Euro: eine traurige Geschichte von Größenwahn

Schon im August erschien bei INDEPENDENT eine Besprechung des Buches des ehemaligen IWF Chefökonomen Ashoka Mody zum Drama um den Euro. Lesenswert und erschütternd:

  • „The orthodox view from those serious thinkers who wish the eurozone to survive is that the single currency’s road to long-term stability must pass through a process of reform summed up by the words more Europe.“ – bto: was ich für unmöglich halte angesichts der Lage in der EU.
  • „It’s argued that some combination of jointly-guaranteed debt for all member states (or eurobonds), considerably larger fiscal transfers to the periphery, possibly even the creation of a pan-eurozone finance minister, will be needed to finally banish the spectre of collapse from Europe’s single currency.“ – bto: Leser dieser Seiten wissen, dass es nicht funktionieren kann, weil die Dimensionen viel zu groß sind.
  • „Ashoka Mody, a former IMF economist and one who worked on Europe at the very height of the single currency’s existential crisis, takes a very different view. In his analysis, laid out in a comprehensive and fastidiously researched new book Eurotragedy: A Drama in Nine Acts, a retreat from integration is necessary for the eurozone to survive. Reculer pour mieux sauter, one might say.“ – bto: was inhaltlich gut nachvollziehbar ist, aber politisch natürlich echter Sprengstoff für die Politiker, die vor einem Scherbenhaufen eigenen Versagens stehen.
  • „So definitely no eurobonds. Indeed, Mody recommends full fiscal responsibility for national governments, scrapping existing deficit and debt rules. He argues that Greek sovereign debt, one of the crises that came within a hair’s breadth of breaking the currency area in 2015, should simply be written off by other member states – something, Mody insists, should have been done as early as 2010 given it was manifestly un-repayable.“ – bto: Ja, wir müssen jeden einzeln Pleite gehen lassen. Das wäre übrigens Marktwirtschaft und nicht was wir heute machen, wo Sozialismus herrscht, wohin man auch blickt.
  • „Mody’s answer is a new debt restructuring mechanism to kick in before traders start to panic. On monetary policy, he urges a change in the European Central Bank’s mandate to include unemployment as well as inflation, bringing it into line with that of the US Federal Reserve.“ – bto: Bei der EZB bin ich sicherlich anderer Meinung, weil das Geldsystem in der jetzigen Form natürlich die Probleme befeuert hat.
  • „Mody’s broader vision is of a new republic of letters in Europe, involving supercharged state and private sector investment in education and research and development in order to drive innovation, prosperity, and economic inclusion to all within the Continent.“ – bto: Gegeben den heutigen Stand von Bildung und Innovationskraft muss man die Starken stärken, nicht die Schwachen päppeln. So einfach ist das.
  • „One of the many strengths of Mody’s book is its detailed historical narrative of how the tragedy unfolded; how a half-baked French vision of currency co-ordination was effectively forced into being by the arrogant German Chancellor Helmut Kohl; how the advice of a multitude of experts, who very warned precisely about the currency disaster that ultimately materialised in 2010, was overridden by reckless political calculation and irresponsible utopianism; how bad economics and cowardice by policymakers in the crisis made the situation worse; how a project supposed to bring the peoples of Europe closer together ended up forcing them apart.“ – bto: Ein echtes Desaster, anders kann man es nicht bezeichnen.

→ The Independent: „Eurotragedy by Ashoka Mody, review: A supremely authoritative telling of a sad tale of hubris“, 3. August 2018

20 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    bto: Gegeben den heutigen Stand von Bildung und Innovationskraft muss man die Starken stärken, nicht die Schwachen päppeln. So einfach ist das.

    Vielleicht haben Sie recht, vielleicht nicht. Ich weiß es nicht.

    Aber was ich weiß, ist, dass das das sofortige Ende der EU wäre. Denn außerhalb von Deutschland und Luxemburg wüsste ich niemand, der das Päppeln von Schwachen gerne macht, wenn er selbst eher zu den Starken gehört. Wenn die Süd- und Osteuropäer keine Gelder aus Zentraleuropa mehr bekommen, ist die EU sofort erledigt. Genau deswegen sind sie ja beigetreten. Da mögen höchstens die Balten mit ihrer Angst vor den Russen noch außen vor sein, aber denen reicht eigentlich dann die Mitgliedschaft in der NATO.

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    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Ich teile Ihre Auffassung – es wäre absehbar das Ende der EU.

