Produktivität, Automatisierung, Protektionismus und Migration

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Immer wieder ranken sich Diskussionen bei bto um ähnliche Themenkreise:

  • geringe Produktivitätszuwächse in Folge zu geringer Investitionen und daraus abgeleitet das Szenario der ökonomischen Eiszeit mit geringen Wachstumsraten;
  • die Notwendigkeit angesichts geringer Produktivitätszuwächse und demografischer Entwicklung die sich abzeichnende Welle der Automatisierung nicht als Gefahr, sondern als Chance zu begreifen;
  • die zunehmende Gefahr von Protektionismus im verzweifelten Versuch einen nicht umkehrbaren Trend der Arbeitsplatzverluste durch Globalisierung und Automatisierung doch umzukehren;
  • die irrige Annahme, Migration könnte in diesem Umfeld die Probleme verringern. Das Gegenteil ist der Fall. Sie erhöht das Heer der Arbeits- und Perspektivlosen.

Dies alles gehört zusammen, wie die FT in einer kleinen Serie verdeutlicht hat. Bevor ich auf die Kernaussagen eingehe, eine grafische Zusammenfassung der Herausforderung:

 

Quelle: The Telegraph

Doch nun zu den Überlegungen der FT:

 Die Roboter kommen

  • The more you look, the more opportunities you find for greater productivity through automation or simply better work practices. The possibilities range from the frivolous, such as the pizza delivery robots to be tried out in Germany and the Netherlands, to the exotic, such as the rise of investment funds that let computer algorithms rather than human analysts pick which securities they hold.“ bto: was wir auch der obigen Darstellung entnehmen können.
  • „That raises the questions of how automation fits in with stalling economy-wide productivity, and the vexed debate on how much automation, rather than trade and globalisation, was to blame for the loss of well-paid blue-collar jobs in recent decades.“bto: Das ist wirklich die Frage. Wenn es solche Innovationen gibt, weshalb steigt dann die Produktivität nicht. Das kann natürlich am Messverfahren liegen, wie hier diskutiert: → Kommt der große Produktivitätsschub?

Zeigt sich nicht in der Produktivität

  • „It was Robert Solow who first quipped — in 1987! — that you can see the computer age everywhere but in the productivity statistics.“ bto: Und das ist auch so geblieben, abgesehen von einem Boom in den 1990ern.
  • „The Solow paradox was to a certain degree resolved by the late 1990s productivity boom in the US — though that did not last very long, and what growth has been seen in manufacturing productivity has predominantly been down to more efficient production of computing equipment itself, rather than in the use of information technology to produce other things.“ bto: Das wusste ich noch nicht. Es war also die Effizienz in der Herstellung der IT-Infrastruktur und nicht in der Gesamtwirtschaft.
  • „Perceptions can deceive: behind all the anecdotal observations of a new machine age dawning, the reality is that, for now, most advanced economies are failing to invest in new capital. IMF (…) point to a lack of capital as the main cause of slow productivity. It can be read in conjunction with a new McKinsey report that synthesises recent evidence (and adds some of its own) covering similar ground. The overall finding is that in the US in particular but in advanced countries in general, investment in capital has been exceedingly weak in the past decade. McKinsey finds that in the US, capital intensity — measured as capital services available to workers per hour worked — has fallen since 2010.“ bto: Die Unternehmen haben es zum Teil auch nicht nötig zu investieren, wegen der oligopolistischen Strukturen in einigen Märkten und des billigen Gelds. Finanzoptimierung bringt mehr.

(Noch) investieren die Firmen zu wenig

  • „Productivity-enhancing machines will not enhance productivity if they are not actually given to workers to use, which is what low investment and stagnant (or worse) capital intensity indicate. (…)the IMF blames weak capital growth for not just poor labour productivity but also poor total factor productivity.“ bto: Und da wäre die Frage, ob wir nicht doch eine Bereinigungskrise brauchen, bevor es richtig losgeht.
  • „McKinsey finds (…) the sectors that are the best at digitising their work processes, and also often the most productive, are not the biggest; and conversely, the sectors making up the largest shares of economic activity typically lag behind in digitisation.“ bto: Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Könnte aber gut sein, dass es dann wie bei einem Tsunami funktioniert.
  • „To the extent this simple explanation is correct, it should be seen as cause for optimism, not pessimism. Investment can be boosted with better policy — a combination of more intensive demand stimulus with a policy framework that gives companies a sense of predictability.“ bto: also, für Optimismus mit Blick auf die Produktivität.

