Reform der Geld­ord­nung unaus­weichlich

Noch nie war die Welt so hoch verschuldet. Nach Berechnungen des Institute of International Finance (IFF) betrug die weltweite Verschuldung im zweiten Quartal dieses Jahres 296 Billionen US-Dollar, gut 36 Billionen mehr als vor der Corona-Pandemie. Dank der wirtschaftlichen Erholung lagen die Schulden mit 353 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung etwas unter dem Rekordstand des ersten Quartals, was nichts am grundlegenden Trend ändert: Seit Jahrzehnten wachsen die Schulden deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung – vor allem in der westlichen Welt.
Jeder neue Dollar Schulden hat immer weniger belebenden Effekt auf die Realwirtschaft. Zuletzt waren vier Dollar neue Schulden erforderlich, um die Realwirtschaft um einen Dollar wachsen zu lassen.

Ausgangspunkt dieser Entwicklung war das Ende der Goldbindung des US-Dollars.  Seither befinden wir uns in einer Geldordnung, die faktisch unbegrenztes Schuldenwachstum ermöglicht. Entgegen verbreiteter Meinung bedarf es keiner Ersparnis, um Kredite zu vergeben. Vielmehr schaffen die Banken durch Kreditvergabe neues Geld. Entgegen verbreiteter Meinung bedarf es keiner Ersparnis, um Kredite zu vergeben. Vielmehr schaffen die Banken durch Kreditvergabe neues Geld. Das ist so lange kein Problem, wie diese Kredite produktiven Zwecken dienen.

Weltweit wächst jedoch der Anteil der unproduktiven Kredite, vor allem für den Erwerb von Vermögenswerten, wie Immobilien. Dieser Umstand erklärt auch den Anstieg der Vermögen: Ein knappes Gut (Immobilie) wird mit einem fast beliebig vermehrbaren Gut (Geld) nachgefragt.

Offensichtlich nähern wir uns dem Punkt, ab dem sich mit immer mehr Schulden kein Wachstum mehr erzielen lässt und die Zinsen immer tiefer sein müssen, um die Illusion der Bedienbarkeit des Schuldenberges aufrechtzuerhalten. Notenbanken und Staaten bereiten die letzte Phase, die direkte Staatsfinanzierung und die Monetarisierung der Schulden vor, getragen von ökonomischen Theorien wie der Modern Monetary Theory (MMT) und begründet mit dem guten Zweck des Kampfes gegen den Klimawandel.

Privaten Banken Möglichkeit der Geldschaffung nehmen

Besser wäre es, die Geldordnung grundlegend zu reformieren. Eine Variante bestünde darin, den privaten Banken die Möglichkeit der Geldschaffung zu entziehen. Ein Ansatz, der bereits in den 1930er-Jahren von führenden amerikanischen Ökonomen diskutiert wurde und selbst bei der sozialistischen Umtrieben unverdächtigen FINANCIAL TIMES Unterstützung findet. Ökonomen des IWF haben vor einigen Jahren nachgewiesen, dass diese Umstellung nicht nur möglich ist, sondern es auch erlauben würde, einmalig einen Großteil der bestehenden Schulden abzubauen – sozusagen ein echter Neustart.

Es ist unwahrscheinlich, dass wir dergleichen so bald erleben werden. Davor müssen wir erst die nächste und wohl letzte Phase der Schuldenpolitik durchleben. Es wäre im Sinne des hiesigen Wohlstands zu wünschen, dass die neue Bundesregierung die richtigen Schlussfolgerungen daraus zieht: in das Land investieren und den Bürgern dabei helfen, Vermögen in inflationssicheren Werten zu bilden.

handelsblatt.com: “Eine Reform der Geldordnung ist unausweichlich”, 29. Oktober 2021

Kommentare (52) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Bill Miller
    Bill Miller sagte:

    “Eine Variante bestünde darin, den privaten Banken die Möglichkeit der Geldschaffung zu entziehen”
    Nein. Allen Banken muss diese Möglichkeit genommen werden! Die Zentralbanken haben eine genauso große Neigung Geld ab nihilo zu generieren wie Privatbanken, und werden dazu noch von den Irren gedeckt die entgegen historischer Evidenz glauben, dass Staaten nicht bankerott gehen könnten.

    Antworten
  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    Das echte haftende EK unterscheidet sich vom „unechten“ durch vorsätzlichen Missbrauch wie wir es am Beispiel der CS 2008 beobachten konnten: https://www.zeitpunkt.ch/eigenkapital-aus-heisser-luft

    So plump geht heute sicherlich niemand mehr vor. Aber mit ein paar (Briefkasten)Firmen lässt sich das Ganze sicherlich ganz gut verschleiern.

    „WENN es NICHT erhöht werden kann – aus welchen Gründen auch immer -, dann kann offensichtlich NICHT die von den Nachfragern GEWÜNSCHTE Kreditsumme durch Kreditgewährung zustande kommen.“

    Zumindest nicht bei den großen Banken; die kleinen brauchen ja nicht so viel EK.

    „Was heißt das dann für die Realwirtschaft und werden die Folgen AKZEPTIERT ?“

    Zum einen weniger große Banken, zum anderen mehr Chancen für kleinere Institute (Demonopolisierung). Das ist für die Finanzstabilität und somit auch für die Realwirtschaft mehr als wünschenswert.

    Sollte es tatsächlich zu einem temporären Rückgang der privaten Investitionen kommen, dann bleibt mehr Raum für staatliche Investitionen. Ein Akzeptanzproblem haben hiermit wohl nur die Libertären und sonstige einäugige Irrläufer.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Sollte es tatsächlich zu einem temporären Rückgang der privaten Investitionen kommen, dann bleibt mehr Raum für staatliche Investitionen.>

      Was meinen Sie hier mit „staatlichen Investitionen“?

      Wenn Sie Investitionen in die REALWIRTSCHAFT meinen, wäre zu fragen, ob diese hinreichen oder nicht, um den Ausfall der Nachfrage, der durch die mangelhafte Kreditgewährung entsteht, so zu kompensieren, dass Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht wird.

      Das können wir hier mal ausblenden.

      Wenn Sie Investitionen des Staats in die BANK/BANKEN meinen, um die vom Privatsektor nicht geleistete Eigenkapitalausstattung zu kompensieren, ist das etwas anderes.

      Ist das der Fall, haben DAMIT die Libertären, die keineswegs einäugige Irrläufer sind, in der Tat ein Problem.

      Denn als EIGENTÜMER privater Banken kann der Staat EINFLUSS auf die Kreditvergabe nehmen – und er wird es tun nach OPPORTUNISTISCHEN Gesichtspunkten.

      Wir hatten hier am Blog bereits den Fall STAATLICHER Kreditgewährung in dreistelliger Millionenhöhe an Karstadt/Kaufhof erörtert.

      Technische Details weiß ich jetzt nicht, könnte über die KfW gelaufen sein. Ist auch egal für die Diskussion hier.

      Entscheidend ist:

      OPPORTUNISTISCHE Kreditvergabe in Fällen wie diesem, wo eine größere Zahl von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen und die „Verödung der Innenstädte“ noch mehr hochkochen würde.

      Man kann das ja wollen, aber als PROBLEM darf man das sehr wohl ansehen, weil so etwas natürlich Schule macht.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        Mit staatlichen Investitionen meine ich wie immer Bildung und Infrastruktur, aber sicherlich nicht das Stopfen von EK-Lücken im Finanzsektor oder gar Stütze für gescheiterte Geschäftsmodelle.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        „… Stopfen von EK-Lücken im Finanzsektor … “:

        Was heißt hier stopfen, wenn die Regulierungsbehörden, also der Staat/die Staaten die Lücken AUFGERISSEN haben mit der Forderung, dass mehr EK erforderlich sei bei einem bestimmten qualitativen/quantitativen Kreditportfolio?

        Die Sache ist doch klar:

        Weil mehr EK wünschenswert ist, wird es regulatorisch verlangt.

        Wird die DADURCH entstehende EK-Lücke geschlossen – egal wie, privatwirtschaftlich oder durch den Staat –, ist EINE Ursache der Probleme beseitigt, nämlich die Tragbarkeit von Kreditausfällen bei den in der Volkswirtschaft ausgereichten Krediten.

