Die EU in der Zange

„Italiens vierfache Gefahr für die EU“ titelt die FINANZ und WIRTSCHAFT. Ich finde es mehr eine Beschreibung der EU als Ganzes mit Italien als prominentestes Beispiel. Es ist eine ernüchternde Bestandsaufnahme, aus der man nur schließen kann und muss, dass es sehr schwer sein wird, EU und Euro wirklich zu retten (und nicht nur scheinbar):

  • „Durch Italiens populistische, europakritische Regierung haben sich die mittelfristigen Risiken weiter vergrössert, die vom Bankensektor, von der Staatsverschuldung, der Arbeits- und der Migrationspolitik sowie dem Wachstumsmodell Italiens ausgehen.“ – bto: Und im Kern gelten diese Punkte für die gesamte EU.
  • „Seit der Finanzkrise 2008 stehen viele europäische Banken auf wackligen Beinen, und die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten ist in einer Reihe europäischer Länder nach wie vor auf einem hohen Stand. Die Arbeitslosenrate ist zwar leicht gesunken, ist aber immer noch doppelt so hoch wie in den USA. Nachdem es zuletzt einen Aufwärtstrend gegeben hatte, ist die gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate der EU erneut rückläufig.“ bto: Ja, es zeichnet sich die nächste Rezession ab, die der Euroraum nicht überstehen dürfte.
  • „Zudem altert die Bevölkerung der EU, aber Versuchen, exorbitanten Transferleistungen, hohen Steuern und starren Regelungen entgegenzusteuern, war nur mässiger Erfolg beschieden. Ein perfektes Beispiel sind die vorgeschlagenen Renten-, Steuer- und Arbeitsmarktreformen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die auf Schritt und Tritt Proteste hervorrufen.“ – bto: Und die Mehrheit der Wähler ist alt! Das führt dazu, dass es unmöglich ist, noch etwas zu ändern.
  • „Alles in allem leidet die EU seit langem unter verhaltenem Wachstum, übermässiger Staatsverschuldung – die noch belastender werden wird, wenn die Zinsen schliesslich steigen – und schwachen, ineffizienten Banken.“ – bto: Ja, deshalb werden die Zinsen auch nicht steigen.
  • „Der Verlust der geldpolitischen Souveränität in Verbindung mit demografischen Spannungen und der Krisensituation im Zusammenhang mit Migration und Flüchtlingen erklärt, warum populistische und nationalistische Parteien grossen Zulauf erhalten.“ – bto: Nein, das offensichtliche Versagen der Politiker, diese Probleme anzugehen (oder überhaupt als solche zu erkennen!) ist die Ursache.
  • Europas Probleme neigen dazu, sich gegenseitig zu verstärken. Kraftloses Wachstum erschwert es, die notleidenden Kredite der Banken aus der Welt zu schaffen. Das behindert das Wachstum zusätzlich, was die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit verstärkt. (…) Wähler in Demokratien befürworten Ausgabenerhöhungen und Steuerkürzungen häufig, ungeachtet allfälliger Auswirkungen auf die Staatsverschuldung.“ – bto: vor allem wenn die Gesellschaft alt und die Zukunft immer mehr Menschen egal ist.
  • „Zu allem Übel wird ein Grossteil der italienischen Staatsschulden von wackligen heimischen Banken gehalten. Die Italiener stehen den Bail-in-Bestimmungen der EU seit langem ablehnend gegenüber – denen zufolge Gläubiger einer Bank im Falle drohender Zahlungsunfähigkeit an den Verlusten beteiligt werden –, weil das Eigentum an italienischen Banken, die aus den historischen Stadtstaaten des Landes hervorgegangen sind, stark lokal geprägt ist.“ – bto: Da ist es doch viel besser, wenn die Deutschen bezahlen! Oder?
  • „Die wachsende Feindseligkeit der italienischen Wählerschaft gegenüber der Einwanderung ist Teil eines Trends, der sich von Polen und Ungarn bis hin zum Vereinigten Königreich über die gesamte EU erstreckt. Unmittelbar vor dem Brexit-Referendum 2016 hatte der damalige Premierminister David Cameron im letzten Moment an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, den Zuzug von Ausländern nach Grossbritannien zu begrenzen. Merkel lehnte ab, und das Brexit-Referendum wurde mit knapper Mehrheit entschieden.“ – bto: einer der vielen dramatischen, historischen und teuren Fehler dieser Kanzlerin.
  • „Wenn sich Europas Konjunkturaufschwung nicht in langfristiges, nachhaltiges Wachstum übersetzen lässt, wird die vierfache Gefahr durch Italiens Banken, seine Schulden, den Backlash in der Zuwanderung und die wirtschaftliche Misere des Landes die Widerstandsfähigkeit der Einheitswährung – und der europäischen Integration im Allgemeinen – auf die Probe stellen.“ – bto: So oder so gilt: Die Wirtschaft kommt nicht richtig auf die Beine und damit ist es ein Projekt, dem die Zeit wegläuft.