      Allerdings kann ich mir auch eine Alternative zu der Auffassung von Dr. Stelter vorstellen:

      Die Starken stärken UND die Schwachen unterstützen, stärker zu werden, wobei diese fortlaufender Unterstützung entsprechend kontinuierlich NACHZUWEISEN hätten, stärker werden zu wollen.

      Das ist ein PRODUKTIVER Ansatz, der letztlich in Chancengleichheit enden würde.

      In unserer Gesellschaft und wohl auch anderen wohlhabenden besteht allerdings weitverbreitet die Auffassung, dass ein derartiger Nachweis als ZUMUTUNG verstanden werden muss – sagen wir der Einfachheit halber, die Würde des Menschen antastend.

      Insofern wird es wohl mit einem Ende der EU enden.

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      • Ondoron sagte:

        @Tischer
        Sie scheinen nicht anders zu ticken als die Politiker, die das zu verantworten haben. Sie brauchen sich nur Nord- und Süditalien anzuschauen. Das reicht, um Ihre träumerischen Vorstellungen ad absurdum zu führen.
        Die sogenannten „Euro-Hasser“ haben all diese Probleme vorhergesagt. Die tummeln sich heute übrigens in der AfD, den „Rechtspopulisten“, den „Europahassern“ – es sind die dummen Politiker der Altparteien, die immer noch nichts kapieren.
        Deutschland steht vor einer Katastrophe, die wie ein verlorener Krieg wirken wird. Und die dummen Deutschen wählen stramm sozialistisch grün. Selbst die FDP ist eine eurosozialistische Partei – kein Wunder, eingepeitscht von Juristen wie Genscher auf eine Eurohörigkeit, dass es einem den Atem verschlägt.
        Aber die dahinter stehende Geopolitik benötigt das Augenmerk derjenigen, die verstehen wollen, was hier gespielt wird. Das ist auch ein Wink mit dem Zaunpfahl an Dr. Stelter.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Ondoron

        Einfach lesen, was sich schreibe – und richtig, über den Tellerrand schauen, aber dabei auch die KONSEQUENZEN bedenken.

        Nord- und Süditalien:

        Sie glauben offensichtlich, dass Nord- und Süditalien UNS nichts angehen, weil das Italien und nicht Deutschland ist.

        Es ginge uns auch etwas an, wenn es die EU/Eurozone nicht gäbe.

        Denn wenn es so bleibt zwischen Nord- und Süditalien, wird es irgendwann eine ARMUTSMIGRATION Norditalien einschließend nach Deutschland geben, die wir aufgrund unser leicht überwindbaren Landesgrenzen nicht verhindern können und die unser Land destabilisieren wird. Wenn Sie andere Länder allein aus der Peripherie hinzurechnen, dann ist das ganz sicher so.

        Was ist mein Vorschlag bezüglich dieses Szenarios?

        Ich plädiere dafür, dass die Möglichkeit „getestet“ werden solle, die Armutsmigration dadurch abzuwenden, dass Süditalien SICH mit UNSERER Hilfe aus der Armutsfalle herausentwickelt.

        Würde das geschehen, wäre es in unserem Interesse sinnvoll ausgegebenes Geld, weil dann die Armutsmigration verhindert oder zumindest weitgehend verhindert werden könnte.

        Ich plädiere nicht dafür, das Geld einfach auszugeben, sondern verlange einen Nachweis, dass unser Geld bewirkt, was es bewirken SOLL.

        Wird er nicht erbracht, wird nicht geholfen.

        Was ist daran träumerisch oder absurd?

        Nichts.

        Vermutlich entwickeln sich die Dinge hin zu einer Katastrophe für Deutschland, weil die Armutsmigration stattfinden wird.

        Nicht verhinderbare Armutsmigration ist neben anderem wie der demografischen Entwicklung der Grund für die Katastrophe und nicht Politiker, die noch immer nichts kapieren.

        Das ist mein Verständnis der Realität, neben anderem inkl. geopolitischen Entwicklungen.

        Mit welchem „geopolitischen Augenmerk“ wollen Sie, bitte schön, die Entwicklung zur italienischen Armutsmigration nicht nur verstehen, sondern ihr ENTGEGENWIRKEN bzw. Auswirkungen auf Deutschland ausschließen, wenn Sie sie nicht abstreiten?