Wer hat die Jobs vernichtet?

  • „Who stole the jobs — was it robots or foreigners? Or less tendentiously, was the falling number of manufacturing jobs in rich countries caused by trade liberalisation or by automation and other productivity-enhancing technological change?“ bto: Das verstärkt sich gegenseitig ist das Fazit der FT.
  • „(…) both trade and automation play a role. But second and more importantly, that the two cannot be neatly separated — automation-driven productivity growth and attendant job loss may be both an ultimately unavoidable part of economic change and be accelerated by trade liberalisation. Rich economies with highly-skilled labour forces are well placed to respond to greater trade by specialising in higher-value added products — just those where automation can do the most to increase productivity.“ bto: Das bedeutet aber auch, dass die Menschen umso besser ausgebildet sein müssen, um überhaupt mitzuhalten!
  • Danach geht es um die Frage, ob Protektionismus hilft. Klare, wenig überraschende Antwort – nein: „The best responses, rather, involve domestic policies. Those will have to be policies that harness the benefits of automation, not ones that try to stop it (such as a robot tax).“ bto: Nein, das würde nur sicherstellen, dass das Land, dass diese einführt, noch schneller den Bach runtergeht.

Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort

  • „In the area of radical reform to achieve this, there are two rivals currently receiving a lot of attention. One is universal basic income (UBI) — an unconditional income from the state to all, regardless of job or other status and intended to replace much of the welfare state’s existing income support.“ bto: zur Erinnerung: Das schreibt die FT. Ich bin übrigens auch ein Anhänger und habe dies in Der Billionen-Schuldenbombe erstmals erläutert, damals noch aus dem Blick der Staatseffizienz.
  • Dann zur Abgrenzung von der Idee, für alle Menschen Jobs im öffentlichen Sektor zu schaffen: „Over the long term, however, the fact that UBI leaves job creation to the private sector means it can meet the goals of the job guarantee proponents better than the job guarantee itself. It is important to recognise that one function of UBI is to create demand for jobs that serve the UBI recipients themselves — because that’s what they will be spending their money on.“ bto: Das kann ich nachvollziehen, denke aber, wir brauchen beides. Auf keinen Fall sollten zu viele Leute ohne Aufgabe zu Hause rumsitzen, da dies ebenfalls Sprengstoff darstellt. Das führt mich dann auch zu dem Thema Migration. Letztere bedeutet in der heutigen Welt nichts anderes, als die Anzahl der Transferempfänger zu erhöhen.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Money can buy you work“, 6. April 2017

8 Antworten
  1. MFK says:

    Der Vollständigkeit halber sollte man schon erwähnen, dass es auch ernstzunehmende Kritiker des Freihandels gibt. Beispielshaft sei Samuelson genannt. Auch Ricardo, der Urvater des Freihandels berücksichtigt bei seinem Theorem weder Arbeitslosigkeit noch technischen Fortschritt.

    Es ist immer schwierig in so einem kurzen Beitrag derartig komplexe Zusammenhänge darzustellen. Unstreitig ist, dass es in der globalisierten Welt Gewinner und Verlierer gibt. Die Theorie besagt aber, dass die Gewinne größer als die Verluste seien, unter dem Strich gewinne ein Land immer, wenn es seine Grenzen für Freihandel öffne. Dies bestreitet Samuelson. Insbesondere die Verbreitung technischen Wissens könne dieses unmöglich machen. Im Ergebnis, so Samuelson können die Vorteile des amerikanischen Konsumenten durch billige Wal Mart Produkte insgesamt die Nachteile durch Abwandern von Produktion nicht aufwiegen.

