreichem Umweltschutz sagt. Das Interview führte der Redakteur Zurheide. (Übrigens kam es an einem Samstagmorgen, wo vermutlich wenige Leute zuhören, nicht zur Hauptsendezeit.):

  • Zurheide: Sie sind in Bottrop seit fast zehn Jahren unterwegs und haben den CO2-Ausstoß um 50 Prozent reduziert. Was haben Sie da gemacht? Drescher: Wir wollen den C02-Ausstoß bis 2020 um 50 Prozent reduzieren (…) und wir haben uns auf das Machen konzentriert. (…) Was wir gemacht haben, ist, die Bürgerinnen und Bürger, die Hausbesitzer, die Energieversorger, die Handwerker, alle Beteiligten in einer Stadt, in einem Stadtquartier zunächst mal für die Idee zu gewinnen und dann über ganz gezielte Energieberatungen jeweils in den einzelnen Häusern Vorschläge zu unterbreiten.“ – bto: also ein sehr pragmatischer Ansatz und keine Verbotskultur.
  • „(…) wie die Leute einerseits was für den Klimaschutz tun können, aber andererseits als entscheidende Triebfeder eigentlich Geld zu sparen, indem man Energiekosten spart. Und das ist der eigentliche Hebel, um auch zum klimagerechten Stadtumbau zu kommen, indem man den Leuten erklärt an den Gebäuden, dass man sehr viel Energiekosten sparen kann, wenn man bestimmte Maßnahmen an Gebäuden macht.“ – bto: Das Wichtige ist, und das werden wir gleich sehen, was „bestimmte Maßnahmen“ sind. Es sind nämlich nicht die massiven Maßnahmen, die man in der Politik sonst fordert, kosten sie, was sie wollen.
  • „Dabei muss man wissen, dass in der Bundesrepublik fast 40 Prozent der CO2-Emissionen aus den Gebäuden kommen, (…) Deutschland ist gebaut, und da passiert jahrelang, oder Jahrzehnte muss man schon sagen, viel zu wenig.“ – bto: Und wir sind da bei einem sehr heiklen Thema, denn wenn man die Eigentümer zur Modernisierung zwingt und gleichzeitig keine Erhöhung der Mieten zulässt, ist dass die Fortsetzung der – eigentlich beabsichtigten? – Enteignungspolitik, die sich immer mehr verbreitet.
  • „Wir machen Informationsabende, Themenabende, jeden Monat einmal das Thema Dach, das Thema Fenster, das Thema Schimmel, das Thema Heizung, das Thema Photovoltaik. (…) Und das ist das eigentliche Geheimnis unseres Erfolges: (wir gehen) mit einer eigenen Konzeption für die Energieberatung auf die Bürger zu, auf die Hausbesitzer, auf die Wohnungsgesellschaften und machen Vorschläge, was man machen kann.“ – bto: Dass Drescher kein Schwätzer ist, erkennt man auch daran, dass er explizit das Schimmel-Problem anspricht. Denn die zunehmende Isolierung fördert Schimmel, wenn nicht ausreichend geheizt und gelüftet wird. Dann gibt es Streit zwischen Mieter und Vermieter und da die Gerichte fast immer zugunsten der Mieter entscheiden (egal, was richtig wäre), bleiben die Vermieter auf den Kosten sitzen. Das ist auch ein Grund, nicht zu isolieren.
  • „Man kann jedes bestehende Gebäude so umbauen, dass die Gebäude über Fotovoltaik und über andere Maßnahmen mehr Energie erzeugen, als die Nutzer verbrauchen. Und das ist die große Chance, die wir eigentlich haben im Klimaschutz, dass man über den klimagerechten Stadtumbau so viel CO2 einsparen kann, so viel Energie erzeugen kann, dass man tatsächlich die CO2-Emissionen in den Städten von unten heraus so weit minimieren kann.“ – bto: Auch das ist eine richtige Überlegung. Man kann mit intelligenten Maßnahmen viel erreichen.
  • Zurheide: Auf der anderen Seite sagen Sie – und das habe ich so nachgelesen – dass das, was wir Deutsche gelegentlich wollen, nämlich 100-Prozent-Lösungen, dass das eben nicht immer das Richtige ist. Ich glaube, Sie haben ein Konzept, wo Sie sagen, 90 Prozent Einsparung mit 10 Prozent der Kosten, und das ist ja dann besonders überzeugend im Bestand. (…) Drescher: Ja, das kritisiere ich ja an den Förderprogrammen des Bundes, die über die KfW auch die energetische Modernisierung von bestehenden Gebäuden fördern, allerdings ein Anspruchsniveau dort definieren, welches so im Niveau des Neubaus liegt. Dann sind aber die Kosten so hoch, dass die Maßnahmen sich nicht mehr rechnen für die Hauseigentümer, und dann machen sie gar nichts.“ – bto: Es ist auch ein Beispiel für den völligen Idiotismus der Politik, derart radikale Maßnahmen zu fordern!
