„Ein Fünfstufenplan für Wohlstand in Europa“

Es ist ja wahrlich nicht so, dass nicht bekannt wäre, was zu tun ist, um die Wirtschaft der EU wieder auf Kurs zu bringen und den Euro zu retten. Schon 2015 habe ich an dieser Stelle Michael J. Boskin, Professor für Ökonomie an der Universität Stanford zitiert. Bei ihm sind es fünf Punkte, ich habe bekanntlich zehn. Aber die Stoßrichtung ist identisch:

  • „Der zur Finanzierung der Sozialausgaben erforderliche Steuersatz muss der Anzahl Menschen entsprechen, die Sozialleistungen erhalten, geteilt durch die Anzahl an Steuerzahlern (Abhängigkeitsquote), multipliziert mit der durchschnittlichen Leistungshöhe im Verhältnis zum besteuerten Einkommen (Lohnersatzrate). Es war diese Kalkulation, die Mario Draghi, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, zu den Worten veranlasste: ‚Das europäische Sozialmodell ist bereits tot.‘ (…) Eine Reform der Sozialausgaben entsprechend den tatsächlichen Bedürfnissen ist lange überfällig.“ ‒ bto: und angesichts der katastrophalen Demografie, die er gar nicht erwähnt.
  • „Das Wirtschaftswachstum in Europa ist deutlich geringer als in den Vereinigten Staaten. (…) Hohe Steuern und komplizierte Vorschriften würgen den Arbeitsmarkt und Unternehmensgründungen ab. Übertrieben grosszügige Sozialleistungen halten davon ab, zu arbeiten, Mitarbeiter einzustellen, zu investieren und zu wachsen. Das chronisch lahmende Wachstum reicht nicht aus, um den vielen arbeitslosen und unterbeschäftigten jungen Leuten in Europa Beschäftigungschancen zu eröffnen.“
  • „In Europa stellen die Banken rund 70 % der Kredite für die europäischen Volkswirtschaften zur Verfügung, verglichen mit 30 % in den USA. Aber viele europäische Banken sind überschuldet und werden nur durch öffentliche Liquiditätsspritzen am Leben erhalten.“ ‒ bto: richtig. Wir haben es mit Zombies zu tun.
  • „Die vielen Vorteile des Euros – grenzübergreifende Preistransparenz, niedrigere Transaktionskosten und Glaubwürdigkeit in der Frage der Inflation – erforderten die Aufgabe einer unabhängigen Geldpolitik und flexibler Wechselkurse. Doch angesichts der begrenzten interregionalen Transfers und der beschränkten Arbeitsmobilität bedeutet dies, dass der Kontinent über eine deutlich geringere Fähigkeit verfügt, unterschiedlichste Erschütterungen durch sogenannte automatische Stabilisatoren aufzufangen.“
  • „Die Bürger sind zunehmend enttäuscht von den europäischen Eliten und supranationalen Institutionen wie der Europäischen Kommission, die ihnen Regeln aufzwingen, die im Widerspruch zu den wirtschaftlichen Interessen und der Souveränität ihrer Länder stehen. Die Wähler sind nervös, wie die Wahlen in Griechenland gezeigt haben. Nationalistische Stimmungen gewinnen an Boden, und demagogische Parteien am rechten und am linken Rand des politischen Spektrums gewinnen in jeder neuen Meinungsumfrage weiter hinzu.“ ‒ bto: Und auch dieser Trend wird durch die guten Konjunkturdaten seit 2015 nur verlangsamt, nicht umgekehrt.

