China ist anfällig und droht die Welt mitzureißen

Immer wieder habe ich vor der Abhängigkeit Chinas vom billigen Geld und der Abhängigkeit der Welt von China gewarnt. So zuletzt hier: → „Der Elefant im chinesischen Porzellanladen“

Nun weitere Warnungen. Zunächst erklärt Ambroise-Evans Prichtchard im Telegraph die Anfälligkeit des Landes, sodann Tyler Durden auf Zero Hedge wie groß die Abhängigkeit vom billigen Geld ist:

  • „The yuan has weakened by 9pc against the dollar since mid-April. This is the steepest fall for the micro-managed exchange rate for a quarter century. This week’s blow-off to ¥6.84 has been a move too far for Washington. The retort is a cannon shot across the bows. The Trump administration is now threatening to push up punitive tariffs on a further $200bn (£150bn) of Chinese goods (…) It smacks of an embargo.“ – bto: Und die Amerikaner haben es auch getan.
  • „China’s leaders have breached their pledge to hold the country’s currency basket generally stable.  This is a policy decision. The People’s Bank (PBOC) commands $3.1 trillion of foreign exchange reserves. It has chosen not to use this firepower to stabilise the yuan.“ – bto: Oder sie halten einfach noch das Pulver trocken.
  • „It is a strange mix of a trade war and currency war, and is on the verge of becoming a very unstable situation. It is the biggest topic for global markets right now (…) China has been hit by several shocks. They still have a few bullets left to fire but they face a tricky balance. They can’t stomach a strong currency. It needs to be even weaker (…).“ – bto: weil das Land unter Fehlinvestitionen, Überkapazitäten und hohen Schulden leidet.
  • „The ferocious crackdown on shadow banking (80pc of GDP) by super-regulator Guo Shuqing had gone too far. It choked a fifth of all fresh financing to the real economy. (…) The financial deleveraging campaign since early 2017 has resulted in a severe negative shock to aggregate credit supply. The real economy has begun to feel the pain.” – bto: Und genau darein grätscht nun Donald Trump. Sicherlich kein Zufall.
  • „The state’s control over the banking system and its unlimited authority to rescue companies preclude a Western-style crisis. (…) The more likely risk scenario, to which we assign a 20pc probability, is an economic downturn that is deeper and more extended than expected (…).“ – bto: Also besteht die Hoffnung darin, dass es gibt keine Krise gibt, sondern nur eine Abschwächung.
  • „China faces a variant of the Impossible Trinity. If it loosens monetary policy in these circumstances to shore up the economy, it risks capital flight and further slide in the currency. (…)  Capital controls are tighter than they were during the Chinese currency crisis of 2015-2016, when the country was losing $25bn a week, but they are still leaky. The danger for Beijing is that by letting the yuan fall so far, so fast, it will set off a fresh rush for the exits.“ – bto: und mehr Sanktionen der USA.
  • „The suspicion is growing that Mr Trump does not really want a trade deal, but rather wants to provoke China into tit-for-tat retaliation in order to carry out a pre-emptive assault on the country’s technology-industrial complex before China is fully established as a rival superpower. Trade policy cannot be separated from the geostrategic clash. The US National Security Strategy Report this year names China for the first time as an adversary that seeks to challenge American power, influence and interests, attempting to erode American security and prosperity.“ – bto: und das nicht ganz so zu Unrecht.
  • The (…) „view is that the Communist Party has been engaged in systematic cyber-theft of Western technologyunprecedented larceny in the words of Secretary of State Pompeo – and that its Made in China 2025 blueprint is a hostile attempt to dominate ten strategic sectors from aerospace, to robotics, and G5 networks.“ – bto: Und das kann man wohl wirklich so sehen. Wir Deutschen sind bei dem Thema wiedermal sehr blauäugig.
  • „It relies on  self-sufficiency quotas that breach global trade rules, and is backed by a nexus of subsidies and cheap state credit, with Communist party officials lodged on the boards of private companies. It is national mobilisation with a war-time structure.  This was bound to provoke trouble, and it has. We’re at economic war with China. One of us is going to be a hegemon in 25 or 30 years,(…).” – bto: Aus Sicht der USA ist das nicht so leicht von der Hand zu weisen.
  • „It’s hard to predict how this trade war will develop and to what extent. But one thing is sure: if the US imposes tariffs on Chinese imports following an order of $60bn, $200bn, or even $500bn, many Chinese companies will go bankrupt (…).“ – bto: Und das ginge nicht spurlos an der Weltwirtschaft vorüber und würde nebenher unsere Probleme in Europa wieder richtig aufleben lassen.