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „Italiens vierfache Gefahr für die EU“ , 25. Juni 2018

Kommentare (27) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Alexander sagte:

    @ Dietmar Tischer

    Sie freuen sich über die Absatzrekorde der Ausrüstungshersteller und Automobilproduzenten jedes Jahr? Dabei fällt ihnen nicht auf, dass die Gebrauchtmärkte immer ausgeglichen und stabil bleiben, obwohl weite Teile Europas von einer Rezession geplagt werden? Eigentlich müssten die faulen Kreditpfänder versteigert werden und das Angebot Einfluss auf die Preise haben.

    2009 war das für wenige Monate so. Die Preisverfälle für fast ungebrauchte Investitionsmittel waren zwischen 50-85%, bis jemand die Notbremse zog – der Systemstabilität wegen.

    Ich bin schon gespannt, ob die Lage am Kfz Markt für Luxusautos mit Abgasproblemen ähnlich gelöst wird, denn deren innerer Wert dürfte nicht dem bilanziellen Zeitwert entsprechen.

    Die Frage der Restwerte von Leasingrückläufern war auch nur 2009 eine Frage, danach nicht mehr. Wer Fragen stellt bekommt zu hören, dass die Ukraine (!), Südamerika oder Indien die Abnehmer seien, obwohl fehlendes Fachpersonal und Ersatzteile dort jeder Instantsetzung schlimmer im Weg stehen, als bei uns.

    Man kann bewegliche Güter einfach ausbuchen, in chinesischen Stahlschmelzen zum Kühlen verwenden und die Werte durch neue Programme prolongieren :o)

    Schlussfolgern sie doch einfach einmal wie weit die Zentralbanken der Zombieregionen ihre Märkte der Stabilität wegen retten. Mit demselben Geld werden Wohlstandsgefälle aufrecht erhalten, die wir einfach nicht mehr verdienen.

    Insofern hat die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel schon eine gewisse Logik.

    Ökologisch ein Alptraum, ökonomisch kriminell – aber systemstabil.

    Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 sollten noch einmal so viele dt. Soldaten fallen, wie in den fünf Jahren Krieg zuvor. Soviel war Hitler seine Systemstabilität wert.

    Sie dürfen sich auf einiges gefasst machen, weil sie Recht haben.

    ….alle Parolen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      >Sie freuen sich über die Absatzrekorde der Ausrüstungshersteller und Automobilproduzenten jedes Jahr? … Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 sollten noch einmal so viele dt. Soldaten fallen, wie in den fünf Jahren Krieg zuvor.>

      Was soll das?

      Es geht nicht darum, über was ich mich freue, um Absatzrekorde, um den 20.Juli 1944 und deutsche Soldaten.