Sein Lösungsvorschlag? Eine bto-Lesern bekannte Ideen:

  • „Dies sollte mit der Vergemeinschaftung eines Teils der Zahlungsverpflichtungen der hochverschuldeten Länder – definiert etwa als Schuldenquote über 60 oder 70 % – und bescheidenen Abschreibungen im Tausch gegen langfristige Nullcouponanleihen einhergehen.“ ‒ bto: also ein Schuldentilgungsfonds mit Umschuldung und Solidarität.
  • „Zugleich müssen die europäischen Zombie-Banken schnell durch Akquisition oder zeitweilige Übernahme, Sanierung und den Verkauf von Vermögenswerten abgewickelt werden, so wie das die Resolution Trust Corporation während der Sparkassenkrise der Achtzigerjahre in den USA tat.“ ‒ bto: Auch das will finanziert sein, siehe Schuldentilgungsfonds.
  • „Zudem müssen Strukturreformen, die die Flexibilität des Arbeitsmarktes erhöhen und die Bürokratie und damit verbundene Hindernisse bei der Gründung neuer Unternehmen verringern, umgesetzt werden.“ ‒ bto: und die ungedeckten Versprechen für die alternde Gesellschaft bereinigt werden.
  • „Und schliesslich sollte die Eurozone in zwei unterschiedliche Euro mit fluktuierendem Wechselkurs aufgespalten werden.“

Tja. Nichts wirklich Neues. Ich fürchte allerdings, genau dasselbe wird man auch in zwei Jahren noch schreiben können, war vor vier Jahren mein Fazit. Und wie wir sehen, zu Recht.

fuw.ch: „Ein Fünfstufenplan für Wohlstand in Europa“, 11. März 2015

Kommentare (25) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Bei ihm sind es fünf Punkte, ich habe bekanntlich zehn.“

    Es könnten auch 21 oder nur 1 sein. Das ist egal, da bin ich bei Herrn Tischer. Das, was kommen wird (wie bei allen staatlichen Krisensituationen) wird der „starke Mann“ sein, wie in allen Krisenregionen der Erde zu jeder Zeit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das dann keine Frau sein wird. Und es wird auch kein Demokrat sein (im Gegensatz übrigens zu verfemten Leuten wie Herrn Lucke von der LKR oder Herrn Gauland von der AFD, die wirklich noch Demokraten sind). Und er wird auch nicht auf Ökonomenprogramme hören.

    Das Parteibuch spielt dann auch keine Rolle mehr, denn es ist nur Fassade. Ob dieser „starke Mann“ vom linken oder rechten Sozialismus kommen wird, wird volkswirtschaftlich egal sein (nicht jedoch für die betroffene Bevölkerungsgruppe, die dieses Mal den Sündenbock spielen muss). Islamist er wird wegen der Staatsangehörigkeitsdebatten der Mehrheitsgesellschaft eher nicht sein.

    Ein Horrorszenario? Klingt vielleicht so. Aber nach 1919 bzw. 1923 ging es in die gleiche Richtung. Anders ist dieses verkrustete System wohl leider nicht zu korrigieren. Traurig, aber wahr. Die Leute lernen nichts dazu. Und nach Platons Politeia kommt nach der Demokratie die Tyrannis, weil die Masse der vermögenslosen Demokraten dem „Agitator“ folgen wird. Wir sind auf dem exakten Weg dorthin.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Ob sich das Horrorszenario einstellt, wissen wir nicht.

      Wir müssen es aber MITDENKEN.

      Was mich mit am meisten beunruhigt:

      Die heute schon zu beobachtenden Veränderungen in diese Richtung erfolgen dramatisch SCHNELL.

      Und zwar nicht nur hier und da, sondern fast schon tendenziell.

      USA, Italien, GB (seit heute), Ukraine:

      Das sind Figuren an der Macht, bei deren Auftritt man sich noch vor wenigen Jahren die Augen gerieben hätte.

      Heute: DEMOKRATISCH legitimiert durch MEHRHEITSWILLEN.

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    Frank Präuner sagte:

    Sehr geehrter Herr Stöcker,

    „Thomas Mayer ist ja hier ein guter Bekannter. In seinem aktuellen Interview analysiert und erläutert er vieles gut, scheitert aber mal wieder am „Wert“ des Geldes.“ Das kann sein, kann aber auch nicht sein!
    Aber kennen Sie eigentlich das Buch von Prof. Georg Quass: Relationale Geldtheorie, indem er explizit auf die Geldtheorien von ihnen eingeht und diese als abstrus verwirft?

