Der Krieg ist nur einer der Gründe für die hohe Inflation

Zweistellige Inflationsraten sind weder in den USA noch in der Euro-Zone auszuschließen. Viele Ökonomen dürften froh sein, mit dem Krieg in der Ukraine eine Erklärung für den von ihnen nicht vorhergesehenen Preisanstieg zu haben. Dabei stiegen die Preise schon vor dem russischen Angriff: im Februar auf Jahresbasis um 7,9 Prozent in den USA und um 5,9 Prozent in der Euro-Zone.

Vor allem keynesianisch-orientierte Ökonomen verkennen die Bedeutung des Geldmengenwachstums für die Inflationsentwicklung. Keynesianer sehen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage als die entscheidende Größe für Produktion und Beschäftigung an.

Dabei darf es niemanden wundern, dass sich Wachstumsraten der Geldmenge M3 von über 40 Prozent in den USA und 18 Prozent in der Euro-Zone seit Februar 2020 in den Preisen niederschlagen.

Zu M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Eine stark anziehende Geldmenge kann Volkswirten zufolge auf mittlere bis lange Sicht Anzeichen für eine steigende Inflation sein.

Obwohl die Inflation viele Ökonomen überrascht hat, halten sie an der Vorstellung fest, dass sie vorübergehend sei, und warnen vor einer Straffung der Geldpolitik. Für diese Sicht spricht das abnehmende Wachstum der Geldmengen.

Politik verstärkt Trend zu höheren Preisen

Allerdings gewinnen andere Inflations-Erklärungsansätze an Bedeutung: Angespannte Arbeitsmärkte erzeugen Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer und damit höhere Löhne, die Kosten von Energie und Rohstoffen als Produktionsfaktoren steigen spürbar, auch – aber nicht allein – wegen des Krieges.

Die Nachfrage nach Bankkrediten zieht an, vor allem in den USA. Die Alterung der Gesellschaft führt zu einer höheren Abhängigkeitsquote, und der Trend zur Globalisierung ist nicht nur gestoppt, sondern kehrt sich um.

Ist es für eine Notenbank sinnvoll, sich gegen solche Inflationstendenzen zu stemmen? Historisch gesehen lautet die Antwort: Ja. Von 1973 bis 1975 stiegen die Preise in Großbritannien um 57 Prozent, in der Bundesrepublik nur um 21 Prozent, obwohl der Ölpreisschock beide Länder traf. Die Bundesbank hat damals früher und konsequenter gegengehalten.

Leider spricht nichts dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) sich an diesem Vorbild orientieren wird. Dagegen spricht eine Geldpolitik, die mehr auf die günstige Finanzierung von Staatsdefiziten als auf die Stabilität der Währung ausgerichtet ist.

Die Politik verstärkt den Trend zu höheren Preisen noch. Ständig werden neue Ausgabenprogramme auf Kredit beschlossen und den Bürgern die Kosten der Energiewende immer offener aufgebürdet. So mag die Wärmepumpenpflicht ab dem Jahr 2024 zu einem geringeren Energiebedarf führen, doch woher sollen die Fachkräfte kommen, um die erforderliche Zahl von Anlagen einzubauen?

Das Ergebnis ist Stagflation: Die Nachfrage nach vielen Gütern sinkt, weil der Privatsektor netto weniger Geld zur Verfügung hat. Die Preise steigen dennoch, weil das, was nachgefragt werden muss, knapp ist. Wie praktisch, wenn man dann alles auf den Krieg in der Ukraine schieben kann. In Wahrheit ist es die Politik, die zu einer Verarmung der Mitte führt. Das ist kein Programm für soziale Stabilität.

handelsblatt.com: “Der Krieg ist nur einer der Gründe für die hohe Inflation”, 1. April 2022

Kommentare (46) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Michael Stöcker

    Sie:

    >Ich frage mich ernsthaft, warum Sie sich solche Mühe machen, in eine konstruktive Diskussion einzusteigen, um nur 3 Stunden später wieder alles zunichte zu machen.>

    Wissen Sie, was ich mich ernsthaft frage?

    Ich frage mich, was Ihr VERSTÄNDNIS ist, eine KLÄRUNG herbeizuführen.

    Sie verstehen es NICHT so, wie es erprobter, akzeptiert und daher unstrittiger STANDAR derer ist, die sich damit auf oberstem Niveau beschäftigen.

    Das ist erst einmal nur eine Behauptung, die richtig oder falsch sein kann.

    Meine Begründung, warum ich sie für richtig halte:

    Sie haben eine Meinung geäußert, hier dazu, WAS Inflation ist.

    Denn Sie haben gesagt:

    >Inflation ist IMMER ein monetäres Phänomen> (4. April, 11:47)

    Ich nehme dies ERNSTHAFT zur KENNTNIS, ohne es besser zu wissen.

    Ich frage mich im Sinne von KLÄRUNG, ob DIESE Aussage richtig ist oder falsch ist.

    Wenn sie falsch sein sollte, muss ich einen Fall finden, in dem es KEIN monetäres Problem ist.

    Finde ich keinen, bleibt Ihre Aussage als eine stehen, die als richtig zu gelten hat.

    Das ist EINFACHSTE Logik.

    Ich habe m. A. n. eine gefunden und gesagt:

    >Bei GLEICHBLEIBENDER Geldmenge und Nachfrage, aber ABNEHMENDEM Güterangebot gibt es Inflation, i. e. ERHÖHUNG der Preise.> (4. April, 14:13)

    Für eine KONSTRUKTIVE, auf KLÄRUNG zielende Diskussion MÜSSTEN Sie auf DIESE Aussage eingehen und Ihrerseits anerkennen, dass der dargelegte Fall Sie widerlegt ODER begründen, warum er das nicht leistet, etwa mit:

    Da GIBT es ein monetäres Phänomen, das auf das abnehmende Güterangebot reagiert, auch wenn sich die Geldmenge nicht geändert hat.

    oder:

    Bei gleichbleibender Geldmenge und Nachfrage sowie abnehmenden Güterangebot gibt es KEINE Inflation.

    oder: …

    Nichts davon.

    Stattdessen verlinken Sie die Federal Reserve Bank of Cleveland mit einem Papier zum UNTERSCHIED von relativen Preisen und Inflation.

    Dies IST KEINE ANTWORT auf meine Entgegnung.

    Deshalb kann mit Ihnen KEINE konstruktiv klärende Diskussion zustandekommen.

    Versuchen Sie einfach einfach mal, dies zu verstehen.

    Sie habe eine Hochschule besucht und mit Examen abgeschlossen.

    Ich frage mich, ob da nur reingetrichtert wurde oder auch GELEHRT wurde, WIE man etwas KLÄRT.

    Sich einander mit Kram aus dem Trichter zu bewerfen, klärt nichts.

    Für einen netten Meinungsaustausch bin ich jedenfalls nicht an diesem Blog.

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Dietmar Tischer

      „Sich einander mit Kram aus dem Trichter zu bewerfen, klärt nichts.“

      Da haben Sie absolut Recht. Ich frage mich allerdings, warum Sie es dann aber unablässig tun?

