Hans-Werner Sinn zur Politik der Konkursverschleppung

Ausführliches und lesenswertes Interview mit Hans-Werner Sinn in The European. Ich greife wirklich nur ein paar Highlights heraus:

  • Wenn man misst, wie groß die Ungleichheit der Brutto- und der Nettoeinkommen ist, und den Unterschied als Maß für die Umverteilung nimmt, stellt man fest, dass Deutschland unter den großen Ländern der Erde das Land ist, das die primäre Einkommensverteilung, wie sie durch die Marktkräfte zustande gekommen ist, am stärksten durch fiskalische Umverteilungsmaßnahmen verändert. Die Sekundärverteilung ist unter dem Einfluss dieser Maßnahmen tatsächlich substanziell gleicher geworden.“ – bto: was Leute wie Fratzscher nicht daran hindert, die Geschichte der ungleichen Einkommen zu erzählen.
  • Dann zum Thema tiefe Zinsen: „Sie sind (…) das Ergebnis der Blasen, die sich vorher dort entwickelt hatten.(…) Als die Blasen platzten, hat man nicht akzeptiert, dass ein Prozess der schöpferischen Zerstörung stattfand, wie ihn Schumpeter oder auch Marx beschrieben, (…) Vielmehr haben die Zentralbanken versucht, die nicht mehr wettbewerbsfähigen Firmen zu retten, indem sie die Zinsen nach unten trieben, bis auf null oder gar in den negativen Bereich. (…) Die Zombies überlebten und absorbieren Jahr um Jahr immer mehr ökonomische Ressourcen, um zu überleben. So gesehen war die Politik der Zentralbanken das Rezept für ein dauerhaftes Siechtum, für eine Wirtschaft mit lauter Fehlinvestitionen und schlechten Kapitalrenditen.“ – bto: genau die These, die ich auch vertrete und in „Eiszeit in der Weltwirtschaft“ erläutert habe.
  • „Sobald man die Zinsen auf Normalmaß erhöhen würde, würden diese Zombies dann wirklich sterben, (…) Sie haben nach dem Platzen der Blasen praktisch eine Politik der Konkursverschleppung betrieben, aus der man, wenn man einmal angefangen hat, gar nicht mehr leicht herauskommt.“ – bto: So ist es und deshalb wird sie mit voller Kraft fortgesetzt – bis zum vermutlich sehr bitteren – Ende.
  • „Das gilt auch für die europäische Zentralbank. Sie hat durch ihre ausufernde Geldpolitik mit den Nullzinsen notwendige Reinigungsprozesse unterbunden und überkommene Strukturen erhalten. Auch hat sie dafür gesorgt, dass Länder im Euro bleiben, die dort nie glücklich werden, weil sie mit den Preisen und Löhnen in der Vor-Lehman-Blase (vor 2008) an die Decke schossen und viel zu teuer geworden sind. Diese Länder müssten eigentlich aus dem Euro aussteigen, um durch Abwertung ihre Wettbewerbsfähigkeit herzustellen. Das hätten die politischen Konstrukteure der heutigen EU freilich als Fiasko angesehen, und viele Banken hätten viel Geld verloren.“ – bto: Und deshalb werden wir weiterhin mit Euro geschwemmt.
  • „Das billige Geld aus der Druckerpresse wurde in diesen Ländern als Ersatz für private Kredite und eigene Erträge aus Exportverkäufen verwendet. (…) wo führt sie hin? Sie führt in das dauerhafte Siechtum à la Japan. (…) obwohl sie es gar nicht durfte, denn sie ist ja nicht die Zentralbank eines Staates, sondern die Zentralbank einer losen Föderation von Staaten, die sich im Maastrichter Vertrag ein enges Regelwerk gegeben hatten. Die zwei wesentlichen Eckpfeiler waren: Erstens: es darf keine Staatsfinanzierung aus der Druckerpresse geben. Zweitens: Es muss auch Konkurse von Staaten geben, die überschuldet sind, ohne dass die Steuerzahler anderer Staaten die Gläubiger dieser Staaten retten. Beide Pfeiler sind eingebrochen.“ – bto: Und nur der naivste Beobachter konnte denken, dass die Regeln eingehalten werden.
  • „(…) die EZB hat für 1,9 Billionen Euro Staatspapiere von den einzelnen Notenbanken kaufen lassen. (…) Die Banken, deren Bilanzen voll mit solchen Papieren waren, haben dadurch riesige Buchgewinne gemacht und schienen bilanziell wieder zu gesunden. In diesem Zustand ist das Bankensystem noch heute. Sobald die EZB den Spieß wieder umdreht, erweisen sich diese Buchgewinne als das, was sie waren: bloße Luftnummern. Die Bankenpleiten, die man damals abgewendet hatte, fänden nun statt. Auch die Staaten können sich nicht mehr weiterfinanzieren, weil sie höhere Zinsen bieten müssten, um die alten auslaufenden Kredite mit neuen zu bedienen, aber für die höheren Zinsen hätten sie in ihrem Budget keinen Platz. Sie haben sich an die niedrigen Zinsen gewöhnt und brauchen das Geld für ihr tägliches Frühstück.“ – bto: übrigens auch unsere Helden der „schwarzen Null“. 
  • „(…) der Staat (profitiert) von niedrigen Zinsen (…), nicht aber Deutschland. Deutschland besteht aus der Summe aller Sektoren, Haushalte, Firmen und dem Staat, und diese Sektoren zusammen sind gegenüber dem Rest der Welt nicht etwa Schuldner, sondern Gläubiger, der zweitgrößte Gläubiger der Welt überhaupt nach Japan. Deutschland hat nämlich durch seine Exportüberschüsse riesige Auslandsvermögen aufgebaut. Darauf verdient es eigentlich Zinsen. Da die Zinsen nicht mehr kamen, verlor Deutschland schon sehr viel Geld, und die Schuldnerländer dieser Welt, von den USA bis nach Südeuropa, waren die großen Profiteure. Das Fatale ist, dass der deutsche Staat sich darüber wenig aufregt, weil er ja selbst Schuldner ist und insofern von niedrigen Zinsen profitiert. Dass die Verluste der Sparer seine Gewinne überkompensieren, scheint ihn wenig zu interessieren. Maßgebliche Kräfte in der deutschen Politik finden die niedrigeren Zinsen gar nicht so schlecht, obwohl die deutsche Volkswirtschaft in ihrer Gesamtheit dadurch geschädigt wird.“ – bto: und zwar jene, die uns immer das Märchen vom reichen Land erzählen.
  • Und dann die traurige Erkenntnis, die ich auch immer wieder verbreite: „Das ökonomische Wissen ist nicht verbreitet. Da sehen wir wieder einen Unterschied zur angelsächsischen Welt, wo das ökonomische Wissen einen ganz anderen Stellenwert hat – in den Universitäten und an den Schulen. In den USA macht so ziemlich jeder, egal, was sein Studienziel ist, ein Jahr Economics im Grundstudium. Das führt zu einem ganz anderen Grundverständnis. Hier in Deutschland haben wir ja mindestens die Hälfte der Intellektuellen, wenn nicht zwei Drittel, die nicht den Hauch einer Ahnung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen haben.“ – bto: und sich deshalb entsprechend schlecht regieren lassen!
  • Die Wähler sind ja nicht nur Intellektuelle und Personen mit höheren Einkommen, deren offenes Herz nun mit der billigeren Putzfrau belohnt wird. Es sind stattdessen vielfach Menschen, die die Zuwanderer als Konkurrenz bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und einer preisgünstigen Wohnung begreifen. (…) Die Löhne sinken und die Mieten steigen. Die Reallöhne sinken über beide Effekte. Es ist klar, wer die Verlierer der Immigration sind. Dass diese Verlierer sich darüber aufregen, dass sie verlieren, kann man diesen Menschen nicht vorwerfen. Da kommen dann die Besserverdienenden wie Sie und ich und rümpfen die Nase und sagen: ‘Ihr seid unmoralisch.’ In Wahrheit gehören die aber zu den Gewinnern des Prozesses.“ – bto: noch dazu, wenn man bedenkt, dass die Zuwanderer vom Staat sehr viel Geld bekommen. Ich erinnere an die Studie der Universität Oxford, die ich hier besprochen habe:

Und dann fasst Sinn das Märchen vom reichen Land gut zusammen:

  • In 10 Jahren spätestens wollen sie eine Rente von Kindern, die sie nicht haben. Sie denken, sie hätten sich die Rente angespart. Die Rente kommt aber nicht aus einem Kapitalstock, sondern von der nachfolgenden Generation. Wenn die zu klein ist, bekommen sie die Rente nicht in dem Maße, wie sie es erhofften, oder sie müssen die nachfolgende Generation so mit Steuern und Beiträgen belasten, dass die darüber nachdenkt, das Weite zu suchen.“ – bto: bekanntlich einer meiner wesentlichen Thesen.
  • „Die meisten Migranten in letzter Zeit kosten den Staat sehr viel Geld, weil sie sehr schlecht qualifiziert sind und wenig verdienen. Weil sie wenig verdienen, zahlen sie nicht die Steuern, die nötig sind, das ihnen zur Verfügung gestellt Spektrum staatlicher Leistungen von der Infrastruktur über das Rechtssystem und die Verwaltung bis hin zu den Sozialleistungen zu finanzieren. Deutschland braucht höherqualifizierte Migranten, wie sie nach Großbritannien oder in die USA einwandern.“ – bto: Nur, warum sollten die in diese Abgabenhölle einwandern?
  • „Viele Experimente und Spielereien, die wir jetzt betreiben, so auch der Doppelausstieg aus Kernkraft und Kohle, werden sich als dramatische Fehlentscheidung erweisen, weil dafür enorm viel Wirtschaftskraft verbraucht wird, die man eigentlich bräuchte, um die alternde Gesellschaft zu ernähren.“bto: So ist es.

→ theeuropean.de: „Die SPD kann nur dann gewinnen, wenn sie mit dem ideologischen Gerede aufhört“, 11. März 2019

50 Kommentare
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    globalvoterorg sagte:

    Sind alle Experten gehirngewaschen!? Die vorliegende Situation ist makro- und mikroökonomisch sachlich aufbereitet und fachlich beschrieben! Die intellektuelle „Inzucht“ schlägt sich selbst. Die Wahrheit: Wir haben keinen „Kasino Kapitalismus“, sondern eine kriminelle Vereinigung am Ruder der Finanzwelt. Das Schuldgeldsystem, FIAT Money! Deren Vasallen sind die installierten Kleptokraten. Die Finanzkrake, die die Welt beherrscht, mußte 2008, bei der drohenden Kernschmelze, ins grelle Tageslicht treten! NUR, durch den Einsatz des Finanztsunamis, der hier wie ein „Kindergartenakt“ diskutiert wird, sorry, ist, nicht nur eine Konkursverschleppung, sondern die größte Weltmarktsmanipulation der Geschichte! Auf unserem Rücken (das Volk) abgezogen.
    Es geht und ging, nie, um die Heilung der Märkte und seiner Teilnehmer, sondern, allein, um die Erhaltung der Macht! Die Macht der Gelddrucker Maschinerie! Um die absolute Dominanz!
    Für die Leser, die Nicht BWL/VWL studierten: Wenn man Monopoly spielt, bekommen aller Mitspieler die gleiche Summe an Bargeld/Zahlungsmittel! Es kommt, nun, aufs Geschick/die Strategie an und des Glückes (Würfel), wer letztlich gewinnt! Wenn, nun, ein Mitspieler, ALLEIN, soviel Bargeld/ Zahlungsmittel, während des Spieles „schöpfen“ könnte, wie er wollte!? Was passiert dann!!?? Er ist und wird, langfristig, UNSCHLAGBAR! Würden das die Mitspieler akzeptieren/mitmachen!?
    Sorry, für diese „profane“ Methafer! DAS, ist, schlicht, die Macht/das „Spiel“ der Gelddruckerkaste! Es ist Übervorteilung und Betrug an der Gemeinwohlwirtschaft. Und schafft DIE Macht, weil im Finanzsystem durch die unnachhaltige Vermehrung der Mittel, aus dem Nichts, Vorteil erwächst.
    Dazu, kommt ein Detail, welches unterschlagen wird! Das Zinseszins System ist exponentiell und muß, IMMER, in sich selbst zusammenbrechen! D.h., die Krise des Systems ist ein Geburtsfehler.
    DESHALB, um diese inherente Krise, 2008, eben NICHT ausufern zu lassen, mußte die Finanzkrake, die FED und das ZB System „die Hosen“ runter lassen! NICHTS, hasst diese Macht mehr, als das Chaos in einer virtuellen Internetwelt, im Nanotakt. Die Finanzkrake mußte sein häßliches Gesicht zeigen, was Macht wirklich macht! Nein, nicht das Kapital, sondern die endlose und uneingeschränkte Liquidität. „Die kriminelle Schöpfung!“ Seit 1913 und 1971, in diesem Theater.

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    Dietmar Tischer sagte:

    @ Arda Sürel

    Danke für Ihre Differenzierungen, mit denen ich einverstanden bin.

    Insbesondere glaube ich wie Sie, dass die Bürokratien, sei es die bei der EZB bzw. den nationalen Notenbanken, in den Finanzministerien und den Aufsichtsbehörden sehr viel mehr wissen als die Öffentlichkeit.

    Ihre Schlüsselbemerkung:

    >Vollkommen richtig, nur die Politik will und/oder kann nicht. Die EZB darf nicht, kann aber (nicht verhindern jedoch hinausschieben).>

    Ich weiß natürlich auch nicht, was das EZB Direktorium besprochen und auch nicht, was Draghi mit Merkel und anderen erörtert hat, sage dazu aber aufgrund meiner Lebenserfahrung:

    Die wenigen Leute, die es in Gesellschaften wie unseren in der Hand haben, das Schiff nicht untergehen zu lassen, lassen es nicht untergehen.