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      Michael Stöcker sagte:

      Sehr geehrter Herr Präuner,

      vielen Dank für den Hinweis auf das Buch von Georg Quaas, mit dem ich schon einige Diskussionen geführt habe; z. B. hier: http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2017/05/von-nichts-kommt-nichts–auch-nicht-geld/#comments Ich halte Herrn Quaas für sehr kompetent; insofern habe ich soeben sein Buch bestellt.

      „indem er explizit auf die Geldtheorien von ihnen eingeht und diese als abstrus verwirft?“

      Ich wusste gar nicht, dass ich eine Geldtheorie vertrete, geschweige denn Geldtheorien. Ich bin vielmehr bemüht, das real existierende Geldsystem in seiner historischen Entwicklung zu beschreiben und somit zu verstehen. Mit einer Theorie hat das alles sehr wenig zu tun. Insofern bin ich mal gespannt, was Herr Quaas da so als „abstrus verwirft“ bzw. in welche Schublade er mich gesteckt hat.

      Ich melde mich wieder zu diesem Thema, sobald ich eine fundierte Einschätzung zu diesem Buch vornehmen kann. Das wird aber wohl noch einige Wochen dauern.

      LG Michael Stöcker

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        ruby sagte:

        Herr Stäcker, der Link zum Sonderdruck Fair Value von Professor Karlheinz Küting is missing. Haben Sie diesen noch verfügbar?

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        Frank Präuner sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker,

        ich wollte Sie nur auf das Buch hinweisen und mit dem Satz: „Das kann sein, kann aber auch nicht sein!“ darauf hinweisen, dass mit dem Buch von Herrn Quaas mir die, ach ich weiß nicht die 10 etc. Geldtheorie präsentiert worden ist. Dadurch „““ fühle“““ ich mich nur bestätigt, dass wir im Bereich der Ökonomie den Naturwissenschaften hunderte von Jahren hinter hinken und es manchmal von Ökonomen besser wäre diese Tatsache auch zu zugeben und sich den Sokratischen Satz in Erinnerung rufen:“ Ich weiß dass ich nicht weiß“. Mehr Demut und Respekt wäre m.E. wünschenswert in den ganzen ökonomischen Debatten.

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    Bauer sagte:

    Allmählich dämmert den Zeitgenossen, dass Regulierung etwas kostet. Zunächst ganz direkt beim Staat und anderen Regulierungsbehörden durch Aufblähung des Apparats.
    Dann, weil Regulierung ein Selbstläufer ist und in Überregulierung bis zum Stillstand des Betriebs (auch Staats) führt.
    Sodann dadurch, dass Regulierung Spieler auf der anderen Seite des Netzes benötigt, die die Bälle zurückspielen. Die besorgt man sich durch den Zwang, die Vorschriften zu befolgen, da sonst … Dabei wird vergessen dass dies aus betriebswirtschaftlicher Sicht keine produktive Beschäftigung ist, im Gegenteil, die produktiven Kräfte der Wirtschaft werden abgelenkt, da sie sich diesem Spiel (compliance!) widerspruchslos zu beugen haben. Kein Wunder, dass die Produktivität auch und gerade deswegen sinken muss.
    Mindestens ebenso hoch wie diese evidenten Zwänge wirkt die damit einhergehende Entmutigung und Lähmung, Unlust oder Zeitmangel, neues zu denken oder zu versuchen. Dieser Einfluss ist nicht bezifferbar, zumindest wurde er noch garnicht ernsthaft untersucht. Er ist wohl mindestens ebenso hoch einzuschätzen wie die offenen Kosten und Zeitverluste.

    Ich spreche da aus eigener Erfahrung als lebenslanger professioneller „Ideenproduzent“. Nur wenige Stunden am Tag, höchstens die Hälfte eines Arbeitstages, sind echt produktiv. Und dabei halten sich diese Stunden nicht an die Regelarbeitszeit, oft hat man sie am sehr frühen Morgen, wenn das Gehirn sich aus dem Schlaf löst und ausgeruht „querdenkt“. Wohl dem, der das versteht und seinen Tagesrythmus entsprechend arrangieren kann.

