Die Theorie für die Helikopter: „Geld ist zum Schöpfen da“ – na dann los!

Bekanntlich laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren, die nächsten, noch radikaleren Maßnahmen der Geldpolitik politisch akzeptabel zu machen. So gesehen ist es kein Wunder, dass die SZ sich des Themas angenommen hat und mit Stephanie Kelton, einer Vertreterin der „modernen Geldtheorie“ ein ausführliches Interview brachte. Grundaussage: „Ein geldpolitisch souveräner Staat kann so viel Geld ausgeben, wie er will.“ Das wussten die in Weimar auch (Scherz) und die Euro-Zonen-Europäer müssen deshalb zu einem Staat werden, damit sie diese Souveränität wiederbekommen (leider kein Scherz).

Schauen wir uns die Aussagen an:

  • „USA, Großbritannien und Japan (…) haben eigene Währungen, die von der Regierung (…) in unbegrenztem Umfang in den Umlauf gebracht werden können. Warum sollte man diese Luxussituation im Abschwung nicht nutzen, um jede denkbare Summe zu mobilisieren, die für eine Konjunkturwende nötig ist?“ – bto: Das ist eine legitime Schweinerei und sie bedeutet zwingend einen anhaltenden Wertverlust des Geldes. Weshalb sollen wir Politikern diese Macht geben?
  • „Natürlich kann ein Staat Inflation auslösen, etwa wenn (…) die Unternehmen angesichts voll ausgelasteter Kapazitäten gar nicht abarbeiten können. (…) droht eine Konjunkturflaute kann die Regierung riesige Summen für Steuersenkungen, Staatsaufträge oder Rentenerhöhungen in die Hand nehmen, ohne dass die Preise auf breiter Front steigen. Geld zu schöpfen ist allemal sinnvoller, als Depression und Massenarbeitslosigkeit zu erdulden.“ – bto: Dass diese oft die Folge von zu vielen Schulden ist, wird bei dieser Betrachtung aber ausgeblendet.
  • „In Staaten mit eigener Währung kann die Regierung den Rentnern so viel zahlen, wie sie will, denn sie hat ja das Monopol Geld zu schöpfen. (…) Inflation entsteht nur, wenn die Wirtschaft nicht innovativ und produktiv genug ist, um alle Wünsche zu erfüllen.“ – bto: Inhaltlich falsch ist, dass der Staat das Monopol über Geld hätte. Schließlich werden 90 Prozent allen Geldes privat geschaffen. Zum anderen gibt es keinen Free Lunch. Es führt zu einer relativen Entwertung von Geld, wenn es auch nicht direkt in den Konsumentenpreisen Niederschlag findet.
  • „Es gibt ein Video von 1997, das zeigt, wie der republikanische Abgeordnete Paul Ryan den damaligen Notenbankchef Alan Greenspan zwingen will einzugestehen, dass der staatlichen Sozialversicherung das Geld ausgehen wird (…) Wissen Sie was Greenspan unter Eid antwortete? ‘Es gibt nichts, was die Bundesregierung davon abhält, so viel Geld zu schöpfen, wie sie will (…)’.“ – bto: Das stimmt, nur darf man nicht den Eindruck erwecken, dass dies keine Nebenwirkung hat.
  • „Als Währungsmonopolist könnte der Staat gar keine Steuern erheben, wenn er Bürgern und Unternehmen das Geld nicht zunächst zur Verfügung stellen würde. Es ist ja nicht der Bürger, der Dollars druckt und sie dem Staat gibt, sondern umgekehrt.“ – bto: Bekanntlich sehe ich Staatsschulden nicht so kritisch, wie hiesige Beobachter. So auch die Geldschöpfung durch Verschuldung. Andererseits ist es hier schon sehr kurz gesprungen, außen vor zu lassen, dass immerhin 90 Prozent des Geldes nicht vom Monopolisten geschaffen wird!
  • „Der Staat nutzt Steuern, um Teile des Geldes, das er über sein Monopol in die Volkswirtschaft einspeist, wieder abzuziehen. (…) Sie eignen auch dafür, Vermögen umzuverteilen und Anreize zu setzen (…)“ – bto: Eigentlich ginge es auch ganz ohne Steuern, einfach jedes Jahr die Geldmenge ausweiten?
  • „(…) ein Haushaltsdefizit (…) ist der jährliche Nettobeitrag der Regierung zur Volkswirtschaft. (…) Die Staatsschuld ist schlicht die Summe dessen, was die Regierung über die Jahrzehnte mehr in die Wirtschaft hineingesteckt, als sie aus ihr wieder herausgezogen hat, und was jetzt den Haltern von Anleihen als Sparinstrument dient.“ – bto: Das kann man so sehen. Ich denke aber, es stimmt so nicht, weil eben das meiste Geld privat erzeugt wird und zudem die Schulden eine echte Wirkung haben auf den Staatshaushalt. Wenn man allerdings so argumentiert, kann man nur zu dem Schluss gelangen, dass wir in Deutschland eine selten dämliche Politik verfolgen, gerade auch mit Blick auf die anderen Staaten wie Frankreich, die da ganz anders vorgehen.
  • „Die USA sollten tunlichst die Finger von Etatüberschüssen lassen, weil sie zugleich ein riesiges Handelsdefizit aufweisen. (…) Das Ausland verbucht gegenüber der US-Wirtschaft Überschüsse. Wenn nun auch noch die eigene Regierung Überschüsse erzielen wollte, [müssten] die privaten Firmen und Haushalte in den USA tief in den roten Zahlen stecken. Das wäre ökonomisch gesehen viel gefährlicher.“ – bto: so wie bei uns das Sparen des Staates und des Privatsektors zu den unheilvollen Überschüssen im Außenhandel führt.
  • „Man kann sogar darüber streiten, ob bei Staaten Begriffe wie ‘Kredit’ und ‘Schulden’ überhaupt zutreffen. (…) Eine Regierung (…) schöpft (…) 100 Dollar. Sie gibt diese 100 Dollar aus (…) Dann zieht sie über Steuern 90 wieder ein. Die übrigen zehn sind für den Staat das Haushaltsdefizit, für den Privatsektor, aber zugleich ein Haushaltsüberschuss. (…) es ist doch keine Kreditausnahme, wenn mir jemand eine Anleihe mit dem Geld abkauft, das ich ihm selbst zuvor gegeben habe.“ – bto: Das Problem ist aber, dass 90 Prozent des Geldes privat geschöpft wird. In einer Vollgeld-Welt wäre das so wie hier beschrieben, haben wir aber nicht.
  • „(…) der Staat kann das Geld, das er für die Rückzahlung braucht, selbst schöpfen. Solange er durch die richtige Steuer- und Innovationspolitik dafür sorgt, dass es keine Inflation gibt, gibt es kein Problem. Schauen sie nach Japan (…)“ – bto: Richtig ist, dass es in Japan keine Inflation gibt. Das hat aber mit der schlechten Lage in der Privatwirtschaft und der Demografie zu tun. Man kann schon die Frage aufwerfen, ob die Politik Japans nachhaltig sein kann.