Wie stark China am Schuldentropf hängt zeigt Zero Hedge:

  • „Vertical Group’s Gordon Johnson, (…) writes that China’s proactive fiscal policy pledge could fall short as servicing its existing credit stock absorbs an increasing share of GDP. (…) While China exited ’17 with an est. 266% of total credit to GDP, some economists put that ratio at >300% today. On trailing 12-mo. nominal GDP of ¥86.5tn, as of 2Q, this equates to >¥259.5tn in credit, which, assuming an avg. borrowing cost of 6%, means China’s annual debt service is ~¥14.3tn, or 18.0% of GDP – sensitizing interest & credit-to-GDP, to a respective range of 4-7% & 285-320%, puts China’s debt service at 14-22% of GDP.“ – bto: was natürlich eine erhebliche Belastung bei der Suche nach der Anschlussfinanzierung darstellt:

Quelle: Vertical Group, Zero Hedge

  • „Johnson’s punchline: (…) an increasing amount of growth is required to feed existing debt.“ – bto: So ist das. Wir brauchen immer mehr Nachverschuldung, nur um das System am Laufen zu halten.
  • „(…) China will have a far more difficult time not only stimulating its domestic economy this time compared to 2014, but in offshoring the favorable inflationary externalities from its latest expansion. In short: the world’s growth dynamo may be getting choked up with debt, which means that in the next global crisis, China will no longer be able to step in and kickstart global growth. And with central banks running out of securities to monetize, just who will arrest the next recession?“ – bto: Aka, wer rettet diesmal die Eurozone?

Schulden sind nett in guten Zeiten, machen aber anfällig und instabil. China und wir werden die Konsequenzen demnächst spüren.

telegraph.co.uk: „China’s currency slide risks a horrible misunderstanding with Trump“, 1. August 2018

zerohedge.com: „A Record 18% Of China’s GDP Goes To Debt Service“, 31. Juli 2018

12 Kommentare
  1. Dietmar Tischer sagte:

    Keine Frage, China ist der Top-Kandidat, um ein eine weltweite Rezession bis hin zu einer Depression mit Crash auszulösen, weil es aufgrund seines weltwirtschaftlichen Gewichts mehr als die KRITISCHE Masse dafür hat.

    Die Ingredienzen sind vorhanden und im Telegraph aufgezählt:

    Hohe Gesamtverschuldung bezogen auf das GDP; kontinuierlich weiterer Verschuldungsaufbau wegen des Zwangs, die hohe Wachstumsraten für mehr Beschäftigung zu halten; immer noch extreme Exportabhängigkeit; hohe, sogar steigende Abhängigkeit von Direktinvestitionen (Technologie) ausländischer Unternehmen, weil der Kostenvorteil der Exportwirtschaft schmilzt; wegen wachstumsschädlicher Kapitalflucht nur beschränkte Möglichkeiten, über den Wechselkurs der Währung gegenzusteuern.

    Ein erhebliches Plus, das an den dargelegten Strukturschwächen aber nichts ändert:

    Der chinesische Staat verfügt über ein riesiges Volumen von Dollaranleihen, die er speziell gegen die USA einsetzen kann.

    Die Annahme von A.-E. Prichtchard ist nicht abwegig, sondern drängt sich auf, dass Trump (und ein maßgeblicher Anteil des Establishments?) den WEITEREN Aufstieg Chinas zur DOMIIERENDEN Weltmacht verhindern will.

    Es geht um Geo-Politik, die im Fall Chinas nicht mehr militärisch – Provokation von Zwischenfällen –, sondern nur noch wirtschaftlich betrieben werden kann.