        Wird sie nicht geschlossen, bleibt den Banken nur eines, wenn die regulatorischen Vorgaben eingehalten werden:

        Zukünftig WENIGER Kredite vergeben.

        Und dann gibt es eben ein gravierendes Problem bei kontinuierlich fortgeschriebenem IST-Zustand:

        WENIGER Beschäftigung.

        Da muss dann der STAAT dennoch ran, wenn die Stabilität in der Gesellschaft nicht gefährdet werden soll.

        Wenn das aggregierte Finanzrisiko GEMINDERT werden soll, dann muss der STAAT irgendetwas „stopfen“ – entweder die Bilanzen der Banken oder die Sozialsysteme.

        ODER aber:

        Er VERGRÖSSERT immer mehr seine NACHFRAE und lässt sich dies über die Notenbank – direkt oder über den Umweg über die Banken – finanzieren.

        Bei dem STRUKTURELLEN Nachfrageproblem, das wir haben, geht das nicht anders, wenn man davon ausgeht, dass Helikoptergeld an die Bevölkerung nicht angemessen in Nachfrage umgesetzt wird. Das ist bei einer alternden Gesellschaft zu erwarten (Alterssparen).

        Die Fiskalpolitik als Nachfragestabilisator bei KONJUNKURELLEN Abschwüngen (Keynes) funktioniert jedenfalls nicht, wenn ein strukturelles Nachfrageproblem vorliegt.

    • Claus
      Claus sagte:

      @Michael Stöcker
      Ich verstehe nicht was an dieser „CS-Geschichte“ von 2008 nicht koscher gewesen sein soll. Wenn CS einen Kredit an einen Kunden vergibt (hier Katar) ist das vollkommen normal und legal, und Katar kann dann mit diesem Geld machen was es will, u.a. eben auch sich an einer Kapitalerhöhung der CS beteiligen. Solange Katar seinen aufgenommenen Kredit bedient (für das es möglicherweise Sicherheiten hinterlegt hat), sehe ich da nichts problematisches oder Minderwertiges.

      Dieser Sachverhalt führt mich auch zu einer anderen Frage: Was passiert eigentlich mit den von einer Bank vergebenen Krediten im Fall einer Insolvenz dieser Bank? Werden diese von anderen Banken aufgekauft? Wertlos verfallen dürften diese Kredite ja nicht.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Claus

        Die CS-Geschichte von 2008 würde ich nicht wie M. Stöcker „vorsätzlicher Missbrauch“ nennen, wenn es ein LEGALES Verfahren ist, eine Schieflage mit der Folge u. a. eines schlechteren Ratings oder gar eine Insolvenz zu vermeiden.

        Es ist gleichwohl sehr PROBLEMATISCH.

        Denn das VERFAHREN, mehr Kredite oder einen zusätzlich großen zu vergeben, verschärft TENDENZIELL die Situation der Bank:

        Sie ERHÖHT mit der Kreditvergabe ihr RISIKO, durch Kreditausfall in eine Schieflage zu geraten bzw. pleitezugehen.

        Es ist das TYPISCH PROBLEMATISCHE an der Finanzierung von Zombieunternehmen:

        Eine Bank gibt einen Kredit an ein Unternehmen NUR deshalb, damit dieses einen bereits vorhandenen Kredit bedienen kann, dadurch die Pleite vermeidet, die AUCH die Bank schädigen würde, weil sie den Kreditausfall des Pleiteunternehmens abschreiben müsste.

        Das ist beim CS-Fall sicher anders, da hier das EK durch den Kredit gestärkt wird und Katar ein sehr guter Schuldner ist.

        Vermutlich war auch die Schieflage nicht durch Kredite bedingt, also nicht so wie bei Lehman.

        Aber die GRUNDSÄTZLICHE Problematik des VERFAHRENS besteht.

  3. Tom96
    Tom96 sagte:

    @ Herr Schwarting
    Es gibt keinen historischen Debitismuszwang genauso wenig wie es jemals einen gesetzmäßigen historischen Materialismus gab – Natur liefert im Überfluss!
    Selbst Paul Breitner hatte nach einem kurzen Schwenk zum Maoismus seine aktive Fußballerleistung an den Jägermeisterhersteller Günter Mast (Eintracht Braunschweig als erster Trikotbewerber) meistbietend verkauft.
    Und es wäre ja noch schöner, wenn die technische Überwachungsdiktatur, wie Ashitaks im GF es schreibt, als Gesetze bzw. Rechtmäßigkeiten sublimiert würden – Betrug, Verheimlichen und Belügen bleiben, was diese bereits im Stadium der Konzeptionierung waren / sind. Diese Offline-Recording-Unit bei Anrdoid, die von Qualcomm mit quasi Monopol (siehe Wiki zum Einstieg) entwickelt sowie in keiner Gesetzesbegründung jemals offen diskutiert geschweige beschrieben oder in Frage gestellt sowie zugelassen wurde, sind schlicht Spionage und Eingriffe in die Persönlichkeitswelten bzw. sollten Anlass zu Produkthaftung geben. Juristische Trickkistenunterschiebungen oder Gerichtsuntätigkeiten dann auch noch mit Gewalt- bzw Abgabenhoheit zu rechtfertigen verglimmt im Licht der Transparenz und Öffentlichskeitabstimmung. Nehmen wir die quantitative Komponente dazu, wirken diese Minderheitenchimären geradezu wie Lächerlichkeiten von irrsinnigen Minderheiten des Despotismus, die den Nutzern im medialen Bestellfernsehen in die Mattscheiben grinsen.
    Südamerikanische Elitefürsten der Herrscherkaste benutzten Priestergesänge, die durch Tempelbautengänge verstärkt und auf den Versammlungsplätzen verteilt wurden, um das zusammengerufene Volk mit den Elitewissen und Kenntnissen über Sonnen- und Jahreszeitenläufe sowie Opfer- und Befehlsgaben in Ehrfurcht und Gefolgschaft zu halten. Mel Gibson hat mit Apocalipto einen Eindruck vermitteln wollen
    https://youtu.be/8O0y8Veiazw “Wie ein Volk untergeht”
    Wissenschaftliche Begründungen und Analysen erreichen anders die Teilnahme am irdischen Dasein der Menschen, als Insidermeldungen aus den Logbüchern der Priesterkaste des Silicon Valley. Klingt nach Luhmann’scher Selbstreferenzialitäten.
    Wenn ein bischen Spaß gewünscht ist, kann der Bundestag im Reichstag ja über den Status der Quantencomputerei der Spaceforces im Weltall im deutschen Hoheitsgebiet zur Plenarsitzung rufen – vielleicht taucht der CDU-Pofalla wieder als Beauftragter dazu auf, sozusagen als Weltraumvertreter der Digitalallianzen und beteuert, alles wäre aufgeklärt.

    Antworten
    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @ Tom96

      “Natur liefert im Überfluss!” Zivilisationen aber nicht.

      Im Gegensatz zu im Hier & Jetzt verharrenden solidarischen Stammesgemeinschaften mit ihren tauschenden Subsistenzwirtschaften von ‘jetzt auf gleich’ zur Sicherstellung des notwendigen Lebensunterhaltes der Familien oder der kleinen Gemeinschaften zeigt der Debitismus als “eine Beschreibung dessen, was passiert, wenn Schulden im System sind” in auf mit terminlich fixierten sanktionsbewerten Abgabenzwang in hierarchischen auf Macht belegten die Zeit nutzenden Zivilisationen, dass diese wegen des nichtlösbaren Problems ihrer Vorfinanzierung und des nichtlösbaren ‘Vorher-Nachher-Problems’ (Auszahlungen vor den Einzahlungen) nur eine endliche Lebensdauer haben.

      Weil alles Geschehen vorfinanziert werden muss, sind die zivilisatorischen Aktiva durch die Passiva der nichtwiderlegbaren debitistischen Gesetzmäßigkeiten zeitlich begrenzt.

