Die Provinzen sollen zahlen – und schon wird es empfohlen!

Unvergessen bleibt die Euphorie von David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank zum Höhepunkt der Migrationskrise (zumindest bei mir). Heute mag man fragen, wo denn die ganzen Ingenieure und Firmengründer sind:

→ Lasst sie kommen? – Ich würde Fakten bevorzugen. David Folkerts-Landau vs. Daniel Stelter

Nun hat er nichts Besseres zu tun, als allen Ernstes eine Übernahme der Schulden Italiens durch die Provinzen zu empfehlen, wie von mir schon länger vermutet:

→ „Die Provinzen werden’s schon bezahlen“

In der FT fordert er nicht einen Schuldenschnitt unter Beteiligung der deutlich reicheren italienischen Privathaushalte, sondern empfiehlt tatsächlich das griechische Modell der verdeckten Entschuldung über Zinssubventionen und Tilgungsstreckung zulasten der „solidarischen“ europäischen Steuerzahler. Die Argumente:

  • „Another eurozone sovereign debt crisis is inevitable unless the confrontational approach of the European Commission to Italy’s debt problem gives way to greater co-operation. The looming deterioration of Italy’s fiscal position — driven by rising bond yields, slowing growth and eventual recession — and political necessity are setting the stage for further market turbulence.“ bto: Damit machen wir uns „von den Märkten“ alle erpressbar, was ich zwar verstehe, was aber keine nachhaltige Strategie für die Eurozone sein kann.
  • „(…) Italy has been a frugal country. Its debt overhang is a legacy from before it entered the eurozone. Since then it has achieved a primary budget surplus (the excess of revenue over non-interest spending) almost every year. By comparison, all other eurozone countries, with the exception of Germany, have racked up cumulative primary deficits. Italy’s new debt since 2000 has been used to pay interest; (…).“  bto: Man kann sich eben nicht aus einer Überschuldung heraussparen im Euro. Das geht nur über Wachstum über Export. Siehe Deutschland.
  • „Italy is stagnating. Its economy has grown just 7 per cent during the past two decades, compared with 40 per cent in Spain and 30 per cent in France and Germany. Meanwhile, its debt has continued to grow. Spending cuts have lowered the standard of living sufficiently to have radicalised the Italian electorate.“  bto: Eine Entschuldung ist problemlos möglich, wenn man auf die hohen Privatvermögen blickt. Muss man nur machen.
  • „Higher deficits, resulting in higher debt, will push up bond yields, further increasing deficits. Likewise, higher tax burdens on income or wealth to finance additional expenditure will depress growth rates and further alienate the electorate. (…) The option of a debt writedown with private sector involvement is also unfeasible.“ bto: aha. Begründung?
  • „The only viable option left is to reduce Italy’s debt service payments. This would create room to increase spending to modernise its economy without increasing the deficit and debt. Increased expenditure on infrastructure, and on ensuring that reforms are implemented, will ultimately boost the country’s growth rates from their current anaemic levels.“  bto: Also, die Zinsen werden subventioniert, damit mehr ausgegeben werden kann. Dazu kauft der ESM (dazu kommt er gleich) die Schulden auf.
  • Das ist wichtig zu wissen, um diesen Satz einordnen zu können: „Should the economy not grow, then it is inevitable that we will be forced to accept a substantial writedown on Italian debt.“ bto: Und wer ist dann „we“? Genau, die Provinzen. Denn dann haben die Italiener ihre Gläubiger im Inland zugunsten des Auslands reduziert und können ohne Vermögensverluste im Land, einen Schnitt durchziehen. Die EZB und die Banca d`Italia machen da dann auch mit. So sichert man das Volksvermögen, liebe deutsche Politiker!!! Die aktuelle Regierung hat ja bereits eine Annullierung der Schulden durch die EZB gefordert. 
  • „(…) the European Stability Mechanism would have to get involved, funding a repurchase of part of the high-cost debt. Interest on the ESM loan would be payable when Italy’s economy had achieved higher productivity and growth. The ESM would not directly subsidise Italy with a fiscal transfer, although it would significantly increase its balance sheet exposure to the country and its borrowing costs would be likely to increase.“  bto: Und das sind wir, die deutschen Steuerzahler!
  • „If Italy’s debt service were cut by half, or about two percentage points of gross domestic product, it would be able to increase public expenditure by about €35bn yearly. Involving the ESM in this way would amount to a vote of confidence in Italy’s growth potential and would trigger a significant decline in yields and debt service. The European Central Bank could also use its outright monetary transactions programme to bring yields down to pre-crisis levels.“ bto: Also kaufen alle! EZB und ESM , um dann später abzuschreiben. SUPER!
  • „Italy has to accept that lasting improvements in growth will not be achieved without structural reforms. Europe, meanwhile, should acknowledge that the solution to the debt overhang is not outright austerity.“  bto: haha. Das wird sicherlich gemacht werden …