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      Kassandra sagte:

      Genau, Herr Bauer. Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf. Sie wissen, wie es dem Ostblock erging, insbesondere der UdSSR. Sinkendes Lebensalter, steigende Lebensmittelpreise, geringere medizinische Versorgung usw.
      Im Sozialismus sind am Ende alle arm………

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bauer

      Sehe ich auch so.

      WARUM – die Regulierung fällt ja nicht vom Himmel?

      Meine These:

      Wir sind insgesamt zu wohlhabend, haben uns daran gewöhnt, dass es so ist und glauben, dass es immer so sein wird.

      DAHER können wir uns in GERECHTIGKEIT üben, immer mehr, immer feiner tariert bis zur siebten Stelle hinter dem Komma.

      Produktivität?

      Ich bitte Sie, wenn die stark wachsen würde, hätten wir noch mehr Arbeitslose.

      Alles bestens, wir sind im Reinen mit uns.

      Das Erwachen wird kommen und es wird bitter werden.

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        Bauer sagte:

        @ DT

        „Produktivität? Ich bitte Sie, wenn die stark wachsen würde, hätten wir noch mehr Arbeitslose.“

        Stimmt so einfach nicht, bzw nicht immer. Ich habe auch Arbeitsplätze vernichtet, anders geht es gar nicht, aber an anderer Stelle mehr geschaffen.

        Den Wert von Ideen oder generell von Neuem an der Bilanz der beeinflussten Arbeitsplätzen zu messen, ist völlig abwegig. Arbeit gibt es immer und sie ist der Menge nach unbegrenzt, da hier der Mensch seinem natürlichen Bedürfnis folgt, seine Lebensumstände zu verbessern.

        Die Frage ist lediglich, ob der Nutzen der Arbeit (Bezahlung, Mehrwert) so hoch ist, dass er als Antrieb ausreicht. Sonst sind wir nämlich bei der Zwangsarbeit.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        >„Produktivität? Ich bitte Sie, wenn die stark wachsen würde, hätten wir noch mehr Arbeitslose.“>

        Mit dieser Aussage habe ich mich auf Ihre folgende bezogen:

        >Kein Wunder, dass die Produktivität auch und gerade deswegen sinken muss.>

        Das war c.p. gemeint.

        >Ich habe auch Arbeitsplätze vernichtet, anders geht es gar nicht, aber an anderer Stelle mehr geschaffen … Den Wert von Ideen oder generell von Neuem an der Bilanz der beeinflussten Arbeitsplätzen zu messen, ist völlig abwegig.>

        Ich widerspreche nicht, es ist aber ein anderes Thema.

        >Arbeit gibt es immer und sie ist der Menge nach unbegrenzt, da hier der Mensch seinem natürlichen Bedürfnis folgt, seine Lebensumstände zu verbessern.>

        Das ist eine Aussage, die nicht allgemeingültig ist für Gesellschaften wie unsere.

        Erstens hängt es von den UMSTÄNDEN ab, unter denen Menschen arbeiten. So kommt es u. a. auf die ART der Arbeit an, mit der sich bei gegebenen gesellschaftlichen Lebensumständen diese verbessern lassen sowie auch auf die BEDINGUNGEN, unter denen diese Arbeit erbracht werden kann.

        Zweitens glaube ich nicht, dass der Mensch, d. h. jeder Mensch seine Lebensumstände verbessern will. Manche sind einfach zufrieden und wollen keine VERÄNDERUNG. Und es gibt auch Menschen, die sich gehen lassen, versacken und verkommen.

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        Bauer sagte:

        @ DT

        Schon gut, aber wenn diejenigen, die ihre Lebensumstände verbessern wollen, nicht in der Mehrheit wären, würden wir noch bei unseren Vettern in den Bäumen hocken.
        Allerdings müssen einem Zweifel kommen, ob es diese Mehrheit in D noch gibt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Sehe das auch so.