  • „Wir sagen (…) du musst jetzt nicht das ganze Dach erneuern für 30.000 Euro im Einfamilienhausbereich, es reicht, wenn du den Speicher dämmst, den du nicht brauchst. Dann hast du zwar nicht 100 Prozent CO2-Einsparung über diese Maßnahme, sondern nur 90 Prozent, aber dann machen die Leute das auch, weil sich das dann in fünf Jahren, sechs Jahren oder sieben Jahren rechnet statt in 20 Jahren(…) Unter einem Prozent energetische Modernisierungsrate haben wir in Deutschland, wir in Bottrop seit insgesamt acht Jahren inzwischen über drei Prozent jedes Jahr. Daran kann man sehen, dass offensichtlich wir die besseren Instrumente haben. Und das ist der entscheidende Punkt: Die Förderinstrumente des Bundes sind fehlgeleitet.“ – bto: Es ist wie das Ziel, das CO2 auf null zu bringen. Ich denke, wir brauchen den Effekt und um den soll es gehen, nicht um die Art der Maßnahmen.
  • Zurheide: (…) bestimmte Sanierungen (…) sind so teuer, dass die Mieter im Zweifel rausgetrieben werden und dass es nicht funktioniert. (…) Drescher: (Wir) haben für eine große Wohnungsgesellschaft einen Vorschlag unterbreitet, wo wir energetische Modernisierungsmaßnahmen vorgeschlagen haben, die dazu führen, dass die Leute unter dem Strich nicht mehr Miete zahlen als vorher. Allerdings zahlen sie viel, viel weniger für Energie, und dafür können sie mehr für die Nettokaltmiete zahlen, die dann wiederum die Investitionen für die Wohnungsgesellschaft refinanzieren kann.“ – bto: Drescher ist halt ein Politiker, der noch rechnen kann. Das ist doch erfreulich, wenn man so etwas liest.
  • Zurheide: Ich geh da jetzt mal zwischen. Das heißt, solche Modelle rechnen sich. Drescher: (…) Die rechnen sich, da muss man aber klug modernisieren. Also da zum Beispiel haben wir der Wohnungsgesellschaft empfohlen, verzichtet auf die Dämmung der Häuser von außen. Das bringt zwar auch einiges an CO2-Einsparung an den Energiekosten, aber das ist mit in der Regel die teuerste Maßnahme. Und manchmal versaut man sich dabei auch ein städtebauliches Bild, weil das Bepappen mit Dämmung im Grunde genommen stigmatisiert dann die Häuser und macht sie alle gleich, während der städtebauliche Charakter dabei verloren geht. Will also sagen: Die Konzepte gibt es, dass man mit niederschwelligen Maßnahmen vielleicht nicht 100 Prozent der Energiekosteneinsparung, die man erreichen könnte, prinzipiell umsetzen kann, aber man kann es dann so machen, dass man unter dem Strich für die Mieter die Miete nicht erhöhen muss, sondern man macht einen Wechsel: Weniger Energiekosten, mehr Nettokaltmiete, und das kann man investieren.“ – bto: Spätestens hier fragt man sich, ob Herr Drescher nicht auf anderer Ebene Verantwortung tragen sollte. Denn so funktioniert erfolgreiche Politik.
  • Zurheide: (…) warum regen Sie sich auf über diejenigen, die in den Städten so etwas wie Klimanotstand ausrufen? Drescher: Ich halte es für zu billig, in einer Stadt den Klimanotstand auszurufen, wenn man nicht gleichzeitig sozusagen den klimagerechten Stadtumbau nach vorne bringt (…) Den Klimanotstand, den gibt es in Marokko, in Afrika, in Asien, da wo entweder Überflutungen sind oder wo die Oasen austrocknen. Dass wir auf den Klimanotstand in dieser Welt hinsteuern, ist keine Frage, aber in den Städten läuft mir das sozusagen zu sehr auf politische Selbstbefriedigung hinaus. Entscheidend sind eigentlich die Maßnahmen: Machen! Die Städte können machen und können unserem Beispiel folgen, und das wäre eigentlich das, wo man auch den Menschen sagen kann, Klimaschutz hat nichts mit Not zu tun, mit Entbehrung zu tun, Klimaschutz hat was mit Lebensqualität zu tun.“ – bto: Das lasse ich jetzt mal so stehen!