      Der alte mesopotamische Stadtstaat Lagash – gegründet ca. 2500 – wurde um 2300 v. Chr. durch das akkadische Reich wegen der Unfähigkeit zur Verteidigung zerstört. Gleichwohl ist der Herrscher Gudea für viele Errungenschaften der sozialen Gerechtigkeit bekannt. “Gudea arbeitete daran, die Art und Weise zu verbessern, wie Diener und Sklaven von ihren Herren behandelt wurden, und zielte darauf ab, jeden zu schützen, der geschützt werden musste”:

      “Er bot den Waisenkindern Schutz vor den Reichen und der Witwe Schutz vor den Mächtigen. Er ließ die Tochter zum Erben in den Familien ohne Sohn werden.”

      https://allmesopotamia.wordpress.com/2013/02/10/gudea-the-man-who-loved-lagash/

      ‘Der Kollaps der Maya-Zentren im zentralen Tiefland’ ist debitistisch auf das nichtlösbare – von den Historiker nicht verstandene – ‘Vorher-Nachher-Problem’ zurückzuführen: Die Maya-Zentren auf der Halbinsel Yucatáns hatten in der Späten Klassik (ca. 600–900 n. Chr.) – der Phase ihrer zivilisatorischen Saturiertheit nach innen – zwecks Fortbestandes keine Möglichkeit der zwingend notwendigen debitischen Expansion nach außen. Die Untertanen waren und konnten nicht bereit sein, das ihnen auferlegte Gesamtabgabenpotential einschließlich des zwingend notwendigen Zusatzpotentials auszufüllen. Im 9. Jahrhundert kommt es zur Aufgabe einzelner Maya-Zentren im südlichen Tiefland und in der Folgezeit zu einem rapiden Bevölkerungsverlust in der gesamten Zentralregion Yucatáns – Ergebnis: Debitistische Implosion der Maya-Zentren.

      Im zugehörigen Wikipedia-Eintrag wird viel geschrieben – aber nichts verstanden.

      Antworten
  4. foxxly
    foxxly sagte:

    @@ es ist immer die rede von einer reform des geldsystems. dass diese längst vor 30,40,50 jahren hätte erfolgen sollen, dann wäre uns vieles erspart geblieben (und das was noch zwangsläufig kommen wird)

    ich bin der überzeugung, dass eine reform nicht ausreichend ist. aber bleiben wir mal dabei:
    -wie soll diese geldreform den aussehen ?
    -was soll sich ändern und erreicht werden?

    einer der hauptknackpunkt ist, dass in diesen schuldgeldsystem die realwirtschaft mind. von zwei seiten her ausgezerrt und relativ entreichert wird:
    -das sind einmal die steuern, abgaben und zinsen, welche zu einem sehr hohen maße von der realwirtschaft, durch politische entscheidungen, zu tragen haben.
    – und, weil gewinne und ersparnisse aus der realwirtschaft abwandern, zwar wieder darin investiert werden, aber zinen entziehen und die rendite schmälern, bzw. den wachstumsdruck erhöhen.

    wie kann dieser part gelöst werden ???? großes rätsel?
    -die größte menge an gelddruck floss und fließt in die finanzwirtschaft; – ein großer fehler, löst aber auch das problem nicht, wenn dies nur in die realwirtschaft an käme. weil zinsen abfließen.
    – ist die entkoppelung der real- und finanzwirtschaft das große problem? ja ! aber wie beseitigen?
    -genossenschaften wären zumindest besser, als das aktuelle system. dabei müssten banken teil dieser genossenschaft sein.

    bitte weitere ideen!

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @foxxly

      “-genossenschaften wären zumindest besser, als das aktuelle system. dabei müssten banken teil dieser genossenschaft sein.”

      Das bringt auch nichts, wenn die Banken als Genossenschaften weiter die gleiche Geschäftspolitik machen wie als Aktiengesellschaften. Idioten führen ein Unternehmen immer in den Untergang, egal ob als Vorstand oder Aufsichtsrat in einer AG oder als Angestellte oder Anteilseigner in einer Genossenschaft.

      Möglicherweise ist es für die Genossenschaftler sogar noch kontraproduktiv, denn bei insolventen Genossenschaften besteht üblicherweise eine Nachschusspflicht (!) durch die Anteilseigner, sofern die nicht explizit ausgeschlossen wird: https://www.gesetze-im-internet.de/geng/__105.html

      Wenn ich mir die typische Genossenschafts-Klientel aus Omas, Ökos und naiven Gutmenschen so anschaue, dann glaube ich nicht, dass die als Anteilseigner eine Gruppe von Hardcore-Bänkern effektiv kontrollieren könnte. Das passt einfach nicht zusammen.

      Lassen Sie die Bänker doch als Hedgefonds weitermachen, wenn sie unbedingt spekulieren wollen. Dazu gehört dann aber auch, dass sie Insolvenz anmelden müssen, wenn sie sich verspekuliert haben und nicht gerettet werden wie LTCM.

      Oder wir führen das Trennbankensystem wieder ein, das Bill Clinton Ende der 1990er zwischen seinen Zigarrenspielchen im Oral Office abgeschafft hatte, dann können sich die Bänker in einer Investmentbank ohne Kundeneinlagen austun.

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott
        bänker als hedgefonds und trennbankensystem, lösen in keinster weise die problematik des kreditgeldsystems.
        allenfals eine minimale verringerung der exponetiellen geschwindigkeit. nicht mehr, aber kaum weniger.

        banken als genossenschaften, NEIN !
        banken als teil der genossenschaften!

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        “banken als genossenschaften, NEIN !
        banken als teil der genossenschaften!”

        “Als Teil der Genossenschaften”? Sie wollen riesige Firmenkonglomerate als Genossenschaften konzipieren, in der Banken jeweils ein Teil der Genossenschaft sind?? Vielleicht so ähnlich wie die Keiretsu oder Jaebeol in Japan und Korea?

        Wie sollen Genossenschaftler solche riesigen Firmengeflechte verstehen und effektiv kontrollieren?

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott 2. november 21:41
        …. wenn zb. ganz bayern, oder auch deutschland, eine genossenschaft wäre, dann wären auch uni´s etc. drinn. kompetenz wäre sicher vorhanden. und einen wettbewerb gäbe es weiterhin.
        nur der wachstumsdruck würde geringer, weil die finanzwirtschaft eben auch teil dieser genossenschaft wäre.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        Ich halte es für vollkommen abwegig, den Staat als Genossenschaft zu organisieren.

        Was soll das bringen? Und wie wollen Sie das mit dem Demokratieprinzip im Grundgesetz vereinbaren? Eine Genossenschaft ist keine Demokratie, da sind nur die Anteilseigner stimmberechtigt – ein vollkommen anderes System.

  5. Claus
    Claus sagte:

    „Entgegen verbreiteter Meinung bedarf es keiner Ersparnis, um Kredite zu vergeben“

    Mit diesem Satz habe ich auch Probleme, da die Banken sehr wohl die herausgegebenen Kredite mit einer „Eigenkapitalquote“ absichern müssen. Diese beläuft sich aktuell auf 8% der risikogewichteten Aktiva – siehe hier:

    https://www.bankingsupervision.europa.eu/about/ssmexplained/html/hold_capital.de.html

    Die Kreditvergabe der Banken ist also sehr wohl Grenzen gesetzt. Vielleicht sollte man erst mal über eine Reform der Eigenkapitalanforderungen der Banken nachdenken, bevor man ein grundsätzlich anderes System in Erwägung zieht.

    Für mich liegt das Problem vielmehr in der Aufblähung der Zentralbankbilanzen bzw. des Zentralbankgeldes, welches die Banken dann mit einem Multiplikator (entsprechend der Eigenkapitalquote) in Giralgeld umwandeln.

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Claus

      Banken müssen nicht nur die EK Anforderungen erfüllen, sondern darüber hinaus auch die Liquidity Coverage Ratio (LCR) in Verbindung mit den High-Quality Liquid Assets (HQLA) nach Basel III. Diese drei Faktoren begrenzen die Kreditvergabefähigkeit einer Bank.