  2. Alexander sagte:

    “ a half-baked French vision of currency co-ordination was effectively forced into being by the arrogant German Chancellor Helmut Kohl “

    Der Euro war der Preis der Einheit.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/historischer-deal-mitterrand-forderte-euro-als-gegenleistung-fuer-die-einheit-a-719608.html

    Natürlich ist Leistungsfähigkeit der Schlüssel jeden Erfolges, dem widerspricht die Angst Schwache zu diskriminieren. Mittlerweile ist es ein Geschäftsmodell schwach zu sein und Leistung lohnt gar nicht mehr. Kalte Progression und Steuersätze wirken, während nur Dumme sich dem einfachen Weg widersetzen.

    Das gilt europaweit.

    Wir erlauben uns das in einer hungrigen Welt, die keine Skrupel kennt Wehleidige einfach wegzuputzen. Wohlstand hat mit Leistung/Bildung zu tun und gar nichts mit Grenzen.

    Wenn der Bildungsvorsprung erst einmal verbraucht ist, wird auch der letzte Humnist merken, dass Wohlstand kein Geburtsrecht ist.

    Im Bundesgebiet verhält es sich so, dass wer bayrische Verhältnisse sucht nach Bayern umzieht, weil sich das in z.B. NRW niemals erwarten lässt. dito Europa. Was im Bund nicht gelingt soll die EU können?

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    • SB sagte:

      @Alexander:

      „Was im Bund nicht gelingt soll die EU können?“

      Die gleiche Frage können Sie auf jede Stadt und jeden Stadtbezirk herunterbrechen. Je mehr Schwache durchgefüttert werden, desto größer wird diese Gruppe und desto mehr geht der Standortvorteil verloren. Die Schwachen werden zur Normalität. Nur ein kleiner Teil der Schwachen schafft es tatsächlich, aus diesem Kreis herauszubrechen. Zumeist aus eigener Kraft und nicht wegen der Quersubventionierung. Man muss einfach nur auf die arm-aber-angeblich-sexy-Hauptstadt schauen, um dies nachzuvollziehen. Im Ergebnis wählen die Schwachen, die irgendwann in der Mehrheit sind, Schwache an die Macht, die ihnen noch „mehr Gerechtigkeit“ auf Kosten der verbliebenen Starken versprechen. Die an die Schwachen umverteilten Mittel, machen diese aber nicht wie beabsichtigt stärker, sondern in aller Regel nur noch bequemer und damit wettbewerbsuntauglicher. Wie Sie richtig feststellen, wird das Schwachsein an sich dann zum Geschäftsmodell (für die Schwachen und die von ihnen gewählte Politik), weil zur vorgeblichen Beseitigung der Schwäche immer mehr Mitteln gefordert werden.
      Welche Folgen eine von Schwachen gemachte Politik in Sachen Wettbewerbsfähigkeit hat, lässt sich dann ebenfalls wieder beispielhaft der Hauptstadt ablesen. Der Beweis ist sozusagen am lebenden Objekt erbracht.

      Antworten
    • ikkyu sagte:

      @ Alexander

      Zitat:
      „Wenn der Bildungsvorsprung erst einmal verbraucht ist, wird auch der letzte Humanist merken, dass Wohlstand kein Geburtsrecht ist.“

      Nach meiner Meinung existiert der Bildungsvorsprung gar nicht mehr.

      Die Industrie hat in einigen wenigen Bereichen (z.B. Motorentechnik) einen Know-How-Vorsprung, der durch politische Fehlentscheidungen und der zunehmenden Globalisierung des Wissens schnell abnimmt.

      Zukunftsträchtige Technologiefelder wie Gentechnik und Kerntechnik sind in Deutschland nicht erwünscht.

      Auch auf europäischer Ebene regiert mittlerweile der grün-rote Öko-Mainstream.

      Siehe z.B. das CRISP/CAS-Urteil des EUGH:

      https://www.spektrum.de/kolumne/der-lange-schatten-der-ideologien/1580714

      Zur Erinnerung die Lissabon-Strategie der EU:

      „….verabschiedetes Programm, das zum Ziel hat, die EU innerhalb von zehn Jahren, also bis 2010, zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.“ (Zitat aus Wikipedia)

      Offensichtlich haben es die über 40.000 gutverdienenden Bürokraten in Brüssel nicht geschafft, neue Innovationen zu planen. Die Wirkungen des Sozialismus sind halt immer die gleichen.

      Wie lange können wir uns die moralisierende Arroganz noch leisten und z.B. rohstoffreiche Länder wie Russland sanktionieren?

      Die asiatische Konkurrenz sitzt schon in den Startlöchern und freut sich.