Na, dann ist ja alles gut! Staatsschulden sind nicht so kritisch zu sehen, wie es hierzulande getan wird. Da stimme ich zu. Vor allem weil es immer auch zu einer Umverteilung kommt, die man eigentlich nicht will. Andererseits zeigen die steigenden Schuldenquoten, dass der Staat eben nicht produktiv investiert, sondern vor allem konsumiert. Davon unabhängig haben wir in der Eurozone das Problem, dass wir keine Einheit von Staat und Notenbank haben. Damit haben alle Handlungen der EZB auch eine Verteilungswirkung zwischen Ländern. Was zwischen Florida und Kalifornien okay sein mag, ist es zwischen Italien und Deutschland nicht. Dennoch ist es interessant, dass die SZ es jetzt bringt, weil damit die nächste Phase der „Euro-Rettungs-Politik“ vorbereitet wird. Das All – in der EZB.

→ SZ (Anmeldung erforderlich): „Geld ist zum Schöpfen da“, 16. Dezember 2018

57 Kommentare
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    qed sagte:

    Unter anderem haben sich das von George Soros und anderen finanzierte Institute for New Economic Thinking (INET) und Positive Money, eine britische NGO, damit aufgeplustert. Der Biographie der Dame nach ist sie eng mit diesen Kreisen bebandelt. Der Verstänige sollte sie deswegen als Propagandatröte und Sockenpuppe Soros‘ abhaken und gut is.

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        Richard Ott sagte:

        Was das Problem mit Soros ist?

        Soros ist ein Spekulant, der seit Jahren zweistellige Millionenbeträge an Hillary Clinton, ihre korrupte Clinton-Stiftung, andere Kandidaten der Demokraten in den USA und etliche linke NGOs spendet, um sich Einfluß auf Politik und Gesellschaft zu kaufen.

        In Deutschland finanziert eine von Soros‘ Organisationen zum Beispiel die sogenannte „Rechercheplattform“ Correctiv, die bei Facebook entscheiden, was als böse „Fake News“ zensiert wird.

        Ich hatte mal mit Soros-Leuten direkt zu tun, deren Scheinheiligkeit und linksradikales Sendungsbewusstsein bei gleichzeitiger völliger Kritikunfähigkeit hat mich einfach nur angewidert. Am schönsten kann es der Meister selbst formulieren:

        „Running a hedge fund was very stressful. When I had made more money than I needed for myself or my family, I underwent a kind of midlife crisis. Why should I kill myself to make more money? I reflected long and hard on what I really cared about and in 1979 I set up the Open Society Fund. I defined its objectives as helping to open up closed societies, reducing the deficiencies of open societies and promoting critical thinking.“
        Quelle: Soros‘ 2019er Rede in Davos, Link: https://www.georgesoros.com/2019/01/24/remarks-delivered-at-the-world-economic-forum-2/

        Wie kann jemand behaupten, mit seiner Arbeit das „Kritische Denken“ fördern zu wollen, wenn er gleichzeitig Zensurmaßnahmen fördert und finanziert?

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        MFK sagte:

        Ich halte auch nichts von dem Soros Bashing. Das ist eben so in einer Demokratie. Bertelsmann und andere machen das gleiche. Wer Volksvertreter wählt, die sich von Soros schmieren lassen, ist selber schuld.

        Soros warnt in Der Welt übrigens vor Auflösungserscheinungen der EU. Er sieht einen Grund hierfür in dem veralteten Parteiensystem. Er empfiehlt DIE GRÜNEN.

        https://www.welt.de/politik/ausland/article188634787/George-Soros-eindringliche-Warnung-an-die-EU-Aufwachen.html

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    Jens Happel sagte:

    Sehr gelungene humorvolle Einleitung.

    Ich denke es ist klar, dass es ohne Kreditausweitung kein Wachstum geben kann. Es ist in meinen Augen aber schon entscheidend, wofür man das Geld und im gleichen Atemzug die Schulden „schöpft“.

    Nach vorne bringen die Volkswirtschaft nur Darlehen für Forschung/Entwicklung und (sinnvolle) Infrastruktur. Also S21 eher nicht. Darlehen für Konsum entzünden nur ein Strohfeuer, weil man beim Rückzahlen des Darlehns ja wieder Geld dem Wirtschaftskreislauf entzieht. Das mit dem Rückzahlen soll wohl entfallen, ist wohl oldschool.

    Das Problem ist, dass die Unternehmen Netto Sparer geworden sind und so keine Kreditausweitung für sinnvolle Investitionen tätigen (Achtung boolesches „und“ Kreditausweitung UND sinnvolle UND Investitionen).

    Die Hoffnung beim Helikoptergeld ist, wohl durch gesteigerten Konsum Wachstum zu erzeugen und so die Unternehmen zu Investitionen zu bewegen. Nachdem die QE Programme mit dem zusätzlichen Geld im wesentlichen nur eine Assetinflation hinbekommen haben, soll diesmal mit Helikoptergeld eine „richtige“ Inflation im Gütermarkt erzeugt werden.

    Ich denke schon, dass eine etwas höherer Inflation, bei GLEICHZEITIGEM Wachstum hilfreich wäre um relativ schonend die globale Überschuldung zu reduzieren, aber irgendwie ist der Ansatz mit dem Helikoptergeld von hinten durch die Brust ins Auge. Damit Helikoptergeld wirken kann, müssten jedes Jahr größere Mengen ausbezahlt werden, ansonsten gibt es kein Wachstum, sondern nur ein Strohfeuer.

    Da wir gerade in die Rezession rutschen und zusätzlich Brexit und Handelskrieg drohen und in Italien die abgehängten die Populisten an die Macht gebracht haben (gerade in den Kommunalwahlen noch mal bestätigt!) und in Frankreich die abgehängten schon zur Sturm auf die Bastille blasen, wird der Widerstand in der Politik nur marginal sein.