    Wenn so, nimmt man absehbare Kollateralschäden für das EIGENE Land und die GESAMTE Weltwirtschaft in Kauf nach dem Motto:

    Besser jetzt als später, denn da wäre China noch stärker und die Kosten für die USA wären noch höher.
    Meine Einschätzung:

    Es kann funktionieren, dass China aus der Bahn geworfen wird.

    Die entscheidende Frage ist dann aber:

    Gelingt es der chinesischen Führung MIT dem MILITÄR, das Land TROTZDEM zusammenzuhalten oder fällt es auseinander und dauerhaft neue Staaten entstehen? Letzteres erscheint mir nicht völlig ausgeschlossen.

    Wenn China, selbst ein abgestürztes China, ein Land bleibt, würde das geopolitische Ziel verfehlt werden. Es würde zu immens hohen, nicht annähernd auszumalenden Kosten lediglich etwas Zeit – je nach Sichtweise – gewonnen bzw. verloren gegangen sein.
    Denn die DETERMINANTE, an der alles hängt im „Spätkapitalismus“, ist der MARKT bzw. die Nachfrage.
    Was das betrifft, ist China UNSCHLAGBAR in der Welt, solange jedenfalls, wie es ein China gibt.

    Dennoch auch nicht die kleineren, aber AKUTEREN Krisenherde aus den Augen verlieren:

    Zum einen ist das die mögliche Destabilisierung des Iran durch nationale Unruhen. Auch hier stimmen die Voraussetzungen: Handelsembargo, hohe Inflation und Abwertung der Währung.

    Zum anderen ist die Türkei zu beachten, wo zwar immer noch ein hohes Wachstum zu verzeichnen ist, aber miti hoher Auslandsverschuldung, hoher Inflation und Abwertung der Währung die Zutaten für eine Krise vorhanden sind.

    Beide Länder werden MASSIV von den USA bedrängt, auch hier arbeitet man auf Destabilisierung hin.
    Und für beide Länder gilt:

    Sie liegen vor der Haustür Europas.

    Ach ja, beinahe übersehen:

    Ein UNKONTROLLIERTER Brexit rückt immer näher.

    Damit sind wir dann schon wieder bei den Problemen, die uns DIREKT betreffen.

    Antworten
    • Dieter Krause sagte:

      China ist seit 2.500 Jahren Nationalstaat – wohl derjenige mit der längsten Geschichte! Die Kommunistische Partei Chinas wird durch Trumps Zollverrückt-heiten aber wohl kaum aus der Bahn geworfen werden – eventuell wird dort nur der Präsident Xi Jinping ausgetauscht! Weil die Chinesen viel zu große Angst vor dem politischen Chaos danach haben. Im übrigen kann ein autoritäres Regime wie in China im Notfall auch einfach Schulden einkassieren oder? Dann müssen eben bestimmte Kredite nicht zurückgezahlt werden. Wenn das schon Demokratien wie Japan geht – dann doch wohl auch in Autokratien wie China oder?

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Dieter Krause

        Ich hatte gesagt:

        „Es kann funktionieren, dass …“ und nicht „es wird funktionieren, so dass …“.

        Sie dagegen meinen, „es wird nicht funktionieren, so dass nicht …“

        Ich glaube, dass ich mich nicht so entschieden festgelegt habe wie Sie.

        Wir werden sehen, gewiss ist aber, dass die chinesische Politik vor schwierigen Entscheidungen steht angesichts der Tatsache, dass das Land große wirtschaftliche Probleme hat, sehr vom Export abhängt und Trump offensichtlich nicht locker lässt.

  2. Dietmar Tischer sagte:

    Habe erst jetzt gesehen, dass ich weit zurückliegend zu einem anderen Thema angesprochen wurde. Ich erlaube mir, hier O.T. darauf wie folgt zu antworten, zumal das Thema schnell wieder aktuell werden kann, insbesondere italienische Banken betreffend, und zeigt, welche SPIELRÄUME die EZB auf UNDURCHSICHTIGE Weise nutzen kann.

    @ Michael Stöcker

    >Nicht der Bank of Greece wurde ein Notkredit gewährt – wozu auch, wenn sie selber darüber ent-scheiden kann, was als Collateral akzeptiert wird – sondern die BoG hat den griechischen Geschäftsbanken solche Notkredite gewährt.