→ deutschlandfunk.de: „‘Die Städte sind in der Lage, Klimaschutz umzusetzen’“, 22. Juni 2019

Kommentare (45) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    JürgenP sagte:

    „… alle Beteiligten in einer Stadt, in einem Stadtquartier zunächst mal für die Idee zu gewinnen und dann über ganz gezielte Energieberatungen jeweils in den einzelnen Häusern Vorschläge zu unterbreiten.“

    Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass durch die klare Trennung von Sachsystem (Mittel zur „Klimaschutz“sanierung) und Management von Sachsystem (Umsetzung von „Klimaschutz“sanierung) enorme Erfolge möglich sind. Es handelt sich hier wohl um einen fähigen Manager, denn er nutzt mindestens zwei erfolgsversprechende Prinzipien: Fokussierung aufs machbare und bedingungslose Kundenorientierung. Dabei sieht er die Mieter als seine Kunden, die letztlich die Finanzierung der Maßnahmen bei gleichzeitiger langfristiger Vermögenssicherung der Eigentümer ermöglichen.

    Letztlich gelingt Drescher dieses Kunststück unter denselben – teilweise vollkommen hirnrissigen und kontraproduktiven – Rahmen- und Förderbedingungen, wie sie für den Rest der Städtesanierer gelten. Es kommt offensichtlich nicht so sehr auf diese Bedingungen an, an denen nun schon wieder mit heißer Nadel herumgebastelt wird. Man kann offenbar auch ohne „machen“ und erfolgreich sein.

    Mehr solche Beispiele.

    Hat er sich schon für den SPD-Vorsitz beworben?

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      Richard Ott sagte:

      @JürgenP

      „Hat er sich schon für den SPD-Vorsitz beworben?“

      Der ist eindeutig überqualifiziert. Bewerbung somit aussichtslos.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      Jetzt loben Sie den Drescher mal nicht zu viel.
      Stimmt, der Mann ist Pragmatiker und erreicht etwas.

      Aber „enorme Erfolge“?

      Es ist eine Reduzierung von „nur“ 50% CO2-Ausstoß.

      Das ist deutlich zu wenig.

      Denken Sie daran, dass es darum geht, die Welt zu retten.

      Da müssen es schon 100% sein, sonst wird das nichts.

      Diese unbeirrbare Zielorientierung hat uns Deutsche groß gemacht und unterscheidet uns vom Rest der Welt.

      Leute, die das nicht schnallen, scheitern hierzulande – gerade auch, wenn sie der SPD angehören.

      Denken Sie an diesen Steinbrück, der einmal für die Abgeltungssteuer mit der Parole „Besser 25% von X als nix“ geworben hatte – und damit nicht Kanzler der Deutschen geworden ist.

      Deshalb:

      Den Drescher soll ruhig die letzte Bruchbude auf ein 50%-Niveau modernisieren.

      Werbung soll man mit ihm aber nicht machen.

      Denn wenn die Friday-Kids oder die Durchblicker in der SPD, wie etwa ein Kühnert das mitkriegen, wird ihm ganz sicher das Handwerk gelegt.

      Für die gibt es keine halben Sachen, wenn es um alles geht.

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        JürgenP sagte:

        UBA: Die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sind 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent gesunken. Das entspricht einer Minderung um 27,5 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990.

        Zurheide: Sie sind in Bottrop seit fast zehn Jahren unterwegs und haben den CO2-Ausstoß um 50 Prozent reduziert.

        Im Vergleich zum „Erfolg“ in Deutschland ist die erzielte CO2-Reduktion in Bottrop erstaunlich und belegt die Richtigkeit des Managementansatzes und die Strategie von Drescher, sich auf machbare Ziele zu fokussieren und sofort umzusetzen, statt auf 100%-Lösungen zu warten.

        DT: „Denken Sie daran, dass es darum geht, die Welt zu retten“.
        Mir würde es genügen, wenn ich in zehn Jahren nochmal ein Bier aus Eisbergwasser trinken könnte. Hat richtig gut geschmeckt … man wird ja bescheiden, bei den täglichen Horrorklimameldungen.

        DT: „Denn wenn die Friday-Kids oder die Durchblicker in der SPD, wie etwa ein Kühnert das mitkriegen, wird ihm ganz sicher das Handwerk gelegt“.
        Die Klima-Friday-Kids werden sich ganz sicher auf die Schulbank setzen, zuhören und sich von Drescher erklären lassen, wie man Utopien von Machbarem unterscheidet. Die Durchblicker der SPD werden nach der nächsten Wahl vollkommen benebelt sein, so dass sie die von Handwerkern hergestellte Lücke im Geländer nicht sehen und in die Spree stürzen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        In 10 Jahren kann sich viel tun bei dem Tempo, das wir in Deutschland anschlagen ;-)

        Das mit dem Bier aus Eisbergwasser wird Ihnen daher noch vermutlich vergönnt sein. Die Lieferkette dürfte noch nicht durchelektrifiziert sein, allerdings würde ich ein Verbot nicht völlig ausschließen.

        Die (heutigen) Klima-Friday-Kids werden dann wohl Drescher zuhören, viel von ihnen aber nicht mehr auf der Schulbank sitzen, weil sie sich um ihr Einkommen kümmern müssen.

        Das mit der Lücke im Geländer könnte stimmen. Man sollte aber irgendwann die Lücke im Geländer schließen, damit nicht irgendwelche trüben Gestalten aus der Spree aufsteigen und wieder Unsinn anrichten.

  2. Avatar
    Bakwahn sagte:

    Sorry, off-topic, aber wichtig!

    Anmerkung am 29. August 2019:
    Es wird keinen Euro-Crash geben; keine wichtige Bank wird zusammenbrechen, auch keine italienische. Nichts wird passieren.
    Die EZB wird es richten. Stelter, Kralle (oder wie immer der auch heißen mag) sollten Aufsätze schreiben, Interviews geben, in denen sie – als Experten – die Maßnahmen nennen, aufzählen und beschreiben und erläutern, die die EZB vornehmen wird, um gefährdete Banken, Großunternehmen etc. zu retten.
    Hier René Zeyer auf der Achse des Guten:
    https://www.achgut.com/artikel/selig_sind_die_armen

    PS:
    Es wird auch keinen Brexit geben.
    Stattdessen gibt es wahrscheinlich Neuwahlen und/oder eine erneute Brexitabstimmung mit eindeutigem Ergebnis.
    Johnson wird scheitern. Die Briten bekommen kalte Füße.