    Irgendwie geil, dass die Notenbanken die Linken mit ihrem bedingungslosen Grundeinkommen sogar noch links überholen. Geld für alle und niemand muss dafür zahlen, klingt etwas populistisch. Die Notenbanken bekämpfen also Feuer mit Feuer, Populismus mit Populismus.

    Ich überlege mir schon mal, wohin ich mit dem Geld in Urlaub fahre. Irgendwo in der Südsee lässt sich der Wahnsinn vielleicht eine zeitlang vergessen.

    Vielleicht erleben wir auch die schleichende Einführung von Vollgeld. Helikoptergeld, dass nie zurückgezahlt werden muss, ist in meinen Augen nix anderes.

    Gruß Jens

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      Christian sagte:

      „Ich denke es ist klar, dass es ohne Kreditausweitung kein Wachstum geben kann. Es ist in meinen Augen aber schon entscheidend, wofür man das Geld und im gleichen Atemzug die Schulden „schöpft“.“

      Es ginge schon, nämlich durch eine produktivere Verwendung des Vorhandenen. Die absolute Geldmenge allein hat jedoch nicht zwingend eine Auswirkung aufs Wachstum. Beispielsweise sinkt die Geldmenge, wenn eine Bank Ihnen aus dem Bestand eine Anleihe verkauft…

      „Das mit dem Rückzahlen soll wohl entfallen, ist wohl oldschool.“

      Die Rückzahlung gibt es bei Staaten i.d.R. sowieso nur periodisch bei gleichzeitiger Neuverschuldung. Auch Unternehmen halten eine strategische Fremdkapitalquote und handhaben es so, darüber regt sich nur niemand auf.

      „Die Hoffnung beim Helikoptergeld ist, wohl durch gesteigerten Konsum Wachstum zu erzeugen und so die Unternehmen zu Investitionen zu bewegen.“

      Genau richtig!

      „Nachdem die QE Programme mit dem zusätzlichen Geld im wesentlichen nur eine Assetinflation hinbekommen haben, soll diesmal mit Helikoptergeld eine „richtige“ Inflation im Gütermarkt erzeugt werden.“

      Die bisherigen QE-Programme haben Staatstitel gegen Geld getauscht und somit nur einen Aktivtausch durchgeführt, die Bilanz der Verkäufer aber nicht verlängert. Da die Papiere mit annähernd 0% verzinst waren, halten die Verkäufer mit ihrem neuen Geld nun fast das selbe wie vorher – nur mit einer kürzeren Fristigkeit (sofort fällig). Vermutlich war es auch deswegen so wirkungsarm, weil die Verkäufer selbige Staatspapiere nur gehalten haben, weil sie NICHT konsumieren oder investieren wollten.
      Daher nun der Versuch, diejenigen mit Geld zu versorgen, die auch zu konsumieren oder investieren bereit sind.

      „Ich überlege mir schon mal, wohin ich mit dem Geld in Urlaub fahre. Irgendwo in der Südsee lässt sich der Wahnsinn vielleicht eine zeitlang vergessen.“

      Griechenland oder Italien wären super, tun sie etwas gegen unseren innereuropäischen Leistungsbilanzüberschuss!

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    Thierry sagte:

    Zum Thema Steuern: Ich empfehle einen scharfen Blick auf einige selbständige inselstaaten in der Karibik. Die haben nämlich weder Steuern noch Finanzamt, sondern finanzieren sich zur Gänze durch einen Einfuhrzoll. Eine übliche Grössenordnung ist 20%, also auch nicht mehr als die Mehrwertsteuer hierzulande. Da diese Inseln ausser Tourismus kaum eine mehr als örtliche Güterproduktion haben und ausserdem nicht viel wächst ausser cash crop (Zucker, Nüsse, Gewürze), muss fast der gesamte Lebensbedarf importiert und folglich verzollt werden. Da es nur einen Flughafen und ein paar Häfen als Zugang gibt, ist die Erfassung der Einfuhren ziemlich problemlos und mit wenig Personal zu realisieren. Ich habe noch nie erlebt, dass die Bevölkerung dort mit dem System nicht glücklich wäre .
    Ach ja, eh‘ ich’s vergesse, einige dieser Inseln der Glückseligen reichern ihre Habenseite auch mit der off-shore-Domizilierung an, der die gestressten Europäer fleissig zusprechen.

    Aufgepasst, das könnte das Modell werden für UK nach dem Brexit!

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      MFK sagte:

      Es ist eine alte Erfahrung aus der Entwicklungspolitik: Entweder hohe Verbrauchssteuern oder hohe Einkommenssteuern. Staaten mit schwacher Steuermoral und fehlenden Mitteln zur Durchsetzung des Steuerrechts empfiehlt man hohe Verbrauchssteuern und vice versa. In Deutschland aber haben wir die weltweit höchsten Einkommensteuern und hohe Verbrauchssteuern. Das funktioniert nur solange der Export läuft.

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    Dietmar Tischer sagte:

    > „USA, Großbritannien und Japan (…) haben eigene Währungen, die von der Regierung (…) in unbegrenztem Umfang in den Umlauf gebracht werden können. Warum sollte man diese Luxussituation im Abschwung nicht nutzen, um jede denkbare Summe zu mobilisieren, die für eine Konjunkturwende nötig ist?“ >

    KONJUNKTURWENDE?

    Diese Dame hat null Ahnung.

    Denn es geht nicht um eine Konjunkturwende, sondern um tiefliegende STRUKTURELLE Verwerfungen der Volkswirtschaften aller diese Länder und auch unserer.

    Und dann noch „JEDE denkbare Summe“:

    Risiken und Nebenwirkungen?

    Spielen keine Rolle, da es ja nur um eine Konjunkturwende geht, bei der sich die Dinge von selbst wieder einrenken.

    >„(…) der Staat kann das Geld, das er für die Rückzahlung braucht, selbst schöpfen. Solange er durch die richtige Steuer- und Innovationspolitik dafür sorgt, dass es keine Inflation gibt, gibt es kein Problem. Schauen sie nach Japan (…)“>

    Wir schauen nach Japan und erkennen:

    Richtig, es gibt keine Probleme auf dem ABSTIEG nach unten.

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      Horst sagte:

      Die STRUKTURELLE Verwerfungen (so es denn Verwerfungen sind und nicht bloße Veränderungen), setzten in der BRD bereits Mitte der 70iger Jahre ein, in Japan etwas später (zu Beginn der 90iger Jahre), doch dafür umso stärker und beschleunigend, u.a. auch aufgrund einer stark alternden (gealterten) Gesellschaft (Japan weist die höchste Lebenserwartung aller Länder auf) – mithin nicht so schleichend.