    Danke für die Richtigstellung.

    Ich habe mich falsch ausgedrückt, denn einer Zentralbank müssen keine Kredite GEWÄHRT werden.

    Es ist m. A. n. aber richtig, dass die BoG den griechischen Banken 2015 die Notkredite nicht EIGENSTÄNDIG hätte gewähren können, wenn die Verantwortlichen der EZB es ihr nicht gestattet hätten.

    Denn die Regeln der EZB besagen, dass INSOLVENTEN Geschäftsbanken keine Kredite gewährt werden dürfen von den Notenbanken.

    Es musste zumindest eine Meinung bezüglich der griechischen Geschäftsbanken bei der EZB – und eben nicht nur bei der BoG – gegeben haben.

    Das war auch letztlich die Kontroverse zwischen Hellwig und Sinn/Fuest, die Sie vermutlich kennen:

    Sinn/Fuest:

    keine Notkredite an griechische Banken, WEIL diese insolvent sind. Begründung für die Insolvenz war, dass die Eigenkapitalerfordernisse NUR durch Steuergutschriften des griechischen Staats, der aber pleite sei und die daher nichts wert seien, gedeckt sind.

    Hellwig: kann ich nicht ausschließen, aber ist es besser, die griechischen Banken pleitegehen und die Eurozone zerfallen zu lassen (mit desaströsen Folgen), als den Banken die Kredite zu gewähren?

    Mein Urteil damals und heute:

    Hier begeht Hellwig den Kategorienfehler, wenn er in der Diskussion die RECHTLICHE Ebene verlässt und auf REALWIRTSCHAFTLICHE Umstände verweist. Umgekehrt ist es in der Target2-Debatte.

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      „Denn die Regeln der EZB besagen, dass INSOLVENTEN Geschäftsbanken keine Kredite gewährt werden dürfen von den Notenbanken.“

      Das Problem ist aber: Wann ist eine GB insolvent. Die GB kann notfalls ebenfalls notleidende Kredite ad infinitum prolongieren. Und auch die Bundesbank hatte sich 2009 mittels ELA an der „Rettung“ der HRE mit 20 Mrd. beteiligt: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Finanzstabilitaetsberichte/2009_finanzstabilitaetsbericht.pdf?__blob=publicationFile Seite 36.

      „Hier begeht Hellwig den Kategorienfehler, wenn er in der Diskussion die RECHTLICHE Ebene verlässt und auf REALWIRTSCHAFTLICHE Umstände verweist.“

      Aufgabe des ESZB ist es gem. Art. 127 Abs. 2 AEUV unter anderem, „das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.“ Auch dies ist die rechtliche Ebene. Wer ELA verweigert, der verstößt zugleich gegen den freien Kapitalverkehr. Es ist also nicht unbedingt ein Verlassen der rechtlichen Ebene, sondern eine Abwägung von unterschiedlichen Rechtsnormen.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Das Problem ist aber: Wann ist eine GB insolvent. Die GB kann notfalls ebenfalls notleidende Kredite ad infinitum prolongieren.>

        Das muss abgestellt werden.

        Banken müssen an die Kandare genommen werden:

        Das Equity Ratio (Eigenkapital im Verhältnis zu den risikogewichteten Vermögenswerten) greift nicht so weit wie das Leverage Ratio (Eigenkapital im Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme), die auch Kredite einbezieht und daher das BESSERE Risikomaß ist.

        Bei vorgegebenem Leverage Ratio kann die Bank nicht ad infinitum prolongieren – es sei denn, das Eigenkapital wird erhöht. Das würde garantiert nicht ad infinitum erfolgen.

        >Aufgabe des ESZB ist es gem. Art. 127 Abs. 2 AEUV unter anderem, „das reibungslose Funktionie-ren der Zahlungssysteme zu fördern.>

        Richtig.

        ABER:

        Das heißt nicht, dass es Aufgabe ist, das reibungslos Funktionieren der Zahlungssysteme unter überschuldeten Banken zu fördern.

        Überschuldete Banken MÜSSEN abgewickelt werden, die Behörde, die dafür verantwortlich ist, gibt es.