      „Für einen netten Meinungsaustausch bin ich jedenfalls nicht an diesem Blog.“

      Da sind wir uns einig. Der Meinungsaustausch sollte aber im gegenseitigen Respekt stattfinden. Diese Grenze überschreiten Sie leider immer wieder. Auf dieser Basis habe ich kein Interesse an einer zielführenden Klärung.

      Machen Sie was draus oder eben auch nicht. Your choice.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Schon wieder Ihre Masche.

        Ich habe PUNKTGENAU auf IHRE Behauptung hin geantwortet:

        >Bei GLEICHBLEIBENDER Geldmenge und Nachfrage, aber ABNEHMENDEM Güterangebot gibt es Inflation, i. e. ERHÖHUNG der Preise.> (4. April, 14:13)

        WARUM haben Sie DARAUF nicht ebenso geantwortet?

        Wenn Sie eine produktive Diskussion wollen, hätten Sie dies tun MÜSSEN.

        Und jetzt dazu, ob das so sein sollte oder nicht, i. e. zur Logik der Argumentation:

        NULL, KOMMA, NULL.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Sie verstehen es NICHT so, wie es erprobter, akzeptiert und daher unstrittiger STANDAR derer ist, die sich damit auf oberstem Niveau beschäftigen.“

        „Sie habe eine Hochschule besucht und mit Examen abgeschlossen.

        Ich frage mich, ob da nur reingetrichtert wurde oder auch GELEHRT wurde, WIE man etwas KLÄRT.“

        „Verstehen Sie doch einmal M. Stöcker:

        Für den ist sonnenklar, dass die EZB irgendeinen Unsinn als Fakt anerkennt, denn dort gibt es nur Idioten.

        Merke:

        KEINER, aber wirklich auch keiner außer M. Stöcker heute und ehemals Kopernikus verstehen etwas von Geld.“

        Und jetzt das hier:

        „Schon wieder Ihre Masche.“

        Leider NICHTS draus gemacht. Ich lasse Ihnen aber wie immer gerne das letzte Wort. Mir reicht’s mal wieder.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        SIE müssen etwas draus machen, NICHT ich.

        DENN Sie haben sich GEWEIGERT, auf meine Frage zu antworten.

        Bestenfalls, da sind Sie dann aber schon für Ihr Verhältnisse besonders gut, kommt nur noch:

        >We agree that we disagree.>

        KLÄREN, nicht rumschwätzen!

        Das heißt:

        Wenn ich sage ist falsch, WEIL …, muss von Ihnen kommen „Sie liegen falsch, WEIL …

        Das können Sie NICHT.

        Ihre Antworten beweisen es IMMER WIEDER.

        Aber Spitzenniveau im Verlinken, na klar, ist wenigstens etwas, wenn sonst nicht viel ist.

  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Christian Anders

    Vielen Dank für Ihren Intermediationsversuch. Leider war dieser nicht erfolgreich, wie die Antwort von Herrn Tischer bezeugt. Er beharrt weiterhin auf der fachlich falschen Messung der Inflation mittels des CPI. Es ist zwar heutzutage gängig Praxis, dies so zu tun, aber ich hatte argumentativ dargelegt, warum dieser Ansatz verfehlt ist; insbesondere, wenn man diesen Ansatz sodann für geldpolitische Entscheidungen verwendet. Er ist zudem falsch, wenn man sich mit den Anfängen der Inflationstheorie befasst, die vor genau 500 Jahren begann; und zwar im Landtag der westpreußischen Stände zu Graudenz, wo Nikolaus Kopernikus seine geldtheoretischen Überlegungen aus dem Jahre 1519 persönlich vortrug: http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a021096.pdf

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      Inflation war, ist und bleibt ein monetäres Phänomen und sollte deutlich abgegrenzt werden von den sonstigen Gründen, die zu TEMPORÄREN Preissteigerungen führen können. Erst dann, wenn auf diese Änderungen der relativen Preise die Gewerkschaften PERMANENT mit überzogenen Lohnforderungen reagieren, kann es zur Lohn-Preis-Spirale kommen, was folglich zu einer Perpetuierung der Preissteigerung führt. Diese kontinuierlichen Preissteigerungen müssen sodann kontinuierlich finanziert werden (=Kreditexpansion). Folge: Aus einer ursprünglichen Änderung der relativen Preise wurde eine sich verstetigende Inflation.

      Dies war auch der Fehler in den 70er Jahren, als man meinte, eine Änderung der relativen (Öl)Preise ließe sich durch Lohnrunden kompensieren. Das ging damals in die Hose und wird auch dieses Mal nicht gelingen. Aber vielleicht haben die Gewerkschaften ja dazu gelernt.

      Weitere inflationäre Ursachen sind eine zu starke private Kreditexpansion (siehe Spanien bis 2007) oder aber der altbekannte staatliche Kreditboom; ob nun über die Geschäftsbanken, die Zentralbank oder wie seinerzeit über eine Münzverschlechterung ist dabei letztlich egal, da das Ergebnis immer das gleiche sein wird: Inflation!

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Michael Stöcker

        “…, da das Ergebnis immer das gleiche sein wird: Inflation!”

        Wie sehen Sie auf der Grundlage Ihrer ökonomischen Grundauffassungen die nächsten Jahre im Hinblick auf die gegenwärtige Situation: Inflation, Deflation oder sonst irgendetwas? Die Deflationen waren ja in der historischen Betrachtung das Kennzeichen aller bisherigen ökonomischen Entwicklungen.

        “Die Inflationsangst wird sich in ein paar Jahren, vielleicht schon eher, als ein fürchterliches Märchen herauskristallisieren.”

        https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=604475

        @Weiners Satz in dem Faden: “Das, was sich entwickeln wird, ist jenseits rationalen Denkens und Begreifens.” lässt sich m. E. nur mit der hermetischen Deutung der debitistischen Abläufe verstehen.

        Was denken Sie, wie es weitergeht?
        LG JS

      • PW
        PW sagte:

        @Michael Stöcker

        Was soll jetzt das Insistieren auf der Ihrer eventuell korrekten Inflationsdefinion?
        Tatsache ist, dass die EZB nur noch dann, und mit Widerstand, ihrem Auftrag folge leisten wird, wenn eine festgestellte ‚nicht temporäre‘ Inflation als Fakt anerkannt werden muss.
        Mit Ihrer Argumentation stützen Sie schlicht die Sichtweise, dass bevor das Kind im Brunnen zweifelsfrei tot ist, ein konsequentes Handeln nicht notwendig sei.

        Evtl. ein Konsens, Inflationsgefahr ist und bleibt ein monetäres Phänomen.

        Und jetzt: der Geldüberhang besteht und ist gigantisch. Die obige Argumentation ist unstimmig, eine Kreditexpansion ist für den Anlauf einer ‚verstetigenden Inflation‘ nicht nötig. Im Angesicht der vorweggenommenen Kreditexpansion (und des Corona-Helikoptergeldtoppings) haben Sie unversehens nachfragewirksames Geld bevor sich die jeweiligen Parteien überhaupt zur gefürchteten Preis-Lohn-Spirale positioniert haben.