      Der effektivste Hebel für eine solide Kreditvergabe sind die EK Anforderungen. Insofern ist hier der Vorschlag von Neel Kashkari (https://www.minneapolisfed.org/policy/endingtbtf ) auch für das europäische Finanzsystem von zentraler Bedeutung und sollte sukzessive in den kommenden 10 Jahren umgesetzt werden. Auf den Punkt gebracht schlägt Kashkari vor, dass große Banken mehr Eigenkapital vorhalten müssen als kleinere Banken; und zwar bis zu 23,5 %. Für reine Finanzkredite sollten mAn grundsätzlich 50 % EK erforderlich sein; und zwar unabhängig von der Größe einer Bank.

      Damit ist Kashkari sehr nahe an der Forderung von Martin Hellwig und Anat Admati. Echtes haftendes Eigenkapital kann zudem auf legalem Wege nicht durch das Bankensystem autonom geschaffen werden.

      Wenn diese Vorschriften tatsächlich umgesetzt werden, dann müssen wir uns auch keine obskuren Gedanken mehr über neue nationale Geldordnungen machen und auch das TBTF-Problem (too big to fail) löst sich dann – mangels Geschäftsmodell – von ganz alleine.

      Die unsägliche Vollgelddiskussion sowie der Chicago Plan lenken nur von dieser KISS-Maßnahme ab.

      Worüber hingen viel mehr diskutiert werden sollte: Wie bekommen wir die internationale GeldUNordnung mit einem dysfunktionalen Eurodollar auf eine neue Grundlage gestellt?

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker

        “Auf den Punkt gebracht schlägt Kashkari vor, dass große Banken mehr Eigenkapital vorhalten müssen als kleinere Banken; und zwar bis zu 23,5 %. Für reine Finanzkredite sollten mAn grundsätzlich 50 % EK erforderlich sein; und zwar unabhängig von der Größe einer Bank.”

        Das ist von Neel Cash-Carry? Dem Goldman-Bänker und späteren operativ Verantwortlichen für das amerikanische 700-Milliarden-Dollar-Banken-Rettungspaket in der 2008/2009 Finanzkrise? Dem traue ich keinen Meter weit.

        Mein Eindruck ist: Der frisst Kreide, um dadurch seine eigene politische Karriere zu befördern, für die das Label “Goldman-Alumni” doch eher hinderlich ist, wenn man tatsächlich gewählt werden will und nicht darauf spekuliert, ganz ohne Wahl wie ein Reichsverweser einer unregierbaren Provinz auf dem Posten “installiert” zu werden…

        Aber es ist doch beruhigend für ihn und seine Goldman-Freunde, dass der zitierte Plan schon aus dem Jahr 2016 stammt und seitdem nicht einmal Versuche gestartet wurden, ihn auch tatsächlich umzusetzen, weder unter der Regierung Obama, noch unter der Regierung Trump, noch unter der Regierung Biden. ;)

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Richy Odd

        Da wird sich nichts dran ändern, solange dies kein in der breiten Gesellschaft diskutiertes Thema ist (so auch Martin Hellwig). Kein Präsident wird sich hier vordrängen; es sei denn, er hat sowieso nur noch eine kurze Lebenserwartung, hat das Thema geistig durchdrungen und ist gewillt, dies auf die Agenda zu heben.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ M. Stöcker

        >> “Der effektivste Hebel für eine solide Kreditvergabe sind die EK Anforderungen.”

        Nichts neues unter der Sonne. Im Mai 2015 – die Grossmutter aller Finanzkrisen lief gerade heiss – habe ich geschrieben und veröffentlicht:

        “Hinsichtlich Basel II ist zu fragen, ob es nicht angebracht wäre, eine mit zunehmender Größe eines Finanzinstituts progressiv wachsende Unterlegung mit Eigenmitteln vorzuschreiben. Das ist per saldo natürlich ein Wettbewerbsnachteil, der die Skalenvorteile auffrisst, aber auch verhindert, dass ein einzelnes Institut hypertrophiert und systemrelevant wird, dadurch entweder den globalen Laden schmeißt oder zwingend mit Steuergeldern aufgefangen werden muss, statt unterzugehen. Sollte es trotzdem so sehr wachsen, so steht es wenigstens auf solideren Beinen.”

        Heute haben wir Basel III, aber das ist auch wieder nur Kosmetik. Ich gebe einfachen und praktikablen Lösungen den Vorzug.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ M. Stöcker

        Sorry, Berichtigung. Meine Äusserung datiert vom Mai 2009 (und nicht 2015).

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Bauer

        Da waren Sie Ihrer Zeit weit voraus. Und ja, es handelt sich hierbei um eine sehr elegante KISS-Regel, die auch ich präferiere.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Echtes haftendes Eigenkapital kann zudem auf legalem Wege nicht durch das Bankensystem autonom geschaffen werden.>

        Was ist „unechtes haftendes Eigenkapital“?

        Warum – wenn, ich nehme es Ihnen vorgreifend einmal an, es durch Kreditschöpfung der Banken geschaffen wurde – kann es NICHT haften?

        Wenn jemand durch Aktivitäten in der Realwirtschaft zu Vermögen gekommen ist – dies sicher basierend auf der Kreditschöpfung der Banken -, dann kann er doch diese Vermögen oder einen Teil davon in Form einer Bankbeteiligung, am einfachsten Kauf von Bankaktien, einer Bank nutzbar machen.

        Heißt meinem Verständnis nach:

        Er wechselt mit diesem Vermögensanteil von der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft.

        Gewinn, Verlust und HAFTUNG – wo ist da der große Unterschied für ihn UND das Gesamtsystem?

        Was ist „ECHTES haftendes Eigenkapital“ und was kann es besser/mehr gegenüber unechtem?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wenn jemand durch Aktivitäten in der Realwirtschaft zu Vermögen gekommen ist – dies sicher basierend auf der Kreditschöpfung der Banken -, dann kann er doch diese Vermögen oder einen Teil davon in Form einer Bankbeteiligung, am einfachsten Kauf von Bankaktien, einer Bank nutzbar machen. ”

        Nein. Ein typischer Denkfehler. Sie haben nicht viele Aktien, oder?

        Wenn derjenige Bankaktien an der Börse kauft, dann erwirbt er seine Bankbeteiligung von dem Verkäufer der Aktien. Am haftenden Gesamtkapital der Bank ändert das aber gar nichts.

        Damit sich dieses Kapital erhöht, muss der Anleger aus Ihrem Beispiel schon neue Bankaktien *ZEICHNEN* oder bei irgendeiner komplizierteren Transaktion mitmachen, an deren Ende eine Kapitalerhöhung der Bank stehen kann, zum Beispiel über den Kauf einer Wandelanleihe oder ähnlichem.

        “Gewinn, Verlust und HAFTUNG – wo ist da der große Unterschied für ihn UND das Gesamtsystem?”

        Na das ist doch offensichtlich: Das von den Aktionären gehaltene Stammkapital haftet zuallererst, die Einlagen auf dem Konto einer Bank kommen in der Haftungsrangfolge als besonders geschützte Forderung an die Bank erst viel, viel später. Dafür müssen Sie auf die Einlagen gerade Negativzinsen zahlen, als Aktionär haben Sie hingegen Anspruch auf Dividende und können als Miteigentümer über die Kapitalgesellschaft mitbestimmen.

        “Was ist „ECHTES haftendes Eigenkapital“ und was kann es besser/mehr gegenüber unechtem?”

        Keine Ahnung. Vielleicht meint Herr Stöcker irgendwelche überwöhnlicheren eigenkapitalähnlichen Konstrukte, wie zum Beispiel stille Beteiligungen oder Genussscheine?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Wenn derjenige Bankaktien an der Börse kauft, dann erwirbt er seine Bankbeteiligung von dem Verkäufer der Aktien. Am haftenden Gesamtkapital der Bank ändert das aber gar nichts.

        Damit sich dieses Kapital erhöht, muss der Anleger aus Ihrem Beispiel schon neue Bankaktien *ZEICHNEN*>

        O.K. – die Bank/Banken geben NEUE Aktien aus zur Erhöhung ihres Eigenkapitals.

        Es geht um die Haftung DIESES Kapitals und nicht darum, wer noch haftet im Fall einer Bankinsolvenz.

        Aber selbst wenn neue Aktien ausgegeben werden, ist SICHER, dass sie in hinreichender Menge gekauft werden?