        Sie verweisen auf DAS Problem:

        Man kann seine Lebensumständen NICHT verbessern wollen.

        Dann darf man sich aber nicht beschweren, dass man von anderen, die das tun, abgehängt wird.

        Diesen Schritt gehen zu viele Menschen nicht mit.

        In der VERWEIGERUNG der Konsequenzen eigenen Wollens liegt ein Großteil sozialer Zerstrittenheit.

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    Michael Stöcker sagte:

    Thomas Mayer ist ja hier ein guter Bekannter. In seinem aktuellen Interview analysiert und erläutert er vieles gut, scheitert aber mal wieder am „Wert“ des Geldes.

    Es ist wenig sinnvoll, dass realexistierende dysfunktionale Geldsystem durch ein anderes dysfunktionales Aktiv-System zu ersetzen. Dennoch ist das Interview durchweg sehenswert und ich sehe eine größere Schnittmenge zwischen seinen Aktivgeldideen und QE4P. Hier kann sich jeder seine eigene Meinung bilden: https://youtu.be/yBNy1vC-M9E

    LG Michael Stöcker

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    Ondoron sagte:

    Der Euro ist nicht zu retten. Wer das meint, glaubt an politische Großprojekte. Davon gab es ja schon so einige.

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    General Schmauz sagte:

    Man muss sich schon wundern, wie dumm manche angeblich Gelehrte sind.

    Wer will, dass die Menschen arbeiten, muss sie verführen sich zu verschulden, am Besten bis über beide Ohren. Nichts fürchtet der Untertan mehr, als dass man ihm sein Hab und Gut (Haus, Auto, Mallorcaurlaub) weg nimmt, wenn er Zinsen und Tilgungen nicht leistet.

    Es wird nicht ein einziger Arbeitsplatz entstehen, wenn man denjenigen die nichts haben, droht das Existenzminimum zu entziehen. Wir bekommen dann einfach deutlich mehr Kriminalität, so wie in den USA.

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    foxxly sagte:

    Plan für Wohlstand? Die 20% reichsten Menschen haben überdurchschnittlich vom Zuwachs in den letzten 20 Jahren profitiert. Die anderen 80% haben nicht einemal den Wertverlust durch die (echte) Inflation/ den Kaufkraftverlust, erreicht. Soviel zur Wohlstandsverteilung; – von welchen Plan reden Sie? Für wen soll dieser gelten?

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    Dietmar Tischer sagte:

    Ob 5-Punkte Plan von Boskin oder 10-Punkte-Plan von bto:

    Das sind Sandkastenspiele, reine ILLUSION.

    Ihr Wert liegt darin, aufzuzeigen, dass es keine Lösungen gibt.

    Dass gerade Ökonomen derartige „Lösungsvorschläge“ präsentieren und sie als solche deklarieren, irritiert mich.

    Denn Sie wissen doch, dass Menschen – hier mehrheitlich durch ihre Regierungen vertreten – nach PRÄFERENZEN handeln.

    Präferenz der Menschen ist NICHT, schlechter gestellt zu werden als sie es gegenwärtig sind.

    Das, was für ZUKÜNFTIGEN Wohlstand in Europa getan werden muss, stellt sie schlechter.

    Also erfolgt es nicht.

    Vielmehr:

    Es wird alles getan, dass sie nicht schlechter gestellt werden.

    Das geschieht durch Stabilisierung des Systems (EU und Eurozone)

    Dass es auf DIESER Basis ALLEN tendenziell schlechter gehen wird in Zukunft, ist eine unvermeidbare FOLGE angesichts der internen Systembedingungen, u. a. Demografie und externer Entwicklungen wie der Globalisierung.

    So einfach ist das.