      Die Ausgangsvoraussetzungen für Japan und Europa 1945 waren jedoch nahezu identisch.

      „Richtig, es gibt keine Probleme auf dem ABSTIEG nach unten.“

      Ich unterstelle, dass diese auf weggebrochene Wertschöpfung basiert.

      Das ist die selbst erfüllende Prophezeiung – der Konsument schreit nach immer günstigeren Produkten – dass hierbei Wertschöpfung im eigenen Lande wegbricht, interessiert ihn erst dann, wenn er selbst davon betroffen ist (zu Beginn der strukturellen Veränderung waren es in Japan die Hightech-Produkte, Schiffe und Autos aus Südkorea, die die eigene Industrie in Schieflage gebracht haben).

      Vielleicht ist der Abstieg daher kein Abstieg, sondern für die nachwachsende Generation eine Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen, als es die Eltern taten. Richtig ist auch, es gibt Veränderungen beim downsizing, gleichzeitig sind diese aber auch eine Chance, das althergebrachtes Denken und Handeln zu überwinden.

      Die knapp 40 Jahre nach 1945 stellten sowohl für Europa als auch für Japan in wirtschaftlicher Hinsicht eine Ausnahme dar, die, das ist meine Hoffnung, aufgrund des Vorgefallenen nicht mehr eintreten wird.

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        Richard Ott sagte:

        Horst, wollen Sie ein bisschen trollen oder meinen Sie das ernst?

        „Vielleicht ist der Abstieg daher kein Abstieg, sondern für die nachwachsende Generation eine Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen, als es die Eltern taten. Richtig ist auch, es gibt Veränderungen beim downsizing, gleichzeitig sind diese aber auch eine Chance, das althergebrachtes Denken und Handeln zu überwinden.“

        Dieser unsägliche Spruch passt übrigens auch auf die Hungersnot im Jemen oder die Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha.

        Vielleicht begreifen Sie ja irgendwann, dass es nirgendwo auf der Welt Leute in der Mehrheit sind, die Abstieg, Deindustrialisierung und Verringerung des eigenen Lebensstandards als „Chance“ begreifen. Egal mit wie viel BWL-Blabla oder PR-Sprech versucht wird, die Misere schön zu reden..

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        Horst sagte:

        ad Ott:

        „Dieser unsägliche Spruch passt übrigens auch auf die Hungersnot im Jemen oder die Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha.“

        Es geht um entwickelte Volkswirtschaften in Japan, in Europa.

        Und ja, wenn ich den Luxus betrachte, dass wir Tonnen um Tonnen Lebensmittel wegwerfen, dann kann meiner Ansicht nach ein wenig Abstieg nicht schaden…

        Sie sind verwöhnt und mit 65 Jahren werden Sie es nicht mehr schaffen, Ihren getrübten Blick zu schärfen – da Sie qua Geburt das Glück hatten, in dieser einmaligen wirtschaftlichen Prosperität Ihr Arbeitsleben zu verbringen.

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        Richard Ott sagte:

        Wie großzügig von Ihnen, Horst: Sie wünschen mir also, dass sich mein Lebensstandard verschlechtert. Aber nur, weil Sie es so gut mit mir meinen und weil ich dadurch ihrer Meinung nach auf eine neue Bewusstseinsstufe gehoben werde. Wie kann ich Ihnen dieses unglaubliche Geschenk jemals vergelten?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst, Richard Ott

        Die Sichtweise richtig ausrichten.

        >Das ist die selbst erfüllende Prophezeiung – der Konsument schreit nach immer günstigeren Produkten – dass hierbei Wertschöpfung im eigenen Lande wegbricht, interessiert ihn erst dann, wenn er selbst davon betroffen ist (zu Beginn der strukturellen Veränderung waren es in Japan die Hightech-Produkte, Schiffe und Autos aus Südkorea, die die eigene Industrie in Schieflage gebracht haben).>

        Ob sich selbst erfüllend oder nicht, im Ergebnis ist es so.

        >Vielleicht ist der Abstieg daher kein Abstieg, sondern für die nachwachsende Generation eine Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen, als es die Eltern taten. Richtig ist auch, es gibt Veränderungen beim downsizing, gleichzeitig sind diese aber auch eine Chance, das althergebrachtes Denken und Handeln zu überwinden.>

        Diese Schlussfolgerung ist eine BESCHÖNIGUNG.

        Die Veränderungen, die es gibt, werden als Verluste wahrgenommen, weil es – gemessen am bisherigen Standard – Verluste sind.

        Der bevorstehende Abstieg hierzulande – für andere ein Aufstieg wie die knapp 40 Jahre nach 1945 für uns – ist keine Möglichkeit, sondern die ERZWUNGENE Notwendigkeit, bisheriges Denken und Handeln zu ändern.

        Daraus ergeben sich dann natürlich neue Möglichkeiten und auch Chancen.

        >Dieser unsägliche Spruch passt übrigens auch auf die Hungersnot im Jemen oder die Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha.>

        Diese verkürzende Interpretation ist extrem, aber nicht abwegig.

        In der Geschichte hat es immer wieder „Erlöser“ gegeben, die ihren Völkern unsägliche „Möglichkeiten“ eröffnet haben, einem wirklichen oder vermeintlichen Elend zu entkommen.

        >Sie sind verwöhnt…>

        In gewisser Weise stimmt das, nämlich insoweit, wie wir unsere Lebensweise als von Gott gegebene und daher uns zustehende ansehen. Aber wir haben eben auch nur – Ihre Worte – Möglichkeiten wahrgenommen.

        >Und ja, wenn ich den Luxus betrachte, dass wir Tonnen um Tonnen Lebensmittel wegwerfen, dann kann meiner Ansicht nach ein wenig Abstieg nicht schaden…>

        >ein wenig Abstieg nicht schaden>

        Man kann m. A. n. mit Blick auf die globale Ressourcennutzung durchaus die Ansicht vertreten, dass wir mit dem Abstieg auf einem richtigen Weg sind, aber dass die Entwicklung auf diesem Weg nicht schade, ist nicht mehr nur naiv, sondern – ich sage es bewusst so – gemeingefährlich.
        Denn es wird zu Verteilungskonflikten kommen, die vermutlich unfassbares Leid hervorrufen werden.

        Der Schaden, wenn das Wort noch angebracht sein sollte, wird unermesslich sein.