      • PW
        PW sagte:

        PS: Corona-Helikoptergeldtopping=direkt nachfragewirksames Geld ohne Wertschöpfung = direkte Inflation.
        Das Geld ist im lange Umlauf, der Schuldendienst wird zu keiner Zeit erbracht.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ PW

        >Tatsache ist, dass die EZB nur noch dann, und mit Widerstand, ihrem Auftrag folge leisten wird, wenn eine festgestellte ‚nicht temporäre‘ Inflation als Fakt anerkannt werden muss.>

        Das denken SIE.

        Verstehen Sie doch einmal M. Stöcker:

        Für den ist sonnenklar, dass die EZB irgendeinen Unsinn als Fakt anerkennt, denn dort gibt es nur Idioten.

        Merke:

        KEINER, aber wirklich auch keiner außer M. Stöcker heute und ehemals Kopernikus verstehen etwas von Geld.

        Ernsthaft:

        >Die obige Argumentation ist unstimmig, eine Kreditexpansion ist für den Anlauf einer ‚verstetigenden Inflation‘ nicht nötig.>

        Richtig.

        Oder auch so, wie ich es gesagt habe:

        Bei GLEICHBLEIBENDER Geldmenge, i. e. keiner Kreditexpansion und keiner Nachfragesteigerung, aber ABNEHMENDEM Güterangebot gibt es Inflation, i. e. ERHÖHUNG der Preise.

        Klar, das Güterangebot müsste auf einer SIGNIFIKANTEN Basis abnehmen über Zeiträume, denn ich bestreite überhaupt nicht, dass es temporäre, und punktuelle Preissteigerungen gibt aufgrund von „constantly changing demand conditions“.

        Was signifikant ist, legt der Warenkorb fest.

        Das ist auch vernünftig, weil der Warenkorb RELEVANT für die Lebenskosten ist, auch wenn er den durchschnittlichen Konsumentenverbrauch nicht exakt festlegt.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Johann Schwarting

        Nach einer 1-2 jährigen Phase hoher Preissteigerungen werden wir mAn wieder die Zielinflation unterschreiten; und zwar trotz Demografie sowie hoher Staatsausgaben. Japan war, ist und bleibt bis auf weiteres die Blaupause für reife Industriegesellschaften. Wer anderer Meinung ist, der geht davon aus, dass sich die übergroße Mehrheit der Marktteilnehmer fundamental irrt. Jeff Snider thematisiert dies seit Anfang dieses Jahres. Jetzt bekommen es allmählich auch andere auf die Reihe; weniger bei der bto brrrrrrr-Fraktion, dafür aber z. B. hier: https://www.godmode-trader.de/artikel/kurvendiskussion-im-rentenmarkt,10933603

        Ich vermute/hoffe mal, dass dies auch die Einschätzung bei der EZB ist und sie von daher nicht den gleichen Fehler machen wird wie die Fed.

        @ PW

        Falls Sie dieser Einschätzung zur Preisentwicklung folgen, dann können Sie vielleicht auch nachvollziehen, warum die EZB die Zinsen – wenn überhaupt – nur geringfügig erhöhen sollte. Denn wir haben es nicht mit Inflation zu tun. Diese wäre ein längerfristiges Phänomen, was sich sodann in den Zinsstrukturkurven widerspiegeln würde.

        „Und jetzt: der Geldüberhang besteht und ist gigantisch.“

        Welchen Geldüberhang meinen Sie konkret? Wenn Sie auf die aufgeblähten ZB-Bilanzen abzielen, dann unterliegen auch Sie dem weit verbreiteten Irrtum, dass diese „verliehen“ werden könnten und somit eine reale Gefahr für die Preisniveaustabilität sein könnten. Das ist leider eine völlig verquere Sicht der Dinge, die vielleicht noch ansatzweise vor 70 Jahren galt, als wir tatsächlich noch überwiegend mit Zentralbankgeld (aka Banknoten und Münzen) gezahlt hatten.

        Die USA haben es in der Tat ein wenig übertrieben mit ihrer Staatsverschuldung; aber im Rest der Welt sieht es doch eher mager aus. Und die 100 Mrd. für die Bundeswehr werden doch auch nicht auf einen Schlag nachfragewirksam; und selbst wenn wir nochmals 100 Mrd. oben drauf packten, dann sind das immer noch relativ geringe Summen, wenn zugleich die private Kreditexpansion wegen ungewisser Zukunftsaussichten stagniert. Zudem bestimmt in einer stark vernetzten Welt insbesondere die Weltkreditexpansion die Weltinflation und somit auch die nationale Inflation. Und dann müssen diese Kredite auch noch für die Realwirtschaft verwendet werden und nicht nur das Asset-Universum befeuern.

        LG Michael Stöcker

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Ich frage mich ernsthaft, warum Sie sich solche Mühe machen, in eine konstruktive Diskussion einzusteigen, um nur 3 Stunden später wieder alles zunichte zu machen. Schade! Ihre Fragen weiter unten waren wirklich richtig gut.

      • Joerg
        Joerg sagte:

        hoi, hoi, Herr Stoecker,
        woher der Sinneswandel? Hier eine steile These aus dem von Ihnen verlinkten GMTrader Artikel:
        “Im aktuellen Umfeld ist zu vermuten, dass die UST-Kurve auch deshalb invertiert ist, weil die langfristigen Renditen infolge der vorangegangenen Wertpapier-Kaufprogramme der Fed „künstlich“ niedrig gehalten werden.”
        Die phoese Fed haelt also die langfristigen Renditen niedrig, deshalb also die Invertierung …
        LG Joerg

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Joerg

        Es gibt keinen Sinneswandel. Vermuten ist Vermuten ist Vermuten und somit mal wieder vermutlich FALSCH. Der Lackmusstest QT wird dies bestätigen.

        LG Michael Stöcker

      • PW
        PW sagte:

        @Michael Stöcker

        „Welchen Geldüberhang meinen Sie konkret? Wenn Sie auf die aufgeblähten ZB-Bilanzen abzielen, dann unterliegen auch Sie dem weit verbreiteten Irrtum, dass diese „verliehen“ werden könnten und somit eine reale Gefahr für die Preisniveaustabilität sein könnten.“

        Vielleicht fehlt mir das Wissen Ihre Argumentation hier zu verstehen.
        Was meinen Sie mit verliehen werden könnten? Zentralbankgeld sei ohne Geldschöfungsmultiplikator und Buchgeldschaffung unwirksam?

        Der Wandel zwischen Buchgeld und Zentralbankgeld ist doch nahtlos. Wenn die Bundeskasse eine Steuerzahlung kontiert. Wenn der Staat Rechnungen begleicht. Wenn zwischen Banken Überweiseungsbilanzen Netto auszugleichen sind. Und fürs Publikum explizit anschaulich bei Überweisungen innerhalb des Euro Auslands über das TARGET System.

        Wenn die EZB wie blöd Pfänder gekauft hat, wieso soll das geschaffene Geld nicht als Buchgeld im Publikum landen? Der Geldschöfungsmultiplikator ist bei den Mengen doch lediglich eine zusätzliche Gefahr…

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ PW

        „Was meinen Sie mit verliehen werden könnten? Zentralbankgeld sei ohne Geldschöfungsmultiplikator und Buchgeldschaffung unwirksam?“

        Buchgeldschaffung hängt nicht am Zentralbankgeld (ZBG). ZBG wird nur dann benötigt, wenn wir als Bürger unsere Buchgeldforderungen am Geldautomaten in Bargeld umwandeln wollen (hat somit keinen Einfluss auf M1/M2/M3 und zumeist auch keinen Einfluss auf M0 (= ZBG), da der Reservebestand der Geschäftsbanken hierfür in der Regel ausreicht.