Wahnsinn: Die Interessen Deutschlands hat David Folkerts-Landau definitiv nicht im Blick.

→ ft.com (Anmeldung erforderlich): „Europe must cut a grand bargain with Italy“, 12. November 2018

35 Kommentare
  1. SB sagte:

    David Folkerts-Landau arbeitet in einer global aufgestellten Bank, die nur noch wenig erfolgreich wirtschaftet, quasi Pleite ist. Diese Bank ist, wie nahezu jede andere auch, in ihrer Existenz bedroht von Pleiten anderer Banken und Staatsbankrotten. Die Deutsche Bank steht so schlecht da, dass sie sogar selbst der Auslöser dafür sein könnte. Was will man von Leuten, die in solch einem Unternehmen arbeiten anderes erwarten, als sozialistische „Rettungs“-Modelle? Das ist schlicht der pragmatischste Weg, um die Schuldenmühle noch ein wenig länger am Laufen zu halten. Kommt der griechische Weg nämlich auch für Italien zum Tragen, ist er kein Sonderweg mehr, sondern wird in EUropa zur Regel. Dieses Entschuldungsmodell „Gesamthaftung der europäischen Steuerzahler“ ist dann etabliert. In weiteren Anwendungsfällen, die so sicher kommen, wie das Amen in der Kirche, muss dann nicht einmal mehr über die Anwendung dieses Modells diskutiert werden.

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  2. Michael Stöcker sagte:

    „man kann sich eben nicht aus einer Überschuldung heraussparen im Euro. Das geht nur über Wachstum über Export. Siehe Deutschland.“

    Damit wird die heiße Schuldenkartoffel aber nur weiter gereicht. Das Ziel müssen ausgeglichene Leistungsbilanzen in der mittleren Frist sein.

    „eine Entschuldung ist problemlos möglich, wenn man auf die hohen Privatvermögen blickt. Muss man nur machen.“

    So ist es. Am besten per Erbschaftssteuer: https://zinsfehler.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/#8

    LG Michael Stöcker

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  3. Michael Stöcker sagte:

    “The option of a debt writedown with private sector involvement is also unfeasible.“ –bto: aha. Begründung?”

    Weil man sich damit die Vorzüge einer Reserverwährung verbaut.

    „Die Zinsen werden subventioniert, damit mehr ausgegeben werden kann. Dazu kauft der ESM (dazu kommt er gleich) die Schulden auf.“

    Diese „Subventionen“ „zahlen“ doch die Italiener überwiegend selbst, da sie den größten Teil der Anleihen selber halten: https://makronom.de/wem-italiens-staatsschulden-gehoeren-und-warum-das-wichtig-ist-28569

    LG Michael Stöcker

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  4. Zweifler sagte:

    „Eine Entschuldung ist problemlos möglich, wenn man auf die hohen Privatvermögen blickt“.
    Wirklich so problemlos? Man muß wissen, daß das Privatvermögen der Italiener zum überwiegenden Teil aus Eigentumswohnungen, in denen sie wohnen, besteht. Also nicht Ferien- oder Zweitwohnungen. Vernünftigerweise haben die Italiener ihr Vermögen weniger auf Sparbüchern oder Bankkonten liegen, als andere europäische Zeitgenossen. Wie nimmt man einem Bürger beispielsweise 20% seiner Eigentumswohnung weg? Mittels Zwangshypothek? Ok, dann passiert garantiert folgendes: Italien verläßt den Euro, dafür sorgen Sentiment und Politik.
    Vielleicht ist das gewünscht, die Folgen eines solch radikalen Vorgehens müssen dann aber getragen werden, von jedem einzelnen EU-Bürger.