      Wenn Sie sich nicht mit den KONKRETEN Aussagen beschäftigen können und stattdessen ASSOZIATIV Gesammeltes zur umfassenden DEUTUNG machen wollen, ist es SINNLOS mit Ihnen zu diskutieren.

      Schreiben Sie, was Sie wollen, zu dem, was ich hier vorbringe.

      Erwarten Sie aber nicht, dass ich weiter meine Zeit damit vergeude, auf UNQUALIFZIERTE Äußerungen zu antworten.

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    • Avatar
      jobi sagte:

      @Alexander

      „Nach dem 20.Juli 1944 … Soviel war Hitler die Systemstabilität wert“

      Ein guter Vergleich, denn es sind dieselben
      psychologischen Mechanismen des Nicht-Sehen-Wollens, die in kollektiven Katastrophen enden.

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  2. Avatar
    JM sagte:

    DT: „Stabilität erhalten“ – Wie soll das funktionieren in einer Welt, die etwas aus den Fugen geraten ist?
    Zudem ist das ein rein passives Konzept. Meinen Sie nicht, dass es besser wäre, die sich auftürmenden Probleme AKTIV anzugehen?

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ JM

      Es funktioniert jedenfalls bis JETZT, siehe z. B. die Eurozone.

      Ich habe aber meine Zweifel, dass die Eurozone DAUERHAFT stabilisiert werden kann.

      Bei anderen Systemen mag das eher möglich sein.

      Das Konzept ist nicht passiv, weil sich viele Verantwortliche mit erheblichen Anstrengungen bemühen, die Stabilität aufrechtzuerhalten, siehe heute wieder beim Migrationsgipfel.

      Aber es ist ein DEFENSIVES Konzept, was Sie vermutlich auch meinen.

      Die Frage ist demnach:

      Wäre es besser, die sich auftürmenden Probleme OFFENSIV anzugehen, d. h. sie im Sinne einer DAUERHAFTEN Stabilisierung, die möglichst wenige Eingriffe erfordern würde, zu lösen?

      Es wäre besser, wenn man sich so etwas wie Ruhe wünscht.

      Es wäre NICHT besser, wenn man die KOSTEN (Verwerfungen, Unsicherheiten, möglichen Schlechterstellungen etc.) einer solchen Lösung nicht in Kauf nehmen will.

      Genau das ist der Fall.

      Das Kriterium ALLEN Handelns ist:

      Die Unsicherheiten und Kosten in jedem Augenblick und bei jeder sich stellenden Option so gering wie möglich halten – jedenfalls so lange, wie relativ viel zu verlieren ist.

      Die Zukunft kommt m. A. n. nur dann vermehrt in die Abwägungsprozesse, wenn es wirklich existenziell wird.

      Davon sind wir – gefühlt – noch weit entfernt.

      Antworten
      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Jedes Staatswesen sucht sich zu stabilisieren, wenn die wirtschaftliche Grundlage in Turbulenzen gerät. Das geschieht vor allem deshalb, weil jedes Staatswesen davon überzeugt ist die richtige Politik zu machen.

        Die richtige Politik zu verfolgen leitet man aus der offenen oder schweigenden Zustimmung einer Bevölkerungsmehrheit ab. Diverse Lockmittel zur Gewinnung dieser Mehrheit sind legitim, besonders dann wenn der Markt oder die Physik andere Maßgaben setzen.

        „Am Ende hängen alle so tief drin“, dass Kurshalten alternativlos ist.

        Diese Erfahrung haben Menschen schon öfter gemacht, nicht nur die länger hier lebenden. Beispielsweise unter Hitler, Saddam Hussein, Breschnew, Fidel Castro, Hoover, Napoleon, Komeini, Assad, Erdogan, Chavez u.v.a.m…

        Entscheidungen werden nicht dadurch richtig, dass sie mehrheitlich getroffen wurden oder sie alternativlos werden.