        Sofern wir alle bargeldlos zahlen würden und sich die Banken ihre Salden untereinander kreditieren – so wie dies vor 2007 gängige Praxis war – dann benötigt niemand ZBG bzw. nur sehr sehr geringe Mengen. Die (Giral)Geldschöpfung wird auch nicht durch den sogenannten Geldschöpfungsmultiplikator beschränkt, sondern vielmehr durch die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Eigenkapitalanforderungen sowie die Liquidity Coverage Ratio (LCR) in Verbindung mit den High-Quality Liquid Assets (HQLA) nach Basel III. Und natürlich durch die Kreditwilligkeit der Bürger, der Unternehmen sowie der Staates.

        Sollte am Tagesende dennoch ein Saldo offen bleiben, der nicht über den Interbankenmarkt refinanziert werden kann, dann besorgt sich die Geschäftsbank ex post (also NACH der Kreditvergabe) die erforderlichen Reserven bei der Zentralbank. Im großen Stil kommt die ZB immer erst dann ins Spiel, wenn sich die Banken untereinander nicht mehr vertrauen (2007/2008) oder aber die Bevölkerung einen Bankrun startet. Und natürlich, wenn sie via QE ein RIESENGROßES Illusionstheater inszeniert.

        „Der Wandel zwischen Buchgeld und Zentralbankgeld ist doch nahtlos. Wenn die Bundeskasse eine Steuerzahlung kontiert. Wenn der Staat Rechnungen begleicht“

        Das gilt aber nur für den Staat, da dieser sein Konto bei der Zentralbank führt. Einen Einfluss auf die Geldmenge M1/M2/M3 gibt es insofern bei JEDER staatlichen Auszahlung (steigt) und Einzahlung (sinkt).

        „Wenn zwischen Banken Überweiseungsbilanzen Netto auszugleichen sind.“

        Geschieht ausschließlich im Geldkreislauf der Banken und hat keinen Einfluss auf die Geldmenge M1/M2/M3.

        „Und fürs Publikum explizit anschaulich bei Überweisungen innerhalb des Euro Auslands über das TARGET System.“

        Hat ebenfalls keinen Einfluss auf M1/M2/M3.

        „Wenn die EZB wie blöd Pfänder gekauft hat, wieso soll das geschaffene Geld nicht als Buchgeld im Publikum landen?“

        Weil die EZB diese ausschließlich einer exklusiven Schar von Geschäftsbanken abkauft und wir als Bürger nun mal kein Konto bei der EZB unterhalten können. Den Unterschied zwischen den zwei Geldkreisläufen hatte ich hier erläutert: https://zinsfehler.com/2021/08/31/qe-mythen/

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        „Der Geldschöfungsmultiplikator ist bei den Mengen doch lediglich eine zusätzliche Gefahr…“

        Die Story vom fraktionalen Reservesystem, das via Geldschöpfungsmultiplikator die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken ermöglicht und begrenzt, war, ist und bleibt eine Märchenerzählung, die nicht nur die Sinne der interessierten Laien vernebelt: https://zinsfehler.com/2014/09/04/bankmythen/

        LG Michael Stöcker

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Ich nehme zu Kenntnis, dass die MESSUNG der Inflation mittels CPI fachlich FALSCH sei.

      Dazu:

      a) Wir sind uns einig, dass die Messung der Inflation mittels CPI von der heutigen wissenschaftlichen Ökonomie so gut wie UNSTRITTIG ist – eben ANERKANNT gängige Praxis, wie Sie selbst sagen.

      b) Wenn Sie eine andere Auffassung haben, weil dieser Ansatz „argumentativ verfehlt“ sei – und selbstverständlich können sich ALLE außer IHNEN irren – wüsste ich gern, was IHRER ist.

      c) Sollte er auf dem mehrfach geäußerten „monetärem Phänomen“ beruhen, dann wüsste ich dazu bitte

      c1) Wie Sie Inflation DEFINIEREN, also Inflation ist „ xxx “.

      c2) Wie Sie Inflation demnach MESSEN.

      Zu ihrem Mechanismus:

      c3) Wenn der Beginn des Mechanismus, der ihren Ausführungen nach bei „temporären Preissteigerungen“ beginnt und zur Perpetuierung der offensichtlich temporären führt, geben Sie bitte ein KRITERIUM an für den Punkt, an dem die der Modus der Perpetuierung durch die Lohn-Preisspirale BEGINNT, also das, was Sie „verstetigende Inflation“ nennen.

      c4) Worin der UNTERSCHIED zwischen „temporären Preissteigerungen“ von WAS auch immer und den Preissteigerungen, die durch HÖHERE Löhne im Zug der Lohn-Preis-Spirale ausgelöst werden – auch nur EIN Inputfaktor und damit auch nur EIN relativer Preis, nämlich der für Arbeitskosten – besteht.

      Zur ABGRENZUNG der „weiteren inflationären Ursachen“:

      c5) Da es außer den Gewerkschaften auch ANDERE Akteure gibt, die für eine Änderung der temporären Preissteigerungen hin zu deren Perpetuierung sorgen, müssen auch sie einen Mechanismus haben, wenn es die Entwicklung von temporären Preissteigerungen zur Perpetuierung kommen soll. Welcher ist es UND wie unterscheidet sich der für die privatwirtschaftlichen Akteure und den Staat als Akteur?

      c6) Wie verhalten sich diese Akteure, die für private Kreditexpansion und staatlichen Kreditboom zuständig sind, Ihrem WIRKEN nach zur Lohn-Preis-Spirale der Gewerkschaften, d. h. setzen Sie auch bei temporären Preissteigerungen und laufen sie parallel dazu oder ist dies nicht der Fall?

      Antworten
  3. weico
    weico sagte:

    “@bto:Dagegen spricht eine Geldpolitik, die mehr auf die günstige Finanzierung von Staatsdefiziten als auf die Stabilität der Währung ausgerichtet ist.”

    Richtig.

    Gilt aber nicht nur für die Geldpolitik ..sondern POLITIK im Allgemeinen.

    Um nochmals den legendären Bankier Felix Somary zu zitieren:

    „Die Volkswirtschaft war mir nur ein Teil der Politik, und sie als den dominierenden anzusehen, erschien mir als der Fehler der letzten beiden Generationen.“

    Bald wird es wohl noch in mehreren anderen EU-Ländern 2-stellig..

    https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/PRC_HICP_MANR/default/table?lang=en&category=prc.prc_hicp

    Antworten
  4. Tom96
    Tom96 sagte:

    Es gilt hier nur noch eine Frage, wer hat zuerst den Mut und Fachverstand sowie die Ehrlichkeit, die Behandlung der Menschen, Völker, Nationen seit dem Wiener Kongress (vor 199 Jahren), der Gründung der FED 1913 (vor 99 Jahren und einem Jahr vor dem ersten Weltkrieg) als Bankensystem mit Doppelter Buchführung und Kreditwertberichtigung samt Schwarzen Konten/Kassen in all seinen Wirkungszusammenhängen zu erklären?
    Danke im Voraus!