        Ja, wir sollten die Welt mit anderen Augen sehen, sie uns jedoch nicht erst durch den Abstieg mit Gewalt öffnen lassen.

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        SB sagte:

        @Horst:

        >Vielleicht ist der Abstieg daher kein Abstieg, sondern für die nachwachsende Generation eine Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen, als es die Eltern taten. Richtig ist auch, es gibt Veränderungen beim downsizing, gleichzeitig sind diese aber auch eine Chance, das althergebrachtes Denken und Handeln zu überwinden.>

        Fragen Sie doch mal die Millionen Mitbürger in Duisburg, Berlin-Marzahn und -Neukölln, sowie in weiteren schon großflächig autretenden ähnlich verarmten Siedlungsgebieten, ob diese schon das „althergebrachtes Denken und Handeln“ überwunden haben und „die Welt mit neuen Augen sehen“. Und wenn ja, mit was für welchen.

        Ich erlaube mir auch die Frage, wie weit Ihr persönlicher Status insoweit gediehen ist.

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        Horst sagte:

        ad SB:

        Ich habe bewusst provoziert.

        Aber hören Sie sich doch bitte einmal an, was eine junge japanische Architektin in Bezug auf ein „neues“ Denken sagt – und wie Konzepte dergestalt umgesetzt werden in einer Phase schwacher Wirtschaftsleistung.

        https://www.youtube.com/watch?v=JcVAY1MQhEw

        Und ja, die Millionen „Abgehängten“ sehe ich sehr wohl, nehme Sie auch wahr – vielleicht haben Sie das bereits registriert. Um diese breiter werdenden Bevölkerungsschichten am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, spreche ich mich gerne – der Aufschrei aus der Ottschen Mottenkiste wird laut sein – für ein Bürgergeld und eine höhere Erbschaftssteuer aus. Meiner Ansicht nach sind diese Instrumente die einzig wirksamen bei Zugrundelegung des angewandten Geld- und Wirtschaftssystems.

        Dass diese Gruppen durch Aufnahme von Arbeit wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können in der Folge, halte ich für ausgeschlossen, da es schlicht so viel Arbeit nicht gibt in Anbetracht der unantastbaren Mantras.

        Mein persönlicher Status ist irrelevant.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Oh doch, Ihr persönlicher Status ist sogar sehr relevant. Je mehr privilegiert Sie persönlich sind, desto mehr von Ihrem Wohlstand werden auch Sie abgeben müssen, um ebenfalls die nächste Bewusstseinsebene zu erreichen. Ich helfe Ihnen gern dabei, sie herunterzuziehen, auch wenn Sie sich am Anfang vielleicht wehren mögen, denn ich will ja nur Ihr Bestes. ;)

        Oder sehen Sie sich selbst als Parteikader, der beim Organisieren der Wohlstandsvernichtung und des „Überwindens des althergebrachten Denkens und Handelns“ selbstverständlich privilegiert bleiben muss, um mit ganzer Schaffenskraft am Aufbau des Sozialismus arbeiten zu können?

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        MFK sagte:

        Herr Stöcker, schon heute bleiben Investitionsmittel bei den Ländern und Kommunen liegen, weil Personal für Planung und Überwachung fehlt. In Berlin hat man 20 Jahre gebraucht um endlich mit 13 km Bahnstrecke anzufangen, um eine Brücke zu ersetzen braucht man 10 Jahre. Selbst für einfache Arbeiten wie die Instandsetzung von Schulen fehlt das Personal. Ich bin gespannt, wie lange man für die Stromtrassen von Nord nach Süd braucht. Und wenn dann mal etwas umgesetzt wird, wird der Kostenrahmen um ein Vielfaches überzogen. Auch Bofinger hat heute 60 Mrd. Investitionen gefordert. Das ist alles akademisches Wunschdenken. Ihr Staatsbild in allen Ehren, aber kommen Sie mal aus dem akademischen Elfenbeinturm heraus.

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        Christian sagte:

        @MFK:

        Das Problem kenne ich aus der Praxis leider nur zu gut.

        Jahrelanges Sparen hat bei vielen Großkonzernen und staatlichen Unternehmen/Behörden dazu geführt, dass der Personalbestand weit unter dem Bedarf liegt und man sich in hohem Maße von Externen abhängig macht.

        Dies hat vielerlei negative Effekte: oft fehlt Dritten das Branchen-Know-How, auch gibt es hohe Transaktionskosten beim Onboarding und der eigentlichen Leistungserbringung. Viele Studienabgänger gehen heute lieber in die Beratung, da sie dort anständig bezahlt werden und Perspektiven haben.

        Mit einer adäquaten Personaldecke, die ordentlich bezahlt wird, könnte man vermutlich schon noch einiges mehr stemmen. Das Argument „Facharbeitermangel“ lasse ich auch nicht gelten, dafür brauchen viele gut ausgebildete Bekannte von mir zu lange bei der Jobsuche und steigen mit zu geringen Gehältern ein.

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        MFK sagte:

        @Christian, die Situation im öffentlichen Dienst dürfte sich deutlich von der freien Wirtschaft unterscheiden. So ist es z.B. in Berlin schwierig Lehrer zu finden. Von 1240 im letzten Jahr neu eingestellten Grundschullehrern sind nur 362 ausgebildete Pädagogen. Das erinnert an Kriegszeiten. So etwas kann gutgehen, wenn man „normale“ Schüler hat, was aber nicht der Fall ist. Das hat auch nichts mit der Bezahlung zu tun. Das Einstiegsgehalt für Grundschullehrer beträgt € 5.300.

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        SB sagte:

        @Michael Stöcker:

        „Wenn der die Steuermittel sodann investiv für Bildung und Infrastruktur verwendet, sehr wohl.“

        Die – reichlich vorhandenen – Steuermittel könnten schon seit Langem derart investiert werden. Werden sie aber nicht. Warum wohl? Weil es politisch nicht gewollt ist.

        @MFK und Christian:

        Wo politisch gewollt, sind nicht nur die „Investitionsmittel“ in wahrhaft gigantischem Ausmaß, sondern auch Planungs- und Betreuungspersonal im großen Umfang vorhanden. Millionen „Neubürger“ profitieren davon – gegenleistungslos. Nur diejenigen, die die Mittel bereitstellen, haben das Nachsehen und zwar genauso, wie deren Nachwuchs (z.B. in den Schulen).