        Ja, schon, wenn sie der Markt TIEF genug bewertet.

        Je geringer sie bewertet werden, desto mehr neue Aktien muss die Bank ausgeben, um die erforderliche Eigenkapitalquote zu erreichen.

        Umso mehr Verwässerung der Anteile der Altaktionäre…

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Je geringer sie bewertet werden, desto mehr neue Aktien muss die Bank ausgeben, um die erforderliche Eigenkapitalquote zu erreichen.”

        Sie haben das Prinzip erfasst.

        Alternativ kann die Hauptversammlung beispielsweise auch beschließen, dass sich die existierenden Aktionäre an einer Kapitalerhöhung beteiligen können. Oder die Gesellschaft verhandelt mit einem einzelnen strategischen Investor, der bei erfolgreichem Abschluss gleich ein ganzes Aktienpaket zu einem aus Sicht der Altaktionäre attraktiven Bezugspreis aufkauft. Oder, oder, oder, … – das Schöne ist ja, dass es geradezu das Kerngeschäft von Investmentbänkern ist, solche Probleme zu lösen.

        “Aber selbst wenn neue Aktien ausgegeben werden, ist SICHER, dass sie in hinreichender Menge gekauft werden?”

        Nö, “sicher” ist das nicht. Aber wenn sich tatsächlich gar kein neuer Investor findet und auch die Altaktionäre kein Kapital nachschießen wollen, dann wird die Bank halt entweder ihren Eigenkapitalanteil durch die Aufgabe oder den Verkauf von Geschäftsteilen erhöhen müssen weil sonst die Bankenaufsicht den Stecker zieht oder sie wird direkt als ganzes verkauft oder liquidiert.

        So läuft nun einmal das Geschäft.

        “Es geht um die Haftung DIESES Kapitals und nicht darum, wer noch haftet im Fall einer Bankinsolvenz.”

        Grob gesagt: Zuerst haften die Aktionäre, dann werden die Anleihegläubiger rasiert, wobei vermutlich in den Anleihebedingungen bestimmte Rangfolgen festgeschrieben sind, und ganz zum Schluss “haften” die privaten Kontoeinleger für Beträge über 100000 EUR, wobei “haften” bei letzteren beiden Gruppen nicht der korrekte Begriff ist, denn sie sind im Insolvenzfall Gläubiger der Bank und nicht haftender Miteigentümer, wobei sie aber ihre Forderungen vermutlich nicht alle vollumfänglich befriedigt bekommen, weil es ja ein Insolvenzverfahren ist.

        Oder wollen Sie auf etwas anderes hinaus?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Lassen Sie doch beiseite, wer NOCH haftet, wenn die Bank pleitegeht.
        Ist hier nicht das Thema.

        Auf was ich hinaus will:

        Wenn GEFORDERT wird, dass die/eine Lösung der Probleme darin liegt, das EK der Banken zu erhöhen, dann ist doch die Frage jenseits der prinzipiell gegebenen Möglichkeit:

        WER will/kann es erhöhen mit welchen Folgen?

        Darauf bezieht sich meine Frage zu echtem/unechtem Eigenkapital.

        WENN es NICHT erhöht werden kann – aus welchen Gründen auch immer -, dann kann offensichtlich NICHT die von den Nachfragern GEWÜNSCHTE Kreditsumme durch Kreditgewährung zustande kommen.

        Was heißt das dann für die Realwirtschaft und werden die Folgen AKZEPTIERT ?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “WER will/kann es erhöhen mit welchen Folgen?”

        Theoretisch jeder. Das einzige, was Sie brauchen, ist ein Aktiendepot bei einem Broker.

        “WENN es NICHT erhöht werden kann – aus welchen Gründen auch immer -, dann kann offensichtlich NICHT die von den Nachfragern GEWÜNSCHTE Kreditsumme durch Kreditgewährung zustande kommen.”

        Zumindest nicht aus dem regulierten Bankwesen heraus. Wenn mit ein Nachfrager im engeren Sinn (also ein Konsument oder ein Investor, aber kein Spekulant) einen hinreichend attraktiven Zins bietet, bin ich aber gerne bereit, ein Privatdarlehen zu prüfen – und mittlerweile gibt es ganze Internetplattformen, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben.

        Für die Hedge Fonds und auch irgendwelche verrückten Tik-Tok-Kleinspekulanten wird es schwieriger, aber wenn ein paar von denen verschwinden weil sie keine Kreditfinanzierung mehr bekommen, haben wir als Gesellschaft keinen Schaden daran.

        “Was heißt das dann für die Realwirtschaft und werden die Folgen AKZEPTIERT ?”

        Weniger Finanzkrisen und viel entspannter zuschauen können, wenn eine Bank pleite geht. Ich würds nicht nur “akzeptieren” sondern sofort so wollen! ;)

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Weniger Finanzkrisen und viel entspannter zuschauen können, wenn eine Bank pleite geht. Ich würds nicht nur “akzeptieren” sondern sofort so wollen! ;)>

        Klar, wenn es bei EINER Bank bleibt und wenn diese nicht Ihre ist.

        Aber das ist NICHT der Mehrheitswillen, sondern:

        KEINE Bank darf pleitegehen, stattdessen KRISEN, die GEMEISTERT werden.

        Hat bisher weitgehend geklappt.

        Deshalb weiter so.

    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Claus

      „Für mich liegt das Problem vielmehr in der Aufblähung der Zentralbankbilanzen bzw. des Zentralbankgeldes, welches die Banken dann mit einem Multiplikator (entsprechend der Eigenkapitalquote) in Giralgeld umwandeln.“

      Da sind auch Sie leider „Opfer“ eines weltweiten Desinformationsdesasters geworden. Es gibt weder ein fraktionales Reservesystem noch einen ominösen Geldschöpfungsmultiplikator. Die Größe einer Zentralbankbilanz hat KEINE Auswirkungen auf die Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Von daher haben ja auch mehrere ZBs die Mindestreserve aufgehoben. Mehr zu diesen fundamentalen Missverständnissen finden Sie hier: https://zinsfehler.com/2021/08/31/qe-mythen/

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Claus
        Claus sagte:

        @MS – danke für Ihre Kommentare. Bevor ich Ihren Artikel lese habe ich schon eine grundsätzliche Frage: Das Aufblähen der Zentralbankbilanzen bzw. die Gelddruckerei soll keine Auswirkung auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, und damit auf die Kreditvergabe der Banken haben (= Erhöhung des Giralgeldes)? Angenommen eine Zentralbank kauft Staatsanleihen vom Staat (die Bank kauft vom Staat um diese dann an die ZB weiterzuverkaufen), dann landet dieses Zentralbankgeld beim Staat und somit letztendlich in der Wirtschaft. Und solange die Wirtschaft brummt, können auch die Banken ihrem Geschäft nachgehen, und Gewinne erzielen und damit ihr Eigenkapital erhöhen und vermehrt Kredite vergeben. Auch wenn es keine feste Korrelation zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld gibt, so – mMn – doch zu mindestens eine indirekte Korrelation. Möglicherweise wird diese von der durchschnittlichen Kreditausfallsrate bestimmt – mal so aus dem Bauch gesagt… ;-)

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Claus

        Die ökonomisch relevante Geldmenge (M1/M2/M3) erhöht sich, wenn der Staat Geld ausgibt und sie verringert sich, wenn der Staat Geld einnimmt. Ob nun die ZB die Anleihen erwirbt oder aber die Banken spielt dabei keine Rolle; insbesondere nicht am ZLB (zero lower bound).

        Dass der Erwerb von Staatsanleihen nur über die Emissionsbanken laufen darf, das ist halt ein schönes Geschäftsmodell. Vor 10 Jahren wurden hier die letzten Schlupflöcher in Deutschland geschlossen: https://zinsfehler.com/2020/04/22/yes-we-can-ecbs/

        LG Michael Stöcker

  6. Johann Schwarting
    Johann Schwarting sagte:

    @ Dr. Stelter

    Paul C. Martin: “Demokratien sind Militärdiktaturen im Wartestand.”