    Live aus der Düsseldorfer Universitätsbibliothek
    Felix Haller – seit 2013 alternativ

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    Thierry sagte:

    Was soll das ganze Gesäusel in diesem blog?

    Ein Ingenieur weiss vom ersten Tag an, dass er niemals 100% erreichen wird. Sonst hätte er nämlich das perpetuum mobile erfunden.
    James Watt hat 1804 die erste Dampfmaschine zum Laufen gebracht und hat damit die industrielle Revolution ausgelöst. Diese Dampfmaschine hatte einen Wirkungsgrad von 2, in Worten ZWEI Prozent. Wäre da einer danebengestanden und hätte 100% verlangt, wären wir heute noch im Mittelalter mit Sklavenarbeit. Aus den 2 % sind inzwischen um die 50 % geworden, aber da ist die Grenze erreicht wegen der thermodynamischen Gesetze. Die werden ja demnächst durch die Grünen ausgehebelt. Viel Vergnügen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Jetzt machen Sie doch diese Frau nicht runter.

        Sie ist POLITIKERIN und muss daher den Unterschied zwischen „Kobold“ und „Kobalt“ nicht kennen.

        Sie muss lediglich MEHRHEITEN beschaffen für das Jahrhundertprojekt.

        Wenn das gelingt, wird man ihr ein Denkmal setzen, egal WORAN das Projekt scheitert.

        Denken Sie einfach daran, dass politischer ERFOLG nichts mit VERNUNFT zu tun hat.

        Wo kämen wir auch hin, wenn es anders wäre (:-

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      ruby sagte:

      Thierry, das Downsizing von 100% Richtung 50/60% ist doch ein riesen Geschäft und die Grünen mit Greta sind doch nur das Medium für die Differenzverdienler.
      Die wollen Sie doch nicht unentdeckt lassen?

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      Reiner Flik sagte:

      Vermutlich meinen Sie die um 1700 von Thomas Savery und Thomas Newcomen entwickelte Gruben-Dampfpumpe. Richard Threvithik brachte 1804 die erste Dampflokomotive zum Laufen.

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        Thierry sagte:

        @ R.Flik
        Der zweite Satz stimmt. Aber der Wirkungsgrad seiner Lok war anfangs auch nicht besser.
        Jedoch, was Watt, Boulton, Trevithik und ihre Zeitgenossen angestossen haben, hat die Welt völlig verändert.
        Die von Ihnen erwähnte Grubendampfpumpe gab es schon, aber sie funktionierte nur intermittierend und ohne Kondensation (Rückgewinnung der im Dampf enthaltenen Energie). Watt war auch Grubeningenieur und wusste Bescheid. Er hatte die entscheidende Idee, diesen Prozess repetitiv einzusetzen, in eine Drehbewegung (durch den Kurbeltrieb) umzusetzen und Kondensation einzusetzen.
        Der Fortschritt ist ein hartes Geschäft, auch heute noch.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Thierry

      Ihr Verweis führt am Thema vorbei.

      Hier geht es nicht darum, mit WELCHER Technologie 90- oder 100ige Zielerreichung erfolgen bzw. ob mit der Anwendung bestimmter Technologie deren Wirkungsgrad im Lauf der Zeit verbessert werden kann.

      Hier geht es vielmehr darum, mit welchem leistbaren Mitteleinsatz am MEISTEN Wirkung zu erzielen ist, d. h. die INSGESAMT größte Menge CO2 durch verminderten Energieverbrauch bei Bestandsimmobilien zu erreichen ist.

      Der Wirkung pro eingesetzte Einheit der Maßnahme ergibt sich aus der gerade EXISTIERENDEN Technologie – wie immer deren Wirkungsgrad ist.

      So war das auch mit der Dampfmaschine.
      Der Wirkungsgrad war nicht entscheidend für den Einsatz.

      Entscheidend war:

      Kann mit Einsatz der Dampfmaschine ein Nutzen erzielt werden, der die Kosten für die Dampfmaschine übersteigt.

      Es war der Fall und sie wurde eingesetzt.

      Dass sie VERMEHRT eingesetzt wurde, weil ihr Wirkungsgrad im Lauf der Zeit verbessert werden konnte und zudem Primärenergie (Kohle) kostengünstiger gefördert wurde, ist ein anderes Thema.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thierry

        Ob ich irgendetwas außer Wortklaubereien erfunden habe (falls ich die überhaupt erfunden haben sollte), ist neben der Sache.

        Die Frage ist unter dem Niveau, mit dem Sie hier diskutieren.

        Ich traue Ihnen jedenfalls zu, dass Sie den von mir aufgezeigten Unterschied erkennen – und zwar als einen RELEVANTEN bezüglich der hier aufgerufenen Thematik.

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        Thierry sagte:

        @ D.T.

        Oh, danke für den liebenswürdigen Hinweis. Aber ich glaube immer noch, dass Sie NICHT verstanden haben, dass es bei technischen Prozessen oder Massnahmen das 100% niemals geben kann, weil immer noch irgendwo ein Verlust dazwischensteht.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Thierry
        Es geht doch in dem Beitrag NICHT um „100% Wirkungsgrad“.