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    Friedrich Karl sagte:

    Grundaussage: „Ein geldpolitisch souveräner Staat kann so viel Geld ausgeben, wie er will.“

    Mir scheint, Menschen die solche Meinungen äussern, haben die Wirtschaft nicht verstanden. Zumindest verengen sie ihr Blickfeld so stark, daß ein Zerrbild entsteht.

    Lassen wir kurz mal von den Details ab und starten ein Gedankenexperiment:

    Nach der Autorin ist es ja kein Problem unendlich viel Geld durch den Staat zu schaffen — aus dem Nichts — und man muß es auch nicht zurückzahlen.

    Zunächst stellen wir uns vor, daß alle Menschen eines Landes (z.B. Fantasia od. DE) beim Staat angestellt sind und dort irgendetwas tun z.B. Papier hin und herschieben oder auf die Auszahlung des Sozialgeldes warten. Die Menschen werden fürstlich entlohnt, es ist ja genug vorhanden.
    Jeder bekommt 2mal im Monat viel Geld vom Staat ausbezahlt.

    Nur wo gehen diese Menschen dann hin, um Güter und Dienstleistungen zu beziehen?

    Die Geldseite, sprich Verteilungsseite ist eben nur eine Seite der Medaille. Gleichzeitig muß man m.A.n. die Produktion von Gütern und Dienstleistungen mit betrachten. Die wechselseitigen Beeinflussungen und Abhängigkeiten sind völlig ausser Acht gelassen.

    Die pure „Erzeugung“ von Geld schafft keine Werte, es stellt ledig die Mittel zur Verteilung der tatsächlich produzierten Güter und Dienstleistungen bereit.

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    Johannes sagte:

    Ist schon interessant zu sehen, wie der Boden für die nächsten „Rettungsmaßnahmen“ gelegt wird. Das Elaborat aus der SZ wird inhaltlich gut ergänzt durch andere Überlegungen, die „Die Welt“ offenlegt:

    „Eine Lösung wäre es, Bargeld abzuschaffen und vollständig auf elektronische Zahlungssysteme zu setzen – was in vielen Ländern wenig praktikabel wäre und zudem höchst unpopulär. Stattdessen könnte man die Geldmenge aber auch in zwei Parallelwährungen unterteilen, argumentieren nun Agarwal und Krogstrup. Zwischen der einen Währung (bestehend aus Bargeld) und der anderen (bestehend aus Sicht- und Spareinlagen) würde es einen Umtauschkurs geben.
    Dieser Umtauschkurs kann dann mit der Zeit verändert werden, damit das Halten von Bargeld jederzeit so attraktiv ist wie Einzahlungen bei der Bank. Bei einem Negativzins von minus fünf Prozent zum Beispiel würde dann Bargeld pro Jahr um eben jene fünf Prozent gegenüber den Einlagen abgewertet. Beide Parallelwährungen verlören also gleich viel an Wert. Unter dem Strich, so Agarwal und Krogstrup, könnten auf diese Weise „stark negative Zinsen eine realisierbare Option werden“. Zentralbanken würden „komplett befreit“ von ihrem Dilemma.

    Sinn ist sich sicher: „Die Verluste beim Austritt wären ein Klacks gegenüber dem, was uns blühen würde, wenn wir der EZB den Weg in die Welt der negativen Zinsen erlauben würden.“ Der Ökonom schränkt dabei selbst ein, er könne sich „ehrlicherweise vorläufig nicht vorstellen“, dass die Frankfurter Währungshüter dem Rat aus Washington folgen werden.

    In diesem Punkt könnte sich der Pessimist Sinn über kurz oder lang als zu optimistisch erweisen. Denn IWF-Blogautorin Signe Krogstrup hat im August 2018 schon einen Aufsatz zu dem Thema verfasst, der Tenor war seinerzeit der gleiche. Krogstrups damalige Co-Autorin heißt Katrin Assenmacher-Wesche. Die arbeitet im Hauptberuf als Abteilungsleiterin für geldpolitische Strategie. Bei der EZB.“

    Na so was… bei der EZB ist eine der Autorinen heute beschäftigt…

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    Alexander sagte:

    Alles was man mit Geldabwürfen erreicht ist die INFLATION DER KOSTEN und jedes Genie sollte begreifen, dass seine Einnahmen erst später eintreffen. Dieses Vorfinanzierungsloch ist nicht finanzierbar, denn wer sollte das Risiko tragen? Wieviel Preissteigerung wird erfolgen zwischen den Inflationsrunden? Inflation = Pleite der PRIVATEN Schuldner
    Deshalb stehen die Menschen mit ihren Tageslöhen an um sie am gleichen Tag zu konsumieren.

    Mit Abwürfen von Geld ist es genau wie mit Nahrungsmittelgeschenken nach Afrika. Die Wirtschaft hört auf zu existieren und alle warten auf neues „Manna vom Himmel“.

    Keine Frage werden sich sogenannte Intellektuelle finden, die in toxischer Manier Rechtfertigungen entiwckeln, für die Zerstörung letzter pivater Eigentümer (Personen & Sachen).

    Gleich danach schreiben die Bücher darüber, wie man am besten nach Nüssen gräbt, nur dass sich das Papier niemand leisten kann und WLan/3G mangels Strom außer Betrieb sein wird.

    Apro pos – Energie – , es macht mehr Sinn Windkrafträder bei Windstille mit Atomstrom zu betreiben, als den Atomstrom ins Ausland zu verklappen. Auch bei Windstille zahlt der Verbraucher für eingespeisten Grünstrom und die Rendite zwischen Erzeugungskosten und Verkaufspreis spricht dafür.

    #Wir schaffen das

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    Christian sagte:

    „Das ist eine legitime Schweinerei und sie bedeutet zwingend einen anhaltenden Wertverlust des Geldes. Weshalb sollen wir Politikern diese Macht geben?“

    Diese Macht haben sie heute auch schon. Geld muss langfristig an Wert verlieren, da die für Geld zu kaufenden Waren dies auch tun.
    Leider sparen viele deutsche Haushalte immer noch in Geldvermögen. Die Geldmärkte dienen jedoch primär der Handelsfinanzierung und der kurzfristigen (!) Wertaufbewahrung. Sinnvoller wäre eine Investition in die Kapitalmärkte (Aktien, Immobilien, …), welche langfristig eine höhere Rendite erwirtschaften und die Konjunktur durch neue Investitionen ankurbeln. Erreichen könnte man dies über eine höhere Finanzbildung.

    Diese „Schweinerei“ wird in Ländern wie Italien somit vermutlich anders gesehen, da die italienischen Haushalte eher in Immobilien und Aktien investieren.

