„Große allgemeine Verunsicherung“

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Henrik Müller berichtet vom GES: „Experten sehen die Welt in einem epochalen Umbruch, der Westen dankt als Vorbild ab: Das Global Economic Symposium hat die globale Dauermalaise vermessen und nach Lösungen gefahndet – mit Lust an radikalen Ideen.“ Ein paar Highlights:

  • „Es ist diese Mischung aus Verunsicherung und Aufbruch, die sich beim diesjährigen Global Economic Symposium (GES) in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur durch alle Sitzungen zieht. Zwei Tage lang sondierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen Anfang dieser Woche die globale Großwetterlage. Sie versuchten sich am Big Picture.“
  • „Zur GES-Sicht auf die Welt gehört die Vorstellung, dass große Umbrüche selten ohne gravierende Verspannungen und Krisen abliefen. Die Sehnsucht nach einer Rückkehr zur Normalität der vergangenen Jahrzehnte mag groß sein: dass die geopolitischen Spannungen sich lösen und die Terrorwelle abebbt, dass die Euro-Krise verschwindet, dass Amerika wieder regierbar wird, die Liste ließe sich verlängern. Die Teilnehmer des GES jedoch machen sich daran, die Anatomie des Wandels mit langem Zollstock zu vermessen und nebenher Lösungen zur praktischen Weltverbesserung zu skizzieren.“
  • „Der Kieler Konjunktuforscher Stefan Kooths leitet eine Gesprächsrunde, in der es um „die Zukunft des Geldes“ geht. Die Positionen changieren zwischen zwei ziemlich extremen Positionen: der Privatisierung des Geldes samt faktischer Abschaffung der Zentralbanken einerseits und andererseits der Schaffung von „Vollgeld“, was den staatlichen Notenbanken absoluten Durchgriff gäbe und den Geschäftsbanken große Teile des Geschäfts wegnähme.“
  • „Um die krisenanfällige Weltwirtschaftsunordnung auf ein solideres Fundament zu stellen, kann sich Daniel Stelter, Ex-Boston-Consulting-Partner (und manager-magazin-online-Kolumnist) vorstellen, eine Art globale Zentralbank einzurichten mit weitreichenden Kompetenzen zu schaffen. Hauptziel: Staaten und Privatwirtschaft das Schuldenmachen weitgehend zu verbieten, so dass sich eine neue Finanzkrise nicht wiederholen kann.“ (bto:natürlich nicht verbieten, sondern im Gleichklang mit dem Wirtschaftswachstum halten)
  • „Der alte Top-Down-Ansatz, bei dem sich ein Haufen Regierungsvertreter zusammensetzt und dann der Welt eine große, umfassende Lösung präsentiert – der sei gescheitert. Es gehe nur so:„Don’t globalize local problems, but localize global problems.“ Globale Probleme müsse man eben konkret vor Ort angehen.“

manager magazin: „Große allgemeine Verunsicherung, 11.09.2014

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