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      ruby sagte:

      Nein Herr Tischer, Persönlichkeiten wie Donald Trump, der das gesamte Establishment in Konsens mit seinen Wasserträgern zerlegt hat, und andernorts Individualitäten werden das Jahrhundert-System von lähmender Komplexität reduzieren und transformieren. Das passiert prallel in unterschiedlichsten Funktionen und Strukturen.
      In der EU wird es bei der Währungsgemeinschäft, den Staatsgrenzen, den Umweltordnungen und den Sozialtransfers kontrahieren.
      Für mich ist erkennbar, daß es zur Implosion kommt. Wie stark Gewalttätigkeien oder gar Kriege diese begleiten ist nicht unbeeinflußbar nur zu beobachten sondern persönlich Verantwortung jedes einzelnen Bürgers, Sie und mich inbegriffen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Ich sehe die Entwicklung ähnlich wie Sie und glaube auch nicht, dass eine Figur wie Trump nur eine Ausnahmeerscheinung ist, nach der sich die Dinge wieder einrenken.

        Wie sich was verändert und ob es irgendwann eine Implosion gibt, kann offen bleiben.

        Ich bin jedenfalls alles andere als optimistisch.

        >Wie stark Gewalttätigkeien oder gar Kriege diese begleiten ist nicht unbeeinflußbar nur zu beobachten sondern persönlich Verantwortung jedes einzelnen Bürgers, Sie und mich inbegriffen.>

        100% Zustimmung.

        Gehen Sie davon aus, dass ich mich PRAKTISCH engagiere.

        DAVOR steht allerdings das Bemühen, die Dinge zu verstehen.

        Im Blindflug nur dagegen zu sein, bringt nichts.

        Im vorliegenden Fall meines Kommentars geht es um die Beurteilungen von Lösungskonzepten bezüglich ihrer praktischen RELEVANZ.

        Das hat nichts mit praktischer Beteiligung an Politik zu tun.

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    asisi1 sagte:

    Ich halte das Aufblähen des Politiker -und Beamtenapparates für einen großen Schuldentreiber! Bestes Beispiel die Flutung durch Asylanten. Hier müssen , beginnend bei den Verwaltungsbehörden über Polizei und Staatsanwälte und Richter größte Personalkontingente eingestellt werden. Dann kommen noch ein mehr an Sozialarbeitern, Psychologen, Lehrern etc. Alle beschriebenen Stellen haben Gehälter der mittleren und oberen Einkommensklasse. Da können „Experten“ schreiben was sie wollen und wieviel sie wollen, in der heutigen Situation gibt es kein Entrinnen aus den selbstgemachten Leiden.

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      Evi Dent sagte:

      Mich macht dabei noch mehr sprachlos, dass autochtone Steuerzahler gesucht werden, welche noch gar nicht lange in diesem Land Lebenden bei Behördengängen ehrenamtlich behilflich sein sollen. Meine Vermutung, dass in den Behörden keine Menschen, mit Ausnahme der Putzfrauen, beschäftigt sind, schwelt weiter.
      Schon mich selbst betreffend habe ich extremen Widerwillen irgendwelche Ämter aufsuchen zu müssen. Weder Masochismus, noch Sadismus ist mein Ding.
      Manchmal kommt es mir vor, als ob gefühlt schon jede(r) zweite Deutsche verbeamtet oder beamtenähnlich beschäftigt ist.
      Die Pensionsblase wächst.

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    Bernhard K. Kopp sagte:

    In allen Ländern die unter anämischem Wachstum leiden haben die Regulierungen aller Art, die Steuerlast und die Gemeinkosten von Politik und Verwaltung stetig zugenommen. Damit sind starke Interessen verbunden – siehe Bauwesen in Deutschland, z.B.- die Strukturreformen, unter denen sich konkret kaum jemand etwas vorstellen kann. finden deshalb nicht statt. Die Verschuldung ist zwar auch eine opaque Größe, sie wird aber als Zielgröße in den Vordergrund gestellt – dort wo“ Wachstum “ stehen sollte. Die Wähler, und die Medien strafen deshalb auch niemanden ab, wenn ein notwendiges Zielwachstum nicht erreicht wird. Größtenteils ist es den Politikern sogar gelungen den Eindruck zu verfestigen, dass sie für “ Wachstum “ nicht verantwortlich seien.

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