        Für die BRD ist die Lage beängstigend, wenn die Target2 Salden tatsächlich nicht durch Leistungen abgegolten werden. Jemand wird einmal dafür etwas tun müssen, auch wenn die EZB das Geld einfach schöpft. Den auch für geschöpftes Geld müssen sich Menschen bücken um Nahrungsmittel an zu bauen, die wir zu konsumieren gedenken. (vgl. Import von Ananas)

        Die Unmenschlichkeit, die P.C. Martin sozialistischen Wirtschaftsformen nachsagt, sehe ich darin, dass Menschen gegen jede Vernunft gezwungen werden Dinge zu tun – die sie freiwillig niemals täten.

        Ich schäme mich für dieses Geld und die gestaltende Politik, die jeden Tag mehr Tatsachen schafft um Stabilität zu heucheln…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Ich schäme mich für dieses Geld und die gestaltende Politik, die jeden Tag mehr Tatsachen schafft um Stabilität zu heucheln…>

        Stabilität wird nicht geheuchelt, wenn – was der Fall ist –führende Politiker und ein nicht unbeachtlicher Teil der Medien immer wieder von einer KRISE reden.

        Stabilität wird hingegen ERHALTEN, bis jetzt jedenfalls.

        Denn weder die EU, noch die Eurozone sind zerbrochen bzw. aufgelöst worden.

        Trotz des bevorstehenden Austritts von GB aus der EU, ist diese noch stabil.

        Allerdings:

        Es wird zunehmend schwieriger, die BEDINGUNGEN, unter denen die EU und die Eurozone stabil gehalten werden können, zu erfüllen.

        Denn zum einen steigen die Kosten, insbesondere durch die Abwehr von Migration, und zum anderen fehlt Geld im EU-Haushalt durch den Austritt von GB.

        Das ist aber ein anderes Thema.

        Ich verstehe nicht, warum Sie nicht die einfachsten Sachverhalte zur Kenntnis nehmen können statt um sich zu schlagen mit Parolen, die einfach nicht stimmen.

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    wir schaffen uns sagte:

    Es sollte nicht vergessen werden, daß ein Unberechtigter hier, der auf seiner Reise nach Deutschland über Meere und Kontinente viele sichere Länder durchquert hat Kosten verursacht, mit denen 10 bis 20 tatsächlich Bedürftigen vor Ort zum dortigen, niederen Preis- und Lebenshaltungskostenniveau geholfen werden kann.

    Und daß Deutschland bereits jetzt mit jährlich EUR 20,0 Mrd. Flüchtlingskosten das BIP von Afghanistan (35 Mio. Einwohner) für überwiegend (80%) papierlose Wirtschaftsmigranten verschwendet.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/256438/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-afghanistan/

    Dies alles angesichts zunehmender Altersarmut und Tafelläden für die, die ihr Arbeitsleben hier Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben.

    Wenn dieser Schwachsinn die von Mutti stets gelobten „europäischen Werte“ sind, verzichte ich gerne darauf.

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    Marcus sagte:

    Eine Stabilisierung der Eurozone kann nur dadurch geschehen, wenn man endlich die Hauptprobleme dieser angeht! Zum einen die horrenden Staatsschulden, und zum anderen die massive Verschuldung des Privatsektors und die daraus resultierenden faulen Kredite in den Bankbilanzen.

    Bei den Staatsschulden wird man um Schuldenschnitte nicht herumkommen, denn zurückzahlen kann da niemand irgendetwas. Um die Verschuldung des Privatsektors zu bereinigen wäre insbesondere von Nöten das Europas Banken endlich ihre Bilanzen aufräumen und massivst Abschreibungen vornehmen. Dies geht aber nicht, da europäische Banken zum Teil drastisch unterkapitalisiert sind und dann sofort pleite wären.

    Diese Schritte sind essentiell um die Eurozone langfristig zu erhalten und zu stabilisieren. Aber dazu bräuchte man erstmal Politiker und Zentralbanker die diese Problematik auch offen ansprechen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Wir haben enorme UNGLEICHGEWICHTE in der EU.