    Es gilt, die Logik des debitischen Ablaufes von Beginn der neolithischen Revolution an als Übergang von auf Solidarität beruhenden Stammesgemeinschaften mit Subsistenzwirtschaft hin zu hierarchischen auf Macht gründenden zivilisatorischen Gesellschaften mit dem heutigen zweistufigen Bankensystem, zu verstehen. Der Zugriff auf die Zukunft mittels Abgaben- oder Kreditforderung war und bleibt die Grundlage des Geldes – alle Fälligkeitstermine werden fest in die Zukunft verschoben.

    Das Geld treibt die Abgaben- und Machtkreisläufe an, die aufgrund der Verwerfungen des Schuldenwachstums bedingt durch das nichtlösbare ‘Vorher-Nachher-Problem’ (Auszahlungen vor den Einzahlungen) zurückgebaut werden. Die systemisch zwingend notwendigen Rückführungen der Machtzessionen spiegeln sich zukünftig in einem einstufigen Zentralbanksystem wider.

    Das wird einhergehen mit der Installation eines ‘Sozialkredit-System’ chinesischer Prägung.

    “Niemand muss mehr zum Chinesen werden. Die Socialcredits kommen durch die Hintertür. Die Gesetze sind schließlich schon alle da. Terror, Gesundheit, Klima … such es dir aus. No way out! Die Diktatur im Wartemodus ist nicht verhandelbar!”

    https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=560081

    Antworten
  7. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Ich habe Schwierigkeiten, mit diesem Artikel klarzukommen, nämlich

    A. Die Alternative betreffend:

    > Besser wäre es, die Geldordnung grundlegend zu reformieren.>

    Besser als was?

    >Notenbanken und Staaten bereiten die letzte Phase, die direkte Staatsfinanzierung und die Monetarisierung der Schulden vor, getragen von ökonomischen Theorien wie der Modern Monetary Theory (MMT) und begründet mit dem guten Zweck des Kampfes gegen den Klimawandel.>

    Diese Aussage ist falsch.

    Ob „letzte Phase“ oder nicht, Notenbanken und Staaten BEGRÜNDEN nicht den Kampf gegen den Klimawandel – das machen andere, wie wir wissen -, sondern sie SETZEN ihn in GANG und, natürlich auch mit Rückwirkungen auf das Geldsystem, finanzieren ihn zu großen Teilen.

    Was immer man davon auch hält, es ist ein REALWIRTSCHAFTLICHES Projekt.

    Dies vergegenwärtigt, MEINT die obige Aussage:

    Besser wäre es die Geldordnung grundlegend zu reformieren als das realwirtschaftliche Projekt des Kampfes gegen den Klimawandel zu verfolgen.

    Wäre es besser?

    Ja, bei einer der folgenden Bedingungen:

    a) Der Kampf gegen den Klimawandel fährt die REALWIRTSCHAFT und in damit VERBUNDEN das Geldsystem mit Sicherheit schnellstmöglich GEGEN die Wand.

    Es gibt starke Gründe dafür, dass dies so sein wird, wenn der Klimawandel mit der Zielsetzung CO2-Neutralität konsequent weiterverfolgt wird.

    Wenn sie tragen, ist es besser das Geldsystem zu reformieren UND den Kampf gegen den Klimawandel zu unterlassen.

    oder

    b) Die Probleme, die wir haben – die schneller als die Wirtschaftsleistung wachsenden Schulden nicht nur als Symptom betrachtet – sind PROBLEME der GELDPOLITIK und letztlich KEINE der REALWIRTSCHAFT, wenngleich auf die Realwirtschaft zurückwirkende.

    Wer von der BESSEREN Alternative redet und damit die REFORM des Geldsystems meint, muss sich zu a) oder b) bekennen, wenn sie fundiert sein soll.

    Das vermisse ich.

    B. Den Appell betreffend:

    >Reform der Geldordnung unausweichlich>

    Wenn das richtig sein soll, muss diese Aussage an jemanden ADRESSIERT sein.

    Denn REFORM der Geldordnung kann dem Verständnis nach im Prinzip nichts anderes heißen als z. B. „Reifenwechsel ist unausweichlich“:

    Beide verlangen einen AKTEUR, um die Reform anzugehen bzw. den Reifenwechsel vorzunehmen.

    Wer ist der Akteur, der die Geldordnung reformieren soll?

    Es gibt ihn NICHT – auch nicht in Form von GUTWILLIGEN, die bei übereinstimmender Problemverortung gemeinsam reformieren wollen.

    Die Reform der Geldordnung zu fordern, weil sie unausweichlich sei, ist demnach unrealistisch und damit nichts weiter als eine Illusion.

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @Hr. Tischer: Der Punkt “Klimawandel” lenkt (unnötig) ab. Unabhängig davon, ob der Einwurf ernst gemeint oder sarkastischer Seitenhieb ist, lässt sich m.E. die Gedankenkette so nachvollziehen:

      >Offensichtlich nähern wir uns dem Punkt, ab dem sich mit immer mehr Schulden kein Wachstum mehr erzielen lässt und die Zinsen immer tiefer sein müssen, um die Illusion der Bedienbarkeit des Schuldenberges aufrechtzuerhalten.

      Statt dies bis laufen zu lassen (bis zum deflationären oder inflationären Kollaps), wäre es besser, vorher zu reformieren.

      Aber:
      >Es ist unwahrscheinlich, dass wir dergleichen so bald erleben werden.

      Denn: Solch Reformen des Geldes / der Kreditschöpfung gibt es nicht, so lange die Dinge noch halbwegs geordnet laufen (oder gibt es historische Beispiele hierzu?).

      Insofern die eigentliche Forderung des Artikels:
      >[…] in das Land investieren und den Bürgern dabei helfen, Vermögen in inflationssicheren Werten zu bilden.

      Damit Land und Bürger zum Zeitpunkt der dann durch Dysfunktionalitäten erzwungenen Währungs- und vielleicht auch Geldsystem- / Kreditsystem-Reform robuster dastehen.

      Insofern: Keine Forderung einer Reform der Geldordnung, sondern die Aussage, diese Reform ist unausweichlich eines Tages. Und bis dahin sollte man sich und sein Land besser vorbereitet haben.

      So lese ich es zumindest.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >[…] in das Land investieren und den Bürgern dabei helfen, Vermögen in inflationssicheren Werten zu bilden.>

        Das ist das Credo von Dr. Stelter und sein Appell an die Politik – wiederholt hier im letzten Satz.

        Davon ausgehend, wie das zusammenpasst mit dem, was er zuvor sagt:

        Richtig, man muss „Kampf gegen den Klimawandel“ rauslassen (unbesehen, ob „unbegründet“ eine nur unglückliche, oder sarkastische Charakterisierung von Notenbank und Staatsfinanzierung ist).

        Ihre Lesart ist insofern SCHLÜSSIG.

        Und daraus folgend ist es auch diese Feststellung:

        >Insofern: Keine Forderung einer Reform der Geldordnung, sondern die Aussage, diese Reform ist unausweichlich eines Tages. Und bis dahin sollte man sich und sein Land besser vorbereitet haben.>

        Schlüssig ist nicht richtig, sage ich jetzt als Kritiker dieser Botschaft des Artikels und halte dagegen:

        Lieber Herr Dr. Stelter, WAS macht denn die Politik bereits jetzt und wird sie noch VIEL, VIEL stärker tun in Verbindung mit noch engagierteren Notenbanken, ERKLÄRTERMASSEN insbesondere der EZB?

        Sie INVESTIERT im LAND (und wird auch in der EU verstärkt dafür sorgen) und sie HILFT damit/dabei den BÜRGERN, Vermögen in INFLATIONSSICHEREN Werten zu bilden.

        Das erfolgt durch die ENERGIEWENDE:

        Neue Infrastruktur, neuer, innovativer Kapitalstock mit Primärenergieeinsatz zu EUR null, null (natürlich erst in der Endausbauphase, was wie bei jeder altmodischen Fabrikhalle maßgebend ist – vorher nur Kosten) und basierend auf dieser einzigartig günstigen Energieerzeugung extrem günstige Produktion und billige Produkte.