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    • troodon sagte:

      @ Zweifler,
      sehen Sie sich die Zahlen aus dem Global Wealth Databook der CS aus dem letzen Monat an.
      Demnach liegt das FINANZVERMÖGEN je Erwachsenen in Italien schätzungsweise bei rd US$ 101tsd per Mitte 2018. Hinzu kommt das Nicht-Finanzvermögen i.H.v. rd US$139tsd . Median Gesamtvermögen pro Erwachsenen rd. 79tsd US$
      Insgesamt wird private Gesamtvermögen von der CS auf 10,5 Bio US$ geschätzt.

      Aber selbstverständlich ist es angenehmer die Provinzen zahlen zu lassen…

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  5. Alexander sagte:

    @ Vermögensabbau zur Entschuldung

    Ja – ganz einfach.

    Man bucht faule Kredite staatlicher, privater, cooperate und non financial cooperate Schuldner aus und überlässt die Halter der wertlosen Papiere dem Markt. Selbstverständlich fallen alle Vermögenspreise aufgrund der Geldnot und Wohnraum wird „wieder“ bezahlbarer…….

    Arme Leute verlieren immer vergleichsweise weniger als das berühmte 1%, die Solidarsysteme haben kaum Rücklagen.

    Wer behauptet das ginge nur über Erbschaftssteuern arbeitet zum Erhalt der 1%Klasse gegen kleine Leute. Die Angst vor Liquidation ist dieselbe Angst wie vor dem Klimawandel, dem CO² Ausstoß von Kleinkindern, Stickoxiden und Rechtspopulisten.

    @Zweifler

    Obwohl wir uns alle Sorgen um unsere Ersparnisse machen, hat die Krise eine historische Dimension und unsere Nietscherl sind nicht von Bedeutung – so wird es politisch garantiert gesehen.

    Sie dürfen sich gerne an ihr Vermögen klammern und ihre Krügerrand streicheln. Ich hoffe allerdings für sie, dass sie auch über die adäquaten Mittel verfügen Anfragen auf Teilhabe durch gewaltaffine Politiker und Neubürger gegebenenfalls an ihrer Haustüre wirksam dauerhaft negativ zu bescheiden.

    Dem Charakter dieser Krise nach ist jede Sicherheit nur scheinbar.

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      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker
        Ungleiche Vermögensverteilung als Thema der Bundeszentrale für politische Bildung. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61781/vermoegensverteilung

        Die Rettung von Geldvermögen dient wem? Dem Kleinbürger in seinem prekären Arbeitsverhältnis ohne Aussicht auf eine Rente, trotzt 80% Solidarisierung in Steuern und Beiträgen? Oder den sich auf prekären Existenzen stützenden politischen Machtkreisen, die z.B. Italien notorisch ausplündern?

        Entschädigt der hohe Wert einer Eigentumswohnung in Rom das Rentnerehepaar für die Arbeitslosigkeit ihrer kinderlosen Akademikertöchter hinreichend?

        Mir ist klar was eine Abschreibung von faulen Krediten bedeutet:

        Gunnar Heinsohn hat die Konsequenz vor fünf Jahren benannt:
        Der Preissturz der Staatstitel wird deshalb gebremst, weil sie nicht nur im Investment von Banken und Unternehmen stecken, sondern auch in deren Eigenkapital sowie in den Pfändern, die von Banken und Zentralbanken als Sicherheit für Kredit akzeptiert werden. Würde nun freier Markt für Staatspapiere und damit ihre Deflation von – sagen wir – 10.000 Nennwert auf durchschnittlich 5.000 Preis (Kurs) zugelassen, wären fast alle Banken und viele Betriebe umgehend ausgelöscht. Denn die 5.000, die man durch Anlage in Staatspapiere verliert, kann man nicht aus einem Eigenkapital glattstellen, das ebenfalls aus Staatspapieren besteht, die ihrerseits um 5.000 gefallen sind. Danach muss es von vorne losgehen und weder Politiker noch ihre Wähler wollen das persönlich erleben. Hochschulden so lange es geht, bleibt deshalb die Parole auch im Jahre 2013.<–
        https://www.achgut.com/artikel/deflation_und_inflation_auch_2013_eintraechtig_beieinander/

        Die Einsicht auf die Notwendigkeit eines Neuanfanges kommt spätestens dann mehrheitlich, wenn die Sozialsysteme trotz hyperventilierender Geldschöpfung an der Masseneinwanderung zugrunde gegangen sind.