    Sie verlangen einen Ausgleich und normalerweise kommt es zu einem Ausgleich, anschaulich wie der Wasserstand in kommunizierenden Röhren, ODER er wird durch (nationale) Abschottung verhindert wie etwa durch den Brexit demonstriert (was wiederum den Ausgleich erschwert).

    Das ist bei allem so, was sich exemplarisch an der Migrationskrise innerhalb der EU und an der außerhalb generierten zeigen lässt.

    Das Problem, zu einer der beiden Oder-Lösungen zu kommen:

    Der Ausgleich ÜBERFORDERT praktisch jede Nation – die eine auf diese Art, durch Transferleistungen z. B., die andere auf jene, z. B. strukturelle Anpassungen vorzunehmen.

    Die Abschottung macht ALLE Nationen ÄRMER – und kann daher vernünftigerweise auch nicht gewollt sein. Sie wird aber vermehrt kommen, wenn überforderte Nationen sie auf inneren Druck hin als „Notwehr“ praktizieren.

    Kann es eine GEWOLLTE Lösung geben?

    Es kann sie nicht geben, weil die GRUNDVORAUSSETZUNG dafür fehlt:

    ÜBERALL genügend HOHES WACHSTUM.

    Hätten wir es, wäre der Abschottungsdruck national GEMINDERT und zugleich könnten durch offene Grenzen die Ressourcenknappheit AUSGEGLICHEN werden.

    Die Oder-Alternative würde sich im Idealfall nicht stellen.

    Nach Lage der Dinge, bei der demografischen Entwicklung in ganz Europa und dem internationalen Renditewettbewerb, der – abgesehen von Bereichen der Digitalisierung – bei konventionellen Gütern über niedrige Kosten ausgetragen wird, ist genügend hohes Wachstum illusorisch.

    Bei dieser Lage kann das EIGENTLICHE Ziel aller Bemühungen nur sein:

    Stabilität ERHALTEN, was heißt:

    Das Oder-Problem unter den Tisch kehren.

    So stellt sich mir die PRAKTIZIERTE Politik in der EU dar.

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    Johannes sagte:

    Italien eine Gefahr für die EU? Vielleicht.

    Die viel größere „Gefahr“ für die EU hat heute in Berlin eine Regierungserklärung zum Thema „Asylpolitik“ abgegeben. Diese „Gefahr“ sieht keinerlei Anlaß ihre bisherige Haltung in dieser Frage zu ändern.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article178365906/Merkel-im-Bundestag-An-den-Grenzen-gilt-Europaeisches-vor-deutschem-Recht.html

    Italien mag zu den Problemen in der EU beitragen. Die wirkliche „Gefahr“ für die EU sitzt inzwischen im Kanzleramt in Berlin.

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    • Avatar
      Retter des Schwachsinns sagte:

      Praktikable Lösungen zur Asylpolitik – eigentlich ein Sonderrecht für Wenige – ohne gesellschaftlichen Ruin, Ende der papierlosen Armutsmigration von Ungebildeten auf der Suche nach Sozialleistungen sowie Toten auf hoher See und im Inland durch kriminelle „Schutzsuchende“ gibt es bereits in Australien, Kanada und den USA.

      Man muß nur die dortigen Regelungen kopieren und anwenden.

      Vergleichbar wie der Fußball gestern ist die deutsche Politik von naiven Träumern, Verblendeten und Märchenerzähler durchsetzt.

      Es wird – endlich – Zeit für Neues!

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    • Avatar
      SB sagte:

      @Johannes: „Die wirkliche „Gefahr“ für die EU sitzt inzwischen im Kanzleramt in Berlin.“

      „Inzwischen“ ist gut. Die sitzt – besser klebt – da schon seit gut 12 Jahren.

