„Why the end of austerity would be an earthquake for markets“

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 Eine interessante Überlegung in der FINANCIAL TIMES zu den Folgen von Helikopter-Geld. Die Kernthese: Sollte es wirklich dazu kommen, käme dies einem Schock für die Kapitalmärkte gleich. Die „sicheren“ Anlagen in Dividendenwerten und Anleihen würden plötzlich an Attraktivität verlieren und stattdessen die zyklischen Werte profitieren: 

  • The resilience of markets is standing out as a defining feature, with setbacks shortlived and ultimately providing investors with a buying opportunity.” bto: Das ist richtig. Rückblickend konnte man nur kaufen. 
  • “(…) the past 12 months have been marked by bouts of turmoil and predictions of gloom that ultimately fall short.” – bto:  ob China, Brexit oder Fed. Es war immer nur ein kurzzeitiger Einbruch, wie auch von mir in meiner letzten WiWo-Kolumne vor der Sommerpause festgehalten. 
  • “In plain performance terms, we have a record high for the S&P 500, while the FTSE All World index has climbed 18 per cent from its nadir in February.” – bto: wobei man sich schon fragt, wie dies mit der schwachen Realwirtschaft korrespondiert. 
  • “One obvious reason for the ebbing resonance of market shocks is the easy money policies of central banks, that subdue both interest rates and market volatility.” – bto: wie in der letzten Woche vorgerechnet.
  • “Eight years of austerity and a prolonged fall in central bank borrowing rates and bond yields have failed to deliver sustained economic growth. Hence the rise of populist politics, while calls for fiscal stimulus are steadily growing.” – bto: Wenn es wirtschaftlich besser ginge, wäre es sicherlich kein Thema.
  • “Of the 160 fund managers surveyed by Bank of America Merrill Lynch this month, 39 per cent expect ‚helicopter money‘ in the next 12 months.”
  • “(…) fiscal stimulus calls for buying cyclicals, rather than looking at dividends and long duration bonds.” – bto:  Das wäre in der Tat der Auftakt für eine deutliche Rotation, so die Märkte an den Erfolg glauben!
  • “Given the extreme hunt for yield in recent years, the prospect of major fiscal expansion, particularly if undertaken by leading economies in unison, would amount to a significant shock for plenty of portfolios.”
  • “A decisive flick of the fiscal switch to loosen austerity would herald a stampede from the best performing sectors of global markets.” – bto: raus aus den Dividenden und Rentenpapieren in die zyklischen Werte. Stiegen die Zinsen an, wäre das ein erheblicher Schock. Wobei ich immer noch denke, dass die Schulden das nicht möglich machen. 
  • “The ensuing surge in market volatility would prompt investors to sell their holdings based on risk management models known as a value-at-risk (Var) shock in order to avoid losses.”
  • “(…) we have felt the Var tremors before, notably during the summer of 2013 with the taper tantrum and then, from last April, when the 10-year German Bund yield rose from just above zero per cent to near 1 per cent by early June.”
  • ”The potential for sparking a massive rush for the exit from what has been a relentless search for yield cannot be ruled out. One can only hope that markets simply experience another tremor and not the big one.“

 

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Why the end of austerity would be an earthquake for markets“, 22. Juli 2016

3 Kommentare
  1. Stefan Bohle says:

    Ich finde bemerkenswert, dass hier „end of austerity“ mit „helicopter money“ gleichgesetzt wird. Welche Verschiebung der Definitionen. Früher einmal wurde „Austerität“ mit „Schuldenabbau“ gleichgesetzt. Den hat es so ziemlich nirgends gegeben, insbesondere nicht in den einschlägigen Schuldenwirtschaften West- und Südeuropas.
    Nun ändert sich die Definition von Austerität also dahingehend, dass jegliche Wirtschaftspolitik, die nicht auf Konjunkturprogramme aus der Notenpresse setzt, als „Austeritätspolitik“ betrachtet wird. So kapert man Begriffe!

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  2. Christian Müller says:

    Man hat einfach die Erfahrung gemacht, dass nicht alle zugleich sparen und mit Sparen Schulden abbauen können. Was für eine schwäbische Hausfrau für sich alleine betrachtet sinnvoll sein mag, können nicht alle schwäbischen Hausfrauen zugleich tun. Irgendwann werden dies auch die schwäbischen Oberhausfrauen merken…

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  3. Ondoron says:

    Der Beitrag zeigt doch nur, dass der keynesianische Konstruktivismus dabei ist zu scheitern. Die planwirtschaftlich Denkenden – so eben auch die Zentralbanken und damit assoziierten Entitäten – können sich das natürlich nicht eingestehen. Das Paradigma des Keynesianismus kollabiert gerade. Mal sehen, was kommt; die Wohlstandsblase oder Wohlstandsillusion wird bald im Orkus verschwinden.

    Die Linken meinen immer noch, mehr Keynesismus hülfe. Dabei ist der Gegenpol zum Schuldensaldo kein wirklicher Reichtum, wenn er sich nicht in harten Assets materialisiert hat, sondern nur virtuell. Wenn das System kollabiert, dann wird sich gähnende Armut zeigen – nicht nur bei denjenigen, die heute schon arm sind.

    Die geopolitische und auch die lokalpolitische Sicht wird hier meistens ausgeblendet. Wohin werden uns die Politiker führen mit ihren Allmachtsvorstellungen des „Primats der Politik“? In Europa wohl in den Eurosozialismus oder noch schlimmer, einen neuen Totalitarismus, wie es in Europa seit den NationalSOZIALISTEN oder den RotSOZIALISTEN im Osten nicht mehr der Fall war.

    Warum nur kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, Merkel und Schäuble (u.a.) wären früher auch gut im Politbüro aufgehoben gewesen???

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