        Noch mehr von der bisherigen Politik braucht ich nicht um den schweren Weg des Neuanfanges für leichter zu halten….= den Stecker ziehen.

      • Alexander sagte:

        @ Begründung:

        Reiche wurden durch die Krise nicht ärmer, im Gegensatz zu Armen.

        Die lange Depression von 1873-1896 hat in den USA bewiesen, dass die Gewinne stärker fielen als die Löhne. Man könnte Defla/Depression als Heilmittel eines funktionstüchtigen Kreditgeldsystemes verstehen. Industrielle und Bankiers zogen einen anderen Schluss und gründeten das FED System mit seiner Ideologie der steten Inflation.

        Trotz steter Inflation lebt Europa mit einer Massenarbeitslosigkeit und die Massenakademsierung erweist sich als Papiersieg.

        Der inflationierte Wert einer Eigentumswohnung eines römischen Rentnerehepaars entschädigt nicht für die Arbeitslosigkeit ihrer kinderlosen Akademikertöchter.

        Erbschaftssteuern sind keine Antwort auf global bewegliche Vermögen, wobei die Erben des römischen Ehepaars klar in den Hintern gekniffen wären. Wem nutzt das?

        Nur der Markt kann durch seine Preisfindung Strukturen zerschlagen, die Einfluss auf Gesetzgebung nehmen und sich zugleich der Demokratie/dem Gesetz und jedem Recht entziehen. Den Markt zu behindern heißt diese Strukturen befördern.

        Der Migrationspakt der UN ist das Ergebnis so einer Struktur.

        Niemand behaupter Marktwirtschaft sei schmerzfrei, fair oder gerecht.
        Mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass der Ersatz von Markt durch politische Endlosintervention nur Schmerzen, Krisen und Katastrophen hervor bringt.

        Man muss den Kopf schon sehr tief im Sand stecken haben um das nicht zur Kenntnis zu nehmen, so tief wie Grünenwähler oder Politiker.

      • Michael Stöcker sagte:

        Ich hatte Sie um eine BEGRÜNDUNG gebeten, WARUM die Erbschaftssteuer „zum Erhalt der 1%Klasse gegen kleine Leute“ arbeitet. Die einzige Satz hierzu von Ihnen, in der das Wort Erbschaftssteuer auftaucht:

        „Erbschaftssteuern sind keine Antwort auf global bewegliche Vermögen, wobei die Erben des römischen Ehepaars klar in den Hintern gekniffen wären. Wem nutzt das?“

        Der größte Teil des Vermögens ist Betriebsvermögen, Immobilien sowie Grund und Boden. Aber auch der mobile Teil des Finanzvermögens muss im Erbfall deklariert werden: https://steuerdelikt.de/steuer-strafrecht/322-hinterziehung-von-erbschaftssteuer

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        -> Der größte Teil des Vermögens ist Betriebsvermögen, Immobilien sowie Grund und Boden. Aber auch der mobile Teil des Finanzvermögens muss im Erbfall deklariert werden.

        Das hatten wir schon früher einmal. Betriebe müssen 5 Jahre bei voller Mannschaft fortgeführt werden, sonst klopft das Erbschaftssteueramt an. Bei mir gab es nach 5 Jahren eine große, umfassende und gründliche Prüfung, von den kleinen zwischendrin ganz zu schweigen…..bei Großkonzernen so üblich!

        Ihre Erbschaftssteuer auf Betriebsvermögen, d.h. Verkehrswerte von Immobilien und illiquides Anlagevermögen kommt einer Betriebsschließung gleich. Ich würde sofort das Geld nehmen und mich verabschieden.

        Das Finanzvermögen ist bereits der Erbschaftssteuer unterworfen und alle inlänidschen Konten werden zum Todestag (Warnung an alle Leser) eingefroren…und zwar sogar Konten, die auf „Und“ (Ehefrau) benannt sind.
        Freibeträge gibt es nur auf der Oma ihr klein Häuschen…..unter Berücksichtigung von Schenkungs- und Spekulationsfristen.

        Wo wollen sie denn ihre Erbschaftssteuererträge hernehmen?