    Insgesamt tolle Artikelauswahl und super Kommentierung!

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      mg sagte:

      Sie können es drehen und wenden wie sie wollen, wir müssen uns immer selbst ausbeuten, wenn wir vorwärts wollen.

      Bleibt die Verteilungsfrage und was wir unter Gerechtigkeit verstehen. Mein Eindruck ist, dass dejenigen, die morgens um 5 Uhr aufstehen um pünktlich auf der Arbeit zu seien, wenig Verständnis für die SPD-Pläne haben werden. Der geplante Koalitionsbruch wird voll nach hinten losgehen.

      Auf der anderen Seite haben dieselben Leute wenig Verständnis wenn die Banken aus Steuermitteln gerettet werden. Wenigsten diejenigen Bankmitarbeiter, die Boni, Aktien und Aktienoptionen erhalten, hätte man 2008 und ff. in die persönliche Haftung nehmen müssen. Hätte man dazu die Gesetzeslage anpassen müssen? Wahrscheinlich. Als es um die Rettung der Banken ging, war das ja auch kein Problem.

      Manche Menschen haben übrigens ein erstaunlich gutes Gedächnis. 2005 hat Schröder eine Mwst.-Erhöhung kategorisch ausgeschlossen, Merkel eine max. Anhebung um 2% angekündigt. Nach der Wahl wurde die Mwst. dann um 3%-Punkte angehoben. Da fragt man sich doch, wo die sogenannte Politikverdrossenheit her kommt?

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    Michael Stöcker sagte:

    Aus Zeitgründen nur ganz kurz; später eventuell noch mehr:

    „Das ist eine legitime Schweinerei und sie bedeutet zwingend einen anhaltenden Wertverlust des Geldes. Weshalb sollen wir Politikern diese Macht geben?“

    Das wäre nur dann so, wenn der Wertverlust oberhalb von 2 % läge (Schwundgeld nach Gesell). Diese Macht wurde durch die relative Unabhängigkeit Zentralbank begrenzt.

    „Eigentlich ginge es auch ganz ohne Steuern, einfach jedes Jahr die Geldmenge ausweiten?“

    Nein, ohne Steuern geht es nicht. Steuern sind das Pendant zur Kredittilgung von Privatschulden.

    „Inhaltlich falsch ist, dass der Staat das Monopol über Geld hätte. Schließlich werden 90 Prozent allen Geldes privat geschaffen.“

    So ist es, Herr Dr. Stelter: Geld ist dualistischer Natur: https://zinsfehler.com/2019/01/23/warum-konnen-wir-unser-geldsystem-nicht-richtig-verstehen/.

    LG Michael Stöcker

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      Richard Ott sagte:

      Klar ginge es auch ganz ohne Steuern, Herr Stöcker. Das wäre doch ein superschönes Leben, sogar noch besser als im Kommunismus: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle, Steuern runter auf Null und alles wird über Geldschöpfung „finanziert“. Haben Sie etwa plötzlich Angst vor Ihrer eigenen Courage?

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      • Avatar
        Christian sagte:

        „Bedingungsloses Grundeinkommen für alle, Steuern runter auf Null“

        Beides zusammen wird nicht funktionieren, zumindest kann ich mir eine wirksame Inflationskontrolle in diesem Szenario nicht vorstellen. Das kann ich ebenfalls nicht in einer Welt ohne Steuern. Möglich ist auch, dass die Geldschöpfung zusammenbricht und wir trotzdem mit deflationäre Tendenzen zu kämpfen hätten.
        Vermutlich würden aber allein die Erwartungen der Haushalte schon zu Inflation führen.

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        Richard Ott sagte:

        Nein, Herr Stöcker, blind sind Sie wirklich nicht. Aber Sie tragen eine rosarote Brille mit fingerdicken Gläsern. Sie wollen großartige Umverteilungsprogramme in die Welt setzen, und begreifen doch nie, dass Sie die Werte, die Sie verteilen wollen, zuvor von jemand anderem über Steuern oder schleichende Entwertung des Geldes wegnehmen müssen, weil Ihre Umverteilungsinstanzen selbst nichts produzieren (außer bunt bedruckte Stücke Papier).

        Wollen wir als Beispiel nochmal zur Diskussion über Wertverlust des Geldes und 2% Preissteigerungsrate zurückkommen? Für Sie ist das kein Problem, obwohl anhaltend 2% höhere Preise jedes Jahr dazu führen, dass sich die Kaufkraft des Geldes alle 35 Jahre halbiert. Haben Sie etwa begriffen, dass man den Frosch nur ganz langsam kochen kann, weil er sonst aus dem Topf hüpft?

      • Avatar
        Horst sagte:

        ad Richard Ott:

        Ihre Unterstellungen sind tatsächlich haltlos. Weder spricht Stöcker davon, keine Steuern mehr erheben zu wollen noch von einem bedingungslosen Grundeinkommen.

        Ich empfehle Ihnen, einen Augenarzt aufzusuchen. Ihr Blick ist getrübt. Dabei sollten Sie als Immobiliengutachter doch wissen, dass alle Nutzungen einem natürlichen Verfall unterliegen. Bei Immobilien sind es gar 3% p.a.

        Und alle 35 eine Halbierung der Kaufkraft zu akzeptieren, halte ich für ein mehr als sanftes Köcheln.

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        Christian sagte:

        @Richard Ott:

        Ich kann Horsts Kommentar nur ergänzen und aufklären, woher das Geld für Umverteilungsprogramme kommt: Durch Umverteilung entsteht ein höherer Konsum, somit mehr Umsatz -> Absatz -> Produktion -> Arbeits-/Kapitalbedarf und im Ergebnis zu versteuerndes Einkommen.

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        Horst sagte:

        Real treten diese Kaufkraftverluste doch nur dann ein, wenn alle Sektoren, u. a. auch Sie, in Geld sparen wollen, es sei denn, der Sparzwang wird durch andere Mechanismen (QE, Bürgergeld etc.) kompensiert.

        You can´t eat the cake and have it too.

        Würde Geld als das verstanden werden, was es ist, würden innerhalb von 35 Jahren Löhne und Gehälter im Gleichschritt angepasst werden, so dass in der Folge kein (oder ein geringerer) Kaufkraftverlust eintreten wird.