        Es geht um die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen:

        „90 Prozent Einsparung mit 10 Prozent der Kosten,“

        „Dann hast du zwar nicht 100 Prozent CO2-Einsparung über diese Maßnahme, sondern nur 90 Prozent, aber dann machen die Leute das auch, weil sich das dann in fünf Jahren, sechs Jahren oder sieben Jahren rechnet statt in 20 Jahren.“

        Außer Ihnen schrieb hier niemand von 100% Wirkungsgrad…

      • Avatar
        ruby sagte:

        @troodon, DT
        da haben Sie etwas verwechselt, es geht um die generelle Bepreisung pro Einheit CO2. Ob die Technik tatsächlich leisten wird ist ungeklärt.
        Thierry argumentiert von der Machbarkeitsseite her, dem Stand der Technik, nicht dem wissenschaftlichen. Ökosozialmus setzt die fiktive Zukunftskonstruktion als Gesetz, EURichtlinie oder CO2 Zertifikatsmenge.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ ruby
        „da haben Sie etwas verwechselt,“
        Oder aber Sie…
        Vielleicht habe ich aber auch einfach nur ein anderes Interview gelesen bzw. gehört als Sie…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thierry

        >Aber ich glaube immer noch, dass Sie NICHT verstanden haben, dass es bei technischen Prozessen oder Massnahmen das 100% niemals geben kann, weil immer noch irgendwo ein Verlust dazwischensteht.>

        So wie er dasteht, ist der Satz FALSCH.

        Bei technischen Prozessen oder Maßnahmen – genauer: ihrem Einsatz – kann es selbstverständlich 100% und mehr geben, auch wenn ein Verlust entsteht.

        Ich zitiere aus dem Beitrag:

        >„Man kann jedes bestehende Gebäude so umbauen, dass die Gebäude über Fotovoltaik und über andere Maßnahmen mehr Energie erzeugen, als die Nutzer verbrauchen.>

        Hier geht es um das Verhältnis von ERZEUGUNG und VERBRAUCH, das größer als 1 bzw. 100% sein kann. Das ist hinsichtlich des Stromverbrauchs z. B. für jeden einsehbar bei Kraftwerk zu Einzelhaushalt der Fall.

        Dass bei der Erzeugung der Output nicht größer sein kann als der Input, also der Wirkungsgrad nie 100% sein kann, egal, ob Haus, Kraftwerk oder sonst etwas, ist etwas anderes.

        Man muss sich klar machen, welches KONZEPT man meint, wenn man solche Sätze wie Sie schreibt – und dann gegebenenfalls die Aussage QUALIFIZIEREN (= Wortklauberei).

        Vermutlich beziehen Sie sich mit der Aussage auf den Wirkungsgrad einer Maschine, weil das in den Kommentaren zuvor Ihr Thema war.

        Falls Sie sich darauf beziehen, ist der Satz richtig.

        Er ist gleichwohl irrelevant für die hier beschriebene Thematik.

        Wenn Sie anderer Meinung sind, lesen Sie den Beitrag und sagen Sie mir, wo „Wirkungsgrad“ vorkommt.

        Der Begriff kommt nirgends vor.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        >da haben Sie etwas verwechselt, es geht um die generelle Bepreisung pro Einheit CO2>

        Wo geht es in dem Beitrag um die GENERELLE Bepreisung pro Einheit CO2?

        Klar, in der Politik geht es darum, aber nicht hier im Beitrag.

        >Thierry argumentiert von der Machbarkeitsseite her, dem Stand der Technik,>

        Nein, er argumentiert nicht von der Machbarkeitsseite her oder dem Stand der Technik.

        Die MACHBARKEIT im Sinne von EFFEKT (50% Reduzierung von CO2) und WIRTSCHAFTLICHKEIT (Energiekostensenkung gleicht Mietpreiserhöhung aus) ist GEGEBEN und zwar BEIM Stand der Technik.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @DT
        Hier

        „Drescher: Ja, das kritisiere ich ja an den Förderprogrammen des Bundes, die über die KfW auch die energetische Modernisierung von bestehenden Gebäuden fördern, allerdings ein Anspruchsniveau dort definieren, welches so im Niveau des Neubaus liegt.“
        geht es um Machbarkeit.
        Neubaustandard ist nicht im Bestand zu gleichen Preisen zu machen oder anders herum 90% Reduzierung und 10% Abriß/Entnutzung müssen genauso gefördert werden.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        o.k., es geht um Machbarkeit.

        Es ist eine WIRTSCHAFTLICHE Machbarkeit, die – wie Sie richtig feststellen – bei bestehenden Gebäuden nicht zu erreichen ist.

        Das liegt nicht am Stand der Technik, etwa an der Technik von Photovoltaikanlagen oder der von Heizungssystemen, sondern am Anspruchsniveau für Neubauten, das bei bestehenden Gebäuden zwar möglicherweise auch zu erreichen ist, aber nicht so, dass die Mieterhöhung (in Abhängigkeit von den Kosten der Modernisierung) die Einsparungen aufgrund des geringeren Energieverbrauchs nicht überschreitet.