        Schon vergessen, dass die Finanzämter zur Terrorbekämpfung das Bankgeheimnis abgeschafft haben? Selbst frühere Transaktionen sind dem Fiskus bekannt und verschleiert wird gar nichts.

        Mit der Bankenrettung werden industrielle Vermögen gerettet (vgl. Keynes – Rüstung I Wk), deren Nutzen von so großem Gemeinnutz ist, dass man das 1% an der Spitze erträgt….keine Steuer und keine Politik tastet das an, davor stehen sämtliche politischen Aufsichtsratsposten etc. ….

        Damit ist noch gar nichts zu den Geldvermögen erklärt, die weltweit Vermögenspreise steigern und tatsächlich unproduktiv sind. Wissen sie wo die liegen? In der Geldanlageindustrie, weil der Westen seinem Haufen alter Leute erklärt hat sie könnten auf dem Weg Altersvorsorge sparen. Ziehen alle ihre „Vermögen“ von einigen 10td€ ab, zeigt sich dieser Markt illiquide und stürzt ein – Schneeball 2.x….

        Aus ihrer linken Sackgasse, Herr Stöcker, finden sie zu Lebzeiten nicht mehr raus. Was mich ehrlich freut ist ihre Bewertung, nicht nur in Buchführung mangelhaft.

      • Alexander sagte:

        @ Zinsfehler

        Das 1% schützt sich durch stete Inflation seiner Vermögenswerte und stellt die privaten Eigner des NON GOVERNMENT FED Systems.

        –>Die FED Notes sind keine(!) Dollars, sondern auf Dollar lautende Versprechen des FED Systems – genauso wie Dollar-Guthaben auf Bankkonten eben keine Dollars sind, sondern auf Dollar lautende Versprechen der Bank.
        http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=214919

        Unser Geldsystem ist durch das 1% dominiert, wobei klar ist, dass der Personenkreis kleiner ist. Zugleich wird die Kaufkraft von allen anderen inflationiert, mit bekannten Folgen für die Vermögensverteilung. Eingerichtet nach der großen Depression 1873-1896….

      • Johann Schwarting sagte:

        @Michael Stöcker & @Alexander – „Föhl’sches Paradoxon“

        „Umverteilung durch Steuern“ kann niemals funktionieren. Die höheren Einkommen der Konsumenten nach der Umverteilung durch Steuern landen wieder bei den Unternehmungen, die die Produkte ja schließlich anbieten. Also: Die Kapitalisten wälzen nicht nur ihre Steuern über, sondern auch die Nachfrage des Staates und der Lohnbezieher muss immer wieder an ihren Kassen vorbei – und dort bleibt der Gewinn dann wieder hängen.

        In den Worten von Paul C. Martin:

        „Überdies würden höhere Besteuerungen von höheren Einkommen zu nichts führen, wie Prof. Föhl schon vor Jahren nachgewiesen hat. Denn die Nachfrage des Staates, der die höheren Steuern kassiert und danach wieder verausgabt, wandert vor allem wieder just in jene großen Unternehmen bzw. an jene Privatpersonen, die „höher“ besteuert wurden, so dass sich deren Stellung und Marktmacht in nichts ändert, sondern auf Dauer sogar erhöht (sog.“Föhl’sches Paradoxon“)“

        http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=98383

      • Alexander sagte:

        @ Johann Schwarting

        Danke.

        Obwohl unsere Beobachtungen mit
        -Kapital
        -Markt
        -Wirtschaft
        ..zu tun haben, würde ich für dieses Ausbeutungsmodell keinen zusammengesetztes Wort aus obigen Begriffen verwenden wollen. Dazu werden die Grundlagen einer Eigentumsökonomik zu sehr untergraben.

        Die Entwicklung ist voraufklärerisch, die Welt steht Kopf und ziemlich feudale Strukturen zeigen sich recht frech.

        Ganz klares #unfollowthem

      • Michael Stöcker sagte:

        @ Alexander

        Als Zwischenstand halte ich mal fest: Sie sind nicht in der Lage und/oder willens Ihre These zu begründen. Stattdessen geistige Ergüsse, die am Thema völlig vorbeigehen. Ein rationaler Diskurs ist so leider nicht möglich.