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    Wolfgang Selig sagte:

    bto: Ja, es zeichnet sich die nächste Rezession ab, die der Euroraum nicht überstehen dürfte.

    Da bin ich anderer Meinung. Da die Schuldenmonetarisierung inzwischen offenbar auf politischer Ebene hemmungslos akzeptiert wird, ist auch die nächste Rezession kein echtes Problem mehr für einen Politiker. Ob OMT, Helikoptergeld, Anleihekäufe mit dem Titel „aktive Geldpolitik“ oder was auch immer – die EZB druckt die Politik aus der nächsten Rezession raus. Natürlich bringt das weder echtes Wirtschaftswachstum, sondern nur weitere Umverteilung und weitere Fehlallokationen von Kapital. Aber auch nach den neuesten Umfragen sind rd. 84 % der deutschen Wähler bei einer möglichen neuen Bundestagswahl nicht bereit, beim Euro den Stecker zu ziehen. Und daher haben Sie die europäische Lösung der Überwindung der Rezession ja auch schon selbst gut beschrieben:

    bto: „Da ist es doch viel besser, wenn die Deutschen bezahlen! Oder?“ Und das werden sie über die Entwertung ihrer Renten und Ersparnisse dann auch wieder tun.

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    • Avatar
      Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen in Europa sagte:

      Der Euroraum hat den zweiten Weltkrieg überstanden.

      Insofern dürfte die Fehlsteuerung des Politiker – Lügengeldes in Form der Einheitswährung Euro nur als kurze Episode des ideologischen Verblendung und ökonomischen Verirrung in die Geschichte Europas mit eingehen.

      Allmählich setzt sich inzwischen sogar in Südeuropa, das bisher noch von der Einheitswährung Euro zu profitieren glaubte die Einsicht durch, daß vergleichbar eines Schuhs oder Kleidungsstücks, das nur in einer Einheitsgröße hergestellt wird die ähnlich über einen (Inflations-)Durchschnitt gesteuerte Währung Grund für die eigene wirtschaftliche Misere und das Heranwachsen einer verlorenen, jungen Generation ist.

      Wenn man nur genug Länder mit niedergehender Wirtschaft der traurigen Gemeinschaft zufügt, können die Leitzinsen ewig bei 0% bleiben…

      1 Million leerstehende Immobilien in Spanien zeugen davon, wie sich die ältere, im Rahmen einer schwachen Währung aufgewachsene Generation gegenseitig mit bewußt durch Niedrigzinsen gesetzten wirtschaftlichen Fehlanreizenüber den Tisch gezogen hat:

      https://www.fotocasa.es/es/

      Weg mit der schwachsinnigen Einheitswährung Euro noch heute in wirtschaftlich guten Zeiten!

      Alle Angestellten der EZB ab 55 in Frühpensionierung, die jüngeren mit 10jährigem Beschäftigungsverbot in der Finanzbranche gegen Ausgleichszahlung.

      Antworten
    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      „Natürlich bringt das weder echtes Wirtschaftswachstum, sondern nur weitere Umverteilung und weitere Fehlallokationen von Kapital.“

      Aufgrund des Matthäus-Effekts kommt es immer zu einer Fehlallokation von Kapital und führt somit zwangsläufig zum Systemzusammenbruch sofern es keine ausreichende fiskalische Redistribution gibt. Der Euro sowie der internationale Steuersenkungswettbewerb waren und sind hier lediglich Brandbeschleuniger.

      Wer hier in naiver Weise an die sich selbstregulierende unsichtbare Hand des Marktes glaubt, der erliegt lediglich einem anderen Glaubensbekenntnis.

      Wir haben kein Problem mit einer zu geringen Produktivität, sondern im Gegenteil: Wir sind so produktiv, dass wir ein Verwertungsproblem haben.