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      • Alexander sagte:

        @ikkyu & SB

        Ja, leider ist es politische Agenda die Starken zu Schwachen zu machen. Jede Leistung wird solange zermürbt, bis die Betreffenden einfach aufgeben.

        In Deutschland kommen noch alle möglichen Formen von Neoluddismus hinzu, weil die unverantworltichen Entscheider keine Einkommensfolgen ihrer Interventionen zu befürchten haben.

        Bisher konnte man die Wettbewerbsnachteile durch die Illusion einer Premiumautoindustrie und ihrer aberwitzigen Preise kompensieren, das Modell endet…einmal.

        Wenn man tatsöchliche Gleicheit unter den Menschen annimmt, dann sollte man sich nicht selbst behindern, bei Kampf und die besten Plätze im Wettbewerb.

    • Wolfgang Selig sagte:

      @Alexander: Ich gebe Ihnen 100 % recht. Der Euro war das Mittel zum Ersatz für die nicht geleisteten Reparationszahlungen, die von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg aus guten Gründen nicht im Stile des Versailler Vertrages gefordert worden sind, um nicht die Probleme von 1919 bis 1939 zu wiederholen. Ob diese Forderung nach dem Euro berechtigt war, mag jeder selbst beurteilen, da kann man sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein. Nur inzwischen bewegen wir uns halt bildungstechnisch alle nach unten, während die Ansprüche gleichzeitig nach oben gehen. Und das kollidiert halt miteinander. Und das merken die Leute auch gerade. Ist aber auch kein Wunder, weil eine ehemals für Fortschritt (auch technischen) kämpfende Partei wie die SPD nur noch nach Umverteilung schreit, während eine ehemals marktwirtschaftliche Partei wie die CDU inzwischen jeden sozialistischen Unfug (z.B. Mietpreisbremse, Bestellerprinzip bei Maklern, Energiesubventionen, NOX-Diesel-Alleingänge, etc.) mitmacht. Die entscheidende Frage ist nur noch die nach Ursache und Wirkung: Verkommen die Volksparteien, weil das Volk ungebildeter wird, oder verschlechtert sich der Zustand im Volk, weil die Regierung die Rahmenbedingungen permanent verschlechtert? Ich vermute, beide Dinge beeinflussen sich gerade in einer negativen Abwärtsspirale gegenseitig.

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      • Alexander sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Der intellektuelle Absturz seitens der Politk war in den 90ern ein Spiegelthema, damals durch das Göttinger Institut für Demokratieforschung analysiert…man sprach davon, dass Politk nur noch Mittelmaß sei.

        Zur gleichen Zeit übernahmen die 68er Kinder Lehrerpositionen in den Bildungseinrichtungen, gefördert durch die 68er selbst. Man setzte gezielt Akzente, welche sich heute in einer breiten Schicht von „Grünen“-wählern wieder finden. Arbeiterparteien braucht niemand mehr, der im öffentlichen Dienst tätig ist.
        Die Arbeiterklasse von früher wird heute von Menschen mit Migrationshintergrund dominiert, die sich für diese Poltik kaum interessieren.

        Linken Globalismus (Umwelt, Migration ..) vertrat Frau Merkel besser als die Linke selbst, die CSU ist ein Totalausfall wie die Biermösl Blosn frühzeitig erkannte: https://www.youtube.com/watch?v=S-gd9aTalmw

        An der Bundeswehr mache ich den Wandel am deutlichsten fest, „symbolisch“. Nachdem der letzte alte Offizier verabschiedet wurde, erinnert sich heute niemand mehr, von welchem Niveau man überhaupt abgestürzt ist. Die alte Bundeswehr wurde von Kriegsüberlebenden geprägt und das ist kein Vergleich mit Uschi´s gegendergerechten Truppe.

        Der Historiker Egon Flaig spricht davon, dass jeder Wert der zwei Generationen lang nicht gepflegt wurde verloren ist. Man muss ihn mühsam neu entwickeln…für berufliche Qualifikationen ist diese richtige Beobachtung fatal. Fachkräfte fehlen überall, weil wir „alte Qualitäten“ brauchen.

      • SB sagte:

        @Wolfgang Selig:

        „Ich vermute, beide Dinge beeinflussen sich gerade in einer negativen Abwärtsspirale gegenseitig.“

        Das würde ich für den laufenden Prozess auch so sehen. Quasi das bekannte System der kommunizierenden Röhren. Es stellt sich sukzessive ein gegenseitig bedingter Gleichstand an Dummheit ein. Ausgangssituation ist allerdings die staatlich organisierte linksgrüne Verblödung, denn es gab ja auch schon andere Zeiten in diesem Land.