    Antworten
  5. JürgenP
    JürgenP sagte:

    Richard Ott 4. APRIL 2022, 10:38
    “Den Einbau von Wärmepumpen im Altbau als Ersatz für Gas- oder Ölheizungen halte ich für schwer umsetzbar. Dazu ist das alte Wärmesystem mit in der Regel Heizkörpern nicht ausgelegt (…)“.

    Zur Info – Forschungsstand 2022:
    http://www.lowex-bestand.de/wp-content/uploads/2021/01/DKV_Vortrag_Kropp.pdf

    Ganz so mies sieht es technisch gesehen nicht aus. An den Heizkörpern müsste die Technik nicht scheitern. Aber die sonstigen Voraussetzung für rd. 6 Mio. funktionierende Wärmepumpen, wovon >80% im Gebäudebestand laufen müssten, sind nicht besonders günstig. Denn es fehlt, da haben Sie recht, u.a. in vielen Straßen noch das passende Stromkabel. Naja, man kann WP auch mit Gas befeuern …

    Antworten
  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Eine stark anziehende Geldmenge kann Volkswirten zufolge auf mittlere bis lange Sicht Anzeichen für eine steigende Inflation sein.>

    Kann, muss aber nicht.

    >Angespannte Arbeitsmärkte erzeugen Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer und damit höhere Löhne,>

    Ja, aber das ist NICHT die URSACHE für die jetzigen Inflationsraten, obwohl sie die Inflation treiben.

    >So mag die Wärmepumpenpflicht ab dem Jahr 2024 zu einem geringeren Energiebedarf führen, doch woher sollen die Fachkräfte kommen, um die erforderliche Zahl von Anlagen einzubauen?>

    Richtig, aber eben erst SPÄTER:

    Abgesehen davon, dass die Wärmepumpe ein Stromfresser ist, fehlen im Installationshandwerk mit einem durchschnittlichen Auftragsbestand für 14 Wochen Beschäftigung bereits heute 40.000 Installateure und weitere 60.000 werden gebraucht, um die Umstellung der Heizungen ab 2024 zu bewerkstelligen.

    So fährt man ein Land an die Wand:

    In Berlin Gesetze machen, die in der Praxis nicht umsetzbar sind, die Leute verunsichern und die Inflation treiben!

    >… die Kosten von Energie und Rohstoffen als Produktionsfaktoren steigen spürbar, auch – aber nicht allein – wegen des Krieges.>

    Ja, das ist TEIL der Erklärung, aber nicht die ganze.

    Gerissene Lieferketten und Logistikprobleme (Containerschiffe können nicht entladen und beladen werden) haben das ANGEBOT verknappt.

    Das hat NICHTS mit der Geldmenge oder der EZB zu tun.

    >Die Politik verstärkt den Trend zu höheren Preisen noch>

    EINDEUTIG: JA – und wie:

    Regierung/der Staat MÜSSEN die Bürger alimentieren, weil sie andernfalls die AKZEPTANZ der Bürger verlieren.

    Denn in den Demokratien entwickelter Volkswirtschaften erfordert der AKZEPTANZERHALT die ANSPRUCHSERFÜLLUNG der Bürger.

    Daher werden Programme für nahezu flächendeckende Unterstützung aufgelegt und die Rentner erhalten über 5 % mehr.

    Politiker sagen zwar, dass der Krieg uns alle ärmer macht, was richtig ist, aber NICHT heißten darf:

    Bürger des Landes, wir überlassen Euch der Armut und wenn wir Euch nicht unterstützen, dann nimmt die Armut auf tieferem Niveau sogar ab, weil die Inflation durch fehlende staatliche Unterstützung ausgebremst wird.

    Das ist die REALITÄT.

    Die ÖKONOMIE:

    Wenn das Güterangebot fällt, dann muss auch die NACHFRAGE deutlich ZURÜCKGEHEN, wenn man Inflation ausschalten will.

    Klarer als Prof. H.-W. Sinn es gestern gesagt hat, kann man es nicht sagen.

    Realität siegt über Ökonomie.

    Heißt:

    Die Inflation wird TENDENZIELL hoch bleiben.

    Und man kann es ja mal austesten:

    Die Inflation beträgt in der Türkei 61% – da, sollte doch bei uns ein kleine zweistellige Zahl machbar sein, zumal bei der Staatsverschuldung noch viel „Luft nach oben“ ist. 😉

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “So fährt man ein Land an die Wand: In Berlin Gesetze machen, die in der Praxis nicht umsetzbar sind, die Leute verunsichern und die Inflation treiben!”

      Hehe, aber “das Geld” ist doch da, der Staat kann jederzeit neue Anleihen begeben, die dann nach kurzer Schamfrist von der EZB aufgekauft werden und so kann unsere Regierung auch noch das schwachsinnigste Wärmepumpenpgrogramm finanzieren. (Was noch lange nicht bedeutet, dass der Staat es daraufhin auch *umsetzen* kann…) Wieso soll das kein “Geld drucken” sein, wie Sie neuerdings behaupten? (Siehe Ihr Italien-Szenario von vor ein paar Tagen) Weil es größtenteils elektronisch geschieht und kaum Geldscheine gedruckt werden?

      “>… die Kosten von Energie und Rohstoffen als Produktionsfaktoren steigen spürbar, auch – aber nicht allein – wegen des Krieges.>
      Ja, das ist TEIL der Erklärung, aber nicht die ganze. Gerissene Lieferketten und Logistikprobleme (Containerschiffe können nicht entladen und beladen werden) haben das ANGEBOT verknappt. Das hat NICHTS mit der Geldmenge oder der EZB zu tun.”

      Was glauben Sie wohl, was passiert, wenn der Staat den Leuten genauso viel oder sogar noch mehr Geld fürs zu Hause herumsitzen zahlt wie sie mit arbeiten verdienen können? Wird das das Angebot eher verknappen oder ausweiten?

      “Shocking Study Finds Paying People Not To Work Makes People Not Want To Work
      Amid shockingly low job numbers released today, the study suggested that some of that low unemployment was due to the government sending everyone more money than they would have made out working a job. Some smart expert analysts are seeing a connection between incentivizing people to stay home and them staying home.”

      https://babylonbee.com/news/shocking-study-finds-paying-people-not-to-work-makes-people-not-want-to-work
      [Ich weiß, das ist eine Witzseite, aber vielleicht überzeugt der Artikel Sie ja…]

      Genau das ist in der Coronakrise passiert, in den USA in manchen Bundesstaaten sogar so extrem dass es sich finanziell lohnte, seinen Job zu kündigen und zu Hause zu bleiben anstatt weiter zu arbeiten – und alles finanziert mit dem “Geld drucken”, das Sie nicht so nennen wollen.

      “Die Inflation beträgt in der Türkei 61% – da, sollte doch bei uns ein kleine zweistellige Zahl machbar sein, zumal bei der Staatsverschuldung noch viel „Luft nach oben“ ist.”😉

      Jaja, zwinker zwinker. Ich hab Ihnen doch auch schon versucht, zu erklären, dass Sie sich mit diesen Türkei-Vergleichen in ganz gefährliche Untiefen begeben.