    Die EZB hat bis heute den großen Vorteil, eine starke Begründung zu haben, siehe M. Stöckers Vorbringungen mit dem Inflationsziel.

    Das BVerfG tut sich da schwerer, entscheidet aber im Prinzip nicht anders:

    Es ist zwar dem GG verpflichtet, wird aber kein Urteil fällen, demzufolge die Bundesbank aus der EZB abgezogen werden müsste. Also verweist sie die Entscheidung zum EuGH nach Luxemburg.

    Brexit: genauso

    Wenn GB seinen Parlamentsabstimmungen gemäß dem ausgehandelten Abkommen nicht zustimmt, dann müsste es mit einem no deal ausscheiden.

    Müsste ist aber zu teuer, deshalb wird hinausgeschoben …

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    Arda Sürel sagte:

    Sehr geehrter Herr Tischer,

    ‚Sehr hoch verschuldet, aber nicht überschuldet‘.
    Unzweifelhaft sind die Staaten Europas nicht in dem Sinne überschuldet, dass sie ihre Zahlungen nicht mehr leisten können. Mit dem Begriff der ‚Überschuldung‘ will ich eher auf den Umstand verweisen, dass die Glaeubiger dieser Schuld zumindest in der langen Frist nicht mit der vollstaendigen Rückzahlung der Kapitalbetraege rechnen sollten, dass es also – irgendwann – zu massiven Abschreibungen der Schulden/Kapitalbetraege kommen wird.

    ‚Das war nicht in 2012 der Fall, also als das „Whatever it takes …“ gesagt wurde.‘
    Vieles was an der derzeitigen Finanzsituation jetzt für viele ersichtlich ist, ist erst im Laufe eines Prozesses, der mittlerwieile ein Jahrzehnt anhaelt, offen geworden. Was normalen Beobachtern lange verborgen blieb, ist hohen Beamten in den Finanzministerien, hohen Angestellten in Banken und in der EZB vermutlich schon laenger bekannt. Ich erinnere mich an Herrn Schaeuble, der im Bundestag die potentiellen Verluste aus den Toxic Assets als ‚Staatsgeheimnis‘ bezeichnet hat. In diesen Etagen wurden vermutlich Dinge gesehen, die unter anderem zu ‚whatever it takes‘ geführt haben. Dass diese Dinge durchsickerten, hat dann Zeit gebraucht.

    ‚ Die Aufgabe der EZB ist es nicht Staatsinsolvenzen verhindern. Das ist Aufgabe der Politik, wenn sie es denn will‘
    Vollkommen richtig, nur die Politik will und/oder kann nicht. Die EZB darf nicht, kann aber (nicht verhindern jedoch hinausschieben). Vielleicht war es ja so, dass der EZB hinter verschlossenen Türen gesagt wurde ’nu mach mal‘ oder die EZB hat sich selber gesagt ‚ich darf nicht kann aber, wenn ich das mache, was ich darf, geht das Schiff unter, wenn ich jedoch dass mache, was ich nicht darf aber machen kann, dann bin ich zwar der Buhmann aber wir segeln noch eine gewisse Zeit weiter‘

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    Arda Sürel sagte:

    Am Tag nach Lehman waren die Toxic Assets das Kernproblem des Weltfinanzsystems. Sinn schreibt in seinem Buch ‚Kasinokapitalismus‘, dass die reale Bereinigung (inclusive der Berücksichtigung diverser auch verschleiernder Buchungsvorgaenge) der Toxic Assets aus den Bilanzen deutscher Banken vermutlich das gesamte Eigenkapital dieser Banken aufgezehrt hat. Wenn wir von einer vergleichbaren Situation für den Rest der europaeischen Bankenwelt ausgehen, hatte diese bei Ausbruch der europaeischen Schuldenkrise kein ausreichendes Eigenapital um in ihren Bilanzen z.B. griechische Staatspapiere auf den realistischen Wert von 40% des Nominalwertes abzuschreiben (was ja nur der recht unbedeutende Anfang gewesen waere).

    Das, was die EZB finanziell gesehen untot gehalten hat, sind also die europaeischen Staaten (deren Staatsschulden realistischerweise abzuschreiben waeren) und die europaeischen Banken (die eine solche Abschreibung nicht überleben würden). Der Abschreibungsbedarf der Staatsschulden resultiert nicht daraus, dass irgendwelche Massgrössen (90% wurde mal vorgeschlagen, ich glaube von Rogoff) überschritten waeren, sondern aus den vergleichenden Beobachtungen, die die Teilnehmer am Finanzgeschehen machen und die dann zu dem Ergebnis kommen ‚Die Staaten sind überschuldet‘.

    Solange der ‚Markt‘ davon ausgeht, dass die Staaten überschuldet und deswegen die Bankenwelt real pleite ist und die Politik durch Abschreibungen/Rekapitalisierungen und Verstaatlichung des Finanzwesens dieser Überschuldung nicht beikommt (Ich ignoriere Wachstum und Inflation) – dürfte die Annahme, dass die EZB zu irgendeinem Zeitpunkt nach Lehmann die Alternative hatte, in grossen Zügen anders zu agieren, sehr fraglich sein.

    Damit eine Zentralbank den Geldwert überhaupt managen kann, bedarf es eines Finanzsystems, das stabil genug ist um überhaupt gemanagt werden zu können. Ob es nun ausdrücklich irgendwo so formuliert ist oder nicht, die Hauptfunktion der Zentralbank ist es, an der Gestaltung des Finanzsystems so mitzuwirken, dass deren Teilnehmer davon ausgehen können, dass es stabil ist .

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Arda Sürel

      Ich schätze Ihre Beiträge, aber hier begehen Sie einen Fehler.

      >Der Abschreibungsbedarf der Staatsschulden resultiert nicht daraus, dass irgendwelche Massgrössen (90% wurde mal vorgeschlagen, ich glaube von Rogoff) überschritten waeren, sondern aus den vergleichenden Beobachtungen, die die Teilnehmer am Finanzgeschehen machen und die dann zu dem Ergebnis kommen ‚Die Staaten sind überschuldet‘.>

      Das ist so nicht richtig.

      Ja, die Teilnehmer am Finanzgeschehen haben verglichen und sind DARAUFHIN zu der Einschätzung gekommen, dass aufgrund der Verschuldung sowie der realen Wirtschaftssituation ein erhöhtes Risiko für die Bedienung und Rückzahlung von Staatsanleihen vorliege, das mit deutlich höheren Zinsen auszugleichen sei.

      Eine Risikoeinschätzung ist nicht „zum Ergebnis gekommen, die Staaten sind überschuldet“.

      Sehr hoch verschuldet, aber nicht überschuldet.

      >Solange der ‚Markt‘ davon ausgeht, dass die Staaten überschuldet und deswegen die Bankenwelt real pleite ist …>

      Das war nicht in 2012 der Fall, also als das „Whatever it takes …“ gesagt wurde.