        Auch wenn sie überschuldet sind, werden Banken aus politischen Gründen nicht abgewickelt – siehe italienische Banken, die der Staat mit Eigenkapital versorgt hat –, um einen Aufstand der nationalen Gläubiger, die Anleihen der betreffenden Banken besitzen, zu verhindern.

        Haben sie SO hinreichend NEUES Eigenkapital erhalten, sind die Banken nicht mehr überschuldet und das ESZB braucht ELA nicht mehr zu verweigern, weil „nur“ ein Liquiditäts-, aber kein Überschuldungsproblem vorliegt.

        Fazit:

        >Es ist also nicht unbedingt ein Verlassen der rechtlichen Ebene, sondern eine Abwägung von unter-schiedlichen Rechtsnormen.>

        Das ist falsch.

        Es ist nicht Abwägung, sondern MISSBRAUCH auf der rechtlichen Ebene – mit „Hintertürchen“ kunstvoll für die oben dargelegten Staatseingriffe abgesichert –, der dem ESZB ERMÖGLICHT, Überschuldungsprobleme als Lquiditätsprobleme zu WERTEN und somit „das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern“.

        Kurzum:

        Das Verschuldungsproblem gerade des Bankensektors ist trotz gewisser Stabilisierungsmaßnahmen immer noch so immens, dass die geltenden Regeln außer Kraft gesetzt werden MÜSSEN, um den Systemzusammenbruch zu vermeiden.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Überschuldete Banken MÜSSEN abgewickelt werden, die Behörde, die dafür verantwortlich ist, gibt es.“

        Schon richtig; aber so etwas geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein sehr langwieriger Prozess der sich über viele Jahre hinzieht.

        „Es ist nicht Abwägung, sondern MISSBRAUCH auf der rechtlichen Ebene – mit „Hintertürchen“ kunstvoll für die oben dargelegten Staatseingriffe abgesichert –, der dem ESZB ERMÖGLICHT, Überschuldungsprobleme als Lquiditätsprobleme zu WERTEN und somit „das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern“.“

        Ich bleibe bei meiner Einschätzung der Abwägung, da eine Einschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit völlig unkontrollierbare Kettenreaktionen auslösen kann.

        „Das Verschuldungsproblem gerade des Bankensektors ist trotz gewisser Stabilisierungsmaßnahmen immer noch so immens, dass die geltenden Regeln außer Kraft gesetzt werden MÜSSEN, um den Systemzusammenbruch zu vermeiden.“

        Ja, wir sind uns hier letztlich einig.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ja, wir sind uns hier so gut wie einig.

        Ich will nur noch Folgendes dazu sagen:

        Klar, Insolvenzen nehmen Teilnehmer aus dem Markt.

        Das ist ja auch der Sinn von Insolvenzen.

        Durch Liquiditätsversorgung die Insolvenz vermeiden – warum?

        Meinem Verständnis nach geschieht dies, um das System politisch und wirtschaftlich nicht zu gefährden.

        Daher versorgt der Staat Banken mit Eigenkapital und können ELA-Kredite gewährt werden.

        Die Rechtskonstrukte erlauben dies zwar – zur Not auch durch Interpretation der Sachverhalte –, letztlich aber ist es vergeblich, wenn sich realwirtschaftlich sich nichts Grundlegendes ändert.

  3. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Wir Deutschen sind bei dem Thema wiedermal sehr blauäugig.“

    Das kann man so unterschreiben, aber trifft den Kern nicht ganz m.E., denn das Thema kann man nicht isoliert von den anderen Politikfeldern betrachten. So wenig wir kapieren, dass die Chinesen für Technologieentwicklungen einen nationalen strategischen Preis zahlen, so wenig kapieren wir, dass wir gerade einen nationalen strategischen Preis für die Duldung von Migranten zahlen, die eigentlich keine Asylberechtigen sind. Es läuft auf eine einfache Frage hinaus: Wollen wir den deutschen Nationalstaat dauerhaft aufheben oder nicht? Wenn ja, ist es auch nicht blauäugig. Und es gibt viele, die so ticken. Wenn nein, dann ist es blauäugig, aber dann ist der Technologietransfer nur ein kleiner Teil des Spektrums an Blauäugigkeit.

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