      Glauben Sie auch, Scholz wird irgendwann weggeputscht und aufgehängt so wie damals in der Türkei der Regierungschef Menderes? 😉

      Antworten
  7. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    „Vor allem keynesianisch-orientierte Ökonomen verkennen die Bedeutung des Geldmengenwachstums für die Inflationsentwicklung.“

    Und ALLE wissen nicht so recht, wie dieses Geldmengenwachstum zu bestimmen ist (Stichwort Eurodollar). Von daher sind ALLE monetaristischen Konzepte veraltet (insbesondere M0 mit dem unseligen Geldschöpfungsmultiplikator, der auch gestern noch zu ganz fundamentalen Fehlinterpretationen durch HWS im Podcast geführt hatte) und bedürfen einer dringenden Nachbereitung. Dann lösen sich auch viele Irrtümer über die Inflationstreiber der 70er Jahre sowie den Volcker-Mythos als DER Inflation-Fighter auf. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, da Interviews mit Ökonomen von gestern lediglich das monetäre Wissen von vorgestern wiederkäuen.

    Und noch ein Hinweis sei erlaubt: Inflation ist IMMER ein monetäres Phänomen (inflare = Aufblähung der Geldmenge). Insofern KANN ein steigender CPI ein inflationäres Phänomen sein, MUSS es aber nicht. Aktuell liegt KEIN/vernachlässigbares monetäres Phänomen vor, sondern vielmehr eine ÄNDERUNG DER RELATIVEN PREISE aufgrund politischer Ereignisse sowie Unterbrechungen der Lieferketten. Das sind aber alles KEINE monetären Effekte.

    Leider wird der Inflationsbegriff mit dem CPI gleichgesetzt. Dadurch kommt man dann zu solch irren Empfehlungen/Entscheidungen, ein nicht-monetäres Phänomen mit geldpolitischen Instrumenten zu bekämpfen. Einfach noch mal bei diesem Punkt beim letzten Original nachhören: https://macromusings.libsyn.com/39-allan-meltzer-on-the-monetarist-counterrevolution-and-economic-reforms

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      “Aktuell liegt KEIN/vernachlässigbares monetäres Phänomen vor, sondern vielmehr eine ÄNDERUNG DER RELATIVEN PREISE aufgrund politischer Ereignisse sowie Unterbrechungen der Lieferketten. Das sind aber alles KEINE monetären Effekte.”

      Sie legen ja schon wieder diese Propaganda-Schallplatte auf.

      Hier, das Volumen der von der US-Zentralbank gekauften und derzeit gehaltenen US-Staatsanleihen hat sich zum Beispiel in den seit März 2020 mehr als verdoppelt – ein Anstieg um ungefähr 3000 Milliarden US-Dollar. Und wie Sie hoffentlich wissen -falls Sie es nicht schon wieder verdrängt haben- hat die US-Regierung alle möglichen Ausgabenprogramme mit den neu aufgenommenen und dann an die Zentralbank durchgereichten Schulden finanziert und das Geld nicht etwa auf ihrem Konto gehortet ohne es auszugeben.

      https://fred.stlouisfed.org/series/TREAST

      Das soll kein monetäres Phänomen sein? Ja was denn dann?

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Und noch ein Hinweis sei erlaubt: Inflation ist IMMER ein monetäres Phänomen (inflare = Aufblähung der Geldmenge).>

      Das ist FALSCH.

      „inflare = Aufblähung der PREISE (in Kontext von Inflation sind es PREISE).

      Bei GLEICHBLEIBENDER Geldmenge und Nachfrage, aber ABNEHMENDEM Güterangebot gibt es Inflation, i. e. ERHÖHUNG der Preise.

      >Insofern KANN ein steigender CPI ein inflationäres Phänomen sein, MUSS es aber nicht.>

      Ein steigender CPI ist ein Sachverhalt, der REALITÄT ist, wenn er durch Messung festgestellt wird.

      Ihr „Kann, aber muss nicht“ ist UNSINN.

      Sie verwechseln Sachverhalte mit der Ursachenbestimmung von Sachverhalten.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Im verlinkten Text der Federal Reserves Bank of Cleveland steht:

        „Almost everyone uses the word inflation to refer to any increase in prices, but it ought to be reserved for a just one kind of price increase. True inflation has a different cause—and a different cure—than the price increases of goods and services caused by constantly changing supply and demand conditions. The Federal Reserve can and should act to control inflation, but when relative-price changes are putting pressure on businesses and consumers, the Fed can do little.”

        Ich halte dies für richtig.

        Das korrigiert aber nicht Ihren Fehler.

        Denn was FESTGESTELLT werden kann, in USA wie auch hier ist NICHT „any increase in prices“, sondern es ist die Preissteigerung von praktisch ALLEM basierend auf dem Preisanstieg für ENERGIE.

        Das ist so, weil ENERGIE der Input und der ENERGIEPREIS der Inputpreis für praktisch alles ist, was produziert und verteilt wird, um in Märkten angeboten zu werden.

        Daher haben wir es mit einer ALLGEMEINEN Preiserhöhung ganz im Sinne der Fed of Cleveland zu tun und eben nicht nur mit z. B. einer Erhöhung der Kosten für die Beheizung von Wohnungen.

        Dass die ENERGIEPREISE stärker gestiegen sind als die ERZEUGERPREISE ist auch klar und nachvollziehbar, ebenso wie nachvollziehbar ist, dass die mit HOHEM Energieinput hergestellten LEBENSMITTEL stärker gestiegen sind als Produkte mit weniger Energieinput.

        Es ist eindeutig:

        Die Erzeugerpreise, die in den Konsumentenpreisen weitergegeben werden, sind wegen des Energiepreisanstiegs auf nahezu ganzer BREITE gestiegen und dies eben NICHT durch „constantly changing supply and demand conditions“.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @D Tischer

        Genau das hatten wir vor zwei Tagen doch schon mal, als ich von Ihnen wieder einmal beschimpft worden bin.

        a) Energiepreise unterliegen EBENFALLS Schwankungen – aufgrund von “constantly changing supply and demand conditions”. Vor zwei Jahren habe ich Diesel für unter 1,00€ gekauft, vor zwei Wochen für über 2,00€. Und im Moment bewegen wir uns wieder nach unten. Das IST genau das, was dort beschrieben ist. (Der Zustand von UNTER 1,00€ wird in der Argumentation nur immer schnell vergessen.)

        b) Die Supply-chains der Industrien sind weiterhin gestört. Für einige Industrien durch den Ukraine-Krieg zusätzlich. Das ist sowas von klarer “constantly changing supply and demand condition”.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Dass in entwickelten Gesellschaften die Preisentwicklung besonders stark durch die Energiepreise beeinflusst wird, sollte niemanden verwundern. Dennoch handelt es sich um eine Änderung der relativen Preise und nicht um eine Veränderung des ALLGEMEINEN Preisniveaus aufgrund expansiver MONETÄRER Phänomene. Insofern:

        We agree to disagree.