      Es war allerdings in 2015 in Griechenland der Fall nach Meinung vieler Ökonomen und auch der Märkte.

      >Damit eine Zentralbank den Geldwert überhaupt managen kann, bedarf es eines Finanzsystems, das stabil genug ist um überhaupt gemanagt werden zu können.>

      Das ist richtig.

      Was aber DAMIT verbunden nicht richtig ist:

      Die Aufgabe der EZB ist es nicht, Staatsinsolvenzen zu verhindern.

      Das ist Aufgabe der Politik, wenn sie es denn will.

      2015 in Griechenland hat sie es gewollt.

      Griechenland ist durch Kredite des ESM, für welche die Haushalte der Staaten haften, vor der Erklärung der Insolvenz bewahrt worden.

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    Robert Nitsch sagte:

    „Hat die Schweiz dann auch ihre „Zombies“ an den Tropf gehängt??? Dort sind die Zinsen noch niedriger als in Euroland.“

    Ja, genau das hat sie, aber aus anderen Gründen, nämlich um eine massive Aufwertung des Franken zu verhindern. Die Anlegerwelt versucht(e) nämlich ihr Geld in der Schweiz in Sicherheit zu bringen. Hier gilt gleichfalls die Devise: Die Dosis macht das Gift. Vitamine und andere Nährstoffe sind schön und gut, aber wenn man zu viel davon in kurzer Zeit bekommt, dann können sie schädlich oder gar tödlich wirken.

    Die Schweizer haben die Leitzinsen also aus einer Position der Stärke heraus gesenkt. Gut ist das auf Dauer auch nicht. Auf lange Sicht (!) begünstigt es durchaus diese „Zombies“.

    Andererseits gilt aber auch: Der Wettbewerb wird durch niedrige Zinsen ja nicht ganz ausgeschaltet. Eine gut geführte Firma wird auch bei sehr niedrigen Zinsen immer noch wirtschaftlich erfolgreicher sein als eine schlechte geführte „Zombie“-Firma. Da führt kein Weg dran vorbei. Ich sehe niedrige Zinsen eher als eine „Aufweichung“ des Wettbewerbs, und nicht als eine Verhinderung. Es wird ja „nur“ der Wettbewerb um das Geld der Anleger ausgeschaltet, aber nicht der Wettbewerb um Arbeitskräfte etc. Oder anders formuliert: Die Wirtschaft und ihre Zombies werden nicht gänzlich eingefroren – die Entwicklung wird nur verlangsamt. Auf Dauer geht damit jedoch gleichfalls Wohlstand bzw. Wirtschaftskraft verloren.

    Je mehr Wettbewerb es in einer Wirtschaft gibt und je schneller, desto besser. Vor allem auf lange Sicht. Konkurrenz belebt das Geschäft und sorgt dafür, dass die Ressourcen dorthin fließen, wo sie am effizientesten genutzt werden. Diesen Prozess zu verlangsamen oder verhindern zu wollen, weil man den (bloß temporären!) Schmerz von Firmenpleiten nicht verkraftet, ist ein fataler Irrweg und zeugt von ökonomischer Inkompetenz.

    Sport ist auch anstrengend, aber auf Sport verzichten ist fatal für die Gesundheit. Leider zeigen sich die Folgen eines ungesunden Lebensstils erst sehr viel später. Die Erfahrung rennt den Menschen hinterher, wie immer.

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Robert Nitsch

      „Ja, genau das hat sie, aber aus anderen Gründen, nämlich um eine massive Aufwertung des Franken zu verhindern.“

      Völlig d’accord.

      „Ich sehe niedrige Zinsen eher als eine „Aufweichung“ des Wettbewerbs, und nicht als eine Verhinderung.“

      Ich sehe niedrige Zinsen als ein FOLGE des intensiven Wettbewerbs. Da konkurrieren sich auch die Zinsgewinne weg.

      „Es wird ja „nur“ der Wettbewerb um das Geld der Anleger ausgeschaltet, aber nicht der Wettbewerb um Arbeitskräfte etc.“

      Dahinter steht mal wieder die irrige Vorstellung, dass Banken das Geld der Sparer verleihen. Das ist und bleibt der größte Irrtum seit der kopernikanischen Wende: https://zinsfehler.com/2014/09/04/bankmythen/

      LG Michael Stöcker

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        Dieter Krause sagte:

        „Der größte Irrtum seit der kopernikanischen Wende“ ist aber eine starke Vokabel! Gab es in den letzten 500 Jahren nicht noch andere große Irrtümer, Herr Stöcker? – Ich will Sie hier aber nicht kritisieren – Sie haben es in diesem Blog schon schwer genug! Obwohl Sie so konsistent wie kaum ein andere rdiskutieren. Bei Ihnen hat man aber immer auch das Gefühl, dass die Geldpolitik eines demokratischen Staates allen ihren Menschen dienen soll – und nicht der Mensch nur dem gierigen Investor!

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    Horst sagte:

    „Und dann die traurige Erkenntnis, die ich auch immer wieder verbreite: „Das ökonomische Wissen ist nicht verbreitet. Da sehen wir wieder einen Unterschied zur angelsächsischen Welt, wo das ökonomische Wissen einen ganz anderen Stellenwert hat – in den Universitäten und an den Schulen…“

    HWS sollte einige Universitäten in den USA besuchen. Ökonomisches Gedankengut, das wir in Deutschland als „links“ bezeichnen würden (hohe Erbschafts-, Vermögens- sowie Einkommenssteuern, Grundeinkommen etc.), ist nicht nur an den IVY-League Universitäten weit verbreitet.

    Zu der letzten Position passend:https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=618740 (Zustimmung für bedingungsloses Grundeinkommen eher bei jungen, bei besser gebildeten Menschen sowie in unteren Einkommensschichten)

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      Richard Ott sagte:

      @Horst

      Auch an den Ivy-League-Universitäten weit verbreitet sind neurotische, psychisch höchst instabile Studenten, die wegen politisch unkorrekter Halloween-Verkleidungen in Heul- und Schreikrämpfe verfallen – besonders dann, wenn ein böser, rechter Erzieher ihnen sagt, dass sie sich doch mal wieder einkriegen sollen. Hier mein Lieblingsvideo: https://www.youtube.com/watch?v=kMc8pczn-hs (mein liebster Heuler kommt ab 01:05)

      Dass diese durchgeknallten Opfer-Schneeflöckchen gerne ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten, überrascht mich nicht – aber das ist eher ein Argument gegen das BGE als dafür.