      Der Sozialismus ist daran gescheitert, dass er das Knappheitsproblem nicht in den Griff bekommen konnte, der Kapitalismus wird hingegen an seinem eigenen Erfolg scheitern. So weit war Schumpeter schon vor 70 Jahren: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus,_Sozialismus_und_Demokratie

      LG Michael Stöcker

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      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Michael Stöcker

        Schumpeter:
        »Kann der Kapitalismus weiterleben? Nein, meines Erachtens nicht.«
        »Kann der Sozialismus funktionieren? Selbstverständlich kann er es.«
        ———-
        >Systemzusammenbruch sofern es keine ausreichende fiskalische Redistribution

        Wo lebt man eigentlich, wenn man so etwas schreibt?
        Auf jeden Fall gaaaaaaaaaanz weit weg vom Markt, der überhaupt keine unsichtbare Hand kennt, sondern die Gesetze und Preisvorgaben des Zwingherrn zu erfüllen hat. Die Regulierung ist total und die Freiräume bewusst gewählt, u.a. auch durch erfolgreiche Lobbyarbeit.

        >> P.C.Martin:
        Das einzige, dem Menschen und seiner permanenten Mangellage, die durch Zeitablauf schier unerträglich werden muß, angepaßte Wirtschaftssystem kann nur der Kapitalismus sein.
        Vere humanum est.
        Dieser Kapitalismus funktioniert am besten, wenn alle Produktion privat und jeder Markt vollständig frei ist. Die Möglichkeit eines funktionierenden Sozialismus auch nur zu denken, geschweige denn Sozialismus durch staatlichen Druck irgendwo einzuführen, ist ein Verstoß gegen die Menschlichkeit. <<

      • Avatar
        Alexander sagte:

        Roland Baader, aus dem „papierenen Selbstmord“:

        -> Was den großen sozialistischen Menschheitsverbrechern mit ihrer Zentralplanung und mit der Abschaffung des Eigentums nicht gelungen ist, nämlich den „neuen Menschen“ zu kreieren, ein geistloses, besitzloses, verantwortungsloses, sittenloses, bindungsloses, gewissenloses und religionsloses Ameisenwesen, das scheint der politischen Demokratie-Kaste mit der monetären Zentralplanung und der Reichtumsillusion des „easy
        money“ sukzessive zu gelingen.
        Wenn dann die große Krise und der Zusammenbruch eintreten, werden diese entmündigten Staatsmündel ohnehin wieder nach dem starken Mann
        und der alles regelnden Partei rufen. „Wie der Albatros als Vorbote des Sturms“, hat Ortega y Gasset geschrieben, „so tritt der Mensch der Tat stets am Horizont auf, wenn eine neue Krise ausbricht“ – und führt die Massen in die Barbarei zurück. <–

      • Avatar
        Pascal sagte:

        Internationaler Steuersenkungswettbewerb? Habe ich etwas verpasst oder kann ich Statistiken nicht lesen? Die Staatsquoten steigen weltweit wie lineare Funktionen. Die deutsche von ~25% in 1950 auf heute ~50%.
        Wo ist das eine Senkung?! ?

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Hr. Stöcker: Tja, die berühmte unsichtbare Hand hat m.E. schon auch einen Wert, sonst wäre die BRD vor der DDR pleite gegangen. Ihr Produktivitätspostulat kann ich nicht unterstützen, aber das würde den Rahmen hier komplett sprengen. Nur als Beispiel: Wie erklären Sie sich dann, dass wir es nicht einmal mehr schaffen, die Tafeln in Deutschland weg zu bekommen, wenn wir angeblich schon viel zu produktiv sind und die Abgabenquote für Normalbürger Rekordhöhen erreicht Das ist für mich unlogisch. In den 80ern konnten wir darauf noch verzichten.