        Der Kampf gegen den Klimawandel ist die ANTWORT, die Politiker der wohlwollenden Lesart des Artikels nicht nur geben könnten, sondern schon gegeben haben (nicht ganz so pointiert wie ich hier):

        Habeck bei Lanz am 20.10. „Wir machen das Land REICHER“, wir schaffen WERTE mit der Klimaneutralität“.
        Dafür seien staatliche Kredite gerechtfertigt. Und die ganz Schlauen fügen hinzu: Wir verdienen per Saldo auch noch daran.

        Für die FDP hat Kubicki irgendwo gesagt, dass die staatlichen Kredite nur 10% der Investitionssumme ausmachen und die restlichen 90% aus dem PRIVATEN Sektor kommen.

        Nur Geschwätz?

        Nein, denn wie hier am Blog schon verlinkt, werden die am Markt angebotenen Anleihen der EU so sehr nachgefragt, dass sie um ein Vielfaches überzeichnet sind.

        Gut so?

        Natürlich nicht.

        Ich frage:

        WELCHES sind die KRITERIEN, anhand derer sich feststellen lässt, dass der Kampf gegen den Klimawandel tatsächlich Vermögen bildende WERTE schafft?

        Ich erkenne KEINE.

        In der Marktwirtschaft ist anhand der Rendite glasklar feststellbar, WELCHE Vermögen WERTE sind und welche keine, weil die da eingesetzten Ressourcen keine Rendite generieren (für Staatsvermögen: Steuereinnahmen ermöglichen)

        Warum fragt das keiner, warum ist das kein Thema in der öffentlichen Debatte?

        In der öffentlichen Debatte, die von der VERBLENDUNG geprägt ist, dass der „Kampf gegen den Klimawandel“ ein unstrittiges NOTWENDIGES gesamtgesellschaftliches Projekt ist, erscheint diese Frage absurd.

        Denn es gibt diesem Verständnis nach, anders als in den Märkten, KEINE Alternative dazu.

        Daher:

        Der Kampf gegen den Klimawandel SCHAFFT nicht nur WERTE, sondern er schafft sie sogar NACHHALTIG und zwar insbesondere für jene, die in ihn investieren.

        Millionen Menschen verstehen dies, EUR in MRD.-Beträgen werden dafür locker gemacht.

        Warum verstehen das noch nicht alle Ökonomen? 😉

        Sie sind halt MARKTGLÄUBIGE, können es daher nicht verstehen.

  8. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    „Entgegen verbreiteter Meinung bedarf es keiner Ersparnis, um Kredite zu vergeben“

    Zum Zeitpunkt der Kreditvergabe passiert ökonomisch nichts. Es fallen nur ein paar Buchungen an. Sobald der Kredit benutzt und das „Geld ausgegeben“ wird, muss irgendwer bereit sein, das Geld zu halten (oder in Wertpapiere umzutauschen oder um damit Schulden zu tilgen). Das ist dann die Ersparnis. Wird der Kredit fuer Investitionen genutzt, dann gilt Ersparnis = Investition; wird er fuer Konsum genutzt ist die Ersparnis beim Kreditnehmer negativ und beim Geldempfänger (also demjenigen, der dem Kreditnehmer das Konsumgut verkauft) positiv. Aggregiert ist dann die Ersparnis null. In beiden Fällen steht dem Kredit Ersparnis gegenüber. Insofern ist die Aussage zitierte falsch.

    „begründet mit dem guten Zweck des Kampfes gegen den Klimawandel.“

    Staatsfinanzierung durch die Zentralbanken findet bereits in der EU, in den USA, in Japan und vermutlich anderen Ländern statt bevor ueberhaupt gross Massnahmen gegen den Klimawandel ergriffen wurden. Insofern: primitive Hetze gegen den „Kampf gegen den Klimawandel“ – vermutlich in Ermangelung guter Argumente.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Rolf Peter

      “Aggregiert ist dann die Ersparnis null. In beiden Fällen steht dem Kredit Ersparnis gegenüber. Insofern ist die Aussage zitierte falsch.”

      Ich glaube, die ursprüngliche Aussage zielt eher darauf ab, dass Ersparnis keine notwendige Bedingung (“es bedarf”) mehr für Kreditvergabe durch Banken ist. Und das ist offensichtlich nicht der Fall, in Ihrem Beispiel wird ja auch zuerst das Kreditgeld geschöpft und dann bei irgendwem irgendwann die Ersparnis gebucht.

      “Staatsfinanzierung durch die Zentralbanken findet bereits in der EU, in den USA, in Japan und vermutlich anderen Ländern statt bevor ueberhaupt gross Massnahmen gegen den Klimawandel ergriffen wurden. ”

      Ja und? Im 2. Weltkrieg hat auch kein Staat seine exorbitanten Staatsausgaben mit “Kampf gegen den Klimawandel” begründet. Das ändert aber nichts daran, dass der sogenannte “Kampf gege den Klimawandel” heute eine Rechtfertigung für immer höhere Schulden ist.

      ” Insofern: primitive Hetze gegen den „Kampf gegen den Klimawandel“ – vermutlich in Ermangelung guter Argumente.”

      Noch viel schlimmer: Diese staatsfeindliche Hetze ist ein Ausweis einer feindlich-negativen Haltung zum Sozialismus. Da muss das Ministerium für Staatssicherheit sofort Gegenmaßnahmen einleiten! Der Kampf gegen die konterrevolutionären Kräfte ist mit allen operativen und propagandistischen Maßnahmen zu führen, ich schlage vor, wir leiten sofort den operativen Vorgang “Schreikind” ein und lassen eine Jugendbrigade eine Wandzeitung gestalten, in der das Verächtlichmachen des “Kampfes für den Sozialismus und gegen den Klimawandel” scharf verurteilt wird!

      Freundschaft!

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Rolf Peter

      “Insofern: primitive Hetze gegen den „Kampf gegen den Klimawandel“ – vermutlich in Ermangelung guter Argumente.”

      Leute die im Klimakampf” die Atomkraft verteufeln…sind schlicht Unglaubwürdig !

      Wunderbar in dieser Diskussion zu hören, wie ideologisch verblendet und dumm doch die grün-sozialistischen Klimapopulisten argumentieren bzw. sind .

      https://www.youtube.com/watch?v=F164zmbztZk

      Man beachte auch die Kommentare zu dieser Diskussionsrunde !

      Antworten
      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        “Wunderbar in dieser Diskussion zu hören, wie ideologisch verblendet und dumm doch die grün-sozialistischen Klimapopulisten argumentieren bzw. sind .”

        In “dieser Diskussion” ist nichts dergleichen zu hören, denn ein “grün-sozialistischer Klimapopulist” nimmt daran nicht teil. Der einzige Grüne, der erwähnt wird, scheint gesagt zu haben, dass eine Verlängerung der Betriebslaufzeiten betriebstechnisch und politisch nicht möglich sei.

        Interessant wäre es gewesen, wenn tatsächlich ein Experte der anderen Seite dabei gewesen wäre.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        “Der einzige Grüne, der erwähnt wird, scheint gesagt zu haben, dass eine Verlängerung der Betriebslaufzeiten betriebstechnisch und politisch nicht möglich sei.”

        Na, da haben wir doch schon ein schönes Beispiel für grünsozialistischen Klimapopulismus.