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        Dieter Krause sagte:

        Das Elend der Identitätspolitik der USA, wo der wichtigste Beitrag zu einer öffentlichen Debatte mittlerweile der ist, irgendwie Opfer gewesen zu sein! Das Yale-Hearing (alter weißer Professsor versteht das Leid der Nachfahren von schwarzen Sklaven nicht) erinnert mich aber auch ein bisschen an die Kulturrevolution in China – damals hetzte Mao seine junge Garde auch auf viele Professoren chinesischer Unis! – Hier übrigens noch mal ein guter Kommentar des Harvard-Historikers Niall Ferguson dazu:
        Niall Ferguson über die Kultur an Unis: «Als Rechter bist du ein potenzieller Nazi. Kommunisten hingegen sind moralisch einwandfreie Sozialdemokraten»
        https://www.nzz.ch/feuilleton/niall-ferguson-als-rechter-bist-du-ein-potenzieller-nazi-sozialisten-und-kommunisten-hingegen-sind-moralisch-einwandfreie-sozialdemokraten-ld.1467954

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Dass diese durchgeknallten Opfer-Schneeflöckchen gerne ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten, überrascht mich nicht – aber das ist eher ein Argument gegen das BGE als dafür.“

        Diese „Schneeflöckchen“ werden den Kern aller Gesellschaften von morgen in den entwickelten Volkswirtschaften bilden – das ist eher bei nüchterner Betrachtung ein Argument für die Initiierung des BGE – wann auch immer dieser Zeitpunkt eintreten wird.

        Angesichts der hohen Zahl an ausstehenden Studentenkrediten in den USA und einer geringen Aussicht für Viele auf gut dotierte Arbeitsplätze, ist diese Forderung nicht verwunderlich in Erkenntnis, dass das Leistungsprinzip nicht mehr voll umfassend greift.

        „…neurotische, psychisch höchst instabile Studenten…“

        Dass Sie Psychiater und damit befähigt sind, diese Diagnose stellen zu können, war mir bisher nicht bekannt.

  7. Avatar
    Eva Maria Palmer sagte:

    Im Grunde ist Prof. Sinn in vielen Dingen der gleichen Meinung wie Dr.Stelter in seinem tollen Buch „Das Märchen vom reichen Land“, das ich, wie alle seine Publikationen, aufmerksam gelesen habe, also nicht wie unsere Frau Merkel, die Bücher als nicht hilfreich bezeichnet, ohne sie gelesen zu haben.

    Die Schlußfolgerungen der beiden Ökonomen Stelter und Sinn sind auch nahezu deckungsgleich mit dem besten deutschen Bankenkenner Dr. Krall.

    Durch die Null-Zins-Politik der EZB wird es dem Normalbürger unmöglich sein, auf konventionellem Weg wie Lebensversicherungen, Sparbriefe, rentable Bundesanleihen, Tagesgeld usw. auf seine Pensionierung vorzubereiten, weil die Mehrzahl der Deutschen nur eine Rente nahe der Armutgrenze erhalten wird.

    Im Gegensatz dazu werden für die teils überflüssigen Beamten riesige Pensionszahlungen anfallen, für die es nur lächerlich kleine Rückstellungen gibt. Zur Zeit ca. 14 Milliarden €.

    So werden schon bald 1,5 Millionen Beamte pensioniert, die den deutschen Staat bis 2050 sagenhafte 1,4 Billionen € kosten werden.

    Schon jetzt verschlingen die Kosten für die Beamten incl. ihre Beihilfe-Zuschüsse 65 Milliarden € p.a.
    Damit haben wir europaweit gesehen, die höchsten Kosten im öffentlichen Dienst.

    Für den Mittelstand oder einen VW-Arbeiter am Fließband, tritt in vielen Fällen schon die Höchstbesteuerung von nahezu 42 % ein, was Deutschland nach Belgien zu dem Land macht, wo man an den Netto-Erträgen seiner Arbeit wenig Freude hat.

    Angeblich sollen bis zu zwei Drittel der Bevölkerung incl. vieler intellektueller Personen so wenig Ahnung von Politik haben, daß sie die falschen Politiker wählen.

    Fast 30 Jahre Kohl und Merkel haben uns deswegen in die größtre Fehlkonstruktion der jüngeren Geschichte geführt, der Elends- und Transfer-Union, auch EU genannt, mit inkompatibler Gemeinschaftswährung und einer katastrophalen Nullzins-Politik.

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    Michael Stöcker sagte:

    „Vielmehr haben die Zentralbanken versucht, die nicht mehr wettbewerbsfähigen Firmen zu retten, indem sie die Zinsen nach unten trieben, bis auf null oder gar in den negativen Bereich.“

    Die ständige Wiederholung von immer wieder dem gleichen Unsinn, weil die Ökonomen leider immer noch von einem fehlerhaften Geldverständnis infiziert sind. 50 Jahre Fehlbildung hinterlassen eben ihre Spuren.

    Hauptaufgabe der Zentralbanken ist die Steuerung der Inflation über den Leitzins. Das ist IMMER eine REAKTIVE Maßnahme auf Ereignisse in der Realwirtschaft.

    Hat die Schweiz dann auch ihre „Zombies“ an den Tropf gehängt??? Dort sind die Zinsen noch niedriger als in Euroland.

    Aus der ständigen Wiederholung von solch einem Unsinn aus dem Munde eines/vieler renommierter Ökonomen wird dann leider eine kollektive Fehlprogrammierung die wiederum zu kollektiven Fehlreaktionen führt.

    Es wäre mal an der Zeit, dass sich unsere Ökonomen über die Funktionsverteilung der drei zentralen wirtschaftspolitischen Parameter klar werden. Das ist diesen Herren leider auch noch nicht so ganz gelungen: http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2019/04/warum-die-abkehr-von-den-negativzinsen-so-schwierig-ist.

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Eva Maria Palmer sagte:

      @ Herr Stöcker

      Ich glaube zwar nicht, daß Sie den Ausführungen von Dr.Krall in seinem Buch
      ….wenn schwarze Schwäne Junge bekommen…., folgen werden, weil für Sie jeder Anhänger der Hayek-Austrians eine nicht ernstzunehmende Person ist.

      Krall hat aufgrund nachvollziehbarer Statistiken festgestellt, daß durch das EZB-Versagen und ihrer Nullzins-Politik, in den nächsten Jahren eine riesige Anzahl von Zombie-Unternehmen pleite gehen wird und daß desgleichen viele Banken wg. zu niedriger Zinsmargen ebenfalls vom Markt verschwinden werden.

      Die ständige Wiederholung von Fakten, die Sie als Unsinn bezeichnen, ist deswegen notwendig und legitim.

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        Michael Stöcker sagte:

        Ich habe das Buch von Krall gelesen und ich teile viele seiner Analysen; aber eben nicht alle. Mir ist es bekanntlich egal, welcher ökonomischen Ideologie jemand angehört. Mich interessiert AUSSCHLIESSLICH die Qualität und Stringenz der Argumente; egal ob diese von Marxisten, Keynesianern, Neoklassikern oder neoliberalen Austrians vorgetragen werden.

        Ich bin eben NICHT der Meinung, dass die EZB mit ihrer Zinspolitik versagt hat, sondern dass wir gerade den Schumpeterschen Bereinigungsprozess im Finanzsektor erleben. Wir sind overbanked; also muss der Sektor schrumpfen.

        Damit es dann auch wieder mit den Zinsen für die Sparer klappt, benötigen wir eine andere Lohn- und Fiskalpolitik. Ich muss mich hier wiederholen:

        It takes two to tango… and sometimes three (siehe hierzu auch mein Kommentar bei der Ökonomenstimme).