    Insgesamt ein schwieriges Feld, weil die Welt nicht statisch ist und Anpassungsprozesse nicht vollständig vorhergesagt werden können. Klar ist aber, dass es zu einer politischen Radikalisierung kommt, wenn man die Verlierer der Globalisierung in dem jeweiligen Land nicht unterstützt. Trump und Le Pen und vielleicht auch der Brexit sind hier nur Vorboten zukünftiger Erscheinungen.

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  2. deepinsidehps says:

    Damit ist alles gesagt. Pauschal lässt sich nicht sagen, ob Portektionismus/Freihandel gut oder schlecht ist. Wie größtenteils im Leben muss es dann heißen: Es kommt darauf an.

    Rein aus der Logik wird Protektionismus nach der sehr langen Globalisierungswelle gerade am Anfang eher keine Vorteile mit sich bringen, allerdings ist z.B. Amerika ein sehr spezifisches Land mit ganz eigenen Problemen. In meinen Augen wäre es sehr wohl denkbar, dass das Land nach anfänglichen Problemen nach einigen Jahren profitieren könnte. Gerade die Kontrolle über Exportländer mit Lohndumping könnte schleichend so verbessert werden. Kurzfristig ist allerdings wohl eher eine Regelung über die Währungen denkbar. Auch ein Grund, warum die Berater Trumps wohl eher von solchen Eingriffen abraten werden.

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  3. Dietmar Tischer says:

    In der ganzen Betrachtung wird ein Aspekt völlig übersehen, nämlich der, was der Megatrend DIGITALISIERUNG wirklich bedeutet (ich wiederhole mich hier):

    Es ist der Wandel, durch den immer mehr Objekte, Prozesse und Ereignisse mittels diskreter Werte als Information repräsentiert und kommuniziert werden. Er ist universell, weil die Inhalte nicht mehr an ihr Medium gebunden sind. Damit wird Datenmobilität zum unumkehrbaren, quasi unbegrenzt fortschreitenden Prozess. Dies ändert die Art der Wertschöpfung und die Nutzung damit geschaffener Produkte und Dienstleistungen grundlegend.

    Wirtschaftlich signifikant dabei (neben der Erhöhung der Produktivität konventioneller Wertschöpfung):

    Man braucht vergleichsweise nur WENIGE Menschen für diese Art der Wertschöpfung

    und

    Dieser Prozess ist geprägt von DEFLATIONÄREN Tendenzen. Denn die Produktion ist hier REPRODUKTION zu oftmals vernachlässigbaren Kosten. Beispiel: Musik runterladen statt CD herstellen, versenden, lagern…

    Klar, es bleibt ein Rest rein physischer Wertschöpfung, z. B. der Reifenwechsel am Automobil. Aber er nimmt relativ ab, weil aufgrund der Digitalisierung tendenziell z. B. die Zahl der Automobile sinken wird (Uber, Auto nutzen, nicht kaufen) und weil die Digitalisierung (Verdoppelung der Datenmenge ca. alle 2 Jahre) sowie die Nutzung von Digitalisierung (Verbrauch vielfach Null, daher billig) einen immer größeren ANTEIL am BIP einnehmen wird.

    Parallel dazu wird die Globalisierung weiter fortschreiten, vermutlich jedoch modifiziert durch protektionistische Tendenzen. Die demografische Entwicklung setzt sich ebenfalls fort. Migration und relativ hohe Migrationskosten, egal ob Abwehr oder Integration, werden ein Dauerthema sein.

    Wenn das alles richtig ist, was lässt sich daraus ablesen?

    Meine Vermutungen:

    Arbeitsplätze gehen verloren, vor allem konventionelle

    Da per Saldo Arbeitsplätze verloren gehen, werden sich die Menschen Arbeitsplätze teilen müssen. Teilzweitarbeit wird das ARBEITSMODELL der Zukunft werden

    Die neuen Arbeitsplätze werden in großer Mehrzahl nicht mit kontinuierlichen Lohnsteigerungen in Verbindung zu bringen sein, obwohl es selbstverständlich große Vergütungsunterschiede geben wird

    Speziell in wohlhabenden Gesellschaften wird die Existenzsicherung auf vergleichsweise hohem Niveau erheblich an Stellenwert gewinnen und dadurch der Umverteilungsdruck wachsen. Umverteilung wird nicht DIE Lösung sein, aber ein wesentlicher Teil der Lösung, damit die Gesellschaften nicht in Destabilisierung abgleiten.