        Denn das ist das Thema von Drescher:

        Wir modernisieren dem Stand der Technik entsprechend, aber NUR so, dass der Mieter per Saldo nicht mehr zahlt als vor der Modernisierung.

        Was dabei an Reduzierung von CO2 erzielt wird, hängt vom Stand der Technik ab, d. h. ihrer Effektivität CO2 einzusparen, den Kosten für diese Technik und natürlich auch vom Zustand der Bestandsimmobilien.

        Alle drei Faktoren sind zu einem Zeitpunkt der Modernisierung gegeben.

        Auf Basis dieser Gegebenheiten konnten in Bottrop in den letzten 10 Jahren ca. 50% CO2 eingespart werden.

        Kurzum:

        Wirtschaftliche Machbarkeit (zu modernisieren für IRGENDEINE Reduzierung von CO2), ist etwas anderes als technische Machbarkeit (eine BESTIMMTE Reduzierung von CO2 zu erreichen).

  4. Avatar
    ruby sagte:

    Der Staat kann alle 10% Kosten für 90% Nutzen mit verlorenen Zuschüssen zinsfrei vorfinanzieren. Der Kredit steckt dann in den realen Anlagen und wird mit der Nutzung entsprechend verzehrt. Die Hersteller haben für ihre Lieferungen und Leistungen ihren Preis erhalten. Wo landet dieses Geld der staatlichen Zuschüsse am Ende, wie und wo wird dieses Geld aus Kreditzuschuß vernichtet?
    Es ist von den Herstellern für ihre Unternehmen versteuert und verwand je nach Rechtsform und Rechnungslegungsvorschriften.
    Ist das wohlsfahrtsoptimal?
    Schaffen die Wirtschaftsteilnehmer das Wachstum, um die ursprünglichen Staatszuschüsse zu erwirtschaften damit die Saldenbilanz sinnvoll umläuft durch die volkswirtschaftliche Bilanzverlängerung?

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    Dietmar Tischer sagte:

    Die Parteien haben zwar nicht die Dreschersche Lösungsformel „90% Zielerreichung zu 10% Kosten ist VORTEILHAFTER als 100% Zielerreichung zu 100% Kosten“ begriffen, wohl aber die Logik, auf der sein Ansatz beruht:

    >„(…) wie die Leute einerseits was für den Klimaschutz tun können, aber andererseits als entscheidende Triebfeder eigentlich Geld zu sparen, indem man Energiekosten spart. Und das ist der eigentliche Hebel,..>

    Man muss also die Energie richtig TEUER machen, am besten mit einer CO2-Steuer, um ihnen darlegen zu können, dass sie Geld sparen können.

    Mit diesem „Hebel“ animiert man die Leute zum Klimaschutz.

    Das ist grundsätzlich kein Problem, weil wir alle aufs Sparen konditioniert sind.

    Aber es gibt dennoch einige, die partout nicht sparen wollen.

    Ich denke dabei an das Rentnerehepaar auf dem Land, das im eigenen Häuschen wohnt und gerade so zurechtkommt. Im Osten Deutschlands hat es nach der Wende die Ersparnisse genutzt, um sich mehr Komfort zu verschaffen (Heizung, Bad, Küche, Dachausbau).
    Vielen dieser Menschen ist es nicht möglich, die 10% Kosten aufzubringen, die das Modell von Drescher fordert.

    Was tun?

    Der Staat muss Geld in die Hand nehmen bzw. ausschütten.

    Das ist die Lösung.

    Obwohl erst am Beginn, wird sie mittlerweile schon im großen Stil praktiziert:

    Gestern 40 Mrd. für den verordneten Strukturwandel in den Braunkohle-Bundesländern beschlossen (bezeichnend: knapp vor den Wahlen)

    Demnächst:

    Mrd.-Hilfe für die Waldbesitzer (Hitze- und Käferschäden)

    Mrd.-Hilfe für die Bauern (Ausgleich für Erlösminderungen durch weniger Gülle auf den Feldern)

    Absehbar:

    Mrd.-Hilfe für Mieter und Eigentümer, die in den Tiefgaragen Ladesäulen installieren wollen (Novellierung des WEG ist schon in Vorbereitung)

    Wie gesagt, das ist nur der Anfang.

    Ein Ende ist nicht in Sicht, kann auch gar nicht in Sicht sein.

    Denn wir sind ja noch bei der SCHWARZEN NULL, da ist viel Luft nach oben für Verschuldung zum Umbau der Gesellschaft.

    Irgendwelche Bedenken?

    Wieso – ist doch alles fürs Klima, gut „investiertes“ Geld.

    Und unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit?

    Was für eine Frage.

    Klima gut, alles gut (-:

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Gestern 40 Mrd. für den verordneten Strukturwandel in den Braunkohle-Bundesländern beschlossen (bezeichnend: knapp vor den Wahlen)“

      Solche Bestechungsversuche ziehen hier in Sachsen nicht mehr.