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker

        „…sondern dass wir gerade den Schumpeterschen Bereinigungsprozess im Finanzsektor erleben. Wir sind overbanked; also muss der Sektor schrumpfen.“

        Moment mal, soweit ich mich erinnere waren Sie doch strikt dagegen, Banken pleite gehen zu lassen oder auch nur in einem ordentlichen Verfahren zu liquidieren. Stattdessen wollen Sie offenbar, dass die Banken miteinander fusionieren. Dabei schrumpft der Sektor aber nicht, er konzentriert sich nur auf weniger, im Durchschnitt größere Akteure – die dann noch übler „too-big-to-fail“ sind als vorher.

        Mit Schumpeterscher Bereinigung hat das absolut gar nichts zu tun.

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        troodon sagte:

        @ M.S.
        „sondern dass wir gerade den Schumpeterschen Bereinigungsprozess im Finanzsektor erleben. Wir sind overbanked; also muss der Sektor schrumpfen.“

        Genau, das Schwierige dabei ist, diesen Sektor relativ geordnet schrumpfen zu lassen, so dass es keine unkalkulierbaren Zusammenbrüche mit extremen Auswirkungen auf die Realwirtschaft gibt.
        Jeder Manager versucht seine eigene Bank – mit mehr oder minder allen Mitteln- zu retten, und die Staaten hoffen, dass die Banken in den anderen Staaten reduziert werden und die eigenen bestehen bleiben

        Und wenn ich da an den wohl immer noch nicht abgeschlossenen Gesetzgebungsprozess bzgl. neuen NPL Regeln denke, dann sind es die Politiker die die EZB Vorschläge, die selbst schon weit hinter den US-Banken Anforderungen zurückblieben, noch weiter aufweichen.

        Und selbstverständlich müssen die anderen Zombies (Nicht-Banken) größenteils ebenfalls vom Markt verschwinden.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ M. Stöcker & troodon

        Richtig, wir erleben einen Bereinigungsprozess im Finanzsektor.

        Es ist aber nicht der SCHUMPETERSCHE Bereinigungsprozess, der einer der kreativen ZERSTÖRUNG ist.

        H.-W.-Sinn sagt:

        >Als die Blasen platzten, hat man nicht akzeptiert, dass ein Prozess der schöpferischen Zerstörung stattfand, wie ihn Schumpeter oder auch Marx beschrieben, (…) >

        So ist es und es abzustreiten, ist zumindest Irreführung.

        Man hat es so gewollt und es gab auch gute Gründe diese Zerstörung zu vermeiden.

        Es ist unzweifelhaft eine Menge Leid erspart geblieben.

        Nur muss man auch hinzufügen:

        Der Prozess, der sich nun schon über ein Jahrzehnt hinzieht, hat auch WACHSTUMSMÖGLICHKEITEN verhindert und somit AUCH Leid produziert – bis heute und auch auf Sicht.

        Die Folgen kann man mittlerweile in der ökonomischen und politischen Realität besichtigen:

        Zu hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen und sich destabilisierende Gesellschaften, wohin man blickt.

        Ich sage nicht, dass es dies nicht gegeben hätte, wenn man eine schöpferische Zerstörung mit einer Kettenreaktion von Insolvenzen zugelassen hätte.

        Ich sage nur, dass die Geldpolitik der EZB nicht heiliggesprochen werden darf, weil sie – angeblich – „nur“ ihre Aufgabe erledigt habe und es jetzt einigermaßen verträglich läuft mit der Bereinigung in Deutschland.

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        troodon sagte:

        @ Richard Ott & Dietmar Tischer
        Bzgl. der Formulierung “ Schumpeterschen Bereinigungsprozess“ haben Sie absolut recht.

        „Wir sind overbanked; also muss der Sektor schrumpfen.“ hätte gereicht.

        @ D.T.
        „Es ist unzweifelhaft eine Menge Leid erspart geblieben“…
        „Der Prozess, der sich nun schon über ein Jahrzehnt hinzieht, hat auch WACHSTUMSMÖGLICHKEITEN verhindert und somit AUCH Leid produziert – bis heute und auch auf Sicht.“…
        „Ich sage nur, dass die Geldpolitik der EZB nicht heiliggesprochen werden darf,“
        Absolut einverstanden.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ Richard Ott

        „Moment mal, soweit ich mich erinnere waren Sie doch strikt dagegen, Banken pleite gehen zu lassen oder auch nur in einem ordentlichen Verfahren zu liquidieren.“

        Ihre Erinnerung passt und trügt zugleich. Ich bin in der Tat dafür Banken NICHT einfach pleitegehen zu lassen, sehr wohl aber bei Bedarf/Notwendigkeit in einem geordneten Verfahren zu liquidieren; insbesondere bei fehlendem Geschäftsmodell (Stichwort Landesbanken).

        „Stattdessen wollen Sie offenbar, dass die Banken miteinander fusionieren.“

        Welche Offenbarung Sie auch hier mal wieder hinter die Fichte geführt hat, das müssen Sie schon mit sich selber klären. Ich bin für Wettbewerb und GEGEN Großbanken; es sei denn, sie erfüllen die von Kashkari & Co. geforderten EK-Quoten von 25 %.

        „Mit Schumpeterscher Bereinigung hat das absolut gar nichts zu tun.“

        Jein. Schumpeter trifft auf Apple-Pay & Co. zu. Da kommt noch eine Menge Zerstörungskraft auf die etablierten Geschäftsmodelle zu. Ansonsten ist es in der Tat nicht Schumpeter, sondern Prozessoptimierung mit Abbau von Überkapazitäten. Nicht ganz einfach/preiswert beim deutschen Arbeitsrecht. Aber das hat man nun davon, wenn man sich die vielen Jahre auf fiktiven Gewinnen ausgeruht hat, statt die Rationalisierung voran zu treiben.

        LG Michael Stöcker

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „Hauptaufgabe der Zentralbanken ist die Steuerung der Inflation über den Leitzins. Das ist IMMER eine REAKTIVE Maßnahme auf Ereignisse in der Realwirtschaft.“

      Soso. Wieso sind aber dann die Leitzinsen so niedrig, während gleichzeitig die Preise für Vermögenswerte (Aktien, Immobilien) in den letzten 10 Jahren massiv angestiegen sind?