        Das Thema Mätthäus-Effekt und ausreichende fiskalische Redistribution bringen Sie in vielen Beiträgen und damit haben Sie natürlich immer recht. Nur ändert das nichts an der Tatsache, dass neben dem Matthäus-Effekt die Geldpolitik zusätzlich ihr Scherflein beiträgt. Oder was bitte soll der volkswirtschaftliche Nutzen der notenbankunterstützten Lebensverlängerung von Zombieunternehmen sein, die die kreative Entstehung bzw. Wachstum wettbewerbsfähigerer Unternehmen behindert, indem sie Arbeitskräfte unnötig bindet, die am freien Markt nicht zur Verfügung stehen?

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Der Sozialismus ist daran gescheitert, dass er das Knappheitsproblem nicht in den Griff bekommen konnte, der Kapitalismus wird hingegen an seinem eigenen Erfolg scheitern.>

        Was den Sozialismus betrifft, ist diese Aussage richtig.

        Was den Kapitalismus betrifft, wäre ich vorsichtig. Das System ist jedenfalls ANPASSUNGSFÄHIG, was zwar Scheitern im Sinne von Aufgabe wesentlicher Systemdeterminanten nicht ausschließt, aber auch keine Vorhersage seines Scheiterns erlaubt.

        Richtig ist m. A. n. aber, dass sein Erfolg, genauer die REAKTIONEN auf seinen Erfolg, auch die Schwierigkeiten, denen wir uns stellen müssen, hervorgebracht haben.

        Die Alterung der Gesellschaft leite ich davon ab, dass die Menschen glauben, dass anhaltender Wohlstand für alle auch ohne Reproduktion PROBLEMLOS möglich ist.

        Das ist offensichtlich falsch, weil die Alterung der Gesellschaft Verteilungsprobleme aufwirft.

        Die Steigerung des Wohlstands auf hohem Produktivitätsniveau – dass wir das haben, sehe ich so wie Sie – durch die Globalisierung hat weitere Probleme generiert.

        Was ich im Augenblick wahrnehme:

        Der Kapitalismus scheitert nicht, er verlagert – mit Modifikationen, siehe China – seinen Schwerpunkt lediglich in die Entwicklungsländer vor allem Asiens.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Mit monetären/fiskalischen Maßnahmen die Nachfrage soweit beleben zu können, dass das von Ihnen selbst bezeugte Scheitern des Kapitalismus (s. o.) nicht erfolgt, ist KEIN Glaubensbekenntnis?

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Gewinne zu privatisieren (vor der Steuer), die ohne kollektive Haftung nie zustande gekommen wären, ist allerliebste historische Gewohnheit der Nomenklaturas weltweit. Sogar das Gebot der Gleichheit wird beachtet, so dass afrikanische Potentaten ähnlich geschickt handeln wie Konzernchefs des Westens.

        (Staatliche Geldmonopole expandieren ausschließlich auf der Basis kollektiver Haftung)

        Die Lösung ist natürlich mehr Kollektivismus, weil die Individuen so egoistisch sind und nur durch Anleitung derselben Nomenklaturas das rechte, äh linke, Leben führen….

        Selbst jetzt lassen sich schlimmste Dystrophien noch steigern.

  8. Avatar
    Alexander sagte:

    Die Monetarisierung der Schulden als Heilmittel führt durch die Hintertür in den Vollsozialismus.

    Wer Schulden monetarisiert und damit die Pleite des Zombies aufhebt, pampert die Ursachen der Pleite. Das falsche Preisniveau als Ursache bleibt bestehen und zerstört letzte gesunde Strukturen.

    Wer keinen Zugang zu dem Blankogeld der ZB hat – stirbt; für alle Zombieschuldner gibt es keine Eigentumsrechte mehr.

    Der Umgang mit Gemeineigentum ist bekannt nachlässig….was sich fatal auf die Qualität der Kreditpfänder auswirkt. Das ist jetzt schon zu beobachten, bei Leasingnehmern (wg. Fachkräftemangel) und Mietern.

    Ich bezweifle nicht, dass faule Schulden monetarisiert werden müssen, der Systemstabilität wegen.

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