      Kleines Update zur Lage hier: In der Lausitz ist die AfD mittlerweile auch bei den Unter-18-Jährigen die stärkste Partei – normalerweise ist diese Altersgruppe klar Grünen-Klientel. Und das obwohl die AfD als einzige Partei nichtmal den tendenziösen Fragebogen der ziemlich linksgrünen Veranstalter dieser Schüler-Wahl-Aktion hier in Sachsen („Wann wird Cannabis freigegeben? Wie steht Ihre Partei zu Fridays for Future?“ und so weiter) beantwortet hat! Das lässt Schlimmes für die Erwachsenen-Wahl am Wochenende und besonders das Abschneiden der CDU ahnen…

      https://taz.de/Vor-der-Landtagswahl-U18-an-der-Urne/!5619098/
      (Besonders drollig wie die Säule der AfD in der Infografik braun eingefärbt ist…)

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  6. Avatar
    Felix sagte:

    @ Martin S.: Ja! In etlichen Büros und Dachwohnungen können schon nur noch junge Spitzensportler überleben. Viele Arbeitgeber, insbesondere Behörden, erscheinen derzeit völlig überfordert.

    Antworten
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    ruby sagte:

    Jürgen zur Heide ist noch alte Garde, der ein letztes Fleckchen freien Journalismus versucht in dem Sumpf des Ökosozialmus Deutschlandradio, daß den Kultursender zur mentalen Framinginstanz mutiert.

    Städte sind die Zentren der Regionen. Wir hatten/haben das Werkzeug der Raumplanung mit Regionalentwicklungsplänen…
    Dort stehen die Ziele, aber Menschen setzen diese um mit ihrem Wissen, Können, Netzen.
    Dabei kommt jeder schnell an die jeweiligen örtlichen Besonderheiten, so daß Spezialisierung notwendig wird. Dem steht der Zentralmus entgegen, der tendenziell monolithisch in seiner Evolution voran geht. Umweltgerechte Lebensverhältnisse fröhnen der Vielfältigkeit und Individualität.

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    Thomas M. sagte:

    Gerne mehr von solchen positiven Beiträgen! Tut mal gut zwischen den ganzen sich gegenseitig unrealistisch überbietenden Forderern die Wortes eines maßvollen Politikers aus der Praxis zu lesen!

    90% Ergebnis zu 10% der Kosten
    vs.
    100% Ergebnis zu 100% der Kosten

    das ist mal Leverage! Eigentlich nicht so schwer zu entscheiden, wenn man nicht nur binär denken kann und mit begrenztem Geld operiert bzw. berücksichtigt, dass Leute begrenzte finanzielle Möglichkeiten haben…

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Drescher ist halt ein Politiker, der noch rechnen kann. Das ist doch erfreulich, wenn man so etwas liest.“

    NEIN, Herr Dr. Stelter, das ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Drescher ist nicht ein Politiker, der noch rechnen KANN. Das können andere – bei allen berechtigten Vorurteilen z.B. zur vermeintlichen „Stromspeicherung“ des Netzes- auch, denn man schafft es nicht in hohe Positionen ohne die vier Grundrechenarten.

    Der entscheidende Unterschied ist: Drescher ist halt ein Politiker, der noch rechnen WILL.

    Das interessiert die Fraktion der Mietpreisbremser, Mietpreisdeckler und Enteigner nämlich nicht mehr. Er will den Eigentümern noch Luft zum Leben – sprich investieren – lassen, die anderen nicht mehr. Denn die Mathematik dahinter ist nicht so schwer, dass sie nicht mit den 4 Grundrechenarten aus der Grundschule erfassbar wäre. Der Unterschied ist ganz einfach: Will ich langfristig die Enteignung der Grundstückseigentümer oder nicht. Drescher will es nicht, seine Partei inzwischen schon. Er sollte aus Protest aus seiner Partei austreten, dann wäre er glaubwürdig.

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      troodon sagte:

      @ SFR
      „Er sollte aus Protest aus seiner Partei austreten, dann wäre er glaubwürdig.“

      Ich finde nicht, dass er aus der Partei austreten sollte. Er sollte stattdessen für seinen Ansatz innerhalb der Partei weiter werben, Überzeugungsarbeit leisten.

      „90 Prozent Einsparung mit 10 Prozent der Kosten“

      „Man muss nicht nur mehr Ideen haben als andere, sondern auch die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden, welche dieser Ideen gut sind.“
      Linus Pauling

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @troodon:

        Vor 20 Jahren hätte ich Ihnen zugestimmt. Heute nicht mehr. Ich sehe Leute wie Herrn Drescher ungefähr als ähnlich exotisch an wie Herrn Schäffler bei der FDP oder Herrn Gauweiler bei der CSU. Die Dominanz der Haltungspolitiker ohne Logik ist in der SPD inzwischen m.E. so groß, dass die Partei verloren ist. Ich würde mich aber freuen, wenn ich mich irre.

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      Horst sagte:

      SFR:

      Dieses Enteignungs-Gezeter (mit allen begleitenden Vokabularien wie DDR 2.0 etc.) ebbt nicht ab.
      Investitionen in die energetische Sanierung können nach wie vor umgelegt werden (bei 10% der ursprünglichen Investitionen sind es dann zum Nachteil der Vermieter eben nicht mehr ganz so hohe Netto-Kalt-Werte je qm, dass Vermieter-Verbände und die Industrie aufschreien, verwundert daher nicht):

      „Modernisierungsmieterhöhungen sind Mieter*innen rechtzeitig anzukündigen, Mieter*innen müssen diese dulden, soweit sie keine besondere Härte darstellen. Nach Abschluss der Maßnahmen können Vermieter*innen die Kosten auf die Mieter*innen umlegen.