      Ach ja, ich vergaß, das ist ja die Art „Inflation“, die sie immer geflissentlich ignorieren, weil sie nicht in Ihr ideologisches Konzept vom Zentralbanksozialismus passt…

      Antworten
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        Dieter Krause sagte:

        Sie meinen wohl, Herr Ott, dass die Preise für Immobilien in deutschen Großstädten (und nur darum geht Ihnen ja wohl) bei einem EZB-Zinssatz von 5% nicht ansteigen würden, auch wenn viele dann ebenso wie heute in diese Großstädte drängen würden? – Preise reagieren stets dann, wenn es eine starke oder schwächere Nachfrage gibt (siehe die Immobilienpreise in vielen Kleinstädten in Ostdeutschland mit schrumpfender Bevölkerung, die sind im freien Fall!) und diese Nachfrage nicht einfach durch effiziente Produktionssteigerungen abgefangen werden können. Zumindest dann, wenn die Märkte einigermaßen funktionieren und keine halben oder ganzen Kartelle vorliegen (wie mittlerweile in vielen Bereichen der Wirtschaft)! Und die Preise für Aktien sind auch deshalb stark gestiegen, weil manche Firmen ihr Geld lieber in Aktienrückkaufprogramme als in neue Produkte stecken! Naja, so werden dann ja auch die Vorstandsmitglieder mit ihren Aktienoptionen sehr risikolos reicher als wenn man das Geld der Firmen in risikobehaftete neue Produkte stecken müsste oder? – Also von Politik haben Sie wenig Ahnung, Herr Ott – von Ökonomie anscheinend auch nicht! In welchem Bereich sind Sie denn eigentlich kompetent? – Herrn Stöcker schätze ich übrigens in Geldfragen und in makroökonomischen Fragen als wirklich sehr kompetent ein!
        PS.: Übrigens geht meist die EU-Kommission – Ihr politischer Todfeind(?) – gegen solche Kartelle in der Wirtschaft vor, Herr Ott! Das Bundeskartellamt ist ja eher zu einer Lachnummer geworden.

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        MFK sagte:

        Immobilienpreise sind ein schwieriges Thema. Man sollte da schon unterscheiden zwischen privaten und gewerblichen Käufern und zwischen Bestands- und Neubauten. Dadurch, dass die Bevölkerung in den Großstädten wächst, steigt zunächst die Miete, wenn der Neubau von Wohnungen mit dem Zuzug nicht Schritt hält und erst im Fall des Verkaufs der Immobilie auch der Preis dieser Immobilien. Die Mieten steigen aber auch dadurch, dass Immobilien aus dem Bestand der öffentlichen Hand an hoch effizient arbeitende private Unternehmen verkauft wurden. Der Preis der Immobilie steigt aber auch bei einem fallenden risikolosen Basiszins (normalerweise sind dieses die Renditen langlaufende Staatsanleihen), weil jeder rationale Investor Renditevergleiche anstellt. Gerade Käufer, die mit viel Fremdkapital arbeiten können, sind deshalb bereit, historisch hohe Kaufpreise zu bezahlen. Nicht jeder Käufer handelt aber rational, beispielsweise im Fall von Kapitalflucht. Erschwerend kommt hinzu, dass Neubauten im Preis teuer sind, weil Bauland teurer geworden ist und die Bauvorschriften verschärft wurden.
        Die steigenden Immobilienpreise sind daher nicht monokausal.
        Blockaktionäre der Deutschen Wohnen sind übrigens zwei amerikanische Fonds, Blackrock (Grüße an Herrn Merz) und der norwegische Staatsfonds, der immer auf ethisch vertretbare Investitionen setzt. Freefloat ist 70% der Aktien.
        Preisfrage: Wie bewertet ein institutioneller Anleger eine Immobilie, wenn der risikolose Basiszins negativ ist? Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich Dr. Stöcker.

      • Avatar
        MFK sagte:

        Nachtrag: Das Mietniveau steigt auch dadurch, dass der Staat bedürftigen Mietern Wohngeld zahlt. Hierauf hat der umstrittene ehemalige Baustaatssekretär in Berlin, Holm völlig zu recht hingewiesen. Es wäre besser, der Staat würde diese Mittel in den sozialen Wohnungsbau investieren.

      • Avatar
        jobi sagte:

        @MFK

        „Die steigenden Immobilienpreise sind daher nicht monokausal“

        Ein sehr guter Beitrag. Ergänzend möchte ich auf folgendes hinweisen:

        Wer den Immobilienmarkt verfolgt, konnte in den vergangenen Monaten ein quantitativ und qualitativ steigendes Angebot an privaten Wohnimmobilien feststellen – genau bis zum März dieses Jahres, als die Zinserwartungen durch die EZB kassiert wurden.

        Immobilien werden nun einmal in hohem Maße schuldenfinanziert. Daraus ergibt sich, dass Immobilienpreise ganz wesentlich an der Zinsentwicklung hängen.
        Herr Krause scheint das im wahrsten Sinne noch nicht auf der Rechnung zu haben.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Richard Ott

        „Soso. Wieso sind aber dann die Leitzinsen so niedrig, während gleichzeitig die Preise für Vermögenswerte (Aktien, Immobilien) in den letzten 10 Jahren massiv angestiegen sind?“

        Soso. Wie hoch bitte schön ist der Anteil an Aktien in einem repräsentativen Warenkorb? Und die höheren Immobilienpreise werden übrigens durch die höheren Mieten berücksichtigt.

        Insofern ignoriere ich hier gar nichts.

        „weil sie nicht in Ihr ideologisches Konzept vom Zentralbanksozialismus passt…“

        Diese steile Unterstellung müssten Sie aber dann doch ein wenig argumentativ unterfüttern. Ansonsten ist das nichts Weiteres als ideologisches Geschwätz. Und bevor Sie ausholen, machen Sie sich doch am besten noch ein wenig schlau. Braunberger und Weidmann sind in diesem Fall eine ganz gute Adresse. Starten wir mit Jens Weidmann 2015:

        „What this episode illustrates most of all is that central banks currently have a significant impact on capital markets, as they have become the dominant market player. Yet they are not fully in control of long-term interest rates, try as they might in striving to fulfil their monetary policy mandates.” https://www.bis.org/review/r150611b.htm

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Hauptaufgabe der Zentralbanken ist die Steuerung der Inflation über den Leitzins. Das ist IMMER eine REAKTIVE Maßnahme auf Ereignisse in der Realwirtschaft.>

      Richtig.

      Sie schließen aber mit dem Verweis auf ihre Hauptaufgabe aus, dass die EZB den oder einen notwendigen Reinigungsprozess nicht unterbunden und überkommende Strukturen nicht erhalten habe.

      Das ist einfach nur falsch.

      Selbstverständlich kann man mit der Erledigung einer Hauptaufgabe auch etwas unterbinden und erhalten.

      Die EZB hat es und Sinn stellt nur fest, was FAKT ist:

      > „Das gilt auch für die europäische Zentralbank. Sie hat durch ihre ausufernde Geldpolitik mit den Nullzinsen notwendige Reinigungsprozesse unterbunden und überkommene Strukturen erhalten.>

      Auch Sie werden nicht verleugnen wollen, dass es ohne die Zinspolitik der EZB und Draghis „Whaterver it takes …“ eine Bereinigung gegeben hätte.

      Ist schon klar, dass eine solche für Sie neoliberale Destruktion ist.

      Es ist aber eine Bereinigung derart, dass viele Unternehmen und Banken pleitegegangen wären und einige Staaten auch.

      Es gab Gründe, das nicht zu wollen.