        „Ihre Erbschaftssteuer auf Betriebsvermögen, d.h. Verkehrswerte von Immobilien und illiquides Anlagevermögen kommt einer Betriebsschließung gleich“

        Auch dieser Punkt trägt leider nichts zur Klärung der Frage bei und ist zudem auch noch völlig falsch dargestellt. Wären Sie dem Link zu meinem Vorschlag einer Neugestaltung der Erbschaftssteuer gefolgt, dann hätten Sie dort folgendes lesen können:

        „Damit es im Zeitablauf aber nicht zu einer zu hohen Vermögenskonzentration bei einigen wenigen kommt, sollte die Erbschaftssteuer dahingehend angepasst werden, dass es für die Erben eine Wahl gibt zwischen Steuerzahlung in Form von Barzahlung oder als Alternative bei finanzieller Überforderung der Erben, die Übertragung von Gesellschaftsanteilen als stille Beteiligung an einen zu gründenden staatlichen Erbschaftsfonds (stiller Gesellschafter ohne Mitspracherecht). Vorteil: Unternehmen müssen wegen des Erbfalls nicht zerschlagen werden, die alten Eigentümer bestimmen weiterhin die Geschäftspolitik.“ https://zinsfehler.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/#8

      • Michael Stöcker sagte:

        „Aus ihrer linken Sackgasse, Herr Stöcker, finden sie zu Lebzeiten nicht mehr raus.“

        Nix „linke Sackgasse“, Alexander, sondern stramm ordoliberal. Dazu die WirtschaftsWoche:

        „Die Existenz von Erbschaften war gerade für Liberale immer ein Dilemma. Denn ihre zentralen Normen wie Chancengleichheit, Leistungsprinzip und Wettbewerb vertragen sich nicht gut mit dem Erbrecht. Die Institution des Erbens ist streng genommen ein Überbleibsel aus der Vormoderne. Es widerspricht dem Versprechen der Aufklärung: Dass nämlich über den Erfolg in dieser Welt nicht durch die Geburt entschieden werde, sondern durch die eigenen Leistungen. Der liberale amerikanische Sozialreformer Orestes Brownson forderte daher zum Beispiel in den 1840er Jahren, dass der Staat alle Erbschaften einziehen solle, um alle jungen Menschen mit den gleichen Startbedingungen zu versorgen. Aber auch die ordoliberalen Ur-Väter Walter Eucken und Alexander Rüstow forderten radikale staatliche Eingriffe in Erbschaften. Auf sie kann sich die FDP mit ihren erbenfreundlichen Positionen also kaum berufen.“

        Und auch hier haben Sie noch einmal Gelegenheit über lechts und rinks nachzudenken: https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziales-erbschaft-abschaffen.976.de.html?dram:article_id=302723

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ordoliberale Kompromisse sind gescheitert.
        Es gibt kein bisschen Schwangerschaft.
        Entweder frei oder nicht.
        Entweder der Staat respektiert das Eigentum seiner Bürger und schützt es, auch vor seinem Zugriff, oder nicht.

        Ich halte es mit Ludwig von Mises „Diese Liberalen sind auch nur ein Haufen Sozialisten“.

        Die vielen Formen von Gleichheit sind falsche Betrachtung, wie Frederique Bastiat in seinem Essay „Gerechtigkeit und Brüderlichkeit“ wunderschön herleitet: http://www.bastiat.de/bastiat/schriften/bruederlichkeit.html

        Dem Vorteil der Geburt in ein reiches Elternhaus kann der Nachteil vererbter Dummheit genauso folgen, wie das Genie aus dem Arbeiterhaushalt. Die Aufklärung nutzte dieses Potential und Aufstieg ein Privileg für Fleißige.

        Anders als die Sozialsiten in Kontinentaleuropa hat man es im Vereinigten Königreich verstanden die großen Vermögen nie in Zweifel zu ziehen und wir sehen uns heute einer geballten Finanzkraft gegenüber, die in der city of London exterritorial kristallisiert ist.

        Dieses Vermögen des verpönnten 1% ist nicht mein Problem, solange es keine politische Macht kauft, was global leider geschieht. Leistungseliten regieren uns offensichtlich nicht und die demokratsiche Wahl ist keine…bei dem Niveau.