        @ Mark Fehr: Falls es sich hierbei um den Sohn von Benedikt Fehr handeln sollte, dann kann ja auch er noch zu differenzierteren Erkenntnissen kommen. Benedikt Fehr hatte jedenfalls 2007 den Stein ins Rollen gebracht und nur ein Jahr später hatte die Bundesbank als erste Notenbank die bis dahin falsche Darstellung des Geldschöpfungsprozesses korrigiert. Ein paar kleinere Irrtümer wurden dann in den Folgejahren sukzessive korrigiert. Da war Fehr dann schon zur Bundesbank gewechselt.

        Wer nicht zwischen Inflation sowie Änderungen der relativen Preise differenziert, der sollte besser auf geldpolitische Empfehlungen verzichten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        Erstens:

        Es ist keine Beschimpfung, Ihre Argumentation zu kritisieren.

        Zweitens:

        Die Auffassung, die Sie hier vertreten, lautet

        a) die Energie ist IRGENDEIN Gut, das sich wie andere auch im Preis ändert und DAHER von einer Inflation, die praktisch die Entwicklung aller Güter betreffen müsste, nicht die Rede sein kann.

        Das ist FALSCH.

        Es ist nicht falsch, weil es ein Gut ist, das sich im Preis ändern kann – natürlich kann es das.

        Aber es ist ein BESONDERES Gut, dass dem GESAMTEN Produktionsprozessen als Input dient und für das es so gut wie keine Substitution gibt auf kurze bis mittlere Sicht, bei Gas jedenfalls, UND dessen Preis (Gas UND Öl) hat sich so erheblich ERHÖHT, dass dies nicht ausgeglichen werden kann durch Senkung von anderen Inputfaktoren.

        Allein schon wenn sich die Basisprodukte der Chemie durch höhere Gaspreise deutlich verteuern, verteuern sich alle Produkte, die auf chemischen Basisprodukten aufbauen, selbst wenn die Energie, die zur Produktion dieser Produkte benötigt wird, nicht verteuern würd. Und selbstverständlich landen die Preiserhöhungen bei den Verbrauchern.

        Das wissen Sie, der sich in der Chemischen Industrie auskennt und weiß, was an der hängt, ganz genau.

        Wenn Sie argumentieren wollten, MÜSSTEN Sie mir widersprechen und BEHAUPTEN, dass Energie ein Gut wie andere ist und daher NICHT den gesamten Produktionsprozessen als Input dient.

        Das tun Sie nicht und daher argumentieren Sie nicht.

        b) Keine Frage, die Lieferketten sind gestört, was ich in meinem Eingangskommentar auch gesagt habe.

        Und ich habe auch gesagt @ Micheal Stöcker gerade einmal einen Kommentar vor Ihrem:

        >… NICHT jeder Preisanstieg ist AUSSCHLIESSLICH der Erhöhung der Energiepreise zuzurechnen,…>

        Gilt auch für die Angebotsverknappung durch gestörte Lieferketten.

        Es ist aber KEINE Begründung gegen meine Behauptung, dass Energie ein Input für praktisch ALLE Produktionsprozesse ist, und daher bei steigenden Energiepreisen in dem Ausmaß, indem sie erfolgt sind, INFLATION erzeugen auch dem Verständnis der Fed of Cleveland nach.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ihre Entgegnung ist wischi-waschi.

        Denn die Behauptung, dass

        >nicht eine Veränderung des ALLGEMEINEN Preisniveaus aufgrund expansiver MONETÄRER Phänomene vorliege>

        ist KEINE eine Erwiderung auf meine Behauptung.

        Ich habe AUSDRÜCKLICH gesagt, dass die Inflation, von der ich rede, NICHT aufgrund von monetären Phänomen vorliege.

        Es ist daher VERNEBELUNG, monetäre Phänomene mit Ihrer Entgegnung ins Spiel zu bringen.

        Und wie wäre es denn mit einer Antwort dazu:

        >Insofern KANN ein steigender CPI ein inflationäres Phänomen sein, MUSS es aber nicht.>

        Ein steigender CPI ist ein Sachverhalt, der REALITÄT ist, wenn er durch Messung festgestellt wird.

        Ihr „Kann, aber muss nicht“ ist UNSINN.>

        Lassen Sie mal dazu eine Antwort einfallen.

        Und kommen Sie mir jetzt nicht mit:

        Kommt darauf an wie gemessen wird.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @Die Herren

        Ich möchte dringend darauf hin weisen, dass die Frage wer recht hat beim Definieren von „Inflation“ weit weniger wichtig ist las die, dass ALLE dieselbe Definition von Begriffen NUTZEN in einer Debatte.

        Es sind die in den Köpfen hinterlegten Modellvorstellungen wichtig, auf die Begriffe zugreifen und das alle dasselbe Modell eines Problems Denken, wenn über eine Problemlösung diskutiert wird. Oder aber durch die Diskussion dasselbe Modell etabliert wird.

        Nichts davon passiert hier, es geht eher um Recht haben.

        Ich schlage vor: Immer über Preissteigerungen relativ zum Zeitpunkt t reden, die Gründe dafür möglichst konkret benennen und das Wort „Inflation“ in den Schrank zu den Skiklamotten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        In der Diskussion und darüber hinaus benutzen – implizit – alle DIESELBE Definition von „Inflation“.

        Oder wollen Sie sagen, dass die Federal Reserve Bank of Cleveland IRGENDEINE Definition von „Inflation“ hernimmt, wenn sie über Inflation redet?

        Keiner von uns drei, die hier diskutieren hat jedenfalls ins Spiel gebracht, dass wir über unterschiedliche Sachverhalte reden, wenn wir über Inflation sprechen.

        Kurzum:

        Es geht darum, OB es eine gibt, aber nicht darum, WAS sie ist.

        Inflation was sie ist: Preisveränderung der Verbraucher- und nicht der Vermögenspreise in einem Zeitintervall gemessen anhand eines Warenkorbes, der als REPRÄSENTATIV angesehen wird für das, was der imaginäre Durchschnittsverbraucher nachfragt.

        Darüber gibt es KEINEN Disput.

        Es gibt einen Disput darüber, ob der Warenkorb wirklich repräsentativ ist oder nicht.

        Das ist aber unerheblich, wenn er sich nicht verändert.

        Denn dann schleppen sie von Periode zu Periode der Inflationsmessung den GLEICHEN Fehler mit, was die Veränderung nicht tangiert.

        Allerdings kann mit der Veränderungen von Verbrauchergewohnheiten die SIGNIFIKANZ der Messungen ändern.

        Insofern:

        Es geht nicht in den Köpfen hinterlegte Modellvorstellungen und noch nicht einmal um die Akzeptanz von Festlegungen, die NIEMAND grundsätzlich infrage stellt.

        >… es geht eher um Recht haben.>

        Im Sinne von KLÄRUNG – was denn sonst.