    Der Staat wird als „Wirtschaftssubjekt“ an Einfluss gewinnen im gesamtgesellschaftlichen Gestaltungsprozess (Organisation bezahlter Wertschöpfung und Regulierung nicht bezahlte Tätigkeit)

    Stärkerer Umverteilungsdruck und wachsender Staatseinfluss werden vermutlich zu Lösungen wie dem Bedingungslosem Grundeinkommen führen

    Sobald dieses fest etabliert und als BASISEINKOMMEN akzeptiert ist, wird der traditionelle Arbeitsmarkt ganz anders funktionieren: Eine große Zahl von Arbeitswilligen wird ihre Arbeitssuche vorwiegend nicht mehr nach der Höhe der Bezahlung ausrichten, sondern nach der Höhe des ZUSÄTZLICHEN Lustgewinns durch Arbeit. Wie interessant ist die Arbeit, die mir angeboten wird? Wenn Arbeit relativ uninteressant ist, aber getan werden muss, wird sie vergleichsweise hoch bezahlt werden müssen, um Arbeitskräfte dafür zu finden (Spitzeneinkommen bei der Müllabfuhr)

    Kurzum:

    Ich glaube, dass die Produktivität nicht mehr den Stellenwert einnimmt, den sie heute noch hat, weil der Wertschöpfung selbst einen ganz anderer Stellenwert in den Lebenswelten zukommen wird.

    Befürchtung:

    Es könnte eine erhebliche Anzahl von Menschen geben, die im Kontext zivilisatorischer und kultureller Errungenschaften durch fortschreitende Medienverwahrlosung etc. mit/trotz/wegen (?) durchaus hoher formaler Bildung als „fröhliche Schwachsinnige“ anzusehen sind. Man würde sie wohl nicht als bedauernswert einschätzen. Falls doch, könnte das durchaus als „elitär“ gelten.

    Antworten
  4. Heinz says:

    Sehr geehrter Herr Tischler!
    Da sind Sie aber sehr optimistisch. Das „Spitzeneinkommen“ bei der Müllabfuhr wird es nicht geben, sondern Sklaverei und/oder Arbeitsdienst. Das BGE wird nur für eine privilegierte Schicht von „Bürgern“ geben, vergleichbar jenen Leuten im antiken Rom die Anspruch auf die kostenlose Getreideversorgung hatten. Ich denke, das wird ähnlich organisiert werden, wie die Prostitution. Das sich viele Mädchen illegal im Land befinden, haben sie Schwierigkeiten den legalen Rechtsweg zu beschreiten. Im Zweifelsfall und bei etwas pekuniärer Nachhilfe bei den entsprechenden Behörden, wird die Klägerin vor dem Prozessbeginn abgeschoben. Es ist praktisch unmöglich jedem hier lebenden ein BGE zu gewähren. Es ist anzunehmen, dass mit der restriktiven Ausweitung der Asylgesetzgebung die Anzahl der Illegalen im Land steigen wird. Mit anderen Worten Menschenmaterial, dass mehr oder weniger rechtlos ist und ausgebeutet werden kann. Als Beispiel mag die soziale Lage der illegal eingewanderte Mexikaner in der USA dienen. Auch bei uns gibt es einen halblegalen Arbeitsmarkt für Tätigkeiten die mehr oder weniger „lustbesetzt“ sind: ou pair Mädchen als Aufpasser für die reinrassigen Köter oder für pflegebedürftige Ahnen um 1 Euro die Stunde, sind nur 2 Beispiele aus meinem Bekanntenkreis.
    Lieber Grüße
    Heinz

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Sie haben recht.

      Wir haben schon jetzt genügend Probleme, unseren Sozialstaat gegen Nutznießer zu verteidigen, die aufgrund der Freizügigkeit in der EU davon partizipieren (von kriminellen Machenschaften will ich gar nicht reden).

      Kurzum, ein Paradigmenwechsel wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen wirft riesige Probleme auf.

      Sie sind auch nicht vorhersehbar und man wird sich wie immer durchwursteln.