        Wieso soll eine Verlängerung der Betriebszeiten der Atomkraftwerke “politisch nicht möglich” sein? Die Rechtsgrundlage für den Atomausstieg ist das Atomgesetz, das könnte der Bundestag jederzeit mit einfacher Mehrheit wieder ändern. Die aktuelle Fassung geht so:

        Ҥ 7 Genehmigung von Anlagen
        (1) Wer eine ortsfeste Anlage zur Erzeugung oder zur Bearbeitung oder Verarbeitung oder zur Spaltung von Kernbrennstoffen oder zur Aufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe errichtet, betreibt oder sonst innehat oder die Anlage oder ihren Betrieb wesentlich verändert, bedarf der Genehmigung. Für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität und von Anlagen zur Aufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe werden keine Genehmigungen erteilt. Dies gilt nicht für wesentliche Veränderungen von Anlagen oder ihres Betriebs.
        (1a) Die Berechtigung zum Leistungsbetrieb einer Anlage zur Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität erlischt, wenn die in Anlage 3 Spalte 2 für die Anlage aufgeführte Elektrizitätsmenge oder die sich auf Grund von Übertragungen nach Absatz 1b ergebende Elektrizitätsmenge erzeugt ist, jedoch spätestens

        1. mit Ablauf des 6. August 2011 für die Kernkraftwerke Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg 1 und Krümmel,
        2. mit Ablauf des 31. Dezember 2015 für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld,
        3. mit Ablauf des 31. Dezember 2017 für das Kernkraftwerk Gundremmingen B,
        4. mit Ablauf des 31. Dezember 2019 für das Kernkraftwerk Philippsburg 2,
        5. mit Ablauf des 31. Dezember 2021 für die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf,
        6. mit Ablauf des 31. Dezember 2022 für die Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.”

        https://www.gesetze-im-internet.de/atg/BJNR008140959.html

        Die Grünen WOLLEN dieses Gesetz natürlich aus ideologischen Gründen nicht ändern, trotz der angeblich so extrem gefährlichen “Erdüberhitzung” und “Klimakatastrophe”, aber das ist eine Frage des politischen Willens, und nicht der politischen Möglichkeit.

      • weico
        weico sagte:

        @Rolf Peter

        “Interessant wäre es gewesen, wenn tatsächlich ein Experte der anderen Seite dabei gewesen wäre.”

        Die grün-sozialistischen “Weltklimaverbesserer und Energieexperten” bleiben halt lieber in ihre linken Medienblase .

        Sie können solche “Expertenaussagen”, wie z.B. Carla Reemtsma und Anne Spiegel, dann im “Öffentlichen” anschauen :

        Gestern wieder haarsträubende Aussagen von den zwei Klimapopulisten ….
        https://www.daserste.de/information/talk/hart-aber-fair/videosextern/kranke-waelder-ueberflutete-taeler-wird-jetzt-ernst-gemacht-beim-klimaschutz-100.html

    • jobi
      jobi sagte:

      @Rolf Peter

      “Zum Zeitpunkt der Kreditvergabe passiert ökonomisch nichts.”

      Bilanzpositionen ändern sich – oder wie verstehen Sie “ökonomisch” ?

      Im Übrigen ist “Ersparnis” immer nur sinnvoll mit Bezug zu Zeiträumen – nicht Zeitpunkten.

      Zusammenhang Klimawandel / Staatsfinanzierung:

      Kampf gegen den Klimawandel bedeutet, dass Energieproduktion ineffizienter und/oder Energieverbrauch eingeschränkt wird.
      Beides belastet das Wachstum, was keineswegs unproblematisch ist, angesichts der gigantischen Schuldenblasen.
      Kompensation durch die Notenbank wird dann zur Notwendigkeit, um das System zu “retten”.

      Antworten
  9. Herbert Ax
    Herbert Ax sagte:

    Nur mal so
    Ich denke das jede Impfung auch Auswirkung auf unser Imunsystem hat. Das Imunsystem könnte durch jede Impfung auch mehr und mehr einschlafen.
    Man kann mit Coronawahn natürlich auch jede Schwachsinnsmaßnahme durchwinken. Es lassen sich so auch Milliarden verteilen ohne das es großartig Wiederstand gibt.
    Eben globaler oganisierter gutgemeinter? Irrsinn.
    Der Virus ist da und wir werden mit ihm leben müssen. Lockdown raus und rein kann nicht funktionieren. Das sind Maßnahmen durchgeknallter Geisterbahnfahrer.

    Antworten
  10. foxxly
    foxxly sagte:

    warum soll diese unmenschliche, abartige, kranke, ausbeuterische, finanz-elite an diesen geldsystem etwas ändern?
    es läuft doch hervorragend in deren sinne.
    die umverteilung läuft auf hochturen von klein- mittelstand, nach ganz oben.

    jedes andere system würde die umverteilung und deren macht schmälern.

    deren glück und unsere (der masse) dummheit ist es, dass wir unsere arbeitsleistung gegen kredit verkaufen und es selber nicht kapieren, welche folgen dieses schulgeldsystem für uns selber hat.

    wie schmerzvoll muss es noch werden, bis wir uns dagegen stellen; – oder überziehen diese eliten uns vorher noch mit kriegen um vom eigentlichen ursachen abzulenken?
    dabei gehören kriege zu diesen elitensystem: es wird weiter viel vermögen nach oben umverteilt.

    wie toll wird doch dann ein sklaven-system: wir brauchen dann nicht mehr für unser eigenen vermögen schuften.

    wie soll den ein anderes geldsystem gegen diese kriminellen eliten, durchgesetzt werden??
    solange wir nichtmal eine revolution organisieren können, bleibt alles beim alten system der wiederholungen!

    Antworten
  11. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Notenbanken und Staaten bereiten die letzte Phase, die direkte Staatsfinanzierung und die Monetarisierung der Schulden vor, getragen von ökonomischen Theorien wie der Modern Monetary Theory (MMT) und begründet mit dem guten Zweck des Kampfes gegen den Klimawandel.”

    Direkte Staatsfinanzierung und Monetarisierung der Schulden ist nur die vorletzte Phase.

    Was glauben Sie denn, was passiert, wenn infolge dessen die Inflation immer heftiger wird und Massenproteste unsere systemtreuen Regierungen hinwegzufegen drohen? Glauben Sie, da stellt sich einer der Verantwortlichen hin und sagt: “Oh, MMT war wohl doch Schwachsinn. Mit der Hyperinflation hat keiner der MMT-Erfinder gerechnet. Dafür müssen wir die politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Das tut uns alles wirklich leid.”

    Nein. Die werden versuchen, eine Planwirtschaft mit einem Polizei- und Überwachungsstaat zu installieren und die Preise über staatliche Preiskontrollen und Rationierung in den Griff zu bekommen. Und Proteste werden entweder niedergeprügelt, oder die Leute so weit eingeschüchtert, dass sie sich gar nicht zu protestieren trauen. Oder vielleicht könnte man solche Proteste auch verbieten, aus “Klimaschutzgründen” vielleicht? Oder, neuerdings noch beliebter, zum “Schutz der Gesundheit”?

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Richard Ott
      Die Generalprobe läuft doch bereits:
      Um höchste Angst vor sozialen ” Kontakten” / normale Alltagsbegegnungen / zu schüren, , empfielt der begnadete Chef des RKI: Masken-Tragen , Inkjektionen, soziale Distanz auf unabsehbare Zeit. Kinderimpfungen, es gibt kein Halten mehr, Stiko umgefallen.
      Der noch begabtere, liebevoll-bersorgte Gesundheitsminster bemerkte bei seine PK Anfang Oktober: Da das Immunsystem der sozial Distanzierten durch fehlende Viren-Exposition Grippeviren/ geschwächt sei, müsse unbedingt zu weiteren Impfungen geraten werden.
      Haftungs-befreite Impfstoff-Produzenten werden die natürlichen immunologischen Abwehrkräfte so schwächen können , dass sich das Schulden/ Gläubigerproblem von selbst löst.
      In Peter C. Götzsches Buch finden sich Belege für bekannte Machenschaften von Pharma-Industrie:
      ” Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert”. ( Riva-Verlag, genaue Quellenangaben dort ) .
      Wären nicht geschichtliche Beispiele von Massen- Genozid so präsent, ich würde Gläubiger Eliminierung für reine Verschwörungs-Phantasieen halten.
      Die Methoden werden moderner, nach Food-War ( G. Grimm) die nächste Etappe.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Doc Fischer

        “Wären nicht geschichtliche Beispiele von Massen- Genozid so präsent, ich würde Gläubiger Eliminierung für reine Verschwörungs-Phantasieen halten.”

        Wir sind hier nicht bei “Game of Thrones”, heute geht das dank moderner Propaganda und ein bisschen ideologischer Subversion viel eleganter – und rechtssicherer.

        Wozu sollte irgendjemand beispielsweise den großen Gläubiger “Bundesrepublik Deutschland” eliminieren wollen, wenn er sich geradezu danach sehnt, mit seinen Schuldnern zu verschmelzen? ;)

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