        >Ich schlage vor: Immer über Preissteigerungen relativ zum Zeitpunkt t reden, die Gründe dafür möglichst konkret benennen und das Wort „Inflation“ in den Schrank zu den Skiklamotten.>

        Ihr Vorschlag zeigt, dass Sie das Problem, um das wir diskutieren, nicht verstanden haben, weil:

        a) wir reden zu einem Zeitpunkt, den jetzigen bzw. den letzten der Erhebung über Zeitspannen; mit Blick auf die Vergangenheit sind es die Preisveränderungen Monat zum selben Monat im Vorjahr, mit Blick in die Zukunft sind es mittelfristige Preisveränderungen. Nur solche können es sein, wenn wir zukünftige Inflation reden. Alles andere macht keinen Sinn.

        Die Frage ist demnach, WAS erklärt, ob es in der Zukunft Steigerungen der Verbraucherpreise gibt oder nicht gibt so gemessen wie in der Vergangenheit.

        b) Stoertebekker und ich nennen konkrete URSACHEN für Preisveränderungen, wobei er einen anderen Mechanismus meint (Marktmechanismen im Sinne von „Angebot- und Nachfragebedingungen) als ich (Preisänderungen – jetzt Preissteigerungen für den Basisinput Energie mit Wirkung auf nahezu alle Prozesse). M. Stöcker sieht nur Preisentwicklungen, aber keine Inflation, ohne Inflation zu verneinen (ist für ihn allerdings immer nur ein monetäres Problem).

        Denken Sie noch einmal nach.

  8. LeleCastello
    LeleCastello sagte:

    Ich bleibe dabei. Haupttreiber bleibt Energie. Öl hat ja noch gar nicht richtig angefangen zu steigen. “Oil is the one they rule them all”. :)

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      Öl kommt schon noch. Einerseits aus geologischen Gründen durch die Erschöpfung von Feldern wie Gwahar, andererseits durch die politisch gewollte Einstellung der Neuförderung mittels Taxonomie.

      Antworten
  9. weico
    weico sagte:

    Schon Erhard wusste:

    „Es gilt (…), alle Kräfte darauf zu konzentrieren, eine Inflation zu verhüten und jedes schuldhafte Verhalten, das zu einer inflationistischen Entwicklung führen könnte, vor der gesamten Öffentlichkeit zu brandmarken und dadurch zu verhindern. Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen“ (Ludwig Erhard, 1957).

    https://www.ludwig-erhard.de/erhard-aktuell/kommentar/inflation-entsteht-durch-vertrauensverlust/

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @weico:
      Ludwig Erhard ist pfui, weil rächts. Man darf ihn loben, aber keinesfalls wörtlich zitieren. Das ist politisch unkorrekt. Zumindest aktuell.

      Antworten
  10. Carsten Pabst
    Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,
    das Problem liegt doch nicht nur an den Facharbeitern. Wenn die Lieferketten dauerhaft gestört sein sollten, werden auch massiv Komponenten für die Anlagen fehlen. Ganz zu schweigen von der energieintensiven Herstellung von Ziegeln und Dacheindeckungen, über die dampfgehärteten Steine der Kalksandstein- und Porenbetonindustrie, die mittels Autoklaven ihre Steine herstellen. Das Dachziegelwerk Nelskamp bedindet sich gerade im Insolvenzverfahren, steigende Energiekosten (da rede ich gar nicht von Komplettembargo russischer Energie!) sind da schnell der Sargdeckel. Und Nelskamp ist kein kleiner Player. Schon jetzt können sie als Bauherr froh sein, wenn es oben dicht wird.
    Den Einbau von Wärmepumpen im Altbau als Ersatz für Gas- oder Ölheizungen halte ich für schwer umsetzbar. Dazu ist das alte Wärmesystem mit in der Regel Heizkörpern nicht ausgelegt. Eine Wärmepumpe entfaltet ihren optimalen Wirkungsgrad jedoch nur bei Vorlauftemperaturen bis zu 35 Grad Celsius. Fußbodenheizungen, Wandheizungen oder Niedrigtemperaturheizkörper kommen mit den niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Das bedeutet aber auch eine sehr gute Wärmehülle des Gebäudes mit evtl. Wärmerückgewinnung.
    Das würde im Bestand sehr hohe Renovierungskosten bedeuten. Wer soll das machen, wer hat das Kapital dafür bzw. woher kommen die Materialien, gerade in Zeiten von sich dauerhaft abzeichnenden Knappheiten?!
    Man kann auch mit günstigeren Methoden erhebliches Sparpotential im Altbau entfalten.
    Ich muss ja aus einem Fiat Panda keinen Ferrari machen. Ein Skoda tut auch sehr gute Dienste und das bei geringeren Kosten.
    Aber am Geld soll es ja nicht scheitern. Dann drücken sie mal einem Spaten Geld in die Hand. Toi, Toi, Toi
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Carsten Pabst

      “Den Einbau von Wärmepumpen im Altbau als Ersatz für Gas- oder Ölheizungen halte ich für schwer umsetzbar. Dazu ist das alte Wärmesystem mit in der Regel Heizkörpern nicht ausgelegt. Eine Wärmepumpe entfaltet ihren optimalen Wirkungsgrad jedoch nur bei Vorlauftemperaturen bis zu 35 Grad Celsius. Fußbodenheizungen, Wandheizungen oder Niedrigtemperaturheizkörper kommen mit den niedrigen Vorlauftemperaturen aus.”

      Ding ding ding. Jackpot. Genau deshalb wird der aktuelle Wärmepumpen-Hype nicht tragfähig sein. Neue Fußbodenheizungen oder Wandheizungen in existierende Gebäude einzubauen ist sehr aufwendig. Aber das kapieren Politiker*innen und Journalist*innen in Deutschland nicht, viel zu kompliziert. Für die ist die Wärmepumpe einfach eine Technik, mit der man wie durch Zauberei mit dem gleichen Energieauwand “mehr heizen” kann.

      PS: Wo kommt eigentlich der benötigte Strom her, wenn wir massenhaft Öl- und Gasheizungen stilllegen und dafür Wärmepumpen einbauen und die bei richtig knackig kalten Wintertemperaturen bei einer Kältewelle im Januar oder Februar alle in den Elektroheizungs-Betriebsmodus wechseln?

      Antworten
      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Aber Herr Ott,
        die Energie fließt natürlich von den TK-Hühnchen zurück ins Stromnetz. Seien Sie nicht immer so negativ!
        Beste Grüße
        Carsten Pabst

      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        Sie immer mit Ihrer Logik, wo wir uns doch gerade so woke gefühlt haben…

  11. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Von 1973 bis 1975 stiegen die Preise in Großbritannien um 57 Prozent, in der Bundesrepublik nur um 21 Prozent, obwohl der Ölpreisschock beide Länder traf. Die Bundesbank hat damals früher und konsequenter gegengehalten.”

    Und im Jahr 1979 wurde in UK eine gewisse Margaret Thatcher zur Premierministerin gewählt, übrigens nachdem es mitten im für britische Verhältnisse außergewöhnlich kalten Winter 1978/79 massenhaft Streiks gab und beispielsweise die Müllabfuhr und der Winterdienst nicht mehr funktionierten – und Lady Thatcher schliff dann den britischen Gewerkschaftsstaat, der die Inflation jahrelang so schön laufen ließ um seine Klientel zu bedienen und die Theorien seiner ökonomischen Hofschranzen umzusetzen.

    So hängt alles mit allem zusammen. ;)

    Antworten

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