        Derweil streiten sich die Wähler über Gerechtigkeit, Integration, Inklusion, die Rente und wer das alles bezahlen soll….[ sie selbst natürlich :o) ]

        Nach der Finanzkrise wird es Leistung sein, die uns aus der Mallaise raus bringt – keine neuen Geldderivate.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Entweder frei oder nicht.“

        Und genau aus diesem Grund wird vermutlich den Asiaten die Zukunft gehören: https://de.wikipedia.org/wiki/Yin_und_Yang

        „Ich halte es mit Ludwig von Mises „Diese Liberalen sind auch nur ein Haufen Sozialisten““

        Ich halte es mit von Hayek (Anmaßung von Wissen), der nach HHH (Hans-Hermann Hoppe) auch dieser Mi(e)ses-Kategorisierung zuzuordnen ist. Oder um mit Robert Musil zu sprechen: Wir irren vorwärts.

        Wenn Sie sich nicht mehr zu Ihrer steilen These äußern möchten, dann erlaube ich mir die Nichtdiskussion hiermit zu beenden.

        LG Michael Stöcker

      • Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ob sie einen Zusammenhang zwischen Geld und politischer Macht sehen, hätte mich schon interessiert und warum man dieses verantworltiche Interessengeflecht retten soll? Der Kreis der Nutznießer ist überschaubar.

        Des weiteren würde mich interessieren ob sie ihren Nachlaß dem Staat schenken werden oder doch lieber ihren Nachkommen etwas mit auf den Weg geben? Wenn hier schon alle egoistisch sind, sind die Vorbild?

  6. Dietmar Tischer sagte:

    David Folkerts-Landau:

    >„The only viable option left is to reduce Italy’s debt service payments.>

    Richtig, das ist die EINZIG MACHBARE Option.

    Es gibt mehr als einen Einzigen, sie auszuüben:

    Die Italiener z. B. könnten es:

    Staatsinsolvenz, die Eurozone verlassen und die Euro-Schulden mit geringwertigen Lira-Lappen „begleichen“.

    Das würde allerdings sehr teuer für uns und selbstverständlich auch die DB.

    Deshalb – so Folkerts-Landau – sollten wir zusammen mit dem Rest der EU-Staaten die Option ausüben:

    >(…) the European Stability Mechanism would have to get involved, funding a repurchase of part of the high-cost debt. >

    Das kann man überlegen, wollen oder nicht wollen.

    Der Rest ist dummes Zeug, Veralberung:

    >Interest on the ESM loan would be payable when Italy’s economy had achieved higher productivity and growth. The ESM would not directly subsidise Italy with a fiscal transfer, although it would significantly increase its balance sheet exposure to the country and its borrowing costs would be likely to increase.“ >

    WENN Italiens Ökonomie … und (nur) “balance sheet exposure” …

    Das kann man vergessen.

    Ich würde daran glauben, wenn die Italiener zusagen würden, dass ein paar Typen aus dem vormaligen Schäuble-Ministerium das italienische Finanzministerium übernehmen dürften und Prokura erhielten, um von dort aus im ganzen Land „durchgreifen“ zu können.

    Dann und nur dann, macht es Sinn, dass der ESM aktiviert wird.

    Dabei ist noch nicht einmal entscheidend, ob letztendlich Zinsen an ihn gezahlt werden oder nicht.

    Es ginge allein darum, Italien zu sanieren.

    Die Italiener selbst wollen es offensichtlich nicht einmal angehen, geschweige denn die Sanierung schaffen.

    Antworten
  7. SB sagte:

    @Dietmar Tischer:

    „Ich würde daran glauben, wenn die Italiener zusagen würden, dass ein paar Typen aus dem vormaligen Schäuble-Ministerium das italienische Finanzministerium übernehmen dürften und Prokura erhielten, um von dort aus im ganzen Land „durchgreifen“ zu können.“

    So eine „Eingreiftruppe“ gab es auch in GR. Nach allem was ich dazu (überhaupt noch) mitbekomme, hat das GR nicht wirklich nach vorne gebracht. Ich frage mich aber ohnehin, warum D permanent sein Modell auf andere Länder übertragen will. Andere Länder, andere Sitten. Wenn ein Land wie D sich mit denen in eine dysfunktionale Währungsgemeinschaft begibt (Fachleute wussten das vorher!), um mittels leichtfertiger Kreditvergabe kurz- und mittelfristige Exportvorteile abzugreifen, muss es auch die langfristigen Konsequenzen tragen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ SB

      Was GR betrifft:

      Die Eingreiftruppe der Troika galt und gilt den Griechen IMMER NOCH als auferzwungen, nicht wirklich gewollt.