      • Thomas M. sagte:

        Dummheit oder nicht einfach Wahlmanipulation? Ist ja wohl kein Zufall, dass es in der einen Schule selektiv und massiv die AfD getroffen hat. Okay: Auch Dummheit, sonst hätten man nicht so viele Stimmzettel verschwinden lassen.

        Eine ordentliche Demokratie würde dem jetzt nachgehen inkl. Strafverfolgung.
        https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__107a.html

        Was meinen Sie? Da es die AfD betraf, wird man es wohl als Kavaliersdelikt sehen.

  3. Axel Jung sagte:

    „Gegeben den heutigen Stand von Bildung und Innovationskraft muss man die Starken stärken, nicht die Schwachen päppeln. So einfach ist das.“

    Sie scheinen zu unterstellen, dass das Eine nicht ohne das Andere zu haben ist und dass es möglich ist, „stark“ von „schwach“ klar abzugrenzen. Ziel sollte aber doch eher sein, jeden in die Lage zu versetzen, seine Potentiale – was auch immer die sind und für wen auch immer die „wertvoll“ sind – voll auszuschöpfen. Insofern sollte gelten: die Starken stärken, ohne die Schwachen zu schwächen und die Schwachen stärken, ohne die Starken zu schwächen. Ganz so einfach, wie Sie suggerieren, ist es nicht.

    Antworten
  4. SB sagte:

    bto: „Ja, wir müssen jeden einzeln Pleite gehen lassen. Das wäre übrigens Marktwirtschaft und nicht was wir heute machen, wo Sozialismus herrscht, wohin man auch blickt.“

    Richtig: Was wir mit dem Euro (und der EU) bereits erleben und was wir noch erleben werden, sind die Folgen von Planwirtschaft, die ein typisches Merkmal von Sozialismus ist. Wo der endet kann man immer wieder sehen (zuletzt Venezuela). Das verbliebene Bisschen Marktwirtschaft würde an sich schon lange nicht mehr reichen, um das System am Laufen zu halten. Deshalb die massiven planwirtschaftlichen Zinseingriffe der EZB und die massiven politischen Eingriffe per EU und auf nationaler Ebene in die individuellen Freiheitsrechte der Bürger. Auch, wenn es noch gelingen sollte, die EU zunächst weiter zu „vertiefen“, z.B. durch eine europäische Arbeitslosenversicherung und ähnliche Maßnahmen, so wird dies das Siechtum in Form von abnehmender Leistungs- und damit Wettbewerbsfähigkeit nur vergrößern. Das Ende einer solchen Politik ist allenthalben bekannt. Bleibt nur noch die Frage, wann es endet.

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  5. Thomas M. sagte:

    @ikkyu: Danke für den Link zu „CRISPR/Cas-Urteil des EUGH“. Das ist tatsächlich eine mehr als wunderliche Argumentation – auch unabhängig davon, was man von Gentechnik hält. Man lernt immer noch dazu.

    Fehlt eigentlich, dass das Halten von Aktien von Unternehmen, die CRISPR-Methoden einsetzen, in der EU illegal wird – oder doch zumindest diese nicht mehr gehandelt werden dürfen. Die Logik gibt es ja bei THC-Aktien (teilweise) auch schon. Waffenproduzenten sind natürlich weiterhin okay – die zahlen auch oft gute Dividenden.

    Ethik ist ganz schön komplex.

    Vorgestern hatte ich auf zdf.neo noch eine mir neue Sichtweise zum Thema Gold entdeckt – und das obwohl ich dachte, ich kenne schon alle Positionen: Herr Prof. Lesch (dem ich als Astrophysiker sehr gerne zuhöre) wunderte sich, dass Gold noch frei gehandelt werden darf, da es doch nur der Finanzspekulation diene und die wilde Förderung in Südamerika ökologisch so schädlich sei. (Das ganze natürlich mit schönen Bildern eindringlich in Szene gesetzt.)

    Der Beitrag hatte leider versäumt herauszustellen, dass der Gold-Hype zumindest beim kleinen Manne nicht so sehr durch Gier kommt, sondern durch Sorge und Zweifel an der staatlich gelenkten Fiat-Währung. Ein paar Diagramme in € und bedrohliche Bildern aus Brüssel hätten gut hinter die Wallstreet-Impressionen geschaltet werden können.

    Aber egal: Soll ja in erster Linie meinungsbildendes Fernsehen und erst in zweiter Linie wissensbildendes sein.

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