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        Silke R. sagte:

        Eier hat er, der Jeff Bezos. Aber dafür gleich einen Preis verleihen? Er hat keinen Millimeter nachgegeben und Strafanzeige erstattet. Alles andere wäre auch nicht sonderlich schlau gewesen. Wer einer Erpressung nachgiebt, wird sich weiteren Forderungen beugen müssen. Immer und immer wieder. Es sei denn, die Erpressung war nur inszeniert um die eigene politische Agenda voran zu bringen. Soll auch schon vorgekommen sein.

    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      Hier nun die versprochenen Ergänzungen:

      „bto: Dass diese oft die Folge von zu vielen Schulden ist, wird bei dieser Betrachtung aber ausgeblendet.“

      Könnte man auch so formulieren: Dass diese oft die Folge von zu vielen Geldvermögen ist, wird bei dieser Betrachtung aber ausgeblendet (siehe hierzu auch Christian weiter unten: „Leider sparen viele deutsche Haushalte immer noch in Geldvermögen. Die Geldmärkte dienen jedoch primär der Handelsfinanzierung und der kurzfristigen (!) Wertaufbewahrung.“

      „bto: Das stimmt, nur darf man nicht den Eindruck erwecken, dass dies keine Nebenwirkung hat.“

      Die Nebenwirkung ist die gewünschte Inflation von unter aber nahe 2 %. Wie gesagt: It takes two to tango; insbesondere in disinflationären und/oder deflationären Zeiten.

      „und zudem die Schulden eine echte Wirkung haben auf den Staatshaushalt.“

      Die Schulden haben dann eine echte Wirkung auf den Staatshaushalt, wenn die Zinsen oberhalb oder unterhalb der Wachstumsrate des BIP liegen. Echt in dem Sinne, dass die steuerlichen Mehreinnahmen aufgrund des Wachstums geringer oder höher sind als die Zinszahlungen. Desweiteren haben die Zinsen eine Auswirkung auf den Haushalt in Abhängigkeit davon, ob diese Zinserträge sodann konsumtiv verwendet werden oder aber zusätzlich gespart werden.

      „Wenn man allerdings so argumentiert, kann man nur zu dem Schluss gelangen, dass wir in Deutschland eine selten dämliche Politik verfolgen,“

      Nicht nur wenn man „so argumentiert“. Diese Politik der Investitionsverweigerung unter dem Fallbeil der schwarzen Null ist in jedem Fall dämlich.

      „Andererseits zeigen die steigenden Schuldenquoten, dass der Staat eben nicht produktiv investiert, sondern vor allem konsumiert.“

      Und ja, das ist ein Problem; insbesondere eines der Kameralistik, die nicht differenziert zwischen produktiven und konsumtiven Schulden.

      „Geld ist zum Schöpfen da“

      Geld ist zum AUSGEBEN da.

      Oder um es anders zu formulieren: „Eine Investition ist eine Zahlungsreihe, die mit einer Auszahlung anfängt!“ und über den Ausgabeprozess der privaten Haushalte wieder sukzessive zurück geführt wird: https://soffisticated.wordpress.com/2018/09/21/hommage-fuer-kruschwitz/

      LG Michael Stöcker

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      • Avatar
        mg sagte:

        500 Euro/(Monat*Bürger) * 12 Monate/Jahr * 350 Mio Eurozonen-Bürger = 2100 Mrd Euro pro Jahr

        Das entspricht in etwa der Verschuldung der Bundesrepublik. Jedes Jahr in den Geldkreislauf für Konsumausgaben geworfen… sollte in der Tat für Inflation sorgen.

        Woher nehmen Sie die Sicherheit, dass die Inflation nicht aus dem Ruder laufen würde?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ mg

        Bei meinem Vorschlag gibt es nur 100 EUR pro Person pro Monat (420 Mrd. pro Jahr und somit anfänglich 3,67 % des BIP). Für die USA gibt es Berechnungen, wonach 4 % neutral sind. Und nicht zu vergessen: Mit dem Bürgergeld wird bei meinem Vorschlag zeitsynchron ein Haushaltsüberschuss von 1 % eingeführt: https://zinsfehler.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/#3

        „Woher nehmen Sie die Sicherheit, dass die Inflation nicht aus dem Ruder laufen würde?“

        Absolute Sicherheit gibt es selbstverständlich niemals. Ich halte aber die Folgeprobleme eines Auseinanderbrechens der Eurozone für erheblich größer als die Probleme einer Inflationsrate, die die 2 % Marke überspringen könnte.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        mg sagte:

        > Für die USA gibt es Berechnungen, wonach 4 % neutral sind.

        Könnten Sie das Paper / die Quelle verlinken?

        Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, glaube ich, dass die Mentalität der Geldempfänger auch eine Rolle spielt. Manch einer tilgt seine Schulden, ein anderer investiert, ein Dritter haut jeden verfügbaren Cent auf den Kopf. Eine italienisch stämmige Deutsche hat mir von Teilen der ihr bekannten italienischen Jugend erzählt, dass der Ehrgeiz einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen ziemlich gering ausgeprägt sei. Da hätte so ein Bürgergeld möglicherweise einen ganz anderen Effekt als z.B. in Frankfurt oder in München. Bei mir z.B. lösen höhere Preise ein Verzichtssignal aus. Trinke ich halt Leitungswasser statt Coca-Cola, ist eh gesünder.

        Was ausser Inflation sollen 100 Euro pro Monat und Person noch bezwecken? Käme es zu einer höheren Auslastung von Produktionskapazitäten? Ein Mallorcaurlaub mehr pro Jahr und Person?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ mg

        “Könnten Sie das Paper / die Quelle verlinken?“

        Aber gerne: „Under the TRUSTGO scenario, deficits would average about 4 percent of GDP throughout the 75-year period”: https://www.crfb.org/papers/75-year-budget-outlook

        “Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, glaube ich, dass die Mentalität der Geldempfänger auch eine Rolle spielt.“

        So ist es. Ich hatte das Ganze mal hier analysiert und mit Links zu weiteren Studien angereichert, die Ihre Einschätzung bestätigen: https://makronom.de/14-argumente-fuer-ein-zentralbankfinanziertes-buergergeld-17593

        LG Michael Stöcker

    • Avatar
      weico sagte:

      Ob der Staat ein Monopol über Geld hat ist Ansichts-bzw. Definationssache des Begriffes „Geld“ . Schlussendlich ist ja nur wichtig,dass der Staat per Gesetz ein Monopol über das gesetzliche Zahlungsmittel hat.
      Solche „Feinheiten“ über „Geld“,“ Buchgeld“, „Bargeld“ usw. interessieren den Normalbürger aber wohl erst dann , wenn die „Kacke so richtig am dampfen“ ist .

      weico

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