      Aber so zu tun, als hier nur eine Erfüllung von Aufgaben vorliege, ist blanker UNSINN.

      Lächerlich, dass man darüber noch diskutieren muss.

      Antworten
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        Dieter Krause sagte:

        Die EZB hat ganz sicher auch die Zinsbelastungen der öffentlichen Haushalte der Euro-Mitgliedstaaten mit im Blick, Herr Tischer! Sie können ja mal nachrechen, wie allein bei einem EZB-Zins von 3% oder 4% die Zinsbelastung der öffentlichen Haushalte in Deutschland ansteigen würde! Da wäre ganz schnell Schluss mit lustig für die Regierung Merkel. – Mittlerweile glaube ich sogar, dass dieser Indize der wichtigste für die Bestimmung der Zinspolitik der EZB geworden ist – zumindest gegenwärtig! Sagt dort niemand öffentlich – dürfte aber so sein.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dieter Krause

        >Die EZB hat ganz sicher auch die Zinsbelastungen der öffentlichen Haushalte der Euro-Mitgliedstaaten mit im Blick, Herr Tischer!<

        Habe nicht das Gegenteil behauptet und muss auch nichts nachrechnen.

        Spanien, Portugal und Irland hätten kurz über lang Insolvenz erklären müssen, wenn Draghi in London nicht sein „Whatever …“ angekündigt hätte.

        Da wäre es für ein paar Regierungen Schluss mit lustig gewesen ¬- VOR Merkel.

        Mich müssen Sie in dieser Sache nicht belehren, sondern legen Sie sich mit M. Stöcker an, wenn Sie glauben, dass die „Rettung“ der Öffentlichen Haushalte die „Bestimmung der Zinspolitik der EZB“ geworden sei.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „ist blanker UNSINN.“

        Ihr UNSINN ist nicht mein Unsinn.

        „Lächerlich, dass man darüber noch diskutieren muss.“

        Warum tun Sie es dann?

        „Ist schon klar, dass eine solche für Sie neoliberale Destruktion ist.“

        Nein, es wäre ein weiteres TOTALES Versagen einer Zentralbank nach dem Desaster von 1929. Einfach mal bei Milton nachlesen.

        Wenn es in einem Atomkraftwerk brennt, dann MUSS gelöscht werden; und zwar mit ALLEN zur Verfügung stehenden Mitteln.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Wenn es in einem Atomkraftwerk brennt, dann MUSS gelöscht werden; und zwar mit ALLEN zur Verfügung stehenden Mitteln.>

        Na klar, wer will auch einen GAU verantworten.

        Kein Problem da mitzuhalten und Ihnen – hoffentlich – klar zu machen, dass es damit nicht getan ist.

        Der HINWEIS, und nur um den geht es, dass ALLE Mittel derart eingesetzt wurden, d. h. das gesamte Wasser zum Löschen verbraucht wurde, so dass die Menschen nach erfolgreichen Löscharbeiten – nehme ich einmal zu Gunsten Ihres Szenarios an – danach VERDURSTET sind, kann aus Ihrer Sicht unterschlagen werden.

        Das und nichts anderes ist mein Kritikpunkt an Ihrer Rechtfertigung der EZB-Politik:

        Die Feuerwehr hat zwar das Mandat zum Löschen, aber keines, die Menschen DADURCH verdursten zu lassen.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Michael Stöcker:

      Ich finde, Sie achten bei Ihrer Argumentation zu wenig auf die Bedeutung des Wortes „Vertrauen“. Wenn die EZB-Regularien so geändert worden wären, dass Staatsfinanzierung und Bankenrettung mit zum Aufgabenspektrum der EZB gehören würden, wäre das Vertrauen zwar auch erschüttert, aber bei Weitem nicht so stark. So entsteht bei immer mehr Leuten das Gefühl, dass staatliche Regeln auch in wichtigen Dingen nichts mehr bedeuten. Die Folgen sind langfristig m.E. verheerend. Sie können in Ländern wie Libyen oder Somalia sehen, was das Ignorieren von Regeln langfristig im Extremfall auslösen kann.

      Ihre Argumentationsweise erinnert mich an meinen früheren Nachbarn: Sorry, dass mein 16jähriger Sohn mit meinem nicht zugelassenen (und nicht versicherten!) Wagen voll in Deinen Zaun reingefahren ist, aber er hätte sonst wahrscheinlich den Radfahrer erwischt. Dafür hätte ich volles Verständnis gehabt, wenn der Knabe schon den Führerschein gehabt hätte, der Schaden vollständig privat beglichen worden wäre (Haftpflichtversicherung gab´s nicht!!!) und das Auto zugelassen gewesen wäre.

      So ähnlich geht es mir mit der EZB und der verbotenen Staatenfinanzierung und Ihrer Argumentationsweise. Dann sollen diese Leute wenigstens zugeben, dass sie aus ihrer Wahrnehmung in Nothilfe Staatsfinanzierung betreiben und dafür noch eine demokratische Legitimation aussteht, um die sie leider erst nachträglich bitten. Für mich ist das ein feiges Verhalten erster Klasse.

      Antworten
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        Michael Stöcker sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        „So entsteht bei immer mehr Leuten das Gefühl, dass staatliche Regeln auch in wichtigen Dingen nichts mehr bedeuten.“

        Ich möchte dieses Problem nicht kleinreden; aber es wurde durch die Mainstream-Medien und unsere Möchtegern Geldökonomen völlig unnötig aufgebauscht. Die Grenzen zwischen Geldpolitik und monetärer Staatsfinanzierung sind insbesondere in Krisenzeiten schon immer sehr unscharf gewesen. Aber auch in früheren Zeiten hatte die Bundesbank schon immer Kurspflege bei Anleihen betrieben, um kurzfristige Schwankungen zu glätten. Hohe Volatilität passt nicht zu einer stabilen Währung.

        Da aber auch ich den Rechtsstaat für ein sehr hohes Gut halte, hatte ich den Vorschlag zur monetären Bürgerfinanzierung ins Spiel gebracht, da man auf diese Weise sowohl den unsinnigen Fiskalpakt als auch Art. 123 AEUV elegant umschiffen kann.

        LG Michael Stöcker

    • Avatar
      Kurt Brand sagte:

      Wer ist der größte Nutznießer von Nullzinsen? Schuldner inklusive überschuldeter Staaten der Eurozone und Spekulanten. Was wäre die größte Existenzbedrohung für die Eurozone? Wenn die Kapitalmärkte den Eindruck gewinnen würden, dass Mitgliedsstaaten der Eurozone (namentlich Italien und Griechenland) nicht mehr in der Lage wären, Schulden zu bedienen. Was wäre die bequemste Lösung, um das Staatsschuldenproblem in den Griff zu bekommen? Nullzinsen in Kombination mit einer möglichst hohen Inflation. Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, wenn es mir vor diesem Hintergrund schwerfällt, Ihrer Argumentation mit Nullzinsen zur Abwehr von Deflation zu folgen. Der Elefant im Raum ist einfach zu groß, um ihn zu ignorieren.

      Antworten

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