      Für den Mietendeckel bedeutet dies, dass Mietererhöhungsverlangen wegen Modernisierung nur dann in die „eingefrorene“ Miete eingehen, wenn das Mieterhöhungsverlangen wegen Modernisierung vor Beschlussfassung des Senats bei den Mieter*innen eingegangen ist.“

      https://stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohnraum/mietendeckel/

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Sie kapieren ja nichtmal das Problem. Hier geht es darum, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen überhaupt sinnvoll sind – nicht um den Mietendeckel.

        Aber schönen Gruß an Frau Lompscher und die anderen SED-Altlasten in Berlin!

      • Avatar
        Horst sagte:

        Schnappatmung, Ottchen?

        Würden Sie lesen und nicht nur brüllen, würden Sie erkennen, dass meine Antwort an SFR die kolportierten Vorwürfe aushebelt.

        Dass sowohl die bauphysikalischen als auch betriebswirtschaftlichen Aspekte des besprochenen Stelter-Kommentars mir bekannt sind, nach dem Pareto-Prinzip, davon dürfen Sie ausgehen.

        Trainieren Sie, nicht zu antworten, werden Sie nicht explizit angesprochen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Wir sind hier nicht beim Bullshit-Bingo. Was hat das Thema konkret mit dem Pareto-Prinzip zu tun?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Horst:

        Ihre Argumente sind korrekt, aber Schön-Wetter-Argumente. Warten Sie es einfach ab, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich recht habe. Natürlich ist die Absenkung der umlagefähigen Modernisierungskosten von maximal 11 % auf 8 % in Zeiten einer Niedrigzinsphase nicht das Problem. Aber die Beschränkung auf 2 bzw. 3 € je qm Maximalerhöhung wird uns bei steigenden so was von um die Ohren fliegen, dass Sie Bauklötze staunen werden. Das ist ähnlich wie bei vermögenswirksamen Leistungen und anderen nominal fixierten Dingen. In dem Moment, in dem in einem Gesetz keine Prozentwerte sondern absulute Eurobeträge stehen, finden Sie nie mehr einen Politiker der sich das ändern traut. Und bei der Preissteigerung im Bauwesen kaufen Sie dafür in 20 Jahren noch einen Eimer Farbe und der ist als Instandhaltungsausgabe nicht umlagefähig. Leuten wie Ihnen würde ich am liebsten eine vermietete gebrauchte Eigentumswohnung, verbunden mit einem Verkaufsverbot, schenken. Nur dann würden Sie m.E. Gelegenheit finden, sich die Materie von beiden Seiten anzusehen. So viel Geld habe ich leider nicht.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Ottchen, weil Sie auf den Kopf gefallen sind bei der Geburt:

        https://www.pareto-prinzip.net

        Mit 20% Invest-Volumen Mod. werden 80% der möglichen Wirkungen (Einsparpotenziale Energie) erzielt.

        Für die restlichen 20% wäre demnach ein Invest-Volumen Mod. von 80% notwendig (unabhängig davon, wie hoch der Gesamt-Wirkungsgrad ist, s. Diskussion Tischer et al.).

        Eben dieser Umstand wird von dem Interviewten beschrieben.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Leuten wie Ihnen würde ich am liebsten eine vermietete gebrauchte Eigentumswohnung, verbunden mit einem Verkaufsverbot, schenken.“

        Mir fallen auf Anhieb mind. 1.000 Personen ein, die ein solches Geschenk dankend annehmen würden in Anlehnung an Volker Pispers.

        Jammern auf hohem Niveau.

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    Richard Ott sagte:

    „Man kann jedes bestehende Gebäude so umbauen, dass die Gebäude über Fotovoltaik und über andere Maßnahmen mehr Energie erzeugen, als die Nutzer verbrauchen.“

    Sicher. Aufs Gesamtjahr betrachtet mag das für Wohngebäude stimmen. Aber wer in der Stadt braucht mittags im Hochsommer dann den ganzen so erzeugten Strom? Und woher bekommen die gleichen Leute ihren Strom im Dezember und Januar wenn die Photovoltaik-Erträge gegen Null gehen? Mal wieder rhetorisches Blendwerk.

    „das, was wir Deutsche gelegentlich wollen, nämlich 100-Prozent-Lösungen, dass das eben nicht immer das Richtige ist. Ich glaube, Sie haben ein Konzept, wo Sie sagen, 90 Prozent Einsparung mit 10 Prozent der Kosten, und das ist ja dann besonders überzeugend im Bestand.“

    Immerhin. Diesen wichtigen Zusammenhang hat der Herr Drescher begriffen. Für SPD-Verhältnisse ganz außergewöhnlich, damit ist er dort einer von den Vernünftigsten.

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    • Avatar
      Martin S. sagte:

      Wenn sich die Leute jetzt nach und nach Klimaanlagen einbauen könnte das mit der Photovoltaik ja passen :-). An der CO2-Bilanz ändert das dann nicht viel, aber an der Lebensqualität an heißen Sommertagen.

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