      Deshalb wird es letztlich wohl auch nichts mit einer nachhaltigen Sanierung von GR.

      >Wenn ein Land wie D sich mit denen in eine dysfunktionale Währungsgemeinschaft begibt (Fachleute wussten das vorher!), um mittels leichtfertiger Kreditvergabe kurz- und mittelfristige Exportvorteile abzugreifen, muss es auch die langfristigen Konsequenzen tragen.>

      Ja, das ist so – im Prinzip jedenfalls.

      Es kommt allerdings auch darauf an, mit welchen VEREINBARUNGEN man sich in die Währungsgemeinschaft begeben hat.

      Wenn man die Maastricht-Verträge selbst gebrochen hat und das auch noch als einer der ersten Staaten, hat man natürlich keine guten Karten, anderen den Spiegel vorzuhalten.

      Die Konsequenzen zu tragen, kann prinzipiell heißen:

      Wir halten die Eurozone am Funktionieren und profitieren dabei, wo wir profitieren, und wir zahlen drauf, wo es sich nicht vermeiden lässt.

      Das ist die Transferunion.

      Sie ist ein Auslaufmodell, wenn auch ein teures, weil nämlich spätestens dann zu Ende, wenn Hunderttausende Pflegebedürftiger mit ihren Angehörigen vor dem Kanzleramt vorfahren und mehr Geld fordern. Sie werden es bekommen, was die Transferpolitik beendet.

      Es kann prinzipiell auch heißen, dass wir von anderen Regierungen verlangen, dass sie alles tun, um die Transfers nicht wachsen zu lassen, also ihre Verschuldung zumindest begrenzen.

      Denn Vertragsmissbrauch ist eine Sache, eine ganz andere ist jedoch diesen DAUERHAFT mit STEIGENDEN Kosten für andere zu betreiben.

      Wenn andere davon nicht ablassen, ist das m. A. n. ein GRUND, die Eurozone scheitern zu lassen.

      Ich sage vorsichtig: ein Grund, d. h. eine Berechtigung, sie scheitern zu lassen.

      Ob wir es gegebenenfalls auch tun sollten, ist eine andere Frage.

      Aber niemand sollte es uns verübeln dürfen, wenn wir die Eurozone scheitern ließen.

      Antworten
  8. troodon sagte:

    Der David sollte mal zum Christian gehen und vorschlagen, dass aus Gründen der Solidarität mit Italien die Deutsche Bank doch bitte ihre aktuell 200 Mrd. Euro Barreserven und Zentralbankguthaben in italienische Staatsanleihen investieren sollte. Oder besser man nimmt noch 1 Bio. Euro zusätzlich bei der EZB auf, um dafür noch mehr Staatsanleihen zu kaufen … Da würde mich mal der Gesichtsausdruck von dem Christian interessieren…

    Antworten
    • Daniel Stelter sagte:

      Ohne auf die plumpen Anschuldigungen einzugehen nur das: Beispiel im Artikel sind Zuwanderer aus a) Polen b) Türkei c) Syrien. Betont wird, dass es sich um Menschen handelt, die aus einem Umfeld mit höherer Selbständigkeit kommen. Alle drei Beispiele sprechen fliessend Deutsch, die Polin kam mit 14 Jahren nach Deutschland und hat hier einen sehr guten Bildungserfolg erzielt (arbeitete auch bei einer Beratung.). Es wird immer gute Einzelbeispiele geben. Die Zuwanderung aus bildungsfernen Regionen mit nachweislich schlechten PISA Ergebnissen in großem Umfang auf eine Ebene mit diesen Ausnahmen zu stellen, war 2015 falsch und ist es heute auch.

      Rechnen gehört übrigens zu den Kernfähigkeiten für Innovation und Gründung. Rechenfrage: wieviel verdient man mit Klicks auf einer Webpage, die keine Werbung hat und auch nicht die Nutzerdaten verkauft? Wieviel verdient man mit Büchern? Also bitte: inhaltlich auf Niveau diskutieren. Danke

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