      Ich wollte auch nicht optimistisch sein, sondern nur darauf verweisen, dass wir m. A. n. vor fundamentalen Veränderungen stehen, die wir noch nicht in voller Tragweite erkennen.

      Was wir aber schon ahnen können:

      Konventionelle Maßstäbe werden uns nur bedingt helfen, sinnvoll damit umzugehen.

      Antworten
      • Horst says:

        Dass Sie dem Milieu des klassischen Besitzstandwahrers zuzurechnen sind, entzog sich bisher meiner Kenntnis.
        >“…, unseren Sozialstaat gegen Nutznießer zu verteidigen, …“

        Diese Menschen (von denen Sie nebenbei bemerkt a) abschätzig und b) logik-vermissend) schreiben, nutzen lediglich die Möglichkeit, die ihnen im Rahmen gesetzlicher Bedingungen gewährt wird. Ich nehme an, ich, Sie und die meisten Anderen würden ähnlich handeln – denn es gibt ihn ja, scheinbar doch, den homo oeconomicus > s. Diskussion im herdentrieb.

        Wir sollten den Fokus eher auf verborgenere Nutznießer legen (Konzerne, die zur Monopolisierung neigen sowie Großbanken, die „too big to fail“ sind).

        Damit wäre jeder Gesellschaft weitaus mehr geholfen…

  5. Dietmar Tischer says:

    @ Horst

    Wie kommen Sie darauf, dass ich dem MILIEU des klassischen Besitzstandswahrers zuzurechnen bin?

    Weil ich UNSEREN Sozialstaat geschrieben habe?

    Es ist unserer, d. h. der, den wir nun einmal haben – egal, was ich sonst darüber denke.

    Wenn wir als Gesellschaft diesen Sozialstaat wollen, müssen wir ihn auch verteidigen, d. h. dafür sorgen, dass er funktioniert. Wenn er sich ungewollt von denen, die ihn finanzieren, in Richtung höherer Finanzierungskosten verschiebt, funktioniert er nicht mehr. Das ist ein Problem.

    Das war meine Referenz für den Fall, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt würde – wir eben auch da vermutlich Finanzierungsprobleme bekämen.

    Wieso kommen Sie darauf, dass ich mich über Nutznießer abschätzig äußere?

    Nutznießer ziehen einen Nutzen aus etwas. Das ist wertneutral. Ich habe nicht Schmarotzer gesagt.

    Wo vermisse ich Logik?

    Wenn die Nutznießer im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen am Sozialstaat partizipieren, ist das völlig in Ordnung. Selbstverständlich auch für Ausländer, wenn die gesetzlichen Bedingungen es ihnen ermöglichen und sie rechtmäßig im Lande sind. Trotzdem oder gerade deshalb kann „Verteidigung“ im obigen Sinne angebracht sein. Das ist kein Widerspruch.

    Wie ich handeln würde, weiß ich nicht, aber gut möglich, dass ich bei den BEDINGUNGEN, unter denen viele Menschen in Osteuropa leben, auch versuchen würde, Nutznießer des Systems zu sein.

    Was die verborgenen Nutznießer betrifft, bin ich ganz Ihrer Meinung. Es wäre jeder Gesellschaft sehr viel geholfen.

    Also:

    Nichts gegen Kritik, aber auch nicht etwas hineininterpretieren, was nicht da ist.

    Antworten
    • Horst says:

      Nutznießen bedeutet lt. meines Wörterbuches auch, sich einen Vorteil zu verschaffen. Daraus folgt, dass jemand anderes einen Nachteil erleidet. In diesem Zusammenhang kann die Verwendung dieses Verbes durchaus eine negativ besetzte Konnotation erhalten – wie im allg. Sprachgebrauch auch eher üblich. Dem folgend – frei jeglicher Interpretation war dies meine Assoziation in Verbindung mit dem starken Ausdruck des Verteidigens.

      Ob es einen Sozialstaat früherer Prägung noch gibt und es diesen weiterhin ob der gegenwärtigen und zukünftigen Tendenzen geben kann, hierüber kann freilich trefflich diskutiert werden.

      Antworten

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